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作者: 当前章节:15398 字 更新时间:2026-6-19 08:06

Fukaeri hei.t sie. Und über .Die Puppe aus Luft...

Tengo nickte. Fukaeri und .Die Puppe aus Luft.. Er war

im Begriff gewesen, mit Komatsu darüber zu sprechen, als

der .Anfall. kam und das Gespr.ch unterbrach. Tengo

nahm eine Kopie des Manuskripts aus seiner Tasche und

legte es auf den Tisch. Er lie. die H.nde über den Stapel

gleiten und prüfte, wie es sich anfühlte.

.Ich sagte es schon am Telefon: Das Beste an .Die Puppe

aus Luft. ist, dass die Autorin nicht versucht, jemanden zu

imitieren. Das ist .u.erst selten bei einem Erstlingswerk.

Die versuchen sonst immer wie irgendetwas anderes zu

sein.. Tengo sprach wohlüberlegt. .Natürlich ist ihr Stil

noch ungeschliffen und die Wortwahl ungeschickt. Es f.ngt

schon beim Titel an, sie verwechselt .Puppe. mit .Kokon..

Wenn ich wollte, k.nnte ich reihenweise Fehler aufz.hlen.

Aber trotz allem hat die Geschichte etwas sehr

Anziehendes. Als Ganzes ist sie zwar phantastisch, dennoch

ist die Schilderung der Einzelheiten bedrückend real.

Dieses Spannungsverh.ltnis macht sich ausgezeichnet. Ob

ihre Originalit.t, Folgerichtigkeit oder sprachliche Qualit.t

ausreichen, wei. ich nicht. Wenn Sie mir sagen, das Niveau

sei ungenügend, kann das durchaus sein. Der Text liest sich

holprig, aber als ich damit durch war, wirkte er noch lange

ruhig nach. Auch wenn ein seltsames, unbehagliches

Gefühl dabei war, das schwer zu beschreiben ist..

Komatsu sah Tengo wortlos an. Er wollte mehr h.ren.

.Ich konnte das Werk nicht einfach aus der Auswahl

streichen, nur weil es sprachliche und stilistische M.ngel

hat. In den letzten Jahren habe ich berufsm..ig bergeweise

eingereichte Manuskripte gelesen. überflogen kommt der

Sache wohl n.her. Darunter waren vergleichsweise gut

geschriebene Texte und auch v.llig hoffnungslose – letztere

natürlich in der überzahl. Doch von allen Werken, die mir

unter die Augen gekommen sind, hat bisher keins so auf

mich gewirkt wie .Die Puppe aus Luft.. Es war auch das

erste Mal, dass ich das Gefühl hatte, einen Text, nachdem

ich ihn bereits gelesen hatte, im Geiste noch einmal zu

lesen..

.Aha., sagte Komatsu. Aufrichtig interessiert zog er an

seiner Zigarette. Er spitzte die Lippen. Aber Tengo kannte

ihn nicht erst seit gestern und lie. sich nicht so leicht von

seiner Attitüde t.uschen. Dieser Mann setzte h.ufig ein

Gesicht auf, das mit seinen wahren Gefühlen nichts zu tun

hatte oder sogar ihr Gegenteil ausdrückte. Tengo wartete

geduldig darauf, dass Komatsu sich .u.erte.

.Ich habe es auch gelesen., sagte Komatsu, nachdem er

einen Moment hatte verstreichen lassen. .Gleich nachdem

du mich angerufen hast. Also, nein, es ist doch wirklich

furchtbar schlecht, oder? Die Grammatik ist katastrophal,

und es gibt sogar S.tze, bei denen man nicht versteht, was

sie bedeuten oder was die Autorin damit sagen will. Bevor

sie einen Roman oder so was schreibt, sollte sie lieber erst

mal die Grundbegriffe der Syntax lernen..

.Aber Sie haben es zu Ende gelesen. Stimmt’s?.

Komatsu l.chelte. Es war ein L.cheln aus einer Schublade,

die er für gew.hnlich nicht .ffnete. .Ja, stimmt. Da hast du

recht. Ich habe es ganz gelesen. Hat mich selbst überrascht.

Dass ich ein für den Debütpreis eingereichtes Manuskript

ganz durchlese, das gibt es praktisch nie. Schlimmer noch,

einige Teile habe ich sogar zweimal gelesen. Das kommt

ungef.hr so oft vor wie eine Syzygie. Das gebe ich zu..

.Es hat was. Oder nicht?.

Komatsu legte seine Zigarette in den Aschenbecher und

rieb sich mit dem rechten Mittelfinger einen Nasenflügel,

ohne auf Tengos Frage zu antworten.

.Das M.dchen ist erst siebzehn. Sie geht auf die

Oberschule. Sie hat nur noch keine übung darin, Literatur

zu lesen oder zu schreiben. Für dieses Werk bekommt sie

den Debütpreis wahrscheinlich wirklich nicht. Aber es

h.tte das Zeug dazu, in die engere Auswahl zu kommen. So

weit k.nnen Sie doch entscheiden, Herr Komatsu, oder?

Daran kann sie dann anknüpfen..

.Meinst du?., sagte Komatsu. Er g.hnte gelangweilt und

trank anschlie.end sein Wasser in einem Zug aus. .Tengo,

mein Freund, jetzt überleg doch mal. Angenommen, wir

nehmen diesen Wirrwarr in die engere Auswahl. Die

Damen und Herren von der Jury fallen doch auf den

Hintern. Wom.glich werden sie sogar sauer. Nicht mal zu

Ende lesen werden sie es. In der Jury sind vier aktive

Schriftsteller. Diese Leute haben eine Menge zu tun. Nach

den ersten zwei Seiten schmei.en die das Ding in die Ecke.

Den Aufsatz einer Erstkl.sslerin werden sie es nennen. Wir

haben hier etwas vor uns, das nur gl.nzt, wenn man es

poliert. Wird jemand auf mich h.ren, wenn ich es anpreise?

Auch wenn ich die Macht h.tte zu bestimmen, würde ich

lieber etwas Erfolgversprechenderes nehmen..

.Hei.t das, Sie lassen es einfach fallen?.

.Das habe ich nicht gesagt.. Komatsu rieb sich den

Nasenflügel. .Ich habe nur eine etwas andere Idee..

.Eine etwas andere Idee., sagte Tengo. Die Worte hatten

einen leicht unheilvollen Klang.

.Du schl.gst vor, wir sollen unsere Erwartungen auf ihr

n.chstes Werk richten., sagte Komatsu. .Ich selbst würde

natürlich gern warten. Für einen Redakteur ist es die gr..te

Freude, einen jungen Autor langsam und liebevoll

heranzuziehen. Welch herzerquickliche Besch.ftigung ist

es doch, den Blick über den klaren Nachthimmel schweifen

zu lassen und einen neuen Stern zu entdecken, bevor es ein

anderer tut. Leider kann ich mir, ehrlich gesagt, nur schwer

vorstellen, dass von diesem M.dchen noch mehr zu

erwarten sein wird. Bei aller Fehlbarkeit friste ich immerhin

seit zwanzig Jahren mein Leben in dieser Branche. In der

Zwischenzeit habe ich alle m.glichen Autoren kommen

und gehen sehen. Dabei habe ich einigerma.en gelernt,

die, von denen noch was kommt, und die, von denen

wahrscheinlich nichts mehr kommt, zu unterscheiden. Und

dass es bei dem M.dchen kein n.chstes Mal gibt, kann ich

dir jetzt schon sagen. Tut mir leid. Auch kein übern.chstes

Mal. Und kein überübern.chstes Mal. Erstens hat sie einen

Stil, den man nicht mit der Zeit durch übung verbessern

kann. Da kannst du warten, bis du schwarz wirst. Man kann

keinen guten Text schreiben, wenn man zwar die

Absicht hat, einen guten Text zu schreiben, aber keinen

blassen Schimmer, wie das geht. Wer schreiben will, muss

entweder über ein angeborenes literarisches Talent

verfügen oder sich abmühen, bis er wahnsinnig wird oder

stirbt. Eine andere M.glichkeit gibt es nicht. Aber auf diese

Fukaeri trifft weder das eine noch das andere zu. Sie hat

keine erkennbare natürliche Begabung und anscheinend

auch nicht die Absicht, sich zu bemühen. Warum sie diese

Geschichte geschrieben hat, wei. ich nicht, aber bestimmt

nicht aus Interesse an der Schriftstellerei. Offenbar hat sie

den Wunsch, eine Geschichte zu erz.hlen, anscheinend

sogar den recht starken Willen. Das erkennt man. Das ist es

auch, was dich bei aller Ungeschliffenheit anzieht und mich

dazu gebracht hat, das Manuskript zu Ende zu lesen. Es ist

in jedem Fall ein tolles Ding. Dennoch hat sie als

Schriftstellerin keinen Fliegenschiss von einer Zukunft.

Jetzt bist du wahrscheinlich entt.uscht, aber so ist es nun

mal – wenn ich dir ganz offen meine Meinung sagen darf..

Tengo dachte nach. Was Komatsu zu sagen hatte, klang

vernünftig. Verlegerischen Instinkt konnte man ihm nicht

absprechen.

.Aber es w.re doch nicht schlecht, ihr eine Chance zu

geben, oder?., sagte Tengo.

.Du willst sie ins kalte Wasser werfen und sehen, ob sie

schwimmt oder untergeht?.

.Vereinfacht ausgedrückt..

.Ich habe schon genug sinnlose Zerst.rung angerichtet.

Ich will nicht mehr zusehen, wie jemand abs.uft..

.Und wie beurteilen Sie dann meinen Fall?.

.Du bemühst dich wenigstens., sagte Komatsu

nachdrücklich. .Soweit ich sehen kann, gibt es bei dir keine

Schlamperei. Du empfindest gro.e Hochachtung vor dem

Schreiben. Und warum? Weil du gern schreibst. Auch das

sch.tze ich an dir. Die Liebe zum Schreiben ist für

jemanden, der die Schriftstellerlaufbahn anstrebt, die

wichtigste Eigenschaft..

.Aber das allein genügt nicht..

.Natürlich genügt das nicht. Man braucht .das gewisse

Etwas.. Und das beinhaltet zumindest, dass ich nicht

aufh.ren kann zu lesen. Bei Romanen ist das mein erstes

Einsch.tzungskriterium. An Büchern, die ich gleich wieder

aus der Hand legen kann, habe ich nicht das geringste

Interesse. Das ist doch eine klare Sache. Eine ganz simple

Angelegenheit..

Einen Moment lang schwieg Tengo. Dann sagte er: .Aber

das, was Fukaeri geschrieben hat, erfüllt dieses Kriterium

doch. Sie konnten nicht aufh.ren zu lesen..

.Ja, ja, natürlich. Die Kleine hat irgendetwas Besonderes.

Was, wei. ich nicht, aber sie hat es. Das merkt man. Du

merkst es, ich merke es. Es ist für jedermann deutlich

erkennbar, wie der Rauch eines Lagerfeuers an einem

windstillen Tag. Aber, mein lieber Tengo, was das M.dchen

hat, sollte man vielleicht nicht in ihren H.nden lassen..

.Weil keine Aussicht besteht, dass sie schwimmt, wenn

wir sie ins Wasser werfen..

.Genau..

.Also kommt sie nicht in die Auswahl?.

.O doch., sagte Komatsu. Er verzog die Lippen und legte

beide H.nde nebeneinander auf den Tisch. .An dieser

Stelle muss ich meine Worte mit Bedacht w.hlen..

Tengo nahm seine Tasse und betrachtete den Kaffeesatz.

Er stellte sie wieder ab. Komatsu sagte noch immer nichts.

Also ergriff Tengo das Wort. .Jetzt kommt wohl die .etwas

andere Idee. ins Spiel, von der Sie gesprochen haben?.

Komatsu kniff die Augen zusammen, wie ein Lehrer, der

einen guten Schüler vor sich hat, und nickte bed.chtig.

.Ganz genau, mein lieber Junge, du sagst es..

Komatsu hatte etwas Undurchschaubares an sich.

Niemals konnte man von seiner Miene oder Stimme auf

seine Gedanken und Gefühle schlie.en. Er schien es selbst

nicht wenig zu genie.en, anderen Sand in die Augen zu

streuen. Auf alle F.lle arbeitete sein Kopf sehr schnell. Er

war ein Typ, der stets seiner eigenen Logik folgte und der

urteilte, ohne auf die Erwartungen anderer Rücksicht zu

nehmen. Er spielte sich nie unn.tig auf, hatte aber eine

gewaltige Menge von Büchern gelesen und verfügte über

gro.e Detailkenntnis auf den verschiedensten Gebieten.

Aber er besa. nicht nur Wissen, sondern auch Scharfblick,

der es ihm erm.glichte, Menschen und Werke zu

durchschauen. Dazu geh.rte wahrscheinlich auch eine

gewisse Voreingenommenheit, doch die war für ihn ein

wichtiger Aspekt der Wahrheit.

Komatsu war von Natur aus kein Mann vieler Worte, und

er hasste es, überflüssige Erkl.rungen abgeben zu müssen,

aber wenn es n.tig war, vermochte er seine Meinung

scharfsinnig und logisch zu vertreten. Er konnte auch

ziemlich bissig werden. Dann traf er die verwundbarste

Stelle seines Gegners mit einem gezielten Hieb. Er hatte

starke pers.nliche Vorlieben, allerdings überwog die Zahl

der Personen und Werke, die er nicht tolerieren konnte, die

der anderen bei weitem. Naturgem.. war auch die Zahl

derer, die keine Sympathie für ihn hegten, gr..er als die

derjenigen, die ihn mochten, was seinen eigenen

Wünschen jedoch durchaus entgegenkam. Wie Tengo es

sah, war Komatsu gern allein, und er genoss es sogar, von

anderen mit Distanz behandelt oder eindeutig abgelehnt zu

werden. Komatsus überzeugung zufolge erwuchs ein

scharfer Geist nicht aus behaglichen Umst.nden.

Komatsu war fünfundvierzig, also sechzehn Jahre .lter als

Tengo. Er widmete sich mit gro.em Engagement der

Herausgabe einer Kunst- und Literaturzeitschrift und galt

in der Fachwelt als Experte. über sein Privatleben jedoch

wusste niemand etwas. Durch seinen Beruf kannte er zwar

eine Menge Leute, aber über pers.nliche Dinge sprach er

mit niemandem. Tengo hatte keine Ahnung, wo Komatsu

geboren und aufgewachsen war oder wo er augenblicklich

wohnte. Obwohl sie lange Gespr.che führten, wurden diese

Themen nie angeschnitten. Man wunderte sich, dass

Komatsu bei seiner ausgepr.gten Unzug.nglichkeit und

seiner ver.chtlichen Haltung gegenüber dem

Literaturbetrieb so viele Manuskripte namhafter Autoren

an Land zog, aber er bekam offenbar mühelos immer genau

das zusammen, was gerade gebraucht wurde. H.ufig war es

ihm zu verdanken, dass die Zeitschrift ein gewisses

Erscheinungsbild und Format besa.. Deshalb war er, wenn

auch nicht gerade beliebt, so doch angesehen.

Gerüchten zufolge hatte Komatsu in den sechziger Jahren,

als er an der Universit.t Tokio Literaturwissenschaft

studierte, an den Protesten gegen den Sicherheitsvertrag

zwischen den USA und Japan teilgenommen. Es hie., er

habe zu den Anführern der Studentenbewegung geh.rt und

sei ganz in der N.he gewesen, als Michiko Kanba auf einer

Demonstration von der Polizei angegriffen und get.tet

wurde. Komatsu sei ebenfalls schwer verletzt worden. Wie

viel davon der Wahrheit entsprach, wusste man nicht. Aber

eigentlich klang es recht überzeugend. Komatsu war lang

und dünn, sein Mund unverh.ltnism..ig gro., die Nase

unverh.ltnism..ig klein. Er hatte schlaksige Arme und

Beine, und seine Finger waren gelb vom Nikotin. Er

erinnerte an einen der Revolution.re aus einer

heruntergekommenen Intelligenzija, wie sie in russischen

Romanen des 19. Jahrhunderts vorkommen. Er lachte so gut

wie nie, aber wenn, dann über das ganze Gesicht. Doch

selbst dann sah er nie besonders fr.hlich aus, sondern

lediglich wie ein überalterter Zauberlehrling, der kichernd

unheilvolle Weissagungen erstellte. Er war reinlich und

achtete auf seine .u.ere Erscheinung, trug aber immer

etwas .hnliches, vermutlich, um der Welt zu zeigen, wie

gering sein Interesse an Kleidung war. Seine Uniform

bestand aus Tweedjacketts, wei.en Oxfordhemden oder

grauen Poloshirts, grauen Hosen und Wildlederschuhen.

Eine Krawatte trug er nie. Man konnte f.rmlich vor sich

sehen, wie das in Farbe, Herkunft und Gr..e kaum zu

unterscheidende halbe Dutzend Tweedjacketts mit drei

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