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作者: 当前章节:15382 字 更新时间:2026-6-19 08:06

schwach ausgepr.gt. So kam es .fter vor, dass er zwar das

Halbfinale oder sogar das Finale erreichte, aber wenn es

hart auf hart kam, zu leicht aufgab. Diese Neigung hatte

Tengo nicht nur beim Judo, sondern bei allem, was er tat.

Er war sehr nachgiebig, wollte eigentlich niemals etwas um

jeden Preis erreichen. Ebenso verhielt es sich mit seinen

Ambitionen beim Schreiben. Er schrieb nicht schlecht und

brachte sogar ein paar recht ordentliche Geschichten

zustande. Aber sie besa.en nicht die Macht, den Leser

v.llig in ihren Bann zu ziehen. Nach der Lektüre blieb stets

eine gewisse Unzufriedenheit zurück, das Gefühl, dass

etwas gefehlt hatte. So kam Tengo mit seinen Bewerbungen

um den Preis für das beste Erstlingswerk zwar stets in die

engere Wahl, aber für sich entscheiden konnte er sie nie.

Nachdem Tengo die Arbeit an .Die Puppe aus Luft.

beendet hatte, verspürte er zum ersten Mal in seinem

Leben eine starke Gereiztheit. Beim Umschreiben des

Manuskripts hatte er sich v.llig in den Text vertieft. Hatte

die H.nde über die Tastatur gleiten lassen, ohne an

irgendetwas anderes zu denken. Als er fertig war und das

Manuskript Komatsu übergeben hatte, überfiel ihn

zun.chst eine gro.e Ersch.pfung. Als sie schlie.lich

nachlie., trat eine Art Zorn an ihre Stelle, der aus seinem

tiefsten Inneren zu kommen schien. Dieser Zorn richtete

sich gegen ihn selbst. .Ich habe mir die Geschichte eines

anderen Menschen angeeignet und sie in eine F.lschung

verwandelt. Und das mit gr..erer Begeisterung, als ich sie

je für meine eigenen Werke aufbringen konnte.. Dieser

Gedanke erzürnte und besch.mte Tengo. War er denn

nicht selbst ein Schriftsteller? Konnte er keine eigenen

Geschichten hervorbringen und mit den richtigen Worten

schildern? War das nicht erb.rmlich? Wer so gerne schrieb

wie er, h.tte doch auch in der Lage sein sollen, etwas

Eigenes zustande zu bringen, oder?

Aber das musste er erst beweisen.

Tengo beschloss, sich v.llig von dem zu l.sen, was er

bisher verfasst hatte, und seine s.mtlichen alten

Manuskripte wegzuwerfen. Auf unbeschriebenem wei.em

Papier ganz von vorne anzufangen. Lange lauschte er mit

geschlossenen Augen auf die kleine Quelle, die in ihm zu

sprudeln begonnen hatte. Endlich quollen die Worte ganz

natürlich aus Tengo hervor, und langsam fügte er eines

nach dem anderen zu einem Text zusammen.

Im Mai erhielt er nach einer l.ngeren Pause wieder einen

Anruf von Komatsu. Es war kurz vor neun Uhr abends.

.Wir haben ihn., sagte Komatsu. In seiner Stimme

schwang eine gewisse, für ihn ungew.hnliche Erregung

mit.

Anfangs verstand Tengo nicht richtig, was Komatsu

meinte. .Wen haben wir?.

.Das fragst du noch? .Die Puppe aus Luft. hat gerade den

Preis für das beste Erstlingswerk bekommen. Die Jury hat

sich einstimmig dafür entschieden. Offenbar gab es nicht

mal eine Diskussion. Aber das war ja klar. Die einzige

Arbeit, die das Zeug dazu hatte. Jedenfalls l.uft die Sache

an. Jetzt sitzen wir wirklich alle in einem Boot. Wir müssen

fest zusammenhalten..

Tengo warf einen Blick auf den Kalender. Tats.chlich, es

war der Tag der Preisvergabe. Er war so in seine eigene

Arbeit vertieft gewesen, dass er nicht auf das Datum

geachtet hatte.

.Und was passiert jetzt? Ich meine, wie geht es offiziell

weiter?., fragte Tengo.

.Morgen steht es in allen Zeitungen. Landesweit

erscheinen Artikel. Eventuell auch Fotos. Unsere sü.e

Siebzehn dürfte die Sensation des Tages werden. Das ist

medienwirksam. Ein drei.igj.hriger Yobiko-

Mathematiklehrer, der aussieht wie ein eben aus dem

Winterschlaf erwachter B.r, k.nnte da als Preistr.ger nicht

mithalten..

.Ein Unterschied wie Feuer und Wasser., sagte Tengo.

.Die Preisverleihung findet am 16. Mai in einem Hotel in

Shimbashi statt. Es gibt auch eine Pressekonferenz..

.Nimmt Fukaeri daran teil?.

.Besser w.re es. Zumindest dieses eine Mal. Undenkbar,

dass die Preistr.gerin nicht an der Verleihung teilnimmt.

Wenn wir das ohne gr..ere Katastrophen über die Bühne

bringen, k.nnen wir uns anschlie.end auf die Privatsph.re

der Autorin berufen. Tut uns leid, aber die junge Frau ist

publikumsscheu und hasst jeden Rummel um ihre Person.

So was wirkt..

Tengo stellte sich Fukaeri bei der Pressekonferenz in der

Hotelhalle vor. Reihenweise Mikrofone, Blitzlichtgewitter.

Richtig realistisch erschien ihm das nicht.

.Wollen Sie diese Pressekonferenz wirklich abhalten?.

.Einmal müssen wir es durchziehen, wei.t du..

.Das geht bestimmt schief..

.Nichts geht schief, wenn du deine Sache gut machst..

Tengo schwieg in die Sprechmuschel. Eine b.se

Vorahnung zog in ihm auf wie eine dunkle Wolke am

Horizont.

.Was ist los? Bist du noch da?., fragte Komatsu.

.Ja., sagte Tengo. .Was hei.t das? Was ist meine Sache?.

.Du sollst Fukaeri auf die Pressekonferenz vorbereiten.

Auf Fragen, die kommen k.nnten, und solches Zeug. Du

gehst mit ihr vorher die Antworten auf eine Reihe

voraussichtlicher Fragen durch und l.sst sie sie auswendig

lernen. Du unterrichtest doch an einer Yobiko. Da solltest

du den richtigen Dreh raushaben..

.Das soll ich machen?.

.Klar. Aus irgendeinem Grund hat Fukaeri Vertrauen zu

dir. Auf dich wird sie h.ren. Bei mir h.tte das gar keinen

Zweck. Bisher hat sie sich ja noch nicht mal mit mir

getroffen..

Tengo seufzte. Am liebsten h.tte er gar nichts mehr mit

.Die Puppe aus Luft. zu tun gehabt. Er hatte getan, was

man ihm gesagt hatte, und jetzt wollte er sich auf seine

eigene Arbeit konzentrieren. Andererseits hatte er schon

geahnt, dass er so nicht davonkommen würde. Und düstere

Vorahnungen hatten immer eine h.here Trefferquote als

gute.

.Hast du übermorgen Abend Zeit?., fragte Komatsu.

.Ja, habe ich..

.Dann um sechs in unserem üblichen Café in Shinjuku.

Fukaeri wird da sein..

.H.ren Sie, Herr Komatsu, ich kann das nicht. Ich wei.

nicht mal genau, was eine Pressekonferenz eigentlich ist.

Ich habe so was noch nie gesehen..

.Du willst doch Schriftsteller werden, oder? Also lass

deine Phantasie spielen. Ist es nicht Aufgabe eines

Schriftstellers, sich Dinge auszumalen, die er noch nie

gesehen hat?.

.Aber Sie haben gesagt, ich brauchte nichts weiter zu tun,

als .Die Puppe aus Luft. zu überarbeiten. Alles andere

k.nnte ich Ihnen überlassen. Ich k.nnte auf der Tribüne

sitzen und zuschauen. Das haben Sie gesagt!.

.Mein lieber Tengo. Wenn ich k.nnte, würde ich das

liebend gern selbst übernehmen. Ich bin kein Mensch, der

gern um etwas bittet. Aber weil ich es eben nicht kann,

muss ich deine Hilfe in Anspruch nehmen. Lass mich den

Vergleich mit dem Boot noch mal aufgreifen. Wir sind in

eine starke Str.mung geraten, und weil ich so mit Rudern

besch.ftigt bin, habe ich keine Hand frei. Deshalb übergebe

ich dir das Steuer. Wenn du versagst, wird das Boot

kentern, und wir werden alle untergehen. Einschlie.lich

Fukaeri. Das willst du doch nicht, oder?.

Tengo seufzte erneut. Warum geriet er dauernd in solch

ausweglose Situationen? .Nein, natürlich nicht. Ich werde

mein M.glichstes tun, aber garantieren kann ich für

nichts..

.Das genügt. Ich stehe in deiner Schuld. Vor allem

solltest du sicherstellen, dass Fukaeri nur mit dir spricht.,

sagte Komatsu. .Und noch was: Wir gründen eine Firma..

.Eine Firma?.

.Gesch.ft, Büro, Produktionsfirma … Nenn es, wie du

willst. Eine Gesellschaft eben, die sich um Fukaeris

literarische Laufbahn kümmert. Natürlich besteht sie nur

auf dem Papier. Offiziell wird Fukaeri von dieser Firma

bezahlt. Ihr Repr.sentant wird Professor Ebisuno sein.

Auch du wirst von dieser Firma angestellt. Deinen Posten

kannst du dir aussuchen, auf alle F.lle bekommst du ein

Gehalt. Auch ich geh.re dieser Firma an, ohne dass mein

Name offiziell erscheint. Wenn rausk.me, dass ich meine

Finger im Spiel habe, k.nnte es Probleme geben. Die

erwirtschafteten Profite werden geteilt. Du brauchst nur

deinen Stempel unter ein Dokument zu setzen. Um alles

andere kümmere ich mich. Ich kenne da einen sehr guten

Anwalt..

Tengo überlegte. .Herr Komatsu, h.ren Sie zu. K.nnte

ich denn nicht von der ganzen Sache zurücktreten? Ich

brauche keine Bezahlung. .Die Puppe aus Luft. zu

überarbeiten hat mir Spa. gemacht. Au.erdem habe ich

eine Menge dabei gelernt. Die Hauptsache ist doch, dass

Fukaeri den Preis bekommen hat. Ich arbeite jetzt noch

etwas aus, womit sie auf der Pressekonferenz gut über die

Runden kommen wird. So weit bin ich noch dabei. Aber

mit dieser zwielichtigen Firma will ich nichts zu tun haben.

Das ist doch ganz klar organisierter Betrug!.

.Mein lieber Tengo, du kannst jetzt nicht mehr zurück.,

sagte Komatsu. .Organisierter Betrug? Natürlich, so k.nnte

man es nennen. Aber das hast du doch von Anfang an

gewusst. Wir hatten doch von vornherein den Plan, die

.ffentlichkeit mit Fukaeri als quasi fiktiver Autorin zu

t.uschen. Hast du das vergessen? Natürlich geht es dabei

um Geld, und wir brauchen ein ausgeklügeltes System, um

damit umzugehen. Das ist kein Kinderspiel. Aber jetzt zu

jammern .Ich hab Angst, ich will nichts damit zu tun

haben, ich brauche kein Geld., das gilt nicht. Wenn du aus

dem Boot aussteigen willst, h.ttest du das früher tun

müssen, als die Str.mung noch ruhig war. Jetzt ist es zu

sp.t. Um eine Firma zu gründen, braucht man die Namen

von ein paar Personen. Leider muss ich von dir verlangen,

dass du der Firma beitrittst. Wenn du formal dabei bist,

wird alles prima laufen..

Tengo rauchte der Kopf. Was nicht hie., dass ein einziger

guter Gedanke darin schmorte.

.Eine Frage habe ich noch., sagte Tengo. .Ihren

.u.erungen entnehme ich, dass Professor Ebisuno sich

vorbehaltlos an dem Plan beteiligen will. Es klingt, als h.tte

er schon zugestimmt, diese Scheinfirma mit Ihnen zu

gründen und ihr Repr.sentant zu werden..

.Der Professor hat mir als Fukaeris Vormund grünes

Licht gegeben. Ich habe ihn damals, nachdem du mir

berichtet hattest, sofort angerufen. Er erinnert sich

natürlich an mich. Er wollte nur mal deine Einsch.tzung

h.ren. Er sei beeindruckt von deiner Menschenkenntnis,

sagt er. Was hast du dem Professor denn über mich

gesagt?.

.Was in aller Welt bringt ihn dazu, bei diesem Plan

mitzumachen? Ich kann mir nicht vorstellen, dass er es

wegen des Geldes tut..

.Natürlich nicht. Er ist wahrhaftig kein Mensch, der

hinterm Geld her ist..

.Aber warum beteiligt er sich dann an so einem riskanten

Plan? Irgendetwas muss ihn doch dazu bewogen haben..

.Das wei. ich auch nicht. Er ist nicht leicht zu

durchschauen. Ein recht abgründiger Mensch, bei dem man

nicht so leicht in die Tiefe blicken kann..

.Also wenn nicht einmal Sie ihn durchschauen, Herr

Komatsu, müssen diese Abgründe ja ziemlich tief sein..

.Stimmt., sagte Komatsu. .Er wirkt wie ein harmloser

alter Mann, aber in Wirklichkeit ist er ein ganz

geheimnisvoller Typ..

.Inwieweit wei. Fukaeri über all das Bescheid?.

.Fukaeri braucht von alldem nichts zu wissen. Sie

vertraut dem Professor, und sie mag dich. Deshalb muss ich

dich ja auch bitten, uns noch mal zu helfen..

Tengo wechselte den H.rer in die andere Hand. Er

musste irgendwie auf den Stand der Dinge kommen.

.Professor Ebisuno arbeitet ja nicht mehr als

Wissenschaftler. Er hat die Universit.t verlassen, und

Bücher schreibt er auch keine mehr..

.Ja, mit der Wissenschaft hat er seit einiger Zeit ganz klar

gebrochen. Er war ein brillanter Gelehrter, kam aber in den

akademischen Kreisen wohl nicht besonders gut zurecht. Er

ist zu nonkonformistisch und war nie richtig in der Lage,

Autorit.ten anzuerkennen und sich in bestehende

Strukturen einzufügen..

.Und welchen Beruf übt er im Augenblick aus?.

.Offenbar bet.tigt er sich als Aktienmakler., sagte

Komatsu. .Oder, falls dir die Bezeichnung zu altmodisch

ist, Investment Consultant. Er hat eine Menge Kapital auf

die Seite gebracht und durch bestimmte Bewegungen gro.e

Gewinnspannen erzielt. Von diesem Berg aus, auf den er

sich zurückgezogen hat, gibt er seine Instruktionen zu Kauf

und Verkauf. Er hat einen ziemlich guten Riecher. Er ist

sehr gut in der Analyse von Informationen und hat ein

eigenes System entwickelt. Anfangs war es wohl mehr ein

Hobby, aber bald hat er einen Beruf daraus gemacht. So

ungef.hr. Er scheint in der Branche ziemlich bekannt zu

sein. Eins kann man mit Sicherheit sagen – er ist finanziell

unabh.ngig..

.Mir ist nicht ganz klar, welche Verbindung zwischen

Kulturanthropologie und Aktienhandel besteht..

.Allgemein betrachtet gibt es da auch keine. Aber für ihn

offenbar schon..

.Der Mann ist undurchschaubar..

.So ist es..

Tengo presste kurz die Fingerkuppen gegen die Schl.fe.

.Ich treffe mich also übermorgen um sechs Uhr mit Fukaeri

in dem üblichen Café in Shinjuku, und wir besprechen die

Pressekonferenz, auf die ihr beide gehen sollt. So ist es

doch gedacht, oder?.

.Das ist der Plan., sagte Komatsu. .Also, mein lieber

Tengo, denk daran, das sind nur vorübergehende

Schwierigkeiten. überlass dich einfach der Str.mung. So

was passiert im Leben immer wieder. Auf der Welt geht es

zu wie in einem fulminanten Schelmenroman. Rechne mit

dem Schlimmsten, und freu dich noch am übelsten

Gestank. Lass uns die Fahrt durch die Stromschnellen

genie.en. Und wenn wir einen Wasserfall hinunterstürzen,

gehen wir gemeinsam mit Pauken und Trompeten unter..

Zwei Abende sp.ter traf Tengo sich mit Fukaeri in dem

Café in Shinjuku. Sie trug einen leichten Sommerpullover,

unter dem ihre Brüste sich deutlich abzeichneten, und enge

Bluejeans. Ihre langen Haare waren offen, und ihre Haut

strahlte. Alle M.nner sahen sich verstohlen nach ihr um.

Tengo spürte ihre Blicke. Doch Fukaeri selbst schien nichts

davon zu merken. Eine junge Frau wie sie würde durchaus

einiges Aufsehen erregen, wenn sie den Literaturpreis

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