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作者: 当前章节:15418 字 更新时间:2026-6-19 08:06

Widersprüche., sagte sie und l.chelte.

An dieser Stelle endete ihr Gespr.ch. Sie tranken ihren

Kr.utertee aus und gingen zu ihren Kampfsportübungen

über.

Anschlie.end nahmen sie in der Villa eine leichte

Mahlzeit ein.

.Ich kann Ihnen nur eine Kleinigkeit anbieten. Ich hoffe,

es genügt?., sagte die alte Dame.

.Natürlich., sagte Aomame.

Tamaru fuhr das Essen auf einem Servierwagen herein.

Die Zubereitung oblag einem Koch, aber das Servieren war

seine Aufgabe. Er entkorkte den Wei.wein, der in einem

Kühler mit Eis stand, und schenkte mit geübter Hand ein.

Die alte Dame und Aomame tranken. Der Wein hatte ein

feines Bouquet und war genau richtig temperiert. Das

Menü bestand aus gekochtem wei.em Spargel, Salat

Ni.oise und Omelette mit Krebsfleisch. Dazu wurden

Br.tchen und Butter gereicht. Alle Zutaten waren frisch

und schmackhaft. Die Portionen hatten gerade die richtige

Gr..e. Die alte Dame nahm ohnehin immer sehr wenig zu

sich. Wie ein kleiner Vogel. Anmutig mit Messer und Gabel

hantierend, schob sie sich winzige Bissen in den Mund.

W.hrend sie a.en, hielt sich Tamaru die ganze Zeit über

unauff.llig in einer entfernten Ecke des Raumes bereit.

Dass ein Mann von seiner Statur sich so lange nahezu

unsichtbar machen konnte, versetzte Aomame stets aufs

Neue in Erstaunen.

Die beiden Frauen konzentrierten sich ganz auf ihre

Mahlzeit und sprachen nur gelegentlich. Leise Musik

erklang. Ein Cellokonzert von Haydn, für das die alte Dame

ebenfalls eine Vorliebe hegte.

Es wurde abger.umt und eine Kanne mit Kaffee serviert.

Als Tamaru sich bückte, um einzuschenken, hob die alte

Dame einen Finger.

.Ich brauche Sie jetzt nicht mehr, danke., sagte sie.

Tamaru verbeugte sich leicht und verlie. wie immer

ger.uschlos den Raum. Er schloss leise die Tür. W.hrend

die beiden ihren Kaffee tranken, endete die CD, und Stille

senkte sich über den Wintergarten.

.Sie und ich, wir vertrauen einander. Nicht wahr?., sagte

die alte Dame und sah Aomame ins Gesicht.

Aomame stimmte ihr knapp, aber ohne Vorbehalt zu.

.Wir teilen ein bedeutendes Geheimnis., sagte die alte

Dame. .Wir verlassen uns sozusagen aufeinander..

Aomame nickte schweigend.

Hier in diesem Wintergarten hatte Aomame der alten

Dame ihr Geheimnis anvertraut. Sie erinnerte sich noch

genau daran. Irgendwann hatte sie nicht mehr anders

gekonnt, eine Grenze war erreicht. Sie musste jemandem

ihr Herz ausschütten. Sie konnte das, was auf ihrer Seele

lastete, nicht mehr allein tragen. Also .ffnete Aomame, als

die alte Dame es ihr anbot, mit einem kühnen Sto. die

lange verschlossene Tür zu ihrem Geheimnis und erz.hlte

ihr alles.

Dass ihre beste Freundin jahrelang von ihrem Mann

misshandelt worden war, das seelische Gleichgewicht

verloren hatte, nicht mehr entkommen konnte und

schlie.lich ihren Qualen durch Selbstmord ein Ende

bereitet hatte. Dass sie, Aomame, kaum ein Jahr sp.ter das

Haus des Mannes aufgesucht und geschickt eine Situation

herbeigeführt hatte, die es ihr erm.glichte, ihm eine spitze

Nadel in den Nacken zu rammen und ihn so zu t.ten. Mit

nur einem Stich, ohne dass Blut floss oder eine Wunde

zurückblieb. Alle glaubten, er sei aufgrund einer

Erkrankung eines natürlichen Todes gestorben. Niemand

meldete auch nur den geringsten Zweifel an. Aomame hatte

nicht das Gefühl, etwas Falsches getan zu haben. Dieser

Meinung war sie auch jetzt nicht. Sie hatte nicht einmal ein

schlechtes Gewissen. Aber, so sagte sie zu der alten Dame,

das k.nne die Schwere ihrer Tat – die vors.tzliche

Vernichtung eines menschlichen Lebens – nicht mindern.

Es war ein ausführliches Gest.ndnis, und Aomame sprach

mit erstickter Stimme. Schweigend lauschte die alte Dame,

bis sie ihre Geschichte zu Ende erz.hlt hatte. Dann erst

stellte sie einige Fragen zu verschiedenen Einzelheiten, die

ihr nicht ganz klar waren. Schlie.lich drückte sie lange und

fest Aomames Hand.

.Sie haben das Richtige getan., erkl.rte die alte Dame

langsam. .W.re dieser Mann am Leben geblieben, h.tte er

früher oder sp.ter einer anderen Frau etwas .hnliches

angetan. Irgendwo h.tte er immer wieder ein Opfer

gefunden. Und alles h.tte sich wiederholt. Sie haben dieses

übel an der Wurzel gepackt. Das ist etwas anderes, als nur

pers.nliche Rache zu nehmen. Seien Sie also ganz ruhig..

Aomame vergrub das Gesicht in den H.nden und weinte

rückhaltlos. Es war Tamaki, um die sie weinte. Die alte

Dame zog ein Taschentuch hervor und wischte ihr die

Tr.nen ab.

.Es ist ein seltsamer Zufall., sagte sie mit fester, ruhiger

Stimme. .Aber auch ich habe aus dem gleichen Grund

einen Menschen vernichten lassen..

Aomame hob das Gesicht und blickte die alte Dame an.

Sie wusste nicht, was sie sagen sollte. Wovon redete sie?

.Natürlich habe ich das nicht mit meinen eigenen

H.nden getan., fuhr die alte Dame fort. .Dazu besitze ich

gar nicht die k.rperliche Kraft, und eine besondere

Technik, so wie Sie, beherrsche ich auch nicht. Ich habe

andere Mittel angewandt, um diesen Mann zu vernichten.

Ohne einen einzigen konkreten Beweis zu hinterlassen. Es

ist faktisch unm.glich, mir etwas nachzuweisen, es sei

denn, ich würde mich stellen und ein Gest.ndnis ablegen.

Es ist genau wie in Ihrem Fall. Sollte es so etwas wie ein

Jüngstes Gericht geben, wird Gott über mich urteilen. Aber

davor fürchte ich mich nicht im Geringsten. Ich habe nichts

Falsches getan. Ich nehme für mich in Anspruch, eine

Rechtfertigung zu haben..

Die alte Dame seufzte beinahe erleichtert. Dann fuhr sie

fort: .Wir teilen nun bedeutende Geheimnisse, nicht

wahr?.

Aomame hatte noch immer nicht richtig verdaut, was die

alte Dame ihr erz.hlt hatte. Vernichten lassen? Mit zutiefst

ungl.ubigem und erschrockenem Gesicht starrte sie die alte

Dame an. Um sie zu beruhigen, erkl.rte diese ihr mit

sanfter Stimme, was geschehen war.

Die Tochter der alten Dame war unter .hnlichen

Umst.nden ums Leben gekommen wie Tamaki Otsuka. Sie

hatte den falschen Mann geheiratet, und die alte Dame

hatte von Anfang an gewusst, dass die Ehe nicht

funktionieren würde. In ihren Augen war der Mann

eindeutig pervers. Auch zuvor waren schon Probleme

aufgetreten, deren Ursachen vermutlich tief wurzelten.

Dennoch hatte niemand die Hochzeit verhindern k.nnen.

Erwartungsgem.. kam es immer wieder zu heftigen

Ausbrüchen h.uslicher Gewalt, und allm.hlich verlor die

Tochter der alten Dame jede Selbstachtung und jedes

Selbstvertrauen. V.llig in die Enge getrieben, fiel sie in eine

tiefe Depression. Die Kraft, sich zu behaupten, war ihr

geraubt worden, und wie eine Ameise, die in den Trichter

eines Ameisenl.wen gestürzt ist, hatte sie keine

M.glichkeit mehr, sich zu befreien. So hatte sie eines Tages

eine gro.e Menge Schlaftabletten mit Whisky

heruntergespült.

Bei der Untersuchung der Leiche wurden zahllose Spuren

von Gewalt entdeckt. Male von heftigen Schl.gen und

Hieben, kaum verheilte Knochenbrüche, etliche

Verbrennungen, wo Zigaretten auf ihr ausgedrückt worden

waren. An beiden Handgelenken waren Verletzungen von

Fesseln zurückgeblieben. Die Polizei lud den Ehemann vor

und verh.rte ihn. Er gab die Misshandlungen zu,

behauptete aber, sie h.tten in gegenseitigem

Einverst.ndnis als Teil des Geschlechtsverkehrs

stattgefunden. Seine Frau habe ihn sogar dazu aufgefordert

und Gefallen daran ge.u.ert.

Am Ende konnte die Polizei, ebenso wie in Tamakis Fall,

den Mann nicht mit rechtlichen Mitteln zur Verantwortung

ziehen. Au.erdem geh.rte er der besseren Gesellschaft an

und hatte sich einen bekannten Anwalt genommen. Die

Ehefrau konnte keine Anklage mehr erheben, sie war ja tot.

Hinzu kam, dass die Todesursache zweifelsfrei Selbstmord

war.

.Und diesen Mann haben Sie umbringen lassen?., fragte

Aomame eindringlich.

.Nein, get.tet habe ich ihn nicht., sagte die alte Dame.

Aomame konnte ihr nicht folgen und sah sie nur stumm

an.

.Der frühere Mann meiner Tochter, dieses

niedertr.chtige Subjekt, ist noch am Leben. Er wacht jeden

Morgen in seinem Bett auf und l.uft auf beiden Beinen

durch die Gegend. Ich habe auch nicht die Absicht, ihn

t.ten zu lassen.. Die alte Dame machte eine Pause. Sie

wartete, bis ihre Worte bei Aomame angekommen waren.

.Ich habe meinem früheren Schwiegersohn etwas viel

Schlimmeres angetan. Ich habe ihn gesellschaftlich und

beruflich ruiniert. Das hat ihn v.llig fertiggemacht. Zuf.llig

hatte ich die Macht dazu. Dieser Mann ist ein Schw.chling.

An sich ist er recht intelligent, kann gut reden und hatte es

auch zu einigem Erfolg gebracht, doch im Grunde ist er ein

erb.rmlicher Waschlappen. M.nner, die ihre Frauen und

Kinder misshandeln, haben immer eine schwache

Pers.nlichkeit. Und weil sie selbst schwach sind, müssen

sie sich noch Schw.chere suchen, denn ohne Opfer

kommen sie nicht aus. Ihn zu ruinieren war ganz leicht. Ist

ein solcher Mann einmal erledigt, kommt er niemals wieder

auf die Fü.e. Der Tod meiner Tochter liegt nun schon

l.ngere Zeit zurück, und dennoch lasse ich diesen Mann

nicht aus den Augen. Sobald er versucht, nach oben zu

kommen, verhindere ich es. Er ist noch am Leben, aber

praktisch wie tot. Er bringt sich nicht um, denn er hat nicht

den Mut, den man dazu braucht. Ich t.te ihn nicht einfach,

ich mache ihn auf meine Art kaputt. Ich qu.le ihn

gnadenlos und unaufh.rlich, aber ich füge ihm keine

t.dlichen Wunden zu. Es ist, als z.ge ich ihm bei

lebendigem Leibe die Haut ab. Aber ich habe meine

Gründe dafür..

Die alte Dame hatte Aomame noch mehr zu berichten. Im

Jahr nach dem Selbstmord ihrer Tochter hatte sie für

Frauen, die wie diese Opfer h.uslicher Gewalt waren, ein

privates Frauenhaus eingerichtet. In der N.he ihrer Villa in

Azabu besa. sie ein kleines einst.ckiges Apartmenthaus,

das leer stand und über kurz oder lang abgerissen worden

w.re. Das Geb.ude lie. sich leicht sanieren, und sie

beschloss, es zu einer Zuflucht für Frauen zu machen, die

ihre Bleibe verloren hatten. Ein Anwalt aus der Stadt

übernahm den Vorsitz und richtete eine .Beratungsstelle

für Opfer h.uslicher Gewalt. ein. Ehrenamtliche

Mitarbeiter erteilten abwechselnd pers.nliche und

telefonische Beratung. Es gab auch eine Telefonverbindung

zum Haus der alten Dame. Ins Frauenhaus wurden

diejenigen aufgenommen, die sofort eine Unterkunft

brauchten. In vielen F.llen hatten sie kleine Kinder.

Darunter zehnj.hrige M.dchen, die sexuellen übergriffen

seitens ihrer V.ter ausgesetzt gewesen waren. Sie konnten

bleiben, bis ihre Situation sich gekl.rt hatte, und wurden

mit allem ausgestattet, was sie an Lebensmitteln und

Kleidung ben.tigten. Die Frauen führten eine Art

Gemeinschaftsleben, bei dem sie sich gegenseitig

unterstützten. Die Kosten bestritt die alte Dame aus ihrem

Verm.gen.

Der Anwalt und die Berater statteten dem Frauenhaus

regelm..ig Besuche ab, kümmerten sich um die Frauen

und besprachen künftige Ma.nahmen mit ihnen. Auch die

alte Dame kam vorbei, wenn sie Zeit hatte, unterhielt sich

mit Einzelnen und gab ihnen Ratschl.ge. Es kam auch vor,

dass sie Arbeitspl.tze und Wohnungen für sie suchte.

.rger, der eine physische Intervention notwendig machte –

zum Beispiel, falls ein Mann seine Frau mit Gewalt

zurückholen wollte –, überlie. man Tamaru, der auf seine

Weise damit umging. Es gab wohl niemanden, der mit

solchen Dingen wirkungsvoller und schneller fertig werden

konnte als Tamaru.

.Allerdings gibt es F.lle, mit denen Tamaru und ich allein

nicht fertig werden. Da hilft uns auch kein Gesetz., sagte

die alte Dame.

Aomame sah, dass das Gesicht der alten Dame beim

Reden einen besonderen goldbronzenen Glanz

angenommen hatte. Der übliche warme und vornehme

Ausdruck war immer mehr daraus gewichen und

schlie.lich ganz verschwunden. An seine Stelle war etwas

getreten, das über blo.e Furcht oder Abneigung

hinausging. Vielleicht war es das Innerste ihrer Seele, eine

Art leichter, kleiner und undefinierbarer Kern. Ihr kühler

Tonfall blieb jedoch die ganze Zeit über gleich.

.Natürlich darf man nicht aus praktischen Erw.gungen

über ein Menschenleben entscheiden. Weil man zum

Beispiel beim Tod des Ehemanns die Zeit für eine

Scheidung sparen oder eine Lebensversicherung gleich

ausgezahlt bekommen würde. Eine solche Tat kann nur als

unvermeidlich gelten, wenn man nach einer streng

neutralen Untersuchung aller Fakten zu dem Schluss

gekommen ist, dass der Betreffende kein Erbarmen

verdient. Das gilt für M.nner, die – wie Parasiten – nur

leben k.nnen, indem sie anderen das Blut aussaugen.

M.nner, die unheilbar pervers sind, ohne den geringsten

Willen zur Besserung, und bei denen nicht im Mindesten

einzusehen ist, welchen Wert ihr Weiterleben h.tte..

Die alte Dame verstummte und musterte Aomame mit

einem Blick, der eine steinerne Mauer zum Einsturz

gebracht h.tte. Dann sprach sie mit gelassener Stimme

weiter.

.Ich will solche Menschen nur in irgendeiner

Form verschwinden lassen. Am besten auf eine Art, die

keine Aufmerksamkeit erregt..

.Ist das denn m.glich?.

.Es gibt viele Arten, Menschen verschwinden zu lassen.,

sagte die alte Dame nachdrücklich. Sie lie. eine Sekunde

verstreichen. .Ich verfüge über die Macht zu bestimmen,

auf welche Art jemand verschwindet..

Aomame überlegte eine Weile, was sie damit meinte. Die

alte Dame drückte sich ziemlich verschwommen aus.

.Wir haben beide einen uns wichtigen Menschen auf

furchtbare Weise verloren und seelische Verletzungen

erlitten, die vielleicht niemals heilen werden. Aber man

kann nicht ewig dasitzen und seine Wunden lecken. Man

muss sich aufraffen und etwas tun. Nicht aus pers.nlicher

Rache, sondern vielmehr, um Gerechtigkeit zu üben. Was

halten Sie davon? Würden Sie mir bei meiner Arbeit

helfen? Ich brauche tüchtige Mitarbeiter, auf die ich mich

verlassen kann. Menschen, die eine Bestimmung teilen und

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