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作者: 当前章节:15411 字 更新时间:2026-6-19 08:06

Alters k.nnte das einen Abschied für immer bedeuten.

Unz.hlige Male habe ich schon gedacht, wie sch.n es w.re,

wenn ich Sie nicht in diese unselige Sache hineingezogen

h.tte. Dann würde ich Sie vielleicht nicht auf diese Weise

verlieren. Aber ….

Die alte Dame brach für einen Moment ab, und Aomame

wartete schweigend, dass sie fortfuhr.

.Aber ich bereue es nicht. Vielleicht war das alles so

etwas wie Schicksal. Ich konnte nicht anders, als Sie mit

hineinzuziehen. Ich hatte gar keine Wahl. Offenbar waren

da sehr starke Kr.fte am Werk. Ich hoffe, Sie k.nnen mir

verzeihen, dass alles so gekommen ist..

.Dafür haben wir etwas gemeinsam. Etwas Wichtiges,

etwas, das wir mit niemand anderem teilen. Etwas sonst

Unerreichbares..

.Da haben Sie recht., sagte die alte Dame.

.Das mit Ihnen zu teilen ist auch für mich sehr wichtig..

.Danke. Es hilft mir sehr, dass Sie das sagen..

Auch für Aomame war der Gedanke, dass sie die alte

Dame vielleicht nie wiedersehen würde, sehr schmerzlich.

Sie war einer der wenigen Menschen, denen sich Aomame

verbunden fühlte. Eine ihrer letzten Bindungen an die

.u.ere Welt.

.Leben Sie wohl., sagte Aomame.

.Leben auch Sie wohl., sagte die alte Dame. .Und

werden Sie m.glichst glücklich..

.Ich versuche es., sagte Aomame. Glück geh.rte zu den

Dingen, die ihr sehr fern waren.

Tamaru kam wieder an den Apparat.

.Du hast das Ding nicht benutzt, nicht wahr?., fragte er.

.Nein..

.Das solltest du nach M.glichkeit auch nicht tun..

.Ich werde mich bemühen, deinen Erwartungen zu

entsprechen..

Es entstand eine kleine Pause.

.Vor kurzem habe ich dir doch erz.hlt, dass ich in einem

Waisenhaus auf Hokkaido aufgewachsen bin., sagte

Tamaru dann.

.Weil du ohne deine Eltern aus Sachalin gekommen

warst..

.In dieser Einrichtung lebte ein Junge, dessen Vater ein in

der Gegend von Misawa stationierter schwarzer GI war.

Seine Mutter war eine Prostituierte oder ein Barm.dchen,

aber er kannte sie nicht, denn sie hatte ihn bald nach seiner

Geburt im Stich gelassen. Er war zwei Jahre jünger als ich,

aber von seiner Statur her gr..er. Dafür war er ziemlich

langsam im Kopf. Natürlich wurde er dauernd von den

anderen geh.nselt. Schon wegen seiner Hautfarbe, versteht

sich..

.Tja, so ist das..

.Weil ich auch kein Japaner war, ergab es sich irgendwie,

dass ich die Rolle seines Beschützers übernahm. Wir waren

ja in einer ganz .hnlichen Lage. Ein Koreaner aus Sachalin

und ein Mischling, das Kind von einem Schwarzen und

einer Nutte. Niedrigste Kaste. Aber so etwas st.hlt. Mich

zumindest h.rtete es ab. Aber bei ihm funktionierte das

nicht. Ohne mich w.re er wahrscheinlich verloren gewesen.

Denn in so einer Umgebung überlebt nur, wer schnell und

gerissen ist oder au.ergew.hnlich harte F.uste hat. Eins

von beidem..

Aomame h.rte schweigend zu.

.Ganz egal, was er machen sollte, er schaffte es nicht.

Nichts kriegte er hin. Er konnte nicht mal seine Kn.pfe

zumachen und sich richtig den Hintern abwischen. Nur im

Schnitzen war er unschlagbar. Gab man ihm ein Messer

und ein Stück Holz, fertigte er in kürzester Zeit eine

wunderbare Schnitzarbeit an. Offenbar entstand in seinem

Kopf v.llig ohne Vorlage ein Bild, das er exakt in einen

dreidimensionalen Gegenstand umwandeln konnte. Ganz

fein und ganz realistisch. Er war eine Art Genie. Es war

unglaublich..

.Ein Savant., sagte Aomame.

.Ja, wahrscheinlich. Ich habe erst viel sp.ter von diesem

Syndrom und den Inselbegabungen erfahren, die solche

Menschen besitzen. Damals hat niemand etwas davon

gewusst. Man hielt ihn für geistig zurückgeblieben oder so

was. Sein Verstand arbeitete sehr langsam, aber er hatte

geschickte Finger. Allerdings konnte er aus irgendeinem

Grund nur M.use. Die aber ganz ausgezeichnet. Sie wirkten

wie lebendig, egal, von welcher Seite man sie anschaute,

aber etwas anderes brachte er nie zustande. St.ndig

versuchten sie, ihn dazu zu bewegen, irgendein anderes

Tier zu schnitzen. Ein Pferd oder einen B.ren vielleicht. Sie

gingen sogar extra in den Zoo mit ihm. Aber er interessierte

sich nicht die Bohne für die Tiere. Irgendwann gaben sie es

dann auf und lie.en ihn machen, was er wollte. Und er

schnitzte M.use in allen Formen, Gr..en und Positionen.

Das Merkwürdigste daran war, dass es im Waisenhaus gar

keine M.use gab. Es war zu kalt, und zu knabbern gab es

auch nichts. Das Waisenhaus war sogar den M.usen zu

arm. Niemand konnte verstehen, warum er so besessen von

M.usen war … Jedenfalls wurden die M.use, die er

schnitzte, berühmt, jemand schrieb etwas in einem

Lokalbl.ttchen darüber, und auf einmal kamen Leute, die

sie kaufen wollten. Daraufhin lie. der Leiter des

Waisenhauses – ein katholischer Priester – die geschnitzten

M.use in einem Laden für Kunsthandwerk ausstellen und

an Touristen verkaufen. Es kam wohl sogar etwas Geld

zusammen, aber natürlich gelangte kein Yen davon zu ihm.

Was daraus wurde, wei. ich nicht, aber wahrscheinlich hat

das Waisenhaus es für n.tige Anschaffungen verwendet.

Von da an gab man dem Jungen Werkzeug und Holz, und

er durfte, solange er wollte, in der Werkstatt sitzen und

fr.hlich M.use schnitzen. Was er auch die ganze Zeit

machte. Er war nun von der Plackerei auf den Feldern

befreit, und eigentlich kann man sagen, dass er Glück

hatte..

.Was ist aus ihm geworden?.

.Wei. ich nicht. Ich bin mit vierzehn aus dem

Waisenhaus abgehauen und habe mich von da an allein

durchgeschlagen. Ich sprang auf die n.chste F.hre und

setzte nach Honshu über. Seither habe ich Hokkaido nicht

mehr betreten. Als ich ihn das letzte Mal sah, sa. er eifrig

über seine Werkbank gebeugt und schnitzte an einer Maus.

In solchen Momenten h.rte und sah er nichts. Deshalb

habe ich ihm auch nicht mal Lebewohl gesagt. Und wenn er

nicht gestorben ist, schnitzt er noch immer M.use. Etwas

anderes konnte er ja nicht..

Schweigend wartete Aomame, dass Tamaru

weitererz.hlte.

.Ich denke noch oft an ihn. Das Leben im Waisenhaus

war grauenhaft. Es gab unglaublich wenig zu essen, und wir

hatten immer Hunger. Im Winter war es entsetzlich kalt.

Die Arbeit war hart, und die .lteren qu.lten die Jüngeren.

Aber er empfand sein Leben nicht als besonders schwer.

Ein Schnitzmesser und ein Stück Holz, mehr brauchte

dieser Junge nicht zu seinem Glück. Nur wenn ihm jemand

sein Messer abnahm, geb.rdete er sich wie wahnsinnig,

aber abgesehen davon war er eigentlich ein friedlicher Kerl,

der niemanden st.rte und immer nur stumm für sich seine

M.use schnitzte. Anscheinend brauchte er ein Stück Holz

nur anzusehen, um zu erkennen, welche Maus sich in

welcher Haltung darin verbarg. Es dauerte immer etwas

l.nger, aber sobald er sie einmal entdeckt hatte, musste er

sie nur noch mit dem Messer heraussch.len. Das hat er mir

oft gesagt. .M.use herausholen., nannte er es. Und die

M.use, die er herausholte, sahen aus, als würden sie sich

bewegen. Er hat st.ndig M.use herausgeholt, die seiner

Vorstellung nach im Holz eingeschlossen waren..

.Und du hast diesen Jungen beschützt..

.Nicht dass ich mich darum gerissen h.tte, aber

irgendwann war das eben mein Posten. Wenn man einmal

einen Posten erhalten hatte, musste man ihn auch

ausfüllen, komme, was wolle. So waren die Regeln. Und ich

befolgte sie. Wenn ihm zum Beispiel aus Bl.dsinn einer das

Schnitzmesser wegnahm, kam ich und haute dem Typ eine

rein. Immer und ohne Rücksicht auf Verluste, auch wenn

der andere .lter oder gr..er war oder wenn es mehrere

waren. Natürlich kam es vor, dass ich selbst Prügel bezog.

Sogar .fter. Aber es ging gar nicht um Sieg oder Niederlage.

Ob ich nun schlug oder geschlagen wurde, ich musste das

Schnitzmesser unter allen Umst.nden zurückerobern.

Darauf kam es an. Verstehst du?.

.Ich glaube schon., sagte Aomame. .Aber am Ende hast

du ihn doch im Stich gelassen..

.Ich musste allein zurechtkommen und konnte es mir

nicht leisten, ewig das Kinderm.dchen für den Kerl zu

spielen. Das ist normal..

Wieder .ffnete Aomame ihre rechte Hand und

betrachtete sie.

.Ich habe ein paar Mal gesehen, dass du eine kleine

geschnitzte Maus in der Hand hattest. Es war eine von

denen, die dieser Junge gemacht hat, nicht wahr?.

.Ja. Er hat mir mal eins von den kleinen Dingern

geschenkt. Als ich abgehauen bin, habe ich diese Maus

mitgenommen. Ich habe sie noch immer..

.Und warum hast du mir diese Geschichte ausgerechnet

jetzt erz.hlt? Du bist eigentlich nicht der Typ, der einfach

so etwas aus seinem Leben zum Besten gibt..

.Ich wollte damit sagen, dass ich noch immer sehr oft an

ihn denke., sagte Tamaru. .Was nicht hei.t, dass ich ihn

wiedersehen m.chte. Danach habe ich durchaus kein

Bedürfnis. Wir h.tten uns bestimmt nichts zu sagen. Aber

das Bild, wie er, ohne auch nur einmal aufzuschauen, seine

M.use aus dem Holz .herausholte., hat sich mir lebhaft

eingepr.gt. Es bedeutet mir viel, denn es hat mich etwas

gelehrt. Oder mich etwas zu lehren versucht. Ein Mensch

braucht so etwas, um zu leben. Ein Bild oder eine Szene,

deren Bedeutung er nicht in Worte fassen kann. Der Sinn

unseres Lebens besteht darin, dieses Etwas zu ergründen.

Finde ich..

.Du meinst, es ist so etwas wie das Fundament unseres

Lebens?.

.Vielleicht..

.Auch ich habe so ein Bild..

.Dann solltest du sorgsam damit umgehen..

.Mache ich., sagte Aomame.

.Und noch eins will ich dir sagen: Ich werde dich

beschützen, so gut ich kann. Wenn ich irgendwem eine

reinhauen soll, komme ich und mache das, egal, wer es ist.

Sieg oder Niederlage spielen keine Rolle, ich lasse dich

nicht im Stich..

.Danke..

Mehrere Sekunden lang herrschte harmonisches

Schweigen.

.Geh für eine Weile nicht aus dem Haus. Und wenn du

doch musst, denk dran, dass vor der Tür der Dschungel

beginnt, ja?.

.Verstanden., sagte Aomame.

Damit war das Telefonat beendet. Erst als Aomame

aufgelegt hatte, wurde ihr bewusst, wie fest sie den H.rer

umklammert hatte.

Tamaru wollte mir vermitteln, dass ich nun ein

unersetzliches Mitglied seiner Familie bin, dachte Aomame,

und dass dieses Band, wo es nun einmal besteht, nicht

durchtrennt werden kann. Wir sind jetzt quasi

blutsverwandt. Sie war Tamaru dankbar für diese Botschaft.

Offensichtlich war ihm bewusst, dass für Aomame eine

schwere Zeit anbrach. Und da sie nun zur Familie geh.rte,

vertraute er ihr auch seine Geheimnisse an.

Dennoch konnte sie sich des Gefühls nicht erwehren, dass

die Enge einer Beziehung für Tamaru immer von einer

gewissen Gewaltsituation abhing. Sie hatte gegen das

Gesetz versto.en und mehrere Menschen ermordet, würde

verfolgt und vielleicht sogar get.tet werden. Diese

besondere Lage war es, die sie verband. Aber w.re es auch

ohne den Mord als sozusagen vermittelndes Bindeglied

m.glich gewesen, eine solche Beziehung aufzubauen?

H.tte ein solches Band des Vertrauens entstehen k.nnen,

ohne dass sie sich in der Lage einer Gesetzlosen befand?

Schwerlich.

Sie trank einen Becher grünen Tee und sah sich die

Nachrichten an. Die überflutung der Station Akasaka-

mitsuke wurde nicht mehr thematisiert. Da das Wasser sich

in der Nacht zurückgezogen hatte und der gew.hnliche U-

Bahn-Betrieb wieder funktionierte, geh.rte der Vorfall der

Vergangenheit an. Und der Tod des Sektenoberhaupts war

noch nicht .ffentlich bekannt. Nicht mehr als eine

Handvoll Menschen wussten davon. Aomame stellte sich

vor, wie die Glut des Verbrennungsofens den Leichnam des

kr.ftigen Mannes verzehrte. Nicht ein Knochen würde

übrigbleiben, hatte Tamaru gesagt. Gnade und Schmerz,

alles würde unterschiedslos in Rauch aufgehen und sich mit

der frühherbstlichen Luft vermischen. Aomame konnte sich

den Rauch und den Himmel vorstellen.

Es kam die Meldung, dass die siebzehnj.hrige Autorin des

Bestsellers Die Puppe aus Luft noch immer verschwunden

sei. Schon seit über zwei Monaten sei der Verbleib von

Eriko Fukada alias Fukaeri unbekannt. Ihr Vormund habe

sie bei der Polizei als vermisst gemeldet, und es werde

intensiv nach ihr gesucht, doch bisher seien die Umst.nde

nicht gekl.rt, berichtete der Sprecher. Die Einstellung

zeigte die Theke einer Buchhandlung, auf der ein Stapel

von Die Puppe aus Luft lag. An einer Wand hing ein Poster

mit dem Bild der sch.nen jungen Autorin. Eine junge

Angestellte sprach in ein Mikrofon. .Das Buch verkauft sich

au.erordentlich gut. Ich habe es selbst auch gekauft und

gelesen. Es ist spannend und sehr phantasievoll

geschrieben. Ich hoffe, Fukaeri wird bald gefunden..

Die Beziehung zwischen Eriko Fukada und den Vorreitern

wurde nicht erw.hnt. Wenn es um religi.se

Gemeinschaften ging, waren die Medien vorsichtig.

Jedenfalls war Eriko Fukada verschwunden. Mit zehn

Jahren war sie von ihrem Vater vergewaltigt worden. Wenn

man seine Worte akzeptierte, hatte er sich auf mehrdeutige

Art mit ihr vereinigt. Und durch diesen Akt hatte sie die

Little People zu ihm geführt. Wie hatte er es noch genannt?

.Perceiver. und .Receiver.. Eriko Fukada war die

.Wahrnehmende. und ihr Vater der .Empf.nger..

Daraufhin hatte der Mann begonnen, besondere Stimmen

zu h.ren. Er wurde Stellvertreter der Little People und

Oberhaupt der religi.sen Gemeinschaft, die sich .Die

Vorreiter. nannte. Und dann hatte Fukaeri die Sekte

verlassen. Vor kurzem hatte sie, um den Little People etwas

entgegenzusetzen, zusammen mit Tengo den Roman Die

Puppe aus Luft verfasst, und er war ein Bestseller

geworden. Jetzt suchte die Polizei nach ihr.

Und Aomame hatte am Abend zuvor Eriko Fukadas Vater,

den .Leader. der Vorreiter, mit ihrem Eispick get.tet. Die

Sektenleute hatten seine Leiche aus dem Hotel entfernt

und heimlich .beseitigt.. Aomame hatte keine Ahnung, ob

Eriko Fukada vom Tod ihres Vaters wusste oder wie sie ihn

aufnehmen würde.

Auch wenn sein Tod so gewesen war, wie Aomame es für

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