饭饭TXT > 海外名作 > 《1Q84 book 1 > 1Q84 德语版.txt

第 36 页

作者: 当前章节:15367 字 更新时间:2026-6-19 08:06

Bandansage ert.nte. Sie stieg in die Bahn und fuhr nach

Okusawa im Bezirk Setagaya, wo Tamaki in einer gro.en

Villa mit einem hohen Zaun wohnte. Sie klingelte am Tor,

doch die Sprechanlage blieb stumm. Irgendwo im Haus

bellte ein Hund. Aomame musste unverrichteter Dinge

wieder gehen. Sie wusste es natürlich nicht, aber zu diesem

Zeitpunkt war Tamaki bereits gestorben. Sie baumelte ganz

allein an dem Seil, das sie am Treppengel.nder befestigt

hatte. Nur das L.uten des Telefons und die Türglocke

hallten durch die Stille des Hauses.

Aomame war daher nicht überrascht, als die Nachricht

von Tamakis Tod sie erreichte. Im Grunde ihres Herzens

hatte sie es bereits geahnt. Es wallte auch keine Trauer in

ihr auf, und sie antwortete eher gesch.ftsm..ig. Sie legte

auf, sank auf einen Stuhl, und nachdem ziemlich viel Zeit

vergangen war, hatte sie das Gefühl, s.mtliche

K.rperflüssigkeit sei aus ihr herausgelaufen. Lange stand

sie nicht von ihrem Stuhl auf. Sie rief in ihrer Firma an,

meldete sich für einige Tage krank und schloss sich in ihrer

Wohnung ein. Sie a. nicht, sie schlief nicht, sie trank kaum

einen Schluck Wasser. Sie ging auch nicht zu Tamakis

Beerdigung. Es war, als sei etwas in ihr zerbrochen. Ein

Bruch hatte stattgefunden, durch den sie ein anderer

Mensch geworden war. Aomame hatte das starke

Empfinden, eine Grenze überschritten zu haben. Ich werde

nie mehr dieselbe sein wie früher, dachte sie.

Aomame fasste den Entschluss, den Mann zu bestrafen.

Sie musste ihn erledigen, koste es, was es wolle. Andernfalls

würde der Kerl, da gab es keinen Zweifel, einer anderen

Frau wieder das Gleiche antun.

Lange und sorgf.ltig feilte Aomame an ihrem Plan. Sie

wusste, dass ein Stich mit einer spitzen Nadel in einen

bestimmten Punkt im Nacken eines Menschen

augenblicklich dessen Tod verursachte. Er musste in einem

bestimmten Winkel ausgeführt werden. Natürlich konnte

das niemand. Doch Aomame konnte es. Es fehlten ihr nur

noch die F.higkeit, diesen extrem empfindlichen Punkt in

kürzester Zeit zu erspüren, und ein für diese Tat geeignetes

Instrument. Sie fertigte mit Hilfe verschiedener Werkzeuge

eine Waffe an, die aussah wie ein sehr kleiner, feiner

Eispick. Seine Spitze entsprach der Sch.rfe und K.lte ihres

erbarmungslosen Vorhabens. Gewissenhaft übte sie

verschiedene Methoden ein. Und als sie überzeugt war, sie

zu beherrschen, setzte sie sie in die Tat um. Ohne zu

z.gern, gelassen und pr.zise lie. sie das K.nigreich über

den Mann kommen. Anschlie.end betete sie sogar. Das

Gebet kam ihr fast spontan über die Lippen.

Unser Vater im Himmel, dein Name werde geheiligt. Dein

K.nigreich komme. Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir

unseren Schuldnern vergeben haben. Sei mit uns durch

deinen Segen, sei um uns auf unseren Wegen. Amen.

Es war danach, dass Aomame periodisch diese heftige

Begierde nach dem K.rper eines Mannes überfiel.

KAPITEL 14

Tengo

Etwas, das noch kein Leser gesehen hat

Komatsu und Tengo trafen sich in ihrem gewohnten Café

am Bahnhof Shinjuku. Der Kaffee war nicht gerade billig

hier, aber die Tische standen so weit auseinander, dass man

sich unterhalten konnte, ohne dass andere mith.rten. Die

Luft war relativ gut, die Musik unaufdringlich und leise.

Wie immer kam Komatsu zwanzig Minuten zu sp.t. Er

konnte einfach nicht pünktlich sein, ebenso wie Tengo

nicht zu sp.t kommen konnte. Das war so etwas wie eine

stehende Einrichtung. Komatsu trug das übliche

Tweedjackett zu einem dunkelblauen Polohemd und hatte

eine Ledermappe mit Papieren dabei.

.Entschuldige die Versp.tung., sagte er, ohne

überm..ige Zerknirschung zu zeigen. Seine Laune schien

besser als sonst, und das L.cheln auf seinen Lippen glich

dem Strahlen einer Mondsichel.

Tengo nickte nur.

.Tut mir leid, dass ich dich so hetzen musste. Das war

bestimmt nicht einfach., sagte Komatsu, w.hrend er sich

auf den Stuhl gegenüber fallen lie..

.Ich will nicht übertreiben, aber das waren zehn Tage, in

denen ich manchmal nicht wusste, ob ich tot oder lebendig

bin., antwortete Tengo.

.Aber du hast doch alles prima hingekriegt. Ohne

Weiteres die Zustimmung von Fukaeris Vormund erwirkt

und den Roman komplett überarbeitet. Donnerwetter!

Wirklich eine reife Leistung für unseren weltabgewandten

Tengo. Ich muss meine Sicht revidieren..

Tengo ignorierte das Lob. .Haben Sie gelesen, was ich

über Fukaeris Hintergrund geschrieben habe? Ziemlich

ausführlich..

.Ja, ja, habe ich. Klar. Zu lesen hast du mir genug

gegeben. Eine – wie soll ich sagen – mordsm..ig

komplizierte Geschichte. Das reinste Epos. Jetzt aber mal

was ganz anderes. Ich h.tte nie gedacht, dass es sich bei

Fukaeris Vormund um Ebisuno handelt. Die Welt ist klein.

Hat der Professor irgendwas über mich gesagt?.

.über Sie?.

.Ja, über mich..

.Nein, nichts weiter..

.Das ist ja sonderbar.. Komatsu schien einigerma.en

verwundert. .Ebisuno und ich hatten früher beruflich

miteinander zu tun. Hin und wieder habe ich Manuskripte

aus seinem Seminar an der Uni bekommen. Vor langer Zeit,

als ich noch ein ganz junger Redakteur war, wei.t du..

.Wenn das schon so lange her ist, hat er es ja vielleicht

vergessen. Er hat mich n.mlich gefragt, was für ein Mensch

Sie seien..

.Kann nicht sein.. Komatsu schüttelte mit bedenklicher

Miene den Kopf. .Auf keinen Fall. Der Professor ist ein

Mensch, der nie etwas vergisst. Er hat ein geradezu

be.ngstigend gutes Ged.chtnis, und wir diskutierten

damals viel über … Egal. Er ist ein Typ, den man nicht mit

normalen Ma.st.ben messen kann. Nach deinem Bericht

ist die kleine Fukaeri in eine ziemlich komplizierte Sache

verwickelt..

.Ziemlich kompliziert ist gut! Wir halten buchst.blich

eine Bombe im Arm. Fukaeri ist in keiner Hinsicht normal.

Sie ist nicht einfach ein hübsches siebzehnj.hriges

M.dchen. Sie leidet an Legasthenie, das hei.t, sie kann

nicht mal richtig lesen. Schreiben kann sie auch nicht

besonders. Au.erdem hat sie irgendein Trauma erlitten

und den damit verbundenen Teil ihres Ged.chtnisses

verloren. Sie ist in einer Art Kommune aufgewachsen und

kaum zur Schule gegangen. Ihr Vater war Anführer einer

linksextremen revolution.ren Zelle und hatte indirekt

etwas mit der Schie.erei zu tun, zu der es mit der

Akebono-Gruppe kam. Er war ein bekannter

Kulturanthropologe, bevor er sich zurückgezogen hat.

Sollte der Roman Erfolg haben, werden die Medien sich

zusammenrotten und eine Menge delikater Einzelheiten

ausgraben. Wir kommen in Teufels Küche..

.Allerdings, das g.be einen Skandal, als h.tten sich die

Tore der H.lle aufgetan., sagte Komatsu, ohne dass das

Grinsen aus seinem Gesicht schwand.

.Wollen wir den Plan aufgeben?.

.Aufgeben?.

.Die Sache wird zu gro.. Zu gef.hrlich. Kommen Sie, wir

bringen das Manuskript wieder in seinen ursprünglichen

Zustand..

.Das geht nicht so einfach. Deine überarbeitete Fassung

ist bereits gesetzt worden, es gibt sogar schon Fahnen. Und

Fahnen werden, sobald sie gedruckt sind, an den

Chefherausgeber und die vier Juroren geliefert. Ich kann

jetzt nicht mehr sagen: .Tut mir leid, alles ein Irrtum. Sie

dürfen es jetzt doch nicht lesen, bitte geben Sie alles

zurück...

Tengo seufzte.

.Nichts zu machen. Wir k.nnen die Zeit nicht

zurückdrehen., sagte Komatsu, steckte sich eine Marlboro

in den Mund, nahm ein Streichholz aus einer der im Café

bereitliegenden Schachteln und zündete sie mit

zusammengekniffenen Augen an. .Ich lasse mir was

einfallen. Du brauchst dir nicht den Kopf zu zerbrechen.

Sollte .Die Puppe aus Luft. den Preis bekommen, werden

wir Fukaeri nach M.glichkeit aus der Schusslinie halten.

Die Geschichte von der geheimnisvollen Autorin, die nicht

in der .ffentlichkeit erscheinen will, dürfte genügen. Ich

werde als zust.ndiger Redakteur die Funktion ihres

Sprechers übernehmen. Immerhin kenne ich mich mit dem

ganzen Drumherum bestens aus..

.Ich will Ihre Kompetenz nicht in Zweifel ziehen, Herr

Komatsu, aber Fukaeri ist auch in dieser Hinsicht anders als

normale M.dchen. Sie ist nicht der Typ, der schweigend

das tut, was andere wollen. Wenn sie sich einmal für etwas

entschieden hat, zieht sie es durch, ganz gleich, was man

ihr sagt. Man kann ihren Willen nicht beeinflussen, mit

Worten kommt man ihr nicht bei. So einfach geht das

nicht..

Wortlos drehte Komatsu die Streichholzschachtel in

seinen H.nden.

.Wei.t du, Tengo., sagte er dann, .jetzt, wo wir so weit

gegangen sind, k.nnen wir uns nur noch gegenseitig den

Rücken st.rken. Erstens ist deine überarbeitung von .Die

Puppe aus Luft. eine gro.artige Leistung. Du hast all meine

Erwartungen weit übertroffen. Sie ist im Grunde so gut wie

perfekt. Damit bekommen wir den Preis ganz sicher, und

die Geschichte wird eine Sensation. Wir k.nnen den Plan

jetzt nicht mehr begraben. Ich gebe ja zu, dass es eine Art

Vergehen ist. Aber wie gesagt, jetzt ist die Sache schon ins

Rollen gekommen..

.Vergehen?. Tengo sah Komatsu ins Gesicht.

.Es gibt da einen Ausspruch., sagte Komatsu. ..Jede

Kunst und jede Lehre, desgleichen jede Handlung und jeder

Entschluss, scheint ein Gut zu erstreben, weshalb man das

Gute treffend als dasjenige bezeichnet hat, wonach alles

strebt...

.Was ist das?.

.Aristoteles. Die nikomachische Ethik. Hast du

Aristoteles gelesen?.

.Fast gar nicht..

.Solltest du aber. Dir gef.llt er ganz bestimmt. Als mir

mal die Lektüre ausgegangen ist, habe ich angefangen, die

griechischen Philosophen zu lesen. Die bekommt man nie

satt. Man kann immer wieder etwas von ihnen lernen..

.Und was wollte er mit diesem Zitat sagen?.

.Dass das Ergebnis von allem das besagte Gute ist. Am

Schluss kommt bei allem immer etwas Gutes heraus.

Zweifeln k.nnen wir morgen auch noch., sagte Komatsu.

.Das habe ich gemeint..

.Und was sagt Aristoteles über den Holocaust?.

Komatsus Mondsichelgrinsen vertiefte sich. .Aristoteles

spricht an dieser Stelle vornehmlich von der Kunst, der

Wissenschaft und dem Handwerk..

Tengo kannte Komatsu nicht erst seit gestern.

Mittlerweile kannte er ihn in- und auswendig, von vorn bis

hinten. Der Mann streifte in der Verlagswelt umher wie ein

Wolf, und sein ganzes Leben und Handeln erschien fast

willkürlich. Viele lie.en sich von seinem Auftreten

t.uschen. Aber wer sich die Zusammenh.nge richtig durch

den Kopf gehen lie. und ihn genau beobachtete, erkannte,

dass Komatsus Aktionen wohlberechnete Schachzüge

waren und er seine Gegner stets lange im Voraus

durchschaut hatte. Er hatte ein Faible für raffinierte Pl.ne.

Er zog an geeigneter Stelle eine Linie und wich nicht mehr

davon ab. Dennoch konnte man ihn als einen

empfindsamen Charakter bezeichnen, und ein Gro.teil

seines markigen Geredes und Getues war nicht mehr als

harmlose Schauspielerei.

Komatsu sorgte gerne vor und sicherte sich st.ndig ab.

Zum Beispiel schrieb er einmal in der Woche für eine

Abendzeitung eine literarische Kolumne, in der er

verschiedene Autoren positiv oder negativ besprach. Die

negativen Besprechungen waren sehr streng. Solche Artikel

waren Komatsus besondere St.rke. Die Kolumne war zwar

anonym, aber jeder in der Branche wusste, wer sie schrieb.

Es gibt wohl niemanden, dem es gef.llt, wenn in der

Zeitung schlecht über ihn geschrieben wird. Also achteten

die Autoren darauf, Komatsu m.glichst nicht zu reizen.

Wenn ihnen von seiner Literaturzeitschrift ein Auftrag

angeboten wurde, lehnten sie ihn nach M.glichkeit nicht

ab. Zumindest übernahmen sie immer mal wieder einen.

Denn wenn nicht, waren sie nicht sicher, was Komatsu in

seiner Kolumne über sie schreiben würde.

Tengo gefielen Komatsus Machenschaften nicht. Auf der

einen Seite verachtete er den Literaturbetrieb, auf der

anderen nutzte er das System zu seinem Vorteil. Komatsu

verfügte über einen ausgezeichneten Instinkt als Redakteur

und tat sehr viel für Tengo. Die Ratschl.ge, die er ihm über

das Schreiben erteilte, waren meist wertvoll. Dennoch hatte

Tengo sich vorgenommen, bei seiner Bekanntschaft mit

Komatsu Distanz zu wahren. Nicht dass er ihm in einem

ungünstigen Augenblick die Leiter wegz.ge. In dieser

Hinsicht war auch Tengo ein sehr vorsichtiger Mensch.

.Wie gesagt, ich finde deine überarbeitung von .Die

Puppe aus Luft. nahezu perfekt. Einfach gro.artig., fuhr

Komatsu fort. .Allerdings gibt es eine Stelle, wohlgemerkt

nur eine, an der ich gerne noch etwas ge.ndert h.tte, wenn

es geht. Es muss nicht jetzt sein. Für den Debütpreis reicht

es so allemal. Sp.ter, wenn wir den Preis haben, kannst du

dann noch einmal Hand anlegen. Wenn der Text in der

Zeitschrift erscheint..

.Um welche Stelle geht es?.

.Als die Little People die Puppe aus Luft gesponnen

haben, stehen auf einmal zwei Monde am Himmel. Das

M.dchen schaut hoch, und sie sind da. Erinnerst du dich?.

.Natürlich..

.Meiner Ansicht nach reicht der Hinweis, dass nun zwei

Monde da sind, nicht aus. Sie sind nicht ausführlich genug

beschrieben. Ich m.chte, dass du dieses Ph.nomen

detaillierter und plastischer schilderst. Das ist meine

einzige Bitte..

.Vielleicht ist die Darstellung wirklich etwas sp.rlich.

Aber ich wollte den Fluss von Fukaeris Original nicht mit

gro.en Erkl.rungen unterbrechen..

Komatsu hob die Hand, in der er die Zigarette hielt. .Sieh

es doch mal so: Die Leser kennen den Himmel mit einem

Mond. Verstehst du? Aber einen Himmel mit zwei Monden

hat wohl noch keiner gesehen. Und wenn in einem Roman

etwas vorkommt, das die Leser noch nie gesehen haben,

brauchen sie in der Regel eine m.glichst detaillierte und

anschauliche Schilderung. Was man auslassen kann oder

sogar muss, sind Beschreibungen von Dingen, die jeder

kennt..

.Ja, das verstehe ich., sagte Tengo. Was Komatsu sagte,

leuchtete ihm ein. .Ich werde den Teil mit den zwei

目录
设置
设置
阅读主题
字体风格
雅黑 宋体 楷书 卡通
字体大小
适中 偏大 超大
保存设置
恢复默认
手机
手机阅读
扫码获取链接,使用浏览器打开
书架同步,随时随地,手机阅读
首 页 < 上一章 章节列表 下一章 > 尾 页