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作者: 当前章节:15397 字 更新时间:2026-6-19 08:06

Monden anschaulicher gestalten..

.Gut. Dann ist es perfekt.. Komatsu drückte seine

Zigarette aus. .Mehr habe ich nicht zu sagen..

.Sch.n, dass meine Arbeit Ihre Zustimmung findet, aber

so richtig darüber freuen kann ich mich nicht., sagte

Tengo.

.Du kommst gut voran., sagte Komatsu nachdrücklich,

als würde er einen Schlusspunkt setzen. .Als Schreibender,

als Schriftsteller, meine ich. Das ist besser, als sich richtig

zu freuen. Durch die Arbeit an .Die Puppe aus Luft. hast du

eine Menge über Literatur gelernt. Das wird dir sehr

nützlich sein, wenn du beim n.chsten Mal ein eigenes

Werk schreibst..

.Wenn es ein n.chstes Mal gibt..

Komatsu grinste breit. .Darüber brauchst du dir keine

Sorgen zu machen. Du hast deinen Teil erledigt. Jetzt bin

ich an der Reihe. Du kannst auf der Tribüne sitzen und dir

in aller Ruhe das Spiel anschauen..

Die Kellnerin kam an ihren Tisch und schenkte kaltes

Wasser ein. Tengo trank sein Glas zur H.lfte aus. Als er

fertig war, merkte er, dass er gar kein Wasser hatte trinken

wollen.

.War es Aristoteles, der sagte, dass sich die menschliche

Seele aus Verstand, Mut und Begehren zusammensetzt?.,

fragte Tengo.

.Das war Platon. Der Unterschied zwischen Aristoteles

und Platon ist ungef.hr der gleiche wie der zwischen Mel

Tormé und Bing Crosby. Ach ja, früher war alles einfacher.,

sagte Komatsu. .Ist es nicht lustig, sich vorzustellen, dass

Verstand, Mut und Begierde eine Konferenz abhalten und

eifrig debattierend an einem Tisch sitzen?.

.Man kann in etwa vermuten, wer den Sieg davontr.gt,

oder?.

.Was mir an dir gef.llt., sagte Komatsu und reckte den

Zeigefinger in die Luft, .ist dein Sinn für Humor..

Welcher Humor?, dachte Tengo. Aber er hielt den Mund.

Nachdem sie sich voneinander verabschiedet hatten, ging

Tengo in die Buchhandlung Kinokuniya und kaufte

mehrere Bücher. Anschlie.end suchte er sich in der N.he

eine Bar, um ein Bier zu trinken und zu lesen. Was k.nnte

entspannender sein, als bei einem Getr.nk in einem Lokal

zu sitzen und in ein paar Neuerscheinungen zu bl.ttern?

Doch aus irgendeinem Grund konnte er sich an diesem

Abend nicht auf die Lektüre konzentrieren. Immer wieder

tauchte das Bild seiner Mutter vor ihm auf. Es wollte

einfach nicht verschwinden. Sie hatte den Tr.ger ihres

wei.en Unterkleids hinuntergestreift, entbl..te eine

wohlgeformte Brust und lie. diesen Mann daran saugen.

Der Mann war nicht sein Vater. Er war gr..er, jünger und

hatte ebenm..igere Züge. Der kleine Tengo schlief ruhig

atmend und mit geschlossenen Augen in seinem Bettchen.

Als der Mann die Brustwarze seiner Mutter in den Mund

nahm, trat ein selbstvergessener Ausdruck auf ihr Gesicht.

Ihr Ausdruck .hnelte dem seiner .lteren Freundin, wenn

sie kurz vor dem Orgasmus war.

Eines Tages, es war schon eine Weile her, hatte Tengo sie

gefragt, ob sie ihm zuliebe einmal ein wei.es Unterkleid

tragen k.nnte.

.Klar., hatte sie gesagt und gelacht. .N.chstes Mal ziehe

ich eins an. Wenn dir das gef.llt. Hast du vielleicht sonst

noch einen Wunsch? Genier dich nicht, du kannst mir alles

sagen..

.Nein, nur ein wei.es Unterkleid, wenn’s geht. Ein

m.glichst schlichtes..

In der Woche darauf kam sie in einer wei.en Bluse, unter

der sie ein wei.es Unterkleid trug. Er zog ihr die Bluse aus,

streifte den Tr.ger des Unterkleids hinunter und saugte an

ihrer Brustwarze. Genau wie der Mann in seiner Vision, aus

dem gleichen Winkel. Dabei überkam ihn ein leichter

Schwindel. Er fühlte sich benommen, und Vergangenheit

und Gegenwart schienen zu verschwimmen. Eine rasch

anschwellende dumpfe Schwere breitete sich in seinem

Unterleib aus. Unversehens erbebte er und ejakulierte

heftig.

.Was ist denn los? Bist du schon gekommen?., fragte

seine Freundin erstaunt.

Tengo wusste selbst nicht genau, was passiert war. Aber

er hatte in H.he ihrer Hüfte auf das Unterkleid ejakuliert.

.Tut mir leid., entschuldigte er sich. .Das wollte ich

nicht..

.Du brauchst dich doch nicht zu entschuldigen., sagte

seine Freundin beschwichtigend. .Das kriege ich doch

unter dem Wasserhahn ganz leicht raus. Das ist doch nur

das übliche. Sojaso.e oder Rotwein w.ren schlimmer..

Sie zog das Unterkleid aus und wusch die Stelle mit dem

Sperma am Waschbecken aus, dann h.ngte sie es zum

Trocknen über die Stange des Duschvorhangs.

.Der Reiz war wohl zu stark.. Sie l.chelte z.rtlich und

streichelte Tengos Unterleib mit der flachen Hand. .Wei.e

Unterkleider haben’s dir angetan, nicht wahr, Tengo?.

.Ja, vielleicht., sagte Tengo. Aber warum er sie wirklich

um diesen Gefallen gebeten hatte, mochte er ihr nicht

erz.hlen.

.Du kannst mir deine Phantasien ruhig anvertrauen. Ich

mache gern mit. Ich mag auch wilde Phantasien. Leute, die

keine Phantasien haben, sind nicht lebendig. Findest du

nicht? Soll ich n.chstes Mal wieder ein wei.es Unterkleid

tragen?.

Tengo schüttelte den Kopf. .Schon in Ordnung. Das eine

Mal hat genügt. Danke..

Oft überlegte Tengo, ob nicht vielleicht der junge Mann,

der in seiner Vision an der Brust seiner Mutter saugte, sein

biologischer Vater sein k.nnte. Das lag vermutlich daran,

dass Tengo seinem Vater – dem Mann, der so gewissenhaft

die Gebühren für NHK einsammelte – so gar nicht .hnlich

sah. Tengo war gro. und kr.ftig, seine Stirn war breit, seine

Nase schmal, und er hatte rundliche, zerknitterte Ohren.

Sein Vater hingegen war klein und untersetzt und wirkte

auch ansonsten nicht gerade imposant. Niedrige Stirn,

flache Nase, spitze Pferdeohren. Sein Gesicht unterschied

sich so stark von Tengos, dass man geradezu von einem

Gegensatz sprechen konnte. Verglichen mit Tengos

ruhigen, gro.mütigen Zügen waren die seines Vaters

nerv.s und kleinlich. Die meisten Leute sagten, sie s.hen

nicht aus wie Vater und Sohn.

Aber die Fremdheit, die Tengo gegenüber seinem Vater

verspürte, hatte weniger mit ihrer Physiognomie zu tun als

mit ihren geistigen Eigenschaften und Neigungen. Sein

Vater machte wei. Gott keinen intellektuellen Eindruck.

Selbstverst.ndlich hatte er keine ausreichende

Schulbildung genossen und als Kind armer Leute nie

gelernt, selbstst.ndig zu denken. Tengo fand diese

Lebensumst.nde auch sehr bedauerlich. Dennoch fragte er

sich, ob der Wunsch nach Wissen nicht bei mehr oder

weniger allen Menschen ein natürliches Grundbedürfnis

und bei diesem Mann nur nicht besonders ausgepr.gt war.

Er verfügte über alle praktischen F.higkeiten, die man

zum Leben braucht, aber nichts an seiner Haltung wies auf

das Bemühen hin, an sich zu arbeiten, oder auf den Drang,

die Welt einmal aus einer breiteren Perspektive zu

betrachten.

Obwohl sein Vater ganz und gar in seiner armseligen, von

kleinlichen Regeln beherrschten Welt lebte, schien er deren

erstickende Enge nicht wahrzunehmen. Tengo hatte nie

gesehen, dass sein Vater ein Buch zur Hand nahm. Er las

nicht einmal Zeitung (es reiche v.llig aus, sich regelm..ig

die Nachrichten bei NHK anzuschauen, erkl.rte er). Er

interessierte sich weder für Musik noch für Filme. Nie

unternahm er einen Ausflug oder eine Reise. Das Einzige,

was ihn in eine gewisse Begeisterung versetzen konnte, war

die Route durch sein Zust.ndigkeitsgebiet. Er hatte eine

Karte der Viertel angefertigt, in denen er die Gebühren

einsammelte, und sie mit verschiedenfarbigen Stiften

markiert. In seiner Freizeit brütete er über dieser Karte wie

ein Biologe, der Chromosomen sortiert.

Tengo hingegen galt schon früh als kleines

Mathematikgenie. Er hatte hervorragende Noten in

Arithmetik und konnte bereits in der dritten Klasse

Aufgaben für Oberschüler l.sen. Auch in den anderen

Naturwissenschaften fielen ihm die besten Noten mühelos

zu. In seiner Freizeit las er unentwegt. Sein Wissensdurst

war uners.ttlich, und er schaufelte weitverzweigte

Kenntnisse in sich hinein wie ein Schaufelbagger Erde.

Wenn er seinen Vater ansah, konnte er nicht begreifen,

dass die Gene eines so engstirnigen und unkultivierten

Mannes biologisch zumindest eine H.lfte seiner Existenz

ausmachten.

Schon in seiner Kindheit war Tengo zu dem Schluss

gelangt, sein richtiger Vater müsse sich anderswo

aufhalten. Gewiss war er in Wahrheit nur durch bestimmte

Umst.nde bei diesem Mann aufgewachsen, den er zwar

Vater nannte, mit dem er aber nicht blutsverwandt war.

Wie die unglückseligen Kinder in den Romanen von

Dickens.

Diese M.glichkeit war für den Jungen Hoffnung und

Albtraum zugleich. Gierig und begeistert verschlang er alle

Romane von Dickens, die er in der Stadtbücherei

bekommen konnte, beginnend mit Oliver Twist. Auf seinen

Reisen durch die Welt dieser Geschichten gab Tengo sich

zugleich den verschiedensten Phantasien über seine eigene

Herkunft hin. Diese Vorstellungen (oder Wünsche)

entwickelten sich in seinem Kopf rasch zu langen und

komplexen Abenteuern. Sie folgten stets einem bestimmten

Muster, das er in zahllosen Variationen durchspielte. Doch

jede davon sagte Tengo, dass er sich nicht am richtigen

Platz befand. .Man hat mich irrtümlich in einen falschen

K.fig gesperrt. Bestimmt werden meine wahren Eltern

mich eines Tages durch eine glückliche Fügung finden, und

ich werde aus diesem engen h.sslichen Gef.ngnis erl.st

und kann dorthin zurückkehren, wo ich eigentlich

hingeh.re. Und meine Sonntage werden sch.n, friedlich

und frei sein..

Sein Vater war froh, dass Tengo so ausgezeichnete Noten

nach Hause brachte. Er war sogar stolz darauf und prahlte

damit in der Nachbarschaft. Zugleich jedoch empfand er

die hohe Intelligenz und die Begabung seines Sohnes tief in

seinem Inneren als unangenehm. Immer wieder st.rte er

Tengo, wenn dieser an seinem Schreibtisch sa. und lernte,

und er tat es ganz offensichtlich mit Absicht. Er gab ihm

Arbeiten im Haushalt, regte sich künstlich über

irgendetwas Fadenscheiniges auf, das ihm nicht passte, und

hackte dann hartn.ckig auf Tengo herum. Der Inhalt seiner

Vorwürfe war stets der gleiche. .Als Gebührenkassierer

muss ich mir jeden Tag die Fü.e plattlaufen, mich dauernd

beleidigen lassen und schuften wie verrückt. Im Vergleich

zu mir führst du ein bequemes Faulenzerleben. Als ich in

deinem Alter war, hat meine Familie mich geschunden, bei

jeder Kleinigkeit kriegte ich die F.uste meines Vaters und

meiner .lteren Brüder zu spüren. Nie bekam ich genug zu

essen und wurde nicht besser behandelt als ein Stück Vieh.

Du brauchst dir gar nichts auf deine paar guten Noten

einzubilden.. Immer und immer wieder spulte sein Vater

die gleiche Tirade ab.

Irgendwann kam Tengo der Gedanke, dass sein Vater

vielleicht neidisch auf ihn sein k.nnte. M.glicherweise war

er eifersüchtig auf Tengos Wesen oder seine Situation. Aber

konnte es denn sein, dass ein Vater seinen Sohn beneidete?

Natürlich konnte Tengo so etwas Schwieriges nicht

beurteilen. Er war ja noch ein Kind. Aber er spürte, dass

Sprache und Verhalten seines Vaters eine B.sartigkeit

ausstrahlten, die ihn abstie.. Nein, das war nicht nur Neid.

Tengo spürte immer wieder, dass dieser Mann etwas an

ihm hasste. Er hasste nicht den Menschen Tengo an sich.

Sein Vater hasste etwas, das in ihm war. Etwas, das er nicht

akzeptieren konnte.

Die Mathematik bot Tengo eine geeignete Zuflucht. Um

dem qualvollen Gef.ngnis der Realit.t zu entkommen,

rettete er sich in die Welt der Zahlen. Schon als kleiner

Junge hatte er gelernt, dass er sich mühelos in diese Welt

versetzen konnte, wenn er einen bestimmten Schalter in

seinem Kopf umlegte. Er entdeckte ein grenzenloses Reich

der Ordnung und fühlte sich frei, solange er sich darin

bewegte. Er schritt durch die gewundenen Korridore eines

riesigen Geb.udes und stie. eine nummerierte Schwingtür

nach der anderen auf. Sooft sich eine neue Szenerie vor ihm

auftat, wurden die h.sslichen Spuren der realen Welt, die

noch an ihm hafteten, schw.cher und l.sten sich bald ganz

auf. Das Reich, in dem die Zahlen regierten, wurde für ihn

ein erlaubtes und vor allem sicheres Versteck. Tengo begriff

die Geographie dieser Welt besser als jeder andere und

vermochte sich pr.zise darin zurechtzufinden. Niemand

konnte ihm dorthin folgen. Solange er sich hier aufhielt,

konnte er die Regeln und Beschwernisse, die ihn in der

Wirklichkeit bedrückten, einfach vergessen.

Gegenüber dem pr.chtigen und luftigen Geb.ude der

Mathematik war die Welt, die sich Tengo in den

Geschichten von Dickens pr.sentierte, wie ein tiefer

Zauberwald. Im Gegensatz zur Mathematik, die sich endlos

in den Himmel hinauf erstreckte, breitete sich dieser Wald

stumm unter ihm aus. Seine dunklen, massigen Wurzeln

verzweigten sich tief in der Erde. Dort gab es keine

Landkarte und auch keine nummerierten Schwingtüren.

Von der Grundschule bis in die Mittelstufe absorbierte

ihn die Mathematik ganz und gar. Ihre Klarheit und

absolute Freiheit zogen ihn st.rker in den Bann als alles

andere. Sie war lebensnotwendig für ihn. Doch als er in die

Pubert.t kam, wuchs in ihm allm.hlich das Bewusstsein,

dass die Mathematik allein ihm nicht genügte. Solange er

sich in ihrem Reich aufhielt, hatte er keine Probleme. Alles

lief nach Wunsch. Nichts versperrte ihm den Weg. Aber

sobald er ihr Reich verlie. und in die Realit.t zurückkehrte

(was sich nicht vermeiden lie.), fand er sich im gleichen

elenden Gef.ngnis wieder wie zuvor. Seine Situation hatte

sich nicht im Geringsten verbessert. Im Gegenteil, seine

Fesseln erschienen ihm umso schwerer. Was nützte ihm

also die Mathematik, wenn das so war? War sie nicht nur

eine vorübergehende Zuflucht? Verschlechterte sie seine

tats.chliche Lage nicht sogar noch?

Angesichts dieser dr.ngenden Fragen beschloss Tengo,

einen bewussten Abstand zwischen sich und die

Mathematik zu bringen. So kam es, dass die Faszination,

die der Wald der Geschichten auf ihn ausübte, immer

st.rker wurde. Natürlich war die Lektüre von Romanen

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