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作者: 当前章节:15396 字 更新时间:2026-6-19 08:06

erkl.rte Komatsu in ernstem Ton. .Es w.re gut, wenn wir

die Zahl der Leute, die das Geheimnis kennen, m.glichst

gering halten k.nnten. Im Augenblick wissen auf der

ganzen Welt nur drei Leute von unserem Plan. Du, ich und

Fukaeri. Das sollte m.glichst so bleiben. Verstehst du?.

.Theoretisch ja., sagte Tengo.

Komatsus Stimme wurde wieder weicher. .Wie dem auch

sei – Hauptsache, Fukaeri ist einverstanden, dass du das

Manuskript redigierst. Alles Weitere wird sich finden..

Tengo wechselte den H.rer in die linke Hand und presste

den rechten Zeigefinger nachdenklich gegen die Schl.fe.

.Wissen Sie, Herr Komatsu, ich bin irgendwie unsicher.

Es gibt keinen eindeutigen Grund dafür, aber momentan

habe ich das Gefühl, dass wir im Begriff sind, in etwas ganz

Ungew.hnliches verwickelt zu werden. Als ich diesem

M.dchen gegenübersa., habe ich es nicht so deutlich

gespürt, aber seit ich mich von ihr verabschiedet habe und

wieder für mich bin, hat dieses Gefühl sich zunehmend

verst.rkt. Man k.nnte es eine Vorahnung oder eine Art

Vorgefühl nennen. Auf alle F.lle stimmt hier etwas nicht.

Etwas ist nicht normal. Das spüre ich, nicht im Kopf,

sondern im Bauch..

.Du hast dich mit Fukaeri getroffen und dich dann so

gefühlt?.

.Ja. Fukaeri ist wahrscheinlich authentisch. Aber auch das

ist natürlich nur meine Intuition..

.Meinst du, sie hat echtes Talent?.

.Das wei. ich noch nicht. Ich habe sie ja gerade erst

kennengelernt., antwortete Tengo. .Nur sieht sie vielleicht

etwas, das wir nicht sehen. Hat vielleicht irgendetwas

Besonderes. Das besch.ftigt mich irgendwie..

.Ist sie verrückt?.

.Sie hat etwas Exzentrisches, aber ich glaube nicht, dass

sie richtig verrückt ist. Was sie sagt, klingt im Gro.en und

Ganzen sinnvoll., sagte Tengo. Er machte eine kurze Pause.

.Nur ist da irgendetwas, das mich irritiert..

.Wie dem auch sei, menschlich ist sie jedenfalls an dir

interessiert., sagte Komatsu.

Tengo suchte nach passenden Worten, aber er fand keine.

.So weit reicht meine Kenntnis nicht., erwiderte er.

.Sie trifft sich mit dir, und du hast zumindest die

Erlaubnis, .Die Puppe aus Luft. zu überarbeiten. Das hei.t

doch letztendlich, dass sie dich mag. Wirklich, eine gute

Leistung, Tengo, alter Freund. Was jetzt kommt, wei. ich

auch nicht. Natürlich ist es ein Risiko. Aber Gefahr ist die

Würze des Lebens. Du machst dich jetzt sofort an die

Bearbeitung von .Die Puppe aus Luft.. Die Zeit dr.ngt. Wir

müssen das redigierte Manuskript so schnell wie m.glich in

den Stapel der eingereichten zurücklegen. Mit dem

Original vertauschen. Meinst du, du schaffst es in zehn

Tagen?.

Tengo st.hnte. .Das ist hart..

.Es muss ja keine endgültige Version sein. In der

n.chsten Phase kannst du immer noch ein bisschen daran

feilen. Es reicht, wenn du eine vorl.ufige Fassung erstellst..

Tengo überschlug grob im Kopf, wie lange er brauchen

würde. .In zehn Tagen müsste ich es eigentlich schaffen

k.nnen. Auch wenn es schwer wird..

.Also dann los, ans Werk!., rief Komatsu aufger.umt.

.Du betrachtest die Welt mit ihren Augen. Du wirst der

Mittler, du verknüpfst Fukaeris Welt mit der wirklichen

Welt. Du kannst das, Tengo. Ich –.

An dieser Stelle gingen Tengo die Zehn-Yen-Münzen aus.

KAPITEL 5

Aomame

Ein Beruf, für den man Fachkenntnisse

und Erfahrung braucht

Nachdem Aomame ihren Auftrag ausgeführt hatte, ging

sie ein Stück zu Fu.. Schlie.lich winkte sie ein Taxi heran

und fuhr in ein Hotel in Akasaka. Ehe sie nach Hause

zurückkehrte, um zu schlafen, musste sie ihre

angespannten Nerven mit einem Drink beruhigen.

Immerhin hatte sie gerade einen Mann ins Jenseits

bef.rdert. Er war zwar eine Ratte, die sich nicht

beschweren konnte, wenn sie ermordet wurde, aber ein

Mensch blieb doch ein Mensch. Unter ihren H.nden war

ein Leben erloschen, und dieses Gefühl haftete ihnen noch

an. Ein letztes Aushauchen, und die Seele hatte den K.rper

verlassen.

Aomame war schon mehrmals in dieser Hotelbar

gewesen. Sie lag im obersten Stockwerk eines Hochhauses,

hatte eine gro.artige Aussicht und eine angenehme

Atmosph.re.

Als sie die Bar betrat, war es kurz nach sieben. Ein junges

Duo an Klavier und Gitarre spielte .Sweet Lorraine.. Sie

orientierten sich h.rbar an einer alten Aufnahme von Nat

King Cole, machten ihre Sache aber gar nicht schlecht. Wie

immer setzte Aomame sich an die Bar und bestellte einen

Gin Tonic und ein Sch.lchen Pistazien. Noch konnte sie die

G.ste z.hlen. Ein junges Paar, das in die Aussicht

versunken seine Cocktails trank. Vier M.nner in Anzügen,

offenbar bei einer gesch.ftlichen Besprechung. Ein

ausl.ndisches Ehepaar mittleren Alters, beide hielten

Martini-Gl.ser in der Hand. Aomame lie. sich Zeit mit

ihrem Gin Tonic. Sie wollte nicht gleich betrunken werden.

Die Nacht war noch lang.

Sie nahm ein Buch aus ihrer Umh.ngetasche und begann

zu lesen. Es handelte von der Mandschurischen Eisenbahn

in den drei.iger Jahren. Die Mandschurische Eisenbahn

(eigentlich die Südmandschurische Eisenbahn-

Aktiengesellschaft) war 1906 nach dem Ende des Russisch-

Japanischen Krieges gegründet worden. Der südliche Teil

der Eisenbahnstrecke befand sich seither unter japanischer

Kontrolle. Die russische Spurweite wurde den japanischen

Bedürfnissen entsprechend umgestellt, die Schienenstrecke

rapide ausgebaut. Die Südmandschurische

Eisenbahngesellschaft, die sozusagen die Speerspitze des

japanischen Kaiserreichs bei der Besetzung Chinas gewesen

war, wurde 1945 von der Sowjetarmee aufgel.st. Bis

Deutschland im Jahr 1941 den Krieg gegen Russland

er.ffnete, war die Strecke mit der Sibirischen Eisenbahn

verbunden, und man konnte in dreizehn Tagen von

Shimonoseki nach Paris reisen.

Eine junge Frau im Kostüm, die, eine gro.e

Umh.ngetasche neben sich, in einer Hotelbar einen Drink

nahm und ein (gebundenes) Buch über die Mandschurische

Eisenbahn las, würde wahrscheinlich nicht so leicht für

eine bestellte Edelprostituierte gehalten werden, auch

wenn sie allein war. Dachte Aomame. Allerdings wusste sie

nicht genau, wie eine echte Edelprostituierte aussah.

Diejenigen, deren Kundschaft aus erfolgreichen

Gesch.ftsm.nnern bestand, bemühten sich vermutlich

auch um ein seri.ses .u.eres, um nicht aus der Bar

geworfen zu werden oder die Freier nicht zu verunsichern.

Trugen vielleicht ein Kostüm von Junko Shimada mit einer

wei.en Bluse, kein Make-up, hatten eine gro.e praktische

Umh.ngetasche bei sich und lasen in Büchern über die

Mandschurische Eisenbahn. Wenn man es so betrachtete,

unterschied sich Aomames Verhalten nicht substantiell von

dem einer Prostituierten, die auf Kundschaft wartete.

Mit der Zeit fanden sich immer mehr G.ste ein.

Unversehens erfüllte Stimmengewirr den Raum. Doch der

Typ Gast, nach dem Aomame Ausschau hielt, hatte sich

noch nicht blicken lassen. Aomame nahm einen weiteren

Gin Tonic, bestellte in Streifen geschnittene Rohkost (sie

hatte noch nicht zu Abend gegessen) und las weiter in

ihrem Buch. Wenig sp.ter erschien ein Mann und setzte

sich an die Bar. Er war nicht in Begleitung. Seine Haut war

leicht gebr.unt, und er trug einen teuren blaugrauen

Ma.anzug. Die Krawatte war auch nicht schlecht gew.hlt.

Nicht zu auff.llig, nicht zu schlicht. Er mochte um die

fünfzig Jahre alt sein und hatte ziemlich schütteres Haar.

Eine Brille trug er nicht. Wahrscheinlich war er auf

Gesch.ftsreise in Tokio, hatte seine Termine erledigt und

wollte sich vor dem Schlafengehen noch ein Glas

genehmigen. Wie Aomame. Dem K.rper genügend Alkohol

zuführen, um die angespannten Nerven zu beruhigen.

Der gr..te Teil der Gesch.ftsleute, die dienstlich nach

Tokio kamen, übernachtete nicht in Luxushotels wie

diesem, sondern in den preisgünstigeren Business-Hotels in

Bahnhofsn.he, in denen die Zimmer so klein waren, dass

das Bett fast den ganzen Raum einnahm. Durch das Fenster

sah man auf die Mauer des Nachbargeb.udes, und man

konnte nicht duschen, ohne sich ungef.hr zwanzigmal die

Ellbogen anzusto.en. In jedem Stockwerk standen

Getr.nkeautomaten und solche für Kosmetikartikel auf

dem Gang. Diese Leute bekamen entweder von Anfang an

nur diesen Spesenbetrag, oder sie wollten durch die

übernachtung in einem Billighotel einen Teil der Spesen

sparen und in die eigene Tasche stecken. Sie tranken in

einer benachbarten Kneipe ein Bier und gingen schlafen.

Zum Frühstück a.en sie im Gyudonya nebenan eine Schale

Rindfleisch auf Reis.

Die G.ste in diesem Hotel geh.rten jedoch einer ganz

anderen Kategorie an. Wenn sie nach Tokio kamen, reisten

sie nur in der Ersten Klasse, im Green Car und dem

Superexpress und übernachteten in teuren Hotels. Nach

der Arbeit gingen sie zur Entspannung in die Hotelbar und

g.nnten sich edle Getr.nke. Die meisten hatten eine

leitende Position in einer gro.en, erfolgreichen Firma.

Oder sie waren selbstst.ndige Unternehmer, .rzte,

Anw.lte. Sie hatten das mittlere Alter erreicht und waren

einen recht freien Umgang mit Geld gewohnt. Auf diesen

Typ hatte Aomame es abgesehen.

Schon als sie kaum zwanzig Jahre alt war, hatte sie sich zu

.lteren M.nnern mit schütterem Haar hingezogen gefühlt –

warum, h.tte sie selbst nicht zu sagen gewusst. Besser als

vollst.ndige Kahlheit gefiel es ihr, wenn ihnen noch etwas

Haar geblieben war. Es genügte allerdings nicht, wenn das

Haar einfach nur schütter war. Hatte der Mann keine

sch.ne Kopfform, ging gar nichts. Ihr Ideal war Sean

Connery. Sie fand seinen zurückweichenden Haaransatz

und die Form seines Kopfes unglaublich sch.n und sexy.

Allein dieser Anblick verursachte ihr Herzklopfen. Die

Kopfform des Mannes, der zwei Hocker von ihr entfernt an

der Bar Platz genommen hatte, war auch nicht übel.

Natürlich kein Vergleich zu Sean Connery, aber immerhin

hatte er eine gewisse Ausstrahlung. Sein Haaransatz war

weit hinter die Stirn zurückgewichen, und das verbliebene

Haar erinnerte an eine reifbedeckte Wiese im Sp.therbst.

Aomame schaute kurz von ihrem Buch auf, um den Kopf

des Mannes in Augenschein zu nehmen. Sein Gesicht war

nicht sonderlich beeindruckend. Er war nicht dick, aber die

Kinnpartie war schon etwas erschlafft. Unter den Augen

hatte er leichte Tr.nens.cke. Ein Mann in mittleren Jahren,

wie man ihn überall findet. Dennoch gefiel ihr die Form

seines Kopfes.

Als der Barkeeper ihm die Speisekarte und ein feuchtes

Tuch reichte, bestellte er, ohne einen Blick auf die Karte zu

werfen, einen Scotch Highball. .Welche Marke bevorzugen

der Herr?., erkundigte sich der Barkeeper. .Keine

besondere. Nehmen Sie irgendeinen., sagte der Mann. Er

hatte eine ruhige, entspannte Stimme. Sie erkannte den

weichen Tonfall, den die Menschen aus Kansai haben. Als

sei es ihm gerade erst eingefallen, fragte der Mann

pl.tzlich, ob es Cutty Sark g.be. Der Barkeeper bejahte.

Nicht schlecht, dachte Aomame. Dass der Mann sich nicht

für einen Chivas Regal oder einen exklusiven Single Malt

entschieden hatte, nahm Aomame für ihn ein. Sie vertrat

die pers.nliche Ansicht, dass Leute, die in Bars ein gro.es

Brimborium um ausgefallene Alkoholmarken

veranstalteten, in sexueller Hinsicht Nieten waren. Der

Grund war ihr nicht klar.

Aomame mochte seinen weichen westjapanischen

Akzent. Das war doch etwas ganz anderes als diese Leute,

die in Kansai geboren und aufgewachsen waren und die,

wenn sie in die Hauptstadt kamen, mit Gewalt versuchten,

wie Tokioter zu klingen. Sie fand die fremde Betonung, mit

der er ihr bekannte Worte aussprach, .u.erst reizvoll. Der

eigentümliche Tonfall beruhigte sie auf seltsame Weise. Sie

beschloss, mit diesem Mann mitzugehen. Eigentlich nur,

um nach Herzenslust mit den Fingern durch sein lichtes

Haar zu fahren. Als der Barkeeper dem Mann seinen Cutty

Sark Highball servierte, bestellte sie absichtlich so, dass der

Mann es h.ren konnte, einen Cutty Sark mit Eis. .Kommt

sofort., antwortete der Barkeeper ausdruckslos.

Der Mann .ffnete seinen obersten Hemdknopf und

lockerte die klein gemusterte blaue Krawatte. Das Hemd

war von einem sehr üblichen Hellblau. Aomame las,

w.hrend sie auf ihren Cutty Sark wartete. Dabei .ffnete sie

beil.ufig einen Knopf ihrer Bluse. Die Kapelle spielte .It’s

Only a Paper Moon.. Der Pianist sang nur einen Chorus.

Als Aomame ihren Drink bekam, nippte sie daran. Sie

merkte, dass der Mann verstohlen in ihre Richtung sah.

Aomame schaute von ihrem Buch auf und sah zu ihm

hinüber. Nonchalant und wie zuf.llig. Als sie seinem Blick

begegnete, l.chelte sie kaum wahrnehmbar. Dann sah sie

sofort wieder weg und tat, als schaue sie aus dem Fenster in

die Nacht.

Es war der ideale Augenblick für einen Mann, eine Frau

anzusprechen. Sie hatte die Situation absichtlich

herbeigeführt. Aber der Mann tat nichts dergleichen.

Verdammt, dachte Aomame, das darf doch nicht wahr sein!

Das ist doch das Mindeste, was man erwarten kann. Er ist

doch kein grüner Junge mehr.

Aomame mutma.te, dass dem Mann die Courage fehlte.

Wahrscheinlich fürchtete er, Hohn und Spott zu ernten

und sich als alter Glatzkopf zum Narren zu machen, wenn

er mit seinen fünfzig Jahren eine junge Frau in den

Zwanzigern ansprach. Du liebe Güte, dachte sie, manche

hatten aber auch gar keine Ahnung.

Sie klappte das Buch zu und packte es in ihre Tasche. Und

sprach den Mann von sich aus an.

.M.gen Sie Cutty Sark?., fragte sie.

Der Mann blickte sie erstaunt an. Seine ratlose Miene

zeigte, dass er nicht wusste, was er gefragt worden war.

Dann ver.nderte sich sein Ausdruck. ..hm, ja, Cutty Sark,

genau., sagte er, als erinnerte er sich. .Das Etikett hat mir

schon immer gefallen, und ich habe die Marke oft

getrunken. Weil ein Segelschiff drauf ist..

.Sie m.gen wohl Schiffe?.

.Ja. Segelschiffe eigentlich..

Aomame erhob ihr Glas. Auch der Mann hob sein

Highball-Glas leicht in die H.he. Wie um ihr zuzuprosten.

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