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作者: 当前章节:15419 字 更新时间:2026-6-19 08:06

Aomame h.ngte sich die auf dem Hocker neben ihr

liegende Tasche über die Schulter, nahm ihr Whiskyglas

und setzte sich zwei Pl.tze weiter neben den Mann. Er

schien ein wenig erstaunt, aber bemüht, sich seine

überraschung nicht anmerken zu lassen.

.Ich bin hier mit einer ehemaligen Schulkameradin

verabredet, aber sie hat mich wohl versetzt., sagte

Aomame mit einem Blick auf ihre Armbanduhr. .Sie

kommt nicht, und gemeldet hat sie sich auch nicht..

.Vielleicht hat Ihre Freundin sich im Tag geirrt?.

.K.nnte sein. Sie war schon immer etwas unzuverl.ssig.,

sagte Aomame. .Ich werde noch kurz warten. K.nnten wir

uns in der Zeit ein wenig unterhalten? Oder m.chten Sie

lieber für sich sein?.

.Nein, nein, ganz und gar nicht., sagte der Mann in

wenig überzeugtem Ton. Er runzelte die Stirn und musterte

Aomame mit einem forschenden Blick. Offenbar fragte er

sich, ob sie wom.glich doch eine Prostituierte auf

Kundenfang war. Aber Aomame erweckte nicht diesen

Anschein. Sie hatte überhaupt nichts von einer

Prostituierten an sich. Seine Nervosit.t lie. ein wenig nach.

.Wohnen Sie in diesem Hotel?., fragte er.

Aomame schüttelte den Kopf. .Nein, ich lebe in Tokio.

Ich warte hier nur auf meine Freundin. Und Sie?.

.Ich bin auf Dienstreise., sagte er. .Ich komme aus Osaka

und bin wegen einer Konferenz hier. Eine ziemlich .de

Sache, aber da der Stammsitz der Firma in Osaka ist, w.re

es ungeh.rig, wenn von uns keiner teilnimmt..

Aomame l.chelte h.flich. Wei.t du, dachte sie, deine

Arbeit interessiert mich ungef.hr so viel wie Taubendreck.

Ich mag nur deine Kopfform. Doch natürlich sagte sie

nichts dergleichen.

.Einen Termin habe ich hinter mir. Darauf wollte ich

einen trinken. Morgen Vormittag habe ich noch eine

Sitzung, und dann fahre ich nach Osaka zurück..

.Ich habe auch gerade einen wichtigen Auftrag beendet.,

sagte Aomame.

.Oh? Worum ging es denn dabei?.

.Ich m.chte eigentlich nicht über meine Arbeit sprechen,

aber es war so was wie ein Spezialauftrag..

.Ein Spezialauftrag., wiederholte der Mann. .Also etwas,

das nicht jeder kann. Sie haben einen Beruf, der

Fachkenntnisse und Erfahrung erfordert..

Du bist ja ein wandelndes Lexikon, dachte Aomame. Aber

sie behielt auch das für sich und l.chelte nur. .Ja, so k.nnte

man es sagen..

Der Mann nahm wieder einen Schluck von seinem

Highball und fischte eine Nuss aus der Schale. .Es würde

mich interessieren, was Sie machen, aber Sie m.chten ja

nicht darüber sprechen..

Aomame nickte. .Im Moment nicht..

.Sie haben nicht zuf.llig einen Beruf, der mit Sprache zu

tun hat? Redakteurin oder Universit.tsdozentin?.

.Wie kommen Sie darauf?.

Der Mann nestelte an seinem Krawattenknoten herum

und zog ihn wieder fest. Auch den Hemdknopf schloss er.

.Nur so. Wahrscheinlich, weil sie die ganze Zeit so eifrig

in dem dicken Buch gelesen haben..

Aomame strich sanft mit dem Fingernagel am Rand ihres

Glases entlang. .Ich lese blo. gern. Mit meiner Arbeit hat

das nichts zu tun..

.Danebengeraten. Ich gebe mich geschlagen..

.Ja, daneben., sagte Aomame. Da kommst du im Leben

nicht drauf, fügte sie bei sich hinzu.

Der Mann musterte unauff.llig Aomames Figur. Sie tat,

als sei ihr etwas heruntergefallen, bückte sich und gew.hrte

ihm einen Einblick in ihr Dekolleté. So müsste etwas von

der Form ihrer Brüste zu sehen sein. Sie trug wei.e

Spitzenunterw.sche. Sie richtete sich auf und trank von

ihrem Cutty Sark on the rocks. Die gro.en runden

Eiswürfel in ihrem Glas klirrten.

.Nehmen Sie noch einen? Ich schon., sagte der Mann.

.Ja, gern., sagte Aomame.

.Sie sind recht trinkfest, nicht wahr?.

Aomame l.chelte unverbindlich. Dann wurde sie pl.tzlich

ernst. .Ach, mir f.llt gerade was ein. Kann ich Sie etwas

fragen?.

.Was denn?.

.Hat die Polizei kürzlich ihre Uniformen ge.ndert? Und

die Waffen, die sie tragen?.

.Was meinen Sie mit kürzlich?.

.Vor etwa einer Woche oder so..

Der Mann machte ein interessiertes Gesicht. .Die

Uniform und die Waffen bei der Polizei wurden wirklich

ge.ndert, aber das ist schon ein paar Jahre her. Statt dieser

steifen Uniformjacke tragen die Beamten jetzt eine Art

sportlichen Anorak. Au.erdem wurden sie damals auch mit

einem neuen Automatikmodell ausgestattet. Danach gab

es, soweit ich wei., keine gr..eren Ver.nderungen mehr..

.Die japanische Polizei hatte doch diese altmodischen

Revolver. Bis letzte Woche noch..

Der Mann schüttelte den Kopf. .Nein, da irren Sie sich.

Die japanische Polizei verwendet schon l.nger

automatische Waffen..

.K.nnen Sie das mit Gewissheit sagen?.

Bei ihrem Ton fuhr der Mann leicht zusammen. Zwischen

seinen Augen bildete sich eine Falte, und er versuchte

ernsthaft, sich zu erinnern. .Ja, also, wenn Sie mich so

direkt fragen, bin ich unsicher. Es hat nur in der Zeitung

gestanden, dass alle Waffen der Polizei durch neuere

Modelle ersetzt wurden. Damals gab es irgendein Problem.

Die Durchschlagskraft der neuen Waffen sei zu hoch, hie.

es, und wie üblich protestierte eine Bürgerinitiative bei der

Regierung..

.Wie viele Jahre ist das her?., fragte Aomame.

Der Mann rief den schon etwas .lteren Barkeeper herbei.

.Wann war das, als die Uniformen und Waffen der Polizei

erneuert wurden?., fragte er ihn.

.Vor zwei Jahren im Frühjahr., antwortete der Barkeeper

prompt.

.Donnerwetter, das nenne ich ein erstklassiges Hotel! Der

Barkeeper wei. alles., sagte der Mann und lachte.

Der Barkeeper lachte ebenfalls. .Nein, nein. Ich erinnere

mich nur so gut daran, weil mein jüngerer Bruder zuf.llig

bei der Polizei ist. Er konnte sich nicht an die neue Uniform

gew.hnen und beklagte sich dauernd darüber. Auch die

Waffe sei zu schwer, meinte er. Er beschwert sich sogar

jetzt noch darüber. Die neue ist eine Beretta 9 mm

Automatik, aber man kann sie auch auf Halbautomatik

umstellen. Momentan hat wohl Mitsubishi die Lizenz für

die japanische Produktion. Hier bei uns kommt es nur

selten zu Feuergefechten, deshalb w.ren so schwere Waffen

nicht unbedingt n.tig. Man hat eher die Sorge, dass sie

gestohlen werden. Aber es war die Absicht der Regierung,

die Schlagkraft der Polizei zu st.rken und zu verbessern..

.Was wurde aus den alten Revolvern?. Aomame

kontrollierte ihren Tonfall, so gut sie konnte.

.Sie wurden wohl demontiert und entsorgt., sagte der

Barkeeper. .Ich habe in den Nachrichten im Fernsehen

gesehen, wie sie zerlegt wurden. Allein das und die

Vernichtung der Munition nahm eine Menge Zeit in

Anspruch..

.Man h.tte sie doch ins Ausland verkaufen k.nnen.,

sagte der Gesch.ftsmann mit dem schütteren Haar.

.Der Export von Waffen ist verfassungsrechtlich

verboten., erkl.rte der Barkeeper bescheiden.

.Donnerwetter, die Barkeeper in diesen erstklassigen

Hotels –.

.Das hei.t also, die japanische Polizei verwendet seit

zwei Jahren keine Revolver mehr. Stimmt das?., fragte

Aomame den Barkeeper, indem sie dem Mann das Wort

abschnitt.

.Soweit ich wei., ja..

Aomame verzog leicht das Gesicht. Werde ich allm.hlich

verrückt? Ich habe doch gerade erst heute Morgen einen

Polizisten in der alten Uniform und mit einem Revolver

gesehen. Dass die alten Modelle s.mtlich entsorgt wurden,

davon habe ich noch nie geh.rt. Aber ich kann mir kaum

vorstellen, dass dieser Mann und der Barkeeper sich beide

falsch erinnern oder lügen. Also bin ich im Irrtum.

.Vielen Dank, das war sehr aufschlussreich., sagte

Aomame zum Barkeeper. Er schenkte ihr ein

professionelles, genau bemessenes L.cheln und ging wieder

an seine Arbeit.

.Interessieren Sie sich für die Polizei?., fragte der Mann

neben ihr.

.Nein, eigentlich nicht., antwortete Aomame vage. .Ich

konnte mich nur nicht mehr genau erinnern..

Die beiden nippten an ihren frisch servierten Drinks – er

an seinem Cutty Sark Highball, sie an ihrem Cutty Sark on

the rocks. Der Mann erz.hlte, er habe im Hafen von

Nishinomiya eine eigene kleine Yacht liegen. An freien

Tagen segle er damit aufs Meer hinaus. Begeistert

schw.rmte er, wie herrlich es sei, allein auf dem Meer zu

sein und den Wind auf seinem K.rper zu spüren. Aomame

wollte die Geschichten über seine bl.de Yacht nicht h.ren.

Da w.ren ihr die Geschichte des Kugellagers oder die

Verteilung der ukrainischen Mineralvorkommen oder so

noch lieber gewesen. Sie schaute auf ihre Armbanduhr.

.Es ist sp.t, darf ich Ihnen eine direkte Frage stellen?.

.Aber bitte doch..

.Es ist aber, wie soll ich sagen, etwas Pers.nliches..

.Gern – wenn ich sie beantworten kann..

.Haben Sie einen gro.en Schwanz?.

Der Mann .ffnete leicht den Mund, kniff die Augen

zusammen und starrte Aomame an. Wahrscheinlich traute

er seinen Ohren nicht. Aber sie machte ein sehr ernstes

Gesicht. Sie scherzte nicht. Das wusste man, wenn man ihr

in die Augen sah.

.Nun, also., antwortete der Mann todernst, .ich wei.

nicht genau. Wahrscheinlich ungef.hr normal. Was soll

man sagen, wenn man pl.tzlich so etwas gefragt wird ….

.Wie alt sind Sie?., fragte Aomame.

.Ich bin im letzten Monat einundfünfzig geworden.,

sagte der Mann unsicher.

.Sie sind normal intelligent und haben über fünfzig Jahre

gelebt, üben einen respektablen Beruf aus, besitzen sogar

eine Yacht und k.nnen nicht beurteilen, ob Ihr Penis im

allgemeinen Weltdurchschnitt gro. oder klein ist?.

..h, ja, also, es k.nnte sein, dass er ein bisschen gr..er

als normal ist., brachte der Mann nach kurzer überlegung

gequ.lt hervor.

.Ach, wirklich?.

.Was kümmert Sie das überhaupt?.

.Kümmert? Wer sagt, dass es mich kümmert?.

..h, nein, das sagt ja niemand, aber …., sagte der Mann,

w.hrend er leicht auf seinem Hocker zurückwich. .Weil

das jetzt auf einmal ein Problem geworden zu sein

scheint..

.Das ist kein Problem, nicht im Geringsten., erwiderte

Aomame nachdrücklich. .Nur dass ich pers.nlich eine

Vorliebe für gr..ere Penisse habe. Vom Visuellen her. Es ist

nicht so, dass ich nichts fühle oder so, wenn er nicht gro.

ist. Es geht nicht um je gr..er, desto besser. Nur dass mir

gr..ere eben gefühlsm..ig ziemlich gut gefallen. Ist das

verboten? Hat nicht jeder seine Vorlieben? Aber l.cherlich

gro. soll er auch nicht sein. Das tut nur weh. Verstehen

Sie?.

.Tja, in dem Fall würde Ihnen meiner wahrscheinlich

gefallen. Er ist ein bisschen gr..er als der Durchschnitt,

aber von l.cherlich gro. kann wirklich nicht die Rede sein.

Das hei.t, eigentlich ist er genau richtig ….

.Sie schwindeln mich jetzt aber nicht an?.

.Was h.tte es für einen Zweck, bei so etwas zu

schwindeln?.

.Dürfte ich dann wohl mal einen Blick darauf werfen?.

.Hier?.

Aomame beherrschte ihre Miene. .Hier? Was ist los mit

Ihnen? Wie kann man in Ihrem Alter auf so eine Idee

kommen? Sie tragen Anzug und Krawatte und sind

leitender Angestellter. Haben Sie denn gar kein Gefühl für

Anstand? Wie wollen Sie mir denn hier bittesch.n Ihren

Penis zeigen? überlegen Sie doch mal. Was sollen die Leute

denken! Wir gehen jetzt auf Ihr Zimmer, Sie ziehen die

Hose aus und lassen mich einen Blick darauf werfen. Nur

wir zwei. Einverstanden?.

.In Ordnung, und was machen wir dann?., fragte der

Mann nerv.s.

.Was wir dann machen?. Aomame hielt den Atem an

und verzog ziemlich verwegen das Gesicht. .Sex – das ist

doch klar. Was denn sonst? Denken Sie, ich gehe extra mit

Ihnen auf Ihr Zimmer, gucke mir Ihren Pimmel an, sage

.Vielen Dank, sehr freundlich, dass Sie mir etwas so

Sch.nes zeigen. Gute Nacht. und gehe nach Hause? Sind

Sie eigentlich noch bei Trost?.

Der Mann schluckte angesichts der dramatischen

Ver.nderung von Aomames Gesicht. Wenn sie es verzog,

wichen die meisten M.nner zurück. Ein kleines Kind h.tte

sich wahrscheinlich in die Hose gemacht. Ihre Grimasse

hatte etwas Furchterregendes. Sie überlegte, ob sie es

vielleicht übertrieben hatte. Sie durfte den Mann nicht so

in Angst versetzen. Denn es gab etwas, das sie vorher

erledigen musste. Hastig brachte sie ihre Miene wieder

unter Kontrolle und zwang sich zu einem L.cheln.

.Kurz gesagt., wandte sie sich wieder an ihr Gegenüber,

.wir gehen auf Ihr Zimmer, ins Bett und haben Sex. Sie sind

ja wohl nicht schwul oder impotent oder so was?.

..h, nein, ich glaube nicht. Ich habe ja zwei Kinder ….

.Wie viele Kinder Sie haben, interessiert hier niemanden.

Verschonen Sie mich mit Einzelheiten, schlie.lich machen

wir hier keine Volksz.hlung. Alles, was ich frage, ist, ob Ihr

Penis steht, wenn Sie mit einer Frau ins Bett gehen. Mehr

nicht..

.Bisher hat er in keinem entscheidenden Moment

versagt., antwortete der Mann. .Aber Sie sind doch eine

Professionelle …? Das hei.t, eine Frau, die so etwas

berufsm..ig macht, oder?.

.Nein, bin ich nicht. Ich bin weder eine Nutte noch

pervers. Nur eine ganz gew.hnliche Bürgerin. Diese

gew.hnliche Bürgerin wünscht sich schlichten, ehrlichen

Geschlechtsverkehr mit einem Mitglied des anderen

Geschlechts. Nichts Au.ergew.hnliches. Nur die ganz

normale Sache. Wo ist das Problem? Ich habe einen

schwierigen Auftrag hinter mir, es ist Abend, ich m.chte

mich bei ein paar Drinks und Sex mit einem Unbekannten

entspannen. Meine Nerven beruhigen. Das brauche ich. Sie

als Mann müssten das doch eigentlich verstehen..

.Natürlich verstehe ich das, aber ….

.Es kostet Sie keinen einzigen Yen. Wenn Sie mich v.llig

befriedigen, kann sogar ich Ihnen Geld geben. Wir

benutzen ein Kondom, also brauchen Sie auch keine Angst

vor Krankheiten zu haben. Verstanden?.

.Ja, habe ich, aber ….

.Sie wirken irgendwie unzufrieden. Gefalle ich Ihnen

nicht?.

.Nein, das ist es nicht. Aber ich verstehe das nicht. Sie

sind jung und sch.n, und ich k.nnte wahrscheinlich Ihr

Vater sein ….

.H.ren Sie doch auf mit dem abgedroschenen Zeug. Egal,

wie gro. der Altersunterschied ist, ich bin nicht Ihre

verdammte Tochter, und Sie sind nicht mein d.mlicher

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