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作者: 当前章节:15366 字 更新时间:2026-6-19 08:06

den Schritt n.hte, und lie. die weiblichen Mitglieder

ausführlich daran üben. Um eine realistischere Wirkung zu

erzielen, stopfte sie den Handschuh manchmal auch mit

zwei Squashb.llen aus, gegen die immer wieder rasch und

erbarmungslos getreten wurde. Den meisten der Damen

bereitete diese übung au.ergew.hnliches Vergnügen, und

sie machten deutliche Fortschritte in dieser Technik.

Allerdings gab es auch Mitglieder (naturgem.. waren sie

meist m.nnlich), bei denen dieser Anblick Stirnrunzeln

hervorrief und die sich bei der Clubleitung beschwerten:

Das gehe ja wohl doch ein wenig zu weit. Schlie.lich wurde

Aomame vor den Gesch.ftsführer zitiert und erhielt die

Anweisung, die Hodentretübungen zu unterlassen.

.Aber es ist praktisch unm.glich, dass eine Frau den

Angriff eines Mannes abwehrt, ohne ihm in die Hoden zu

treten., versuchte Aomame ihn zu überzeugen. .In der

Regel ist der Mann gr..er und st.rker. Ein rascher Tritt in

die Hoden ist für die Frau die einzige Chance. Das sagt

auch Mao Zedong: Man muss die Schwachstelle des

Gegners entdecken und ihn, indem man ihm zuvorkommt,

genau dort angreifen. Nur so hat die Guerilla eine Chance

gegen regul.re Truppen..

.Wie Sie wissen, sind wir eins der führenden und

teuersten Sportstudios der Stadt., erkl.rte ihr der

Gesch.ftsführer mit besorgter Miene. .Die meisten unserer

Mitglieder sind namhafte Pers.nlichkeiten. Wir haben

einen Ruf zu wahren. Unser Image ist wichtig. Dass junge

Frauen sich hier versammeln, um – aus welchem Grund

auch immer – mit Geschrei einer Puppe in den Schritt zu

treten, ist würdelos. Es ist vorgekommen, dass angehende

Mitglieder, die sich den Club anschauen wollten und

zuf.llig Zeugen Ihres Kurses wurden, deshalb auf ihren

Beitritt verzichtet haben. Egal, was Mao Zedong sagt oder

von mir aus Dschingis Khan, ein solcher Anblick

verunsichert, ver.rgert oder verst.rt die meisten M.nner..

Die Verunsicherung, Ver.rgerung oder Verst.rung

m.nnlicher Mitglieder kümmerte Aomame nicht einen

Deut. Was bedeutete deren l.ppisches Unbehagen schon

im Vergleich zu den Qualen einer brutalen

Vergewaltigung? Doch gegenüber den Anweisungen ihres

Vorgesetzten war sie machtlos. Sie war gezwungen, das

Niveau ihrer Selbstverteidigungskurse drastisch zu senken.

Au.erdem wurde ihr untersagt, die Puppe zu verwenden,

weshalb das Training zu einer lauwarmen Formsache

verkam. Für Aomame war es so natürlich uninteressant,

und auch unter den Teilnehmerinnen erhoben sich

unzufriedene Stimmen, aber als Angestellter waren ihr

bedauerlicherweise die H.nde gebunden. Eine andere

M.glichkeit, als einem gewaltt.tigen Verfolger

wirkungsvoll in die Hoden zu treten, so erkl.rte Aomame

ihren Teilnehmerinnen, gebe es kaum. Elegante Techniken,

wie zum Beispiel einem Angreifer den Arm auf den Rücken

zu drehen, s.hen zwar verwegen aus, funktionierten aber in

einer echten Konfrontation meist nicht. Die Realit.t und

das, was man in Spielfilmen zu sehen bekomme, klafften

weit auseinander. Da sei es immer noch besser, nichts zu

tun und wegzulaufen.

Jedenfalls beherrschte Aomame etwa zehn Arten, einem

Mann in die Hoden zu treten, die sie auch am lebenden

Objekt ausprobiert hatte. An jungen M.nnern, die

natürlich einen Schutz trugen. Aber auch diese beklagten

sich – trotz .Eierbecher. – über zu gro.e Schmerzen und

baten um Schonung. Sie z.gerte nicht im Geringsten, ihre

raffinierte Technik, wenn es n.tig war, auch praktisch zum

Einsatz zu bringen. Sie war entschlossen, jedem Kerl, der es

wagte, ihr zu nahe zu kommen, das Jüngste Gericht und das

Reich Gottes zu zeigen. Sie würde ihn direkt auf die

südliche Halbkugel schicken, wo er sich gemeinsam mit

den K.ngurus und Wallabys vom t.dlichen Fallout

berieseln lassen konnte.

Aomame sa. an einer Bar und nippte an einem Tom

Collins, w.hrend sie über das Kommen des Jüngsten

Gerichts nachdachte. Sie tat, als würde sie auf jemanden

warten, und sah hin und wieder auf die Uhr, aber sie war in

Wirklichkeit nicht verabredet, sondern hielt unter den

eintreffenden G.sten Ausschau nach einem passenden

Liebhaber. Es ging auf halb neun zu. Sie trug einen

dunkelblauen Minirock und eine hellblaue Bluse, darüber

eine rotbraune Jacke von Calvin Klein. Auch heute hatte sie

ihren speziellen Eispick nicht dabei. Er ruhte, in ein

Handtuch gewickelt, friedlich in einer Schublade ihrer

Kommode.

Das als Singletreff bekannte Etablissement lag in

Roppongi. Auch viele Ausl.nder kamen dorthin. Ihnen

sagte wohl vor allem das Interieur zu, das im Stil einer von

Hemingway frequentierten Bar auf den Bahamas gehalten

war. Marline zierten die W.nde, und Fischernetze hingen

von der Decke. Daneben gab es zahlreiche Fotos von

Leuten, die riesige Fische geangelt hatten. Und ein Portr.t

von Hemingway. Ein gut gelaunter Papa Hemingway. Dass

der Schriftsteller in seinen sp.teren Jahren an Alkoholismus

gelitten und sich mit einem Jagdgewehr erschossen hatte,

kümmerte die Leute, die hierherkamen, wahrscheinlich

wenig.

An diesem Abend hatten bereits mehrere M.nner

Aomame angesprochen, aber keiner hatte ihr gefallen. Von

zwei Studenten, die sich für unwiderstehlich hielten, war

sie auf so penetrante Art angemacht worden, dass sie nicht

einmal Lust hatte zu antworten, und einen wenig

attraktiven Büroangestellten um die drei.ig hatte sie mit

den Worten .Ich warte auf jemanden. abblitzen lassen. Für

jüngere M.nner hatte Aomame nichts übrig. Sie neigten

zur Prahlerei, und das Einzige, von dem sie überm..ig viel

besa.en, war Selbstbewusstsein. Ihre Gespr.chsthemen

waren beschr.nkt und die Konversation entsprechend

langweilig. Im Bett verhielten sie sich gierig, und von

echtem erotischem Genuss hatten sie keine Ahnung. Mehr

nach ihrem Geschmack waren schon etwas angejahrte

M.nner mittleren Alters, m.glichst mit schütterem

Haaransatz. Trotzdem sollten sie keine Macken haben und

sauber sein. Au.erdem musste die Kopfform eben

stimmen. Aber so ein Mann war gar nicht so leicht zu

finden. Deshalb musste sie unbedingt Raum für

Kompromisse zulassen.

Lautlos seufzend schaute Aomame sich im Lokal um.

Warum gab es auf dieser Welt so wenig .geeignete

M.nner.? Wie zum Beispiel Sean Connery. Allein beim

Gedanken an die Form seines Kopfes bekam sie

Herzklopfen. Wenn er pl.tzlich auftauchen würde, dachte

sie, würde ich wahrscheinlich in Deckung gehen, falls ich

überhaupt etwas t.te. Doch selbstverst.ndlich würde Sean

Connery sich nie in einer auf Bahamas getrimmten Bar in

Roppongi blicken lassen.

Auf einem gro.en Fernsehschirm an der Wand des Lokals

lief ein Queen-Video. Aomame machte sich nicht viel aus

der Musik von Queen. Daher bemühte sie sich, m.glichst

nicht hinzuschauen und nicht auf die Musik zu h.ren, die

aus den Lautsprechern kam. Als das Queen-Stück zu Ende

war, kam ABBA. Du meine Güte, dachte sie. Ihr schwante,

dass es ein gr.sslicher Abend werden würde.

Aomame hatte die alte Dame aus der Weidenvilla in dem

Sportstudio, in dem sie arbeitete, kennengelernt. Sie hatte

einen von Aomames Selbstverteidigungskursen besucht. Sie

war zwar die Kleinste und .lteste gewesen, aber ihre

Bewegungen waren leicht und ihre Tritte schnell und

pr.zise. Sie würde, wenn es n.tig w.re, einem Mann ohne

Z.gern in die Hoden treten, dachte Aomame. Ohne

überflüssiges Gerede und ohne Umschweife. Gerade das

gefiel Aomame an ihr.

.In meinem Alter wird es wohl kaum noch notwendig

sein, einen Angreifer abzuwehren., sagte sie zu Aomame,

als der Kurs zu Ende war. Sie l.chelte fein.

.Das ist keine Frage des Alters., sagte Aomame

nachdrücklich, .sondern der Lebenseinstellung. Der

ernsthafte Wille, sich zu schützen, ist dabei das Wichtigste.

Wer einen Angriff duldet, gelangt nirgendwohin. Ein

chronisches Gefühl von Machtlosigkeit kann einen Mensch

zerst.ren oder ihm sehr schaden..

Die alte Dame blickte Aomame einen Moment lang

schweigend in die Augen. Die Worte oder der Tonfall

hatten aus irgendeinem Grund starken Eindruck auf sie

gemacht. Dann nickte sie ruhig. .Sie haben wirklich recht

mit dem, was Sie da sagen. Ich finde Ihre Art zu denken

sehr vernünftig..

Einige Tage sp.ter erhielt Aomame einen Umschlag. Er

war an der Rezeption des Sportstudios hinterlegt worden

und enthielt eine kurze Notiz: .Ich w.re Ihnen sehr

verbunden, wenn Sie die Zeit f.nden, mich einmal

anzurufen.. Au.erdem standen dort in sch.ner

Pinselschrift der Name und die Telefonnummer der alten

Dame.

Als Aomame die Nummer anrief, meldete sich die Stimme

eines Mannes; es war offenbar der Sekret.r, der sie wortlos

weiterverband, sobald sie ihren Namen genannt hatte. Die

alte Dame hob ab und bedankte sich für den Anruf. .Wenn

es Ihnen recht ist, k.nnten wir zusammen etwas essen

gehen. Ich würde gern in Ruhe etwas Pers.nliches mit

Ihnen besprechen., sagte sie.

.Sehr gern., erwiderte Aomame. .Wie w.re es dann

morgen Abend?., fragte die alte Dame. Aomame hatte

nichts dagegen. Sie fragte sich nur etwas verwundert, was

die alte Dame wohl mit ihr besprechen wollte.

Das Treffen fand in einem franz.sischen Restaurant in

einem ruhigen Teil von Azabu statt. Die alte Dame schien

dort seit l.ngerem Stammgast zu sein, denn sie wurden

direkt zu einem bestimmten Tisch geleitet. Der überaus

h.fliche Kellner in mittleren Jahren, der sie bediente,

kannte sie offenbar gut. Sie trug ein sch.n geschnittenes,

einfarbig hellgrünes Kleid (dem Anschein nach ein

Givenchy-Modell aus den sechziger Jahren) und eine Kette

aus Jade. Der Gesch.ftsführer kam eigens an ihren Tisch,

um sie ehrerbietig zu begrü.en. Auf der Karte waren viele

Gemüsegerichte, und auch der Geschmack war leicht und

erlesen. Zuf.llig bestand die Tagessuppe – passend zu

Aomames Namen – aus grünen Erbsen. Die alte Dame

nahm nur ein Glas Chablis, und Aomame schloss sich ihr

an. Passend zu den Speisen hatte der Wein ein erlesenes

zartfeines Bouquet. Als Hauptgang bestellte Aomame einen

gegrillten wei.en Fisch. Die alte Dame nahm nur ein

Gemüsegericht. Die Art, wie sie es verzehrte, war geradezu

ein Kunstwerk. In ihrem Alter, so sagte sie, brauche man

nur noch sehr wenig Nahrung zum überleben. .Und

m.glichst delikat sollte sie sein., fügte sie halb im Scherz

hinzu.

Die alte Dame beabsichtigte, Aomame zu ihrer

pers.nlichen Trainerin zu machen. Ob sie ihr nicht zwei-

bis dreimal in der Woche Kampfsportunterricht erteilen

und, wenn m.glich, auch Dehnübungen mit ihr machen

k.nne?

.Natürlich ist das m.glich., sagte Aomame. .Die

Clubleitung hat nichts dagegen, dass wir private

Trainingsstunden geben..

.Gut., sagte die alte Dame. .Allerdings m.chte ich den

Trainingsplan nur direkt mit Ihnen besprechen und

festlegen, um l.stiges Hin und Her und Einmischungen zu

vermeiden. Ist das ein Problem?.

.Nein..

.Dann k.nnen wir ja n.chste Woche anfangen., sagte die

alte Dame.

Damit war der gesch.ftliche Teil beendet.

.Wissen Sie., fuhr die alte Dame fort. .Was Sie kürzlich

im Club zu mir gesagt haben, hat mich sehr beeindruckt.

Das über die Machtlosigkeit. Wie sehr Machtlosigkeit

einem Menschen schadet. Erinnern Sie sich?.

.Ja.. Aomame nickte.

.Dürfte ich Ihnen eine direkte Frage stellen?., sagte die

alte Dame. .Ich will keine Zeit vergeuden und nicht lange

um den hei.en Brei herumreden..

.Sie k.nnen mich alles fragen., antwortete Aomame.

.Sind Sie Feministin? Oder lesbisch?.

Aomame err.tete ein wenig, dann schüttelte sie den Kopf.

.Ich glaube nicht. Meine Ansichten sind rein pers.nlicher

Natur. Nein, ich bin sicher keine Feministin, und lesbisch

bin ich auch nicht..

.Danke., sagte die alte Dame und schob sich, sichtlich

beruhigt, mit vollendeter Anmut ein Brokkolir.schen in

den Mund, kaute manierlich und nahm dann einen

winzigen Schluck Wein.

.Verstehen Sie mich recht, auch wenn Sie Feministin oder

Lesbierin w.ren, h.tte mir das nicht das Geringste

ausgemacht. Solche Dinge haben keinen Einfluss auf mich.

Aber dass Sie es nicht sind, macht die Sache einfacher. Sie

wissen, was ich damit sagen will?.

.Ich glaube, ich verstehe., sagte Aomame.

Von nun an besuchte Aomame zweimal w.chentlich die

Weidenvilla, um die alte Dame zu trainieren. Es gab dort

einen gro.en verspiegelten übungsraum, den diese für den

Ballettunterricht ihrer Tochter eingerichtet hatte, als sie

noch klein gewesen war. Die beiden bewegten ihre K.rper

dort in exakter Choreographie. Die alte Dame war für ihr

Alter sehr gelenkig und machte rasche Fortschritte. Sie

hatte immer sorgf.ltig auf ihren kleinen zierlichen K.rper

geachtet und ihn gepflegt. Neben

Selbstverteidigungstechniken brachte Aomame ihr die

Grundbegriffe des Stretchings bei und massierte sie, um

ihre Muskulatur zu lockern.

Aomame hatte ein besonderes Talent für Massage. An der

Sportuniversit.t war sie in diesem Fach stets die Beste

gewesen. Sie hatte sich die Namen s.mtlicher Knochen und

Muskeln des menschlichen K.rpers eingepr.gt, kannte die

Aufgaben und Eigenschaften jedes einzelnen Muskels und

wusste, wie man ihn aufbaute und erhielt. Für Aomame war

der K.rper des Menschen ein Tempel. Ob man darin nun

etwas verehrte oder nicht, es war ihre unerschütterliche

überzeugung, dass er zumindest gut in Schuss und sauber

gehalten werden sollte.

Aus pers.nlichem Interesse besch.ftigte sie sich neben

der üblichen Sportmedizin auch mit Akupunktur und hatte

mehrere Jahre regelm..ig bei einem chinesischen Meister

Unterricht genommen, den sie mit ihren raschen

Fortschritten beeindruckte. Mittlerweile konnte sie sich mit

einigem Recht als Profi bezeichnen. Aomame hatte ein

ausgezeichnetes Ged.chtnis, und ihre Wissbegier war

uners.ttlich, was die einzelnen Funktionen des

menschlichen K.rpers betraf. Vor allem aber hatte sie eine

ungew.hnliche Intuition in ihren Fingerspitzen. Wie

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