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作者: 当前章节:15393 字 更新时间:2026-6-19 08:06

halte sich stets an einem dunklen Ort auf und meditiere..

.Wir k.nnen ihn nicht einfach gew.hren lassen..

Die alte Dame schaute auf Tsubasa und nickte langsam.

.Nein, wir müssen verhindern, dass es weitere Opfer gibt.

Finden Sie nicht auch?.

.Also müssen wir Ma.nahmen ergreifen..

Die alte Dame streckte wieder ihre H.nde aus und legte

sie auf Tsubasas. Sie schwieg eine Weile. .So ist es., sagte

sie dann.

.Es ist davon auszugehen, dass sich diese Verbrechen

wiederholen, nicht wahr?., fragte Aomame die alte Dame.

Diese nickte. .Es gibt sichere Beweise dafür, dass

innerhalb der Gemeinschaft mehrere M.dchen vergewaltigt

wurden..

.Wenn das wirklich stimmt, kann man es auf keinen Fall

hinnehmen., sagte Aomame in ruhigem Ton. .Sie sagen es:

Weitere Opfer dürfen wir nicht zulassen..

Im Inneren der alten Dame schienen sich mehrere

widerstreitende Gedanken zu verwirren.

.Wir brauchen genauere und profundere Erkenntnisse

über diesen .Leader.., sagte sie. .Nichts darf im Unklaren

bleiben. Immerhin geht es um ein Menschenleben..

.Dieser Mann zeigt sich fast nie in der .ffentlichkeit,

nicht wahr?.

.Nein. Und er wird offenbar sehr streng bewacht..

Aomame kniff die Augen zusammen. Sie dachte an ihren

Eispick, der tief in einer Schublade in ihrem Kleiderschrank

verborgen lag. An seine t.dliche Spitze. .Sieht nach einem

schwierigen Fall aus., sagte sie.

.Es ist ein ganz besonders schwieriger Fall., sagte die alte

Dame. Sie nahm ihre H.nde von Tsubasas und strich sich

mit den Mittelfingern leicht über die Augenbrauen. Das

war ein Zeichen, dass sie keinen Rat wusste – was nicht

h.ufig vorkam.

.Praktisch stelle ich es mir ziemlich schwierig vor, allein

nach Yamanashi in die Berge zu fahren, mich in die streng

gesicherte Gemeinschaft einzuschleichen, den Leader zu

erledigen und mich dann in aller Ruhe davonzumachen. In

einem Ninja-Film w.re das kein Problem..

.Ich denke nicht daran, so etwas von Ihnen zu verlangen.

Natürlich nicht., sagte die alte Dame in ernstem Ton. Dann

verzog sie die Mundwinkel zu einem leichten L.cheln, als

falle ihr erst jetzt auf, dass es sich um einen Scherz

handelte. .So etwas kommt nicht in Frage..

.über noch etwas mache ich mir Gedanken., sagte

Aomame und sah der alten Dame in die Augen. .Die Little

People. Wer oder was sind sie? Und was haben sie mit

Tsubasa gemacht? Wir brauchen wohl auch noch ein paar

Informationen über diese Little People..

Die Finger der alten Dame ruhten noch immer auf ihren

Augenbrauen. .Darüber habe ich mir auch schon

Gedanken gemacht. Tsubasa spricht kaum, doch die Little

People hat sie wie gesagt mehrmals erw.hnt. Sie müssen

irgendeine herausragende Bedeutung haben. Aber sie sagt

mir nicht, wer oder was diese Little People sind. Sobald ich

Tsubasa auf sie anspreche, schweigt sie hartn.ckig. Geben

Sie mir noch etwas Zeit. Ich versuche mehr

herauszufinden..

.K.nnen Sie auch noch ausführlichere Informationen

über die Vorreiter beschaffen?.

Die alte Dame l.chelte ruhig. .Es gibt nichts auf dieser

Welt, das man mit Geld nicht kaufen kann. Und ich bin –

besonders in dieser Angelegenheit – bereit, eine Menge

Geld hinzulegen. Es kann eine Weile dauern, aber ich

werde die n.tigen Auskünfte ganz sicher bekommen..

O doch, dachte Aomame, es gibt Dinge, die man mit

allem Geld der Welt nicht kaufen kann. Zum Beispiel den

Mond.

Sie wechselte das Thema. .Wollen sie Tsubasa wirklich zu

sich nehmen und gro.ziehen?.

.Natürlich. Ich habe vor, sie offiziell zu adoptieren..

.Es ist Ihnen bestimmt bewusst, aber die gesetzlichen

Formalit.ten sind sicher sehr kompliziert. Vor allem unter

diesen Umst.nden..

.Darauf bin ich selbstverst.ndlich vorbereitet., sagte die

alte Dame. .Ich werde mit allen mir zu Gebote stehenden

Mitteln arbeiten und alles tun, was m.glich ist. Ich werde

Tsubasa niemand anderem überlassen..

In die Stimme der alten Dame mischte sich ein scharfer

Ton. Noch nie hatte sie Aomame gegenüber so viel von

ihren Gefühlen preisgegeben. Das beunruhigte Aomame ein

wenig. Anscheinend erkannte die alte Dame Aomames

Unbehagen an ihrem Gesichtsausdruck.

Sie senkte ihre Stimme und sprach in vertraulichem Ton.

.Ich habe es noch niemals jemandem erz.hlt. Es immer für

mich behalten, weil es mir so schwerfiel, darüber zu

sprechen. Aber zu Ihnen will ich aufrichtig sein. Meine

Tochter war schwanger, als sie sich das Leben genommen

hat. Im sechsten Monat. Wahrscheinlich wollte sie den

kleinen Jungen nicht zur Welt bringen. Also hat sie das

Kind mit sich in den Tod genommen. W.re er geboren

worden, h.tte er jetzt Tsubasas Alter. Ich habe damals

nicht nur einen, sondern zwei Menschen verloren..

.Das tut mir sehr leid., sagte Aomame.

.Haben Sie keine Angst. Meine pers.nlichen Erfahrungen

beeintr.chtigen mein Urteilsverm.gen keineswegs. Ich

werde Sie niemals unn.tig in Gefahr bringen. Auch Sie sind

wie eine geliebte Tochter für mich. Wir sind ja bereits eine

Familie..

Aomame nickte schweigend.

.Es gibt st.rkere Bindungen als Blutsbande., sagte die

alte Dame ruhig.

Aomame nickte noch einmal.

.Dieser Mann muss unter allen Umst.nden

verschwinden., sagte die alte Dame wie zu sich selbst.

Dann sah sie Aomame ins Gesicht. .Wir brauchen

m.glichst rasch eine Gelegenheit, um ihn aus dem Weg zu

r.umen. Bevor er noch jemandem etwas antun kann..

Aomame beobachtete Tsubasa, die ihr gegenübersa.. Ihre

Augen blickten ins Leere. Sie starrte auf einen Punkt im

Raum. Das kleine M.dchen wirkte auf Aomame wie eine

leere, abgeworfene Hülle.

.Aber wir wollen auch nichts überstürzen., sagte die alte

Dame. .Wir müssen .u.erste Geduld üben und sehr

wachsam sein..

Die alte Dame wollte die Kleine zu Bett bringen, und

Aomame lie. sie bei Tsubasa zurück und verlie. allein das

Haus. In dem gro.en Raum im Erdgeschoss sa.en vier

Frauen ins Gespr.ch vertieft um den Tisch. Die Szene

wirkte fast irreal auf Aomame, als w.ren die Frauen Teil

eines fiktiven Gem.ldes, das den Titel .Frauen, die

Geheimnisse teilen. h.tte tragen k.nnen. Auch als

Aomame an ihnen vorbeiging, .nderte sich nichts an

diesem Arrangement.

Vor der Eingangstür bückte sich Aomame und streichelte

die Sch.ferhündin, die glücklich mit dem Schwanz wedelte.

Sie fragte sich, warum der Hund, sooft sie ihm begegnete,

eine so bedingungslose Freude zeigte. Aomame hatte noch

nie in ihrem Leben ein Tier besessen, keinen Hund, keine

Katze, keinen Vogel. Nicht einmal eine Topfpflanze hatte

sie je ihr Eigen genannt. Pl.tzlich fiel es ihr wieder ein, und

sie schaute zum Himmel, der jedoch von einer

gleichm..igen grauen Wolkenschicht bedeckt war, die die

Ankunft der Regenzeit ankündigte. Von den Monden war

nichts zu sehen. Es war eine ruhige, windstille Nacht.

Obwohl das Mondlicht sanft durch die Wolken

schimmerte, konnte sie nicht erkennen, wie viele Monde es

waren.

Auf dem Weg zur U-Bahn-Station kreisten Aomames

Gedanken um die Absonderlichkeit des Daseins. Wenn wir,

wie die alte Dame meint, nicht mehr sind als Transporteure

von Genen, so fragte sie sich, warum müssen dann wohl so

viele Menschen ein so abseitiges Leben führen? W.re das

Ziel der Weitergabe von DNA nicht ausreichend erfüllt,

wenn man um nichts anderes als Lebensunterhalt und

Fortpflanzung bemüht dahinleben würde? Ohne sich

überflüssigen Gedanken hinzugeben? War es für die Gene

ein Vorteil, dass manche Menschen ein so verqueres Leben

führten?

Ein Mann, der Vergnügen daran fand, noch nicht

geschlechtsreifen M.dchen Gewalt anzutun, ein

muskelbepackter schwuler Leibw.chter; tiefgl.ubige

Menschen, die lieber freiwillig starben, als sich einer

Bluttransfusion zu unterziehen; eine im sechsten Monat

schwangere Frau, die sich mit Schlaftabletten vergiftete;

eine Frau, die unliebsame M.nner t.tete, indem sie ihnen

eine spitze Nadel in den Nacken stie.. M.nner, die Frauen

hassten, und Frauen, die M.nner hassten. Welchen Vorteil

brachte es für die Gene, dass solche Menschen existierten?

Dienten sie blo. der Zerstreuung dieser Gene oder doch

einem bestimmten anderen Zweck?

Aomame wusste es nicht. Was sie jedoch wusste, war,

dass sie mittlerweile keine andere Wahl mehr hatte als

dieses Leben. Es gibt keine M.glichkeit, dachte sie, es

gegen ein anderes, neues einzutauschen. Es mag seltsam

sein, es mag schr.g sein, aber es ist mein Leben. Es ist ich.

Wie sch.n w.re es, wenn die alte Dame und Tsubasa

glücklich werden k.nnten, dachte Aomame, w.hrend sie

lief. Wenn sie wirklich glücklich werden k.nnten, würde es

ihr nicht einmal etwas ausmachen, sich für sie zu opfern.

Sie selbst hatte ohnehin keine nennenswerte Zukunft. Aber

wenn sie ehrlich war, konnte sie sich nicht vorstellen, dass

die beiden eines Tages ein friedliches, zufriedenes – oder

zumindest ganz normales – Leben führen k.nnten. Wir

sind mehr oder weniger alle von der gleichen Art, dachte

Aomame. Jede von uns hat im Laufe ihres Lebens zu viel

durchgemacht. Die alte Dame hat recht. Wir sind so etwas

wie eine Familie. Eine gro.e Familie, die einen endlosen

Krieg führt, in der alle besch.digt sind. Unsere

Gemeinsamkeit besteht in unseren seelischen

Verletzungen.

W.hrend Aomame noch über diese Dinge nachdachte,

überkam sie das heftige physische Verlangen nach einem

Mann. Kopfschüttelnd fragte sie sich, wieso in aller Welt

ihr ausgerechnet jetzt nach einem Mann zumute war. Ob

diese Woge des Verlangens von seelischer Anspannung

herrührte, ob es sich um ein natürliches Signal handelte,

das die in ihr gespeicherten Eizellen aussandten, oder ob es

ein Trick ihrer Gene war? Jedenfalls ging das Gefühl

ziemlich tief. .Ich muss es mal wieder richtig krachen

lassen., h.tte Ayumi wohl gesagt. Was sollte Aomame tun?

Sie konnte in die übliche Bar gehen und einen passenden

Mann aufrei.en. Bis Roppongi war es nur eine Station.

Aber sie war zu müde. Au.erdem war sie nicht in einem

Aufzug, in dem man sich einen Mann anlachte.

ungeschminkt, in Turnschuhen und mit einer Sporttasche

aus Plastik in der Hand. Sie würde nach Hause fahren, eine

Flasche Rotwein .ffnen, masturbieren und schlafen. Das

war das Beste. Und sie würde aufh.ren, über den Mond

nachzudenken.

Der Mann, der Aomame von Hiroo bis Jiyugaoka in der

Bahn gegenübersa., war .u.erlich ganz nach ihrem

Geschmack. Etwa Mitte vierzig, ovales Gesicht,

zurückweichender Haaransatz. Auch die Form seines

Kopfes war nicht übel. Er hatte eine gesunde Gesichtsfarbe

und trug eine modische Brille mit schmalem schwarzem

Rahmen. Vernünftig gekleidet war er auch. Er trug ein

leichtes Sommerjackett aus Baumwolle, ein wei.es

Polohemd und braune Slipper. Auf seinem Scho. lag eine

lederne Aktenmappe. Seinem Erscheinungsbild nach war er

ein Angestellter, hatte aber bestimmt keinen bequemen

Job. Er h.tte Verlagslektor oder Architekt in einem kleinen

Architekturbüro sein k.nnen. Vielleicht hatte er auch etwas

mit Mode zu tun. Er war in ein Taschenbuch vertieft.

Aomame wünschte sich, mit ihm irgendwohin zu gehen

und wilden Sex zu haben. Sie stellte sich vor, wie sie den

erigierten Penis des Mannes mit einer Hand fest umschloss.

So fest, dass sie ihm das Blut abdrückte. Und mit der

anderen Hand z.rtlich seine Hoden massierte. Es juckte ihr

in den Fingern, die auf ihren Knien lagen. Ohne es zu

merken, .ffnete und schloss sie ihre H.nde. Ihr Atem ging

schneller, ihre Schultern hoben und senkten sich. Langsam

fuhr sie sich mit der Zungenspitze über die Lippen.

Aber in Jiyugaoka musste sie aussteigen. Ohne zu wissen,

dass er das Objekt erotischer Phantasien geworden war,

blieb der Mann bis wohin auch immer sitzen und las weiter

in seinem Taschenbuch. Er schien die Frau auf dem Platz

gegenüber nicht einmal bemerkt zu haben. Beim

Aussteigen musste Aomame den Impuls unterdrücken, ihm

sein bl.des Taschenbuch aus der Hand zu rei.en.

Um ein Uhr morgens lag Aomame in ihrem Bett. Sie

schlief tief und hatte einen erotischen Traum. In diesem

Traum hatte sie sch.ne Brüste von der Form und Gr..e

von Pampelmusen. Ihre Brustwarzen waren hart und gro..

Sie presste sie gegen den Unterleib eines Mannes. Sie

schlief nackt mit gespreizten Beinen, ihre Kleider lagen auf

dem Boden. Was die schlafende Aomame nicht wusste,

war, dass noch immer die beiden Monde am Himmel

standen. Der gute alte gro.e Mond und der neue kleine.

Tsubasa und die alte Dame waren im selben Raum

eingeschlafen. Tsubasa hatte sich in ihrem neuen karierten

Pyjama ganz klein auf dem Bett zusammengerollt. Die alte

Dame schlief in dem Lehnstuhl daneben. Um ihre Knie war

eine Decke geschlagen. Sie hatte sich eigentlich

zurückziehen wollen, sobald Tsubasa schlief, doch nun war

sie selbst eingeschlafen. In dem Haus, das zurückgesetzt

auf einer Anh.he stand, war tiefe Stille eingekehrt. Nur das

durchdringende Auspuffknattern eines durch entfernte

Stra.en rasenden Motorrads und das Heulen von

Krankenwagensirenen waren gelegentlich zu h.ren. Auch

die Sch.ferhündin schlief zusammengerollt vor der

Eingangstür. Alle Vorh.nge waren zugezogen, aber das

wei.e Licht der Quecksilberlaternen sickerte hindurch. Hin

und wieder riss die Wolkendecke auf, und die beiden

Monde erschienen. Die Weltmeere richteten nun ihre

Gezeitenstr.me nach ihnen.

Tsubasa schlief mit leicht ge.ffnetem Mund, eine Wange

in das Kissen geschmiegt. Sie atmete kaum merklich, und

ihr K.rper war fast bewegungslos. Nur ihre Schultern

zuckten mitunter ein bisschen. Ihr Stirnhaar hing ihr in die

Augen.

Bald .ffnete sich langsam ihr Mund, und nacheinander

krochen die Little People daraus hervor. Sich vorsichtig

umschauend, kamen sie einer nach dem anderen heraus.

Wenn die alte Dame aufgewacht w.re, h.tte sie sie sehen

k.nnen, aber sie schlief tief und fest. So bald würde sie

nicht aufwachen. Die Little People wussten das. Insgesamt

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