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作者: 当前章节:15392 字 更新时间:2026-6-19 08:06

Privatuniversit.t. Nach dem Abitur hatte sie das Interesse

am Softball verloren. Der Sport war für Tamaki, die

ausgezeichnete Noten hatte, nicht mehr gewesen als ein

vorübergehender Zeitvertreib. Sie wollte das Staatsexamen

machen und Juristin werden. Trotz ihrer unterschiedlichen

Ziele blieben die beiden jungen Frauen enge Freundinnen.

Aomame lebte in einem Wohnheim der Universit.t, in dem

sie keine Miete zu zahlen brauchte, und Tamaki besuchte

die Universit.t von ihrem noch immer chaotischen – aber

wirtschaftlich günstigen – Zuhause aus. Einmal in der

Woche gingen die beiden zusammen essen und erz.hlten

sich, was sich so angesammelt hatte. Sie konnten reden,

soviel sie wollten, der Gespr.chsstoff ging ihnen einfach

nicht aus.

Im Herbst ihres ersten Studienjahres verlor Tamaki ihre

Jungfr.ulichkeit. Sie hatte den ein Jahr .lteren Mann beim

Tennis kennengelernt. Er lud sie in seine Wohnung ein und

vergewaltigte sie dort f.rmlich. Tamaki war nicht in ihn

verliebt gewesen. Sie war zwar seiner Einladung gefolgt und

allein in seine Wohnung gegangen, aber die

Rücksichtslosigkeit und Grobheit, mit der er den

Geschlechtsverkehr erzwang, hatte ihr einen schrecklichen

Schock versetzt. Sie trat aus der Tennis-AG aus und verfiel

in einen Zustand der Depression. Der Vorfall hatte ein

Gefühl von Machtlosigkeit in Tamaki zurückgelassen. Sie

verlor den Appetit und nahm in einem Monat sechs Kilo ab.

Dass der Mann Tamaki begehrt hatte, war verst.ndlich und

nachvollziehbar. Wenn er es wenigstens gezeigt und sich

die Zeit genommen h.tte, um sie zu werben, h.tte sie sich

ihm wahrscheinlich nicht einmal verweigert. Warum in

aller Welt hatte er Gewalt anwenden müssen? Obwohl es

dafür überhaupt keine Notwendigkeit gegeben hatte. Das

konnte Tamaki einfach nicht verstehen.

Aomame versuchte sie zu tr.sten und schlug vor, den

Mann irgendwie zu bestrafen. Doch damit war Tamaki

nicht einverstanden. Sie selbst sei unvorsichtig gewesen,

jetzt müsse sie damit fertig werden. .Ich trage

Mitverantwortung, schlie.lich habe ich mich verleiten

lassen, allein mit ihm in seine Wohnung zu gehen.

Wahrscheinlich bleibt mir nichts anderes übrig, als die

Sache einfach zu vergessen., sagte Tamaki. Doch Aomame

war schmerzlich bewusst, wie tief dieser Vorfall ihre beste

Freundin verletzt hatte. Es ging nicht um ein

oberfl.chliches Problem wie den Verlust ihrer

Jungfr.ulichkeit, sondern um ihre Würde als Mensch.

Niemand hatte das Recht, diese mit Fü.en zu treten. Und

Hilflosigkeit ist etwas, das einen Menschen bis ins Innerste

auffrisst.

Also beschloss Aomame, ihm eine pers.nliche Lektion zu

erteilen. Sie entlockte Tamaki die Adresse des

Apartmenthauses, in dem der Mann wohnte, und machte

sich mit einem Softballschl.ger, den sie in einem gro.en

Plastikzylinder verstaut hatte, dorthin auf. Tamaki war an

diesem Tag zu einer Totengedenkfeier bei Verwandten

nach Kanazawa gefahren. Das würde ihr Alibi sein.

Aomame vergewisserte sich, dass der Mann nicht zu Hause

war, ehe sie mit Schraubenzieher und Hammer die Tür

aufbrach und in die Wohnung eindrang. Dann

zertrümmerte sie mit dem Schl.ger, den sie, um Ger.usche

zu vermeiden, mehrfach mit einem Handtuch umwickelt

hatte, systematisch die Einrichtung. Fernseher, Stehlampe,

Uhr, Schallplatten, Toaster, Blumenvase – sie zerschlug

alles, was sich nur zerschlagen lie.. Die Telefonschnur

durchtrennte sie mit einer Schere. Von den Büchern riss sie

die Rücken ab und verstreute die Seiten. Auf dem Teppich

verteilte sie den Inhalt der Zahnpasta- und

Rasiercremetuben. Ins Bett goss sie Sojaso.e. Sie holte alle

Hefte aus den Schubladen und zerfetzte sie. Kulis und

Bleistifte wurden zerbrochen und s.mtliche Glühbirnen.

Vorh.nge und Gardinen schlitzte sie mit dem

Küchenmesser auf. Die Hemden im Schrank zerschnitt sie

ebenfalls mit der Schere. In die Schubladen mit der

Unterw.sche und den Socken goss sie Ketchup. Sie

schraubte die Sicherung des Kühlschranks heraus und warf

sie aus dem Fenster. Sie zertrümmerte den Stopper in der

Toilettenspülung und den Duschkopf. Gründlich und

fl.chendeckend vollendete sie ihr Werk der Zerst.rung. Am

Ende hatte die Wohnung gro.e .hnlichkeit mit den

Bildern, die man nach den Bombenangriffen auf Beirut in

den Zeitungen hatte sehen k.nnen.

Tamaki war ein sehr intelligentes M.dchen (was die

Noten in der Schule anging, konnte Aomame ihr nie das

Wasser reichen), und beim Softball hatte sie sich stets als

aufmerksame Spielerin gezeigt, der nichts entging. Kaum

sa. Aomame in der Klemme, kam sie sofort auf den

Schlaghügel, gab ihr knappe und nützliche Hilfestellung,

l.chelte, klopfte ihr mit dem Schl.ger aufs Hinterteil und

kehrte zur Verteidigung zurück. Tamaki hatte überblick,

ein gutes Herz und Sinn für Humor. Auch bei schulischen

Aktivit.ten gab sie sich gro.e Mühe, und reden konnte sie

auch ausgezeichnet. H.tte sie weiter studieren k.nnen,

w.re sie eine hervorragende Juristin geworden.

Nur bei M.nnern versagte ihr Urteilsverm.gen

seltsamerweise. Tamaki mochte gutaussehende M.nner. Es

kam ihr, wie man so sagt, sehr auf das .u.ere an. Und

diese Neigung erreichte – in Aomames Augen – eine fast

krankhafte Dimension. Ein Mann konnte die wunderbarste

Pers.nlichkeit haben, die au.erordentlichsten F.higkeiten

besitzen und sich noch so sehr um Tamaki bemühen –

wenn ihr sein Aussehen nicht gefiel, fühlte sie sich nicht zu

ihm hingezogen. Aus irgendeinem Grund hatte sie immer

Beziehungen zu eitlen M.nnern mit nichtssagenden

Sch.nlingsgesichtern. Au.erdem war sie in dieser Frage

entsetzlich stur. Aomame konnte sagen, was sie wollte,

Tamaki h.rte nicht auf sie. In anderen Dingen sch.tzte und

folgte sie Aomames Meinung, aber sie akzeptierte nicht die

geringste Kritik an ihren Liebhabern. Aomame hatte es mit

der Zeit aufgegeben, sie zu warnen. Sie wollte nicht, dass

diese Unstimmigkeiten ihre Freundschaft verdarben.

Immerhin war es Tamakis Leben. Es blieb Aoma me nichts

anderes übrig, als sie tun zu lassen, was sie wollte.

Jedenfalls lernte Tamaki an der Universit.t Scharen von

M.nnern kennen, die sie in irgendwelche Schwierigkeiten

brachten, hintergingen, verletzten und am Ende fallen

lie.en. Sie hatte sogar zwei Abtreibungen. All das brachte

sie fast um den Verstand. Was Beziehungen zwischen

M.nnern und Frauen anging, war Tamaki das geborene

Opfer.

Aomame hatte keinen festen Freund. Manchmal

verabredete sie sich mit M.nnern, darunter auch mit ein

paar, die gar nicht so übel waren, aber eine tiefere

Beziehung wurde nie daraus.

.Willst du dir nie einen Liebhaber zulegen, sondern für

immer Jungfrau bleiben?., fragte Tamaki sie.

.Ich bin zu besch.ftigt., sagte Aomame. .Endlich führe

ich ein normales Leben. Ich habe keine Zeit, mich mit

einem Freund zu vergnügen..

Nach ihrem ersten Examen blieb Tamaki an der

Universit.t und bereitete sich auf das Zweite Staatsexamen

vor. Aomame arbeitete nun bei dem Hersteller für

Sportgetr.nke und Reformkost und spielte Softball in der

Firmenmannschaft. Tamaki wohnte noch immer zu Hause

und Aomame in einem betriebseigenen Wohnheim in

Yoyogi-Hachiman. Wie in ihrer Studentenzeit trafen sie

sich am Wochenende zum Essen und zu endlosen

Gespr.chen.

Mit zweiundzwanzig heiratete Tamaki einen zwei Jahre

.lteren Mann. Als sie sich mit ihm verlobte, gab sie ihr

Jurastudium auf, weil er nicht wollte, dass sie

weiterstudierte. Aomame war ihm nur ein einziges Mal

begegnet. Er war ein Sohn aus reichem Haus,

erwartungsgem.. gut gebaut, mit einem nichtssagenden

Gesicht. Sein Hobby war Segeln. Er drückte sich gew.hlt

aus, sein Verstand schien einigerma.en zu funktionieren,

aber er hatte keine Pers.nlichkeit, und seine Worte

besa.en kein Gewicht. Aomame mochte ihn von Anfang an

nicht, und das beruhte vermutlich auf Gegenseitigkeit.

.Diese Ehe wird nicht gutgehen., sagte Aomame zu

Tamaki. Sie hatte sich nicht unn.tig einmischen wollen,

aber hier ging es schlie.lich nicht um eine Liebesaff.re,

sondern ums Heiraten. Als Tamakis .lteste und beste

Freundin konnte sie nicht einfach schweigend zusehen.

Damals hatten die beiden ihren ersten ernsthaften Streit.

Tamaki hatte hysterisch auf Aomames Widerstand reagiert

und sie mit .tzenden Worten beschimpft. Auch mit

solchen, die Aomame lieber nicht geh.rt h.tte. Daraufhin

war sie nicht zur Hochzeit erschienen.

Doch Aomame und Tamaki hatten sich bald wieder

vers.hnt. Sofort als Tamaki von ihrer Hochzeitsreise

zurückkam, war sie unangekündigt bei Aomame

aufgetaucht, um sich für ihre Grobheit zu entschuldigen.

Sie wünsche sich so sehr, dass Aomame vergessen würde,

was sie damals gesagt hatte. .Ich war so bl.d und

vernagelt. Ich habe w.hrend der ganzen Hochzeitsreise an

dich gedacht.. Sie solle sich keine Gedanken machen. .Ich

habe mir sowieso nichts davon gemerkt., sagte Aomame.

Die beiden umarmten sich, witzelten und lachten.

Dennoch hatten sie nach Tamakis Hochzeit auf einmal

weniger Gelegenheit, sich zu sehen. Sie schrieben einander

h.ufig und telefonierten. Aber Tamaki schien keine Zeit zu

haben, sich mit Aomame zu treffen. .Ich bin derma.en

besch.ftigt mit dem Haushalt., entschuldigte sie sich. .Du

glaubst nicht, wie anstrengend es ist, Hausfrau zu sein..

Aber die Art, wie sie es sagte, weckte in Aomame den

Verdacht, ihr Mann wolle nicht, dass Tamaki sich au.er

Haus mit jemandem traf. Und dann lebten sie auch noch

mit den Eltern des Mannes zusammen. Anscheinend

konnte Tamaki sich nicht ganz frei bewegen, hatte aber

Aomame auch noch nie in ihre neue Wohnung eingeladen.

Ihre Ehe sei gut, betonte Tamaki bei jeder Gelegenheit.

.Mein Mann ist sehr lieb, und seine Eltern sind

ausgesprochen nette Leute. Ich fühle mich auch nicht

unfrei. Manchmal segeln wir am Wochenende nach

Enoshima. Ich bin nicht sonderlich traurig, dass ich das

Jurastudium an den Nagel geh.ngt habe. Das Staatsexamen

hat mir doch ziemlich Druck gemacht. Dieses mittelm..ige

Leben passt vielleicht am Ende doch am besten zu mir.

Eines Tages werde ich ein Baby bekommen und eine

langweilige Mama von nebenan sein. Dann suche ich

vielleicht auch einen Mann für dich.. Tamakis Stimme

klang dabei heiter, und es gab keinen Grund, an ihren

Worten zu zweifeln.

.Prima., sagte Aomame. Sie dachte es wirklich. Statt sich

zu bewahrheiten, hatten sich ihre b.sen Vorahnungen

offenbar in Wohlgefallen aufgel.st. Vielleicht war in

Tamaki etwas zur Ruhe gekommen, dachte Aomame. Oder

bemühte sie sich zu denken.

Es gab sonst niemanden, den Aomame als Freundin h.tte

bezeichnen k.nnen, und ihr Alltag war leer geworden, als

es immer weniger Berührungspunkte mit Tamaki gab. Für

Softball konnte sie sich auch nicht mehr so begeistern wie

früher. Dadurch, dass Tamaki fast aus ihrem Leben

verschwunden war, schien auch ihr Interesse an diesem

Sport erlahmt zu sein. Aomame war mittlerweile

fünfundzwanzig Jahre alt und immer noch Jungfrau. Wenn

sie angespannt war, masturbierte sie. Als besonders einsam

empfand sie ihr Leben nicht. Es strengte Aomame an,

tiefere pers.nliche Beziehungen zu unterhalten. So blieb sie

lieber für sich.

An einem stürmischen Abend im Herbst, drei Tage nach

ihrem fünfundzwanzigsten Geburtstag, beging Tamaki

Selbstmord. Sie erh.ngte sich in ihrem Haus. Ihr Mann

fand sie, als er am Abend des folgenden Tages von einer

Gesch.ftsreise zurückkam.

.Wir hatten keine famili.ren Probleme. Sie hat auch nie

gesagt, dass sie unglücklich sei. Ich kann mir keinen Grund

für diesen Selbstmord vorstellen., sagte ihr Mann der

Polizei. Die Eltern best.tigten seine Aussage.

Aber er hatte gelogen. Die sadistische Gewalt, die

Tamakis Mann st.ndig an ihr verübte, hatte sie k.rperlich

und seelisch durch und durch zermürbt. Sein Verhalten

war immer extremer geworden. Auch seine Eltern wussten

darüber Bescheid. Der Zustand von Tamakis Leiche erregte

zwar den Verdacht der Polizei, aber zu einer Anklage kam

es nie. Der Ehemann wurde einbestellt und befragt, aber

die Todesursache war eben eindeutig Selbstmord, und er

war zum Zeitpunkt ihres Todes auf Dienstreise auf

Hokkaido gewesen. Er konnte nicht belangt werden.

Tamakis Bruder hatte Aomame sp.ter im Vertrauen davon

berichtet.

Tamakis Mann war von Anfang an gewaltt.tig gewesen,

und ihre Lage war mit der Zeit immer qu.lender und

düsterer geworden. Doch sie vermochte diesem Albtraum

nicht zu entfliehen. Zu Aomame hatte sie nicht ein einziges

Wort davon gesagt. Denn schlie.lich kannte sie von

vornherein die Antwort, die sie bekommen h.tte. Du

verl.sst auf der Stelle dieses Haus, h.tte Aomame bestimmt

gesagt. Aber das konnte sie nicht. Kurz vor ihrem

Selbstmord, ganz zuletzt noch, hatte Tamaki einen langen

Brief an Aomame geschrieben. Der Tenor des Ganzen war,

dass sie von Anfang an unrecht gehabt habe und Aomame

im Recht gewesen sei. Sie schloss mit folgenden Worten:

Mein t.gliches Leben ist die H.lle. Aber ich kann dieser

H.lle nicht entfliehen. Selbst wenn, ich wüsste gar nicht,

wohin. Ich bin eine Gefangene dieser grausigen H.lle. Ich

habe mich selbst hineinbef.rdert, mich eingeschlossen und

den Schlüssel weit fort geworfen. Natürlich war diese

Hochzeit ein Fehler. Genau wie du es gesagt hast. Aber das

wahre Problem ist nicht einmal mein Mann, ich selbst bin

es. Die vielen Schmerzen, die ich spüre, habe ich verdient.

Ich kann niemandem dafür die Schuld geben. Du bist

meine einzige Freundin, der einzige Mensch auf dieser

Welt, dem ich vertrauen kann. Aber auch Du kannst mich

nicht retten. Bitte versuch mich nicht zu vergessen. Wie

sch.n w.re es gewesen, wenn wir beide einfach für immer

zusammen Softball h.tten spielen k.nnen.

Als Aomame diesen Brief las, geriet sie in furchtbare

Panik. Sie konnte nicht aufh.ren zu zittern. Immer wieder

rief sie bei Tamaki an, aber es hob nie jemand ab. Nur eine

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