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作者: 当前章节:15396 字 更新时间:2026-6-19 08:06

waren es fünf. Als sie aus Tsubasas Mund schlüpften,

hatten sie etwa die Gr..e ihres kleinen Fingers, aber sobald

sie im Freien standen, entfalteten sie sich wie Klappm.bel,

bis sie eine Gr..e von etwa drei.ig Zentimetern erreicht

hatten. Alle trugen die gleiche, merkmalslose Kleidung.

Auch ihre Gesichter wiesen keine Besonderheiten auf,

sodass man sie nicht voneinander unterscheiden konnte.

Sie kletterten vom Bett auf den Boden und zogen einen

Gegenstand von der Gr..e eines Nikuman, eines mit

Fleisch gefüllten Hefeklo.es, hervor. Dann nahmen sie ihn

in ihre Mitte und begannen eifrig daran herumzuhantieren.

Das Ding war wei., dick und elastisch. Die Little People

reckten die Arme in die H.he und spannen mit geübten

Fingern einen wei.en halbtransparenten Faden aus der

Luft, mit dem sie das Ding allm.hlich vergr..erten. Dieser

Faden schien über eine geeignete Klebrigkeit zu verfügen.

Inzwischen hatten die Little People eine K.rpergr..e von

fast sechzig Zentimetern erreicht. Offenbar konnten sie

diese nach Bedarf variieren.

Stumm und emsig arbeiteten die Little People mehrere

Stunden lang. Ihre Zusammenarbeit ging v.llig reibungslos

vonstatten. Tsubasa und die alte Dame schliefen die ganze

Zeit über tief und ohne sich zu bewegen. Auch die anderen

Frauen im Haus lagen in ungew.hnlich tiefem Schlummer.

Die Sch.ferhündin schien zu tr.umen, ein Winseln entrang

sich den Tiefen ihres Unterbewusstseins, und sie w.lzte

sich auf dem Rasen.

Und über allem standen, als h.tten sie sich verabredet,

die beiden Monde und tauchten die Welt in ihr seltsames

Licht.

KAPITEL 20

Tengo

Die armen Giljaken

Tengo konnte nicht einschlafen. Fukaeri lag in seinem

Pyjama im Bett und schlief fest. Er hatte sich auf der Couch

ein einfaches Lager zurechtgemacht (sie war nicht

unbequem, er hielt dort auch h.ufig ein

Mittagsschl.fchen), aber alles Liegen half nicht, er fühlte

sich einfach nicht müde. Also setzte er sich an den

Küchentisch und schrieb weiter an seinem Roman. Das

Textverarbeitungsger.t stand im Schlafzimmer, daher

schrieb er mit Kugelschreiber auf Aufsatzpapier. Er

empfand das nicht als besonders umst.ndlich. Wegen der

gr..eren Geschwindigkeit und seiner Speicherkapazit.t

war das Textverarbeitungsger.t natürlich praktisch, aber

Tengo genoss es, die Zeichen auf diese altmodische Weise

mit der Hand zu Papier zu bringen.

Jedenfalls kam es .u.erst selten vor, dass Tengo mitten in

der Nacht schrieb. Am liebsten arbeitete er, wenn es

drau.en hell war und die Menschen ihrem Tagewerk

nachgingen. Schrieb er jedoch, wenn alles um ihn im

Dunkeln lag und tiefe Stille herrschte, fielen seine Texte

mitunter zu dicht und zu schwer aus. Teile, die er nachts

verfasst hatte, musste er stets am Tag noch einmal

umschreiben. So arbeitete er besser gleich bei Tageslicht.

Doch jetzt, als er seit l.ngerer Zeit wieder einmal nachts

mit seinem Kugelschreiber hantierte, arbeitete sein

Verstand mühelos. Er sprühte vor Ideen, und seine

Geschichte floss frei dahin. Ein Gedanke verband sich auf

ganz natürliche Weise mit dem n.chsten. Kaum einmal

geriet der Fluss ins Stocken, und unabl.ssig glitt die Spitze

des Kugelschreibers mit einem leichten Schaben über das

wei.e Papier. Irgendwann ermüdete Tengos rechte Hand,

und er bewegte die Finger in der Luft wie ein Pianist, der

imagin.re Tonleitern übt. Es ging auf halb eins zu. Drau.en

herrschte eine fast unheimliche Stille. Die Wolken, die den

Himmel über der Stadt wie eine dicke Schicht aus Watte

bedeckten, schienen jedes überflüssige Ger.usch zu

ersticken.

Wieder ergriff er den Stift und reihte die W.rter auf dem

Papier aneinander. Pl.tzlich fiel ihm etwas ein. Morgen war

der Tag, an dem für gew.hnlich seine Freundin kam. Wie

immer freitags gegen elf Uhr vormittags. Davor musste er

Fukaeri noch irgendwie loswerden. Glücklicherweise

benutzte sie kein Parfum, denn seine Freundin h.tte den

Geruch einer anderen Person in seinem Bett sofort

bemerkt. Sie war von Natur aus sehr argw.hnisch und

eifersüchtig. Dass sie selbst hin und wieder mit ihrem

Mann schlief, spielte für sie keine Rolle. Doch Tengo

brauchte nur mit einer anderen Frau auszugehen, und sie

wurde ernsthaft b.se.

.Dass ich mit meinem Mann schlafe, ist etwas v.llig

anderes., hatte sie ihm erkl.rt. .Das geht auf separate

Rechnungen..

.Separat?.

.Das sind zwei ganz verschiedene Posten..

.Du meinst in deinem Gefühlshaushalt?.

.Genau. Die verwendeten K.rperteile sind zwar

dieselben, aber es kommen unterschiedliche Gefühle zum

Einsatz. Als erwachsene Frau besitze ich die F.higkeit zu

trennen. Aber dass du mit einer anderen Frau schl.fst,

kann ich nicht erlauben..

.Das mache ich doch gar nicht., sagte er.

.Auch wenn du mit keiner anderen Sex hast., sagte seine

Freundin, .beleidigt es mich, wenn du allein die

M.glichkeit in Betracht ziehst..

.Allein die M.glichkeit?., fragte Tengo erstaunt.

.Du scheinst weibliche Gefühle nicht zu verstehen. Und

das, obwohl du Romane schreibst..

.Das kommt mir aber ziemlich unfair vor..

.Kann sein. Ich werde es wiedergutmachen., sagte sie.

Und das war nicht gelogen.

Tengo war nicht unglücklich in der Beziehung zu seiner

.lteren Freundin. Sie war keine Sch.nheit im landl.ufigen

Sinne, aber ihr Gesicht hatte etwas entschieden Einmaliges.

Es gab vielleicht sogar Menschen, die es h.sslich fanden.

Aber Tengo hatte es von Anfang an gefallen. Au.erdem gab

es im Bett nicht das Geringste an ihr auszusetzen. Ihrerseits

stellte sie keine gro.en Anforderungen an Tengo. Nur, dass

sie einmal pro Woche drei oder vier Stunden zusammen

verbrachten und miteinander schliefen. Wenn m.glich

zweimal. Und dass er sich keiner anderen Frau n.herte. Im

Grunde war das alles, was sie von ihm verlangte. Sie hing

sehr an ihrer Familie und hatte nicht die Absicht, sie für

Tengo aufzugeben. Es war nur so, dass die sexuelle

Beziehung zu ihrem Mann sie nicht ausreichend

befriedigte. Für beide – sie und Tengo – hielten sich die

Vor- und Nachteile einigerma.en die Waage.

Tengo verspürte kein besonderes Verlangen nach anderen

Frauen. Was er vor allem brauchte, war, ungest.rt Zeit für

sich verbringen zu k.nnen. Regelm..iger

Geschlechtsverkehr war garantiert, also gab es für ihn keine

Veranlassung, nach anderen Frauen Ausschau zu halten. Er

hatte ohnehin kein Interesse, gleichaltrige Frauen

kennenzulernen. Sich zu verlieben, eine feste Beziehung

einzugehen und die Verantwortung anzunehmen, die dies

unweigerlich mit sich brachte, schien ihm nicht

erstrebenswert. Die Entwicklungsphasen einer Beziehung,

die Andeutungen hinsichtlich ihrer M.glichkeiten, die

Erwartungshaltung, die kaum zu vermeidenden Konflikte –

mit all diesen komplizierten Dingen wollte er sich

m.glichst nicht belasten.

Schon die Vorstellung von Verpflichtungen machte Tengo

Angst und lie. ihn zurückschrecken. So hatte er in seinem

bisherigen Leben stets alle verpflichtenden Bindungen

geschickt vermieden. Er lebte allein, frei und ruhig, indem

er sich nicht in komplizierte zwischenmenschliche

Beziehungen verwickeln lie., Einschr.nkungen durch die

Regeln anderer so gut wie m.glich vermied und weder gab

noch nahm. Er war konsequent und bereit, auch damit

verbundene Nachteile in Kauf zu nehmen.

So hatte es Tengo schon früh im Leben zu einer Methode

gemacht, sich unauff.llig zu verhalten. Er bemühte sich

stets, seine F.higkeiten herunterzuspielen, seine

pers.nliche Meinung für sich zu behalten, sich nicht

hervorzutun und sich überhaupt m.glichst im Hintergrund

zu halten. Tengo war von Kindheit an immer auf sich

gestellt gewesen. Aber ein Kind ist nie wirklich unabh.ngig.

Wenn sich ein starker Wind erhob, musste er sich eine

Zuflucht suchen und sich an etwas festklammern, um nicht

davongeweht zu werden. Nie durfte er die Gefahr aus den

Augen verlieren. Wie die Waisenkinder in den Romanen

von Dickens.

Bisher war Tengos Leben einigerma.en günstig verlaufen.

Es war ihm gr..tenteils gelungen, Verpflichtungen aus

dem Weg zu gehen. Ohne an der Universit.t zu bleiben,

eine feste Stelle anzunehmen oder zu heiraten, hatte er

einen Beruf gefunden, der ihm vergleichsweise viel Freiheit

lie.; er hatte eine Sexualpartnerin, die ihn befriedigte (und

kaum Ansprüche stellte), und konnte seine reichlich

vorhandene Zeit auf das Schreiben verwenden. Zu guter

Letzt war er noch zuf.llig seinem literarischen Mentor

Komatsu über den Weg gelaufen, dem er regelm..ige

Auftr.ge verdankte. Von seinen Romanen war zwar noch

keiner erschienen, aber ansonsten gab es in seinem Leben

keine Einschr.nkungen. Er hatte keine Freunde und keine

Freundin, die erwarteten, dass er sich mit ihnen

verabredete. Bisher hatte er mit etwa zehn Frauen

geschlafen. Keine der Beziehungen hatte l.nger gehalten,

doch zumindest war er frei.

Aber seit er das Manuskript von Fukaeris .Die Puppe aus

Luft. in die H.nde bekommen hatte, schien sein friedliches

Leben an einigen Stellen aus den Fugen zu geraten. Zum

einen hatte Komatsu ihn beinahe mit Gewalt in seinen

riskanten Plan hineingezogen. Dann hatte die sch.ne junge

Frau ihn auf eine pers.nliche und wundersame Weise in

seinem Innersten berührt. Seine Arbeit an .Die Puppe aus

Luft. schien einen Wandel in ihm hervorgerufen zu haben,

durch den er nun getrieben wurde, mit nie zuvor

gekanntem Ehrgeiz einen eigenen Roman zu schreiben.

Dies war natürlich ein Wandel zum Besseren. Praktisch

jedoch war damit sein bisheriger selbstgenügsamer

Lebensstil einschneidenden Ver.nderungen unterworfen.

Jedenfalls war morgen Freitag. Seine Freundin würde

kommen. Bis dahin musste er Fukaeri aus dem Haus haben.

Gegen zwei Uhr morgens stand Fukaeri pl.tzlich auf. Sie

.ffnete die Schlafzimmertür und kam im Pyjama in die

Küche. Sie trank ein gro.es Glas Leitungswasser und setzte

sich, w.hrend sie sich die Augen rieb, Tengo gegenüber an

den Küchentisch.

.St.re ich., fragte sie wie üblich ohne fragende

Intonation.

.Nein, du st.rst nicht..

.Was schreiben Sie da..

Tengo klappte seinen Block zu und legte den

Kugelschreiber auf den Tisch.

.Nichts Besonderes., sagte Tengo. .Ich wollte sowieso

allm.hlich Schluss machen..

.Kann ich ein bisschen bei Ihnen sitzen., fragte Fukaeri.

.Aber sicher. Ich trinke einen Schluck Wein. M.chtest du

auch?.

Sie schüttelte den Kopf. Nein, danke, hie. das. .Ich

m.chte eine Weile aufbleiben..

.In Ordnung. Ich bin auch noch nicht müde..

Tengos Pyjama war Fukaeri viel zu gro., und sie hatte

.rmel und Hosenbeine weit hochgekrempelt. Wenn sie

sich nach vorn beugte, konnte er den Ansatz ihrer Brüste

sehen. Beim Anblick von Fukaeri in seinem Schlafanzug fiel

Tengo das Atmen seltsam schwer. Er .ffnete den

Kühlschrank und goss sich den Rest Wein ins Glas, der

noch in der Flasche war.

.Hast du keinen Hunger?., fragte Tengo. Auf dem Weg

zu seiner Wohnung waren die beiden in ein kleines

Restaurant am Bahnhof Koenji eingekehrt und hatten

Spaghetti gegessen. Aber die Portionen waren nicht gro.

gewesen, au.erdem war seither einige Zeit vergangen. .Ich

k.nnte dir ein Sandwich oder eine andere Kleinigkeit

machen..

.Nein. Ich würde lieber lesen, was Sie geschrieben

haben..

.Jetzt gleich?.

.Ja..

Tengo nahm den Kugelschreiber und zwirbelte ihn

zwischen den Fingern. Er wirkte sehr klein in seiner gro.en

Hand. .Ich zeige mein Manuskript niemandem, bevor es

fertig ist. Das bringt Unglück..

.Unglück..

.Ein pers.nlicher Aberglaube..

Fukaeri sah ihn einen Moment lang an und raffte den

Schlafanzug am Kragen zusammen. .Dann lesen Sie mir

etwas anderes vor..

.Kannst du dann besser einschlafen?.

.Ja..

.Professor Ebisuno liest dir wohl oft vor?.

.Der Sensei bleibt immer bis morgens auf..

.Hat er dir auch die Geschichte von den

Heike vorgelesen?.

Fukaeri schüttelte den Kopf. .Die habe ich auf Band

geh.rt..

.Und alles behalten. Aber das müssen ja viele Kassetten

sein, oder?.

Fukaeri zeigte mit beiden H.nden die Menge, die die

Kassetten umfassten. .Sehr viele..

.Welchen Abschnitt hast du auf der Pressekonferenz

zitiert?.

.Die Flucht des Hogan aus der Hauptstadt..

.Die Taira sind geschlagen, aber bei den siegreichen

Minamoto bricht eine Fehde aus und Yoshitsune muss, von

Yoritomo vertrieben, die Hauptstadt verlassen..

.Ja..

.Welche Stellen kannst du noch auswendig?.

.Sagen Sie, was Sie h.ren m.chten..

Tengo versuchte sich an eine der zahlreichen Episoden

der langen Geschichte von den Heike zu erinnern. .Die

Seeschlacht von Dan-no-ura., sagte er aufs Geratewohl.

Schon hatten die Krieger der Genji die Schiffe der Heike

geentert.

Seeleute und Ruderer, von Pfeilen durchbohrt und

Schwertern erschlagen,

vermochten das Schiff nicht zu lenken, weil sie unten im

Schiffsbauch lagen.

Tomomori, Neuer Ratsherr der Mitte, stieg in ein Boot

und betrat des Kaisers Schiff.

.Auf dieser Welt scheint nun das Ende nah. Werft

sogleich ins Meer, was das Auge beleidigen mag., rief er. Er

eilte von hier nach da, fegte, wischte den Schmutz fort und

reinigte das Schiff mit eigener Hand.

Als die Damen fragten: .Herr Mittlerer Rat, sagt an, wie

steht es um die Schlacht?., rief er und lachte rau: .Die

Damen werden die seltene Gelegenheit haben, die

Bekanntschaft einiger M.nner aus dem Osten zu machen..

.Wie k.nnt Ihr in einem Augenblick wie diesem Euren

Spott mit uns treiben!., riefen die Damen.

Eine Nonne im zweiten Rang hatte l.ngst ihren

Entschluss gefasst. Sie legte sich ihre beiden tiefgrauen

Untergew.nder über den Kopf, raffte ihren Rock aus

Glanzseide zu beiden Seiten, klemmte sich die Gebetskette

unter den Arm, gürtete das kostbare heilige Schwert und

hob den kleinen Kaiser in ihre Arme.

.Bin ich auch nur ein Weib, so werde ich dennoch nicht

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