饭饭TXT > 海外名作 > 《1Q84 book 1 > 1Q84 德语版.txt

第 34 页

作者: 当前章节:15389 字 更新时间:2026-6-19 08:06

Bluse und zog ihr Trikot an. Sie legte die Kleidungsstücke

zusammen und stapelte sie in einer Ecke des Raumes.

.Sie haben einen sehr geschmeidigen K.rper., sagte die

alte Dame. Sie erhob sich und zog den Bademantel aus. Sie

trug jetzt nur noch seidene Unterw.sche.

.Vielen Dank., sagte Aomame.

.Ich hatte früher eine .hnliche Figur..

.Das sieht man., antwortete Aomame. Auf jeden Fall,

dachte sie. Auch jetzt noch, obwohl die alte Dame weit

über siebzig war, sah man noch ganz deutlich, dass sie einst

eine sehr gute Figur gehabt hatte. Sogar ihre Brüste hatten

eine gewisse Elastizit.t bewahrt. Durch eine ma.volle

Ern.hrung und t.gliche Bewegung hatte ihre natürliche

Sch.nheit sich erhalten. Aomame vermutete, dass auch ein

paar Eingriffe hier und da ihren Teil dazu beigetragen

hatten. Die Augen- und Mundwinkel waren gestrafft.

Die alte Dame kr.uselte leicht die Lippen. .Besten Dank.

Aber kein Vergleich zu früher..

Aomame gab keine Antwort darauf.

.Mein K.rper hat mir und auch anderen immer viel

Freude bereitet. Verstehen Sie, was ich damit sagen will?.

.Ich glaube schon..

.Und Sie? Amüsieren Sie sich auch?.

.Manchmal., sagte Aomame.

.Manchmal k.nnte zu wenig sein., erkl.rte die alte

Dame, auf dem Bauch liegend. .Man muss das Leben

genie.en, solange man jung ist, sonst ist es zu sp.t. Nach

Herzenslust. Denn wenn man alt ist und es nicht mehr

kann, w.rmt die Erinnerung an frühere Zeiten den K.rper..

Aomame dachte an die vergangene Nacht. In ihrem Anus

war das Gefühl einer Penetration zurückgeblieben. Solche

Erinnerungen sollten einen im Alter erw.rmen?

Aomame legte die H.nde auf den K.rper der alten Dame

und begann sorgf.ltig, ihre Muskeln zu dehnen. Die leichte

Benommenheit, die sie bis eben noch verspürt hatte, war

wie weggeblasen. Seit sie ihr Trikot angezogen hatte und

ihre Finger den K.rper der alten Dame berührten, waren

ihre Sinne gesch.rft.

Mit ihren Fingerspitzen fuhr Aomame jeden einzelnen

Muskel nach, als würde sie Stra.en auf einer Landkarte

folgen. Sie erinnerte sich ganz genau an Spannung, H.rte

und Dehnbarkeit der einzelnen Str.nge. So wie ein Pianist

ein langes Stück auswendig spielen kann. Aomame verfügte

über ein minuti.ses Ged.chtnis hinsichtlich der kleinsten

k.rperlichen Eigenschaften. Auch wenn sie etwas

kurzzeitig verga., erinnerten sich ihre Fingerspitzen sofort

wieder daran. Fühlte sich irgendein Muskel auch nur

geringfügig anders an als sonst, stimulierte sie ihn aus

verschiedenen Winkeln und mit unterschiedlichem

Kraftaufwand, um zu prüfen, wie er reagierte: mit Schmerz,

mit Wohlbehagen, mit Taubheit. Sie lockerte nicht nur die

steifen und blockierten Bereiche, sie zeigte der alten Dame

auch, wie sie diese Muskeln aus eigener Kraft lockern

konnte. Natürlich gab es Teile, auf die man selbst nur

schwer Einfluss nehmen konnte. Solche Stellen dehnte sie

besonders sorgf.ltig. Was Muskeln allerdings am meisten

sch.tzten, war ein t.gliches Training.

.Tut das weh?., fragte Aomame. Die

Oberschenkelmuskulatur fühlte sich sehr viel steifer an als

gew.hnlich. Fast verh.rtet. Sie legte die Hand in den

Beckenzwischenraum und drehte den Schenkel in einem

speziellen Winkel.

.Sehr., sagte die alte Dame, wobei sie das Gesicht verzog.

.Gut. Schmerzempfinden ist eine gute Sache. Wenn Sie

keinen Schmerz verspüren würden, w.re es schlimm.

K.nnen Sie noch etwas mehr aushalten?.

.Natürlich., erwiderte die alte Dame. Aomame h.tte gar

nicht zu fragen brauchen. Die alte Dame geh.rte zu den

Charakteren, die eine Menge ertragen konnten. Und meist

sogar schweigend. Sie verzog vielleicht einmal das Gesicht,

aber kaum ein Laut kam über ihre Lippen. Aomame hatte

schon mehrmals erlebt, dass auch gro.e kr.ftige M.nner

w.hrend ihrer Massage unwillkürlich laut aufschrien.

Immer wieder musste sie die starke Willenskraft der alten

Dame bewundern.

Aomame setzte nun ihren rechten Ellbogen als Hebel an

und drehte den Oberschenkel weiter. Ein scharfes Knacken

war zu h.ren, und das Gelenk bewegte sich. Die alte Dame

sog die Luft ein, gab aber keinen Laut von sich.

.Jetzt wird es besser sein., sagte Aomame. .Sie werden

Erleichterung verspüren..

Die alte Dame stie. einen langen Seufzer aus.

Schwei.perlen glitzerten auf ihrer Stirn. .Danke., flüsterte

sie.

Genau eine Stunde lang massierte Aomame die alte

Dame, stimulierte die Muskeln, dehnte sie und lockerte die

Gelenke. Das alles tat sicher ziemlich weh. Aber ohne

Schmerzen keine L.sung. Aomame wusste das, und die alte

Dame wusste es auch. So verbrachten die beiden diese

Stunde in fast v.lligem Schweigen. Die Blockfl.tensonate

ging irgendwann zu Ende, der CD-Spieler verstummte.

Au.er den Stimmen der V.gel, die in den Garten kamen,

war nichts zu h.ren.

.Mein ganzer K.rper fühlt sich viel leichter an., sagte die

alte Dame nach einer gewissen Zeit. Gel.st und entspannt

lag sie auf dem Bauch. Das gro.e Badetuch, das über die

Massageliege gebreitet war, war dunkel von Schwei..

.Das freut mich., antwortete Aomame.

.Sie sind mir eine gro.e Hilfe. Es w.re schlimm, wenn ich

Sie nicht h.tte..

.Keine Sorge. Ich habe momentan nicht die Absicht zu

verschwinden..

Nachdem die alte Dame sich im Schweigen verfangen

hatte, als würde sie z.gern, fragte sie: .Ich m.chte nicht

aufdringlich sein, aber gibt es jemanden, den Sie lieben?.

.Ja, den gibt es., sagte Aomame.

.Das freut mich..

.Leider liebt dieser Jemand mich nicht..

.Vielleicht finden Sie die Frage etwas seltsam., sagte die

alte Dame. .Aber warum liebt dieser Jemand Sie nicht?

Objektiv betrachtet sind Sie eine .u.erst bet.rende junge

Frau..

.Weil er nicht wei., dass es mich gibt..

Die alte Dame lie. ihre Gedanken einen Moment um das

kreisen, was Aomame gesagt hatte. .Meinen Sie nicht, dass

Sie ihn über den Umstand Ihrer Existenz aufkl.ren

sollten?.

.Im Augenblick nicht., sagte Aomame.

.Gibt es da einen Grund? Aus dem Sie sich ihm Ihrerseits

nicht n.hern k.nnen?.

.Ja, alle m.glichen Gründe. Aber vor allem sind meine

eigenen Gefühle das Problem..

Die alte Dame blickte Aomame verwundert ins Gesicht.

.Ich bin ja schon vielen seltsamen Menschen begegnet,

aber Sie sind vielleicht einzigartig..

Aomame verzog leicht die Mundwinkel. .So besonders

seltsam bin ich nicht. Ich bin nur ehrlich zu mir selbst..

.Sie folgen den Regeln, die Sie einmal für sich aufgestellt

haben..

.Ja..

.Ein wenig stur und verbissen..

.Kann schon sein..

.Aber gestern Abend haben Sie über die Str.nge

geschlagen, stimmt’s?.

Aomame err.tete. .Das merken Sie?.

.Das erkenne ich an Ihrer Haut. Und am Geruch.

Nachdem man mit einem Mann zusammen war, bleibt er

am K.rper haften. In meinem Alter f.llt einem pl.tzlich

alles M.gliche auf..

Aomame verzog ganz leicht das Gesicht. .Ich brauche

das. Manchmal. Ich wei., das ist nicht gerade etwas, womit

man sich brüsten kann..

Die alte Dame streckte ihre Hand aus und legte sie sachte

auf Aomames. .Das ist ganz natürlich. So etwas braucht

man eben hin und wieder. Ich werfe Ihnen nichts vor. Ich

habe sogar das Gefühl, dass Sie auf ganz normale Art

glücklich werden k.nnen. Sie kommen mit ihrem Liebsten

zusammen, und es gibt ein Happy End..

.Das würde mir auch gefallen. Aber es ist schwierig,

wissen Sie..

.Weshalb denn?.

Das war nicht so einfach zu erkl.ren, und Aomame blieb

ihr die Antwort schuldig.

.Sollten Sie in einer pers.nlichen Angelegenheit Rat

brauchen, wenden Sie sich ruhig an mich., sagte die alte

Dame. Sie zog ihre Hand zurück und wischte sich mit

einem kleinen Handtuch den Schwei. vom Gesicht. .Ganz

gleich, worum es sich handelt. Vielleicht kann ich etwas für

Sie tun..

.Vielen Dank., sagte Aomame.

.Es gibt Dinge, von denen man sich nicht befreien kann,

ohne über die Str.nge zu schlagen..

.Da haben Sie recht..

.Sie tun ja nichts, womit Sie sich schaden., sagte die alte

Dame. .Rein gar nichts. Das wissen Sie, oder?.

.Ich wei.., antwortete Aomame. Genau, dachte sie. Ich

tue ja nichts, was mir schadet. Dennoch bleibt insgeheim

etwas zurück. Wie der Bodensatz in einer Flasche Wein.

Aomame erinnerte sich noch genau an alles, was mit dem

Tod von Tamaki Otsuka zusammenhing. Bei dem

Gedanken, dass sie sie nie wiedersehen, nie mehr mit ihr

sprechen würde, hatte sie das Gefühl, in Stücke gerissen zu

werden. Tamaki war die erste echte Freundin gewesen, die

Aomame in ihrem Leben gehabt hatte. Ihr hatte sie alles

sagen k.nnen, ohne das Geringste zu verbergen. Vor

Tamaki hatte sie keine Freundin gehabt und nach ihr auch

nicht mehr. Niemand konnte sie ersetzen. W.re Aomame

ihr nicht begegnet, dann w.re ihr Leben noch elender und

düsterer gewesen, als es ohnehin schon war.

Die beiden M.dchen waren gleichaltrig gewesen und

hatten gemeinsam in der Softball-Mannschaft der

St.dtischen Oberschule gespielt. In der Mittel- und

Oberstufe war Aomame ganz verrückt nach Softball

gewesen. Dabei hatte sie anfangs nur widerwillig

mitgemacht und nur, weil man sie aus Mangel an

Spielerinnen dazu aufgefordert hatte, doch bald war

Softball zu ihrem Lebensinhalt geworden. Von den

Stürmen des Lebens gebeutelt, klammerte Aomame sich an

diesen Sport wie an einen rettenden Pfosten. Genau das

hatte sie gebraucht. Ihr selbst war es nicht bewusst

gewesen, aber Aomame hatte das Talent einer

herausragenden Sportlerin. W.hrend der gesamten Mittel-

und Oberstufe war sie der Mittelpunkt der Mannschaft,

und ihr war es zu verdanken, dass das Team bei Turnieren

die erstaunlichsten Siege errang und immer weiterkam.

Dies verlieh ihr Selbstvertrauen. (Selbstvertrauen war nicht

ganz das richtige Wort dafür, aber es kam ihm sehr nahe.)

Vor allem tat es Aomame gut, dass sie für das Team keine

geringe Bedeutung hatte und ihr im Rahmen dieser kleinen

Welt eine klar definierte Position zukam. Sie wurde

gebraucht.

Aomame stand als Werferin und Schl.gerin auf der

vierten Base buchst.blich im Zentrum des Spiels. Tamaki

Otsuka spielte auf der zweiten Base, war ebenfalls eine

Schlüsselfigur des Teams und zugleich Kapit.nin. Die

kleine, zierliche Tamaki verfügte über ausgezeichnete

Reflexe und verstand es auch, ihren Kopf einzusetzen. Sie

besa. die F.higkeit, jede Spielsituation rasch zu

überblicken und einzusch.tzen. Sie wusste genau, wohin

sie sich bei einem Wurf neigen musste, und weil sie stets

sofort voraussah, in welche Richtung ein geschlagener Ball

flog, fing sie ihn gleich ab. Es gab kaum Spielerinnen, die

diese Kunst beherrschten. Ihr Urteil hatte das Team schon

aus so mancher Krise gerettet. Sie schlug keine weiten

Distanzen wie Aomame, aber ihre Schl.ge waren pr.zise

und gef.hrlich, au.erdem war sie sehr schnell. Eine bessere

Mannschaftsführerin als Tamaki h.tte man sich nicht

denken k.nnen. Sie schwei.te zusammen, entwarf

Taktiken, erteilte Ratschl.ge und ermutigte die anderen.

Ihre Weisungen waren streng, aber die anderen

Spielerinnen vertrauten ihr blind. So wurde die Mannschaft

von Tag zu Tag st.rker und kam bei der Gro.en Tokioter

Meisterschaft bis ins Finale. Auch an den

Schulmeisterschaften nahm sie teil. Aomame und Tamaki

hatten es sogar in das Auswahlteam für die ostjapanischen

Meisterschaften geschafft.

Die beiden jungen Frauen hatten ganz natürlich

zueinandergefunden. Sie sch.tzten ihre wechselseitigen

F.higkeiten und waren bald unzertrennliche Freundinnen.

Wenn die Mannschaft zu Ausw.rtsspielen fuhr,

verbrachten die beiden sehr viel Zeit miteinander. Sie

erz.hlten einander ihre pers.nlichen Geschichten, ohne

etwas zu verheimlichen. Aomame hatte in der fünften

Klasse den Entschluss gefasst, mit ihren Eltern zu brechen,

und war von einem Onkel mütterlicherseits aufgenommen

worden. Die Familie des Onkels verstand die Situation und

nahm das neue Mitglied herzlich auf, dennoch war dort

nicht Aomames richtiges Zuhause. Sie war einsam und

hungerte nach Liebe. Ohne zu wissen, worin sie ein

Lebensziel und einen Sinn finden konnte, führte sie ein

Leben ohne Halt. Tamakis Familie war wohlhabend und

geh.rte einer h.heren Gesellschaftsschicht an, aber die

zerrüttete Beziehung ihrer Eltern zerst.rte das

Familienleben. Ihr Vater war so gut wie nie zu Hause, und

ihre Mutter befand sich in einem Zustand geistiger

Verwirrung. Mitunter wurde sie tagelang von so starken

Kopfschmerzen gequ.lt, dass sie nicht aufstehen konnte.

Tamaki und ihr jüngerer Bruder waren fast immer sich

selbst überlassen. Meist a.en die beiden Kinder in einer

nahe gelegenen Cafeteria oder in Fastfood-Lokalen, oder sie

ern.hrten sich von Fertiggerichten. So hatten beide

M.dchen gute Gründe, sich mit Begeisterung in den Sport

zu stürzen.

Die einsamen, problembeladenen jungen Frauen hatten

bergeweise Gespr.chsstoff. In den Sommerferien machten

sie eine gemeinsame Reise, und als es einmal nichts zu

erz.hlen gab, hatten die beiden einander eben, nackt in

dem Hotelbett liegend, berührt. Letztlich war dies ein

einmaliges, unerwartetes Ereignis, das sich nicht

wiederholte und über das sie auch nie wieder sprachen.

Doch danach hatten sie sich noch mehr verschworen, und

ihre Freundschaft war noch inniger geworden.

Auch nachdem sie die Schule beendet hatte und Sport

studierte, spielte Aomame weiter Softball. Als landesweit

bekannte Spielerin erhielt sie ein Stipendium von einer

privaten Sportuniversit.t. Auch in der Mannschaft dieser

Universit.t nahm sie wieder eine sehr aktive und zentrale

Rolle ein. Schlie.lich entdeckte sie ihr Interesse für

Sportmedizin und begann sich ernsthaft damit zu

besch.ftigen. Au.erdem entwickelte sie eine Neigung zu

Kampfsportarten. Sie wollte sich m.glichst viel Wissen und

Fachkenntnisse aneignen, und so war das Studium für sie

keine Zeit unbeschwerter Vergnügungen.

Tamaki studierte Jura an einer erstklassigen

目录
设置
设置
阅读主题
字体风格
雅黑 宋体 楷书 卡通
字体大小
适中 偏大 超大
保存设置
恢复默认
手机
手机阅读
扫码获取链接,使用浏览器打开
书架同步,随时随地,手机阅读
首 页 < 上一章 章节列表 下一章 > 尾 页