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作者: 当前章节:15379 字 更新时间:2026-6-19 08:06

.Mag sein..

.Aber wenn du jemanden hast, den du wirklich liebst,

auch wenn er vielleicht das Letzte ist oder dich gar nicht

wiederliebt, ist das Leben zumindest keine H.lle. Wenn

auch manchmal ein bisschen trübsinnig..

.Stimmt..

.Wei.t du, Aomame., sagte Ayumi. .Ich glaube, auf

dieser Welt gibt es keine Vernunft, und an Güte fehlt es

auch..

.Kann sein., sagte Aomame. .Aber das l.sst sich wohl

jetzt nicht mehr .ndern..

.Das Rückgabedatum ist abgelaufen., sagte Ayumi.

.Und die Quittung weggeschmissen..

.K.nnte man sagen..

.Die Welt verlischt in einem Augenblick..

.Das w.re lustig..

.Und das K.nigreich kommt..

.Ich kann’s kaum erwarten., sagte Ayumi.

Die beiden verzehrten ihr Dessert, tranken noch einen

Espresso und teilten die (erstaunlich niedrige) Rechnung.

Anschlie.end tranken sie in einer Bar in der N.he noch

einen Cocktail.

.Guck mal, Aomame, der da drüben, k.nnte der nicht

dein Typ sein?.

Aomame sah hinüber. Ein gro.er Mann mittleren Alters

stand allein am Ende der Bar und trank einen Martini. Er

war der Typ, der in der Schule gut in Sport gewesen und

nun in die Jahre gekommen war. Sein Haar hatte sich schon

etwas gelichtet, aber sein Gesicht wirkte noch jugendlich.

.Ja, kann sein, aber heute will ich keinen Mann., sagte

Aomame entschieden. .Au.erdem ist das hier eine seri.se

Bar..

.Ich wollte es dir nur sagen..

.N.chstes Mal wieder, ja?.

Ayumi sah Aomame ins Gesicht. .Hei.t das, wir gehen

wieder mal zusammen los? Auf die Pirsch?.

.Klar., sagte Aomame. .Machen wir..

.Super. Ich habe das Gefühl, mit dir zusammen kann ich

alles schaffen..

Aomame trank von ihrem Daiquiri und Ayumi von ihrem

Tom Collins.

.übrigens, du hast doch letztes Mal am Telefon gesagt,

wir h.tten da so was Lesbisches gemacht. Was war das

denn?.

.Ach das., sagte Ayumi. .Nichts Gro.artiges. Nur um es

aufregender zu machen. Erinnerst du dich gar nicht?

Immerhin warst du ziemlich erregt..

.Ich erinnere mich an gar nichts. Totaler Blackout., sagte

Aomame.

.Wir waren nackt und haben unsere Brüste gestreichelt

und uns dort geküsst ….

.Dort geküsst?. Aomame blickte sich hastig um. Es war

ruhig in der Bar, und sie hatte viel zu laut gesprochen.

Glücklicherweise schien niemand sie geh.rt zu haben.

.Nur so pro forma. Ohne Zunge..

.Du meine Güte.. Aomame presste sich die Finger gegen

die Schl.fen und seufzte. .Unglaublich, was ich alles

gemacht habe..

.Tut mir leid., sagte Ayumi.

.Schon gut. Du kannst ja nichts dafür. Ich darf mich eben

nicht so besaufen..

.Aber du wirktest so unschuldig. Man hatte das Gefühl, es

sei ganz neu für dich..

.Weil es auch ganz neu für mich war., sagte Aomame.

.Noch nie gemacht?.

Aomame schüttelte den Kopf. .Nie. Hast du lesbische

Neigungen?.

Ayumi schüttelte den Kopf. .Nein, ich habe das auch zum

ersten Mal im Leben gemacht. Wirklich. Aber ich war

ziemlich betrunken. Au.erdem fand ich es okay, weil du es

warst. Man kann doch zum Spa. mal so tun. Und du,

Aomame, magst du Frauen?.

.Nein, kein Interesse. Aber ich habe so etwas mal mit

einer guten Freundin gemacht, als ich noch auf der Schule

war. Wir hatten es gar nicht geplant, es hat sich einfach

irgendwie ergeben, wei.t du..

.So was kommt vor. Und hast du damals etwas

empfunden?.

.Ja, ich glaube schon., sagte Aomame offen. .Aber das

war das einzige Mal. Ich fand, wir durften das nicht tun..

.Ihr durftet nicht?.

.Damit meine ich nicht, dass ich es verboten oder

schmutzig fand. Ich fand nur, wir – sie und ich – sollten

keine solche Beziehung haben. Unsere Freundschaft war

mir sehr wichtig, und ich wollte sie nicht auf eine andere,

vielleicht vulg.re Ebene ziehen..

.Aha., sagte Ayumi. .Du, Aomame, dürfte ich heute

vielleicht bei dir übernachten? Ich m.chte jetzt nicht ins

Wohnheim zurück. Dann w.re die ganze sch.ne Eleganz

mit einem Schlag wieder dahin..

Aomame nahm den letzten Schluck von ihrem Daiquiri

und stellte das Glas auf die Theke. .Du kannst bei mir

schlafen, aber keine Spielchen..

.O ja, danke. Und nein, natürlich keine Spielchen. Ich

m.chte nur noch ein bisschen mit dir zusammen sein. Ich

schlafe, wo Platz ist, ganz egal. Auch auf dem Fu.boden.

Au.erdem habe ich morgen frei und kann es langsam

angehen..

Sie stiegen in eine Bahn und fuhren zu Aomames

Apartment in Jiyugaoka. Es war noch vor elf Uhr. Die

beiden waren angeheitert und fühlten sich angenehm

schl.frig. Aomame machte auf dem Sofa ein Bett zurecht

und lieh Ayumi einen Pyjama.

.Darf ich noch zu dir ins Bett? Nur ganz kurz kuscheln.

Kein Gefummel. Versprochen., sagte Ayumi.

.Na gut., sagte Aomame. Schon bemerkenswert: Eine

Frau, die bisher drei M.nner get.tet hatte, und eine

Polizistin legten sich zusammen in ein Bett. Es ging doch

sonderbar zu auf dieser Welt.

Ayumi schlüpfte in ihr Bett und schlang beide Arme um

Aomame. Ihre festen Brüste wurden gegen Aomames Arm

gepresst. Ihr Atem roch nach einer Mischung aus Alkohol

und Zahnpasta.

.Du, Aomame? Findest du, dass meine Brüste zu gro.

sind?.

.Nein, gar nicht. Sie sind sehr sch.n..

.Aber Frauen mit gro.en Brüsten gelten doch als dumm.

Au.erdem wabbeln sie, wenn man rennt, ganz zu

schweigen von der Peinlichkeit, BHs zum Trocknen

aufzuh.ngen, die wie zwei Salatschüsseln aussehen..

.M.nner scheinen eine Vorliebe für gro.e Brüste zu

haben..

.Au.erdem sind meine Brustwarzen zu gro...

Ayumi kn.pfte den Pyjama auf, holte eine Brust hervor

und zeigte Aomame die Brustwarze. .Guck mal. Riesig,

oder? Findest du das nicht abartig?.

Aomame betrachtete die Brustwarze. Sie war tats.chlich

nicht gerade klein, aber auch nicht auffallend gro..

Vielleicht ein bisschen gr..er als die von Tamaki. .Sieht

doch hübsch aus. Hat dir einer gesagt, sie seien zu gro.?.

.Ja, so ein Typ. So riesige Brustwarzen h.tte er noch nie

gesehen..

.Dann hat er noch nicht viele gesehen. Die sind doch

ganz normal. Nur meine sind zu klein..

.Aber deine Brüste gefallen mir unheimlich gut. Ihre

Form ist elegant, das macht einen intelligenten Eindruck..

.Quatsch. Sie sind zu klein. Au.erdem sind sie

asymmetrisch. Deshalb habe ich Schwierigkeiten, BHs zu

finden. Ich brauche verschiedene Gr..en für rechts und

links..

.Aha. So hat jeder seine Probleme..

.Genau so ist es., sagte Aomame. .Also, schlaf jetzt..

Ayumi streckte die Arme nach unten aus und versuchte

ihre H.nde unter Aomames Pyjama zu schieben. Aomame

hielt sie fest und drückte sie beiseite.

.Lass das. Du hast es doch eben versprochen, oder nicht?

Kein Gefummel..

.Tschuldige.. Ayumi zog ihre H.nde zurück. .Stimmt,

ich habe es ja gerade versprochen. Ich muss betrunken sein.

Aber ich schw.rme für dich, Aomame. Wie eine vertr.umte

Oberschülerin..

Aomame schwieg.

.Das Wichtigste bewahrst du für diesen Jungen auf,

oder?., fragte Ayumi leise. .Darum beneide ich dich. Dass

du einen Menschen hast, für den du alles tun würdest..

Mag sein, dachte Aomame. Aber was ist wohl das

Wichtigste für mich?

.Schlaf jetzt., sagte sie. .Du kannst dich an mich

schmiegen, bis du einschl.fst..

.Danke., sagte Ayumi. .Tut mir leid, dass ich dich

nerve..

.Du brauchst dich nicht zu entschuldigen., antwortete

Aomame. .Du nervst nicht..

Aomame spürte Ayumis warmen Atem, in der Ferne

bellte ein Hund, irgendwo schlug jemand ein Fenster zu.

W.hrenddessen streichelte sie die ganze Zeit Ayumis Haar.

Als Ayumi eingeschlafen war, verlie. Aomame das Bett.

Es sah ganz so aus, als würde sie die Nacht auf dem Sofa

verbringen. Sie nahm eine Flasche Mineralwasser aus dem

Kühlschrank und trank zwei Gl.ser. Dann trat sie auf den

kleinen Balkon hinaus, setzte sich auf den Aluminiumstuhl

und schaute auf die Stra.e. Die Nacht war mild. Der L.rm

der fernen Stra.en, den der leichte Wind zu ihr

herübertrug, klang wie künstliches Meeresrauschen. Es war

nach Mitternacht, und der Schein der Neonlichter war

schw.cher geworden.

Aomame sprach in Gedanken mit Tamaki. .Ich mag diese

junge Frau, Ayumi hei.t sie, richtig gern. Ich m.chte mich

ihrer ein bisschen annehmen. So gut ich eben kann. Seit du

tot bist, lebe ich ohne jede engere Beziehung dahin.

Eigentlich wollte ich keine neue Freundin. Aber Ayumi

habe ich ganz spontan ins Herz geschlossen. Warum, wei.

ich nicht. Bis zu einem gewissen Grad kann ich ihr sogar

ehrlich sagen, was ich fühle. Natürlich ist sie ganz anders

als du. Du bist ein ganz besonderes Wesen. Wir sind

zusammen erwachsen geworden. Kein anderer Mensch

kann dich jemals ersetzen..

Aomame legte den Kopf in den Nacken und sah zum

Himmel hinauf. Sie verlor sich in den Weiten ihrer

Erinnerung. Sie dachte an die Zeit, die sie mit Tamaki

verbracht hatte, an die Dinge, die sie einander erz.hlt

hatten. An damals, als sie einander berührt

hatten … Pl.tzlich fiel ihr auf, dass der n.chtliche Himmel

vor ihr irgendwie anders aussah als sonst. Etwas hatte sich

ver.ndert. Es war etwas Fremdes dort, ein leichter, aber

eindeutiger Unterschied.

Es dauerte einen Augenblick, bis ihr klar wurde, was es

war. Und auch nachdem sie es entdeckt hatte, konnte sie es

kaum glauben. Sie traute ihren Augen nicht.

Am Himmel standen zwei Monde. Ein gro.er und ein

kleiner. Nebeneinander. Der gro.e war der ihr vertraute

gute alte Mond. Er war fast voll und gelb. Aber neben ihm

befand sich ein weiterer Mond, der ihr ganz und gar nicht

vertraut war. Er war ein wenig asymmetrisch und grünlich,

wie von zartem Moos überwachsen. Das war es, was sie sah.

Aomame kniff die Augen zusammen und starrte die

beiden Monde an. Dann schloss sie die Augen, wartete

einen Moment, atmete tief durch und .ffnete sie wieder.

Sie hoffte, alles w.re wieder beim Alten, und es würde

wieder nur ein Mond am Himmel stehen. Aber die Lage

blieb die gleiche. Es war weder eine optische T.uschung,

noch stimmte etwas nicht mit ihren Augen. Kein Zweifel:

Am Himmel standen, hübsch s.uberlich nebeneinander,

zwei Monde. Ein gelblicher und ein grüner.

Aomame überlegte erst, ob sie Ayumi wecken sollte. Um

sie zu fragen, ob da wirklich zwei Monde am n.chtlichen

Himmel waren. Aber sie entschied sich dagegen. Vielleicht

würde Ayumi sagen: .Das ist doch ganz normal. Seit

vorigem Jahr haben wir zwei Monde.. Oder: .Was redest

du da, Aomame? Ich sehe nur einen. Mit deinen Augen

stimmt wohl was nicht?. Wie auch immer die Antwort

ausfallen würde, ihr Problem w.re damit nicht gel.st. Es

würde alles nur noch schlimmer machen.

Das Kinn in die H.nde geschmiegt, starrte Aomame die

beiden Monde an. Irgendetwas musste im Gange sein. Ihr

Herzschlag beschleunigte sich. Entweder mit der Welt

stimmt etwas nicht oder mit mir, dachte sie. Eins von

beidem. Liegt es am Topf oder am Deckel?

Sie kehrte in die Wohnung zurück, schloss die Glastür

und zog die Vorh.nge zu. Sie nahm eine Flasche Brandy

aus der Vitrine und schenkte sich ein Glas ein. Vom Bett

waren Ayumis friedliche Atemzüge zu h.ren. Aomame lie.

ihren Blick auf ihr ruhen, w.hrend sie in kleinen Schlucken

ihren Brandy trank. Dann stützte sie beide Ellbogen auf den

Küchentisch und bemühte sich, nicht an das zu denken,

was sich jenseits der Vorh.nge hinter ihr befand.

M.glicherweise, dachte sie, geht die Welt wirklich ihrem

Ende entgegen.

.Und dann kommt das K.nigreich., flüsterte Aomame.

.Ich kann’s kaum erwarten., sagte irgendwer irgendwo.

KAPITEL 16

Tengo

Ich bin froh, dass es dir gef.llt

Nach den zehn Tagen, in denen Tengo das Manuskript

von .Die Puppe aus Luft. sozusagen runderneuert hatte,

trat so etwas wie eine Flaute ein. Es waren sehr ruhige Tage.

Dreimal in der Woche unterrichtete er an der Yobiko,

einmal traf er sich mit seiner verheirateten Freundin. In der

übrigen Zeit erledigte er verschiedene Arbeiten im

Haushalt, ging spazieren und schrieb an seinem Roman. So

verging der April. Die Kirschblüten fielen, junge Bl.tter

sprossen, und die Magnolien standen in voller Blüte.

Allm.hlich .nderte sich die Jahreszeit. Die Tage verliefen

gleichf.rmig, reibungs- und ereignislos. Es war genau das

Leben, das Tengo sich immer gewünscht hatte. Eine Woche

ging bruchlos und fast unmerklich in die n.chste über.

Dennoch spürte Tengo eine Ver.nderung. Eine

Ver.nderung zum Besseren. Beim Schreiben wurde ihm

bewusst, dass eine Art neue Quelle in ihm entstanden war.

Es war zwar ein bescheidener, zwischen Felsen verborgener

Quell, der nicht sonderlich ergiebig sprudelte. Doch auch

wenn die Menge gering war, floss das Wasser unaufh.rlich.

Er hatte es nicht eilig, er war nicht ungeduldig. Er konnte

warten, bis sich genügend Wasser in den felsigen

Vertiefungen gesammelt hatte, um es dann mit hohlen

H.nden auszusch.pfen. Anschlie.end brauchte er sich nur

noch an den Schreibtisch zu setzen und das Gesch.pfte in

Text zu verwandeln. So nahm seine Geschichte ganz

natürlich ihren Lauf.

Wom.glich hatte er durch die angestrengte,

konzentrierte Arbeit am Manuskript von .Die Puppe aus

Luft. einen Felsen gesprengt, der die Quelle bis dahin

blockiert hatte. Die Gründe dafür waren Tengo nicht klar,

aber ganz offenbar hatte eine Reaktion stattgefunden. Ein

schwerer Deckel hatte sich endlich gehoben. Es fühlte sich

an, als habe er einen engen Raum verlassen und k.nne

Arme und Beine nun frei bewegen. Wahrscheinlich hatte

.Die Puppe aus Luft. etwas in Bewegung gebracht, das

bereits in ihm gewesen war.

So etwas wie Ehrgeiz war in ihm entstanden. Er konnte

sich nicht erinnern, jemals Derartiges empfunden zu

haben. Seine Judo-Trainer an Oberschule und Uni hatten

ihm sogar h.ufig einen Mangel in dieser Hinsicht

vorgeworfen. .Du hast Talent und Kraft, trainieren tust du

auch genügend, aber Ehrgeiz hast du keinen.. Und genau

so war es. Der .Wille zum Sieg. war bei Tengo sehr

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