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作者: 当前章节:15407 字 更新时间:2026-6-19 08:06

sich mit der Bedienung vertraut und begann mit der

überarbeitung von .Die Puppe aus Luft..

über etwas, das man einen klar umrissenen Plan h.tte

nennen k.nnen, verfügte er nicht. Er hatte nur

verschiedene Ideen zu einigen Details im Kopf, aber

beileibe keine in sich geschlossene Methode oder ein

einheitliches Prinzip. Tengo war sich nicht sicher, ob es

m.glich war, einen empfindsamen und phantastischen

Roman wie .Die Puppe aus Luft. überhaupt mit logischen

Mitteln zu überarbeiten. Wie Komatsu sagte, war es

unvermeidlich, drastisch in den Stil einzugreifen, aber lie.

sich das machen, ohne die eigene Atmosph.re und das

Wesen des Werkes zu besch.digen? W.re es nicht, wie

einem Schmetterling ein Skelett zu geben? Diese Gedanken

brachten ihn ins Wanken, und seine Verunsicherung nahm

zu. Nun war die Sache aber schon ins Rollen gekommen.

Und seine Zeit war zu begrenzt, um sich unt.tigen

überlegungen hinzugeben. Ihm blieb nichts anderes übrig,

als die Probleme einzeln anzugehen und nacheinander

auszur.umen. Vielleicht würde sich aus der

handwerklichen Bearbeitung von Details am Ende doch ein

organisches Gesamtbild ergeben.

.Tengo, mein Freund, du kannst das. Ich wei. es., hatte

Komatsu vertrauensvoll erkl.rt. Und Tengo – er wusste

nicht, warum – hatte diese Worte annehmen k.nnen.

Komatsu war ein Mensch mit problematischer Haltung und

Sprache, und im Grunde dachte er nur an sich selbst. Wenn

n.tig, würde er Tengo zweifellos bereitwillig fallenlassen.

Ohne sich nur einmal nach ihm umzudrehen. Aber wie er

selbst sagte, hatte er als Redakteur einen nahezu

unfehlbaren Instinkt. Komatsu kannte kein Z.gern. Er

urteilte und entschied stets innerhalb eines Augenblicks

und setzte seine Entscheidung dann unverzüglich in die Tat

um. Das, was seine Umgebung zu sagen hatte, kümmerte

ihn nicht im Geringsten. Er war der geborene Feldherr. Und

das war eine Eigenschaft – da konnte man sagen, was man

wollte –, mit der Tengo nicht ausgestattet war.

Als Tengo mit der überarbeitung begann, war es bereits

halb eins. Er tippte die ersten Seiten des

Originalmanuskripts von .Die Puppe aus Luft. bis zu einer

geeigneten Stelle in das Textverarbeitungsger.t ein. Nun

bearbeitete er diesen ersten Block, bis er einigerma.en

überzeugt davon war. Dabei nahm er sich erst einmal

gründlich die Grammatik und den Stil vor, ohne in den

Inhalt an sich einzugreifen. Wie man ein Zimmer in einem

Haus umr.umt und renoviert. Das konkrete Geb.ude blieb

erhalten, denn die Struktur an sich stellte kein Problem

dar. Auch den Verlauf der Wasserrohre .nderte er nicht.

Was man sonst auswechseln konnte – Bodendielen,

Decken, Mauern und Zwischenw.nde –, wurde eingerissen

und ersetzt. Ich bin der Zimmermann, dessen geschickten

H.nden man alles anvertraut hat, sagte sich Tengo. So

etwas wie einen festen Plan hatte er nicht. Er konnte nur

mit Hilfe seines Instinkts und seiner Erfahrung vorgehen.

Er las den Text einmal durch, fügte schwer verst.ndlichen

Stellen Erkl.rungen hinzu und gl.ttete den Fluss des

Textes. überflüssiges und Wiederholungen wurden

gestrichen, Fehlendes erg.nzt. An manchen Stellen .nderte

er die Reihenfolge von S.tzen oder Abs.tzen. Adjektive und

Adverbien waren von vorneherein sehr sp.rlich vorhanden,

und er fügte passende Worte ein, wenn es ihm notwendig

erschien, bemühte sich dabei aber, die besondere

Schlichtheit des Textes zu respektieren. Da bei Fukaeris

insgesamt sehr einfachem Text gute und schlechte Stellen

sehr deutlich hervortraten, nahm die Entscheidung

darüber, was stehenbleiben und was getilgt werden sollte,

weniger Zeit in Anspruch, als er gedacht hatte. Einige

Abschnitte waren aufgrund ihrer Schlichtheit schwer zu

verstehen, andere hingegen waren gerade dadurch

verblüffend frisch im Ausdruck. Den Ersteren rückte er

resolut zu Leibe, die anderen lie. er, wie sie waren.

Unterdessen dachte Tengo immer wieder daran, dass

Fukaeri nicht geschrieben hatte, um ein literarisches Werk

zu hinterlassen. Sie hatte nur die Geschichte, die in ihr

war – etwas, das sie nach ihren eigenen Worten tats.chlich

erlebt hatte – schriftlich niedergelegt. Die Worte selbst

spielten keine besondere Rolle, sie hatte nur kein

passenderes Ausdrucksmittel gefunden. Das war alles. Von

Anfang an war es nicht um literarischen Ehrgeiz gegangen.

Weil sie au.erdem nicht vorgehabt hatte, das fertige

Objekt zu vermarkten, hatte keine Notwendigkeit

bestanden, besser auf Stil und Ausdruck zu achten. Bildlich

gesprochen war es so, als erwarte man von einem Haus

lediglich, dass es W.nde und ein Dach habe und vor Regen

und Wind schütze. Deshalb spielte es für Fukaeri auch

keine Rolle, wie stark Tengo in ihren Text eingriff, hatte sie

ihr Ziel doch bereits erreicht. Sicher hatte sie es

vollkommen aufrichtig gemeint, als sie ihm sagte, er k.nne

nach Belieben damit verfahren. Dennoch vermittelten ihm

die S.tze, aus denen .Die Puppe aus Luft. bestand,

keinesfalls den Eindruck, als w.re sie zufrieden gewesen,

solange nur sie selbst sie verstehen konnte. W.re es

Fukaeris alleiniges Ziel gewesen, das Erlebte oder etwas, das

ihr vorschwebte, einfach festzuhalten, h.tten Stichworte

ausgereicht. Es w.re nicht n.tig gewesen, sich zu bemühen,

etwas Lesbares hervorzubringen. Die Geschichte war auf

jeden Fall unter der Pr.misse verfasst worden, dass ein

anderer sie zur Hand nehmen und lesen würde. Deshalb

hatte .Die Puppe aus Luft. diese mitrei.ende und

ergreifende Kraft, auch wenn es nicht als literarisches Werk

geschrieben worden und stilistisch ungelenk war.

Allerdings hatte Tengo den Eindruck, dass dieser

andere sich von der Mehrheit der von der klassischen

modernen Literatur gepr.gten .allgemeinen Leserschaft.

unterschied. Dieses Gefühls konnte Tengo sich beim Lesen

nicht erwehren.

Welche Art von Leser hatte man sich also vorzustellen?

Das wusste Tengo natürlich nicht.

Was er jedoch wusste, war, dass es sich bei .Die Puppe

aus Luft. um ein einzigartiges Stück Literatur handelte, das

hohe Qualit.t und gro.e M.ngel in sich vereinte, und dass

sich eine besondere Absicht dahinter verbarg.

Als Folge seiner Bearbeitung war das Manuskript bereits

auf ungef.hr das Zweieinhalbfache seines Umfangs

angewachsen. Die Stellen, an denen der Stil unzul.nglich

war, überwogen die anderen, also würde der Text insgesamt

an Umfang zunehmen, wenn er konsequent arbeitete. Der

Anfang war jetzt jedenfalls klar. Dieser Teil war nun

einigerma.en leicht lesbar, mit vernünftigen und sauberen

S.tzen und einer deutlichen Perspektive. Aber der Fluss des

Ganzen war irgendwie ins Stocken geraten. Die Logik war

zu stark in den Vordergrund getreten, und die Sch.rfe des

anf.nglichen Manuskripts hatte gelitten.

Seine n.chste Aufgabe war es, Stellen, .die man nicht

brauchte., aus dem umfangreichen Manuskript zu

streichen. Jedes überflüssige Gramm Fett eliminieren.

Streichen war sehr viel einfacher als erg.nzen. Dabei

reduzierte er den Text ungef.hr auf siebzig Prozent. Es war

wie eine Art Denksportaufgabe. In einem bestimmten

zeitlichen Rahmen erg.nzte er, was zu erg.nzen war, und

als N.chstes strich er ebenfalls in einer bestimmten Zeit so

viel wie m.glich. Indem er sich stur an diese Aufgabe hielt,

verringerte sich die Textmenge allm.hlich und pendelte

sich auf einen angemessenen Umfang ein. Schlie.lich kam

der Punkt, an dem sie sich weder vergr..ern noch

verkleinern lie.. Er hatte sein Ego reduziert, hatte

überflüssige Schn.rkel entfernt und allzu transparente

Logik in den Hintergrund verbannt. Tengo hatte eine

natürliche Begabung für diese T.tigkeit. Er war der

geborene Ingenieur. Er folgte den Spielregeln unbestechlich

mit dem Scharfblick und der Konzentration eines

Raubvogels, der am Himmel kreisend seine Beute aussp.ht,

und der Ausdauer eines Esels, der Wasser schleppt.

Tengo arbeitete atemlos, wie in Trance. Als er eine kurze

Pause machte und auf die Wanduhr blickte, war es schon

drei Uhr. Ihm fiel ein, dass er noch nicht zu Mittag

gegessen hatte. Also ging er in die Küche und setzte Wasser

auf. Bis es kochte, mahlte er die Kaffeebohnen und a. ein

paar K.secracker und einen Apfel. W.hrend er seinen

Kaffee aus einem gro.en Becher trank, dachte er, um sich

abzulenken, ein Weilchen an seine Freundin. Eigentlich

würden sie es jetzt gerade tun. Tengo schloss die Augen,

legte den Kopf in den Nacken und tat einen tiefen Seufzer,

der schwer war von den M.glichkeiten und Vorstellungen

dessen, was er oder sie dabei genau tun würden.

Dann kehrte er an seinen Schreibtisch zurück, schaltete

seinen Verstand wieder ein und las auf dem Bildschirm des

Textverarbeitungsger.ts noch einmal die Eingangspassage

von .Die Puppe aus Luft., die er gerade überarbeitet hatte.

Er kam sich vor wie der General, der in der Anfangsszene

aus Wege zum Ruhm von Stanley Kubrick die

Schützengr.ben inspiziert. Er war zufrieden mit dem, was

er sah. Nicht schlecht. Der Text hatte sich definitiv

verbessert. Es ging voran. Aber all das reichte nicht aus. Es

gab noch sehr viel zu tun. überall brachen die Sands.cke

ein. Es mangelte an Munition für die Maschinengewehre.

Au.erdem entdeckte er ein paar Stellen, an denen noch

Stacheldraht fehlte.

Er druckte die entsprechenden Textpassagen aus,

speicherte das Dokument ab und schaltete das Ger.t aus.

Er schob es an den Rand des Schreibtischs und las den

Ausdruck noch einmal gründlich mit einem Bleistift in der

Hand durch. Wieder strich er, was er für überflüssig hielt.

Was ihm zu knapp und unzul.nglich erschien, erg.nzte er.

Stellen, die nicht richtig passten, überarbeitete er so lange,

bis sie ihn überzeugten. Er w.hlte die Worte mit der

gleichen Sorgfalt, mit der man einen Haarriss einer

Badezimmerkachel ausfüllt, und überprüfte ihr Gefüge von

allen erdenklichen Seiten. Passten sie schlecht, formte er

sie um. Winzige Unterschiede in den Nuancen belebten

den Text, ohne ihm zu schaden.

Tengo war überrascht, dass derselbe Text auf der Anzeige

des Wortprozessors einen so g.nzlich anderen Eindruck

erweckte als auf Papier. Die Worte wirkten ganz anders, je

nachdem, ob er sie mit Bleistift auf Papier schrieb oder in

das Textverarbeitungsger.t eintippte. Man musste sie aus

beiden Perspektiven prüfen. Tengo schaltete das Ger.t

wieder ein und gab seine mit Bleistift in den Ausdruck

eingetragenen Korrekturen einzeln in den Text auf dem

Bildschirm ein. Dann las er das korrigierte Manuskript

noch einmal auf dem Bildschirm. Nicht übel, dachte Tengo.

Jeder Satz hatte genau das passende Gewicht, und es war

ein natürlicher Rhythmus entstanden.

Tengo streckte sich auf seinem Stuhl, schaute zur Decke

und atmete tief ein. Natürlich war das alles noch l.ngst

nicht fertig. Ganz gleich, wie oft er den Text lesen würde, er

würde immer wieder Stellen entdeckten, die er bearbeiten

musste. Aber für den Augenblick reichte es. Er war an die

Grenzen seiner Konzentrationsf.higkeit gelangt. Er

brauchte eine Abkühlungsphase. Der Zeiger der Uhr ging

auf fünf zu, und es begann bereits zu d.mmern. Morgen

würde er sich den n.chsten Abschnitt vornehmen. Die

ersten Seiten zu redigieren hatte fast einen vollen Tag

gedauert. Er brauchte l.nger, als er gedacht hatte. Aber

wenn die Weichen erst einmal gestellt waren und er sich

einen festen Rhythmus geschaffen hatte, würde die Arbeit

rascher vorw.rtsgehen. Der Anfang war immer am

schwersten und zeitaufwendigsten. Sobald er die erste

Hürde einmal genommen hatte …

Tengo rief sich Fukaeris Gesicht ins Ged.chtnis und

überlegte, was sie wohl empfinden würde, wenn sie das

redigierte Manuskript las. Aber natürlich hatte er keine

Ahnung, was und wie Fukaeri empfand oder was sie

überhaupt für ein Mensch war. Sie war siebzehn, in der

zw.lften Klasse, hatte keinerlei Interesse an den

Aufnahmeprüfungen für die Universit.t, eine sonderbare

Art zu sprechen und ein so sch.nes Gesicht, dass es die

Herzen der Menschen verwirrte. Und sie trank Wei.wein.

Mehr wusste er nicht von ihr. Aber in Tengo war es zu einer

Art chemischer Reaktion gekommen, die ihn die

Beschaffenheit der Welt, die Fukaeri in .Die Puppe aus

Luft. zu beschreiben (oder aufzuzeichnen) versucht hatte,

genauestens verstehen lie.. Die Szenen, die Fukaeri in ihrer

eigentümlichen begrenzten Sprache beschrieben hatte,

traten durch Tengos gründliche und aufmerksame

überarbeitung sogar frischer und klarer hervor. Tengo

stellte fest, dass ein harmonischer Fluss entstanden war. Er

hatte den Text vor allem von der technischen Seite

gestützt, aber das Ergebnis war so natürlich und organisch

ausgefallen, als habe er ihn von Anfang an selbst

geschrieben. Und dennoch dr.ngte die Geschichte von der

.Puppe aus Luft. an die Oberfl.che.

Dies beglückte Tengo mehr als alles andere. Sich so lange

zu konzentrieren hatte ihn auch k.rperlich ersch.pft, aber

dennoch fühlte er sich in Hochstimmung. Selbst als er das

Ger.t schon ausgeschaltet und den Schreibtisch verlassen

hatte, beherrschte ihn der Wunsch, mit der überarbeitung

fortzufahren, noch eine ganze Weile. Er hatte die Arbeit an

der Geschichte von ganzem Herzen genossen. Vielleicht

genügte schon dieser Teil, um Fukaeri nicht zu

entt.uschen. Allerdings konnte er sich nicht recht

vorstellen, wie Fukaeri aussah, wenn sie entt.uscht war

oder sich freute. Auch dass sie in ein spontanes L.cheln

ausbrach oder ihre Züge sich verfinsterten, konnte er sich

nicht vorstellen. Ihr Gesicht war immer so ausdruckslos.

Tengo war sich nicht im Klaren, ob es daran lag, dass sie

von vornherein keine Gefühle hatte, oder ob es sich so

verhielt, dass sie zwar Gefühle hatte, diese jedoch nicht

durch ihre Mimik zum Ausdruck brachte. Jedenfalls ist sie

ein sonderbares M.dchen, dachte Tengo zum

soundsovielten Mal.

Die Heldin von .Die Puppe aus Luft. war m.glicherweise

Fukaeri selbst. Das zehnj.hrige M.dchen lebte in einer

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