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作者: 当前章节:15363 字 更新时间:2026-6-19 08:06

privaten Unternehmen einen lukrativen Posten zu

ergattern. Also lassen sie von vornherein lieber die Finger

von heiklen F.llen. Man k.nnte sie sich ja verbrennen.

Wahrscheinlich essen die sogar ihre Pizza erst, wenn sie

eiskalt ist. Wenn es ein Opfer g.be, bei dem Spuren

nachzuweisen sind und das eine klare Zeugenaussage vor

Gericht machen k.nnte, s.he die Sache noch einmal anders

aus. Aber das ist schwierig, oder?.

.Ja, wahrscheinlich., sagte Aomame. .Jedenfalls danke

ich dir. Deine Informationen sind sehr hilfreich für mich.

Ich würde mich gern irgendwie revanchieren..

.Mir genügt es, wenn wir beide mal wieder zusammen

nach Roppongi gehen. Und einmal alle l.stigen Dinge

vergessen..

.Machen wir..

.Unbedingt., sagte Ayumi. .Hast du übrigens Interesse

an Fesselspielen?.

.Ich glaube nicht., erwiderte Aomame. Fesselspiele?

.Ach, schade. Na ja., sagte Ayumi ein wenig entt.uscht.

KAPITEL 22

Tengo

Die Zeit vergeht asymmetrisch

Tengo dachte über sein Gehirn nach. Darüber gab es eine

Menge nachzudenken.

Die Gr..e des menschlichen Gehirns hatte sich in den

letzten zweieinhalb Millionen Jahren ungef.hr vervierfacht.

Es machte zwar nur zwei Prozent des menschlichen

K.rpergewichts aus, doch dessen ungeachtet verbrauchte

es ungef.hr vierzig Prozent der gesamten K.rperenergie (so

hatte es in einem Buch gestanden, das er vor kurzem

gelesen hatte). Was der Mensch durch das rasche

Wachstum seines Gehirns erlangte, war die M.glichkeit, in

Zeit und Raum zu denken.

DAS KONZEPT VON ZEIT UND RAUM.

Tengo wusste, dass die Zeit in asymmetrischer Form

voranschritt. Die Zeit an sich war gleichf.rmig, aber sie

verwandelte sich in etwas Asymmetrisches, wenn sie

verbraucht wurde. Manchmal verging sie schrecklich

schwer und langsam, ein anderes Mal wieder leicht und

schnell. In manchen F.llen vertauschten sich Vorher und

Nachher, schlimmstenfalls konnte die Zeit ganz

verschwinden. Oder es wurde etwas hinzugefügt, das gar

nicht da sein sollte. Wahrscheinlich ordnete der Mensch

den Sinn seines Daseins, indem er eigenm.chtig die Zeit

regulierte. Anders ausgedrückt: Indem er die Zeit erfand,

bewahrte er seine geistige Gesundheit. Zweifellos kann der

Mensch es psychisch nicht ertragen, verronnene Zeit

folgerichtig und gleichbleibend akzeptieren zu müssen. Ein

solches Leben würde einer Folter gleichkommen, dachte

Tengo.

Durch die Vergr..erung seines Gehirns gelangte der

Mensch also zu einer Vorstellung von Zeit; zugleich jedoch

eignete er sich eine Methode an, diese zu modifizieren und

zu regulieren. Parallel zur objektiv unabl.ssig

verstreichenden Zeit erzeugte das menschliche Bewusstsein

unabl.ssig subjektiv geregelte Zeit. Das war keine geringe

Leistung. Kein Wunder, dass das Gehirn vierzig Prozent der

gesamten K.rperenergie verbrauchte.

Tengo fragte sich oft, ob die Erinnerung, die er an die Zeit

hatte, als er anderthalb oder h.chstens zwei Jahre alt

gewesen war, der Wahrheit entsprach. Hatte er die Szene,

in der seine Mutter im Unterkleid den Mann, der nicht sein

Vater war, an ihrer Brustwarze saugen lie., wirklich mit

eigenen Augen gesehen? Konnte ein Kleinkind in diesem

Alter so genau unterscheiden? Konnte eine Szene sich ihm

so deutlich und bis ins Detail einpr.gen? Oder handelte es

sich nicht eher um eine gef.lschte Erinnerung, die er sich

sp.ter zurechtgebastelt hatte, um sich zu schützen?

M.glich w.re das. Vielleicht hatte Tengos Gehirn

irgendwann unbewusst die Erinnerung an einen anderen

Mann (der sein wirklicher Vater sein konnte) produziert,

um zu beweisen, dass er nicht das leibliche Kind jenes

Menschen war, der vorgab, sein Vater zu sein – ein

Versuch, den .Menschen, der vorgab, sein Vater zu sein.

aus dem engen Kreis der Blutsverwandtschaft

auszuschlie.en. Vielleicht wollte er sich einen Fluchtweg

aus seinem beschr.nkten, erstickenden Leben schaffen,

indem er eine Mutter, die noch irgendwo am Leben war,

und einen mutma.lichen richtigen Vater erfand.

Dennoch haftete seiner Erinnerung etwas sehr

Lebendiges, Realistisches an. Sie hatte eine Textur, sie hatte

ein Gewicht, sie hatte einen Geruch, sogar Tiefensch.rfe.

Sie klammerte sich mit unglaublicher Z.higkeit an die

W.nde seines Bewusstseins, wie eine Auster an ein

Schiffswrack. Sosehr er sich auch bemühte, sie

abzuschütteln, sie fortzuspülen, er konnte sie sich einfach

nicht aus dem Herzen rei.en. Daher konnte er sich

eigentlich nicht vorstellen, dass sie nur eine F.lschung war,

die sein eigenes Bewusstsein geschaffen hatte. Für ein

fiktives Gebilde war sie einfach zu real, zu massiv.

Also nahm er an, dass es sich um eine echte, tats.chliche

Erinnerung handelte. Er war fast noch ein Baby gewesen

und hatte sich beim Anblick dieser Szene sicher sehr

gefürchtet. Ein fremder Mann saugte an der Brustwarze, die

eigentlich ihm vorbehalten war. Jemand, der viel gr..er

und st.rker war als er. Au.erdem schien seine Mutter ihn,

wenn auch nur für diesen Augenblick, v.llig vergessen zu

haben. Tengo musste sich bis ins Innerste bedroht gefühlt

haben. Vielleicht hatte sich das Bild ihm durch diese

existentielle Angst so unausl.schlich eingebrannt.

Und in unvorhersehbaren Momenten erhob sich die

Erinnerung an diese Furcht wieder in Tengo, brach wie ein

Sturzbach über ihn herein und versetzte ihn in einen

panikartigen Zustand. Die Panik sprach zu ihm und sorgte

dafür, dass er sie nie verga.: Wohin du auch gehst, was du

auch tust, diesem Schwall wirst du nie entrinnen. Diese

Erinnerung wird dein Leben bestimmen, es formen und

dich deiner Bestimmung zuführen. Sosehr du auch dagegen

ank.mpfst, dieser Macht kannst du nicht entfliehen.

Tengo holte den Schlafanzug, den Fukaeri getragen hatte,

aus der Waschmaschine, und als er sein Gesicht darin

verbarg und gierig den Duft einsog, hatte er pl.tzlich das

Gefühl, den Geruch seiner Mutter wahrzunehmen. Aber

warum beschwor der Duft eines siebzehnj.hrigen

M.dchens das Bild seiner verschwundenen Mutter in ihm

herauf? Warum begegnete er ihm nicht woanders? Zum

Beispiel an seiner Freundin?

Tengos Freundin war immerhin zehn Jahre .lter als er,

und sie hatte einen wohlgeformten vollen Busen. Er glich

fast dem seiner Mutter, wie er ihn in seiner Erinnerung sah.

Das wei.e Unterkleid hatte auch ihr gut gestanden. Aber

aus irgendeinem Grund suchte er in ihr nicht das Bild

seiner Mutter. Auch der Duft ihres K.rpers erregte kein

diesbezügliches Interesse in ihm. Einmal w.chentlich stillte

sie ihre Begierde an Tengo und konnte auch ihn (fast

immer) sexuell befriedigen. Das war natürlich nicht

unwichtig, aber darüber hinaus hatte die Beziehung der

beiden kaum eine Bedeutung.

Sie bestimmte den gr..ten Teil ihrer sexuellen

Aktivit.ten. Tengo tat, ohne sich viel dabei zu denken, das,

was sie ihm zeigte. Er brauchte nicht zu entscheiden und

auch nicht zu urteilen. Er musste nur zwei Anforderungen

erfüllen. Sein Penis musste einsatzf.hig sein, und das

Timing seiner Ejakulation musste stimmen. Wenn sie sagte

.Noch nicht. Halt noch ein bisschen durch., hielt er sich

gewissenhaft zurück. Wenn sie ihm dann ins Ohr flüsterte:

.Jetzt, o ja, komm schnell., ejakulierte er punktgenau und

heftig. Dann lobte sie ihn. Streichelte seine Wangen und

sagte: .Ach, Tengo, du bist wunderbar.. Das Streben nach

Pr.zision lag ihm von Natur aus. Dazu geh.rte auch,

korrekte Punkte zu setzen und Formeln für die kürzeste

Distanz zu entdecken.

Mit einer Frau zu schlafen, die jünger war als er, war

wesentlich problematischer. Er musste von Anfang bis Ende

alles bedenken und so vieles entscheiden. Tengo fühlte sich

unwohl, wenn die ganze Verantwortung auf seinen

Schultern lastete. Er kam sich dann vor wie der Kapit.n

eines kleinen Schiffes in stürmischer See. Er musste

steuern, den Zustand der Segel überprüfen und Luftdruck

und Windrichtung im Kopf haben. Er musste Urteile f.llen

und den Seeleuten Mut machen. Ein winziges Vers.umnis

oder ein falscher Handgriff konnten zu einer Katastrophe

führen. So wurde der Geschlechtsverkehr für ihn fast zu

einer Pflichtübung. Vor Aufregung ejakulierte er im

falschen Moment oder wurde nicht richtig hart, wenn er

sollte. Und Selbstzweifel begannen an ihm zu nagen.

Aber bei seiner .lteren Freundin kam es erst gar nicht zu

solchen Diskrepanzen. Sie sch.tzte Tengos F.higkeiten als

Liebhaber hoch ein. Sie lobte und ermutigte ihn immerzu.

Nachdem Tengo dieses einzige Mal zu früh ejakuliert hatte,

vermied sie es geflissentlich, wei.e Unterkleider zu tragen.

Und nicht nur Unterkleider, er sah sie überhaupt nie

wieder in wei.er Unterw.sche.

Auch an diesem Tag trug sie schwarze Unterw.sche. Sie

verw.hnte ihn mit Fellatio, liebkoste seinen harten Penis

und seine weichen Hoden nach allen Regeln der Kunst.

Tengo konnte sehen, wie ihre von dem schwarzen Spitzen-

BH umhüllten Brüste im Takt der Bewegungen ihres

Mundes auf und ab wippten. Um eine verfrühte Ejakulation

zu vermeiden, schloss er die Augen und dachte an die

Giljaken.

.Sie haben kein Gericht und wissen nicht, was

Rechtsprechung bedeutet. Wie schwer es ihnen f.llt, uns zu

verstehen, sieht man beispielsweise daran, dass sie bis jetzt

nicht ganz die Bestimmung von Wegen verstehen. Sogar

dort, wo schon Wege angelegt sind, wandern sie immer

quer durch die Taiga. Man kann oft sehen, wie sie, ihre

Familien und die Hunde sich im G.nsemarsch mühsam

durch das Moor bewegen, und zwar neben dem Weg..

Er stellte sich vor, wie kleine Gruppen von Giljaken in

.rmlicher abgerissener Kleidung im G.nsemarsch mit

Hunden und Frauen neben den vorhandenen Pfaden durch

die Taiga wanderten. In ihrem Konzept von Zeit und Raum

existierten keine Wege. Statt auf den Wegen zu gehen,

stapften sie ungerührt durch die Taiga, auch wenn es

mühsam war. Vielleicht war es auf diese Weise leichter für

sie, den Sinn ihrer Existenz zu bestimmen.

Die armen Giljaken, hatte Fukaeri gesagt. Tengo dachte

an ihr schlafendes Gesicht. Fukaeri in seinem Pyjama, der

viel zu gro. für sie war. Die .rmel und Hosenbeine

hochgekrempelt. Er nahm ihn aus der Waschmaschine und

atmete seinen Duft ein.

Nicht daran denken!, wollte Tengo sich selbst noch

erschrocken zurückhalten. Doch da war es bereits zu sp.t.

Er ejakulierte heftig. Seine Freundin behielt ihn bis zum

Schluss im Mund, dann stand sie auf und ging ins Bad. Er

h.rte, wie sie den Wasserhahn aufdrehte und sich den

Mund ausspülte. Dann kam sie ins Bett zurück, als sei

nichts geschehen.

.Tut mir leid., entschuldigte sich Tengo.

.Es ging eben nicht mehr., sagte die Freundin und

stupste mit der Fingerspitze gegen seine Nase. .Macht

doch nichts. Hat es sich denn so gut angefühlt?.

.Ja, sehr., sagte er. .Ich glaube, in einer Weile kann ich

noch mal..

.Ich freu mich schon., sagte sie und legte ihre Wange auf

Tengos nackte Brust. Sie lag still und mit geschlossenen

Augen da. Er spürte ihren ruhigen Atem auf seiner

Brustwarze. Sie atmete durch die Nase.

.Wei.t du, woran deine Brust mich immer erinnert?.,

fragte sie ihn.

.Nein..

.An ein Burgtor in einem Film von Akira Kurosawa..

.Ein Burgtor., sagte Tengo und streichelte ihren Rücken.

.In einem dieser alten Schwarz-Wei.-Filme, Das Schloss

im Spinnwebwald oder Die verborgene Festung, kommt

doch dieses gro.e massive Tor vor. Ein Tor mit gro.en

Bolzen. Daran muss ich immer denken. Solide und breit..

.Bolzen habe ich aber keine, oder?., sagte Tengo.

.Ist mir bisher nicht aufgefallen..

Nachdem Die Puppe aus Luft als Buch erschienen war,

landete es in der zweiten Woche auf der Belletristik-

Bestsellerliste, in der dritten stand es auf Platz eins. Tengo

verfolgte in den Zeitungen, die im Lehrerzimmer der

Yobiko auslagen, den Weg ihres Romans zum Bestseller. Es

gab auch zwei Anzeigen, in denen das Buch und daneben

ein kleines Foto von Fukaeri abgebildet waren. Der gewisse

enganliegende dünne Sommerpullover, der ihre

wohlgeformten Brüste zur Geltung brachte (wahrscheinlich

war das Foto auf der Pressekonferenz aufgenommen

worden). Das glatte lange Haar, das ihr bis über die

Schultern hing, ihre geheimnisvollen schwarzen Augen

dem Betrachter zugewandt. Ihr Blick schien durch das

Objektiv der Kamera etwas Verborgenes in seinem

Inneren – etwas, dessen er sich selbst für gew.hnlich nicht

bewusst war – vorbehaltlos zu durchschauen. Er war

neutral, aber freundlich. Der unbeirrbare Blick dieses

siebzehnj.hrigen M.dchens durchbrach die Defensive des

Betrachters und weckte zugleich ein leichtes Unbehagen.

Es war nur ein kleines Schwarz-Wei.-Foto, aber allein sein

Anblick würde nicht wenige Menschen veranlassen, das

Buch zu kaufen.

Einige Tage nach dem Erscheinen hatte Komatsu ihm

zwei Exemplare von Die Puppe aus Luft geschickt, aber

Tengo hatte noch nicht einmal hineingesehen. Zum ersten

Mal war ein von ihm geschriebener Text in Buchform

erschienen, aber er hatte keine Lust, darin zu lesen, nicht

einmal flüchtig. Keine Freude wallte angesichts des fertigen

Buches in ihm auf. Auch wenn es seine S.tze waren, so war

es doch Fukaeris Geschichte, die darin erz.hlt wurde. Eine

Geschichte, die sie geschaffen hatte. Seine bescheidene

Rolle als Ghostwriter war l.ngst beendet. Das künftige

Schicksal des Werkes hatte mit Tengo von nun an nichts

mehr zu tun. Zumindest sollte es nichts mehr mit ihm zu

tun haben. Er verstaute die beiden noch eingeschwei.ten

Bücher an einer unauff.lligen Stelle im Regal.

Nach der Nacht, die Fukaeri in seiner Wohnung verbracht

hatte, floss Tengos Leben friedlich dahin, als sei nichts

geschehen. Es regnete oft, was er jedoch kaum beachtete.

Klimafragen rangierten auf Tengos Priorit.tenliste ziemlich

weit unten. Von Fukaeri hatte er nichts mehr geh.rt. Dass

sie sich nicht meldete, hie. vermutlich, dass es keine

nennenswerten Probleme gab.

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