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作者: 当前章节:15406 字 更新时间:2026-6-19 08:06

manche Menschen das absolute Geh.r haben oder die

F.higkeit, unterirdische Wasseradern zu entdecken,

vermochte Aomame mit ihren Fingern sofort die

winzigsten Punkte zu erspüren, die unsere

K.rperfunktionen kontrollieren. Sie beherrschte diese

Kunst, die man nicht lernen kann, von Natur aus.

Sooft Aomame und die alte Dame das Training und die

Massage beendet hatten, tranken sie noch ein Weilchen

zusammen Tee und plauderten. Stets servierte Tamaru

ihnen den Tee auf dem silbernen Tablett. Da er im ersten

Monat vor Aomame niemals den Mund aufmachte, musste

sie die alte Dame fragen, ob er m.glicherweise stumm sei.

Einmal erkundigte sich die alte Dame, ob Aomame in der

Praxis schon einmal jemandem in die Hoden getreten habe,

um sich zu schützen.

Nur einmal, hatte Aomame geantwortet.

.Und hatten Sie Erfolg?., fragte die alte Dame.

.Es war sehr wirkungsvoll., erwiderte Aomame wachsam

und wortkarg.

.Glauben Sie, es würde bei unserem Tamaru klappen?.

Aomame schüttelte den Kopf. .Wahrscheinlich nicht.

Tamaru kennt sich in diesen Dingen sehr gut aus. Wenn

die Bewegung von einem, der sich auskennt, erkannt wird,

hat man keine Chance. Der Tritt in die Hoden funktioniert

nur bei Anf.ngern, die nicht an Schl.gereien gew.hnt

sind..

.Es ist Ihnen also aufgefallen, dass Tamaru kein

.Anf.nger. ist?.

Aomame w.hlte ihre Worte mit Bedacht. .Tja, wie soll

ich sagen? Er macht einen anderen Eindruck als

gew.hnliche Menschen..

Die alte Dame goss Sahne in ihren Tee und rührte ihn

langsam mit ihrem L.ffel um.

.Demnach war der Mann, mit dem Sie es damals zu tun

hatten, ein Anf.nger? War er gro.?.

Aomame nickte, sagte aber nichts. Der Mann war

k.rperlich fit gewesen und offenbar auch kr.ftig. Aber er

war eingebildet und lie. sich überrumpeln, weil sein

Gegner eine Frau war und er sie untersch.tzte. Bis dahin

hatte Aomame noch nie jemandem in die Hoden getreten

und auch nicht damit gerechnet, dass sie einmal in die

Verlegenheit kommen würde.

.Haben Sie den Mann ernsthaft verletzt?.

.Nein, es tat ihm nur für eine Weile ziemlich weh..

Die alte Dame schwieg einen Moment. Dann stellte sie

eine weitere Frage. .Haben Sie davor schon einmal einen

Mann angegriffen? Ihm nicht nur Schmerz zugefügt,

sondern ihn mit Absicht verwundet?.

.Ja., sagte Aomame. Lügen war nicht ihre St.rke.

.K.nnen Sie darüber reden?.

Aomame schüttelte kurz den Kopf. .Tut mir leid, das geht

nicht so einfach..

.Das macht nichts. Natürlich ist es nicht so leicht, über so

etwas zu sprechen. Es muss auch nicht sein., sagte die alte

Dame.

Schweigend tranken die beiden ihren Tee und hingen

ihren jeweiligen Gedanken nach.

Bald ergriff die alte Dame wieder das Wort. .Aber sollten

Sie irgendwann einmal das Gefühl haben, darüber sprechen

zu k.nnen, würden Sie mir dann erz.hlen, was geschehen

ist?.

.Ja, vielleicht. Aber m.glicherweise werde ich es nie

k.nnen. Ehrlich gesagt, ich wei. es selbst nicht..

Die alte Dame blickte Aomame ins Gesicht. .Ich frage

nicht aus Neugier., sagte sie dann.

Aomame schwieg.

.Ich kann sehen, dass Sie eine Last mit sich herumtragen.

Eine ziemlich schwere Last. Ich habe es gleich gespürt, als

wir uns das erste Mal begegnet sind. Sie haben einen

entschlossenen, starken Blick. Offen gesagt habe auch ich

eine solche Erfahrung. Etwas Schweres, das ich mit mir

herumtrage. Darum wei. ich Bescheid. Wir haben keine

Eile. Dennoch ist es besser, so etwas irgendwann

herauszulassen. Ich bin sehr verschwiegen und verfüge

über einige praktische Mittel. Wenn alles gutgeht, kann ich

Ihnen vielleicht nützlich sein..

Als Aomame es sp.ter wagte, der alten Dame ihre

Geschichte zu offenbaren, stie. sie damit eine neue Tür in

ihrem Leben auf.

.Was trinken Sie denn da?., sagte jemand dicht neben

Aomames Ohr. Es war die Stimme einer Frau.

Aomame kam zu sich und blickte auf. Eine junge Frau mit

einem Pferdeschwanz im Stil der fünfziger Jahre hatte sich

auf den Hocker neben ihr gesetzt. Sie trug ein zierlich

geblümtes Kleid, und über ihrer Schulter hing eine kleine

Umh.ngetasche von Gucci. Ihre N.gel waren gepflegt und

hellrosa lackiert. Sie war nicht dick, hatte aber ein etwas

pausb.ckiges, ausgesprochen liebenswürdiges Gesicht und

einen üppigen Busen.

Aomame war leicht perplex, denn sie hatte nicht erwartet,

von einer Frau angesprochen zu werden. Dies war ein Ort,

an dem M.nner Frauen ansprachen.

.Tom Collins., sagte Aomame.

.Schmeckt der?.

.Es geht, aber er ist nicht sehr stark, und man kann sich

über l.ngere Zeit daran festhalten..

.Warum hei.t er .Tom Collins.?.

.Keine Ahnung., sagte Aomame. .Vielleicht war das der

Name des Typen, der ihn zuerst gemacht hat. Allerdings

kann ich mir nicht vorstellen, dass das eine so besonders

erstaunliche Erfindung war..

Die Frau winkte den Barkeeper herbei und bestellte

ebenfalls einen Tom Collins. Sie bekam ihn sofort.

.Darf ich mich neben Sie setzen?., fragte die Frau.

.Natürlich, der Platz ist frei.. Und au.erdem sitzt du ja

schon, dachte Aomame, sagte aber nichts.

.Sie warten sicher auf jemanden?., fragte die Frau.

Aomame musterte sie schweigend, ohne zu antworten.

Die Frau war ungef.hr drei oder vier Jahre jünger als sie.

.übrigens habe ich kein Interesse an so was, Sie brauchen

sich also keine Sorgen zu machen., offenbarte die Frau ihr

flüsternd. .Ich sage es mal vorsichtshalber. Mir sind auch

M.nner lieber. Wie Ihnen..

.Wie mir?.

.Sie sind allein hier, um einen attraktiven Mann

kennenzulernen, oder nicht?.

.Sieht man das?.

Die andere kniff die Augen zusammen. .Das wei. man

doch. Diese Bar ist doch dafür da. Au.erdem sind wir keine

Professionellen..

.Natürlich nicht., sagte Aomame.

.Also, wenn es Ihnen recht ist, k.nnten wir ein Team

bilden. M.nnern f.llt es leichter, zwei Frauen anzusprechen

als eine, die allein ist. Zu zweit ist es auch lustiger, und man

fühlt sich irgendwie sicherer. Wir würden kein schlechtes

Team abgeben, ich bin mehr der weibliche Typ, und Sie

haben etwas Knabenhaftes an sich..

Knabenhaft, dachte Aomame. Es war das erste Mal, dass

jemand ihr das sagte.

.Wir kommen einander bestimmt nicht in die Quere,

auch wenn wir zusammen auftreten. Das würde bestimmt

gut klappen..

Die Frau kr.uselte die Lippen. .Ach, was hei.t bestimmt,

ganz sicher würde das klappen. Welchen Typ Mann

bevorzugen Sie?.

.Wenn m.glich jemanden in mittlerem Alter.,

antwortete Aomame. .Für junge M.nner habe ich nicht viel

übrig. Und er sollte schütteres Haar haben..

.Sie m.gen also .ltere Typen., sagte die Frau sichtlich

beeindruckt. .Also, mir gefallen ja vor allem junge,

gutaussehende, temperamentvolle M.nner, andere

interessieren mich nicht. Aber wenn Sie es sagen, sollte ich

es vielleicht auch mal mit so einem versuchen. Es geht doch

nichts über Erfahrungen. Die in mittleren Jahren sind gut,

sagen Sie? Also im Bett, meine ich..

.Das h.ngt wohl von der Person ab., erwiderte Aomame.

.Natürlich., sagte die Frau und kniff die Augen

zusammen, als würde sie eine Theorie überprüfen. .Man

kann natürlich nicht verallgemeinern. Aber k.nnten Sie

doch zusammenfassend etwas sagen?.

.Sie sind nicht schlecht. Die H.ufigkeit spielt für sie keine

Rolle. Au.erdem nehmen sie sich mehr Zeit. Haben keine

Eile. Und man kann es sich mehrmals von ihnen machen

lassen..

Die andere dachte einen Moment nach. .Bei Ihrer

Beschreibung kriege ich richtig Lust. Ich werde es auf alle

F.lle mal versuchen..

.Das liegt bei Ihnen., sagte Aomame.

.Haben Sie schon mal Sex zu viert ausprobiert? Mit

Partnertausch?.

.Nein..

.Ich auch nicht. H.tten Sie Interesse?.

.Ich glaube nicht., sagte Aomame. .Wir k.nnen ein

Team bilden, aber dann müsste ich noch etwas mehr über

Sie wissen. Sonst widersprechen wir uns vielleicht..

.Stimmt. Da haben Sie recht. Was m.chten Sie denn

wissen?.

.Also zum Beispiel … welchen Beruf Sie ausüben..

Die Frau nahm einen Schluck von ihrem Tom Collins und

stellte das Glas wieder auf den Deckel. Dann tupfte sie sich

den Mund mit der Papierserviette ab und inspizierte die

Flecken, die ihr Lippenstift darauf hinterlassen hatte.

.Schmeckt gut, oder?., sagte sie. .Die Basis ist Gin, nicht

wahr?.

.Gin, Zitronensaft und Soda..

.Nicht direkt eine sensationelle Erfindung, aber schmeckt

nicht übel..

.Freut mich..

.Ja, also, was bin ich von Beruf? Das ist eine etwas

schwierige Frage. Ehrlich gesagt, Sie werden es mir

wahrscheinlich nicht glauben..

.Sagen Sie es mir erst mal., sagte Aomame. .Ich arbeite

als Trainerin in einem Sportstudio. Haupts.chlich

Kampfsport. Und Stretching..

.Kampfsport., sagte die Frau bewundernd. .So ungef.hr

wie Bruce Lee?.

.So ungef.hr..

.Sind Sie gut?.

.Es reicht..

Die Frau l.chelte und hob ihr Glas. .Wenn es hart auf

hart kommt, sind wir auf jeden Fall ein unschlagbares

Team. Ich habe ziemlich lange Aikido gemacht. Um die

Wahrheit zu sagen, ich bin bei der Polizei..

.Bei der Polizei., wiederholte Aomame. Ihr blieb der

Mund leicht offen stehen, und sie war sprachlos.

.Ja, ich bin Polizistin. Sieht man mir gar nicht an, oder?.,

sagte die Frau.

.Wirklich nicht., sagte Aomame.

.Aber es stimmt. Ehrlich. Ich hei.e Ayumi..

.Ich bin Aomame..

.Aomame – Erbse. Ist das Ihr richtiger Name?.

Aomame nickte ernst. .Wenn Sie bei der Polizei sind,

dann tragen Sie Uniform und eine Pistole und fahren in

einem Streifenwagen?.

.Ich bin Polizistin geworden, weil ich genau das tun

wollte, aber so richtig lassen sie mich nicht., sagte Ayumi

und knabberte ger.uschvoll an einer Salzbrezel aus der

Schale, die vor ihnen stand. .Im Augenblick besteht meine

Aufgabe haupts.chlich darin, eine l.cherliche Uniform zu

tragen und in einem Ministreifenwagen Parksünder zu

jagen. Eine Pistole darf ich natürlich nicht tragen.

Schlie.lich muss man wegen harmloser Bürger, die ihren

Toyota Corolla vor einem Hydranten geparkt haben, keine

Warnschüsse abgeben. Meine Ergebnisse beim

Schie.training sind ziemlich gut, aber das interessiert

niemanden. Ich bin ja nur eine Frau. Die kann ruhig Tag für

Tag ihre Runde machen und mit Kreide Uhrzeiten und

Nummern auf den Asphalt schreiben..

.Wenn Sie Pistole sagen, meinen Sie dann eine

halbautomatische Beretta?.

.Genau. Inzwischen haben wir nur noch solche. Die

Beretta ist etwas zu schwer für mich. Wenn sie geladen ist,

wiegt sie fast ein Kilogramm..

.Sie hat 850 Gramm Eigengewicht., sagte Aomame.

Ayumi sah Aomame an wie einen Pfandleiher, der eine

Armbanduhr sch.tzt. .Warum wissen Sie das so genau?.

.Ich habe mich schon immer für Waffen interessiert.,

sagte Aomame. .Natürlich habe ich noch nie mit so einer

geschossen..

.Aha., sagte Ayumi verst.ndnisvoll. .Ich schie.e

eigentlich gern. Die Beretta ist zwar schwer, aber weil ihr

Rücksto. nicht so stark ist wie bei den alten Polizeiwaffen,

kann auch eine kleine Frau sie problemlos handhaben,

wenn sie genug übt. Aber so denken die da oben nicht. Sie

bezweifeln, dass Frauen überhaupt mit Waffen umgehen

k.nnen. Bei der Polizei sitzen nur Chauvis in

Führungspositionen. Beim Schlagstocktraining war ich so

gut, dass die meisten m.nnlichen Kollegen nichts gegen

mich ausrichten konnten. Aber anerkannt wurde das von

niemandem. Das Einzige, was dabei herauskam, waren

anzügliche Bemerkungen. ,Dich würde ich jederzeit meinen

Schlagstock halten lassen. Sag nur Bescheid, wenn du mal

üben willst. – solches Zeug. Da hat sich seit hundertfünfzig

Jahren nichts ge.ndert..

Ayumi nahm ein P.ckchen Virginia Slims aus der Tasche,

zog mit geübtem Griff eine heraus, steckte sie zwischen die

Lippen und zündete sie mit einem schmalen goldenen

Feuerzeug an. Langsam stie. sie den Rauch nach oben aus.

.Warum bist du überhaupt zur Polizei gegangen? Ich darf

doch du sagen?., fragte Aomame.

.Klar. Ursprünglich wollte ich gar nicht zur Polizei, aber

einen normalen Bürojob wollte ich nicht machen. Und

gro.e Lust zu studieren hatte ich auch nicht. Entsprechend

begrenzt war die Auswahl. Also machte ich im vierten

Studienjahr die Aufnahmeprüfung für die Polizeischule.

Au.erdem sind ein paar Verwandte von mir bei der Polizei.

Mein Vater, mein .lterer Bruder und auch ein Onkel von

mir. Und weil bei der Polizei im Prinzip alles von

Seilschaften abh.ngt, hat man bessere Chancen auf eine

Einstellung, wenn man dort Verwandte hat..

.Aha, eine richtige Polizistenfamilie..

.Genau. Aber bevor ich zur Polizei kam, h.tte ich nie

gedacht, dass Frauen dort derart diskriminiert werden.

Wei.t du, Polizistinnen sind Menschen zweiter Klasse. Du

kriegst nur die spannendsten Aufgaben: Verkehrssünder

schnappen, am Schreibtisch hocken und Protokolle

ausfüllen, weibliche Verd.chtige durchsuchen oder die

Verkehrserziehung an Grundschulen übernehmen. Und

eindeutig unf.higere M.nner bekommen einen

spannenden Fall nach dem anderen. Die Vorgesetzten

reden vornherum munter von Chancengleichheit, aber in

Wirklichkeit ist das nicht so einfach. Da vergeht einem

jeder Ehrgeiz und jede Motivation. Verstehst du?.

Aomame pflichtete ihr bei.

.Das macht mich echt wütend!.

.Hast du keinen Freund oder so was?.

Ayumi runzelte die Stirn und starrte bitter auf die

schlanke Zigarette zwischen ihren Fingern. .Als Polizistin

eine Beziehung zu haben ist total kompliziert. Der Dienst

ist so unregelm..ig, dass ich mich kaum mit jemandem

treffen kann, der normale Arbeitszeiten hat. Und selbst

wenn ich es irgendwie schaffe, machen die .normalen.

M.nner einen flotten Rückzieher, sobald sie erfahren, dass

ich Polizistin bin. Wie Krebse, die sich an den Strand

flüchten. Gr.sslich, oder?.

Aomame nickte zustimmend.

.Das Einzige, was einem übrig bleibt, w.re die Beziehung

zu einem Kollegen, aber die meisten von denen sind das

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