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作者: 当前章节:15386 字 更新时间:2026-6-19 08:06

.Form hat keine Bedeutung..

.Aber warum hast du dann diesen Roman geschrieben

und für den Debütpreis eingereicht?.

Fukaeri stellte das Glas auf den Tisch. .Das war ich

nicht..

Um sich zu beruhigen, nahm Tengo sein Wasserglas und

trank einen Schluck. .Hei.t das, du hast dich gar nicht um

den Debütpreis beworben?.

Fukaeri schüttelte den Kopf. .Ich habe das Manuskript

nicht eingeschickt..

.Na gut, aber wer dann? Wer hat sich für dich

beworben?.

Nur ein leichtes Schulterzucken. Etwa fünfzehn Sekunden

vergingen.

.Irgendwer., sagte sie dann.

.Irgendwer., wiederholte Tengo und stie. zwischen auf-

einandergepressten Lippen einen Seufzer hervor. Puh! Die

Sache entwickelte sich nicht gerade reibungslos. Genau wie

er es befürchtet hatte.

Tengo hatte sich in der Vergangenheit .fter privat mit

Schülerinnen von seiner Yobiko getroffen. Das hei.t, mit

ehemaligen Schülerinnen, die inzwischen studierten. Rief

ihn eine von sich aus an und schlug eine Verabredung vor,

ging er darauf ein. Tengo hatte keine Ahnung, was die

M.dchen an ihm fanden. Andererseits war er ja

ungebunden, und sie waren nicht mehr seine Schülerinnen.

Es gab also keinen Grund, ein Rendezvous auszuschlagen.

Nur zweimal war es dabei zu einer k.rperlichen

Beziehung gekommen. Doch die Bekanntschaften hatten

nie l.nger gedauert und ein unspektakul.res, natürliches

Ende gefunden. Tengo fühlte sich in der Gesellschaft

aufgekratzter junger M.dchen, die gerade ihr Studium

begonnen hatten, nicht entspannt. Anfangs fand er sie

frisch und lustig, wie junge verspielte K.tzchen, aber mit

der Zeit wurde ihm unbehaglich. Und auch die M.dchen

merkten, dass ihr junger Lehrer, der so begeistert über

Mathematik gesprochen hatte, au.erhalb des Unterrichts

ein anderer war. Tengo konnte ihre Entt.uschung durchaus

verstehen.

Er fühlte sich wohler in Gesellschaft etwas .lterer Frauen.

Sobald er merkte, dass er in keiner Hinsicht irgendeine

Führung zu übernehmen brauchte, fiel eine Last von ihm

ab. Umgekehrt fühlten sich .ltere Frauen auch zu ihm

hingezogen. Seit er vor einem Jahr die Beziehung zu der

zehn Jahre .lteren verheirateten Frau eingegangen war,

verabredete er sich überhaupt nicht mehr mit jungen

M.dchen. Seine Freundin besuchte ihn einmal w.chentlich

in seiner Wohnung, womit sein sexuelles Verlangen (oder

Bedürfnis) weitgehend gestillt war. Auch sonst blieb er

meist zu Hause, schrieb, las oder h.rte Musik. Hin und

wieder ging er in ein Schwimmbad in seiner N.he.

Abgesehen von den paar Worten, die er mit seinen

Kollegen an der Yobiko wechselte, sprach er mit kaum

jemandem. Dabei war er nicht einmal unzufrieden mit

seinem Leben. Im Gegenteil, diese Lebensweise kam

seinem Ideal sehr nahe.

Als er nun jedoch der siebzehnj.hrigen Fukaeri

gegenübersa., verspürte Tengo ein heftiges Beben in

seinem Herzen. Es war ein .hnliches Gefühl wie jenes, das

er beim Anblick ihres Fotos empfunden hatte, nur ungleich

st.rker. Es hatte nichts mit Verliebtheit oder sexueller

Anziehungskraft zu tun. Es fühlte sich an, als komme

etwas aus einem winzigen Spalt und versuche, die Leere,

die in ihm war, auszufüllen. Es war keine Lücke, die durch

Fukaeri entstanden war, sondern eine, die Tengo schon

immer empfunden hatte. Fukaeri trug nur ein Licht hinein

und beleuchtete sie aufs Neue.

.Du hast also kein Interesse am Schreiben und hast auch

das Manuskript nicht selbst eingereicht., sagte Tengo, um

ganz sicherzugehen.

Ohne den Blick von seinem Gesicht abzuwenden, nickte

Fukaeri. Dann zog sie kurz die Schultern hoch, wie um sich

vor einem kalten winterlichen Wind zu schützen.

.Du willst nicht Schriftstellerin werden.. Zu seiner

überraschung stellte Tengo fest, dass er seine Frage

ebenfalls nicht intonierte. Offenbar war ihre Sprechweise

ansteckend.

.Nein., sagte Fukaeri.

Ihre Bestellung wurde gebracht. Für Fukaeri eine gro.e

Schale mit Salat und ein paar Br.tchen und die Linguini

mit Meeresfrüchten für Tengo. Fukaeri wendete die

Salatbl.tter immer wieder mit der Gabel und betrachtete

sie, als würde sie überschriften in einer Zeitung

durchgehen.

.Jedenfalls hat jemand das Manuskript von .Die Puppe

aus Luft. für den Preis als bestes Erstlingswerk beim Verlag

eingereicht. Ich habe es begutachtet und bin so auf deine

Arbeit aufmerksam geworden..

..Die Puppe aus Luft.., sagte Fukaeri. Ihre Augen wurden

schmal.

..Die Puppe aus Luft. ist der Titel des Romans, den du

geschrieben hast., sagte Tengo.

Fukaeri sa. wortlos und mit zusammengekniffenen

Augen da.

.Ist das nicht der Titel, den du ihm gegeben hast?.

Fukaeri schüttelte leicht den Kopf.

Tengo war wieder etwas verwirrt, beschloss aber, die

Frage des Titels vorl.ufig nicht weiter zu verfolgen. Im

Augenblick musste er mit etwas anderem vorankommen.

.Das spielt keine gro.e Rolle. Der Titel ist auf jeden Fall

nicht schlecht. Er hat Atmosph.re und erregt

Aufmerksamkeit. Man fragt sich, was das wohl ist. Egal, wer

ihn ausgew.hlt hat, wir sind nicht unzufrieden damit. Ich

kenne nicht mal genau den Unterschied zwischen einer

.Puppe. und einem .Kokon., aber das ist kein gro.es

Problem. Was ich sagen will, ist, dass ich es gelesen habe

und es mich stark beeindruckt hat. Also habe ich es Herrn

Komatsu gezeigt. Ihm gef.llt .Die Puppe aus Luft. auch. Er

ist allerdings der Ansicht, dass man den Text für den

Debütpreis bearbeiten müsste. Denn im Verh.ltnis zur

Aussagekraft der Geschichte ist der Stil etwas schwach.

Deshalb m.chte er, dass nicht du, sondern ich ihn

verbessere. Ich habe diesbezüglich noch keine

Entscheidung getroffen. Ihm weder eine Zu- noch eine

Absage erteilt. Weil ich nicht genau wei., ob es richtig

w.re..

An dieser Stelle unterbrach sich Tengo, um Fukaeris

Reaktion zu beobachten. Es gab keine.

.Was würdest du davon halten, wenn ich .Die Puppe aus

Luft. für dich umschreiben würde? Ohne dein

Einverst.ndnis und deine Mitarbeit ginge das nicht, ganz

gleich, wie entschlossen ich w.re..

Fukaeri griff mit den Fingern nach einer Cherrytomate

und steckte sie sich in den Mund. Tengo verzehrte die

Miesmuschel, die er mit der Gabel aufgespie.t hatte.

.Machen Sie nur., sagte Fukaeri leichthin und nahm

noch eine Tomate. .Sie k.nnen alles verbessern, was Sie

wollen..

.W.re es nicht besser, wenn du dir noch etwas Zeit zum

Nachdenken lassen würdest? Immerhin ist das eine

ziemlich wichtige Angelegenheit., sagte Tengo.

Fukaeri schüttelte den Kopf. Nicht n.tig.

.Falls ich dein Werk bearbeite., erkl.rte Tengo, .werde

ich darauf achten, die Geschichte nicht zu ver.ndern und

nur den Stil zu verbessern. Trotzdem muss ich

wahrscheinlich ziemlich stark eingreifen. Aber die Autorin

bist und bleibst du. Der Roman stammt von einem

siebzehnj.hrigen M.dchen namens Fukaeri. Daran ist nicht

zu rütteln. Falls der Roman den Preis bekommt, bist du die

Preistr.gerin. Du allein. Wenn ein Buch daraus wird, bist

du allein die Verfasserin. Wir werden ein Team bilden, das

aus uns dreien besteht, dir und mir sowie Herrn Komatsu,

dem Redakteur. Aber nur dein Name wird erscheinen. Wir

anderen beiden bleiben v.llig im Hintergrund. Wie eine

Art Bühnenarbeiter. Verstehst du, was ich sage?.

Fukaeri schob sich mit der Gabel ein Stück Sellerie in den

Mund. Sie nickte leicht. .Ich verstehe..

.Die Geschichte von der .Puppe aus Luft. bleibt deine. Du

hast sie geschaffen. Es ist unm.glich, dass ich sie zu meiner

mache. Im Grunde gebe ich dir nur technische

Hilfestellung. Das musst du aber unter allen Umst.nden für

dich behalten. Letztendlich ist das eine Verschw.rung, um

den Rest der Welt zu t.uschen. Was immer man davon

halten mag, man kann es nicht auf die leichte Schulter

nehmen. Es muss für immer ein Geheimnis bleiben..

.Ja, dann., sagte Fukaeri.

Tengo legte seine Miesmuschelschale an den Rand des

Tellers und war im Begriff, sich den Linguini zu widmen,

als er es sich anders überlegte und innehielt. Fukaeri nahm

ein Stück Gurke und kaute es so gründlich, als würde sie

eine unbekannte Delikatesse ausprobieren.

.Ich frage dich nochmals., sagte Tengo, die Gabel in der

Hand. .Hast du keine Einw.nde, dass ich die von dir

geschriebene Geschichte bearbeite?.

.Machen Sie ruhig, was Ihnen gef.llt., sagte Fukaeri,

nachdem sie mit der Gurke fertig war.

.Es macht dir also nichts aus, ganz gleich, welche

.nderungen ich an deinem Text vornehme?.

.Genau..

.Wie kannst du so denken? Wo du doch gar nichts über

mich wei.t..

Fukaeri zuckte wortlos mit den Schultern.

Eine Weile a.en die beiden schweigend. Fukaeri

konzentrierte sich ganz auf ihren Salat. Ab und zu bestrich

sie ein Br.tchen mit Butter und biss hinein oder streckte

die Hand nach dem Weinglas aus. Tengo bef.rderte

mechanisch die Linguini in seinen Mund, w.hrend er sich

die verschiedenen M.glichkeiten durch den Kopf gehen

lie..

Dann legte er die Gabel beiseite. .Als Herr Komatsu mir

den Plan zum ersten Mal erkl.rte, hielt ich das für Quatsch.

Das soll wohl ein Witz sein, dachte ich. So etwas kann man

doch nicht machen. Ich hatte fest vor, abzulehnen. Aber als

ich zu Hause war und über seinen Vorschlag nachdachte,

wurde der Wunsch, es zu versuchen, allm.hlich immer

st.rker. Ich bekam Lust, ob es nun moralisch richtig ist

oder nicht, der Geschichte von der .Puppe aus Luft. eine

neue Gestalt zu verleihen. Es war, wie soll ich sagen, ein

sehr natürlicher und spontaner Wunsch..

.Verlangen. kommt der Sache vermutlich n.her, fügte

Tengo im Geiste hinzu. Genau wie Komatsu es

vorausgesagt hatte. Und mittlerweile fiel es ihm immer

schwerer, dieses Verlangen zu beherrschen.

Wortlos und unverwandt schaute Fukaeri ihn aus der

Tiefe ihrer sch.nen, gleichmütigen Augen an. Sie schien

Mühe zu haben, die Worte zu begreifen, die aus Tengos

Mund kamen.

.Sie wollen daran arbeiten., fragte sie.

Tengo blickte ihr fest in die Augen. .Ich glaube schon..

Fukaeris schwarze Augen leuchteten auf, als würde sich

etwas darin spiegeln. Wenigstens kam es ihm so vor.

Tengo hob beide H.nde, sodass es aussah, als halte er

eine imagin.re Schachtel in die Luft. Eine ziemlich sinnlose

Geste, aber er brauchte dieses solcherma.en Imagin.re als

Medium, um seine Gefühle zu übermitteln.

.Ich kann es nicht gut ausdrücken, aber nachdem ich .Die

Puppe aus Luft. mehrmals gelesen hatte, bekam ich das

Gefühl, sehen zu k.nnen, was du siehst. Vor allem die

Stellen, an denen die .Little People. vorkommen. Du hast

wirklich eine au.ergew.hnliche Phantasie. Sie ist originell

und ansteckend..

Fukaeri legte ihre Gabel bedachtsam auf dem Teller ab

und wischte sich mit der Serviette den Mund ab.

.Die Little People gibt es wirklich., sagte sie leise.

.Es gibt sie wirklich?.

Fukaeri schwieg einen Moment. .Sie sind wie Sie und

ich., sagte sie dann.

.Wie du und ich., wiederholte Tengo.

.Wenn Sie wollen, k.nnen auch Sie sie sehen..

Fukaeris schlichte Sprache hatte eine seltsame

überzeugungskraft. Die einzelnen Worte kamen aus ihrem

Mund, als würden Keile in genau der richtigen Gr..e in

passende Lücken getrieben. Dennoch konnte Tengo noch

nicht beurteilen, inwieweit das M.dchen Fukaeri aufrichtig

war. Diese junge Frau fiel aus dem Rahmen, sie hatte etwas

Au.ergew.hnliches an sich. Vielleicht lag das an ihrer

natürlichen Begabung. Wom.glich hatte er in diesem

Augenblick ein lebendiges echtes Talent vor sich. Oder aber

sie verstellte sich nur. Intelligente Teenager schauspielerten

manchmal beinahe instinktiv. Es kam durchaus vor, dass

sie sich exzentrisch stellten. Und es wirklich schafften, ihr

Gegenüber mit ihren Andeutungen zu verwirren. Er hatte

das mehrmals erlebt. Mitunter war es schwer, echtes von

gespieltem Verhalten zu unterscheiden. Tengo beschloss, in

die Wirklichkeit zurückzukehren. Oder zumindest in die

N.he der Wirklichkeit.

.Wenn es dir recht ist, m.chte ich morgen mit meiner

überarbeitung von .Die Puppe aus Luft. anfangen..

.Wenn Sie wollen..

.Ja, das will ich., antwortete Tengo schlicht.

.Ich m.chte, dass Sie jemanden kennenlernen., sagte

Fukaeri.

.Einverstanden., sagte Tengo.

Fukaeri nickte.

.Wer ist es?., fragte Tengo.

Die Frage wurde nicht zur Kenntnis genommen. .Sie

werden mit dieser Person sprechen., sagte sie.

.Wenn es notwendig ist, soll es mir recht sein., sagte

Tengo.

.Sonntagvormittag haben Sie frei., fragte sie

intonationslos.

.Ja., antwortete Tengo. Wir kommunizieren wie durch

Flaggensignale, dachte er.

Nach dem Essen trennten sich Tengo und Fukaeri. Tengo

warf mehrere Zehn-Yen-Münzen in das rosafarbene Telefon

im Lokal und rief Komatsu an. Er war noch im Büro, aber es

dauerte, bis er an den Apparat kam. W.hrenddessen hielt

sich Tengo den H.rer ans Ohr und wartete.

.Wie war’s? Alles glattgegangen?., fragte Komatsu als

Erstes.

.Fukaeri ist damit einverstanden, dass ich .Die Puppe aus

Luft. überarbeite. Wahrscheinlich hatten Sie es sich schon

gedacht..

.Ist das nicht gro.artig?., sagte Komatsu. Seine Stimme

klang aufger.umt. .Wunderbar. Ehrlich gesagt war ich

beunruhigt. Solche Verhandlungen zu führen entspricht

nicht gerade deiner Pers.nlichkeit..

.Direkt verhandelt habe ich ja auch nicht., sagte Tengo.

.Und überreden musste ich sie auch nicht. Ich habe ihr in

groben Zügen erkl.rt, worum es geht, und dann hat sie

quasi selbst entschieden..

.Egal. An diesem Ergebnis gibt es nichts auszusetzen.

Jetzt k.nnen wir mit unserem Plan fortfahren..

.Davor muss ich mich noch mit jemandem treffen..

.Mit wem denn?.

.Ich wei. nicht, wer es ist. Jedenfalls m.chte Fukaeri,

dass ich mich mit dieser Person treffe und mit ihr spreche..

Komatsu schwieg einige Sekunden. .Und wann?.

.Am Sonntag. Sie wird mich zu ihr bringen..

.Geheimhaltung ist unser erstes und wichtigstes Gebot.,

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