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作者: 当前章节:15373 字 更新时间:2026-6-19 08:06

Die Erinnerung an diese Schmerzen wird nicht so leicht

vergehen. Du kannst mir folgen, nicht wahr?.

Aomame nickte. Sie hatte ihre Finger fest in ihrem Scho.

verkrampft.

.Das hei.t, es liegen keine gesunden Eizellen mehr in ihr

bereit. Sie …. – die alte Dame warf einen kurzen Blick auf

Tsubasa – .ist unfruchtbar geworden..

Inwieweit Tsubasa den Inhalt des Gespr.chs begriff,

wusste Aomame nicht zu sagen. Doch was auch immer sie

verstand, in Gedanken war sie ohnehin ganz woanders.

Anwesend war sie jedenfalls nicht. Ihr Herz schien weit fort

zu sein, verstaut in einem kleinen dunklen verschlossenen

Zimmer.

.Ich behaupte ja nicht, dass es für eine Frau der einzige

Lebenszweck ist, ein Kind zu bekommen., fuhr die alte

Dame fort. .Es sollte dem Einzelnen freistehen, für welches

Leben er sich entscheidet. Dass jemand eine Frau jedoch

von vornherein ihres natürlichen Rechts zu geb.ren

beraubt, darf man auf keinen Fall dulden..

Aomame nickte schweigend.

.Das darf man einfach nicht dulden., wiederholte die alte

Dame. Aomame merkte, dass ihre Stimme ein wenig

zitterte. Anscheinend fiel es ihr schwer, ihre Gefühle zu

beherrschen. .Sie hat es ganz allein geschafft, von dort zu

flüchten. Wie sie dazu in der Lage war, wei. ich nicht. Aber

sie hat nun kein Zuhause mehr, au.er bei uns. Denn au.er

bei uns ist sie nirgendwo sicher..

.Wo sind denn ihre Eltern?.

Die alte Dame machte ein ungehaltenes Gesicht und

trommelte leicht mit den Fingern.geln auf die Tischplatte.

.Ich wei. es nicht. Allerdings haben ihre Eltern diese

Grausamkeiten gebilligt. Und letztendlich ist sie auch vor

ihnen geflohen..

.Wollen Sie damit sagen, die Eltern h.tten die

Vergewaltigung ihrer eigenen Tochter zugelassen?.

.Nicht nur zugelassen. Sie haben sie begünstigt..

.Warum tut jemand so was …?. Aomame konnte nicht

weitersprechen.

Die alte Dame schüttelte den Kopf. .Eine entsetzliche

Geschichte. Wir dürfen dergleichen auf keinen Fall dulden.

Hier liegen Umst.nde vor, die sich nicht so einfach

handhaben lassen. Es geht um mehr als um herk.mmliche

h.usliche Gewalt. Der Arzt sagte mir, er müsse die Sache

der Polizei melden. Ich habe ihn gebeten, es nicht zu tun,

und konnte ihn auch überzeugen, da wir eng befreundet

sind..

.Warum?., fragte Aomame. .Warum wollen Sie die

Polizei denn nicht einschalten?.

.Was dieser Kleinen angetan wurde, verst..t eindeutig

gegen das Gesetz der Menschlichkeit. Es handelt sich um

eine Tat, vor der auch die .ffentlichkeit die Augen nicht

verschlie.en sollte, ein feiges Verbrechen, das schwer

bestraft werden muss.. Die alte Dame sprach mit gro.em

Nachdruck. .Doch was k.nnte die Polizei tun, wenn wir die

Sache jetzt melden? Sie sehen ja, das M.dchen kann kaum

sprechen. Sie w.re au.erstande, richtig zu erkl.ren, was

geschehen ist, was man mit ihr gemacht hat. Würden wir

die Polizei einschalten, k.nnte es passieren, dass Tsubasa

zu ihren Eltern zurückgeschickt wird. Ein anderes Zuhause

hat sie nicht, und die Eltern besitzen in jedem Fall das

Sorgerecht. K.me sie aber wieder zu ihren Eltern, k.nnte

sich das Gleiche wiederholen. Das kann ich nicht zulassen..

Aomame nickte.

.Tsubasa wird bei mir aufwachsen., sagte die alte Dame

entschieden. .Ich werde sie auf keinen Fall hergeben.

Weder ihren Eltern noch sonst jemandem werde ich sie

überlassen. Ich werde mich irgendwohin mit ihr

zurückziehen und sie gro.ziehen..

Aomames Blick wanderte zwischen der alten Dame und

dem M.dchen hin und her.

.Und der Mann, der ihr das angetan hat – wissen Sie, wer

er ist? Ist es nur einer?., fragte Aomame.

.Ja, es ist einer, und er ist mir bekannt..

.Aber man kann ihn nicht vor Gericht bringen, oder?.

.Dieser Mann besitzt gro.e Macht., sagte die alte Dame.

.Sehr gro.e pers.nliche Macht. Auch über Tsubasas Eltern.

Und sie sind noch immer in seiner Gewalt. Es sind

Menschen, die weiterhin tun werden, was der Mann ihnen

befiehlt. Menschen, die keine Pers.nlichkeit und kein

Urteilsverm.gen besitzen. Für sie ist das, was dieser Mann

sagt, unbedingtes Gebot. Wenn er ihnen befiehlt, ihm ihre

Tochter auszuliefern, haben sie dem nichts

entgegenzusetzen und h.ndigen sie ihm guten Mutes aus.

Obwohl sie wissen, was mit ihr passiert..

Aomame brauchte etwas Zeit, um zu begreifen, was die

alte Dame gesagt hatte. Sie versuchte, Ordnung in ihre

Gedanken zu bringen.

.Ist das irgendeine spezielle Gruppe?.

.Ja, eine sehr engstirnige, fast krankhafte..

.So etwas wie eine Sekte?., fragte Aomame.

Die alte Dame nickte. .Ja. Noch dazu eine .u.erst

b.sartige und gef.hrliche Sekte..

Natürlich. Es konnte sich nur um eine Sekte handeln.

Menschen, die taten, was ihnen befohlen wurde. Menschen,

die über keine Pers.nlichkeit und kein eigenes Urteil

verfügten. Genau das h.tte mir auch passieren

k.nnen, dachte Aomame und biss sich auf die Lippen.

Natürlich hatte man sie bei den Zeugen Jehovas in keinem

praktischen Sinne vergewaltigt. Sie selbst war jedenfalls

keiner sexuellen Bel.stigung ausgesetzt gewesen. Alle

.Brüder und Schwestern. in ihrem Umfeld waren heitere

und aufrichtige Menschen, die ihren Glauben ernst nahmen

und seine Gebote achteten und n.tigenfalls bereit waren,

ihr Leben dafür zu geben. Aber nicht immer zeitigen gute

Absichten auch gute Ergebnisse. Und Vergewaltigung ist

nicht immer etwas K.rperliches. Gewalt nimmt nicht

immer sichtbare Formen an, und nicht bei allen

Verletzungen flie.t Blut.

Tsubasa erinnerte Aomame an sich selbst, als sie im

gleichen Alter war. .Ich habe es aus eigenem Willen

geschafft zu entkommen., dachte sie. Aber im Falle dieses

M.dchens waren die erlittenen Misshandlungen so schwer,

dass der Schaden sich vielleicht nicht mehr rückg.ngig

machen lie.. Wahrscheinlich würde sie nie mehr ihr

natürliches Wesen zurückgewinnen. Bei diesem Gedanken

durchfuhr sie ein heftiger Schmerz. Aomame sah in

Tsubasa das kleine M.dchen, das sie vielleicht selbst einmal

gewesen war.

.Aomame., sagte die alte Dame, als wolle sie ihr etwas

er.ffnen. .Besser, ich sage es Ihnen jetzt. Es war vielleicht

nicht richtig, aber ich habe ohne Ihre Zustimmung

Nachforschungen über Ihren pers.nlichen Hintergrund

angestellt..

Aomame kam wieder zu sich und sah die alte Dame

überrascht an.

.Gleich nachdem wir uns das erste Mal hier getroffen und

miteinander gesprochen hatten., sagte die alte Dame. .Ich

hoffe, Sie nehmen es mir nicht übel..

.Nein, ich nehme es Ihnen nicht übel., sagte Aomame.

.Nachforschungen über mich anstellen zu lassen war unter

den gegebenen Umst.nden ganz natürlich. Denn was wir

tun, ist ja nicht gerade allt.glich..

.Das stimmt. Wir wandeln auf einem schmalen, sehr

gef.hrlichen Pfad. Und gerade deshalb müssen wir

einander vertrauen. Aber Vertrauen kann es nicht geben,

wenn man über den anderen nicht wei., was man wissen

sollte. Deshalb habe ich alles über Sie in Erfahrung

gebracht. Von der Gegenwart bis weit zurück in Ihre

Vergangenheit. Das hei.t, fast alles. Niemand kann restlos

alles über einen Menschen wissen. H.chstens Gott..

.Oder der Teufel., sagte Aomame.

.Oder der Teufel., wiederholte die alte Dame. Sie

l.chelte. .Mir ist bewusst, dass Sie in Ihrer Kindheit durch

eine Sekte seelische Verletzungen erlitten haben. Ihre

Eltern waren begeisterte Mitglieder der Zeugen Jehovas und

sind es noch. Sie haben Ihnen nie verziehen, dass Sie den

Glauben aufgegeben haben, und grollen Ihnen bis heute..

Aomame nickte stumm.

Die alte Dame fuhr fort. .Meiner ehrlichen überzeugung

nach sind die religi.sen Vorstellungen der Zeugen Jehovas

nicht vertretbar. Stellen Sie sich vor, Sie w.ren als Kind

einmal schwer verletzt worden oder h.tten eine Krankheit

bekommen, die eine Operation erforderlich gemacht h.tte.

Wahrscheinlich w.ren Sie gestorben. Wer so weit geht,

lebenserhaltende Operationen zu verweigern, weil sie

angeblich den biblischen Gesetzen widersprechen, ist

nichts weiter als eine Sekte. Das ist ein Missbrauch von

Religion, der jede Grenze überschreitet..

Aomame nickte. Die These, dass Bluttransfusionen

abzulehnen seien, wurde den Kindern der Zeugen Jehovas

von Anfang an eindringlich eingebl.ut. Man lehrte sie, es

liege eine weit gr..ere Seligkeit darin, mit reinem K.rper

und reiner Seele zu sterben und ins Paradies einzugehen,

als gegen Gottes Gebot eine Bluttransfusion zu erhalten

und in die H.lle zu stürzen. Für Kompromisse war kein

Platz. Es gab nur zwei Wege, denen man folgen konnte –

dem, der in die H.lle, oder dem, der ins Paradies führte.

Die Kinder verfügten noch über kein kritisches

Urteilsverm.gen. Sie wussten nicht, ob diese Thesen

gesellschaftlich anerkannt oder aus wissenschaftlicher Sicht

korrekt waren. Sie glaubten einfach nur, was ihre Eltern

ihnen beibrachten. H.tte ich als kleines Kind eine

Bluttransfusion ben.tigt, dachte Aomame, dann h.tte ich

sicher auf Gehei. meiner Eltern darauf verzichtet und den

Tod gew.hlt. Und w.re ins Paradies oder an irgendeinen

anderen bl.den Ort gekommen.

.Ist diese Sekte bekannt?., fragte Aomame.

.Die Leute nennen sich .Die Vorreiter.. Sicher haben Sie

den Namen schon einmal geh.rt. Eine Zeit lang war er

jeden Tag in den Zeitungen..

Aomame konnte sich nicht erinnern, den Namen schon

einmal geh.rt zu haben. Dennoch hielt sie es für klüger,

nur vage zu nicken und nichts zu sagen. Sie war sich

bewusst, dass sie gerade nicht im eigentlichen Jahr 1984

lebte, sondern offenbar in der leicht abge.nderten Welt

von 1Q84. Noch war es nicht mehr als eine Vermutung, die

allerdings von Tag zu Tag an Wahrscheinlichkeit gewann.

Und Informationen, über die sie nicht verfügte, schien es in

dieser neuen Welt noch viele zu geben. Sie musste bis auf

Weiteres sehr aufmerksam sein.

Die alte Dame fuhr mit ihrem Bericht fort. .Die Vorreiter

haben als kleine Landkommune angefangen. Eine

linksgerichtete Gruppe, die das Stadtleben hinter sich

gelassen hatte, bildete ihren Kern und führte sie an.

Irgendwann gab es eine abrupte Wende, und sie

verwandelten sich in eine religi.se Gemeinschaft. Der

gr..te Teil der Mitglieder scheint allerdings geblieben zu

sein. Inzwischen sind die Vorreiter auch rechtlich als

religi.se Gemeinschaft anerkannt, aber von dem, was in der

Gruppe selbst vorgeht, ist in der .ffentlichkeit kaum etwas

bekannt. Grunds.tzlich geh.rt sie zu den buddhistischen

Geheimlehren, aber die religi.sen Inhalte sind sozusagen

Staffage. Und doch haben sie in sehr kurzer Zeit eine ganze

Menge Anh.nger um sich geschart und sind ziemlich

m.chtig geworden. Obwohl sie wahrscheinlich mit dieser

Schie.erei damals irgendetwas zu tun hatten, hat ihr Image

nicht gelitten. Weil sie so erstaunlich clever damit

umgegangen sind. Am Ende war die Sache sogar noch

Reklame für sie..

Die alte Dame seufzte und fuhr fort.

.Es ist nicht allgemein bekannt, aber die Sekte hat einen

Gründer, der als .Leader. bezeichnet wird. Er gilt als ein

Mann mit einzigartigen F.higkeiten. Es hei.t, er k.nne

unheilbare Krankheiten heilen, die Zukunft voraussagen

und alle m.glichen paranormalen Ph.nomene bewirken.

Natürlich alles Taschenspielertricks; dennoch scheint er

viele Menschen anzuziehen..

.Paranormale Ph.nomene?.

Die alte Dame zog ihre sch.n geformten Augenbrauen

zusammen. .Was das konkret bedeutet, wei. ich nicht. Ich

habe, um es deutlich zu sagen, keinerlei Interesse an

okkulten Dingen. Dergleichen Betrügereien wiederholen

sich seit Menschengedenken st.ndig und überall auf der

Welt. Die Masche ist immer die gleiche. Dennoch findet sie

offenbar stets aufs Neue ihre Opfer. Denn die meisten

Menschen auf der Welt glauben nicht die Wahrheit,

sondern lieber etwas, von dem sie wünschen, dass es die

Wahrheit w.re. Manche Menschen k.nnen ihre Augen

noch so weit aufrei.en und in Wirklichkeit doch nichts

sehen. Sie zu betrügen, ist anscheinend kinderleicht..

.Vorreiter., sagte Aomame. Klang wie der Name eines

Schnellzugs. Eine religi.se Gruppe h.tte sie dahinter nicht

vermutet.

Als Tsubasa das Wort h.rte, senkte sie einen Augenblick

die Lider, als reagiere sie auf einen besonderen darin

verborgenen Klang. Doch sofort .ffnete sie die Augen

wieder, und ihr Gesicht nahm die gleiche ausdruckslose

Miene an. Es war, als sei in ihr pl.tzlich eine kleine

Turbulenz entstanden, die sich ebenso pl.tzlich wieder

gelegt hatte.

.Es war der Gründer der Vorreiter, der Tsubasa

vergewaltigt hat., sagte die alte Dame. .Unter dem

Vorwand, sie spirituell zu erwecken, hat er den

Geschlechtsverkehr mit ihr erzwungen. Bevor sie ihre erste

Periode habe, müsse dieses Ritual vollzogen sein, wurde

den Eltern weisgemacht. Nur einem noch unbefleckten

M.dchen k.nne er ein reines spirituelles Erwachen

gew.hren. Die starken Schmerzen, die dabei entstünden,

seien unvermeidlich, denn sie seien das Tor, das auf dem

Weg zu einer h.heren Ebene zu durchschreiten sei. Die

Eltern haben ihm geglaubt. Es ist wirklich erstaunlich, wie

einf.ltig Menschen sein k.nnen. Der Fall der kleinen

Tsubasa ist nicht der einzige. Dieser Gründer ist zweifellos

ein perverser Mensch mit abartigen sexuellen Vorlieben.

Die Gemeinde und die Lehre sind für ihn nicht mehr als

eine nützliche Kulisse, hinter der er seine pers.nlichen

Begierden verbirgt..

.Hat dieser Mann auch einen Namen?.

.Den konnte ich bisher leider noch nicht in Erfahrung

bringen. Er wird immer nur als .Leader. bezeichnet. über

seinen Charakter, seine pers.nliche Geschichte und sein

Aussehen ist mir nichts bekannt. Meine Nachforschungen

haben bisher nichts ergeben. Er wird v.llig abgeschirmt.

Sein Hauptquartier in den Bergen von Yamanashi ist nicht

zug.nglich, und in der .ffentlichkeit tritt er so gut wie nie

auf. Auch innerhalb seiner Gemeinschaft ist ihm nur eine

geringe Zahl von Personen jemals begegnet. Es hei.t, er

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