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作者: 当前章节:15380 字 更新时间:2026-6-19 08:06

liefert den fertigen Text zu Fukaeris Rohfassung. Die ideale

Kombination. Du bist der Einzige, der die F.higkeit dazu

besitzt. Deshalb habe ich mich doch die ganze Zeit um dich

gekümmert. Verstehst du? Alles Weitere kannst du mir

überlassen. Mit vereinten Kr.ften ist der Debütpreis ein

Klacks. Das reicht auch, um auf den Akutagawa-Preis zu

zielen. Und auch ich habe meine Zeit in dieser Branche

nicht mü.ig verbracht. Ich wei. genau, wie der Hase l.uft..

Tengo starrte Komatsu mit leicht ge.ffnetem Mund an.

Der legte den Kaffeel.ffel auf die Untertasse zurück. Er

hatte unnatürlich laut gesprochen.

.Und wenn wir den Akutagawa-Preis bekommen? Was

passiert dann?., fragte Tengo, als er sich gefangen hatte.

.Dann sind wir gemachte Leute. Die Mehrzahl der

Menschen auf dieser Welt hat keine Ahnung von der

Qualit.t eines Romans. Aber keiner m.chte zurückbleiben,

jeder m.chte auf der H.he der Zeit sein. Sobald also ein

Buch einen Preis bekommt und überall besprochen wird,

wird es gekauft und gelesen. Umso mehr, wenn die Autorin

eine siebzehnj.hrige Schülerin ist. Wir k.nnten eine Menge

verdienen. Und den Gewinn gerecht durch drei teilen.

Darum werde ich mich kümmern..

.Wie man das Geld aufteilt und so weiter, das ist doch

jetzt egal.. Tengo kr.chzte etwas, weil seine Kehle so

trocken war. .Aber widerspricht so etwas nicht Ihrer

Berufsethik als Redakteur? Wenn das auffliegt, bekommen

Sie Riesenprobleme. Wahrscheinlich werden Sie gefeuert..

.So leicht fliegt das nicht auf. Dagegen kann ich uns

absichern. Und wenn sie mich wirklich feuern, verlasse ich

den Verlag mit Freuden. Ich bin sowieso unbeliebt bei

denen da oben und werde mit ein paar Almosen abgespeist.

Eine neue Stelle kann ich sofort wieder finden. Wei.t du, es

geht mir ja auch gar nicht ums Geld. Was ich will, ist,

diesem ganzen eingebildeten Literaturbetrieb eins

auszuwischen. Ich will diese Bande von Schw.tzern, die in

ihren L.chern sitzen und st.ndig so hochtrabend von der

Botschaft der Literatur schwafeln, die sich selbst

bemitleiden und einander in den Hintern kriechen,

w.hrend sie gleichzeitig am Stuhl des anderen s.gen, mal

so richtig vorführen. Die Kehrseite des Systems blo.legen

und laut darüber lachen. Das wird ein Spa., meinst du

nicht?.

Tengo fand das nicht besonders spa.ig. Eigentlich hatte

er selbst den sogenannten Literaturbetrieb noch nie erlebt.

Dass ein so f.higer Mann wie Komatsu aus derart

kindischen Motiven heraus ein solches Risiko eingehen

wollte, verschlug ihm für einen Augenblick fast die

Sprache.

.Was Sie da vorschlagen, klingt für mich nach einer Art

Betrug..

.Teamwork ist nichts Ungew.hnliches.. Komatsu verzog

das Gesicht. .Bei den meisten Mangas funktioniert das

nicht anders. Ein Team entwickelt eine Idee und erfindet

eine Geschichte, jemand zeichnet sie in Umrissen vor, und

die Assistenten fügen die Details hinzu und malen alles

farbig aus. So, wie in der Fabrik da drüben die Wecker

hergestellt werden. Dafür gibt es auch in der Literatur viele

Beispiele. Zum Beispiel diese Liebesschnulzen. Den

Gro.teil erfinden angestellte Schriftsteller arbeitsteilig

nach von Verlagsseite erstellten Richtlinien. Sonst würden

sie keine Massenproduktion hinbekommen. Weil wir im

gestrengen Reich der hohen Literatur dieses System nicht

offiziell anwenden dürfen, stellen wir aus strategischen

Gründen ein M.dchen namens Fukaeri nach vorn. Wenn

das rauskommt, gibt es vielleicht einen kleinen Skandal.

Aber gegen das Gesetz ist so etwas nicht. Es liegt vielmehr

im Trend der Zeit. Au.erdem reden wir hier nicht von

Balzac oder Murasaki Shikibu. Wir nehmen uns nur den

l.chrigen Text einer Oberschülerin vor und versuchen ein

ordentliches Werk daraus zu machen. Was soll daran

verboten sein? Ist doch prima, wenn das fertige Buch gut ist

und zahlreiche Leser sich daran erfreuen, oder nicht?.

Tengo dachte über Komatsus Erkl.rung nach. .Es gibt

zwei Probleme., sagte er nachdrücklich. .Natürlich sind es

noch viel mehr, aber nehmen wir vorl.ufig mal diese

beiden. Erstens: Wird Fukaeri, die ja die Autorin ist,

.nderungen von anderer Hand akzeptieren? Wenn sie

Nein sagt, kommen wir sowieso keinen Schritt weiter.

Gesetzt den Fall, sie ist einverstanden, stellt sich die zweite

Frage: Wird es mir wirklich gelingen, ihre Geschichte

angemessen zu bearbeiten? So eine Zusammenarbeit kann

h.chst kompliziert sein und funktioniert nicht so leicht,

wie Sie sich das vielleicht vorstellen, Herr Komatsu..

.Du kannst das., sagte Komatsu wie aus der Pistole

geschossen, als habe er diesen Einwand vorausgesehen.

.Daran habe ich keinen Zweifel. Dieser Gedanke ist mir

sofort gekommen, als ich .Die Puppe aus Luft. angefangen

habe. Das muss Tengo bearbeiten, sagte ich mir. Das ist

genau die richtige Geschichte für Tengo. Sie schreit

geradezu danach, von dir redigiert zu werden. Findest du

nicht?.

Tengo schüttelte nur den Kopf. Ihm fehlten die Worte.

.Wir haben keine Eile., sagte Komatsu ruhig. .Die Sache

ist wichtig. Du kannst sie dir zwei oder drei Tage lang

überlegen. Lies .Die Puppe aus Luft. noch einmal. Ich

m.chte, dass du gut über meinen Vorschlag nachdenkst.

Ach ja, und das gebe ich dir auch..

Komatsu zog einen braunen Umschlag aus seinem Jackett

und überreichte ihn Tengo. Es waren zwei gew.hnliche

Farbfotos darin. Beide von einem M.dchen. Das eine zeigte

sie bis zur Brust, das andere ganz. Sie schienen kurz

hintereinander aufgenommen worden zu sein. Sie stand vor

irgendeiner Treppe. Einer breiten Steintreppe. Sie hatte

klassisch sch.ne Züge und langes glattes Haar. Eine wei.e

Bluse. Sie war klein und zierlich. Ihre Lippen l.chelten

bemüht, aber ihre Augen widersetzten sich. Zu ernste

Augen. Augen, die etwas suchten. Tengo schaute eine

Weile zwischen den beiden Bildern hin und her. Er wusste

nicht warum, aber die Fotos erinnerten ihn an sich selbst,

als er in diesem Alter gewesen war. Und er verspürte ein

leichtes Ziehen in der Brust. Es war ein ganz eigener

Schmerz, den er schon l.nger nicht mehr gespürt hatte.

Der Anblick des M.dchens schien ihn aufzuwecken.

.Das ist Fukaeri., sagte Komatsu. .Ziemlich hübsch.

Au.erdem ist sie der adrette Typ. Siebzehn Jahre alt. Nichts

an ihr auszusetzen. Ihr richtiger Name lautet Eriko Fukada.

Aber den geben wir nicht heraus. Wir bleiben bis zum

Schluss bei Fukaeri. Falls sie den Akutagawa-Preis

bekommt, gibt das Gespr.chsstoff, meinst du nicht? Die

Presseleute werden sie umflattern wie Motten das Licht.

Das Buch wird sich von Anfang an verkaufen..

Tengo fragte sich verwundert, wo Komatsu die Fotos wohl

herhatte. Den eingereichten Manuskripten wurden

eigentlich keine Fotografien beigelegt. Aber er entschied

sich, ihn nicht danach zu fragen. Manchmal wollte man

eine Antwort gar nicht wissen.

.Du kannst sie behalten. Vielleicht nutzen sie dir was.,

sagte Komatsu. Tengo steckte die Fotos in den Umschlag

zurück und legte ihn auf das Manuskript von .Die Puppe

aus Luft..

.Ich habe so gut wie keine Ahnung von gesch.ftlichen

Dingen, Herr Komatsu. Aber mit gesundem

Menschenverstand betrachtet, ist das ein ziemlich riskanter

Plan. Hat man eine solche Lüge einmal in die Welt gesetzt,

muss man sie für alle Ewigkeit aufrechterhalten. Man darf

sich nie widersprechen. Aus psychologischer Sicht und

auch in der Praxis dürfte das nicht so leicht sein. Sobald

jemand irgendwo einen Fehler macht, kann das allen

Beteiligten den Hals brechen. Meinen Sie nicht?.

Komatsu zog eine neue Zigarette hervor und steckte sie

an. .Natürlich. Was du sagst, hat Hand und Fu.. Der Plan

ist wirklich riskant. Im Augenblick gibt es noch zu viele

Unsicherheitsfaktoren. Niemand wei., was alles passieren

kann. Wir machen einen Fehler, und damit ist alles

zunichte. Das ist mir klar. Aber jenseits aller Bedenken sagt

mir mein Instinkt: Mach weiter! Eine solche Chance

bekommst du nicht alle Tage. Bisher hatte ich sie jedenfalls

noch nie. Und wahrscheinlich werde ich sie auch nie wieder

haben. Vielleicht ist das kein passender Vergleich, aber wir

haben ein Blatt mit lauter Trümpfen in der Hand und dazu

massenweise Jetons. Alle Voraussetzungen stimmen. Wenn

wir jetzt die Gelegenheit verpassen, werden wir es sp.ter

bereuen..

Schweigend musterte Tengo Komatsu, auf dessen Gesicht

sich ein unheilverkündendes Grinsen ausbreitete.

.Das Wichtigste ist, dass wir alles tun, um .Die Puppe aus

Luft. in eine richtig gut geschriebene Geschichte zu

verwandeln. Dass sie wird, wie sie sein sollte. Hierin liegt

eine gro.e Aufgabe. Jemand muss sich der Sache in

kompetenter Weise annehmen. Das findest du doch im

Grunde deines Herzen auch. Habe ich recht? Wir müssen

dieses Projekt mit vereinten Kr.ften und mit unseren

jeweiligen F.higkeiten in Angriff nehmen. Es ist doch

nichts Anrüchiges dabei, einen Beweggrund zu haben..

.Aber, Herr Komatsu, Sie k.nnen Gründe und

Rechtfertigungen anbringen, soviel Sie wollen, es ist und

bleibt Betrug. Es mag sein, dass ein Beweggrund keine

Schande ist, aber dabei kommt doch nichts heraus. Man

muss hintenrum agieren. Wenn Ihnen das Wort Betrug

nicht passt, dann ist es eben eine unlautere Tat. Selbst

wenn wir damit nicht gegen das Gesetz versto.en, bleibt

noch immer die Frage der Moral. Wenn ein Redakteur ein

Werk dahingehend manipuliert, dass es einen Preis

bekommt, den seine eigene Zeitschrift vergibt, würde man

das im B.rsenjargon ein Insidergesch.ft nennen, oder?.

.Die Literatur kann man nicht mit dem Aktienmarkt

vergleichen. Das ist etwas v.llig anderes..

.In welcher Hinsicht zum Beispiel?.

.Also, beispielsweise l.sst du einen bedeutenden

Umstand au.er Acht., sagte Komatsu. Vergnügt verzog er

den Mund zu nie dagewesener Gr..e und Breite. .Besser

gesagt, du willst ihn nicht sehen. Du hast ja selbst schon

gesagt, dass du es gern machen würdest. Gefühlsm..ig bist

du der Bearbeitung von .Die Puppe aus Luft. gar nicht

abgeneigt. Das wei. ich genau. Risiko und Moral hin oder

her, du sehnst dich geradezu danach, .Die Puppe aus Luft.

jetzt und mit deinen eigenen H.nden zu bearbeiten. Du

kannst es kaum aushalten, so gern m.chtest du selbst

etwas daraus machen. Und genau das ist der Unterschied

zwischen Literatur und Aktienmarkt. In der Literatur gibt

es im Guten wie im Schlechten Beweggründe, die nichts

mit Geld zu tun haben. Am besten gehst du jetzt mal nach

Hause und machst dir deine wahren Gefühle klar. Stell dich

vor den Spiegel und sieh dir selbst genau ins Gesicht. Es

steht deutlich darin geschrieben..

Tengo hatte pl.tzlich das Gefühl, dass die Luft um ihn

herum dünner wurde. Er schaute sich kurz um. War wieder

eine seiner Visionen im Anzug? Nein, das waren nicht die

Symptome. Tengo zog ein Taschentuch hervor und wischte

sich den Schwei. von der Stirn. Wie kam es nur, dass

Komatsu mit dem, was er sagte, immer richtig lag?

KAPITEL 3

Aomame

Einige Dinge, die sich ver.ndert haben

Aomame stieg auf Strümpfen die schmale Treppe

hinunter. Der Wind blies heulend um die offene Treppe.

Ihr Minirock war eng, aber bisweilen fuhr ein heftiger

Windsto. darunter und bl.hte ihn wie das Segel einer

Yacht, sodass sie fast abhob und ins Schwanken geriet. Sie

umklammerte das Gel.nder und stieg Stufe für Stufe

rückw.rts hinunter. Von Zeit zu Zeit blieb sie stehen, um

sich die Haare aus dem Gesicht zu streichen oder den

Riemen ihrer Umh.ngetasche zurechtzurücken.

Unter ihr verlief die Nationalstra.e 246. Das Tosen der

Stadt – Motorenl.rm und Gehupe, Polizeisirenen,

Marschmusik aus einem Propagandawagen

rechtsgerichteter Aktivisten, Schlagbohrer, die irgendwo

Beton zertrümmerten – umgab sie. Es drang in einem

Radius von 360 Grad von oben, von unten und aus allen

Richtungen auf sie ein, segelte tanzend mit dem Wind und

erzeugte in ihr (nicht dass sie es h.ren wollte, aber sie

konnte ihre Ohren ja nicht verschlie.en) allm.hlich eine

übelkeit, die sich fast wie Seekrankheit anfühlte.

Nach einer Weile gelangte sie auf der Treppe an einen

breiten Steg, der zur Autobahn zurückführte. Aomame

stieg weiter geradeaus nach unten.

Gegenüber, von der offenen Treppe durch eine Stra.e

getrennt, stand ein vierst.ckiges kleines Wohnhaus. Es war

ein solides, neues Geb.ude aus braunen Backsteinen. Die

Balkone zeigten in Aomames Richtung, doch alle Fenster

waren fest geschlossen und Vorh.nge oder Rolll.den

zugezogen. Wie konnte man Balkone so positionieren, dass

die Leute die Stadtautobahn direkt vor der Nase hatten? Als

ob dort jemand seine Bettw.sche trocknen oder bei einem

Gin Tonic den abendlichen Verkehrsstau betrachten würde.

Und dennoch waren auf einigen der Balkone W.scheleinen

aus Nylon gespannt. Auf einem standen Gartenstühle und

sogar ein Gummibaum. Er war fast hinüber und verblasst.

Die Bl.tter waren welk und hatten braune Stellen. Aomame

konnte nicht umhin, Mitgefühl für ihn zu empfinden. Sollte

sie einmal wiedergeboren werden, dann blo. nicht als eine

solche Topfpflanze.

Die Treppe schien normalerweise kaum benutzt zu

werden, und überall hatten Spinnen ihre Netze gespannt, in

denen die schwarzen Tierchen hingen und geduldig auf

ihre kleine Beute warteten. Auch für ein Dasein als Spinne

h.tte ihr definitiv die Geduld gefehlt. Ein Lebensstil, zu

dem man keine F.higkeiten brauchte au.er der, ein Netz

zu spannen und reglos darin zu sitzen, war keine

Alternative. Das Leben ging dahin, indem man an einer

Stelle hockte und auf Beute lauerte, schlie.lich

vertrocknete und starb. Es war in ihren Genen angelegt. Die

Spinnen kannten keine Zweifel, keine Verzweiflung und

keine Reue. Metaphysische Fragen und moralische

Bedenken waren ihnen wahrscheinlich fremd. Aber ich

muss es anders machen, dachte Aomame. Ich muss auf

mein Ziel zusteuern, deshalb klettere ich irgendwo in

Sangenjaya allein auf einer bl.den Eisentreppe von der

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