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作者: 当前章节:15373 字 更新时间:2026-6-19 08:06

auch sei –, vor der .ffentlichkeit verbergen müssen..

.Ob sie wieder politisch aktiv sind?., fragte Tengo.

.Das ist ziemlich unwahrscheinlich., sagte der Sensei

sofort. .Die Vorreiter haben nie politische Ziele verfolgt.

Deshalb kam es ja seinerzeit zur Spaltung und Gründung

von Akebono..

.Aber sp.ter muss etwas geschehen sein, das Eri zur

Flucht gezwungen hat..

.Genau., sagte der Sensei. .Etwas von so

einschneidender Bedeutung, dass sie ihre Eltern

zurücklassen und allein fortgehen musste. Aber Eri hat nie

auch nur das Geringste erz.hlt..

.Vielleicht hatte sie einen Schock, oder die Erfahrung war

so traumatisch, dass sie nicht darüber sprechen kann?.

.Nein, Eri machte auch damals nicht den Eindruck, als

habe sie einen Schock, Angst vor etwas oder w.re verst.rt,

weil sie von ihren Eltern getrennt und allein war. Sie war

einfach wie bet.ubt. Dann hat sie sich problemlos bei uns

eingew.hnt. Beinahe verd.chtig leicht und

widerstandslos..

Der Professor schaute zur Tür. Dann wandte er seinen

Blick wieder Tengo zu.

.Was auch immer mit Eri passiert ist, ich m.chte ihr das

Geheimnis nicht mit Gewalt entrei.en. Ich glaube, was sie

braucht, ist Zeit. Deshalb habe ich sie auch nichts gefragt

und werde, auch wenn sie weiter schweigt, so tun, als sei

nichts. Eri war die ganze Zeit mit Azami zusammen. Sobald

Azami aus der Schule kam, haben sie sich sogar zum Essen

in ihr Zimmer zurückgezogen. Was die beiden da gemacht

haben, wei. ich nicht. Vielleicht hat Eri sich Azami

anvertraut. Aber ich habe da nicht nachgehakt und sie tun

lassen, was ihnen gefiel. Abgesehen davon, dass Eri anfangs

nicht gesprochen hat, gab es nie Probleme in unserem

Zusammenleben. Sie ist ein intelligentes M.dchen und

h.rte auf das, was ich ihr sagte. Sie und Azami wurden

unzertrennliche Freundinnen. Allerdings ging Eri damals

nicht zur Schule, denn ein Kind, das kein Wort spricht,

kann man ja nicht zur Schule schicken..

.Sie und Azami hatten bis dahin allein gelebt?.

.Meine Frau ist vor zehn Jahren gestorben., sagte der

Sensei. Er machte eine Pause. .Sie kam bei einem

Auffahrunfall ums Leben. Meine Tochter und ich blieben

allein zurück. Eine entfernte Verwandte von uns, die hier in

dieser Gegend wohnt, erledigt den gr..ten Teil der

Hausarbeit für uns. Sie kümmert sich auch um die

M.dchen. Meine Frau zu verlieren war furchtbar für mich,

und auch Azami hat sehr gelitten. Ein so pl.tzlicher Tod

trifft einen ja v.llig unvorbereitet. So war es, von den

n.heren Umst.nden abgesehen, trotz allem ein Glück, dass

Eri zu uns zog. Obwohl sie nicht sprach, vermittelte uns

seltsamerweise schon ihre blo.e Anwesenheit ein Gefühl

von Sicherheit. In den sieben Jahren, die seither vergangen

sind, hat Eri, wenn auch nur Stück für Stück, die Sprache

wiedererlangt. Verglichen mit damals, als sie zu uns kam,

hat sich ihre Ausdrucksf.higkeit auff.llig verbessert.

Vielleicht wirkt ihre Art zu sprechen auf andere Menschen

etwas sonderbar, aber wir sehen darin einen

bemerkenswerten Fortschritt..

.Besucht Eri im Moment eine Schule?.

.Nein. Wir haben sie nur der Form halber angemeldet.

Realistisch gesehen, w.re der Schulalltag nichts für sie. Sie

wird von mir und ein paar Studenten, die ich dafür

angestellt habe, privat hier zu Hause unterrichtet. Eine

regul.re schulische Ausbildung kann man das nicht

nennen, im Grunde ist das Stückwerk. Weil es ihr so

schwerf.llt, selbst zu lesen, haben wir ihr bei jeder

Gelegenheit vorgelesen. Auch H.rbücher auf Band haben

wir für sie gekauft. Das ist ungef.hr die Ausbildung, die sie

bisher erhalten hat. Allerdings ist sie ein sehr intelligentes

M.dchen. Sie besitzt eine erstaunlich schnelle, gründliche

und effiziente Auffassungsgabe, wenn sie etwas lernen will.

Wirklich herausragend. Dinge, die sie nicht interessieren,

ignoriert sie dafür v.llig. Da besteht eine gro.e

Diskrepanz..

Die Tür zum Empfangsraum blieb weiter geschlossen.

Konnte es wirklich so lange dauern, Wasser zu erhitzen

und Tee aufzubrühen?

.Eri hat also Azami die Geschichte von der .Puppe aus

Luft. erz.hlt, ja?., fragte Tengo.

.Wie gesagt, haben sich die beiden M.dchen abends

immer in ihr Zimmer eingeschlossen. Was sie da gemacht

haben, wei. ich nicht. Das ist ihr Geheimnis. Doch

irgendwann scheint es haupts.chlich um Eris Geschichte

gegangen zu sein. Azami hat das, was Eri ihr erz.hlte,

mitgeschrieben oder aufgenommen und es dann auf dem

Wortprozessor in meinem Büro zu einem Text verarbeitet.

Seither scheint Eri allm.hlich wieder zu ihren Gefühlen

zurückzufinden. Die Apathie, die sie fast wie eine Membran

überzogen hatte, ist verschwunden, und ihre Mimik ist

zurückgekehrt. Beinahe, als würde die Eri von früher

wieder zum Vorschein kommen..

.Es hat also eine Genesung eingesetzt?.

.Keine vollst.ndige, aber zumindest eine teilweise.

Vielleicht ist Eris Rückkehr zu sich selbst dadurch in Gang

gekommen, dass sie ihre Geschichte erz.hlt hat..

Tengo dachte nach. Dann wechselte er das Thema.

.Haben Sie wegen der Fukadas die Polizei eingeschaltet?.

.Ja, ich war auf dem .rtlichen Polizeirevier. Ich habe

nichts von Eri gesagt, nur gemeldet, dass ich seit l.ngerer

Zeit zu guten Freunden bei den Vorreitern keine

Verbindung h.tte. Ob da ein Fall von Freiheitsberaubung

vorliegen k.nne? Leider hatten sie damals keine Handhabe.

Das Anwesen der Vorreiter ist Privatbesitz, und solange

kein Beweis für ein Verbrechen vorliegt, kann die Polizei

keinen Fu. hineinsetzen. Man konnte reden, soviel man

wollte, sie gew.hrten einfach niemandem Zutritt. Und seit

1979 ist es faktisch so gut wie unm.glich, gegen sie zu

ermitteln..

Der Professor schüttelte in der Erinnerung an die

damaligen Ereignisse mehrmals den Kopf.

.Ist 1979 etwas Besonderes passiert?., fragte Tengo.

.In dem Jahr wurden die Vorreiter als

Religionsgemeinschaft anerkannt..

Tengo fehlten für einen Augenblick die Worte. .Als

Religionsgemeinschaft?.

.Wirklich erstaunlich., sagte der Professor. .Die

Vorreiter erhielten vom Gouverneur der Pr.fektur

Yamanashi die offizielle Anerkennung als

Religionsgemeinschaft. Seither ist es für die Polizei nahezu

unm.glich, einen Durchsuchungsbefehl für das Anwesen

zu bekommen. Denn damit w.re das verfassungsm..ig

garantierte Recht auf freie Religionsausübung bedroht. Und

die Vorreiter hatten gute Anw.lte und eine starke

Verteidigung aufgebaut. Mit der .rtlichen Polizei kam man

dagegen nicht an. Es war auch die Polizei, die mich über die

Anerkennung der Vorreiter als Religionsgemeinschaft

informierte. Ich war v.llig verblüfft. Es traf mich wie ein

Schlag aus heiterem Himmel, anfangs konnte ich es

überhaupt nicht glauben. Selbst als sie mir die Dokumente

zeigten und ich mich mit eigenen Augen überzeugt hatte,

fiel es mir nicht leicht, es zu verdauen. Ich kenne Fukada

seit einer Ewigkeit. Sein Charakter und seine Pers.nlichkeit

sind integer. Durch meine Arbeit als Kulturanthropologe

habe ich einen nicht nur oberfl.chlichen Bezug zur

Religion. Doch im Gegensatz zu mir war Fukada immer ein

von Grund auf politischer Mensch, ein Mann, dessen

oberstes Gebot die Vernunft war. Jedenfalls hatte er eine

nahezu physiologische Abneigung gegen alles Religi.se.

Eine Anerkennung als Religionsgemeinschaft, und sei es

aus strategischen Gründen, h.tte er nie akzeptiert..

.Es ist doch sicher gar nicht so leicht, diesen Status zu

erhalten..

.Ganz gewiss nicht., sagte der Professor. .Man muss

zahllose Anforderungen und Auflagen erfüllen und ein

kompliziertes offizielles Gesuch nach dem anderen

einreichen, aber wenn politischer Einfluss dahintersteht,

lassen sich solche Schranken verh.ltnism..ig leicht aus

dem Weg r.umen. Die Grenze zwischen einer richtigen

Religion und einer Sekte zu ziehen ist eine viel heiklere

Angelegenheit. Es gibt keine bestimmte Definition, alles ist

Interpretationssache. Und wo es Raum für Interpretation

gibt, gibt es immer auch Raum für politische und sonstige

Interessen. Zum Beispiel ist eine Religionsgemeinschaft

steuerlich begünstigt und gesetzlich besonders geschützt..

.Jedenfalls sind die Vorreiter also nicht mehr nur eine

Landkommune, sondern auch eine religi.se Gruppe. Noch

dazu eine erschreckend abgeschlossene Gruppe..

.Eine Neue Religion. Oder deutlicher ausgedrückt, eine

Sekte..

.Ich verstehe das nicht. Für eine solche Wende muss es

doch einen bedeutsamen Grund gegeben haben..

Der Sensei betrachtete seine H.nde, auf denen eine

Menge struppiger grauer Haare wuchsen. .Sie haben recht.

Zweifellos hat es ein einschneidendes Ereignis gegeben, das

diese Wende veranlasst hat. Ich habe selbst immer wieder

darüber nachgedacht. Die verschiedensten M.glichkeiten

in Betracht gezogen. Dennoch habe ich nicht die leiseste

Ahnung, was dieser Anlass gewesen sein k.nnte. Sie halten

alles v.llig geheim und schotten sich so sehr ab, dass die

Zust.nde im Inneren absolut undurchschaubar sind. Auch

der Name Fukadas – der ja immerhin Führer der Vorreiter

war – ist seither nie mehr aufgetaucht..

.Und vor drei Jahren kam es zu dieser Schie.erei, und

Akebono l.ste sich auf., sagte Tengo.

Der Professor nickte. .Nur die Vorreiter, aus denen

Akebono ja hervorgegangen war, haben überlebt. Und

blühten und gediehen..

.Also hat die Sache mit der Schie.erei den Vorreitern

nicht besonders geschadet..

.Genau., sagte der Sensei. .Im Gegenteil, es war sogar

gute Publicity. Diese Leute sind gerissen, und sie haben die

Sache zu ihrem Vorteil gewendet. Aber das passierte alles

erst, nachdem Eri die Vorreiter schon verlassen hatte. Wie

gesagt hatte die Schie.erei wohl nicht direkt etwas mit ihr

zu tun..

Sie wechselten das Thema.

.Haben Sie .Die Puppe aus Luft. gelesen?., fragte Tengo.

.Selbstverst.ndlich..

.Was halten Sie davon?.

.Eine hochinteressante Geschichte., sagte der Sensei.

.Sehr bildreich und suggestiv. Allerdings verstehe ich, offen

gestanden, nicht, was die blinde Ziege, die .Little People.

und die .Puppe aus Luft. bedeuten..

.Glauben Sie, dass Eri in dieser Geschichte etwas erz.hlt,

das sie bei den Vorreitern erlebt hat? Oder zumindest auf

etwas Konkretes hinweist, dessen Zeugin sie war?.

.M.glich w.re das. Aber es ist schwer zu bestimmen, wo

die Realit.t aufh.rt und die Phantasie beginnt. Die

Geschichte hat etwas von einem Mythos. Man k.nnte sie

auch als geschickte Allegorie auffassen..

.Eri hat mir gesagt, die Little People gebe es wirklich..

Als der Sensei das h.rte, machte er ein besorgtes Gesicht.

.Sie glauben also, dass das, was sie in .Die Puppe aus

Luft. beschrieben hat, tats.chlich passiert ist?.

Tengo schüttelte den Kopf. .Ich will nur sagen, dass die

Geschichte bis in alle Einzelheiten ungew.hnlich realistisch

geschildert ist und für einen Roman gro.e Kraft besitzt..

.Und jetzt m.chten Sie diesem Etwas, das der Geschichte

innewohnt, eine klarere Form geben, indem Sie sie mit

Ihren eigenen Worten neu schreiben. Stimmt das so?.

.Wenn es geht..

.Ich bin Kulturanthropologe., sagte der Professor. .Ich

habe meine wissenschaftliche Laufbahn beendet, bin aber

noch immer von ihrem Geist durchdrungen. Ein Ziel dieser

Wissenschaft ist es, besondere Bilder, über die die

Menschheit verfügt, miteinander zu vergleichen und darin

universelle Gemeinsamkeiten zu entdecken. Und diese

wieder auf das Individuum anzuwenden. Dadurch erh.lt

der Mensch, obwohl er autonom ist, eine Zugeh.rigkeit.

Verstehen Sie, was ich sage?.

.Ich glaube schon..

.Vielleicht streben Sie mit Ihrer Arbeit etwas .hnliches

an..

Tengo spreizte beide H.nde auf den Knien. .Klingt

schwierig..

.Aber vielleicht lohnt es sich, es zu versuchen..

.Ich wei. nicht einmal, ob ich die F.higkeit dazu

besitze..

Der Professor blickte Tengo ins Gesicht. In seinen Augen

war jetzt ein besonderes Leuchten.

.Mich würde interessieren., sagte er, .ob Eri bei den

Vorreitern etwas zugesto.en ist. Und welches Schicksal das

Ehepaar Fukada erlitten hat. Seit sieben Jahren bemühe ich

mich, Licht in die Sache zu bringen, habe aber nie eine

Spur entdeckt. Die Mauer, die mir den Zugang versperrt, ist

zu dick und hart, als dass ich sie bezwingen k.nnte. Doch

vielleicht verbirgt sich in der Geschichte von der .Puppe

aus Luft. ein Schlüssel zur L.sung des R.tsels. Selbst wenn

nur die winzigste Chance besteht, m.chte ich, dass Sie

weitermachen. Ob und inwieweit Sie dafür qualifiziert sind,

wei. ich nicht. Aber vielleicht besteht Ihre Bef.higung

schon darin, dass Sie Eris Geschichte wertsch.tzen und sich

so sehr in sie vertieft haben..

.Ich m.chte, dass Sie mir ganz eindeutig mit Ja oder Nein

antworten., sagte Tengo. .Deshalb bin ich heute hier.

Erteilen Sie mir die Erlaubnis, .Die Puppe aus Luft. zu

überarbeiten?.

Der Sensei nickte. .Ich m.chte Ihre überarbeitete

Fassung lesen. Eri scheint Ihnen v.llig zu vertrauen. Als

einzigem Menschen, abgesehen von Azami und mir

selbstverst.ndlich. Daher gestatte ich Ihnen, es zu

versuchen. Ich vertraue Ihnen Eris Werk an. Meine Antwort

lautet demnach eindeutig Ja..

Er machte eine Pause, und eine gewichtige,

schicksalsschwangere Stille senkte sich über den Raum. Just

in diesem Moment brachte Fukaeri den Tee. Als habe sie

vorausberechnet, dass das Gespr.ch der beiden nun

beendet war.

Die Rückfahrt legte Tengo allein zurück. Fukaeri war mit

dem Hund spazieren gegangen. Als die Abfahrtszeit des

Zuges nahte, rief man Tengo ein Taxi, in dem er zum

Bahnhof Futamatao fuhr. In Tachikawa stieg er in die

Chuo-Linie um.

Ab Mitaka sa.en ihm eine Mutter und ihre kleine Tochter

gegenüber. Beide waren sehr adrett. Ihre Kleidung wirkte

weder teuer noch besonders neu. Aber sie war makellos

sauber und gepflegt. Die wei.en Sachen waren so wei.,

dass es wei.er nicht ging, und alles war sorgf.ltig gebügelt.

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