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作者: 当前章节:15399 字 更新时间:2026-6-19 08:06

aus dem Fenster. Aber die Monde waren nicht zu sehen.

Nur Strommasten und h.ssliche Elektroleitungen.

.Braucht man besondere Eigenschaften, um die Rolle des

Receivers zu übernehmen?., fragte Tengo.

Fukaeri bewegte das Kinn ein wenig zur Seite. Das hie.

Ja.

.Aber Die Puppe aus Luft ist doch ursprünglich deine

Geschichte. Du hast sie geschaffen. Sie stammt von dir. Von

null an. Ich hatte nur zuf.llig den Auftrag, sie formal zu

überarbeiten. Ich bin nicht mehr als ein einfacher

Techniker..

.Weil wir beide das Buch geschrieben haben.,

wiederholte Fukaeri.

Unwillkürlich presste Tengo die Fingerkuppen an seine

Schl.fen. .Hei.t das, dass ich damals, ohne es zu wissen,

die Rolle des Receivers übernommen habe?.

.Schon davor., sagte Fukaeri. .Ich bin die .Persiewa. und

Sie der .Risiewa... Sie deutete mit ihrem rechten

Zeigefinger auf sich und dann auf Tengo.

..Perceiver. und .Receiver.., berichtigte Tengo. .Du

nimmst also etwas wahr, und ich nehme es auf. So ist es,

oder?.

Fukaeri nickte kurz.

Tengo verzog ein wenig das Gesicht. .Das hei.t also, du

wusstest, dass ich ein Receiver bin beziehungsweise diese

Eigenschaft besitze, und hast mich deshalb dein

Manuskript überarbeiten lassen. Du hast die Dinge, die du

wahrgenommen hast, durch mich in die Form eines Buches

gebracht. War es so?.

Fukaeri antwortete nicht.

Tengos Züge gl.tteten sich. .Ich kann den konkreten

Zeitpunkt nicht bestimmen., sagte er mit einem Blick in

Fukaeris Augen, .aber irgendwann früher oder sp.ter muss

ich die Welt mit den beiden Monden betreten haben. Weil

ich mir aber nachts nie den Himmel ansehe, ist mir

entgangen, dass da noch ein Mond ist. Stimmt’s?.

Fukaeri schwieg weiter. Lautlos wie feiner Staub schwebte

ihr Schweigen im Raum. Wie Flügelstaub, den ein

Mottenschwarm aus einer besonderen Sph.re gerade

verstreut hatte. Eine Weile betrachtete Tengo die Formen,

die dieser Staub in der Luft beschrieb. Er fühlte sich wie die

Abendzeitung von gestern. Seine Informationen waren

überholt. T.glich kamen neue hinzu, nur ihm hatte man

nichts davon mitgeteilt.

.Als w.ren Ursache und Wirkung

durcheinandergeraten., sagte Tengo. Er riss sich

zusammen. .Ich wei. nicht mehr, was vorher und was

nachher war. Nur dass wir in dieser neuen Welt sind..

Fukaeri hob das Gesicht und sah ihm in die Augen.

Vielleicht bildete er es sich ein, aber in ihre Augen schien

ein warmes Leuchten eingekehrt zu sein.

.Auf alle F.lle sind wir nicht mehr in unserer

ursprünglichen Welt., sagte Tengo.

Fukaeri zuckte leicht mit den Schultern. .Wir leben jetzt

hier..

.In der Welt mit den beiden Monden?.

Fukaeri antwortete nicht. Stattdessen presste das sch.ne

siebzehnj.hrige M.dchen die Lippen fest aufeinander und

schaute ihm direkt in die Augen. Genauso wie ihm, als er

zehn Jahre alt gewesen war, Aomame in dem

Klassenzimmer in die Augen geschaut hatte. In ihrem Blick

lag eine so tiefe und kraftvolle geistige Erkenntnis, dass

Tengo das Gefühl bekam, zu Stein zu erstarren. Zu Fels zu

werden und sich in einen neuen Mond zu verwandeln. In

einen kleinen, unregelm..ig geformten Mond. Endlich

wandte Fukaeri ihren Blick ab. Sie hob die rechte Hand und

legte sie sich an die Schl.fe. Als würde sie versuchen, ihre

eigenen geheimen Gedanken zu lesen.

.Sie haben sie gesucht., fragte sie.

.Ja..

.Aber nicht gefunden..

.Nein., antwortete Tengo.

Er hatte Aomame nicht gefunden, stattdessen aber

entdeckt, dass es zwei Monde gab. Weil er auf Fukaeris Rat

sein Ged.chtnis durchforstet und deshalb Ausschau nach

dem Mond gehalten hatte.

Das M.dchen griff nach ihrem Weinglas. Sie behielt den

Wein einen Moment im Mund und schluckte ihn dann

vorsichtig hinunter, wie ein Insekt, das Tau trinkt.

.Du hast gesagt, sie h.lt sich irgendwo versteckt. Wie soll

ich sie denn dann finden?.

.Sie brauchen sich keine Sorgen zu machen., sagte

Fukaeri.

.Keine Sorgen., wiederholte er.

Fukaeri nickte nachdrücklich.

.Hei.t das, dass ich sie finden werde?.

.Sie wird Sie finden., sagte Fukaeri ruhig. Ihre Stimme

war wie eine Brise, die über weiche Wiesen streicht.

.Hier in Koenji..

Fukaeri legte den Kopf schr.g. Das hie., sie wusste es

nicht. .Irgendwo., sagte sie.

.Aus irgendeinem Grund glaube ich dir., sagte Tengo

ergeben, nachdem er eine Weile überlegt hatte.

.Ich bin die, die wahrnimmt, und Sie sind der, der

empf.ngt., sagte Fukaeri weise.

.Du bist die, die wahrnimmt, ich bin der, der empf.ngt.,

sagte Tengo, indem er die Personalpronomen wechselte.

Fukaeri nickte.

Deshalb haben wir uns auch vereinigt. Gestern Nacht bei

dem Unwetter. Tengo h.tte sie gern gefragt, was das alles

zu bedeuten hatte. Aber er tat es nicht. Es w.re vielleicht

unpassend gewesen. Au.erdem h.tte sie sowieso nicht

geantwortet. Das wusste er.

Was einer ohne Erkl.rung nicht versteht, versteht er auch

nicht, wenn man es ihm erkl.rt, hatte sein Vater gesagt.

.Du bist die, die wahrnimmt, ich bin der, der empf.ngt.,

sagte Tengo noch einmal. .Die gleiche Situation wie in Die

Puppe aus Luft..

Fukaeri schüttelte den Kopf, strich sich das Haar zurück

und legte eines ihrer hübschen kleinen Ohren frei. Als

würde sie die Antenne eines Funkger.ts ausfahren.

.Nein, nicht die gleiche., sagte Fukaeri. .Sie haben etwas

ver.ndert..

.Ich habe etwas ver.ndert., wiederholte er.

Fukaeri nickte.

.Inwiefern?.

Fukaeri schaute lange in das Weinglas in ihrer Hand. Als

sei etwas Bedeutsames darin zu sehen.

.Sie werden es erfahren, wenn Sie in die Stadt der Katzen

kommen., sagte das sch.ne M.dchen mit dem entbl..ten

Ohr und nahm einen Schluck Wein.

KAPITEL 23

Aomame

Der Ritt auf dem Tiger

Aomame wachte kurz nach sechs Uhr auf. Es war ein

sch.ner, klarer Morgen. Sie schaltete die Kaffeemaschine

ein und machte sich Toast und ein gekochtes Ei. Die

Nachrichten im Fernsehen erw.hnten den Tod des Leaders

noch immer nicht. Offenbar hatten die Vorreiter die Leiche

wirklich heimlich beiseite geschafft, ohne die Polizei oder

die .ffentlichkeit zu informieren. Es machte nicht viel aus.

Er war tot, und wie man mit einem Toten umging, war

keine bedeutsame Frage. Es .nderte nichts daran, dass er

tot war.

Um acht nahm sie eine Dusche, k.mmte sich vor dem

Spiegel im Bad gründlich die Haare und trug etwas

Lippenstift auf. Er war kaum sichtbar. Sie streifte die

Nylonstrumpfhosen über und zog dann ihre wei.e

Baumwollbluse und ihr schickes Kostüm von Junko

Shimada an, die beide im Schrank gehangen hatten. Sie

drehte und wendete sich, w.hrend sie ihren gepolsterten

Drahtbügel-BH zurechtrückte, und dachte zum

zweiundsiebzigtausendsten Mal, wie gut es w.re, wenn sie

einen etwas gr..eren Busen h.tte. Na und, dann war es

eben das zweiundsiebzigtausendste Mal. Zumindest

solange ich noch am Leben bin, dachte Aomame, denke

ich, was mir gef.llt, und zwar, so oft ich es will. Ich lasse

mir von keinem etwas sagen. Schlie.lich schlüpfte sie in

ihre Charles-Jourdan-St.ckelschuhe.

Aomame stellte sich vor den lebensgro.en Spiegel, der im

Flur hing, und vergewisserte sich, dass es an ihrer

Garderobe nichts auszusetzen gab. Sie zog eine Schulter

leicht in die H.he und fand, dass sie eine gewisse

.hnlichkeit mit Faye Dunaway in dem Film Thomas Crown

ist nicht zu fassen hatte, wo diese eine messerscharfe,

kaltblütige Versicherungsdetektivin spielte, die coole, sexy

Businesskostüme trug, in denen sie einfach klasse aussah.

Natürlich hatte Aomame keine direkte .hnlichkeit mit

Faye Dunaway, aber sie hatte eine .hnliche Ausstrahlung.

Zumindest hatte sie etwas von ihr. Von der besonderen

Ausstrahlung, die nur den erstklassigen Profi umgibt.

Au.erdem befand sich in ihrer Umh.ngetasche eine echte

Pistole aus hartem kaltem Stahl.

Sie setzte ihre kleine Ray-Ban-Sonnenbrille auf und

verlie. die Wohnung. Noch einmal ging sie auf den kleinen

Spielplatz gegenüber ihrem Apartment, blieb an der

Rutschbahn stehen, auf der Tengo gesessen hatte, und lie.

die Szene vom Abend Revue passieren. Vor kaum zw.lf

Stunden war Tengo wirklich hier gewesen – nur durch eine

Stra.e von ihr getrennt. Hatte ganz still dort gesessen und

lange zu den Monden hinaufgeschaut. Zu den beiden

Monden, die auch Aomame sah.

Es erschien Aomame wie ein Wunder, dass sie Tengo

zuf.llig begegnet war, ja wie eine Art Offenbarung.

Irgendetwas hatte Tengo in ihre N.he gebracht. Und dieses

Ereignis schien eine starke Ver.nderung in ihrer

Konstitution bewirkt zu haben. Seit sie am Morgen erwacht

war, hatte Aomame unabl.ssig ein Knirschen im ganzen

K.rper gespürt. Er ist wie aus dem Nichts aufgetaucht und

wieder verschwunden, dachte sie, ohne dass ich mit ihm

sprechen oder ihn berühren konnte. Doch in dieser kurzen

Zeit hat er mich seelisch und k.rperlich aufgerührt. Wie

man mit einem L.ffel eine Tasse Kakao umrührt. Bis in

meine inneren Organe und meine Geb.rmutter.

Aomame hielt sich etwa fünf Minuten an der Rutschbahn

auf, legte eine Hand auf die Stufen und klopfte, das Gesicht

leicht verzogen, mit dem schmalen Absatz eines Schuhs auf

den Boden. Genussvoll lie. sie ihren aufgewühlten Zustand

auf sich wirken. Dann verlie. sie entschlossen den Park

und winkte sich an der Hauptstra.e ein Taxi heran.

.Zuerst bitte nach Yoga, dann bis zur Ausfahrt Ikejiri an

der Stadtautobahn 3 auf dieser Seite., wies Aomame den

Fahrer an.

Natürlich verstand er sie nicht sofort.

.Und was ist Ihr endgültiges Ziel, meine Dame?., fragte

er in gleichgültig gem.chlichem Ton.

.Die Ausfahrt Ikejiri. Vorl.ufig..

.Es w.re viel n.her, wenn wir von hier aus direkt nach

Ikejiri fahren. Wenn ich zuerst nach Yoga fahre, mache ich

einen gro.en Umweg, und vormittags um diese Zeit ist die

3 stadteinw.rts so total verstopft, dass man kaum vom

Fleck kommt. Heute am Mittwoch ist das nicht anders als

sonst..

.Das ist egal. Ob Donnerstag, Freitag oder Tennos

Geburtstag ist, interessiert mich nicht. Fahren Sie bitte von

Yoga auf die Stadtautobahn. Die Zeit spielt keine Rolle..

Der Fahrer war Anfang drei.ig. Er hatte ein schmales,

l.ngliches Gesicht. Er erinnerte an ein wachsames Reh. Sein

Kinn war so ausgepr.gt wie das einer der Steinfiguren auf

der Osterinsel. Er musterte Aomame durch den

Rückspiegel. Offenbar versuchte er einzusch.tzen, ob sein

Fahrgast nicht ganz richtig im Kopf war oder ein normaler

Mensch, der mit schwierigen Umst.nden zu k.mpfen hatte.

Aber so etwas ist nicht leicht zu erkennen. Insbesondere

über einen kleinen Spiegel.

Aomame nahm ihr Portemonnaie aus der Umh.ngetasche

und hielt dem Fahrer einen Zehntausend-Yen-Schein unter

die Nase, der aussah wie frisch gedruckt.

.Ich will weder Wechselgeld noch eine Quittung., sagte

Aomame kurz angebunden. .Also sparen Sie sich Ihre

Kommentare und machen Sie einfach, was ich Ihnen sage.

Zuerst nach Yoga und von dort auf die Stadtautobahn bis

Ikejiri. Zehntausend sollten reichen, auch wenn wir in

einen Stau kommen..

.Natürlich reicht das., sagte der Fahrer, aber sein Ton

war noch immer skeptisch. .Haben Sie etwas Bestimmtes

auf der Stadtautobahn zu erledigen?.

Aomame schwenkte den Zehntausend-Yen-Schein hin

und her wie ein F.hnchen. .Wenn Sie jetzt nicht fahren,

steige ich aus und nehme ein anderes Taxi. Also

entscheiden Sie sich, und zwar schnell..

Der Taxifahrer schaute etwa zehn Sekunden mit

zusammengezogenen Brauen auf den Schein. Dann nahm

er ihn Aomame entschlossen aus der Hand. Nachdem er

ihn gegen das Licht gehalten und sich vergewissert hatte,

dass er echt war, steckte er ihn in seine Dienstb.rse.

.Einverstanden. Fahren wir. Stadtautobahn 3. Aber der

Verkehr dort ist wirklich fürchterlich. Und zwischen Yoga

und Ikejiri gibt es keine Ausfahrt. Auch keine .ffentliche

Toilette. Falls Sie also noch mal zur Toilette gehen

m.chten, sollten Sie das jetzt tun..

.Kein Problem, fahren Sie jetzt endlich..

Sie verlie.en das Wohnviertel, fuhren auf die Ringstra.e

8 und dann durch verstopfte Stra.en in Richtung Yoga. Der

Fahrer h.rte die ganze Zeit einen Nachrichtensender.

Aomame überlie. sich ihren Gedanken. Als sie an die

Auffahrt zur Stadtautobahn kamen, drehte der Fahrer die

Lautst.rke herunter.

.Entschuldigen Sie die Frage, vielleicht bin ich zu

neugierig, aber haben Sie beruflich hier zu tun?., fragte er.

.Ich bin Versicherungsdetektivin., sagte Aomame ohne

Z.gern.

.Versicherungsdetektivin!., wiederholte der Fahrer, als

würde er eine Speise kosten, die er noch nie zuvor gegessen

hatte.

.Ich untersuche einen Fall von Versicherungsbetrug.,

sagte Aomame.

.Oh., sagte er beeindruckt. .Und dieser Fall hat etwas

mit der Stadtautobahn 3 zu tun?.

.So ist es..

.Das ist ja wie in diesem Film..

.In welchem Film?.

.Ach, so ein ganz alter mit Steve McQueen. Ich habe

vergessen, wie er hei.t..

.Thomas Crown ist nicht zu fassen., sagte Aomame.

.Ja, ja, genau der. Faye Dunaway spielt darin eine

Versicherungsdetektivin, Expertin für Diebstahl. Und Steve

McQueen ist ein Reicher, der sich mit Bankraub die Zeit

vertreibt. Ein ziemlich guter Film. Ich habe ihn in meiner

Oberschulzeit gesehen. Die Musik hat mir gefallen.

Irgendwie l.ssig..

.Sie ist von Michel Legrand..

Der Fahrer summte leise die ersten vier Takte. Dann

musterte er Aomames Gesicht noch einmal genau durch

den Spiegel.

.Also, ich finde, Sie haben sogar eine .hnliche

Ausstrahlung wie Faye Dunaway in dem Film..

.Vielen Dank., sagte Aomame. Sie musste sich direkt

anstrengen, um ihr L.cheln zu verbergen.

Auf der Nr. 3 stadteinw.rts gab es, wie der Fahrer

vorausgesagt hatte, einen handfesten Stau. Sie waren noch

keine hundert Meter von der Auffahrt entfernt, als der

Verkehr schon stockte. Was dort herrschte, war geradezu

der Inbegriff eines Staus. Und damit genau das, was

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