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作者: 当前章节:15389 字 更新时间:2026-6-19 08:06

Tochter. Nur noch jemand, .der vom Glauben abgefallen

war.. Dann war sie ausgezogen.

.Aber es kam nicht zur Penetration?., fragte Aomame.

.Nein., sagte Ayumi. .Solche Schmerzen konnten sie mir

nicht zufügen. So weit sind sie dann doch nicht gegangen..

.Siehst du deinen Bruder und deinen Onkel jetzt noch

manchmal?.

.Als ich die Stelle hatte, bin ich ausgezogen. Inzwischen

sehe ich sie kaum noch. Wir sind verwandt und arbeiten im

gleichen Beruf, da l.sst sich eine Begegnung natürlich nicht

immer vermeiden. Dann wird halt gel.chelt. Ich will auch

nicht, dass es zu einer Szene kommt. Bestimmt haben sie

l.ngst vergessen, was damals passiert ist..

.Vergessen?.

.Die, wei.t du, die k.nnen vergessen., sagte Ayumi.

.Aber ich kann es nicht..

.Natürlich nicht., sagte Aomame.

.Das ist wie bei einem Genozid..

.Genozid?.

.Die, die ihn verübt haben, k.nnen ihre Tat

rationalisieren, indem sie die passenden Theorien

aufstellen, und dann vergessen. Sie k.nnen die Augen von

dem abwenden, was sie nicht sehen wollen. Aber die, denen

es angetan wurde, die k.nnen nicht vergessen. Und nicht

die Augen abwenden. Die Erinnerung wird von den Eltern

an die Kinder weitervererbt. Wei.t du, Aomame, was die

Welt ausmacht, ist der endlose Krieg zwischen einer

Erinnerung und der, die ihr entgegensteht..

.Das stimmt., sagte Aomame. Sie runzelte leicht die

Stirn. .Ein endloser Krieg zwischen einer Erinnerung und

der Erinnerung, die ihr entgegensteht?.

.Ehrlich gesagt, Aomame, dachte ich, dass du .hnliche

Erfahrungen gemacht hast..

.Wie kamst du darauf?.

.Ich kann es nicht genau erkl.ren, aber irgendwie.

Vielleicht kann ein M.dchen, dem so etwas passiert ist, es

in seinem Leben nur noch hin und wieder eine Nacht mit

einem fremden Mann treiben. Und bei dir sah es so aus, als

stünde Wut dahinter. Es scheint, als k.nntest du dir nicht

wie eine ganz normale Frau einen Freund zulegen, dich mit

ihm verabreden, essen gehen und ganz normal mit ihm

schlafen. In meinem Fall ist das so..

.Du meinst, weil du in der Kindheit missbraucht wurdest,

kannst du diese normalen Erfahrungen nicht mehr

machen?.

.Dieses Gefühl habe ich wirklich., sagte Ayumi und

zuckte leicht die Schultern. .Ich habe Angst vor M.nnern.

Das hei.t, ich habe Angst, mich tiefer auf jemanden

einzulassen. Ihn ganz und gar anzunehmen. Ich brauche

nur daran zu denken, und alles verkrampft sich in mir.

Aber allein zu sein ist manchmal auch schwer. Manchmal

sehne ich mich nach den Armen eines Mannes, ich m.chte,

dass er in mich eindringt. So sehr, dass ich es kaum

aushalten kann. Dann versuche ich mein Glück bei v.llig

Unbekannten. Immer..

.Aus Angst?.

.Ja, sie ist gro., glaube ich..

.Diese Art von Angst vor M.nnern habe ich, glaube ich,

nicht., sagte Aomame.

.Hast du überhaupt vor etwas Angst, Aomame?.

.Natürlich., sagte Aomame. .Am meisten vor mir selbst.

Dass ich nicht wei., was ich tue. Dass ich nicht genau wei.,

was ich im Moment gerade tue..

.Und was tust du gerade?.

Aomame betrachtete einen Augenblick das Weinglas in

ihrer Hand. .Wenn ich das wüsste., sagte sie und schaute

auf. .Aber ich wei. es nicht. Ich bin nicht einmal sicher, wo

ich bin und in welchem Jahr..

.Wir haben das Jahr 1984 und sind in Tokio, in Japan..

.Wenn ich das nur mit solcher überzeugung behaupten

k.nnte wie du..

.Du bist ja komisch.. Ayumi lachte. .So offenkundige

Sachverhalte haben doch nichts mit überzeugungen und

Behauptungen zu tun..

.Ich kann dir das jetzt nicht gut erkl.ren, aber für mich

sind das eben keine offenkundigen Sachverhalte..

.Aha., sagte Ayumi interessiert. .Was ich jetzt davon

halten soll, wei. ich nicht, aber egal welches Jahr wir haben

und wo wir sind, du hast zumindest einen Menschen, den

du aus ganzem Herzen liebst. Aus meiner Sicht ist das sehr

beneidenswert. Ich habe so jemanden nicht..

Aomame stellte ihr Glas auf den Tisch und tupfte sich den

Mund mit der Serviette ab. .Vielleicht ist es ja, wie du

sagst. Egal welches Jahr wir haben und wo ich bin, ich

m.chte ihn so gern sehen. So sehr, dass ich sterben k.nnte.

Das ist das Einzige, was ich sicher wei.. Das Einzige, auf

das ich vertraue..

.Wenn du willst, kann ich ja mal in der Polizeikartei

nachschauen? Wenn du mir ein paar Informationen gibst,

k.nnte ich vielleicht rauskriegen, wo er ist und was er

macht..

Aomame schüttelte den Kopf. .Nein, nicht suchen. Bitte

nicht. Wie gesagt, ich m.chte ihm einfach irgendwann

irgendwo begegnen. Ganz durch Zufall, wei.t du. Darauf

werde ich geduldig warten..

.Die unendliche Liebesgeschichte., sagte Ayumi

bewundernd. .Ah, wie ich das liebe – ah, was für ein

Feuer!.

.Aber in der Wirklichkeit tut es richtig weh..

.Das wei. ich doch., sagte Ayumi. Und drückte die

Fingerkuppen leicht gegen die Schl.fen. .Und obwohl du

jemanden liebst, willst du ab und zu mit einem fremden

Mann schlafen..

Aomame klopfte mit dem Nagel an den Rand des dünnen

Weinglases. .Ich brauche das. Um ein Mensch aus Fleisch

und Blut zu bleiben..

.Aber kann deine Liebe dadurch keinen Schaden

nehmen?.

.Es ist wie mit den Begierden im Zentrum des tibetischen

Lebensrads. Wenn das Rad sich dreht, steigen und fallen

die Verdienste und Gefühle, die es von au.en umgeben. Sie

kommen ans Licht oder tauchen ins Dunkel. Aber die

wahre Liebe bewegt sich nicht, sie geh.rt nicht dazu..

.Wunderbar., sagte Ayumi. .Das tibetische Lebensrad..

Und sie trank den restlichen Wein in ihrem Glas aus.

Zwei Tage darauf erhielt Aomame gegen acht Uhr abends

einen Anruf von Tamaru. Wie immer überging er die

Begrü.ung und kam direkt und sehr dienstbeflissen zur

Sache.

.H.ttest du morgen Nachmittag einen Termin frei?.

.Ja, ich habe nichts vor, wann würde es am besten

passen?.

.Wie w.re es mit halb fünf?.

.Ist mir recht., sagte Aomame.

.Gut., sagte Tamaru. Es war zu h.ren, wie er die Zeit in

den Terminkalender eintrug. Er drückte beim Schreiben

stark auf.

.Wie geht es übrigens der kleinen Tsubasa?., fragte

Aomame.

.Allm.hlich besser, glaube ich. Madame besucht sie jeden

Tag und besch.ftigt sich mit ihr. Das Kind hat Vertrauen zu

ihr gefasst..

.Da bin ich froh..

.Ja, das ist gut. Aber es ist auch etwas ziemlich

Unangenehmes passiert..

.Was denn?., fragte Aomame. Sie wusste, wenn Tamaru

.ziemlich. sagte, musste es etwas sehr Unangenehmes

sein.

.Der Hund ist gestorben., sagte Tamaru.

.Du meinst doch nicht Bun?.

.Doch, unsere verrückte Sch.ferhündin, die so gern

Spinat gefressen hat. Es ist gestern Nacht passiert..

Aomame war erstaunt. Der Hund war erst fünf oder sechs

Jahre alt gewesen. .Als ich sie das letzte Mal gesehen habe,

sah sie ganz gesund aus..

.Sie ist auch nicht an einer Krankheit gestorben., sagte

Tamaru tonlos. .Sie wurde in den Morgenstunden

zerfetzt..

.Zerfetzt?.

.Ihre Innereien lagen überall verstreut, als h.tte man sie

in die Luft gesprengt. In alle vier Himmelsrichtungen. Ich

musste die Fleischfetzen einzeln mit Küchenpapier

einsammeln. Der Leichnam sah aus, als w.re das Innerste

nach au.en gekehrt worden. Als h.tte jemand eine starke

Miniaturbombe in den Bauch des Hundes gelegt..

.Das tut mir leid..

.Da kann man nichts machen., sagte Tamaru. .Was

einmal tot ist, wird nicht wieder lebendig. Wir k.nnen

einen anderen Wachhund besorgen. Was mich beunruhigt,

ist nur, wie es passiert ist. Normalerweise w.re das nicht

m.glich gewesen. Eine Bombe am Bauch von Bun zu

befestigen. Wenn ein Fremder ihr zu nahe kam, hat sie

immer gebellt wie ein H.llenhund. Das ging nicht so

einfach..

.Allerdings nicht., sagte Aomame mit rauer Stimme.

.Die Bewohnerinnen des Frauenhauses stehen unter

Schock und sind v.llig ver.ngstigt. Die Frau, die dafür

zust.ndig war, den Hund zu füttern, hat ihn am Morgen

gefunden. Sie musste sich erbrechen, dann hat sie mich

angerufen. Ich habe sie gefragt, ob ihr in der Nacht etwas

Verd.chtiges aufgefallen ist. Nichts. Nicht einmal eine

Explosion war zu h.ren. Bei einem lauten Knall würden

doch alle aufwachen. Gerade weil die Frauen, die dort

leben, so .ngstlich sind. Das hei.t, es war eine lautlose

Explosion. Es hat auch niemand den Hund winseln geh.rt.

Dabei war es eine au.ergew.hnlich ruhige Nacht. Als der

Morgen kam, war das Innere des Hundes nach au.en

gekehrt. Frische Innereien überall versprengt, zur Freude

der Kr.hen in der Nachbarschaft. Aber für mich ist das

natürlich absolut keine erfreuliche Angelegenheit..

.Irgendetwas Sonderbares ist im Gange..

.Zweifellos., sagte Tamaru. .Und wenn mein Gefühl

mich nicht trügt, war das erst der Anfang..

.Hast du die Polizei benachrichtigt?.

.Also wirklich!. Tamaru schnaubte ver.chtlich. .Was soll

die Polizei da schon machen? Das w.re wohl so ziemlich

das Dümmste, was wir tun k.nnten. Es würde alles nur

noch verschlimmern..

.Was sagt Madame?.

.Nichts. Sie hat sich meinen Bericht angeh.rt und nur

genickt., sagte Tamaru. .Ich bin zust.ndig für die Security,

und die Verantwortung liegt bei mir. Von Anfang bis Ende.

Das ist meine Aufgabe..

Einen Moment lang herrschte Schweigen. Es war ein

gewichtiges Schweigen, auf dem seine Verantwortung

lastete.

.Morgen um halb fünf., sagte Aomame.

.Morgen um halb fünf., wiederholte Tamaru. Und legte

behutsam auf.

KAPITEL 24

Tengo

Worin liegt der Sinn einer anderen Welt?

Der Samstag begann mit Regen. Es regnete nicht sehr

heftig, aber anhaltend. Seit es am Vortag um die

Mittagszeit begonnen hatte, hatte es nicht ein einziges Mal

aufgeh.rt. Kaum glaubte man einmal, der Regen würde

allm.hlich nachlassen, wurden die Schauer unversehens

wieder st.rker. Obwohl das Jahr schon so weit

fortgeschritten war, schien die Regenzeit einfach nicht

enden zu wollen. Der Himmel war dunkel und lag wie ein

Deckel auf der von schwerer Feuchtigkeit durchtr.nkten

Erde.

Als Tengo am Vormittag in Regenmantel und Mütze ein

paar Eink.ufe in der Nachbarschaft machen wollte,

entdeckte er, dass in seinem Briefkasten ein dicker

gefütterter brauner Umschlag steckte. Er hatte keinen

Poststempel und war auch nicht frankiert. Seine Adresse

stand auch nicht darauf, ebenso wenig wie ein Absender.

Nur vorn in die Mitte hatte jemand mit kleinen, eckigen

Zeichen .Tengo. geschrieben. Es sah aus wie mit einem

Nagel in trockenen Ton geritzt. Zeichen, die ganz sicher

von Fukaeri stammten. Als er den Umschlag aufriss, fand er

darin eine gesch.ftsm..ig wirkende TDK-Kassette von

sechzig Minuten Laufzeit. Weder ein Brief noch eine Notiz

lagen bei. Es gab auch keine Hülle, und die Kassette hatte

keinen Aufkleber.

Tengo z.gerte, beschloss aber dann, seinen Einkauf zu

verschieben, in seine Wohnung zurückzukehren und sich

die Kassette anzuh.ren. Er hielt sie gegen das Licht und

drehte sie mehrmals um. Ungeachtet ihres geheimnisvollen

Aussehens war sie allem Anschein nach ein ganz

gew.hnliches Massenprodukt. Sie sah auch nicht aus, als

würde sie explodieren, wenn man sie abspielte.

Er zog seinen Regenmantel aus, stellte seinen

Kassettenrekorder auf den Küchentisch und legte die

Kassette ein. Um sich n.tigenfalls Notizen machen zu

k.nnen, legte er Kugelschreiber und Papier bereit.

Nachdem er sich umgeschaut und vergewissert hatte, dass

niemand sonst anwesend war, drückte er die

Wiedergabetaste.

Am Anfang war gar nichts zu h.ren. Die Stille dauerte

eine Weile an. Als er schon fast annahm, dass die Kassette

defekt sei, ert.nte pl.tzlich ein Rumpeln im Hintergrund.

Als würde ein Stuhl über den Boden gezogen werden. Ein

leises R.uspern (oder so etwas .hnliches) ert.nte. Dann

begann auf einmal Fukaeri zu sprechen.

.Lieber Tengo., sagte sie, wie um die Aufnahme zu

testen. Soweit er sich erinnerte, war es das erste Mal, dass

sie ihn bei seinem Namen ansprach.

Sie r.usperte sich noch einmal. Vielleicht war sie

aufgeregt.

Ein Brief w.re vielleicht besser, aber weil ich das nicht so

kann, spreche ich auf Kassette. So f.llt es mir leichter zu

sprechen als am Telefon. Ich wei. nicht, ob das Telefon

abgeh.rt wird. Moment, ich trinke einen Schluck Wasser.

Es war zu h.ren, wie Fukaeri nach einem Glas griff, einen

Schluck nahm und es (wahrscheinlich) wieder auf den

Tisch stellte. Ihre besondere Art, ohne Betonung,

Fragezeichen und Punkte zu sprechen, erweckte auf der

Kassette einen noch ungew.hnlicheren Eindruck als im

Gespr.ch. Man konnte ihn fast als unwirklich bezeichnen.

Allerdings sprach sie auf der Kassette im Gegensatz zum

direkten Gespr.ch mehrere S.tze hintereinander.

Ich habe geh.rt, Sie wissen nicht, wo ich bin. Vielleicht

machen Sie sich Sorgen. Aber es ist alles in Ordnung. Wo

ich jetzt bin, ist es nicht gef.hrlich. Das wollte ich Ihnen

mitteilen. Eigentlich dürfte ich das gar nicht, aber ich

dachte, es w.re besser, es Ihnen zu sagen.

(Zehn Sekunden Schweigen)

Sie haben mir gesagt, ich dürfte es keinem verraten. Dass

ich hier bin. Der Sensei hat mich bei der Polizei als vermisst

gemeldet. Aber die Polizei unternimmt nichts. Dass ein

Kind von zu Hause wegl.uft, ist nichts Ungew.hnliches.

Deshalb werde ich eine Weile hierbleiben.

(Fünfzehn Sekunden Schweigen)

Ich bin weit fort, und solange ich nicht drau.en

herumlaufe, wird mich niemand finden. Es ist sehr weit.

Azami bringt Ihnen diese Kassette vorbei. Es w.re nicht

gut, sie mit der Post zu schicken. Wir müssen sehr

vorsichtig sein. Einen Moment. Ich probiere, ob es

aufgenommen hat.

(Ein Knacken. Kurze Pause. Der Ton war wieder da.)

Alles in Ordnung, es nimmt auf.

(Aus der Ferne ert.nten Kinderstimmen. Und leise Musik.

Wahrscheinlich Ger.usche, die durch ein ge.ffnetes

Fenster drangen. Vielleicht gab es in der N.he einen

Kindergarten.)

Vielen Dank, dass ich neulich bei Ihnen übernachten

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