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作者: 当前章节:15421 字 更新时间:2026-6-19 08:06

Zu Hause angekommen, fiel ihm ein, dass er gar nichts zu

Mittag gegessen hatte, und er machte sich eine Kleinigkeit

zum Abendbrot. Nach dem Essen h.tte er gern Komatsu

angerufen, um ihm von dem Ausgang des Treffens zu

erz.hlen. Aber der ging sonntags nicht in die Redaktion,

und Tengo hatte seine Privatnummer nicht. Und wenn

Komatsu wissen wollte, was passiert war, konnte er ja auch

Tengo anrufen.

Es war kurz nach zehn, und er wollte gerade ins Bett

gehen, als das Telefon klingelte. Tengo vermutete, es sei

Komatsu, aber als er abhob, erkannte er die Stimme seiner

verheirateten Freundin. Sie habe zwar nicht viel Zeit, sagte

sie, doch wolle sie fragen, ob sie übermorgen Nachmittag

kurz bei ihm vorbeikommen dürfe.

Im Hintergrund war leise Klaviermusik zu h.ren.

Anscheinend war ihr Mann noch nicht wieder zu Hause.

Natürlich, sagte Tengo. Wenn sie vorbeik.me, würde er die

Arbeit am Manuskript von .Die Puppe aus Luft. eine Weile

unterbrechen müssen. Doch beim Klang ihrer Stimme

spürte Tengo, dass es ihn stark nach ihrem K.rper

verlangte. Er legte auf, ging in die Küche, goss sich ein Glas

Wild Turkey ein und kippte ihn an der Spüle stehend in

einem Zug hinunter. Anschlie.end legte er sich ins Bett, las

ein paar Seiten und schlief ein.

So ging für Tengo ein langer, sonderbarer Sonntag zu

Ende.

KAPITEL 13

Aomame

Das geborene Opfer

Als Aomame aufwachte, merkte sie, dass sie einen

handfesten Kater hatte. Wo sie doch fast nie einen Kater

bekam. Sie konnte trinken, soviel sie wollte, am n.chsten

Morgen war ihr Kopf stets klar, und sie konnte den Tag

sofort in Angriff nehmen. Darauf war sie stolz. Doch aus

unerfindlichen Gründen pochten ihr heute schmerzhaft die

Schl.fen, und ihr Bewusstsein war getrübt. Es fühlte sich

an, als umschlie.e ein eiserner Ring ihren Kopf. Ihrer Uhr

nach war es bereits nach zehn. Das grelle vormitt.gliche

Licht stach ihr unangenehm in die Augen. Ein auf der

Stra.e vorbeifahrendes Motorrad verwandelte sich in ihrem

Zimmer in ein knatterndes Folterwerkzeug.

Sie lag splitternackt in ihrem Bett, hatte aber nicht die

geringste Erinnerung daran, wie sie nach Hause gekommen

war. Ihre Kleider vom Abend zuvor lagen um ihr Bett

herum auf dem Fu.boden verstreut. Offenbar hatte sie sie

irgendwie heruntergerissen und fallen lassen, wo sie gerade

stand. Ihre Umh.ngetasche lag auf dem Schreibtisch. über

die Kleidungsstücke hinwegsteigend, ging sie in die Küche

und trank mehrere Gl.ser Leitungswasser. Im Bad wusch

sie sich das Gesicht kalt ab und betrachtete ihren nackten

K.rper in dem gro.en Spiegel. Sie untersuchte jeden

Winkel, aber es war nichts Ungew.hnliches zu sehen. Sie

seufzte erleichtert. Gott sei Dank. Dennoch hatte sie das

typische Morgen-danach-Gefühl, das nach heftigem

Geschlechtsverkehr im Unterleib zurückbleibt. Diese sü.e

Schw.che, nachdem der K.rper bis in sein Innerstes

aufgewühlt wurde. Auch im Anus spürte sie ein leichtes

Unbehagen. Du meine Güte, dachte Aomame und presste

die Fingerspitzen an die Schl.fen. Ob sie so weit gegangen

war? Aber an etwas Schlimmes erinnerte sie sich nicht.

Noch immer ziemlich benebelt, nahm sie eine hei.e

Dusche und stützte sich dabei mit einer Hand an der Wand

ab. Sie schrubbte sich von oben bis unten mit Seife ab, um

sich der Erinnerung an die vergangene Nacht –

beziehungsweise des erinnerungs.hnlichen, namenlosen

Etwas – zu entledigen. Vagina und Anus reinigte sie

besonders gründlich. Auch die Haare wusch sie sich.

Obwohl der starke Minzegeruch der Zahnpasta ihr zuwider

war, putzte sie sich gründlich die Z.hne, um den

Geschmack, den sie im Mund hatte, loszuwerden.

Schlie.lich sammelte sie Unterw.sche und Strümpfe

einzeln vom Schlafzimmerboden auf und warf sie angeekelt

in den W.schekorb.

Sie überprüfte den Inhalt ihrer Umh.ngetasche. Ihr

Portemonnaie war noch da, Kreditkarte und Bankausweis

ebenfalls. Auch das Bargeld in ihrem Portemonnaie hatte

sich kaum verringert. Anscheinend hatte sie davon nur das

Taxi bezahlt, das sie nach Hause gebracht hatte. Das

Einzige, was abhandengekommen war, schienen Kondome

zu sein, die sie sicherheitshalber dabeigehabt hatte. Sie

z.hlte. Vier fehlten. Vier? In ihrem Portemonnaie steckte

ein zusammengefalteter Zettel mit einer Tokioter

Telefonnummer. Sie hatte keinerlei Ahnung mehr, wessen

Nummer es war.

Sie rollte sich noch einmal im Bett zusammen und

versuchte sich an die Ereignisse der vergangenen Nacht zu

erinnern. Ayumi war an den Tisch der M.nner gegangen,

hatte ein freundliches Gespr.ch begonnen, sie hatten zu

viert etwas getrunken, und alle hatten sich gut amüsiert.

Dann nahmen die Dinge ihren üblichen Lauf. Sie besorgten

sich zwei Zimmer in einem Hotel in der N.he. Aomame

schlief, wie abgesprochen, mit dem Mann mit dem

schütteren Haar. Ayumi bekam den gro.en jüngeren. Der

Sex war nicht schlecht. Sie stiegen zusammen in die

Badewanne, dann befriedigte der Mann sie oral, langsam

und fürsorglich. Er wehrte sich auch nicht dagegen, ein

Kondom überzustreifen, bevor er in sie eindrang.

Nach etwa einer Stunde klingelte das Telefon im Zimmer,

und Ayumi fragte, ob sie und ihr Partner zu ihnen

herüberkommen k.nnten. Sie wollten noch ein bisschen

zusammen trinken. Aomame war einverstanden, und

Ayumi und der andere Mann fanden sich gleich darauf in

ihrem Zimmer ein. Sie bestellten eine Flasche Whisky und

Eis beim Zimmerservice und tranken zu viert weiter.

An das, was danach geschah, konnte sie sich kaum

erinnern. Kurz nachdem sie wieder zu viert gewesen waren,

hatte sie sich pl.tzlich sehr betrunken gefühlt. Ob es am

Whisky lag (Aomame trank normalerweise kaum Whisky)?

Vielleicht war sie auch, weil sie im Gegensatz zu sonst nicht

allein mit dem Mann war und eine Freundin dabeihatte,

irgendwie nachl.ssig gewesen? Sie erinnerte sich

verschwommen, dass sie die Partner getauscht und noch

einmal Sex gehabt hatten. Genau, dann war ich mit dem

Jüngeren im Bett, und Ayumi hat es mit dem Kahlen auf

dem Sofa gemacht. Ja, so war es. Und dann … Alles danach

war in dichtem Nebel versunken. Sie konnte sich an nichts

erinnern. Na ja, auch gut, dachte sie. Was ich nicht wei.,

macht mich nicht hei.. Ich habe eben mal richtig über die

Str.nge geschlagen. Das ist alles. Und wiedersehen werde

ich diese Leute bestimmt nicht.

Aber hatte der zweite Mann auch ein Kondom benutzt?

Und vorschriftsm..ig? Diese Frage bedrückte Aomame. Es

w.re das Letzte, wegen einer solchen Belanglosigkeit

schwanger zu werden oder sich eine Geschlechtskrankheit

zuzuziehen. Aber vielleicht war ja alles gut gegangen. Denn

auf so etwas achtete sie, auch wenn sie noch so betrunken

und benebelt war.

Musste sie heute arbeiten? Nein. Es war Samstag, der Tag,

an dem sie frei hatte. Doch halt, sie musste ja um drei Uhr

in der Weidenvilla in Azabu sein und die alte Dame

massieren. Tamaru hatte sie doch vor ein paar Tagen

angerufen, um den Freitagstermin auf Samstag zu

verschieben, weil die alte Dame zu irgendeiner

Untersuchung ins Krankenhaus musste. Sie hatte es v.llig

vergessen. Aber bis fünfzehn Uhr hatte sie noch viereinhalb

Stunden Zeit. Bis dahin waren ihre Kopfschmerzen sicher

verschwunden, und ihr Kopf würde auch wieder klarer sein.

Sie machte sich hei.en Kaffee und schüttete mit Gewalt

mehrere Tassen in sich hinein. Dann kehrte sie nur im

Bademantel ins Bett zurück und verbrachte den sp.ten

Vormittag damit, an die Decke zu starren. Zu mehr konnte

sie sich nicht aufraffen. An der Decke gab es nichts

Interessantes zu sehen, aber darüber konnte man sich nicht

beschweren. Eine Decke war schlie.lich nicht dazu da, die

Menschen zu unterhalten. Der Uhr nach war es Mittag,

aber sie hatte keinen Appetit. Der L.rm der Autos und

Motorr.der dr.hnte noch immer unangenehm in ihrem

Kopf. Sie hatte zum ersten Mal einen waschechten Kater.

Dennoch schien der Geschlechtsverkehr ihr gutgetan zu

haben. Von einem Mann umarmt, nackt gesehen zu

werden, gestreichelt, geleckt, gebissen, penetriert zu

werden und mehrere Orgasmen zu erleben, hatte die

Spannungen in ihrem K.rper gel.st. Der Kater war

natürlich l.stig, aber ein Gefühl der Befreiung entsch.digte

sie dafür.

.Aber endlos kann ich nicht so weitermachen., dachte

Aomame. .Wie lange kann ich es wohl? Ich bin fast drei.ig.

Und dann werde ich bald vierzig..

Sie beschloss, dieser Frage nicht weiter nachzugehen.

Darüber konnte sie ein anderes Mal in Ruhe nachdenken.

Im Augenblick dr.ngte sie ja nichts. Wenn sie ernsthaft

darüber nachdachte, dann …

In diesem Moment klingelte das Telefon. Es schrillte in

ihren Ohren. Es fühlte sich an, als würde sie in einem

Schnellzug aus einem Tunnel herausrasen. Sie stolperte aus

dem Bett und nahm den H.rer ab. Die gro.e Wanduhr

zeigte halb eins.

.Aomame?., sagte eine etwas raue Frauenstimme. Es war

Ayumi.

.Ja., sagte Aomame.

.Wie geht es dir? Du klingst, als w.rst du gerade von

einem Bus überfahren worden..

.Ungef.hr so fühle ich mich auch..

.Kater?.

.Hm, einen ziemlich üblen., sagte Aomame. .Woher hast

du meine Telefonnummer?.

.Wei.t du nicht mehr? Du hast sie aufgeschrieben und

mir gegeben. Und gesagt, wir sollten uns bald wieder

treffen. Meine Nummer müsste auch in deinem

Portemonnaie stecken..

.Stimmt. Ich kann mich an nichts erinnern..

.Hm. Das hatte ich schon vermutet und war ein bisschen

besorgt. Ich dachte, ich rufe lieber mal an., sagte Ayumi.

.Hab mich gefragt, ob du gut nach Hause gekommen bist.

Du bist an einer Kreuzung in Roppongi in ein Taxi

gestiegen und hast irgendeine Adresse genannt..

Aomame seufzte. .Ich wei. nicht mehr, wie, aber

irgendwie muss ich es geschafft haben. Immerhin bin ich in

meinem Bett aufgewacht..

.Glücklicherweise..

.Was machst du gerade?.

.Ich arbeite natürlich., sagte Ayumi. .Um zehn bin ich in

meinen Streifenwagen gestiegen. Seither jage ich

Falschparker. Im Moment habe ich Pause..

.Respekt., sagte Aomame bewundernd.

.Klar habe ich zu wenig geschlafen. Aber gestern Abend

war gro.artig. So in Stimmung war ich noch nie. Das war

nur dir zu verdanken, Aomame..

Aomame presste einen Finger gegen die Schl.fe. .An die

zweite H.lfte des Abends kann ich mich ehrlich gesagt fast

gar nicht erinnern. Das hei.t, an das, was passiert ist,

nachdem ihr in unser Zimmer gekommen seid..

.Das ist aber schade., sagte Ayumi ernsthaft. .Dann

wurde es n.mlich richtig wild. Wir haben zu viert alles

M.gliche gemacht. Kaum zu glauben. Wie in einem

Pornofilm. Du und ich waren nackt und haben so eine

Lesbennummer abgezogen. Und dann, wei.t du ….

Verwirrt unterbrach Aomame ihren Bericht. .Egal. Aber

haben wir auch Kondome benutzt? Ich wei. es nicht mehr,

und das macht mich unruhig..

.Natürlich. Alles in Ordnung, denn da passe ich genau

auf. Ich hetze ja nicht nur Verkehrssündern hinterher. Ab

und zu besuche ich auch die Oberschulen in meinem

Bezirk. Dann rufe ich die Schülerinnen in der Aula

zusammen und zeige ihnen ausführlich, wie man Kondome

benutzt..

.Ach?., sagte Aomame erstaunt. .Warum macht die

Polizei das?.

.Eigentlich ist es meine Aufgabe, an Schulen über die

Gefahren von Vergewaltigungen durch Bekannte, den

Umgang mit Perversen und die Pr.vention von

Sexualverbrechen zu informieren. Den Kondomunterricht

h.nge ich quasi als pers.nliche Botschaft an. Ich erkl.re

den M.dchen, dass Sex an sich nichts Schlimmes ist,

solange sie nicht schwanger werden oder eine

Geschlechtskrankheit bekommen. So was eben. Die Lehrer

machen das nie so richtig deutlich. Deshalb habe ich auf

diesem Gebiet einen Instinkt entwickelt. Egal was ich intus

habe, das vernachl.ssige ich nie. Du brauchst dir keine

Sorgen zu machen. Du bist blütenrein. Keine Penetration

ohne Pr.ser. Das ist mein Motto ….

.Danke. Ich bin erleichtert, das zu h.ren..

.M.chtest du nicht wissen, was wir gestern Abend genau

gemacht haben?.

.N.chstes Mal., seufzte Aomame. .Irgendwann kannst

du mir mal alles genau erz.hlen. Aber nicht jetzt. Mir

würde wahrscheinlich der Sch.del platzen..

.Verstehe. Dann demn.chst., sagte Ayumi heiter. .Aber

wei.t du, Aomame, schon seit heute Morgen muss ich

daran denken, was für ein tolles Team wir doch sind. Darf

ich dich wieder anrufen? Natürlich nur, wenn du wieder

mal so was machen willst wie gestern..

.Klar., sagte Aomame.

.Freut mich..

.Vielen Dank für deinen Anruf..

.Gute Besserung., sagte Ayumi und legte auf.

Gegen zwei Uhr nachmittags war Aomame dank des

schwarzen Kaffees und eines Schl.fchens v.llig

wiederhergestellt. Glücklicherweise waren auch die

Kopfschmerzen verschwunden. Nur eine leichte

Benommenheit war zurückgeblieben. Aomame packte ihre

Sporttasche und verlie. das Haus. Natürlich hatte sie ihren

Eispick nicht dabei. Nur Kleidung zum Wechseln und ein

Handtuch. Wie immer hie. Tamaru sie am Tor

willkommen.

Er geleitete Aomame in den schmalen l.nglichen

Wintergarten. Die gro.en Fenster zum Garten standen

offen, aber die Spitzengardinen waren zugezogen, sodass

man von au.en nicht hineinschauen konnte. Zierpflanzen

schmückten den Raum. Aus einem kleinen Lautsprecher an

der Decke ert.nte heitere Barockmusik. Eine

Blockfl.tensonate mit Cembalo-Begleitung. Die alte Dame

lag bereits b.uchlings auf dem Massagebett in der Mitte des

Raumes. Sie trug einen wei.en Bademantel.

Als Tamaru gegangen war, zog Aomame sich um. In

ihrem Trikot konnte sie sich besser bewegen. Die alte

Dame drehte den Kopf und sah zu, wie Aomame sich

umkleidete. Aomame st.rte es nicht sonderlich, wenn eine

Angeh.rige ihres eigenen Geschlechts sie nackt sah. Beim

Sport war das etwas ganz Allt.gliches, und die alte Dame

war bei der Massage ebenfalls fast nackt, denn dann konnte

man sich leichter des Zustands der Muskeln vergewissern.

Aomame entledigte sich also ihrer Baumwollhose und ihrer

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