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作者: 当前章节:15366 字 更新时间:2026-6-19 08:06

Mann ist, wer er ist, haben wir entsprechend reagiert: .Ja,

der Herr hat v.llig recht, der Wein hat vielleicht ein wenig

zu viel S.ure. M.glicherweise hat man im Lager des

Importeurs nicht aufgepasst. Wir bringen Ihnen sofort eine

andere Flasche. Da erkennt man doch gleich den

Connaisseur …. Auf diese Weise gibt es keinen .rger. Und –

ich darf es eigentlich nicht laut sagen – man kann die

Rechnung ja entsprechend erh.hen. Das geht sowieso auf

Spesen. Aber ein Restaurant wie das unsere reagiert

selbstverst.ndlich auf jede Beschwerde..

.Aber uns macht so was ja nichts aus..

Der Küchenchef zwinkerte ihr zu. .Bestimmt nicht,

oder?.

.Natürlich nicht..

.überhaupt nichts..

.Ist diese hübsche junge Dame Ihre Schwester?.,

erkundigte der Chef sich bei Aomame.

.Sehen wir denn aus wie Schwestern?., fragte Aomame.

.Nicht direkt, aber Sie haben eine .hnliche

Ausstrahlung., sagte der Küchenchef.

.Wir sind befreundet., erkl.rte Aomame. .Sie ist

Polizistin..

.Wirklich?. Der Küchenchef musterte Ayumi noch

einmal mit ungl.ubiger Miene. .Sie haben eine Pistole und

gehen auf Streife?.

.Aber ich habe noch nie auf jemanden geschossen., sagte

Ayumi.

.Ich hoffe, ich habe nichts Falsches gesagt..

Ayumi schüttelte den Kopf. .Aber nein, gar nicht..

Der Chef faltete l.chelnd die H.nde vor der Brust.

.Jedenfalls ist das hier ein Burgunder, den ich Ihnen mit

bestem Gewissen empfehlen kann. Er stammt von einem

alten, angesehenen Weingut, ist ein guter Jahrgang und

kostet, wenn man ihn regul.r bestellt, mehrere

zehntausend Yen..

Ein Kellner erschien und schenkte den beiden ein.

Aomame und Ayumi stie.en mit dem kostbaren Wein an.

Es klang wie fernes Himmelsgel.ut, als ihre Gl.ser sanft

aufeinandertrafen.

.Ah, einen so k.stlichen Wein trinke ich zum ersten Mal

in meinem Leben., sagte Ayumi mit halb geschlossenen

Augen, nachdem sie einen Schluck genommen hatte. .Wer

in aller Welt würde sich über diesen Wein beschweren?.

.Es gibt Leute, die sich über alles beschweren., sagte

Aomame.

Ausführlich studierten die beiden die Speisekarte. Ayumi

las sie gewissenhaft zweimal von vorn bis hinten durch, wie

ein tüchtiger Rechtsanwalt einen wichtigen Vertrag

studiert. Hatte sie auch nichts Wichtiges übersehen? Oder

verbarg sich doch irgendwo ein raffiniertes Schlupfloch? Sie

lie. sich die verschiedenen Bedingungen und Klauseln

angestrengt durch den Kopf gehen und überdachte das sich

daraus ergebende Resultat. Sie wog Vor- und Nachteile

genau ab. Aomame beobachtete sie interessiert von ihrem

Platz gegenüber.

.Hast du dich entschieden?., fragte sie.

.Einigerma.en., sagte Ayumi.

.Und was nimmst du?.

.Die Miesmuschelsuppe, den Salat aus drei Zwiebelsorten

und dann das in Bordeaux gesimmerte Hirn vom Iwate-

Kalb. Und du?.

.Linsensuppe, die Platte aus gemischten

Frühlingsgemüsen, dann in Folie gebackenen Seeteufel mit

Polenta. Rotwein passt nicht so gut dazu, aber ich will nicht

meckern, er geht ja aufs Haus..

.K.nnen wir voneinander probieren?.

.Natürlich., sagte Aomame. .Und wenn es dir recht ist,

teilen wir uns als Vorspeise eine Portion frittierte junge

Garnelen..

.Wunderbar., sagte Ayumi.

.Wir klappen besser die Speisekarten zu., erkl.rte

Aomame. .Sonst kommt der Kellner nie..

.Gewiss.. Ayumi schloss bedauernd die Karte und legte

sie auf den Tisch zurück. Sofort erschien der Kellner, um

ihre Bestellung aufzunehmen.

.Kaum habe ich bestellt, habe ich das Gefühl, das Falsche

bestellt zu haben., sagte Ayumi, als der Kellner gegangen

war. .Geht dir das auch so?.

.Und wenn schon, es ist doch nur Essen. Besser als im

richtigen Leben einen Fehler zu machen. Dagegen ist das

doch eine Lappalie..

.Wenn man es so sieht, natürlich., sagte Ayumi. .Aber

für mich ist es wichtig. Schon als Kind war das bei mir so.

St.ndig habe ich meine Entscheidung bereut: .Ach, h.tte

ich doch lieber statt dem Hamburger eine Shrimp-Krokette

genommen.. Warst du schon immer so gelassen?.

.In der Familie, in der ich aufgewachsen bin, war es aus

bestimmten Gründen nicht üblich, essen zu gehen. Das gab

es nicht. Nie. Soweit ich zurückdenken kann, waren wir

nicht ein einziges Mal in einem Restaurant. Eine

Speisekarte gelesen, mir etwas ausgesucht und bestellt, was

ich gern essen m.chte, habe ich zum ersten Mal, als ich

schon erwachsen war. Bis dahin habe ich tagein, tagaus

gegessen, was auf den Tisch kam. Auch wenn es mir nicht

schmeckte oder zu wenig war, es wurde sich nicht

beschwert. Aber um die Wahrheit zu sagen, diese Dinge

bedeuten mir auch heute nicht viel..

.Ach so? Das wirkt aber überhaupt nicht so. Ich dachte

eher, du w.rst von Kindheit an feine Restaurants gew.hnt..

Tamaki Otsuka hatte Aomame in all diese Dinge

eingeführt. Wie man sich in eleganten Restaurants

benahm, ohne sich zu blamieren, wenn man ein Gericht

ausw.hlte, wie man Wein oder ein Dessert bestellte, wie

man sich Kellnern gegenüber verhielt, wie man Besteck

korrekt benutzte, all das hatte Tamaki gewusst und

Aomame beigebracht. Auch sich zurechtzumachen –

Kleidung, Schmuck und Accessoires auszuw.hlen und sich

zu schminken – hatte Aomame von Tamaki gelernt. All das

war für Aomame v.lliges Neuland gewesen. Tamaki

hingegen war in einem wohlhabenden Haus in der

Oberstadt aufgewachsen, und ihre Mutter, eine Dame der

Gesellschaft, hatte stets überm..ig auf die Manieren und

die Garderobe ihrer Tochter geachtet. Deshalb verfügte

Tamaki schon als Oberschülerin über gro.e Weltl.ufigkeit.

Auch an Orten, an denen für gew.hnlich nur Erwachsene

verkehrten, bewegte sie sich v.llig souver.n. Aomame hatte

diese Kenntnisse gierig aufgesogen. H.tte sie nicht zuf.llig

in Tamaki eine so gute Lehrerin gefunden, wahrscheinlich

w.re ein ganz anderer Mensch aus ihr geworden.

Manchmal hatte Aomame sogar insgeheim das Gefühl, dass

Tamaki in ihr weiterlebte.

Ayumi war anfangs etwas aufgeregt gewesen, aber je mehr

sie von dem Wein trank, desto gel.ster wurde sie.

.Du, Aomame, ich würde dich gern etwas fragen., sagte

Ayumi. .Du brauchst natürlich nicht zu antworten, wenn

du nicht willst. Aber ich m.chte es wirklich gern wissen.

Ver.rgern will ich dich natürlich auch nicht..

.Wirst du schon nicht..

.Ich meine es nicht b.se, auch wenn ich manchmal

komische Fragen stelle. Das wei.t du ja. Ich bin nur so

neugierig. Aber manche Leute werden gleich unheimlich

sauer..

.Okay, ich werde nicht sauer..

.Wirklich nicht? Das sagen alle, und dann werden sie

doch sauer..

.Ich bin die Ausnahme. Frag schon..

.Als du klein warst, hat da ein Mann mal was Komisches

mit dir gemacht?.

Aomame schüttelte den Kopf. .Ich glaube nicht. Wieso?.

.Nur eine Frage. Wenn nicht, umso besser., sagte Ayumi.

Dann wechselte sie das Thema. .Hast du schon mal einen

Freund gehabt? Eine ernstzunehmende Beziehung, meine

ich..

.Nein..

.überhaupt nie?.

.Nein, nie., sagte Aomame. Sie z.gerte. .Ehrlich gesagt

war ich bis zu meinem sechsundzwanzigsten Lebensjahr

Jungfrau..

Ayumi verschlug es für einen Moment die Sprache. Sie

legte Messer und Gabel ab und wischte sich mit der

Serviette den Mund. Eine Weile starrte sie Aomame

forschend ins Gesicht.

.Eine so sch.ne Frau wie du? Unglaublich..

.Ich hatte überhaupt kein Interesse..

.An M.nnern?.

.Nur an einem., sagte Aomame. .Ich habe mich mit zehn

Jahren in ihn verliebt und seine Hand gehalten..

.Du hast dich mit zehn Jahren in einen Jungen verliebt?

Und das war alles?.

.Ja..

Ayumi nahm Messer und Gabel und zerschnitt

nachdenklich eine junge Garnele. .Und wo ist dieser Junge

jetzt, und was macht er?.

Aomame zuckte mit den Schultern. .Ich wei. es nicht. In

Ichikawa waren wir im dritten und vierten Schuljahr in

einer Klasse. In der fünften bin ich auf eine Schule in der

Innenstadt gekommen, und seitdem habe ich ihn nicht

mehr gesehen oder gesprochen. Falls er noch lebt, muss er

jetzt neunundzwanzig Jahre alt sein, mehr wei. ich nicht

von ihm. Wahrscheinlich wird er im Herbst drei.ig..

.Hei.t das, du willst nicht herausfinden, wo er jetzt ist

und was er macht? Allzu schwer dürfte das doch nicht

sein..

Aomame schüttelte heftig den Kopf. .Ich hatte nie Lust,

nach ihm zu forschen..

.Komisch. Also, ich an deiner Stelle würde Himmel und

H.lle in Bewegung setzen, um ihn zu finden. Wenn du ihn

so magst, w.re es doch das Beste, ihm deine Liebe zu

gestehen..

.Aber das will ich nicht., sagte Aomame. .Ich will, dass

wir uns eines Tages zuf.llig begegnen. Zum Beispiel, dass

wir auf der Stra.e aneinander vorbeigehen oder in

denselben Bus einsteigen oder so was..

.Eine schicksalhafte Begegnung..

.Ja, so was in der Art., sagte Aomame und nahm einen

Schluck Wein. .Dann würde ich ihm alles sagen. Dass er

die einzige Liebe meines Lebens ist..

.Das finde ich unheimlich romantisch., sagte Ayumi

leicht resigniert. .Aber die Wahrscheinlichkeit, dass ihr

euch wirklich begegnet, ist ziemlich gering, fürchte ich.

Schlie.lich habt ihr euch zwanzig Jahre nicht gesehen, und

er hat sich bestimmt .u.erlich ganz sch.n ver.ndert. Ob

ihr euch überhaupt erkennen würdet, wenn ihr auf der

Stra.e aneinander vorbeigeht?.

Aomame nickte. .Ganz egal, wie sehr er sich ver.ndert

hat, ich würde ihn auf den ersten Blick erkennen. Ohne

jeden Zweifel..

.Wirklich?.

.Doch, ganz sicher..

.Du hoffst also allen Ernstes auf diese zuf.llige

Begegnung?.

.Deshalb gehe ich nie unaufmerksam durch die Stra.en..

.Hm., machte Ayumi. .Und obwohl du ihn so sehr liebst,

macht es dir nichts aus, mit anderen M.nnern Sex zu

haben? Also seit deinem sechsundzwanzigsten

Lebensjahr..

Aomame überlegte kurz. .Ach, das sind doch nur

vorübergehende Geschichten. Von denen nichts

zurückbleibt..

Die beiden schwiegen eine Weile und konzentrierten sich

auf ihre Speisen. Ayumi sprach als Erste. .Verzeih mir die

aufdringliche Frage, aber ist irgendetwas geschehen, als du

sechsundzwanzig warst?.

Aomame nickte. .Ja, damals ist etwas geschehen, das

mich v.llig ver.ndert hat. Aber das kann ich dir nicht hier

und jetzt erz.hlen. Entschuldige..

.V.llig in Ordnung., sagte Ayumi. .Du nimmst es mir

doch nicht übel, dass ich so hartn.ckig frage?.

.Kein bisschen., sagte Aomame.

Die Suppe wurde serviert, und sie a.en schweigend. Dann

legten sie ihre L.ffel ab, und der Kellner r.umte ab. Erst

jetzt nahmen sie ihr Gespr.ch wieder auf.

.Aber hast du denn gar keine Angst, Aomame?.

.Wovor zum Beispiel?.

.Davor, dass du ihm vielleicht nie begegnest. Natürlich

gibt es solche Zuf.lle. Ich würde das auch am sch.nsten

finden und wünsche es dir von Herzen. Aber realistisch

betrachtet ist es doch viel wahrscheinlicher, dass ihr euch

niemals wiederseht. Oder gesetzt den Fall, ihr trefft euch

wieder, aber er ist schon mit einer anderen Frau

verheiratet. Und hat wom.glich zwei Kinder. K.nnte doch

sein, oder? Dann würdest du dein ganzes restliches Leben

allein verbringen. Ohne mit dem einzigen Menschen auf

der Welt, den du liebst, zusammen sein zu k.nnen. Macht

dir diese Vorstellung denn keine Angst?.

Aomame betrachtete den roten Wein in ihrem Glas.

.Vielleicht habe ich wirklich Angst. Aber zumindest habe

ich jemanden, den ich liebe..

.Auch wenn der andere dich vielleicht gar nicht liebt?.

.Es genügt, einen einzigen Menschen von ganzem Herzen

zu lieben, denn dann gibt es eine Rettung im Leben. Auch

wenn man mit diesem Menschen nicht zusammen sein

kann..

Ayumi dachte eine Weile nach. Der Kellner kam, um

ihnen nachzuschenken, und Aomame nahm einen Schluck.

Ayumi hat recht, dachte sie, wer würde sich über diesen

herrlichen Wein beschweren?

.Du bist einmalig, Aomame. So voller Weisheit!.

.Das ist keine Weisheit. Nur meine ehrliche Meinung..

.Ich habe auch mal jemanden geliebt., gestand Ayumi.

.Den Mann, mit dem ich gleich nach der Oberschule zum

ersten Mal geschlafen habe. Er war drei Jahre .lter als ich.

Danach war er sofort mit einem anderen M.dchen

zusammen. Das hat mich ziemlich mitgenommen. Ich war

sehr verletzt. Der Mann bedeutet mir l.ngst nichts mehr,

aber die Verletzung ist noch immer nicht richtig geheilt.

Ein hinterh.ltiger Kerl, der zweigleisig gefahren ist. So ein

aalglatter Typ. Trotzdem habe ich mich in ihn verliebt..

Aomame nickte. Auch Ayumi nahm ihr Weinglas und

trank.

.Der ruft mich sogar jetzt noch manchmal an. Ob wir uns

nicht mal treffen wollen. Natürlich will er nur Sex. Das

wei. ich ganz genau. Deshalb treffe ich mich auch nicht

mit ihm, sonst würde es wieder fürchterlich werden. Aber

auch wenn ich es im Kopf kapiert habe, reagiert mein

K.rper ganz anders. Ich sehne mich danach, von ihm in die

Arme genommen zu werden. Und wenn dann eins zum

anderen kommt, m.chte ich ab und zu richtig loslassen.

Kannst du das verstehen?.

.Ja, kann ich., sagte Aomame.

.Im Grunde ist der Typ ja das Letzte. Fieser Charakter

und im Bett auch eine ziemliche Null. Aber er hat

wenigstens keine Angst vor mir. Und zumindest ist er

aufrichtig um mich bemüht..

.Gefühle kannst du dir nicht aussuchen., sagte Aomame.

.Sie dringen einfach von au.en in dich ein. Das ist schon

etwas anderes, als ein Gericht von der Speisekarte zu

w.hlen..

.Aber wenn du dich für das Falsche entschieden hast,

bereust du es in beiden F.llen..

Beide lachten.

.Wir sind so erpicht darauf, selbst zu entscheiden, ob es

nun um M.nner geht oder Speisekarten., sagte Aomame,

.dabei haben wir in Wirklichkeit wom.glich nicht mal die

Wahl. Vielleicht bilden wir uns nur ein, sie zu haben, und

doch ist alles von Anfang an vorherbestimmt. Dann w.re so

etwas wie ein freier Wille nur unser subjektiver Eindruck.

Mitunter glaube ich, es ist so..

.Diese Perspektive finde ich ziemlich trübsinnig..

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