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作者: 当前章节:15401 字 更新时间:2026-6-19 08:06

Potential einer neuen Literatur. Nur einer schrieb: .Ihre

Phantasie ist zu ausufernd, und es mangelt an

Bezugspunkten zur Realit.t.. Das war die einzige negative

Ansicht, die Tengo entdecken konnte. Aber auch dieser

Rezensent schloss mit der wohlwollenden Bemerkung:

.Wir erwarten mit Spannung, was diese junge Frau in

n.chster Zeit schreiben wird.. Der Wind schien jedenfalls

im Moment günstig zu stehen.

Vier Tage vor dem geplanten Erscheinungstermin der

Buchausgabe rief Fukaeri ihn an. Es war gegen neun Uhr

morgens.

.Schon wach., fragte sie, wie immer ohne jede Betonung.

.Natürlich., sagte Tengo.

.Haben Sie heute Nachmittag Zeit..

.Ja, aber erst nach vier..

.K.nnen wir uns treffen..

.Ja., sagte Tengo.

.Da, wo wir schon mal waren..

.Einverstanden., antwortete Tengo. .Also um vier in dem

Café in Shinjuku. übrigens ist das Zeitungsfoto von dir sehr

gut geworden. Das von der Pressekonferenz..

.Ich hatte diesen Pullover an., sagte sie.

.Der steht dir wirklich gut., erwiderte Tengo.

.Wegen dem Busen..

.Kann sein. Aber in diesem Fall ist es viel wichtiger, dass

du einen guten Eindruck auf die Leute gemacht hast..

Fukaeri schwieg in den H.rer. Ein Schweigen, als würde

sie etwas auf ein Regal in ihrer Reichweite stellen und es

dann in Ruhe betrachten. Vielleicht dachte sie über den

Zusammenhang zwischen ihrem Busen und dem guten

Eindruck nach. Bei n.herem Nachdenken verstand auch

Tengo immer weniger, welche Beziehung eigentlich

zwischen beidem bestand.

.Um vier., sagte Fukaeri. Und legte auf.

Als er kurz vor vier Uhr das Café betrat, war Fukaeri

schon da. Neben ihr sa. Professor Ebisuno. Er trug ein

hellgraues Hemd mit langen .rmeln und eine dunkelgraue

Hose. Wieder hielt er seinen Rücken kerzengerade wie eine

Statue. Tengo war etwas überrascht, ihn zu sehen. Komatsu

zufolge kam er nur .u.erst selten .von seinem Berg

herunter..

Tengo setzte sich den beiden gegenüber und bestellte

einen Kaffee. Es herrschte, obwohl noch vor der Regenzeit,

hochsommerliche Hitze. Dennoch nippte Fukaeri wie

schon beim letzten Mal an einer hei.en Schokolade. Herr

Ebisuno hatte einen Eiskaffee bestellt, aber bisher nicht

angerührt. Das Eis war geschmolzen und hatte eine

transparente Wasserschicht darauf gebildet.

.Sch.n, dass Sie gekommen sind., sagte Professor

Ebisuno.

Tengos Kaffee wurde gebracht, und er trank einen

Schluck.

.Offenbar hat sich bis jetzt alles sehr günstig entwickelt.,

sagte der Professor bed.chtig, als würde er den Klang seiner

Stimme testen. .Sie haben viel geleistet, junger Mann. Sehr

viel. Dafür muss ich mich zuerst einmal bei Ihnen

bedanken..

.Das ist sehr freundlich von Ihnen, aber ich bin ja, wie Sie

wissen, in diesem Zusammenhang offiziell nicht existent..

Ebisuno rieb seine H.nde über dem Tisch, wie um sie zu

w.rmen.

.Nein, so bescheiden dürfen Sie aber nicht sein.

Tats.chlich existieren Sie sehr wohl. Ohne Sie w.re alles

bestimmt nicht so glatt gelaufen. Ihnen ist es zu verdanken,

dass aus .Die Puppe aus Luft. ein so ausgezeichnetes Werk

geworden ist. Ein Werk, das mit seiner Tiefe und Dichte

alle meine Erwartungen übertrifft. Komatsu hat wirklich

einen Blick für Menschen..

Fukaeri sa. neben ihm und schlürfte ihren Kakao, wie

eine kleine Katze Milch schlabbert. Sie hatte eine schlichte

wei.e Bluse und einen kurzen dunkelblauen Rock an und

trug wie immer kein einziges Schmuckstück. Wenn sie sich

vorbeugte, fiel ihr das lange offene Haar ins Gesicht.

.Das wollte ich Ihnen unbedingt pers.nlich sagen.

Deshalb habe ich Sie hierherbemüht., erkl.rte Professor

Ebisuno.

.Machen Sie sich keine Gedanken. .Die Puppe aus Luft.

zu überarbeiten war für mich selbst ebenfalls von gro.er

Bedeutung..

.Ich muss Ihnen nochmals meinen Dank aussprechen..

.Das ist wirklich nicht n.tig., sagte Tengo. .Aber dürfte

ich Sie Eri betreffend etwas Pers.nliches fragen?.

.Natürlich. Wenn ich Ihre Frage beantworten kann..

.Sind Sie eigentlich Eris offizieller Vormund?.

Der Professor schüttelte den Kopf. .Nein. Ich w.re es

gern, wenn es die M.glichkeit g.be. Aber wie ich Ihnen

bereits erz.hlt hatte, habe ich keinen Kontakt mehr zu

ihren Eltern. Rechtlich gesehen besitze ich keinerlei

Verfügungsgewalt über sie. Ich habe Eri, als sie vor sieben

Jahren zu uns kam, lediglich aufgenommen und für sie

gesorgt..

.W.re es in diesem Fall nicht besser, Eris Existenz nicht

so bekannt werden zu lassen? K.nnte es nicht

Schwierigkeiten geben, wenn sie so stark ins Rampenlicht

rückt? Sie ist ja noch nicht vollj.hrig..

.Sie meinen, es k.nnte unangenehm werden, wenn zum

Beispiel ihre Eltern jetzt Klage erheben und sie

zurückverlangen würden? Dass sie sie vielleicht mit Gewalt

zurückholen k.nnten, obwohl sie sich zu mir geflüchtet

hat? So etwas in der Art?.

.Ja, Sensei. Ihr Verhalten ist mir unverst.ndlich..

.Ihre Zweifel sind durchaus begründet. Aber die andere

Seite befindet sich in einer Lage, in der sie nicht offen

agieren kann. Je st.rker Eri ins Rampenlicht ger.t, desto

gr..er w.re die .ffentliche Aufmerksamkeit, wenn ihr

etwas geschehen würde. Und Aufmerksamkeit ist das, was

die am allerwenigsten wollen..

.Mit die., sagte Tengo, .meinen Sie die Vorreiter, nicht

wahr?.

.Genau., sagte der Professor. .Die anerkannte

Religionsgemeinschaft der Vorreiter. Ich habe in den

vergangenen sieben Jahren für Eri gesorgt, und Eri selbst

will weiter bei uns bleiben. Was auch immer mit ihren

Eltern sein mag, sie haben sie zu mir geschickt und sich

sieben Jahre lang nicht um sie gekümmert. Da kann ich

doch nicht einfach sagen, .So, das war’s...

Tengo versuchte seine Gedanken zu ordnen. .Also: Das

Buch wird wie erwartet ein Bestseller., sagte er dann. .Eri

ger.t in den Blickpunkt des .ffentlichen Interesses. Folglich

k.nnen die Vorreiter nicht mehr so leicht etwas

unternehmen. Bis dahin habe ich es verstanden. Und wie

soll es jetzt nach Ihrer Planung weitergehen, Sensei?.

.Das wei. ich auch nicht., sagte Professor Ebisuno

unbekümmert. .Die Zukunft ist für uns alle ein

unbekanntes Terrain, von dem es keine Landkarte gibt.

Was uns hinter der n.chsten Ecke erwartet, wissen wir erst,

wenn wir abgebogen sind. Will sagen: Ich habe nicht die

leiseste Ahnung..

.Sie haben keine Ahnung?., fragte Tengo.

.Es mag verantwortungslos klingen, aber es trifft den

Kern der Sache. Wir werfen einen Stein in einen tiefen

Teich. Platsch. Das Ger.usch ist überall zu h.ren. Wir

warten mit angehaltenem Atem, was anschlie.end aus dem

Teich kommt..

In die Betrachtung der Ringe versunken, die sich auf der

Wasseroberfl.che ausbreiteten, schwiegen alle drei. Tengo

wartete, bis er meinte, die fiktiven Wellenringe k.nnten

sich gelegt haben.

.Ich habe schon einmal davon gesprochen., sagte er

nachdrücklich. .Aber das, was wir hier tun, ist eine Art

Betrug. Man k.nnte es vielleicht auch asozial nennen.

Wom.glich geht es inzwischen auch um eine nicht geringe

finanzielle Summe. Die Lügen werden lawinenartig

zunehmen. Eine Lüge ruft die n.chste auf den Plan, bis das

Lügengespinst am Ende undurchdringlich und nicht mehr

zu kontrollieren ist. Und wenn dann die Wahrheit ans Licht

kommt, nehmen alle Beteiligten Schaden, Eri

eingeschlossen. Im schlimmsten Fall sind wir ruiniert und

werden gesellschaftlich ge.chtet. Da stimmen Sie mir doch

zu, nicht wahr?.

Der Professor legte die Hand an den Rand seiner Brille.

.Tja, widersprechen kann ich Ihnen jedenfalls nicht..

.Dennoch will Herr Komatsu, wie er mir gesagt hat, Sie

zum Repr.sentanten einer fiktiven Firma machen, die Die

Puppe aus Luft vermarkten soll. Das hei.t, Sie wollen sich

an vorderster Front an Herrn Komatsus Plan beteiligen. Mit

anderen Worten, Sie sind von sich aus bereit, Ihren guten

Namen zu beschmutzen..

.Auf lange Sicht k.nnte es dazu kommen..

.Soweit ich es beurteilen kann, sind Sie eine Person von

herausragender Intelligenz und gesundem

Menschenverstand, die sich eine unabh.ngige Weltsicht

erworben hat. Aber Sie haben keine Ahnung, wie diese

Sache ausgehen wird. Sie sagen, man kann nie vorhersehen,

was einen um die n.chste Ecke erwartet. Dennoch kann ich

einfach nicht begreifen, warum ein Mensch wie Sie, Herr

Professor, sich für so etwas hergibt..

.Ihre unverdiente Wertsch.tzung ehrt und besch.mt

mich, und an sich …. – der Sensei machte eine

Atempause – .verstehe ich sehr gut, was Sie sagen wollen..

Sie schwiegen.

.Niemand wei., was wird., warf Fukaeri pl.tzlich ein.

Und hüllte sich sogleich wieder in ihr ursprüngliches

Schweigen. Die Tasse mit der Schokolade war inzwischen

leer.

.So ist es., sagte der Professor. .Niemand wei., was wird.

Eri hat ganz recht..

.Aber irgendeine Absicht müssen Sie doch verfolgen.,

sagte Tengo.

.Tue ich auch., sagte Professor Ebisuno.

.Darf ich eine Vermutung .u.ern?.

.Gewiss..

.Sie hoffen, im Zuge der Ver.ffentlichung von Die Puppe

aus Luft kommt vielleicht ans Licht, was mit Fukaeris

Eltern passiert ist. Ist es das, was Sie mit dem Stein, den

man in einen Teich wirft, gemeint haben?.

.Ihre Vermutung trifft ungef.hr zu., sagte Professor

Ebisuno. .Sollte Die Puppe aus Luft ein Bestseller werden,

wird es bei uns von Journalisten wimmeln wie von Karpfen

in einem Teich. Eigentlich herrscht jetzt schon ein ganz

sch.ner Rummel. Seit der Pressekonferenz k.nnen wir uns

vor Anfragen von Zeitschriften und Fernsehsendern kaum

retten. Natürlich lehnen wir alles ab, doch sobald das Buch

erschienen ist, wird sich die Lage noch zuspitzen. Wenn

wir jedoch den Medien von uns aus kein Material liefern,

werden sie alle Hebel in Bewegung setzen, um etwas über

Eri herauszufinden. Und früher oder sp.ter wird ihre

Identit.t ans Licht kommen. Wer ihre Eltern sind, wo und

wie sie aufgewachsen ist. Und ob jetzt jemand für sie sorgt.

Das ist Stoff für hochinteressante Nachrichten. Nicht dass

ich so etwas gern t.te. Momentan führe ich ein sehr

behagliches Leben in den Bergen und m.chte auf keinen

Fall die Aufmerksamkeit der .ffentlichkeit auf mich

ziehen. Das würde nicht den geringsten Vorteil bringen.

Aber ich will einen K.der auslegen und damit das Interesse

der Medien auf Eris Eltern lenken. Wo sie sind und was sie

machen. Die Medien k.nnten sich dort einschalten, wo die

Polizei nichts tun kann oder nichts tun will. Ich hoffe, im

günstigsten Fall k.nnen wir auf dieser Welle reiten und die

beiden vielleicht retten. Die Fukadas stehen mir sehr nah,

au.erdem sind sie natürlich Eris Eltern. Wir k.nnen nicht

einfach hinnehmen, dass sie verschwunden sind..

.Angenommen, das Ehepaar Fukada h.lt sich noch auf

dem Gel.nde der Sekte auf – welchen Grund k.nnte es

geben, die beiden seit sieben Jahren gefangen zu halten?

Das ist eine ziemlich lange Zeit..

.Das wei. ich auch nicht., sagte der Professor. .Aber ich

habe eine Theorie. Also: Zuerst hat sich eines Tage die

militante Gruppe Akebono von der anfangs revolution.ren

Landkommune der Vorreiter abgespalten. Danach haben

die Vorreiter eine v.llig andere Richtung eingeschlagen,

indem sie zu einer religi.sen Gemeinschaft wurden. Als

Folge der Akebono-Schie.erei wurde auch ihr Gel.nde

durchsucht, wobei sich herausstellte, dass sie nichts damit

zu tun hatten. Seither hat die Gruppe allm.hlich an Boden

gewonnen. Ach was, allm.hlich – rapide, sollte ich sagen.

Dennoch wei. die .ffentlichkeit so gut wie nichts über

ihre wirklichen Aktivit.ten. Sie, Herr Kawana, ja auch

nicht..

.Ich habe sowieso von nichts eine Ahnung., sagte Tengo.

.Aber ich bin kein Ma.stab, weil ich nicht fernsehe und

kaum Zeitung lese..

.Sie sind wirklich nicht der Einzige, der nichts wei..

Diese Leute handeln so verdeckt, dass die .ffentlichkeit

nichts mitbekommt. Andere Neue Religionen versuchen

auf sich aufmerksam zu machen, um wenigstens ein paar

Anh.nger zu gewinnen, aber die Vorreiter tun nichts

dergleichen. Denn es ist nicht ihr Ziel, ihre Anh.ngerschaft

einfach zu vergr..ern. Die anderen Sekten trachten im

Allgemeinen danach, die Anzahl ihrer Mitglieder zu

vermehren, um ihre Einkünfte zu stabilisieren, aber das

scheinen die Vorreiter nicht n.tig zu haben. Stattdessen

scheint bei ihnen die Qualit.t ihres Menschenmaterials im

Vordergrund zu stehen. Alle ihre Mitglieder sind gesunde

junge Leute, die über verschiedenste Fachkenntnisse

verfügen und enorm motiviert sind. Die Vorreiter

versuchen nicht mit aller Gewalt Mitglieder zu werben. Sie

nehmen auch nicht jeden. Die Aspiranten müssen sich

regelrechten Bewerbungsgespr.chen unterziehen.

Bevorzugt werden Personen mit bestimmten F.higkeiten

rekrutiert. Das Ergebnis ist ein Regiment mit hoher

Truppenmoral und Kompetenz. W.hrend sie nach au.en

hin Landwirtschaft betreiben, widmen sie sich intern

strengen asketischen übungen..

.Auf welche Lehre stützt sich die Gruppe überhaupt?.

.Vermutlich haben sie gar keine bestimmte Schrift. Und

wenn, dürfte sie eklektizistisch sein. Bei esoterischen

Gruppen stehen in der Regel eher Arbeit und Askese als ein

differenziertes Dogma im Mittelpunkt. Bei den Vorreitern

geht es ziemlich rigide zu. Es gibt keine Halbheiten. Junge

Leute, die ein spirituelles Leben anstreben, h.ren davon

und kommen aus dem ganzen Land herbei. Der

Zusammenhalt ist fest, alles wird geheim gehalten..

.Gibt es ein religi.ses Oberhaupt oder einen Gründer?.

.Offiziell nicht. Sie lehnen Personenkult ab, und die Sekte

wird von einem Kollektiv verwaltet. Aber was wirklich

vorgeht, ist unklar. Ich habe so viele Informationen wie

m.glich gesammelt, aber es dringt eben kaum etwas nach

drau.en. Die L.ndereien der Vorreiter werden immer

ausgedehnter und ihre Anlagen immer perfekter. Die

Z.une, die ihr Territorium umgeben, sind inzwischen so

gut wie unüberwindlich..

.Und Fukada, ihr erster Anführer, ist mittlerweile von der

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