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作者: 当前章节:15411 字 更新时间:2026-6-19 08:06

entgegennahm.

Er hatte Fukaeri schon angerufen, und sie wusste, dass

.Die Puppe aus Luft. den Preis bekommen hatte. Sie

machte allerdings nicht den Eindruck, als würde sie sich

besonders freuen. Es schien ihr ziemlich gleichgültig zu

sein, dass sie den Preis bekommen hatte. Der Tag war fast

sommerlich warm, dennoch bestellte sie eine hei.e

Schokolade. Sie trank and.chtig, den Becher mit beiden

H.nden umschlie.end. Von der Pressekonferenz hatte er

ihr noch nichts gesagt, doch auch als sie davon h.rte, zeigte

sie keine Reaktion.

.Du wei.t schon, was eine Pressekonferenz ist, oder?.

.Pressekonferenz., wiederholte Fukaeri.

.Reporter von Zeitungen und Zeitschriften kommen

zusammen und stellen dir alle m.glichen Fragen. Du sitzt

auf einem Podium. Es werden auch Fotos gemacht.

Vielleicht kommt auch das Fernsehen. Deine Antworten

werden im ganzen Land verbreitet. Es kommt schlie.lich

nicht alle Tage vor, dass eine Siebzehnj.hrige den Preis für

das beste Erstlingswerk der Zeitschrift Literatur und

Kunst erh.lt. Diese Nachricht ist von gesellschaftlicher

Bedeutung. Die Sensation ist, dass alle Juroren einstimmig

dein Buch gew.hlt haben. Das ist normalerweise nie der

Fall..

.Sie stellen Fragen., erkundigte sich Fukaeri.

.Sie stellen Fragen, und du beantwortest sie..

.Was für Fragen..

.Verschiedene. über dein Buch, über dich, dein

Privatleben, deine Hobbys, deine Pl.ne für die Zukunft.

Vielleicht ist es besser, wenn wir schon einmal ein paar

Antworten auf diese Fragen vorbereiten..

.Warum..

.Weil es sicherer ist. Damit du bei der Antwort nicht

stecken bleibst oder etwas sagst, das zu Missverst.ndnissen

führt. So eine Art Probe kann nicht schaden..

Fukaeri trank wortlos ihren Kakao und musterte Tengo

mit einem Blick des Inhalts: Interessiert mich nicht, aber

wenn Sie es für n.tig halten. Bisweilen sagten ihre Augen

mehr als ihr Mund. Zumindest sprachen sie in ganzen

S.tzen. Leider lie. sich eine Pressekonferenz nicht nur mit

Blicken bestreiten.

Tengo nahm ein paar Bl.tter mit mutma.lichen Fragen

aus seiner Mappe und breitete sie auf dem Tisch aus. Er

hatte sich am Abend zuvor noch das Hirn darüber

zermartert.

.Ich stelle jetzt Fragen wie ein Zeitungsreporter, und du

beantwortest sie, ja?.

Fukaeri nickte.

.Haben Sie bisher schon viel geschrieben?.

.Ja., antwortete Fukaeri.

.Wann haben Sie mit dem Schreiben angefangen?.

.Vor langer Zeit..

.Das reicht v.llig aus., sagte Tengo. .Deine Antworten

k.nnen ruhig kurz sein. Du brauchst nichts überflüssiges

zu erz.hlen. So genügt es v.llig. Schlie.lich hat Azami alles

für dich aufgeschrieben, oder?.

Fukaeri nickte.

.Das brauchst du aber nicht zu sagen. Das ist ein

Geheimnis zwischen dir und mir..

.Ich sage nichts., versprach Fukaeri.

.Haben Sie damit gerechnet, den Debütpreis zu

bekommen?.

Sie l.chelte und schwieg. Das Schweigen dauerte an.

.M.chten Sie darauf nicht antworten?., fragte Tengo.

.Genau..

.Ganz prima. Wenn du nicht antworten willst, l.chelst du

nur freundlich. Bei jeder dummen Frage..

Fukaeri nickte wieder.

.Woher haben Sie denn die Geschichte der .Puppe aus

Luft.?.

.Von der blinden Ziege..

..Blinde Ziege. klingt nicht gut., sagte Tengo. .Besser du

sagst: .von einer Ziege, die nicht sehen kann...

.Warum..

..Blind. ist ein diskriminierender Begriff. Einer der

Reporter k.nnte einen Herzanfall erleiden..

.Diskriminierender Begriff..

.Es würde zu lange dauern, dir das zu erkl.ren. Sag statt

.blinde Ziege. einfach Ziege, die nicht sehen kann, ja?.

Fukaeri machte eine kleine Pause. .Von einer Ziege, die

nicht sehen kann., sagte sie dann.

.So ist es gut., sagte Tengo.

..Blind. soll ich nicht sagen., vergewisserte sich Fukaeri.

.Genau. Aber deine Antwort ist sehr gut..

Tengo fragte weiter. .Was sagen Ihre Mitschüler dazu,

dass Sie den Preis bekommen haben?.

.Ich gehe nicht zur Schule..

.Warum gehen Sie nicht zur Schule?.

Keine Antwort.

.Werden Sie nun weiterschreiben?.

Schweigen.

Tengo trank seinen Kaffee aus und stellte die Tasse auf

den Unterteller zurück. Aus den in die Decke eingelassenen

Lautsprechern ert.nte leise Geigenmusik. Sie stammte aus

The Sound of Music. Regentropfen, Rosen, Schnurrbart

vom K.tzchen.

.War das falsch., fragte Fukaeri.

.Nein, gar nicht., antwortete Tengo. .Keineswegs. Sehr

gut..

.Da bin ich froh., sagte Fukaeri.

Tengo empfand es wirklich so. Auch wenn sie jedes Mal

nur einen Satz sagte und die Betonung fehlte, war ihre Art

zu antworten perfekt. Vor allem, weil sie so prompt war.

Und weil sie ihrem Gegenüber dabei fest und ohne zu

blinzeln in die Augen sah. Das unterstrich die Ehrlichkeit

ihrer Antwort und bewies, dass sie mit der Kürze ihrer

Antworten die Leute nicht für dumm verkaufen wollte.

Au.erdem würde niemand genau verstehen, was sie sagte.

Ebendas war es, was Tengo wollte. Dass sie den Eindruck

von Aufrichtigkeit vermittelte und die Reporter zugleich

einnebelte.

.Was ist Ihr Lieblingsbuch?.

.Die Geschichte von den Heike..

Eine tolle Antwort, dachte Tengo. .Was gef.llt Ihnen an

der Geschichte von den Heike?.

.Alles..

.Und was m.gen Sie noch?.

.Die Geschichten aus alter Zeit..

.Lesen Sie keine moderne Literatur?.

Fukaeri überlegte einen Moment. ..Sansho, der

Landvogt...

Gro.artig. Die Erz.hlung von Ogai Mori stammte aus

dem Jahre 1915. Anfang der Taisho-Zeit. Das verstand sie

also unter moderner Literatur.

.Haben Sie Hobbys?.

.Musik h.ren..

.Welche Musik h.ren Sie?.

.Ich mag Bach..

.Gibt es ein Werk, das Ihnen besonders gut gef.llt?.

.BWV 846 bis BWV 893..

Tengo dachte nach und sagte dann: .Das

Wohltemperierte Klavier. Teil eins und zwei..

.Ja..

.Warum haben Sie die Nummern genannt?.

.Die kann ich mir leichter merken..

Für einen Mathematiker war Das wohltemperierte

Klavier die reinste Himmelsmusik. Jeder Teil umfasste

vierundzwanzig Satzpaare aus Pr.ludium und Fuge. Alle

zw.lf Tonarten kamen darin jeweils in Dur und Moll zum

Einsatz. Erster und zweiter Teil ergaben zusammen

achtundvierzig Stücke.

.Und was noch?.

.BWV 244..

Tengo konnte sich nicht sofort erinnern, worum es sich

bei BWV 244 handelte. Die Nummer kam ihm bekannt vor,

aber der Titel fiel ihm nicht ein.

Fukaeri begann zu singen:

Bu.’ und Reu’

Bu.’ und Reu’

Knirscht das Sündenherz entzwei

Bu.’ und Reu’

Bu.’ und Reu’

Knirscht das Sündenherz entzwei

Knirscht das Sündenherz entzwei

Bu.’ und Reu’

Bu.’ und Reu’

Knirscht das Sündenherz entzwei

Bu.’ und Reu’

Knirscht das Sündenherz entzwei

Dass die Tropfen meiner Z.hren

Angenehme Spezerei

Treuer Jesu, dir geb.ren.

Eine Zeit lang war Tengo sprachlos. Die T.ne stimmten

nicht ganz, aber ihre deutsche Aussprache wirkte

erstaunlich klar und pr.zise.

.Die Matth.us-Passion., sagte Tengo. .Du kannst den

Text!.

.Nein, eigentlich nicht., antwortete die junge Frau.

Tengo wollte etwas sagen, aber ihm fehlten wieder die

Worte. Ergeben schaute er auf seine Notizen und ging zur

n.chsten Frage über.

.Haben Sie einen Freund?.

Fukaeri schüttelte den Kopf.

.Warum denn nicht?.

.Weil ich nicht schwanger werden m.chte..

.Aber man muss doch nicht unbedingt schwanger

werden, nur weil man einen Freund hat..

Fukaeri sagte nichts. Sie schloss und .ffnete nur

mehrmals ruhig ihre Lider.

.Warum m.chten Sie nicht schwanger werden?.

Fukaeri blieb stumm. Tengo hatte das Gefühl, eine v.llig

idiotische Frage gestellt zu haben.

.Lass uns aufh.ren. Das reicht., sagte er und packte seine

Liste wieder in die Mappe. .Eigentlich wissen wir ja gar

nicht, welche Fragen drankommen. Du antwortest einfach,

wie du willst. Du schaffst das schon..

.Da bin ich froh., sagte Fukaeri sichtlich erleichtert.

.Du findest es sowieso sinnlos, dich auf irgendwelche

Interviewfragen vorzubereiten, stimmt’s?.

Fukaeri zuckte leicht mit den Schultern.

.Ich kann dir nur recht geben. Mir gef.llt das auch nicht.

Aber Herr Komatsu hat mich darum gebeten..

Fukaeri nickte.

.Allerdings., sagte Tengo, .m.chte ich nicht, dass du

jemandem erz.hlst, ich h.tte .Die Puppe aus Luft.

überarbeitet. Das wei.t du, ja?.

Fukaeri nickte abermals. .Ich habe alles allein gemacht..

..Die Puppe aus Luft. stammt auf jeden Fall von dir und

niemand anderem. Das war von Anfang an klar..

.Von mir allein., wiederholte Fukaeri.

.Hast du meine überarbeitete Fassung gelesen?.

.Azami hat sie mir vorgelesen..

.Und wie fandest du sie?.

.Sie schreiben sehr gut..

.Also hat sie dir gefallen?.

.Als h.tte ich sie geschrieben., sagte Fukaeri.

Tengo sah sie an. Fukaeri nahm ihre Tasse mit Kakao und

trank. Es kostete ihn einige Anstrengung, nicht auf die

anziehende W.lbung ihrer Brüste zu schauen.

.Das freut mich., sagte er. .Die Arbeit hat mir viel Spa.

gemacht. Aber natürlich habe ich mir auch Mühe gegeben,

dass .Die Puppe aus Luft. allein dein Werk bleibt. Deshalb

ist es für mich die Hauptsache, dass dir das Ergebnis

gef.llt..

Fukaeri nickte schweigend und berührte nachdenklich ihr

kleines wohlgeformtes Ohrl.ppchen.

Die Kellnerin kam und schenkte beiden kaltes Wasser

nach. Tengo nahm einen Schluck, um seine Kehle zu

befeuchten. Dann fasste er sich ein Herz und sprach eine

Idee an, die ihm gerade gekommen war.

.Ich h.tte eine pers.nliche Bitte. Natürlich nur, wenn es

dir recht ist..

.Was denn..

.K.nntest du vielleicht auf der Pressekonferenz das

Gleiche anziehen wie heute?.

Fukaeri sah ihn verst.ndnislos an. Dann musterte sie

jedes einzelne ihrer Kleidungsstücke, als sei ihr bis eben gar

nicht bewusst gewesen, was sie anhatte.

.Ich soll diese Sachen dort tragen., fragte sie.

.Ja. Das, was du heute anhast, sollst du auf der

Pressekonferenz tragen..

.Warum..

.Weil sie dir sehr gut stehen. .h, na ja, dein Busen

kommt darin sehr hübsch zur Geltung, und – es ist nur so

eine Ahnung von mir – es k.nnte doch sein, dass die

Reporter dann eher dorthin sehen und weniger bohrende

Fragen stellen, oder? Aber wenn es dir unangenehm ist,

auch kein Problem. Ich will dich nicht zwingen..

.Azami sucht meine Sachen aus., sagte Fukaeri.

.Du suchst deine Kleidung nicht selbst aus?.

.Mir ist egal, was ich anhabe..

.Und das, was du heute anhast, hat auch Azami

ausgesucht?.

.Ja..

.Das steht dir sehr gut..

.In dem Pullover habe ich einen sch.nen Busen., fragte

sie ohne fragende Intonation.

.Auf jeden Fall. Geradezu sensationell..

.Die Kombination von diesem Pullover mit dem BH ist

gut., sagte Fukaeri und sah ihm direkt in die Augen. Tengo

spürte, wie er err.tete.

.Von solchen Kombinationen verstehe ich nicht genug,

aber auf alle F.lle ist – .h, wie soll ich sagen – das Ergebnis

sehr gut., sagte er.

Fukaeri starrte ihm wieder lange und ernst in die Augen.

.Mussten Sie hinsehen., fragte sie.

Tengo w.hlte seine Worte sorgf.ltig. .Ich konnte nicht

umhin, es zu bemerken., erwiderte er.

Fukaeri zog am Ausschnitt ihres Pullovers und steckte die

Nase hinein. Vielleicht um sich zu vergewissern, welche

Unterw.sche sie heute trug. Dann betrachtete sie eine

Weile Tengos rot übergossenes Gesicht, als würde sie

Zeugin eines überaus seltenen Ph.nomens. .Ich mache es,

wie Sie sagen., erkl.rte sie kurz darauf.

.Danke., sagte Tengo. Damit war ihr Treffen beendet.

Tengo brachte Fukaeri zum Bahnhof Shinjuku. In den

Stra.en sah man schon viele M.nner ohne Jackett und

sogar Frauen in .rmellosen Kleidern. Der L.rm der

Menschenmenge verschmolz mit dem des Verkehrs zur

typischen Ger.uschkulisse der Gro.stadt. Eine erfrischende

frühsommerliche Brise wehte durch die Stra.en. Tengo

fragte sich verwundert, woher dieser wundervolle Duft nur

kommen mochte.

.F.hrst du jetzt nach Hause?., fragte er Fukaeri. Die Züge

waren voll, und sie würde unglaublich lange brauchen.

Sie schüttelte den Kopf. .Wir haben eine Wohnung in

Shinanomachi..

.Dort übernachtest du, wenn es sp.t wird, ja?.

.Weil Futamatao zu weit ist..

Wie beim letzten Mal ergriff Fukaeri unterwegs Tengos

linke Hand. Sie ging wie ein kleines Kind an der Hand eines

Erwachsenen neben ihm her, und dennoch brachte die

Berührung eines so sch.nen M.dchens sein Herz zum

Klopfen.

Am Bahnhof angekommen, lie. Fukaeri seine Hand los

und kaufte an einem Automaten einen Fahrschein nach

Shinanomachi.

.Machen Sie sich keine Sorgen wegen der

Pressekonferenz., sagte Fukaeri.

.Ich mache mir keine Sorgen..

.Auch wenn man sich keine Sorgen macht, geht alles

gut..

.Ich wei.., sagte Tengo. .Kein Grund zur Sorge. Es wird

alles gut..

Ohne ein Wort zu sagen, verschwand Fukaeri in der

Menge hinter der Fahrkartensperre.

Nachdem sie sich getrennt hatten, ging Tengo in eine

kleine Bar in der N.he der Buchhandlung Kinokuniya und

bestellte einen Gin Tonic. Die Bar, die er hin und wieder

aufsuchte, war altmodisch eingerichtet, und es wurde keine

Musik gespielt. Das gefiel ihm. Er setzte sich an die Theke

und betrachtete versonnen seine linke Hand. Die Hand, die

Fukaeri noch vor kurzem gehalten hatte. Er konnte die

Berührung ihrer Finger noch spüren. Er musste an ihre

Brüste denken. Sie waren sehr hübsch. So sch.n und

wohlgeformt waren sie, dass sie dadurch beinahe jede

erotische Bedeutung verloren.

In Tengo stieg der Wunsch auf, seine verheiratete

Freundin anzurufen. Er h.tte gern mit ihr über ihre

Schwierigkeiten bei der Kindererziehung oder den

Beliebtheitsgrad der Regierung Nakasone gesprochen. Oder

etwas anderes, egal was. Er sehnte sich danach, ihre

Stimme zu h.ren. Und sich m.glichst sofort mit ihr zu

treffen und mit ihr zu schlafen. Aber er konnte sie nicht zu

Hause anrufen. Vielleicht würde ihr Mann ans Telefon

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