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作者: 当前章节:15368 字 更新时间:2026-6-19 08:06

essen ging, w.hlte sie ein Lokal, in dem anst.ndig und

sorgf.ltig gekocht wurde. Andere Güter bedeuteten ihr

nicht viel.

Sie hatte wenig Interesse an Kleidung, Kosmetika und

Schmuck. Für das Sportstudio genügte eine saloppe

Garderobe wie Jeans und Pullover. Einmal dort

angekommen, verbrachte sie ohnehin den ganzen Tag in

Trainingskleidung. Schmuck oder Accessoires konnte sie

dort natürlich nicht tragen. Die Gelegenheit, sich schick zu

machen und auszugehen, ergab sich für sie .u.erst selten.

Sie hatte keinen Freund, traf sich mit niemandem. Nach

Tamaki Otsukas Heirat hatte sie nicht einmal mehr eine

Freundin gehabt, mit der sie essen gehen konnte. Wenn sie

auf die Jagd nach einem flüchtigen Liebhaber ging, machte

sie sich entsprechend zurecht und zog sich gut an, aber

auch das geschah ja h.chstens einmal im Monat. Viel

Kleidung brauchte sie also wirklich nicht.

Und wenn sie etwas ben.tigte, durchstreifte sie die

Boutiquen in Aoyama und kaufte ein brandaktuelles

.Killer-Kleid. und ein paar Accessoires dazu. Ein Paar hohe

Schuhe reichten für sie aus. Normalerweise trug sie flache

Schuhe und band ihr Haar im Nacken zusammen. Das

Gesicht schrubbte sie sich mit Seife und benutzte

anschlie.end eine einfache Creme, die ihrer Haut eine

strahlende Frische verlieh. Wer einen sauberen, gesunden

K.rper hatte, dem fehlte es an nichts.

Aomame war von Kind an ein anspruchsloses Leben ohne

Extravaganzen gewohnt. Seit sie denken konnte, hatte man

ihr die Prinzipien von Enthaltsamkeit und M..igung

eingebl.ut. In ihrer Familie gab es nie etwas im überfluss.

.Verschwendung. war das Wort, das ihre Eltern unentwegt

im Munde führten. Sie besa.en weder einen Fernseher,

noch abonnierten sie eine Tageszeitung. Nachrichten

galten als unn.tig. Fleisch oder Fisch kamen nur selten auf

den Tisch. Die für ihr Wachstum n.tigen N.hrstoffe erhielt

Aomame haupts.chlich durch das Essen in der

Schulkantine. Andere Kinder waren oft sehr w.hlerisch und

mochten dies nicht und das nicht, aber Aomame verleibte

sich gern noch ihre Portion mit ein.

Aomames Garderobe war ausnahmslos geerbt. Ihre

Glaubensgemeinschaft unterhielt eine Art Tauschb.rse für

gebrauchte Kleidungsstücke, und so bekam sie abgesehen

von der vorgeschriebenen Schuluniform nicht ein einziges

Mal etwas Neues zum Anziehen. Sie konnte sich auch nicht

erinnern, jemals Kleider oder Schuhe getragen zu haben,

die genau ihre Gr..e hatten. Die Farben und die Schnitte

waren sowieso scheu.lich. Wenn Menschen nur ein

.rmliches Leben führen k.nnen, weil sie mittellos sind,

l.sst sich das eben nicht .ndern. Aber Aomames Familie

war nicht einmal arm. Ihr Vater arbeitete als Ingenieur und

verfügte über ein normales Einkommen und sogar über

Ersparnisse. Er hatte sich lediglich aus Prinzip für dieses

karge Dasein entschieden.

Jedenfalls unterschied sich Aomames Alltag zu sehr von

dem der normalen Kinder in ihrer Umgebung, als dass sie

Freundschaften h.tte schlie.en k.nnen. Sie besa. keine

angemessene Kleidung und h.tte auch gar nicht die Mittel

gehabt, um etwas mit Freunden zu unternehmen. Sie

bekam kein Taschengeld, und selbst wenn jemand sie zu

seinem Geburtstag eingeladen h.tte (was glücklicher- oder

unglücklicherweise niemals vorkam), h.tte sie nicht einmal

ein kleines Geschenk kaufen k.nnen.

Aus all diesen Gründen waren Aomame nicht nur ihre

Eltern, sondern auch der Kreis, dem diese angeh.rten, und

die damit verbundenen Ansichten zutiefst verhasst. Was sie

sich wünschte, war ein normales Leben wie alle anderen.

Nicht dass sie sich nach Luxus gesehnt h.tte. Ein ganz

allt.gliches Leben h.tte ihr schon genügt. Mehr brauchte

sie nicht. Sie sehnte sich danach, m.glichst schnell

erwachsen zu werden, um sich von ihren Eltern lossagen

und nach ihrer eigenen Fasson leben zu k.nnen. Nur das

essen, was sie essen wollte, und frei über das Geld in ihrem

Portemonnaie verfügen. Sie wollte ungebrauchte Kleidung

nach ihrem eigenen Geschmack kaufen, Schuhe tragen, die

ihr passten, gehen, wohin sie gehen wollte, Freundschaften

schlie.en und hübsch verpackte Geschenke austauschen.

Doch als Aomame erwachsen war, entdeckte sie, dass sie

sich am wohlsten fühlte, wenn sie ein genügsames,

ma.volles Leben führte. Es ging ihr gar nicht so sehr

darum, sich mit Freunden zu treffen und zu feiern,

stattdessen war es ihr viel lieber, im Trainingsanzug zu

Hause zu sitzen.

Nach Tamakis Tod kündigte Aomame ihre Stelle bei der

Sportgetr.nkefirma und zog von dem Wohnheim, in dem

sie bis dahin gelebt hatte, in ein Mietshaus in Jiyugaoka.

Ihre neue Wohnung hatte ein Schlafzimmer, einen Wohn-,

Ess- und Küchenbereich und war nicht gerade als gro. zu

bezeichnen, aber durch ihre Leere wirkte sie ger.umiger,

als sie eigentlich war. Aomame las viel, aber sobald sie ein

Buch ausgelesen hatte, verkaufte sie es an ein Antiquariat.

Sie h.rte auch gern Musik, sammelte aber keine Platten.

Aus irgendeinem Grund konnte Aomame den Anblick

angesammelter Habseligkeiten nur schwer ertragen. Sooft

sie in ein Gesch.ft ging, um etwas zu kaufen, verspürte sie

ein Gefühl von Schuld. Brauchst du das wirklich?, fragte sie

sich dann. Der Anblick hübscher Kleider oder Schuhe in

ihrem Schrank schnürte ihr die Luft ab. Sch.nheit und

Gro.zügigkeit erinnerten Aomame paradoxerweise an ihre

armselige, unfreie Kindheit, in der sie nie etwas für sich

bekommen hatte.

H.ufig fragte sie sich, was es eigentlich bedeutete, frei zu

sein. War es nicht so, dass man, kaum war man dem einen

Gef.ngnis glücklich entronnen, nur wieder in ein anderes,

noch schlimmeres geriet?

Nachdem sie einen bestimmten Mann ins Jenseits

bef.rdert hatte, bekam sie von der alten Dame in Azabu

eine Art Belohnung. Dabei handelte es sich um ein fest in

Papier eingewickeltes Bündel Geldscheine, auf dem weder

Name und Adresse des Absenders noch des Adressaten

vermerkt waren. Es war in einem privaten Postfach

deponiert. Aomame erhielt von Tamaru den Schlüssel,

nahm das P.ckchen heraus und gab den Schlüssel

anschlie.end zurück. Das versiegelte P.ckchen warf sie

unge.ffnet in ein Bankschlie.fach. Zwei backsteinharte

P.ckchen lagen bereits darin.

Aomame verbrauchte nicht einmal ihr monatliches

Gehalt. Sie sparte sogar noch etwas davon. Somit ben.tigte

sie dieses Geld überhaupt nicht, was sie der alten Dame

auch gesagt hatte, als sie beim letzten Mal ihre Belohnung

erhielt.

.Das geschieht doch nur der Form halber., hatte die alte

Dame sie mit leiser, sanfter Stimme ermahnt. .Sehen Sie es

bitte als eine Verfahrensweise. Sie müssen es vorl.ufig

einmal annehmen. Wenn Sie das Geld nicht ben.tigen,

brauchen Sie es ja nicht zu verwenden. Und sollte es Ihnen

g.nzlich zuwider sein, spenden Sie es einfach anonym einer

wohlt.tigen Organisation. Sie k.nnen v.llig frei darüber

verfügen. Allerdings würde ich Ihnen raten, es eine Weile

nicht aus der Hand zu geben und lieber irgendwo zu

deponieren..

.Aber für so etwas m.chte ich nicht bezahlt werden.,

sagte Aomame.

.Das kann ich sehr gut verstehen. Aber dadurch, dass Sie

diese nutzlosen Subjekte so sauber entfernt haben, kommt

es auch nicht zu zermürbenden Scheidungsprozessen und

Streitigkeiten um das Sorgerecht. Und die Frauen brauchen

nicht in der Angst zu leben, dass ihre M.nner wieder

auftauchen und ihnen das Gesicht zu Brei schlagen. Sie

bekommen Lebensversicherungen und

Hinterbliebenenrenten ausbezahlt. Sehen Sie das Geld, das

man Ihnen gibt, als eine Form des Dankes. Denn Sie,

Aomame, tun das Richtige. Und das sollte nicht unbelohnt

bleiben. Verstehen Sie auch, warum?.

.Nein., sagte Aomame rundheraus.

.Weil Sie weder ein Engel noch Gott sind. Ich wei.

genau, dass Sie das, was Sie tun, uneigennützig und reinen

Herzens tun. Deshalb verstehe ich auch Ihre Bedenken,

Geld dafür anzunehmen. Aber ein makellos reines

Gewissen birgt auch Gefahren. Es ist nicht normal für einen

Menschen, in einem Gefühl wie diesem zu leben. Deshalb

müssen Sie es fest am Boden verankern wie einen

Luftballon. Und dazu dient das Geld. Auch wenn etwas

richtig ist, wenn man reinen Herzens das Richtige tut, hei.t

das noch lange nicht, dass man es darf. Verstehen Sie

mich?.

Nachdem Aomame kurz nachgedacht hatte, nickte sie.

.Nicht genau. Aber vorl.ufig werde ich tun, was Sie sagen..

Die alte Dame l.chelte. Und nahm einen Schluck

Kr.utertee. .Sie dürfen es auf keinen Fall am Schalter einer

Bank einzahlen oder so etwas. Das Finanzamt darf nicht

darauf aufmerksam werden. Werfen Sie die Scheine einfach

in ein Bankschlie.fach. Eines Tages werden sie Ihnen

vielleicht gute Dienste leisten..

.So mache ich es., sagte Aomame.

Aomame war gerade vom Sportstudio nach Hause

gekommen und machte sich etwas zum Abendessen, als das

Telefon klingelte.

.Hallo, Aomame., sagte eine etwas heisere

Frauenstimme. Es war Ayumi.

Den H.rer am Ohr, streckte Aomame einen Arm aus und

drehte das Gas klein. .Hallo, wie geht’s? Alles klar bei der

Polizei?.

.Heute habe ich in einer Tour Strafzettel für falsches

Parken ausgefüllt. Ich hasse alle Menschen. Kein Mann in

Sicht, nur schuften und nichts zu lachen..

.Sehr tapfer..

.Was machst du gerade?.

.Abendessen..

.H.ttest du übermorgen Zeit? So gegen Abend?.

.Ja, aber zu so etwas wie letztes Mal habe ich keine Lust.

Damit mache ich lieber erst mal Pause..

.Mir reicht es auch für eine Weile. Aber ich würde dich

gern sehen..

Aomame überlegte einen Moment. Aber so pl.tzlich

konnte sie sich nicht entscheiden.

.Wei.t du, ich habe gerade etwas auf dem Herd., sagte

sie. .Kannst du vielleicht in einer halben Stunde noch mal

anrufen?.

.Klar. Also dann in einer halben Stunde..

Aomame legte auf und garte ihr Pfannengericht. Dazu

machte sie sich eine Misosuppe mit Sojabohnenkeimen und

braunen Reis. Sie trank eine halbe Dose Bier, den Rest goss

sie in die Spüle und wusch anschlie.end ab. Gerade hatte

sie sich mit einem Seufzer aufs Sofa fallen lassen, als Ayumi

wieder anrief.

.Vielleicht k.nnen wir zusammen essen gehen., sagte

Ayumi. .Es ist so langweilig, immer allein zu essen..

.Du isst immer allein?.

.Na ja, eigentlich gibt es im Wohnheim Verpflegung.

Beim Essen herrscht immer ein Riesengetümmel. Ich h.tte

nichts dagegen, mal wieder ganz gemütlich und in Ruhe

was Gutes zu essen, m.glichst in einem schicken

Restaurant. Aber allein habe ich keine Lust. Kennst du das

Gefühl?.

.Natürlich..

.Aber ich habe niemanden, mit dem ich essen gehen

k.nnte. Weder Mann noch Frau. Alle hocken st.ndig nur in

irgendwelchen Kneipen. Also habe ich mich gefragt, ob wir

vielleicht mal zusammen in ein sch.nes Restaurant gehen

k.nnten. Aber vielleicht hast du ja auch keine Lust?.

.Doch, warum nicht?., sagte Aomame. .Also abgemacht,

wir beide gehen ganz schick essen. Bei mir ist das auch

schon l.nger her..

.Wirklich?., sagte Ayumi. .Ich freue mich!.

.Bleibt es bei übermorgen?.

.Am Tag darauf habe ich frei. Kennst du ein gutes

Restaurant?.

Aomame nannte ein franz.sisches Restaurant in

Nogizaka.

Als Ayumi den Namen h.rte, schluckte sie. .Das ist doch

total berühmt. Und wahnsinnig teuer. Dafür reicht mein

Gehalt nicht aus. Au.erdem habe ich in einer Zeitschrift

gelesen, dass man da zwei Monate im Voraus reservieren

muss..

.Keine Angst. Der Inhaber ist Mitglied in dem

Sportstudio, in dem ich arbeite. Ich bin sein Personal

Trainer. Au.erdem berate ich ihn ein bisschen wegen der

N.hrwerte der Gerichte auf seiner Speisekarte. Deshalb

bekomme ich jederzeit einen Tisch und einen ordentlichen

Preisnachlass. Allerdings wird es wahrscheinlich kein

besonders guter Tisch sein..

.Ich würde auch in der Besenkammer sitzen..

.Also gehen wir mal richtig schick essen..

Als sie aufgelegt hatte, wurde Aomame zu ihrer

überraschung bewusst, dass sie eine spontane Zuneigung

für die junge Polizistin empfand. Es war das erste Mal seit

Tamaki Otsukas Tod, dass sie ein solches Gefühl verspürte.

Natürlich war es etwas ganz anderes als das, was sie für

Tamaki empfunden hatte. Aber immerhin war es schon

sehr lange her, dass sie auch nur in Betracht gezogen hatte,

mit jemandem essen zu gehen. Noch dazu, wo ihre neue

Freundin ausgerechnet Polizistin war. Aomame seufzte. Es

ging schon seltsam zu auf der Welt.

Aomame trug ein blaugraues Kleid mit kurzen .rmeln

und hohe Schuhe von Feragamo, dazu Ohrringe und ein

schmales goldenes Armband. Um die Schultern hatte sie

sich eine kleine wei.e Strickjacke geh.ngt. Die übliche

Umh.ngetasche lie. sie zu Hause (den Eispick natürlich

auch) und entschied sich stattdessen für eine kleine

Handtasche von La Bagagerie. Ayumi hatte sich in ein

einfaches schwarzes Jackett von Commes des Gar.ons, ein

gro.es ausgeschnittenes braunes T-Shirt und einen

geblümten weiten Rock geworfen, dazu trug sie wieder die

Gucci-Tasche, kleine Perlohrstecker und flache braune

Schuhe. Sie wirkte viel hübscher und eleganter als beim

letzten Mal. Und ganz und gar nicht wie eine Polizistin.

Nach einem leichten Mimosa – Champagner mit

Orangensaft – an der Bar wurden die beiden an ihren Tisch

geführt. Es war keineswegs ein schlechter Tisch. Der

Küchenchef kam in den Gastraum, um Aomame zu

begrü.en. Der Wein gehe aufs Haus, sagte er.

.Sie müssen entschuldigen, aber wir haben ihn schon

entkorkt und probiert. Wir hatten gestern eine

Reklamation wegen seines Geschmacks und haben dem

Gast daraufhin einen anderen Wein serviert. An diesem

gibt es nicht das Geringste auszusetzen. Aber der

betreffende Gast ist ein bekannter Politiker und gilt in

seinen Kreisen – nicht ganz verdient – als gro.er

Weinkenner. Beschwert hat er sich wohl vor allem, um sich

vor seinen Begleitern ein bisschen wichtig zu machen. Ob

dieser Burgunder nicht etwas zu viel S.ure habe? Da der

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