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作者: 当前章节:15410 字 更新时间:2026-6-19 08:06

du kr.ftig gebaut bist und kein übler Kerl. Dass du nicht

mit jungen M.dchen essen gehst. Bescheiden bist und

einen gutmütigen Blick hast. Und dass mir deine Arbeiten

ziemlich gut gefallen. Das war’s eigentlich so ungef.hr..

Tengo seufzte. Er versuchte zu denken, bekam aber die

Realit.t nicht zu fassen.

.Also, Herr Komatsu, darf ich dann wieder zurück ins

Bett? Es ist schon fast halb zwei. Ich würde gern noch etwas

schlafen, bevor es hell wird. Ich habe morgen früh drei

Stunden..

.Na, klar, gute Nacht., sagte Komatsu. .Tr.um was

Sch.nes.. Dann legte er auf.

Tengo starrte einen Moment auf den H.rer in seiner

Hand und legte ihn dann auf die Gabel. Liebend gern w.re

er sofort wieder eingeschlafen und h.tte etwas Sch.nes

getr.umt. Aber er wusste, dass das nicht so leicht sein

würde, nachdem man ihn um diese Uhrzeit aus dem Schlaf

gerissen hatte. Au.erdem hatte ihn das Gespr.ch

aufgewühlt. Alkohol war ein gutes Schlafmittel. Aber er

hatte keine Lust auf Alkohol. Am Ende trank er ein Glas

Wasser, setzte sich ins Bett, knipste das Licht an und

begann zu lesen. Kurz vor Sonnenaufgang schlief er ein.

Nach seinem Unterricht an der Yobiko fuhr Tengo mit der

Bahn nach Shinjuku. Dort kaufte er in der Buchhandlung

Kinokuniya ein paar Bücher und machte sich anschlie.end

auf den Weg ins Nakamura. Als er am Eingang Komatsus

Namen nannte, führte man ihn an einen ruhigen Tisch im

hinteren Teil des Lokals. Fukaeri war noch nicht da. Er

erwarte noch jemanden, erkl.rte Tengo dem Kellner.

M.chten Sie schon etwas trinken?, fragte der Kellner. Nein,

danke, erwiderte Tengo. Der Kellner brachte ihm Wasser

und die Speisekarte und entfernte sich. Tengo schlug eines

der Bücher auf, die er gerade gekauft hatte, und begann zu

lesen. Es war ein Buch über Magie, in dem diskutiert

wurde, welche Funktion der Fluch in der japanischen

Gesellschaft erfüllte. Flüche hatten in den Gesellschaften

der Antike eine bedeutende Rolle gespielt, indem sie

M.ngel und Widersprüche im gesellschaftlichen System

verdeckten und ausglichen. Vergnügliche Zeiten mussten

das gewesen sein.

Obwohl es schon fünf nach sechs war, tauchte Fukaeri

nicht auf. Ohne sonderlich beunruhigt zu sein, las Tengo in

seinem Buch. Es war keine gro.e überraschung für ihn,

dass seine Verabredung unpünktlich war. Die Sache war

insgesamt unm.glich. So konnte sich auch keiner

beschweren, wenn etwas Unm.gliches dabei herauskam.

Sollte Fukaeri ihre Meinung ge.ndert haben und sich nicht

blicken lassen, w.re das nicht weiter verwunderlich.

Eigentlich w.re er sogar fast dankbar, wenn sie nicht

erschien. Das würde die Sache einfacher machen. Er k.nnte

Komatsu mitteilen, dass er eine Stunde gewartet habe,

Fukaeri aber nicht gekommen sei. Was dann werden

würde, wusste er nicht. Er würde allein essen und k.nnte

dann nach Hause fahren. Und h.tte seine Verpflichtung

Komatsu gegenüber erfüllt.

Fukaeri erschien um sechs Uhr zweiundzwanzig. Sie

wurde von einem Kellner an den Tisch geleitet und setzte

sich Tengo gegenüber. Ohne ihren Mantel auszuziehen, die

kleinen H.nde auf den Tisch gelegt, blickte sie Tengo an.

Weder entschuldigte sie sich für ihr Zusp.tkommen, noch

bedauerte sie, dass sie ihn hatte warten lassen. Sie begrü.te

ihn nicht einmal oder stellte sich vor. Die Lippen fest

aufeinandergepresst, schaute sie Tengo einfach an. Als

würde sie aus einiger Entfernung eine unbekannte

Landschaft betrachten. Respekt, dachte Tengo.

Fukaeri war klein und zierlich gebaut, und ihr Gesicht war

noch sch.ner als auf dem Foto. Das Anziehendste daran

waren die Augen. Eindrucksvolle Augen von gro.er Tiefe.

Tengo wurde nerv.s, als sie ihn mit ihren feuchten

lackschwarzen Pupillen anstarrte. Sie blinzelte fast

überhaupt nicht. Sie schien nicht einmal zu atmen. Ihre

Haare waren so glatt, als seien sie einzeln mit dem Lineal

gezogen. Die Form ihrer Augenbrauen passte gut zu ihrer

Frisur. Wie es bei vielen hübschen Teenagern der Fall ist,

fehlte es ihrem Ausdruck an Lebhaftigkeit. Zudem war eine

gewisse Unausgewogenheit darin wahrzunehmen, was

vielleicht daran lag, dass das rechte und das linke Auge sich

ein wenig unterschieden. Der Anblick verursachte ein

Gefühl von Unbehagen. Er machte unw.gbar, was sie

dachte. In dieser Hinsicht geh.rte sie nicht zu jenem Typ

sch.ner Frauen, die Fotomodell oder Popstar wurden.

Stattdessen hatte sie etwas, das anziehend und st.rend

zugleich wirkte.

Tengo klappte sein Buch zu und legte es beiseite. Er nahm

eine aufrechte Haltung ein und trank einen Schluck

Wasser. Es war genau, wie Komatsu gesagt hatte. Falls diese

junge Frau einen Literaturpreis bek.me, würden die

Medien nicht mehr von ihr ablassen. Ganz ohne Zweifel

g.be es eine kleine Sensation. Sollte man so etwas wirklich

tun?

Der Kellner brachte ihr ein Glas Wasser und die

Speisekarte. Noch immer rührte Fukaeri sich nicht. Ohne

nach der Speisekarte zu greifen, sah sie Tengo nur weiter

an. Es blieb ihm nichts anderes übrig, als Guten Tag zu

sagen. Neben ihr kam er sich noch gr..er vor.

Fukaeri starrte ihn weiter an, ohne die Begrü.ung zu

erwidern. .Ich kenne Sie., sagte sie kurz darauf mit leiser

Stimme.

.Du kennst mich?., fragte Tengo.

.Sie lehren Mathematik..

Tengo nickte. .Genau..

.Ich habe zweimal zugeh.rt..

.Meinem Mathematikunterricht?.

.Ja..

Sie hatte eine sehr eigentümliche Art zu sprechen.

Schn.rkellose S.tze, mit einem chronischen Mangel an

Betonung und einem sehr begrenzten (zumindest machte

es diesen Eindruck auf ihn) Vokabular. Wie Komatsu gesagt

hatte – ganz sicher ungew.hnlich.

.Das hei.t, du warst Schülerin an meiner Yobiko?., fragte

Tengo.

Fukaeri schüttelte den Kopf. .Ich hab blo. zugeh.rt..

.Eigentlich darf niemand ohne Schulbescheinigung in die

Klassenr.ume..

Fukaeri zuckte nur kurz mit den Schultern, als wolle sie

sagen: So kann auch nur ein Erwachsener reden.

.Wie fandest du die Stunde?., fragte Tengo. Eine weitere

sinnlose Frage.

Fukaeri nahm einen Schluck Wasser. Sie machte ein

gelangweiltes Gesicht und gab keine Antwort. Aber da sie

ein zweites Mal in seinen Unterricht gekommen war,

konnte der erste Eindruck ja wohl nicht allzu schlecht

gewesen sein, dachte Tengo. H.tte sie kein Interesse

gehabt, w.re sie sicher nach dem ersten Mal fortgeblieben.

.Du bist in der zw.lften Klasse, stimmt’s?., fragte Tengo.

.Kann man so sagen..

.Machst du die Aufnahmeprüfung für eine Universit.t?.

Sie schüttelte den Kopf.

Tengo konnte nicht beurteilen, ob das hei.en sollte: .Ich

will nicht über die Aufnahmeprüfung reden. oder: .Ich

mache keine.. Er erinnerte sich, dass Komatsu am Telefon

gesagt hatte, sie sei ein erstaunlich wortkarges M.dchen.

Der Kellner kam, um ihre Bestellung aufzunehmen.

Fukaeri hatte noch immer ihren Mantel an. Sie bestellte

Salat mit Brot. .Das ist alles., sagte sie und reichte dem

Kellner die Speisekarte zurück. .Und ein Glas Wei.wein.,

fügte sie hinzu, als sei es ihr pl.tzlich eingefallen.

Der junge Kellner schien sie nach ihrem Alter fragen zu

wollen, aber unter Fukaeris starrem Blick err.tete er und

schluckte die Frage hinunter. Respekt, dachte Tengo

erneut. Er bestellte Linguini mit Meeresfrüchten und wie

sein Gast ein Glas Wei.wein.

.Sie sind Lehrer und schreiben., sagte Fukaeri. Offenbar

richtete sie damit eine Frage an Tengo. Das Fehlen jeglicher

fragender Intonation geh.rte zu den Eigenheiten ihrer

Sprechweise.

.Im Augenblick, ja., sagte Tengo.

.Keins von beidem sieht man Ihnen an..

.Das kann sein., sagte Tengo. Er wollte l.cheln, aber es

gelang ihm nicht richtig. .Ich habe zwar Lehramt studiert

und unterrichte, aber offiziell kann ich mich nicht Lehrer

nennen, und ich schreibe zwar, aber ein Schriftsteller bin

ich auch nicht, weil noch nichts von mir gedruckt wurde..

.Also keins von beidem..

Tengo nickte. .Genau. Im Augenblick bin ich nichts..

.Sie m.gen Mathematik..

Tengo beantwortete ihre mit typischer Betonungslosigkeit

gestellte Frage. .Ja, sehr. Schon früher und jetzt auch

noch..

.Warum..

.Du meinst, was mir an der Mathematik gef.llt?.,

erg.nzte Tengo. .Tja, also, wenn ich mich Zahlen

gegenübersehe, entspanne ich mich augenblicklich. Die

Dinge sind dann da, wo sie sein sollten..

.Das mit der Integralrechnung fand ich interessant..

.In meinem Unterricht an der Yobiko?.

Fukaeri nickte.

.Magst du Mathematik?.

Fukaeri schüttelte kurz den Kopf. Sie mochte Mathematik

nicht.

.Aber die Integralrechnung hat dich interessiert?., fragte

Tengo.

Fukaeri zuckte leicht mit den Schultern. .Sie haben

darüber gesprochen, als l.ge sie Ihnen am Herzen..

.Aha.. Es war das erste Mal, dass jemand ihm das sagte.

.Wie von einem Menschen, den Sie gern haben., sagte

sie.

.Vielleicht gerate ich zu sehr in Begeisterung, wenn ich

über arithmetische Reihen referiere., erkl.rte Tengo. .Von

allen Bereichen der Oberschulmathematik gefallen mir

pers.nlich die Reihen am besten..

.Sie m.gen die Reihen., fragte Fukaeri wieder ohne

fragende Intonation.

.Für mich sind sie wie Bachs Wohltemperiertes Klavier.

Ich bekomme sie nie satt. Entdecke immer Neues an

ihnen..

.Das Wohltemperierte Klavier kenne ich..

.Magst du Bach?.

Fukaeri nickte. .Der Sensei h.rt ihn immer..

.Der Sensei?., fragte Tengo. .Meinst du einen Lehrer an

deiner Schule?.

Fukaeri antwortete nicht. Ihre Miene besagte, dass es

noch zu früh sei, um darüber zu reden.

Dann – als sei es ihr gerade eingefallen – zog sie ihren

Mantel aus. Sie wand sich wie ein Insekt, das sich aus seiner

Verpuppung sch.lt, und legte ihn anschlie.end, ohne ihn

zusammenzufalten, auf den Stuhl neben sich. Unter dem

Mantel trug sie einen leichten hellgrünen Pullover und

wei.e Jeans. Keinen Schmuck. Und auch kein Make-up.

Dennoch fiel sie auf. Ihre im Verh.ltnis zu ihrem zarten

K.rperbau gro.en Brüste zogen ungewollt die Blicke auf

sich. Sie waren auch sehr sch.n geformt. Er musste sich

davor hüten, dauernd hinzuschauen. Aber noch w.hrend er

dies dachte, ertappte er sich dabei. Es war, als würde sein

Blick ins Zentrum eines m.chtigen Strudels gesogen.

Der Wei.wein wurde serviert. Fukaeri nahm einen

Schluck davon. Sie betrachtete nachdenklich das Glas und

stellte es wieder auf den Tisch. Tengo nippte nur zum

Schein an seinem Wein. Er hatte noch ein wichtiges

Gespr.ch vor sich.

Fukaeri griff sich in ihr glattes schwarzes Haar und fuhr

mit den Fingern hindurch wie mit einem Kamm. Es war

eine bezaubernde Geste. Sie hatte wundersch.ne H.nde.

Jeder ihrer schlanken Finger sah aus, als verfüge er über

eigene Absichten und Pl.ne. Ihm war, als besitze sie

magische Kr.fte.

.Was mir an der Mathematik gef.llt?., stellte Tengo sich

die Frage noch einmal selbst, um seine Aufmerksamkeit

von ihren Brüsten und Fingern abzulenken.

.Der Fluss der Mathematik gleicht dem von Wasser.,

sagte Tengo. .Natürlich gibt es eine Menge komplizierter

Theorien, aber die konkrete Basis ist sehr einfach. Es ist wie

beim Wasser, das sich, wenn es von oben nach unten flie.t,

stets die kürzeste Distanz sucht und dabei ganz natürlich

seinen Weg findet. Du musst nur genau hinsehen. Ohne

etwas zu tun. Wenn man sich konzentriert und die Augen

aufh.lt, kl.rt sich alles von selbst. Nichts auf dieser gro.en

weiten Welt verh.lt sich so zuvorkommend wie die

Mathematik..

Fukaeri dachte kurz nach.

.Warum schreiben Sie., sagte sie in einem Ton, dem jede

Melodie fehlte.

Tengo wandelte ihre Frage in einen l.ngeren Satz um.

.Wenn mir die Mathematik solchen Spa. macht, br.uchte

ich mich doch nicht so anzustrengen und auch noch zu

schreiben? Würde es nicht genügen, wenn ich mich ganz

der Mathematik widmete? Ist es das, was du sagen

m.chtest?.

Fukaeri nickte.

.Wei.t du, es ist so. Das wirkliche Leben unterscheidet

sich von der Mathematik. In ihm beschr.nken sich die

Dinge nicht darauf, ihrem natürlichen Fluss zu folgen und

den kürzesten Weg einzuschlagen. Für mich ist die

Mathematik – wie soll ich sagen – allzu selbstverst.ndlich.

Sie ist für mich wie eine sch.ne Landschaft. Sie ist einfach

nur das, was da ist. Sozusagen Dasein an sich. Es muss

nichts daran ver.ndert werden. Deshalb habe ich, wenn ich

mich in die Mathematik vertiefe, mitunter das Gefühl,

transparent zu werden, in ihr aufzugehen. Manchmal

macht mir das Angst..

Fukaeri wandte ihren Blick nicht von ihm. Als würde sie

ihr Gesicht an eine Fensterscheibe drücken und in ein

leeres Haus sp.hen.

.Wenn ich schreibe., sagte Tengo, .verwandle ich die

mich umgebende Landschaft in etwas, das mir

angemessener ist.

Im Grunde erschaffe ich sie neu. Damit verorte ich mich

als Mensch auf dieser Welt, vergewissere mich meiner

Existenz. Das ist eine v.llig andere Besch.ftigung als die

mit der Mathematik..

.Sich seiner Existenz vergewissern., sagte Fukaeri.

.Ich kann es nicht besonders gut ausdrücken., sagte

Tengo.

Fukaeri sah nicht aus, als h.tte Tengos Erkl.rung sie

überzeugt, aber sie sagte nichts mehr. Sie führte nur ihr

Weinglas zum Mund. Sie schlürfte ein bisschen, und es

klang, als würde sie einen Strohhalm benutzen.

.Letztlich hast du das Gleiche getan, wenn ich so sagen

darf. Du hast etwas, das du gesehen hast, mit deinen

Worten verwandelt und neu geschaffen. Und dich und

deine Existenz als Mensch darin verortet., sagte Tengo.

Das Weinglas in der Hand, dachte Fukaeri einen Moment

nach, .u.erte sich aber nicht.

.Der Prozess mündet in eine Form und wird zu etwas

Bleibendem. Einem Werk., fuhr Tengo fort. .Und wenn

dieses Werk die Anerkennung und das Interesse vieler

Menschen erregt, ist es ein literarisches Werk, das einen

objektiven Wert hat..

Fukaeri schüttelte entschieden den Kopf. .Form

interessiert mich nicht..

.Die Form interessiert dich nicht?., wiederholte Tengo.

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