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作者: 当前章节:15401 字 更新时间:2026-6-19 08:06

.Und die Lehrer an der Schule, auf der Eri war, wissen

nichts davon?.

.Nein. Es ist eine kleine Dorfschule. Vermutlich haben sie

das Wort Legasthenie noch nie geh.rt. Au.erdem ist sie

nur ganz kurz auf diese Schule gegangen..

.Dann k.nnen wir die Sache vielleicht unter Verschluss

halten..

Einen Moment lang sah es so aus, als würde der Sensei

Tengos Miene absch.tzen.

.Aus irgendeinem Grund scheint Eri Ihnen zu vertrauen.,

sagte er dann. .Warum, wei. ich nicht. Aber ….

Tengo schwieg und wartete darauf, dass der Sensei

fortfuhr.

.Ich wiederum habe Vertrauen zu ihr. Wenn sie also sagt,

man dürfe Ihnen das Werk überlassen, bleibt mir nichts

anderes übrig, als das zu akzeptieren. Wenn Sie allerdings

wirklich die Absicht haben, mit diesem Plan fortzufahren,

gibt es einige Fakten, die Eri betreffen und über die Sie

vorsichtshalber Bescheid wissen sollten.. Der Sensei

bürstete mehrmals mit der Hand über das rechte Knie

seiner Hose, als habe er dort einen winzigen Fussel

entdeckt. .Sie müssen erfahren, wo und wie sie ihre

Kindheit verbracht hat und welche Umst.nde dazu geführt

haben, dass sie bei mir aufgewachsen ist. Allerdings ist das

eine lange Geschichte..

.Ich m.chte sie h.ren., sagte Tengo.

Neben ihm setzte sich Fukaeri zurecht. Noch immer hielt

sie den Kragen ihrer Jacke mit beiden H.nden zusammen.

.Gut., sagte der Sensei. .Die Geschichte beginnt in den

sechziger Jahren. Eris Vater und ich waren lange Zeit sehr

eng befreundet. Er ist etwa zehn Jahre .lter als ich, und wir

unterrichteten das gleiche Fach an der gleichen Universit.t.

Obwohl unsere Charaktere und unsere Weltanschauung

nicht verschiedener h.tten sein k.nnen, waren wir uns aus

irgendeinem Grund sympathisch. Wir haben beide sp.t

geheiratet, und jeder von uns bekam eine Tochter. Wir

wohnten in der gleichen universit.tseigenen Siedlung und

besuchten einander auch mit unseren Familien. Beruflich

kamen wir ebenfalls gut voran. Bei vielen galten wir damals

als junge .scharfsinnige Gelehrte.. Sogar die Massenmedien

berichteten über uns. Für uns war das eine unheimlich

aufregende Zeit.

Mit dem Ende der sechziger Jahre versch.rfte sich die

politische Lage immer mehr. Als 1970 das japanisch-

amerikanische Sicherheitsabkommen verl.ngert wurde,

erreichten die Studentenproteste ihren H.hepunkt. Es kam

zu Blockaden an den Universit.ten, Zusammenst..en mit

den Sicherheitskr.ften, es gab zum Teil blutige innere

Auseinandersetzungen und sogar Tote. Die Lage eskalierte

derart, dass ich beschloss, die Universit.t zu verlassen. Jede

akademische Arbeit war unm.glich geworden, und ich

hatte damals alles gründlich satt. Ob man für oder gegen

das System war, spielte nicht die geringste Rolle.

Letztendlich ging es nur noch um K.mpfe zwischen

Organisationen. Und ich habe absolut kein Vertrauen zu

Organisationen, ob sie nun gro. oder klein sind. Ihrem

.u.eren nach waren Sie damals noch kein Student, nicht

wahr?.

.Als ich an die Uni kam, hatte sich der ganze Aufruhr

schon gelegt..

.Die Party war sozusagen vorbei..

.Genau..

Professor Ebisuno hob für einen Moment die H.nde und

lie. sie dann wieder auf seine Knie fallen. .Also verlie. ich

die Universit.t, und zwei Jahre sp.ter kehrte auch Eris

Vater ihr den Rücken. Er glaubte damals an Maos Ideen

und besch.ftigte sich intensiv mit der Gro.en

Kulturrevolution. Damals gab es ja kaum Informationen

über ihre grausamen und unmenschlichen Seiten, und die

kleine rote Fibel mit Maos Aussprüchen war bei einem Teil

der Intellektuellen richtig in Mode. Eris Vater gründete mit

Studenten, die er um sich geschart hatte, eine radikale

Zelle, eine Art Pseudo-Rote-Garde, und beteiligte sich an

der Bestreikung der Universit.t. Er hatte auch Anh.nger an

anderen Universit.ten, die an ihn glaubten und sich ihm

anschlossen. Zu Zeiten hatte die von ihm geführte Gruppe

gro.en Zulauf. Auf Aufforderung der Universit.tsleitung

drang das überfallkommando in die Universit.t ein und

riss die Barrikaden nieder. Er und seine Studenten wurden

festgenommen und verh.rt. Daraufhin wurde er entlassen.

Eri war damals noch so klein, dass sie sich an diese

Vorkommnisse wohl nicht mehr erinnern kann..

Fukaeri schwieg.

.Eris Vater hei.t Tamotsu Fukada. Nachdem er die

Universit.t verlassen hatte, trat er mit zehn Studenten, die

den harten Kern seiner Roten Garde gebildet hatten, der

.Takashima-Schule. bei. Der Gro.teil seiner Studenten war

von der Universit.t verwiesen worden, und sie brauchten

einen Platz, an dem sie unterkommen konnten. Takashima

war dafür nicht schlecht. Sie war damals schon ein Thema

in den Massenmedien. Haben Sie die Sache verfolgt?.

Tengo schüttelte den Kopf. .Nein..

.Fukadas Familie begleitete ihn. Das hei.t, seine Frau

und Eri. Sie zogen also zu Takashima. Sie wissen, worum es

sich bei dieser Gruppe handelt?.

.So ungef.hr., sagte Tengo. .Eine Art Landkommune, die

ein vollkommenes Gemeinschaftsleben anstrebte und sich

vom eigenen Anbau ern.hrte. Auch ihre Milchwirtschaft

galt landesweit als vorbildlich. Alles geh.rte allen,

Privateigentum wurde nicht anerkannt..

.Richtig. In diesem System versuchte Fukada sein Utopia

zu finden., sagte der Sensei und machte ein

nachdenkliches Gesicht. .Selbstverst.ndlich existiert auf

dieser Welt kein Utopia. Ebenso wenig wie dauerhafte

Solidarit.t und ebenso wenig, wie man Gold machen kann.

Die Takashima-Schule produzierte denkunf.hige Roboter,

wenn ich mal so sagen darf. Sie schaltete das eigene

Denken in den K.pfen ihrer Mitglieder ab. Sie lebten in

einer Welt, die gro.e .hnlichkeit mit der in George

Orwells Roman hatte. Aber wie Ihnen wahrscheinlich

bekannt ist, gibt es auf der Welt nicht wenige, die einen

hirnlosen Zustand wie diesen anstreben. Denn bequem ist

er auf alle F.lle. Niemand braucht sich komplizierte

Gedanken zu machen, es genügt, ohne Widerrede das

auszuführen, was einem von oben gesagt wird. Und das bei

drei Mahlzeiten am Tag. Für Menschen, die so etwas

suchen, war Takashima vermutlich wirklich das Paradies.

Aber Fukada war ganz anders, ein Mann mit eigenem

Kopf, der alles gründlich selbst durchdenken wollte. Ein

Mann, der für die Wissenschaft lebte. Er konnte sich

unm.glich mit den Zust.nden bei Takashima

zufriedengeben. Natürlich w.re Fukada nicht Fukada

gewesen, wenn er das nicht von Anfang an durchschaut

h.tte. Von der Uni vertrieben, mit ein paar

hochintelligenten Studenten im Schlepptau, ohne einen

Ort, an dem sie unterkommen konnten, hatte er die

Landkommune als vorl.ufigen Unterschlupf gew.hlt. Was

er von Takashima wollte, war Know-how. Sowohl Fukada

als auch alle seine Studenten waren in der Stadt

aufgewachsen und besa.en keinerlei Kenntnis von der

Landwirtschaft. Sie hatten ebenso wenig Ahnung davon wie

ich vom Raketenbau. Also musste ihr erster Schritt sein,

praktische F.higkeiten und Techniken zu erwerben. Auch

über die Verteilungsmechanismen, die Grenzen und

M.glichkeiten der Selbstversorgung und die konkreten

Regeln des Gemeinschaftslebens hatten sie eine Menge zu

lernen. Fast zwei Jahre blieb Fukada mit seinen Studenten

bei Takashima. In dieser Zeit lernten sie alles, was es zu

lernen gab. Und sie waren Menschen, die schnell lernten,

wenn sie wollten. Nachdem sie die St.rken und Schw.chen

der Takashima-Schule genaustens analysiert hatten,

verlie.en Fukada und seine Anh.nger sie und gründeten

eine eigene Kommune..

.Bei Takashima war es lustig., sagte Fukaeri.

Der Sensei l.chelte. .Ich glaube, die kleineren Kinder

hatten dort tats.chlich eine sch.ne Zeit. Aber wenn sie in

die Pubert.t kamen und ihr Selbstbewusstsein erwachte,

wurde Takashima für viele Kinder beinahe zu einer H.lle

auf Erden. Jeder natürliche Impuls, selbstst.ndig zu

denken, wurde gewaltsam unterdrückt. Statt der Fü.e

wurde ihnen das Gehirn abgebunden, k.nnte man sagen..

.Statt der Fü.e., fragte Fukaeri.

.Im alten China wurden den kleinen M.dchen die Fü.e

gewaltsam eingebunden, damit sie nicht zu gro. wurden.,

erkl.rte Tengo.

Stumm schien Fukaeri sich vorzustellen, wie das wohl

ausgesehen haben mochte.

.Im Kern bestand Fukadas Fraktion natürlich aus seinen

ehemaligen Studenten, der früheren Roten Garde, aber es

kamen auch unerwartet viele neue Mitglieder hinzu. Seine

Gruppe wuchs geradezu lawinenartig. Nicht wenige seiner

neuen Anh.nger waren Leute aus der Szene, die sich

Takashima aus Idealismus angeschlossen hatten, aber nun

unzufrieden und entt.uscht waren. Darunter befanden sich

Hippies, frustrierte Linksintellektuelle und solche, die aus

allen m.glichen Gründen mit ihrem Leben unzufrieden

gewesen und auf der Suche nach einer neuen Spiritualit.t

bei Takashima gelandet waren. Viele waren ledig, aber es

gab auch Familien wie die von Fukada. Alles in allem ein

ziemlich wild zusammengewürfelter Haufen. Fukada war

der geborene Anführer. Er war so etwas wie Moses für die

Israeliten. Scharfsinnig, redegewandt und mit einer

überlegenen Urteilskraft begabt. Er besa. gro.es Charisma.

Au.erdem ist er sehr gro.. Ja, genau, er hat etwa Ihre

Statur. Die Menschen erkoren ihn ganz selbstverst.ndlich

zum Mittelpunkt ihrer Gruppe und beugten sich seinem

Urteil..

Der Sensei breitete beide Arme aus, um die Gr..e des

Mannes zu demonstrieren. Fukaeris Blick wanderte

zwischen seinen ausgebreiteten Armen und Tengo hin und

her, aber sie sagte nichts.

.Fukada und ich sind charakterlich und k.rperlich v.llig

verschieden. Er ist von Natur aus ein Führer, ich bin ein

einsamer Wolf. Er ist ein politisch denkender Mensch, ich

bin v.llig unpolitisch. Er ist ein gro.er Mann, ich bin klein.

Er ist eine imposante Erscheinung, ich bin ein bescheidener

Gelehrter mit einem seltsam geformten Kopf. Und dennoch

verstanden wir uns als Freunde und Kollegen. Wir

akzeptierten und vertrauten uns gegenseitig. Ich übertreibe

nicht, wenn ich sage, er war der einzige Freund, den ich in

meinem ganzen Leben gehabt habe..

Unter der Führung von Fukada machte die Gruppe in den

Bergen von Yamanashi ein verlassenes Dorf ausfindig, das

ihren Vorstellungen entsprach. Die b.uerliche Jugend war

in die St.dte abgewandert, und allein konnten die

zurückgebliebenen Alten die Felder nicht bestellen. So

hatte sich das Dorf in eine Art Geisterstadt verwandelt.

Fukadas Gruppe konnte die .cker und H.user sozusagen

zum Selbstkostenpreis übernehmen. Auch ein paar

Gew.chsh.user aus Plastik waren vorhanden. Die Beh.rden

gew.hrten ihnen Unterstützung, mit der Auflage, dass die

bestehenden Felder weiter bebaut werden müssten. Fukada

steuerte Kapital aus einer pers.nlichen Quelle bei.

Professor Ebisuno wusste jedoch nicht, woher es

gekommen war. .Fukada hat nie darüber gesprochen. Was

es mit diesem Geld auf sich hatte, blieb sein Geheimnis.

Jedenfalls hat er das Geld, das der Gemeinschaft zum

Aufbau noch fehlte, irgendwo aufgetrieben. Damit konnten

sie das n.tige Baumaterial und die landwirtschaftlichen

Maschinen kaufen sowie ein paar Reserven anlegen. Sie

renovierten die dortigen H.user und schufen Wohnraum

für etwa drei.ig Mitglieder. Das war im Jahr 1974. Die neue

Kommune wurde auf den Namen .Die Vorreiter. getauft..

Die Vorreiter?, dachte Tengo. Den Namen hatte er schon

einmal geh.rt, wusste aber nicht mehr, in welchem

Zusammenhang. Es .rgerte ihn ziemlich, dass sein

Ged.chtnis ihn im Stich lie.. Der Professor fuhr fort.

.Fukada war darauf vorbereitet, dass die Jahre der

Eingew.hnung auf dem Land und die Verwaltung der

Kommune recht hart werden würden, doch alles

entwickelte sich weitaus günstiger, als er erwartet hatte.

Au.erdem spielten ihnen die klimatischen Verh.ltnisse

.fter in die H.nde, und die Einheimischen leisteten ihnen

nützliche Nachbarschaftshilfe. Fukadas aufrechter

Charakter war den Leuten sympathisch, und auch die

jungen Mitglieder der Vorreiter, die im Schwei.e ihres

Angesichts und mit Begeisterung den Boden bestellten,

machten gro.en Eindruck auf sie. Immer wieder kamen sie

vorbei und standen ihnen mit wertvollem Rat zur Seite.

Dadurch eignete sich die Gruppe sehr viel praktisches

Wissen über die Landwirtschaft an und lernte, im Einklang

mit der Erde zu leben. Im Grunde setzten die Vorreiter

zun.chst das bei Takashima gelernte Know-how um, aber

in einigen Dingen beschritten sie neue und eigene Wege.

Zum Beispiel gingen sie vollst.ndig zum organischen

Anbau über. Sie bemühten sich, ausschlie.lich organische

Dünger und keine chemischen Insektizide zu verwenden.

Schlie.lich begannen sie mit dem Verkauf von

Lebensmitteln an wohlhabendere Schichten in den St.dten,

bei denen sie h.here Preise erzielen konnten. Das war

sozusagen der Beginn der .kologischen Landwirtschaft. Der

Zeitpunkt und die Umst.nde waren ideal. Da die meisten

Mitglieder selbst in der Stadt aufgewachsen waren, wussten

sie genau, was eine st.dtische Bev.lkerung wünschte. Die

St.dter waren zunehmend bereit, für unbehandeltes,

frisches Gemüse von guter Qualit.t h.here Preise zu

zahlen. Die Vorreiter schlossen einen Vertrag mit einer

Spedition ab und schufen ein eigenes vereinfachtes

Liefersystem, durch das ihre Waren auf m.glichst

schnellem Weg in die St.dte gelangten. Sie waren die

Ersten, die gegen den allgemeinen Trend .urwüchsige

Gemüse, an denen noch Erde haftet. verkauften..

.Ich habe Fukadas Hof immer wieder besucht und mit

ihm gesprochen., erz.hlte Professor Ebisuno weiter. .Er

schien lebhaft von der Idee in Anspruch genommen, eine

ver.nderte Umwelt zu schaffen und neue M.glichkeiten

auszuprobieren. Vermutlich war es die friedlichste und

hoffnungsvollste Zeit seines Lebens. Auch seine Familie

schien sich an ihr neues Dasein gew.hnt zu haben.

Immer mehr Menschen kam der gute Ruf des Vorreiter-

Hofs zu Ohren, und viele wollten daran mitwirken. Durch

den Lieferservice wurde der Name zunehmend bekannt in

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