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作者: 当前章节:15375 字 更新时间:2026-6-19 08:06

kurz vor sechs. Es war schon hell drau.en. Die Luft war

frisch und sauber, und ein keilf.rmiger Lichtstrahl drang

durch einen Spalt im Vorhang. Bald würde der Sommer zur

Neige gehen. Durchdringendes Vogelgezwitscher ert.nte.

Tengo kam es fast vor, als habe er sich das heftige Unwetter

der letzten Nacht nur eingebildet. Oder als habe es sich in

ferner Vergangenheit irgendwo in einem fremden Land

zugetragen.

Sein erster Gedanke galt Fukaeri. War sie wom.glich in

der Nacht verschwunden? Aber sie lag tief und fest

schlafend neben ihm, wie ein Tier im Winterschlaf. Auch

jetzt war sie wundersch.n, und feine schwarze Haare

zeichneten ein kompliziertes Muster auf ihre hellen

Wangen. Ihre Ohren waren unter ihren Haaren verborgen.

Tengo h.rte sie leise atmen. Eine Weile schaute er zur

Decke und lauschte ihren Atemzügen. Sie lie.en ihn an

einen kleinen Blasebalg denken.

Er erinnerte sich noch sehr deutlich an seine Ejakulation

in der vergangenen Nacht. Der Gedanke, dass er seinen

Samen tats.chlich in dieses junge M.dchen ergossen hatte,

verst.rte ihn heftig. Und auch noch so viel. Im Licht des

neuen Tages mutete ihn dieses Erlebnis an wie etwas, das

nicht wirklich geschehen war. Genau wie das starke

Unwetter hatte es .hnlichkeit mit einem Traum. Als

Teenager hatte er .fter feuchte Tr.ume gehabt. Er hatte

sehr realistisch von etwas Sexuellem getr.umt und

ejakuliert und war anschlie.end aufgewacht. Der Ausl.ser

war der Traum gewesen, aber die Ejakulation hatte wirklich

stattgefunden. Ganz .hnlich fühlte es sich jetzt an.

Aber es hatte sich nicht um einen feuchten Traum

gehandelt. Es gab keinen Zweifel, er hatte in Fukaeri

ejakuliert. Sie hatte seinen Penis in sich eingeführt und das

Sperma herausgepresst. Er war ihr nur gefolgt. Sein K.rper

war vollst.ndig gel.hmt gewesen, und er hatte keinen

Finger rühren k.nnen. W.hrenddessen war er überzeugt

gewesen, sich im Klassenzimmer seiner alten Grundschule

zu befinden. Immerhin hatte Fukaeri ihm versichert, er

brauche sich keinerlei Sorgen zu machen, da sie keine

Periode habe und somit nicht schwanger werden k.nne. Er

konnte kaum fassen, dass ihm das wirklich passiert war.

Aber so war es, wirklich und wahrhaftig. In der wirklichen

Welt. Wahrscheinlich.

Er stand auf und zog sich an, ging in die Küche und setzte

Wasser auf, um Kaffee zu kochen. Dabei versuchte er seine

Gedanken zu ordnen. Wie man eine Schublade aufr.umt.

Aber es gelang ihm nicht, eine richtige Ordnung

hineinzubringen, er vertauschte nur wahllos die Position

einiger Dinge. An die Stelle, an der der Radiergummi

gewesen war, legte er die Büroklammern, an ihre Stelle kam

der Spitzer, und dorthin, wo der Spitzer gelegen hatte, legte

er den Radiergummi. Er ersetzte blo. eine Form des

Durcheinanders gegen eine andere.

Nachdem er eine Tasse frischen Kaffee getrunken hatte,

ging er ins Bad und rasierte sich zu den Kl.ngen einer

Radiosendung über Barockmusik. Gespielt wurde gerade

eine Partita von Telemann für verschiedene

Soloinstrumente. Tengo tat also das, was er immer tat.

Kochte in der Küche Kaffee, trank ihn und rasierte sich,

w.hrend er im Radio die Sendung Barockmusik für Sie

h.rte. Nur das Programm der Sendung hatte sich ge.ndert.

Gestern war es um Musik für Tasteninstrumente von

Rameau gegangen.

Der Sprecher gab eine kurze Einführung.

Telemann war zu Anfang und in der Mitte des 18.

Jahrhunderts ein in ganz Europa hochgesch.tzter

Komponist. Ab dem 19. Jahrhundert fielen seine Werke in

der Gunst des Publikums, was jedoch in keiner Weise an

Telemann selbst lag. Im Zuge bestimmter Entwicklungen in

der europ.ischen Gesellschaft hatten sich die Ansprüche an

das musikalische Schaffen ge.ndert, und es war daher zu

einem Wertewandel gekommen.

Ob das hier auch eine neue Welt ist?, überlegte Tengo.

Wieder schaute er sich um. Er konnte jedoch keinerlei

Ver.nderung entdecken. Bis jetzt auch noch niemanden,

der ihn geringsch.tzte. Gleichwie, er musste sich rasieren.

Ob die Welt sich nun gewandelt hatte oder nicht, niemand

würde sich an seiner Stelle für ihn rasieren. Nur er selbst

konnte das tun.

Anschlie.end a. er ein paar Scheiben Toast mit Butter

und trank noch eine Tasse Kaffee. Er ging ins

Schlafzimmer, um nach Fukaeri zu sehen, aber sie rührte

sich nicht und schien weiter fest zu schlafen. Sie lag in

unver.nderter Haltung da, und ihr Haar zeichnete noch

dasselbe Muster auf ihre Wangen. Ihr Atem ging ebenso

friedlich wie zuvor.

Zurzeit hatte er keine Verpflichtungen. Keinen Unterricht

an der Yobiko. Er erwartete keinen Besuch und hatte auch

selbst nicht die Absicht, jemanden zu besuchen. Der ganze

Tag stand ihm frei zur Verfügung. Also setzte er sich an den

Küchentisch, um weiter an seinem Roman zu arbeiten. Er

schrieb mit einem Füllfederhalter auf Manuskriptpapier.

Wie üblich gelang es ihm gleich, sich zu konzentrieren.

Sein Bewusstsein verlief nun in v.llig anderen Bahnen, und

in Kürze war alles andere aus seinem Blickfeld

verschwunden.

Als Fukaeri aufwachte, war es kurz vor neun. Sie zog den

Schlafanzug aus und schlüpfte in eines von Tengos T-

Shirts. Das von Jeff Becks Japan-Tournee, in dem er seinen

Vater in Chikura besucht hatte. Ihre Brustwarzen

zeichneten sich deutlich darunter ab, was Tengo

unweigerlich an seine Ejakulation in der Nacht zuvor

erinnerte. Wie einem der Name eines bestimmten Kaisers

unweigerlich bestimmte historische Ereignisse ins

Ged.chtnis ruft.

Im Radio lief Orgelmusik von Marcel Dupré. Tengo h.rte

auf zu schreiben und machte ihr etwas zum Frühstück.

Fukaeri trank Earl Grey und a. Toast mit

Erdbeermarmelade. Sie verwendete in etwa so viel Zeit und

Sorgfalt auf das Bestreichen der Toastscheibe wie

wahrscheinlich seinerzeit Rembrandt auf das Malen einer

Gewandfalte.

.Wie viele Exemplare haben sich denn inzwischen von

deinem Buch verkauft?., fragte Tengo.

.Die Puppe aus Luft., fragte sie.

.Ja..

.Ich wei. nicht.. Fukaeri runzelte leicht die Stirn.

.Massenweise..

Zahlen haben für sie keine Bedeutung, dachte Tengo. Der

Ausdruck .massenweise. erweckte in ihm die Vorstellung

von sich bis in endlose Ferne erstreckenden Kleefeldern.

Klee entsprach seiner Vorstellung von .viel., war etwas,

das niemand z.hlen konnte.

Fukaeri erforschte wortlos die Streichf.higkeit der

Marmelade.

.Ich muss mich mit Herrn Komatsu treffen. So schnell

wie m.glich.. Tengo schaute Fukaeri über den Tisch

hinweg ins Gesicht. Wie immer war ihre Miene v.llig

ausdruckslos. .Du hast Herrn Komatsu doch auch

kennengelernt?.

.Bei der Pressekonferenz..

.Habt ihr was geredet?.

Fukaeri schüttelte nur leicht den Kopf. Nein, sie hatten

kaum miteinander gesprochen.

Tengo konnte sich die Szene lebhaft vorstellen. Komatsu

redete in seinem üblichen schwindelerregenden Tempo,

was ihm gerade einfiel – oder auch nicht einfiel –, und

Fukaeri machte den Mund kaum auf. Und h.rte gar nicht

richtig hin, was Komatsu jedoch nicht im Mindesten st.rte.

H.tte man Tengo aufgefordert, ein konkretes Beispiel für

zwei hoffnungslos unvereinbare Charaktere zu nennen, er

h.tte die beiden genannt.

.Ich habe Komatsu lange nicht gesehen., sagte er. .Er hat

sich auch nicht gemeldet. Wahrscheinlich hatte er in

letzter Zeit durch diese Bestsellergeschichte viel um die

Ohren. Aber allm.hlich wird es Zeit, ernsthaft über ein paar

Probleme zu sprechen. Besonders, wo du jetzt auch hier

bist. Eine gute Gelegenheit. Wollen wir uns nicht mal

zusammensetzen?.

.Zu dritt..

.Ja, das k.nnte die Sache ungemein abkürzen..

Fukaeri überlegte einen Moment. Oder malte sich etwas

aus. .In Ordnung., sagte sie dann. .Wenn es geht..

Wenn es geht, wiederholte Tengo bei sich. Die Worte

hatten einen prophetischen Klang.

.Du denkst, es klappt vielleicht nicht?., fragte er

unsicher.

Fukaeri antwortete nicht.

.Wenn es geht, treffen wir uns mit ihm. Wenn nicht,

k.nnen wir auch nichts machen..

.Und wenn?.

.Was wir machen, wenn wir uns mit ihm treffen?.,

wiederholte Tengo ihre Frage. .Zuerst gebe ich ihm das

Geld zurück. Vor kurzem wurde mir als Honorar für die

überarbeitung deines Manuskripts eine ziemlich gro.e

Summe überwiesen. Aber ich will das Geld nicht. Nicht,

dass ich die Arbeit bereue. Sie hat mich inspiriert und auf

einen guten Weg geführt. Es mag vielleicht überheblich

klingen, aber ich finde das Buch sehr gelungen. Es hat

einen Wert und verkauft sich gut. An sich finde ich nicht,

dass es ein Fehler war, diese Aufgabe zu übernehmen.

Allerdings h.tte ich nicht gedacht, dass eine solche

Sensation daraus wird. Natürlich übernehme ich für das,

was ich gemacht habe, die Verantwortung. Aber Geld will

ich keins dafür..

Fukaeri machte eine kleine Bewegung, wahrscheinlich

war es ein leichtes Schulterzucken.

.Da hast du auch wieder recht., sagte Tengo. .Ob ich es

annehme oder nicht, .ndert vermutlich rein gar nichts an

der Sachlage. Dennoch m.chte ich meinen Standpunkt

verdeutlichen..

.Gegenüber wem..

.Haupts.chlich gegenüber mir selbst., sagte Tengo und

senkte ein wenig die Stimme.

Fukaeri nahm den Deckel des Marmeladenglases in die

Hand und musterte ihn wie eine gro.e Rarit.t.

.Vielleicht ist es dazu auch schon zu sp.t..

Fukaeri .u.erte sich nicht.

Wenig sp.ter rief Tengo in Komatsus Büro an (da er dort

vormittags am besten zu erreichen war). Eine Sekret.rin

teilte ihm mit, Herr Komatsu habe sich einige Tage

freigenommen. Mehr wusste sie nicht. Oder hatte nicht die

Absicht, Tengo einzuweihen. Er bat sie, ihn mit einem

jüngeren Redakteur zu verbinden, den er vom Sehen

kannte. Tengo hatte für die Monatszeitschrift, für die der

Mann zust.ndig war, ein paar kurze Kolumnen

geschrieben. Unter Pseudonym. Au.erdem hatte er einige

Semester über Tengo an der gleichen Universit.t studiert

und war ihm deshalb wohlgesinnt.

.Herr Komatsu hat schon seit einer Woche Urlaub., sagte

er. .Er hat am dritten Tag angerufen und gesagt, er fühle

sich nicht wohl und würde sich eine Weile freinehmen.

Seither war er nicht im Büro. Die Leute in der

Verlagsabteilung sind ziemlich ratlos, weil er die

Zust.ndigkeit für Die Puppe aus Luft ganz für sich

beansprucht hat und deshalb als Einziger Bescheid wei..

Eigentlich ist ja die Zeitschrift sein Ressort, aber darum

kümmert er sich überhaupt nicht mehr. Er schottet sich ab

und l.sst keinen anderen an seinen Bestseller ran. Und

jetzt, wo er nicht da ist, stehen alle auf dem Schlauch. Aber

wenn es ihm nicht gutgeht, ist eben nichts zu machen..

.Was hat er denn?.

.Ich wei. nicht. Er hat nur gesagt, es gehe ihm nicht gut,

und dann aufgelegt. Seither hat er sich nicht mehr

gemeldet. Einmal habe ich noch angerufen, um etwas zu

fragen, aber er hat nicht abgehoben. Nur der

Anrufbeantworter ist angesprungen. Er fühlt sich wohl

ziemlich schwach..

.Hat er keine Familie?.

.Er lebt allein. Er war verheiratet und hat ein Kind, ist

aber wohl schon lange geschieden. Zumindest geht so das

Gerücht, er erz.hlt ja nie was. Genaueres wei. ich nicht..

.Auf alle F.lle ist es seltsam, dass er sich eine Woche

freinimmt und sich nur einmal meldet..

.Andererseits ist er auch kein Mensch, bei dem man

normale Ma.st.be anlegen kann, oder?.

Den H.rer in der Hand, überlegte Tengo. .Ja, bei ihm

wei. man wirklich oft nicht, woran man ist. Er pfeift auf

gesellschaftliche Konventionen und ist auch etwas

egozentrisch. Aber soweit ich wei., war er, was seine Arbeit

angeht, nie unzuverl.ssig. Es ist v.llig ausgeschlossen, dass

er jetzt, wo Die Puppe aus Luft sich so gut verkauft, alles im

Stich l.sst und sich einfach nicht mehr im Verlag meldet.

Egal, wie schlecht er sich fühlt. So ist er nicht..

.Stimmt auch wieder., pflichtete ihm der andere bei.

.Am besten, es geht mal jemand bei ihm vorbei und sieht

nach. Es gab ja auch dieses Durcheinander wegen Fukaeris

Verschwinden und den Vorreitern, und wir wissen noch

immer nicht, wo sie ist. Ich k.nnte mir vorstellen, dass es

da einen Zusammenhang gibt. Was, wenn Komatsu seine

Krankheit nur vorschützt und Fukaeri irgendwo versteckt

h.lt? K.nnte das nicht sein?.

Tengo schwieg. Er konnte ja schlecht sagen, dass Fukaeri

vor ihm sa. und sich mit einem Wattest.bchen die Ohren

reinigte.

.Abgesehen davon ist das mit dem Buch auch ziemlich

undurchsichtig. Dass es sich verkauft, ist gut, aber so

richtig leuchtet mir die ganze Sache nicht ein. Und da bin

ich nicht der Einzige. Viele im Verlag empfinden so … Was

wolltest du übrigens von Komatsu?.

.Ach, nichts Besonderes. Ich habe schon l.nger nichts

von ihm geh.rt und mich gefragt, was los ist..

.Er hatte jetzt immer sehr viel zu tun und stand sicher

ziemlich unter Stress. Jedenfalls ist Die Puppe aus Luft der

gr..te Bestseller, den der Verlag je hatte. Ich freue mich

schon auf den diesj.hrigen Bonus. Hast du es gelesen?.

.Natürlich, ich lese doch die Manuskripte..

.Stimmt, du liest ja Probe..

.Die Geschichte ist ganz gut geschrieben und spannend..

.Ja, sie ist inhaltlich wirklich gut. Allein deshalb lohnt es

sich, sie zu lesen..

Tengo h.rte einen Vorbehalt aus seinem Tonfall heraus.

.Aber etwas missf.llt dir?.

.Es hat etwas mit meiner Intuition als Lektor zu tun. Das

Buch ist wirklich sehr gut. Sogar ein wenig zu gut. Für eine

siebzehnj.hrige Debütantin. Und jetzt ist sie auch noch

verschwunden. Und der zust.ndige Redakteur ist auch

nicht zu erreichen. Aber das Buch nimmt quasi wie ein

Geisterschiff ohne Besatzung mit günstigem Wind direkten

Kurs auf die Bestsellerlisten..

Tengo murmelte etwas Unverbindliches.

.Die Geschichte ist unheimlich, mysteri.s und au.erdem

zu gut., fuhr der andere fort. .Unter uns gesagt, im Verlag

wird schon gemunkelt, dass Komatsu sie vielleicht

bearbeitet hat. über das zul.ssige Ma. hinaus, versteht

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