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作者: 当前章节:15395 字 更新时间:2026-6-19 08:06

sich. Schwer zu glauben, aber wenn das stimmt, sitzen wir

auf einer Zeitbombe..

.Oder es ist doch alles nur ein Zusammentreffen

glücklicher Umst.nde..

.Selbst wenn, auch so was h.lt nicht ewig an..

Tengo bedankte sich und beendete das Gespr.ch.

.Herr Komatsu war seit einer Woche weder im Verlag,

noch hat er sich dort gemeldet., sagte Tengo zu Fukaeri,

nachdem er aufgelegt hatte.

Fukaeri schwieg.

.Anscheinend verschwinden allm.hlich alle Leute aus

meinem Umfeld., sagte Tengo.

Fukaeri sagte noch immer nichts.

Pl.tzlich fiel Tengo ein, dass jeden Tag vierzig Millionen

Hautzellen abstarben. Sie fielen ab, verwandelten sich in

unsichtbaren Staub und verschwanden im Raum. Vielleicht

sind wir Menschen für die Welt auch nichts anderes als

Hautzellen, dachte er. So gesehen war es nicht

verwunderlich, dass jemand eines Tages pl.tzlich

verschwand.

.Vielleicht bin ich als N.chster an der Reihe., sagte er.

Fukaeri schüttelte entschieden den Kopf. .Sie gehen nicht

verloren..

.Und warum nicht?.

.Weil Sie die Reinigung gemacht haben..

Tengo überlegte einige Sekunden, kam aber natürlich zu

keinem Schluss. Er wusste von vorneherein, dass alles

Grübeln sinnlos war. Dennoch konnte er nicht anders, als

zumindest einen Versuch zu machen.

.Jedenfalls k.nnen wir uns jetzt nicht mit Komatsu

treffen., sagte Tengo. .Das Geld kann ich ihm auch nicht

zurückgeben..

.Das Geld ist nicht das Problem., sagte Fukaeri.

.Was ist dann das Problem?., fragte Tengo.

Natürlich erhielt er keine Antwort.

Tengo beschloss, nach Aomame zu suchen, wie er es sich

in der vergangenen Nacht vorgenommen hatte. Wenn er

einen Tag lang konzentriert daran arbeitete, müsste es ihm

m.glich sein, eine Spur zu finden. Doch als er sich wirklich

daranmachte, sollte ihm bald klar werden, dass diese

Aufgabe viel schwieriger war, als er erwartet hatte.

Er lie. Fukaeri in seiner Wohnung zurück (.Wenn

jemand kommt, machst du auf keinen Fall auf., sch.rfte er

ihr mehrmals ein) und machte sich auf den Weg zum

Fernamt, wo man s.mtliche Telefonbücher Japans einsehen

konnte. Zun.chst nahm er sich die Verzeichnisse aller

dreiundzwanzig Stadtbezirke Tokios vor und schaute unter

Aomame nach. Auch wenn sie selbst nicht mehr hier

wohnte, gab es vielleicht irgendwo Verwandte, bei denen er

sich nach ihr erkundigen konnte.

Aber in keinem der Telefonbücher fand er den Namen

Aomame. Er dehnte seine Suche auf den Gro.raum Tokio

aus, doch auch da entdeckte er nicht eine Person dieses

Namens. Schlie.lich bezog er das ganze ostjapanische

Kanto-Gebiet in seine Nachforschungen ein. Die

Pr.fekturen Chiba, Kanagawa, Saitama … Danach war er

mit seiner Kraft und seiner Zeit am Ende. Vom Starren auf

die winzigen Zeichen in den Telefonbüchern taten ihm die

Augen weh.

Mehrere M.glichkeiten kamen ihm in den Sinn.

1. Aomame lebte in einem Vorort der Stadt Utashinai auf

Hokkaido.

2. Sie hatte geheiratet und ihren Nachnamen in .Ito.

ge.ndert.

3. Sie hatte sich nicht ins Telefonbuch eintragen lassen,

um ihre Privatsph.re zu schützen.

4. Sie war im Frühling vor zwei Jahren an einer t.dlichen

Grippe gestorben.

Daneben musste es noch zahllose andere M.glichkeiten

geben. Es war sinnlos, sich nur auf die Telefonbücher zu

verlassen. Er konnte schlie.lich nicht alle Verzeichnisse

Japans durchsuchen. Bis er bei Hokkaido ankam, würde

bestimmt ein Monat vergehen. Er musste einen anderen

Weg finden.

Tengo kaufte sich eine Telefonkarte und ging in eine der

Kabinen im Fernamt. Von dort rief er in seiner ehemaligen

Grundschule in Shinagawa an und lie. eine Angestellte

unter dem Vorwand, ein Klassentreffen organisieren zu

wollen, im Schulregister nach Aomames Adresse suchen.

Die freundliche, offenbar nicht sehr besch.ftigte Dame

bl.tterte die Liste der ehemaligen Schüler durch. Da

Aomame in der fünften Klasse vorzeitig die Schule

gewechselt habe, sei ihr Name nicht ins Schulregister

eingetragen und auch ihre gegenw.rtige Adresse nicht

bekannt. Aber natürlich k.nne sie die damalige

Umzugsadresse nachschauen. Ob ihm damit geholfen sei?

Tengo bejahte und notierte sich Adresse und

Telefonnummer. Sie war damals in den Tokioter

Stadtbezirk Adachi zur Familie eines gewissen Koji Tazaki

gezogen. Offenbar hatte Aomame damals aus irgendeinem

Grund ihr Elternhaus verlassen. Es musste etwas

vorgefallen sein. Wenig hoffnungsvoll w.hlte Tengo die

Nummer. Wie erwartet, war sie nicht mehr in Gebrauch.

Immerhin war sie zwanzig Jahre alt. Als er sich bei der

Auskunft nach Koji Tazaki erkundigte, sagte man ihm, der

Name sei nicht registriert.

Anschlie.end versuchte Tengo die Zentrale der Zeugen

Jehovas ausfindig zu machen. Aber alles Suchen half nicht,

weder unter .Zeugen. noch unter .Vor der Sintflut. oder

.hnlichen Bezeichnungen war eine Kontaktadresse

eingetragen. Selbst im Branchenverzeichnis unter

.Religionsgemeinschaften. wurde er nicht fündig. Nach

l.ngeren erfolglosen Bemühungen gelangte Tengo zu dem

Schluss, dass die Leute vielleicht keinen Wert auf Kontakte

legten.

Das war ziemlich sonderbar, wenn man es sich recht

überlegte. Die Zeugen Jehovas überfielen einen zu jeder

m.glichen und unm.glichen Zeit. Ob man gerade ein

Soufflé im Ofen hatte, dabei war, etwas zu l.ten, sich die

Haare zu waschen, M.use zu dressieren oder über

quadratische Funktionen nachzudenken, sie klingelten

oder klopften dessen ungeachtet und sagten ganz fr.hlich:

.Lassen Sie uns gemeinsam die Heilige Schrift lesen.. Aber

umgekehrt schien ihnen nichts daran zu liegen, dass

jemand sie aufsuchte. Anscheinend konnte man sie nicht

einfach von sich aus besuchen (solange man kein Mitglied

war). Nicht einmal eine einfache Frage stellen konnte man.

Wenn das nicht umst.ndlich war!

Doch selbst wenn er die Telefonnummer herausgefunden

und angerufen h.tte, war es bei diesem Argwohn kaum

denkbar, dass die Zeugen Jehovas seinem Anliegen

entsprochen und bereitwillig Informationen über einzelne

Mitglieder preisgegeben h.tten. Aus ihrer Sicht hatten sie

sicher gute Gründe, auf der Hut zu sein. Wegen ihrer

sonderbaren und extremen Lehren und der Engstirnigkeit

ihres Glaubens waren sie vielen Menschen zuwider. Sie

verursachten einige gesellschaftliche Probleme und wurden

beinahe verfolgt. Es geh.rte vermutlich zu ihren

Eigenarten, ihre Gemeinschaft vor einer nicht gerade

wohlwollenden .ffentlichkeit zu schützen.

Jedenfalls war Tengo auf seiner Suche nach Aomame

dieser Weg vorl.ufig verschlossen. Momentan hatte er auch

keine Idee, wie und wo er noch suchen konnte. Aomame

war ein ungemein seltener Name. Wer ihn einmal geh.rt

hatte, würde ihn so schnell nicht vergessen. Doch bei

seinem Versuch, jemanden mit diesem Namen

aufzuspüren, war er ziemlich rasch gegen eine dicke Mauer

gesto.en.

Vielleicht k.me er schneller zum Ziel, wenn er einen der

Zeugen Jehovas pers.nlich befragte. In der Zentrale w.re

man vielleicht misstrauisch und würde ihn abweisen, aber

ein einzelnes Mitglied w.re vielleicht bereitwilliger. Leider

kannte Tengo keinen einzigen Zeugen Jehovas. Und

eigentlich hatte er auch seit nahezu zehn Jahren keinen

Besuch von ihnen erhalten. Warum kamen diese Leute

immer nur, wenn man sie nicht brauchte? Aber wenn man

dann mal einen brauchte, lie. sich keiner blicken.

Ihm fiel ein, dass er eine dreizeilige Annonce in der

Zeitung aufgeben k.nnte: .Frau Aomame, bitte melden Sie

sich. Dringend. Kawana.. Ein bl.der Text. Und selbst wenn

Aomame die Anzeige las, warum sollte sie sich melden? Sie

würde h.chstens misstrauisch werden. Kawana war kein

sehr h.ufiger Name; dennoch konnte Tengo sich kaum

vorstellen, dass sie sich noch an seinen Nachnamen

erinnern würde. Kawana? Wer ist das denn? Melden würde

sie sich jedenfalls nicht. Ob überhaupt irgendjemand auf

der Welt solche Kleinanzeigen las?

Eine weitere M.glichkeit w.re es, eine Detektei zu

beauftragen. Für diese Leute war es ganz allt.glich,

Menschen aufzuspüren. Sie hatten die n.tigen Mittel und

Verbindungen. Ein Detektiv würde Aomame vielleicht ganz

schnell ausfindig machen. Aufgrund weniger Hinweise.

Wahrscheinlich würde das gar nicht so viel kosten.

Dennoch fand er, er sollte sich dieses Mittel bis zum

Schluss aufheben. Zuerst wollte er es auf eigene Faust

versuchen. Es war besser, sich zu überlegen, was er selbst

noch unternehmen k.nnte.

Es d.mmerte bereits, als er nach Hause kam. Fukaeri sa.

auf dem Boden und h.rte die alten Jazzplatten, die seine

Freundin zurückgelassen hatte. Um sie herum lagen Hüllen

verstreut: Duke Ellington, Benny Goodman und Billie

Holiday. Im Augenblick drehte sich .Chantez les bas. von

Louis Armstrong auf dem Plattenteller. Ein eindrucksvolles

Lied. Tengo musste an seine Freundin denken. Sie hatten

diese Platte oft geh.rt, beim Sex und auch sonst. Im letzten

Teil geriet Trummy Young an der Posaune so in Ekstase,

dass er verga., sein Solo vorschriftsm..ig zu beenden, und

auch noch die letzten acht Takte des Schlussrefrains

spielte. Seine Freundin hatte ihn damals darauf

aufmerksam gemacht: .Pass auf, jetzt!. Wenn die Platte zu

Ende war, oblag es natürlich Tengo, nackt aus dem Bett zu

steigen, ins Nebenzimmer zu gehen und sie umzudrehen.

Die Erinnerung erfüllte ihn mit Wehmut. Natürlich w.re

ihre Beziehung nicht ewig so weitergegangen, aber mit

einem so pl.tzlichen Ende hatte er doch nicht gerechnet.

Es war ein eigenartiges Gefühl für ihn zu sehen, wie

Fukaeri eifrig und mit zusammengezogenen Brauen die

ihm von Kyoko Yasuda hinterlassenen Schallplatten h.rte.

Ihre konzentrierte Haltung erweckte den Eindruck, als

versuche sie aus den alten Aufnahmen neben der Musik

noch etwas anderes herauszuh.ren. Oder als würde sie ihre

Augen anstrengen, um in ihrem Klang irgendwelche

Szenen zu sehen.

.Gefallen dir diese Platten?.

.Ich habe alle geh.rt., sagte Fukaeri. .Durfte ich..

.Natürlich. Aber hast du dich allein nicht ein bisschen

gelangweilt?.

Fukaeri schüttelte leicht den Kopf. .Ich musste

nachdenken..

Tengo h.tte Fukaeri gern zu den Dingen befragt, die in

der vergangenen Nacht w.hrend des Unwetters zwischen

ihnen geschehen waren. Warum hast du das

gemacht? Tengo konnte sich nicht vorstellen, dass Fukaeri

sich in erotischer Beziehung zu ihm hingezogen fühlte.

Also stand das, was geschehen war, wahrscheinlich in

keinem Zusammenhang mit Sexualit.t. Aber was in aller

Welt hatte es dann zu bedeuten?

Allerdings hatte Tengo nicht die Hoffnung, eine

zufriedenstellende Antwort zu erhalten, selbst wenn er

Fukaeri direkt auf den Vorfall ansprechen würde.

Au.erdem verspürte er nicht die geringste Neigung, an so

einem sch.nen heiteren Septemberabend dieses Thema

anzuschneiden. Schweigend, in tiefster Dunkelheit und

inmitten eines heftigen Unwetters hatten sie diesen Akt

vollzogen. Seine Bedeutung würde unweigerlich verzerrt

werden, sobald man das Geschehene ans profane Tageslicht

zog. .Du hast also keine Periode?., ging Tengo die Sache

von einer anderen Seite an. Er wollte es zun.chst mit einer

Frage versuchen, auf die Fukaeri mit Ja oder Nein

antworten konnte.

.Nein., erwiderte Fukaeri pr.zise.

.Noch nie im Leben gehabt?.

.Kein Mal..

.Es geht mich sicher nichts an, aber ich finde das bei

einem siebzehnj.hrigen M.dchen doch recht

ungew.hnlich..

Kurzes Achselzucken.

.Warst du deshalb mal bei einem Arzt?.

Kopfschütteln. .Das nützt doch auch nichts..

.Warum nicht?.

Darauf gab Fukaeri keine Antwort, als habe sie Tengos

Frage nicht geh.rt. Anscheinend befand sich in ihrem

Geh.rgang ein besonderes Ventil, das entschied, welche

Fragen passend oder unpassend waren, und sich

dementsprechend .ffnete oder schloss, wie die Kiemen

einer Meerjungfrau.

.Haben die Little People etwas damit zu tun?., fragte

Tengo.

Natürlich keine Antwort.

Tengo seufzte. Ihm fiel keine Frage mehr ein, die ihn

einer Kl.rung der Vorg.nge in der vergangenen Nacht

n.hergebracht h.tte. Der schmale, ungewisse Pfad brach

hier ab, und dahinter lag nichts als tiefer Wald. Tengo

prüfte den Boden zu seinen Fü.en, schaute sich um, blickte

zum Himmel. Das war das Problem, wenn man mit Fukaeri

sprach. Alle Wege brachen unweigerlich an irgendeiner

Stelle ab. Ein Giljake konnte wahrscheinlich weitergehen,

auch wenn der Weg zu Ende war. Aber für Tengo war es

sinnlos.

.Ich bin auf der Suche nach jemandem., setzte er von

neuem an. .Nach einer Frau..

Es war ihm klar, dass Fukaeri auch mit dieser Er.ffnung

nichts anzufangen wusste. Aber er wollte jemandem davon

erz.hlen. Egal wem. Er wollte seine Gedanken in Worte

fassen und über Aomame reden. Weil sie sich, wenn er es

nicht tat, vielleicht noch etwas weiter von ihm entfernte.

.Ich habe sie schon zwanzig Jahre nicht gesehen. Beim

letzten Mal war ich zehn Jahre alt. Wir sind gleich alt und

waren in der Grundschule in einer Klasse. Ich habe alles

M.gliche versucht, aber ich finde keine Spur von ihr..

Die Schallplatte war zu Ende. Fukaeri nahm sie vom

Plattenteller und sog mit halbgeschlossenen Augen

mehrmals ihren Vinylgeruch ein. Behutsam, ohne die

Oberfl.che mit den Fingern zu berühren, schob sie sie in

das Papier und anschlie.end in die Hülle. Sehr behutsam

und liebevoll, als würde sie ein junges K.tzchen, das am

Einschlafen war, in ein K.rbchen betten.

.Sie m.chten sie wiedersehen., fragte Fukaeri.

.Ja, sie bedeutet mir sehr viel..

.Sie haben sie zwanzig Jahre lang gesucht., fragte

Fukaeri.

.Nein.. Tengo verschr.nkte die H.nde auf dem Tisch und

suchte nach Worten. .Ehrlich gesagt, ich habe erst heute

damit angefangen..

Verst.ndnislosigkeit spiegelte sich auf Fukaeris Gesicht.

.Heute., sagte sie.

.Warum ich bis heute nicht nach ihr gesucht habe, wo sie

doch so wichtig für mich ist?., formulierte Tengo an ihrer

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