饭饭TXT > 海外名作 > 《1Q84 book 1 > 1Q84 德语版.txt

第 115 页

作者: 当前章节:15381 字 更新时间:2026-6-19 08:06

Aomame wollte. Sie trug die gleiche Garderobe, war auf der

gleichen Stra.e und steckte an der gleichen Stelle im Stau.

Schade, dass im Radio nicht die Sinfonietta von Janá.ek lief

und die Stereoanlage einem Vergleich mit der in dem

Toyota Crown Royal Saloon nicht standhalten konnte. Aber

das w.re wohl zu viel verlangt gewesen.

Zwischen Lastwagen eingekeilt, kroch das Taxi vorw.rts.

Sie standen ewig an einer Stelle, bis es endlich wieder ein

Stückchen vorw.rts ging. Der jugendliche Fahrer eines

Kühllasters auf der Spur neben ihnen las die ganze Zeit

inbrünstig in einem Mangaheft. Ein Ehepaar mittleren

Alters in einem cremefarbenen Toyota Corona Mark II

starrte mürrisch nach vorn, und keiner von beiden machte

den Mund auf. Wahrscheinlich hatten sie sich nichts zu

sagen. Oder ihr Schweigen war das Resultat von etwas, das

sie gesagt hatten. Tief in die Rückbank des Taxis gelehnt,

hing Aomame ihren Gedanken nach. Der Fahrer h.rte

Radio.

Irgendwann zeigte ein Schild nach Komazawa, und sie

krochen weiter im Schneckentempo auf Sangenjaya zu. Ab

und zu schaute Aomame auf und betrachtete die Szenerie

vor dem Fenster. Dieses Viertel sehe ich nun auch zum

letzten Mal, dachte sie. Ich werde weit fort gehen. Aber

selbst dieser Gedanke weckte keine besondere Zuneigung

für Tokio in ihr. S.mtliche H.user an der Autobahn waren

h.sslich, schmutzig verf.rbt von den Abgasen der Autos,

und überall schrien einem grelle Reklametafeln entgegen.

Ein deprimierender Anblick. Wieso schufen die Menschen

sich solche bedrückenden Orte? Das hie. ja nicht, dass die

Welt bis in den letzten Winkel sch.n sein sollte. Aber

wieso musste etwas derart h.sslich sein?

Endlich kam die bewusste Stelle in Sicht. Die Stelle, an

der Aomame das Taxi verlassen hatte, nachdem der

geheimnisvolle Taxifahrer sie auf die Nottreppe dort

hingewiesen hatte. Vor ihnen stand die riesige Reklametafel

von Esso mit dem freundlichen Tiger, der den Schlauch in

der Pfote hielt. Die gleiche Tafel wie damals.

Der Tiger im Tank.

Aomame bekam pl.tzlich Durst. Sie hustete kurz und

kramte eine Dose Hustenbonbons mit Zitronengeschmack

aus ihrer Umh.ngetasche. Sie steckte sich eins in den

Mund und packte die Dose wieder in die Tasche. Als

N.chstes umklammerte sie den Griff der Heckler & Koch.

Versicherte sich ihrer H.rte und ihres Gewichts. Ja, so ist es

gut, dachte sie. Der Wagen kam ein Stück vorw.rts.

.Wechseln Sie auf die linke Spur., befahl Aomame dem

Fahrer.

.Aber flie.t der Verkehr nicht besser auf der rechten?.,

wandte dieser vorsichtig ein.

Aomame ignorierte den Einwand. .Fahren Sie auf die

linke..

Er streckte die Hand aus dem Fenster, gab dem Kühllaster

hinter ihnen ein Zeichen und f.delte sich, nachdem er sich

vergewissert hatte, dass der andere es gesehen hatte, in die

linke Spur ein. Nach fünfzig Metern kamen sie wieder zum

Stillstand.

..ffnen Sie die Tür, ich steige hier aus..

.Was?., sagte der Fahrer v.llig überrumpelt. .Hier?.

.Ja, hier. Ich habe hier etwas zu erledigen..

.Aber wir sind mitten auf der Autobahn. Das ist

gef.hrlich. Hier kann man nicht aussteigen..

.Kein Problem, gleich da vorn ist eine Treppe für

Notf.lle..

.Was für eine Treppe?. Der Fahrer schüttelte den Kopf.

.Davon wei. ich nichts. Aber wenn rauskommt, dass ich

Fahrg.ste mitten auf der Autobahn aussteigen lasse, kriege

ich Riesen.rger mit meinem Chef. Und mit der für die

Autobahn zust.ndigen Beh.rde. Bitte ersparen Sie mir

das..

.Ich muss hier aussteigen. Die Umst.nde machen es

unumg.nglich.. Aomame nahm noch einen Zehntausend-

Yen-Schein aus ihrem Portemonnaie, gl.ttete ihn und

streckte ihn dem Fahrer entgegen. .Hier, als Entsch.digung

für Ihre Unannehmlichkeiten. Also halten Sie jetzt den

Mund und lassen Sie mich hier raus. Bitte..

Der Fahrer nahm den Zehntausend-Yen-Schein nicht an.

Ergeben bet.tigte er die Automatik und .ffnete die linke

hintere Tür.

.Ich will Ihr Geld nicht. Was Sie mir vorhin gegeben

haben, genügt vollauf. Aber bitte passen Sie wirklich auf

sich auf. Es gibt hier keinen Seitenstreifen, und zu Fu.

unterwegs zu sein ist auch im Stau gef.hrlich..

.Danke., sagte Aomame. Nachdem sie ausgestiegen war,

klopfte sie auf der Beifahrerseite ans Fenster und bedeutete

ihm, die Scheibe herunterzulassen. Sie beugte sich in den

Wagen und drückte dem Fahrer den Zehntausend-Yen-

Schein in die Hand.

.Bitte nehmen Sie ihn an, und denken Sie sich nichts

dabei. Ich habe zu viel Geld..

Der Fahrer blickte zwischen dem Schein und Aomames

Gesicht hin und her.

.Sollten Sie wegen mir Probleme mit der Polizei oder

Ihrer Firma bekommen, sagen Sie, ich h.tte Sie mit einer

Pistole bedroht, und Sie h.tten nichts tun k.nnen..

Der Fahrer schien nicht richtig zu begreifen, wovon sie

sprach. Zu viel Geld? Pistole? Dennoch nahm er die

zehntausend Yen. Wahrscheinlich fürchtete er, etwas

Unvorhersehbares zu provozieren, falls er sich weigerte.

Wie beim letzten Mal ging Aomame zwischen der

Leitplanke und den Autos auf der linken Spur in Richtung

Shibuya. Die Entfernung betrug nur etwa fünfzig Meter.

Die Leute in den Wagen beobachteten sie mit ungl.ubigen

Blicken. Doch Aomame schritt, ohne sie zu beachten, auf

langen Beinen und mit geradem Rücken wie ein

Mannequin auf einem Pariser Laufsteg an ihnen vorbei. Ihr

Haar wehte in dem Luftzug, den die gro.en Wagen

erzeugten, die mit hoher Geschwindigkeit auf der freien

Gegenfahrbahn vorbeirauschten. Die Esso-Tafel wurde

gr..er, und bald war Aomame an dem ihr bekannten

Pannenstreifen angelangt.

Die Szenerie hatte sich nicht ver.ndert. Da war das

Eisengitter und daneben die gelbe Box mit dem

Notruftelefon.

Hier hat für mich das Jahr 1Q84 begonnen, dachte

Aomame.

Seit ich die Treppe auf die Nationalstra.e 246

hinuntergestiegen bin, hat sich meine Welt ver.ndert. Also

werde ich sie jetzt noch einmal hinuntersteigen. Damals

hatte der April gerade begonnen. Ich trug meinen

beigefarbenen Mantel. Jetzt haben wir Anfang September,

und es ist zu warm dafür. Aber abgesehen von dem Mantel

habe ich genau die gleichen Sachen an wie damals. Als ich

in dem Hotel in Shibuya diesen Idioten von der

.lgesellschaft aus dem Weg ger.umt habe. Das Kostüm

von Junko Shimada und die Charles-Jourdan-Schuhe. Die

wei.e Bluse, eine Strumpfhose und den wei.en

Drahtbügel-BH. Ich habe meinen Rock hochgeschoben, bin

über das Gitter geklettert und dann die Treppe

hinuntergegangen.

Jetzt versuche ich das Gleiche noch einmal. Eigentlich aus

reiner Neugier. Ich will nur wissen, was passiert, wenn ich

am gleichen Ort in den gleichen Klamotten das Gleiche tue

wie damals. Nicht, dass ich auf Rettung hoffe. Ich fürchte

mich nicht vor dem Tod. Wenn die Zeit gekommen ist,

werde ich nicht z.gern. Ich werde mit einem L.cheln auf

den Lippen sterben, dachte sie. Dennoch wollte Aomame

nicht sterben, ohne etwas zu erfahren. Mehr als den

Versuch, hinter den Ablauf der Dinge zu kommen, konnte

sie nicht machen. Wenn er fehlschlug, konnte sie aufgeben.

Aber sie würde bis zum Schluss, bis zuallerletzt, ihr

M.glichstes tun, so wie es ihrer ganzen Art zu leben

entsprach.

Aomame beugte sich über das Gitter und suchte den

Notabstieg. Aber da war keine Treppe. Sie schaute und

schaute, aber das Ergebnis blieb das gleiche. Die Treppe

war verschwunden.

Aomame biss sich auf die Lippe und verzog das Gesicht.

Es war ausgeschlossen, dass sie sich in der Stelle geirrt

hatte. Da war der Pannenstreifen, und die Esso-Tafel war

auch direkt vor ihr. Alles sah genauso aus wie vor ein paar

Monaten. In der Welt des Jahres 1984 war hier eine Treppe

gewesen, die sie nach der Beschreibung des sonderbaren

Taxifahrers ganz leicht hatte finden k.nnen. Sie war über

das Gitter geklettert und hinuntergestiegen. Aber hier im

Jahr 1Q84 existierte dieser Notabstieg nicht mehr.

DER AUSGANG WAR VERSPERRT.

Nachdem Aomame ihr verzerrtes Gesicht wieder

entspannt hatte, schaute sie sich aufmerksam um und sah

noch einmal zu der Reklametafel von Esso hinauf. Der

Tiger l.chelte vergnügt und warf ihr, den Tankschlauch in

der Pfote, den Schwanz schwungvoll nach oben geringelt,

einen neckischen Seitenblick zu. Als ob es kein gr..eres

Glück g.be und er niemals zufriedener gewesen sei.

Natürlich, dachte Aomame.

Sie hatte es von Anfang an gewusst. Der Leader hatte es

ihr ja deutlich genug gesagt, bevor er in der Suite des

Hotels Okura von ihrer Hand gestorben war. Es gab keinen

Weg, der aus dem Jahr 1Q84 in das Jahr 1984 zurückführte.

Die Tür ging nur in eine Richtung auf. Genau wie er es

gesagt hatte.

Dennoch hatte sie sich mit eigenen Augen vergewissern

müssen. Das lag in ihrer Natur. Jetzt hatte sie sich

überzeugt. Ende. Der Beweis war erbracht. Quod erat

demonstrandum.

Gegen das Gitter gelehnt, blickte Aomame nach oben. Ein

makellos sch.ner Tag. Am tiefblauen Himmel zogen ein

paar zarte l.ngliche Wolken dahin. Durch seine Weite

wirkte er gar nicht wie ein Gro.stadthimmel. Von den

Monden war jedoch nichts zu sehen. Wo waren sie? Egal,

dachte sie. Monde sind Monde. Ich bin ich. Jeder von uns

hat seine eigene Art zu leben, seine eigenen Absichten.

Faye Dunaway würde jetzt wohl eine schlanke Zigarette

hervorziehen und sie sich mit ihrem Feuerzeug anzünden.

Und dabei cool und sexy die Augen zukneifen. Aber

Aomame rauchte nicht, und auch ein Feuerzeug hatte sie

nicht bei sich. Nur Hustenbonbons mit

Zitronengeschmack. Plus eine 9-mm-Automatik und den

Eispick, den sie schon mehreren M.nnern in den Nacken

gesto.en hatte. Beides t.dlicher als Zigaretten.

Sie betrachtete die Wagen, die in dem Stau standen. Die

meisten Leute darin sahen neugierig zu ihr herüber.

Natürlich. Dass eine gew.hnliche Passantin auf der

Stadtautobahn spazieren ging, bekam man schlie.lich

nicht jeden Tag zu sehen. Schon gar nicht eine junge Frau.

Und auch noch im Minirock, in St.ckelschuhen, mit einer

grünen Sonnenbrille und einem L.cheln auf den Lippen.

Wer würde da nicht hingucken?

Viele der stehenden Wagen waren gro.e Transporter, die

Güter aus allen Teilen des Landes nach Tokio bef.rderten.

Einige waren vielleicht die ganze Nacht unterwegs gewesen

und nun in den unvermeidlichen Vormittagsstau geraten.

Die ersch.pften Fahrer d.sten gelangweilt vor sich hin.

Ihre einzige Sehnsucht bestand darin, ein Bad zu nehmen,

sich zu rasieren und auszustrecken und zu schlafen. Sie

glotzten Aomame nur abwesend an, wie man ein Tier

betrachtet, dessen Anblick einem nicht vertraut ist. Zu

aktiver Anteilnahme waren sie viel zu müde. Zwischen den

Lastern stand ein silberfarbenes Mercedes-Coupé. Es wirkte

wie eine grazile Antilope, die versehentlich in eine Herde

massiger Nash.rner geraten ist. Offenbar war es ganz neu,

und seine elegante Karosserie glitzerte nur so in der

Morgensonne. Selbst die Radkappen waren auf die Farbe

des Wagens abgestimmt. Die gutaussehende Dame

mittleren Alters auf dem Fahrersitz hatte die Scheibe

heruntergelassen und beobachtete Aomame durch ihre

Givenchy-Sonnenbrille. An der Hand, die auf dem Lenkrad

lag, funkelte ein Ring.

Die Dame sah sympathisch aus. Sie schien besorgt um

Aomame. Was tat eine so attraktive junge Frau allein und

zu Fu. auf der Stadtautobahn? Offenbar ahnte sie, dass da

etwas nicht stimmte, und schien im Begriff, Aomame

anzusprechen. Sie h.tte sie sicher bereitwillig irgendwohin

mitgenommen.

Aomame nahm ihre Ray Ban ab und steckte sie in die

Brusttasche ihrer Kostümjacke. Geblendet von der grellen

Morgensonne, rieb sie sich die Nasenwurzel, wo die Brille

einen Abdruck hinterlassen hatte. Sie fuhr sich mit der

Zungenspitze über die trockenen Lippen. Sie schmeckten

leicht nach Lippenstift. Aomame schaute in den klaren

Himmel hinauf und dann zur Sicherheit noch einmal nach

unten.

Sie .ffnete ihre Umh.ngetasche und nahm vorsichtig die

Heckler & Koch heraus. Um beide H.nde frei zu haben, lie.

sie die Tasche zu Boden fallen. Sie entsicherte die Pistole

mit der linken Hand, zog den Schlitten nach hinten und

bef.rderte eine Patrone in die Kammer. Ihre Bewegungen

waren rasch und pr.zise, und es entstand ein mehrmaliges

scharfes Klacken dabei. Sie drehte die Waffe leicht und wog

sie in der Hand. Ihr Eigengewicht betrug nur 480 Gramm,

dazu kam das Gewicht von sieben Patronen. Alles klar, die

Waffe war geladen. Sie spürte den Unterschied am

Gewicht.

Aomames gerader Mund l.chelte noch immer. Die Leute

beobachteten sie bei ihrem Tun. Niemand schien

überrascht, als sie die Pistole aus ihrer Tasche nahm.

Zumindest malte sich keinerlei Erstaunen auf die Gesichter

der Zuschauer. Vielleicht glaubten sie, die Waffe sei nicht

echt. Aber sie ist echt, dachte Aomame.

Sie richtete den Lauf nach oben und schob sich die

Mündung in den Mund, zielte geradewegs auf ihr Gehirn.

Auf die graue Masse, die ihr Bewusstsein beherbergte.

über ein Gebet musste sie nicht nachdenken, die Worte

stellten sich automatisch ein. Den Pistolenlauf im Mund,

sagte Aomame sie rasch auf. Niemand h.rte, was sie sagte.

Aber das war ihr egal. Solange Gott es h.ren konnte. Die

kleine Aomame hatte den Inhalt der Worte, die sie sprach,

auch nie richtig verstanden. Aber ihre gesamte Abfolge

hatte sie bis in ihr Innerstes durchdrungen. In der Schule

hatte sie immer vor dem Essen beten müssen. Allein, aber

mit lauter Stimme. Ohne sich um die neugierigen Blicke

und den Hohn der anderen zu kümmern. Das Wichtige ist,

dass Gott dich sieht. Niemand kann seinen Augen

entkommen.

Der Gro.e Bruder sieht dich.

Unser Vater im Himmel, dein Name werde geheiligt. Dein

K.nigreich komme. Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir

unseren Schuldnern vergeben haben. Sei mit uns durch

deinen Segen, sei um uns auf unseren Wegen. Amen.

Die gutaussehende Dame starrte, die H.nde um das

目录
设置
设置
阅读主题
字体风格
雅黑 宋体 楷书 卡通
字体大小
适中 偏大 超大
保存设置
恢复默认
手机
手机阅读
扫码获取链接,使用浏览器打开
书架同步,随时随地,手机阅读
首 页 < 上一章 章节列表 下一章 > 尾 页