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作者: 当前章节:15423 字 更新时间:2026-6-19 08:06

vor dir ist, dann kannst du Freundschaft mit ihr schlie.en..

.Geben Sie den Schmetterlingen Namen?., fragte

Aomame neugierig. .Also jedem einzelnen, wie man es bei

Hunden oder Katzen tut?.

Die Besitzerin schüttelte leicht den Kopf. .Nein. Ich kann

auch so jeden einzelnen von ihnen an seiner Zeichnung

erkennen. Au.erdem würde es sich nicht lohnen, denn

Schmetterlinge sind nicht sehr langlebig. Sie sind

namenlose Freunde für einen kurzen Augenblick. Ich

komme jeden Tag hierher, begrü.e die Schmetterlinge und

bespreche alles M.gliche mit ihnen. Doch wenn ihre Zeit

gekommen ist, verschwinden sie lautlos irgendwohin.

Gewiss sterben sie, aber ich habe noch nie einen toten

Schmetterling gefunden, auch wenn ich danach gesucht

habe. Es bleibt nicht die geringste Spur von ihnen zurück,

als würden sie in den leeren Raum gesogen. Schmetterlinge

sind .u.erst flüchtige, anmutige Lebewesen. Sie werden

geboren, folgen still ihren begrenzten winzigen

Bedürfnissen und verschwinden unmerklich wieder.

Vielleicht in eine andere Welt..

Die vom Duft der Pflanzen erfüllte Luft im Gew.chshaus

fühlte sich warm und feucht an. überall verbargen sich

Schmetterlinge, hier und da wie verg.ngliche

Markierungen, die einen Bewusstseinsstrom ohne Anfang

und Ende unterteilten. Sooft Aomame das Gew.chshaus

betrat, hatte sie den Eindruck, ihr Gefühl für Zeit zu

verlieren.

Tamaru brachte ein Metalltablett mit zwei Tassen, einer

sch.nen Teekanne aus Seladon und Stoffservietten. Ein

kleiner Teller mit Keksen stand ebenfalls dabei. Der Duft

des Kr.utertees mischte sich mit dem der Blumen.

.Danke, Tamaru. Um alles andere kümmere ich mich.,

sagte seine Herrin.

Tamaru stellte das Tablett auf den Gartentisch, verbeugte

sich und ging auf leisen Sohlen hinaus. Beim Verlassen des

Gew.chshauses bewegte er sich ebenso beh.nde wie beim

Betreten. Die alte Dame hob den Deckel der Teekanne und

atmete den Duft ein. Nachdem sie sich vergewissert hatte,

dass die Bl.tter aufgegangen waren, goss sie abwechselnd

Tee in die Tassen. Dabei achtete sie darauf, dass seine

Konzentration in beiden gleich war.

.Es ist vielleicht eine dumme Frage, aber warum haben

Sie keine Tür aus Fliegengitter?., fragte Aomame.

Die Chefin hob den Kopf und blickte Aomame an.

.Fliegengitter?.

.Ja, wenn Sie von innen eine zweite Tür aus Fliegengitter

anbringen würden, müsste man sich nicht so vorsehen,

dass die Schmetterlinge nicht hinausfliegen..

Den Unterteller in der linken, führte die Chefin die Tasse

mit der rechten Hand zum Mund und nahm lautlos einen

Schluck von ihrem Kr.utertee. Sie sog genie.erisch den

Duft ein und nickte leicht. Sie stellte die Tasse auf den

Unterteller zurück und beides wieder auf das Tablett.

Nachdem sie sich die Mundwinkel betupft hatte, legte sie

sich die Serviette auf den Scho.. Für diese wenigen

Bewegungen brauchte sie mindestens dreimal so lange wie

ein normaler Mensch. Wie eine Fee im Wald, die sich an

duftendem Morgentau labt, dachte Aomame.

Die Chefin r.usperte sich leise. .Ich mag keine Gitter.,

sagte sie.

Aomame wartete schweigend, doch sie sprach nicht

weiter. Es blieb unklar, ob es sich um eine allgemeine

Abneigung handelte, jemandes Freiheit zu beschneiden,

oder um etwas, das sich aus .sthetischen Gesichtspunkten

ergab, oder um eine physiologische Aversion ohne

besonderen Grund. Allerdings war dies keine Frage, die ihr

im Augenblick sonderlich am Herzen lag. Nur etwas, das

ihr pl.tzlich eingefallen war.

Aomame nahm wie die alte Dame ihre Tasse mit dem

Kr.utertee in die Hand und trank ger.uschlos einen

Schluck. Eigentlich hatte sie für Kr.utertee nicht viel übrig.

Sie liebte Kaffee, der hei. und stark war wie ein b.ser Geist

um Mitternacht. Aber ein solcher Kaffee w.re

wahrscheinlich kein passendes Getr.nk für einen frühen

Nachmittag im Gew.chshaus. So hatte Aomame

entschieden, sich immer, wenn sie hier war, den Wünschen

der alten Dame anzuschlie.en. Diese bot ihr nun von den

Keksen an, und Aomame a. einen. Es war ein Ingwerkeks.

Er war knusprig und hatte die frische Sch.rfe von Ingwer.

Aomame erinnerte sich, dass die alte Dame vor dem Krieg

einige Zeit in England verbracht hatte. Auch sie nahm nun

einen von den Keksen und knabberte ein wenig daran. Sie

verhielt sich sehr ruhig, um den seltenen Schmetterling,

der auf ihrer Schulter schlief, nicht zu wecken.

.Wenn Sie gehen, wird Tamaru Ihnen wie üblich einen

Schlüssel übergeben., sagte sie. .Wenn Sie alles erledigt

haben, schicken Sie ihn bitte per Post zurück. Wie immer..

.Jawohl..

Eine Weile herrschte friedliches Schweigen. In das

geschlossene Gew.chshaus drang von au.en kein Laut. Der

Schmetterling schlummerte in aller Ruhe weiter.

.Wir tun nichts Unrechtes., sagte die alte Dame, indem

sie Aomame direkt ins Gesicht sah.

Aomame biss sich leicht auf die Lippen. Dann nickte sie.

.Ich wei...

.Schauen Sie bitte mal in den Umschlag dort., forderte

die alte Dame sie auf.

Aomame nahm den Umschlag vom Tisch und legte die

sieben Polaroid-Fotos, die er enthielt, neben der kostbaren

Seladon-Kanne wie Unheil verhei.ende Tarotkarten aus.

Sie zeigten Nahaufnahmen von K.rperteilen einer jungen

Frau. Rücken, Brüste, Ges.., Oberschenkel. Sogar die

Fu.sohlen. Nur ein Foto von ihrem Gesicht gab es nicht.

Blutergüsse und Striemen zeugten von Misshandlungen.

Anscheinend war irgendein Gürtel benutzt worden. Das

Schamhaar war versengt, in diesem Bereich schienen

Zigaretten ausgedrückt worden zu sein. Aomame verzog

unwillkürlich das Gesicht. Sie hatte schon .hnliche Fotos

gesehen, aber noch nie etwas derart Abscheuliches.

.So etwas sehen Sie zum ersten Mal, nicht wahr?., fragte

die alte Dame.

Aomame nickte wortlos. .Ich habe ja schon viel gesehen,

aber solche Fotos noch nie..

.Das hat dieser Mann getan., sagte die alte Dame. .Sie

hat drei Knochenbrüche und ist auf einem Ohr fast taub.

M.glicherweise wird sie nie wieder richtig h.ren.. Die

Lautst.rke ihrer Stimme ver.nderte sich nicht, aber sie

klang h.rter und k.lter als zuvor. Wie von diesem Wechsel

verst.rt, erwachte der Schmetterling auf ihrer Schulter und

flatterte davon.

Die alte Dame fuhr fort. .Einen Menschen, der sich so

verh.lt, darf man nicht gew.hren lassen. Unter keinen

Umst.nden..

Aomame sammelte die Fotos ein und steckte sie wieder in

den Umschlag.

.Finden Sie nicht?.

.Doch, das finde ich auch., pflichtete Aomame ihr bei.

.Wir tun das Richtige., sagte die Chefin.

Sie erhob sich von ihrem Stuhl und nahm – vielleicht um

sich zu beruhigen – die Gie.kanne, die neben ihr stand.

Aber sie griff danach wie nach einer raffinierten Waffe. Sie

war blass geworden. Ihre Augen waren starr und scharf auf

einen Winkel im Gew.chshaus gerichtet. Aomame folgte

ihrem Blick, konnte aber nichts Ungew.hnliches

entdecken. Nur einen Topf mit einer japanischen Distel.

.Vielen Dank, dass Sie sich herbemüht haben und

natürlich für die gute Arbeit., sagte sie, die leere

Gie.kanne in der Hand. Damit schien das Gespr.ch

beendet.

Aomame stand auf und nahm ihre Tasche. .Vielen Dank

für den Tee..

.Ich habe zu danken., sagte die alte Dame.

Aomame l.chelte schwach.

.Es gibt nichts, worüber Sie sich Sorgen machen

müssten.. Der Tonfall der alten Dame hatte seine übliche

Heiterkeit zurückgewonnen. In ihren Augen leuchtete ein

warmes Licht. Sie berührte Aomames Arm. .Denn wir tun

das Richtige..

Aomame nickte. Ihre Gespr.che endeten stets mit der

gleichen Sentenz. Vielleicht muss sie sich das st.ndig selbst

vorsagen, dachte Aomame. Wie ein Mantra oder ein Gebet.

.Du musst dir keine Sorgen machen. Wir tun das Richtige..

Aomame vergewisserte sich, dass kein Schmetterling in

der N.he war, .ffnete die Tür des Gew.chshauses einen

Spalt und schloss sie hinter sich, als sie drau.en war. Die

alte Dame blieb mit der Gie.kanne in der Hand zurück.

Au.erhalb des Gew.chshauses war die Luft kühl und frisch.

Es roch nach B.umen und Gras. Hier war die wirkliche

Welt. Die Zeit floss wieder in normalen Bahnen. Aomame

sog die Luft der Wirklichkeit tief in ihre Lungen.

Im Eingang wartete Tamaru in seinem Teakstuhl, um ihr

den Schlüssel zu einem Postfach zu übergeben.

.Alles klar?., fragte er.

.Ich glaube schon., erwiderte sie. Sie setzte sich neben

ihn, nahm den Schlüssel in Empfang und verstaute ihn in

einem Fach ihrer Umh.ngetasche.

Schweigend beobachteten die beiden eine Weile die

V.gel, die in den Garten kamen. Die Zweige der Weiden

neigten sich reglos in der v.lligen Windstille. Einige ihrer

Spitzen erreichten fast den Erdboden.

.Geht es der Frau besser?., fragte Aomame.

.Welcher Frau?.

.Der von dem Mann, der in dem Hotel in Shibuya den

Herzanfall hatte..

.Dass es ihr gutgeht, kann man im Moment nicht sagen.,

erkl.rte Tamaru stirnrunzelnd. .Sie hat noch einen Schock

und kann nicht sprechen. So etwas braucht Zeit..

.Wie ist sie?.

.Sie ist etwa Mitte drei.ig, kinderlos. Sie sieht sehr gut

aus und hat Stil. Leider kann sie sich in diesem Sommer

wohl nicht mehr im Badeanzug zeigen, und im n.chsten

vielleicht auch nicht. Hast du die Polaroids gesehen?.

.Ja, gerade eben..

.Scheu.lich, was?.

.Ziemlich., sagte Aomame.

.Ein g.ngiges Muster., sagte Tamaru. .Der Mann gilt in

der .ffentlichkeit als erfolgreich. Ist gesellschaftlich hoch

angesehen, guter Herkunft und hervorragend ausgebildet..

.Aber zu Hause verwandelt er sich total., fuhr Aomame

fort. .Vor allem wenn er betrunken ist, wird er gewaltt.tig.

Jedenfalls der Typ, der sich nur an Frauen vergreift. Er hat

nur die Ehefrau, die er verprügeln kann. Nach au.en hin

gibt er sich anst.ndig, mimt den gütigen, verst.ndnisvollen

Ehemann. Deshalb schenkt man der Ehefrau auch zuerst

keinen Glauben, wenn sie erz.hlt, welche

Abscheulichkeiten ihr angetan werden. Denn der Mann

sucht sich für seine Gewalttaten einen Ort aus, den

niemand einsehen kann. Und er achtet darauf, keine

Spuren zu hinterlassen. So ist es doch?.

Tamaru nickte. .In den meisten F.llen. Der da hat

allerdings nie einen Tropfen Alkohol getrunken. Der hat

das stocknüchtern und am helllichten Tag getan. Unn.tig

b.sartig. Sie wollte sich scheiden lassen. Aber er hat sich

stur geweigert. Vielleicht hat er sie sogar geliebt. Oder er

wollte sein bequemes Opfer nicht verlieren. Oder es gefiel

ihm unheimlich gut, seine Frau zu vergewaltigen..

Tamaru hob leicht die Fü.e und überprüfte den Glanz

seiner Schuhe. Dann fuhr er fort.

.Hat eine Frau Beweise, dass ihr Gewalt angetan wird,

kann sie natürlich die Scheidung einreichen, aber das

kostet Zeit und auch Geld. Und wenn der Mann einen

gewieften Anwalt hat, kann das ziemlich unangenehm

werden. Die Familiengerichte haben alle H.nde voll zu tun,

und Richter gibt es auch nicht genügend. Selbst wenn es

zur Scheidung kommt und eine Abfindung und

Unterhaltszahlungen festgesetzt werden, zahlt kaum ein

Mann wirklich. Weil er sich immer irgendwie herausreden

kann. Zahlungsunwilligkeit ist in Japan kein Grund, einen

Exmann ins Gef.ngnis zu stecken. Zeigt er die Bereitschaft

zu zahlen und überweist pro forma irgendeinen Betrag,

sieht das Familiengericht über alles hinweg. Die japanische

Gesellschaft l.sst gegenüber M.nnern noch immer gro.e

Nachsicht walten..

.übrigens., sagte Aomame, .bekam vor einigen Tagen so

ein gewaltt.tiger Ehemann auf seinem Hotelzimmer in

Shibuya praktischerweise einen Herzanfall..

.Die Formulierung .praktisch. ist mir ein wenig zu

direkt., sagte Tamaru und schnalzte leicht mit der Zunge.

.Durch glückliche Fügung würde mir gefallen. Auf alle

F.lle gibt es keinen Zweifel an der Todesursache, und da

die Versicherungssumme nicht auff.llig hoch ist, wird die

Lebensversicherung auch keinen Verdacht hegen.

Wahrscheinlich zahlt sie anstandslos. Dabei handelt es sich

um eine ganz ordentliche Summe. Mit diesem Geld kann

sie den ersten Schritt in ein neues Leben tun. Au.erdem

spart sie sich jetzt die Zeit und das Geld für eine Scheidung.

Und die komplizierten, sinnlosen gesetzlichen Formalit.ten

und die nervliche Belastung, die sich daran anschlie.en,

kann sie auch umgehen..

.Au.erdem ist dieser Dreckskerl aus der Welt

verschwunden und kann sich nicht irgendwo ein neues

Opfer suchen..

.Eine glückliche Fügung., sagte Tamaru. .Dank eines

Herzanfalls l.st sich alles in Wohlgefallen auf. Ende gut,

alles gut..

.Falls es so etwas wie ein Ende gibt., sagte Aomame.

Ein angedeutetes L.cheln rief kleine Falten in Tamarus

Mundwinkeln hervor. .Irgendwo gibt es ganz bestimmt ein

Ende. Nur dass nicht ausdrücklich dransteht: .Hier ist das

Ende.. An der obersten Sprosse einer Leiter steht ja auch

nicht: .Hier ist die letzte Sprosse. Bitte gehen Sie nicht

weiter., oder?.

Aomame schüttelte den Kopf.

.Das ist das Gleiche., sagte Tamaru.

.Man muss nur über etwas gesunden Menschenverstand

verfügen und die Augen offen halten, dann sieht man das

Ende schon., sagte Aomame.

Tamaru nickte. .Auch wenn man es nicht merkt …. Er

machte eine fallende Geste mit dem Finger. .Das Ende

kommt..

Die beiden schwiegen eine Weile und lauschten dem

Gezwitscher der V.gel. Es war ein heiterer

Aprilnachmittag. Nirgends ein Anzeichen von b.ser

Absicht oder Gewalt.

.Wie viele Frauen halten sich im Moment hier auf?.,

erkundigte sich Aomame.

.Vier., erwiderte Tamaru prompt.

.Alle in ungef.hr der gleichen Lage?.

.In einer .hnlichen., sagte Tamaru. Sein Mund wurde

schmal. .Aber die anderen drei F.lle sind nicht so ernst.

Die M.nner sind die üblichen Feiglinge, aber keiner so

b.sartig, dass es ein Thema w.re. Nichts als aufgeblasene

Schw.chlinge. Dafür müssen wir dich nicht bemühen. Mit

denen werde ich fertig..

.Auf legale Weise..

.Im Gro.en und Ganzen legal. Auch wenn man vielleicht

ein bisschen nachhelfen muss. Selbstverst.ndlich ist ein

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