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作者: 当前章节:15368 字 更新时间:2026-6-19 08:06

.Die Einzelheiten stehen noch nicht fest, aber zumindest

leben zwei der vier M.dchen weiterhin in der Gruppe.,

sagte die alte Dame. .Sie sollen eine Art

Tempeldienerinnen an der Seite des Leaders sein. Die

gew.hnlichen Mitglieder bekommen sie nie zu Gesicht. Ob

diese M.dchen aus freien Stücken geblieben sind, nicht

fliehen konnten oder aus anderen Gründen keine Wahl

hatten, wissen wir nicht. Auch nicht, ob zwischen ihnen

und dem Leader noch immer sexuelle Beziehungen

bestehen. Jedenfalls leben sie mit ihm zusammen. Wie in

einer Familie. Der Wohnbereich des Leaders ist v.llig

abgeschottet, und gew.hnliche Mitglieder haben dort

keinen Zutritt. So vieles liegt noch im Dunkeln..

Das geschliffene Glas auf dem Tisch war inzwischen

beschlagen.

.Eines ist jedoch sicher., fuhr die alte Dame nach einer

kurzen Atempause fort. .Das erste Opfer von den vieren

war die leibliche Tochter des Leaders..

Aomames Gesichtsmuskeln verzerrten sich. Sie wollte

etwas sagen, aber die Worte nahmen keine lautliche Gestalt

an.

.Ja, so ist es. Dieser Mann hat zuerst seiner eigenen

Tochter Gewalt angetan. Vor sieben Jahren, als sie zehn

war., sagte die alte Dame.

über das Haustelefon bat die alte Dame Tamaru, ihnen

eine Flasche Sherry und zwei Gl.ser zu bringen. In der

Zwischenzeit schwiegen die beiden Frauen und ordneten

ihre Gedanken. Tamaru brachte ein Tablett mit einer noch

unge.ffneten Flasche Sherry und zwei eleganten zierlichen

Kristallgl.sern herein. Er stellte alles auf den Tisch und

.ffnete die Flasche mit einer knappen pr.zisen Bewegung,

fast als würde er einem Vogel den Hals umdrehen. Beim

Einschenken gluckerte es ein wenig. Auf das Nicken der

alten Dame verbeugte sich Tamaru und verlie. den Raum.

Wieder hatte er kein einziges Wort gesprochen. Nicht

einmal seine Schritte waren zu h.ren gewesen.

Es liegt nicht nur an dem Hund, dachte Aomame.

Dass das M.dchen (das die alte Dame über alles liebte)

praktisch vor seiner Nase verschwunden war, hatte Tamaru

tief getroffen. Obwohl es, genau genommen, nicht einmal

zu seinem Verantwortungsbereich geh.rte. Er lebte nicht

im Haus, und wenn nichts Au.ergew.hnliches vorlag, ging

er abends in seine zu Fu. etwa zehn Minuten entfernte

Wohnung, wo er auch übernachtete. Der Tod des Hundes

und das Verschwinden des M.dchens hatten sich nachts

und in seiner Abwesenheit ereignet. Keinen der beiden

Vorf.lle h.tte er verhindern k.nnen. Seine Aufgabe bestand

lediglich darin, die alte Dame und die Weidenvilla zu

schützen. Die Sicherheit des Frauenhauses, das sich

au.erhalb der Villa befand, konnte er nicht gew.hrleisten.

Dazu reichten seine Kapazit.ten nicht aus. Dennoch

empfand Tamaru diese Geschehnisse als eine pers.nliche

Niederlage und gegen ihn selbst gerichtete Beleidigung, die

er nicht hinnehmen konnte.

.W.ren Sie bereit, diesen Menschen aus dem Weg zu

r.umen?., fragte die alte Dame.

.Ja., erwiderte Aomame fest.

.Das ist keine leichte Aufgabe., sagte die alte Dame.

.Leicht war natürlich keiner der Auftr.ge, die Sie für mich

erledigt haben. Doch dieses Mal wird es besonders

schwierig. Alles, was ich von meiner Seite aus tun kann,

werde ich tun. Im Augenblick wei. ich nicht einmal,

inwieweit ich Ihre Sicherheit garantieren kann. Diese

Mission ist wesentlich riskanter als die vorangegangenen..

.Das nehme ich in Kauf..

.Es behagt mir gar nicht, Sie einer solchen Gefahr

auszusetzen. Aber wenn ich ehrlich bin, sind unsere

Alternativen in diesem Fall .u.erst begrenzt..

.Macht nichts., sagte Aomame. .Die Welt hat keine

Verwendung für solche M.nner..

Die alte Dame nahm ihr Glas, um an dem Sherry zu

nippen. Wieder ruhte ihr Blick auf den Goldfischen.

.An Sommernachmittagen wie diesem habe ich schon

immer gern einen gut temperierten Sherry getrunken.

Wenn es so warm ist, mag ich nichts ganz Kaltes.

Anschlie.end lege ich mich ein bisschen hin, und

unversehens schlafe ich ein. Wenn ich dann aufwache, ist

es nicht mehr so hei.. Es w.re sch.n, wenn ich einmal auf

diese Weise sterben k.nnte. An einem Sommernachmittag

ein Glas Sherry trinken, mich aufs Sofa legen, einschlafen

und nicht mehr aufwachen..

Auch Aomame nahm ihr Glas und nippte an dem Sherry.

Eigentlich mochte sie dieses Getr.nk nicht besonders. Aber

ein Schluck Alkohol war ihr jetzt sehr willkommen. Anders

als bei dem Eistee nahm sie den Geschmack des Sherrys

intensiv wahr. Er brannte ihr sogar etwas auf der Zunge.

.Ich m.chte eine ehrliche Antwort., sagte die alte Dame.

.Haben Sie Angst vor dem Sterben?.

Aomame musste nicht lange nachdenken. Sie schüttelte

den Kopf. .Eigentlich nicht. Wenn ich an mein Leben

denke ….

Ein flüchtiges L.cheln umspielte die Mundwinkel der

alten Dame. Sie wirkte wieder jünger. Auch in ihre Lippen

war etwas Farbe zurückgekehrt. Vielleicht hatte das

Gespr.ch mit Aomame sie belebt. Oder es war das

Verdienst der kleinen Menge Sherry.

.Aber es gibt doch einen Mann, den Sie lieben?.

.Ja, allerdings geht die Wahrscheinlichkeit gegen null,

dass ich tats.chlich mit ihm zusammenkomme..

Die Augen der alten Dame wurden schmal. .Gibt es einen

konkreten Grund für diese Annahme?.

.Eigentlich nicht., sagte Aomame. .Au.er, dass ich ich

bin..

.Sie haben also nicht die Absicht, von sich aus etwas zu

unternehmen?.

Aomame schüttelte den Kopf. .Das Wichtigste für mich

ist, dass ich ihn liebe..

Die alte Dame musterte Aomame beeindruckt. .Sie sind

ein Mensch von gro.er Entschlossenheit, nicht wahr?.

.Aus Notwendigkeit., sagte Aomame und führte pro

forma ihr Sherryglas an die Lippen. .Nicht, weil es mir

gef.llt..

Eine Weile erfüllte Schweigen den Raum. Der Duft der

Lilien stieg ihr immer mehr zu Kopf, w.hrend die

Goldfische weiter im gebrochenen sommerlichen Licht

herumschwammen.

.Wir k.nnen eine Situation herbeiführen, in der Sie mit

dem Leader allein sind., sagte die alte Dame. .Das wird

nicht ganz leicht, und ich brauche auch Zeit dazu. Aber

letztendlich werde ich es schaffen. Und dann k.nnen Sie

tun, was Sie immer tun. Danach müssen Sie verschwinden.

Wir werden Ihr Gesicht operieren lassen. Ihren Arbeitsplatz

werden Sie natürlich aufgeben und weit fort ziehen. Auch

Ihren Namen werden wir .ndern. Ich muss von Ihnen

verlangen, dass Sie Ihre jetzige Identit.t aufgeben. Ein

anderer Mensch werden. Natürlich werde ich Sie mit einer

entsprechenden Summe entsch.digen. Für alles andere

trage ich die Verantwortung. Würde Ihnen das etwas

ausmachen?.

.Wie gesagt, ich habe nichts zu verlieren. Meine Arbeit,

mein Name, mein gegenw.rtiges Leben hier in Tokio, all

das bedeutet mir nichts. Nein, ich habe keine Einw.nde..

.Auch nicht dagegen, Ihr Gesicht zu ver.ndern?.

.Vielleicht sehe ich dann besser aus als jetzt?.

.Diese M.glichkeit besteht natürlich, wenn Sie es

wünschen., antwortete die alte Dame aufrichtig. .In

gewissen Grenzen k.nnte man Ihr Gesicht Ihren Wünschen

entsprechend gestalten..

.Kann man auch meinen Busen vergr..ern?.

Die alte Dame nickte. .Das ist vielleicht eine gute Idee.

Auch so etwas kann sehr stark ver.ndern..

.Das war ein Scherz., sagte Aomame. Ihr Ausdruck

wurde milder. .Meine Brüste tragen vielleicht nicht gerade

zu meinem Selbstbewusstsein bei, aber von mir aus k.nnen

sie so bleiben. Leicht und bequem zu tragen. Au.erdem

müsste ich mir ja v.llig neue Unterw.sche kaufen..

.Ich würde sie Ihnen kaufen..

.Auch das war ein Scherz., sagte Aomame.

Die alte Dame l.chelte. .Entschuldigen Sie, aber ich bin

nicht daran gew.hnt, dass Sie Scherze machen..

.Ich h.tte nichts gegen eine Sch.nheitsoperation., sagte

Aomame. .Bisher habe ich nie an so etwas gedacht, aber es

gibt auch keinen Grund, abzulehnen. Mein Gesicht hat mir

nie besonders gefallen, und es gibt auch niemand anderen,

der besonders daran h.ngt..

.Sie werden Ihre Freunde verlieren..

.Ich habe niemanden, den ich als Freund bezeichnen

würde., sagte Aomame. Sie musste an Ayumi denken.

Sicher würde es sie traurig machen, wenn Aomame

pl.tzlich verschwinden würde, ohne ihr etwas zu sagen.

Wahrscheinlich h.tte sie das Gefühl, hintergangen worden

zu sein. Andererseits war eine Freundschaft mit Ayumi von

vornherein aussichtslos. Eine Polizistin zur Freundin zu

haben konnte ziemlich gef.hrlich werden.

.Ich hatte zwei Kinder., sagte die alte Dame. .Einen

Jungen und eine drei Jahre jüngere Tochter. Sie ist tot. Ich

hatte Ihnen bereits erz.hlt, dass sie Selbstmord begangen

hat. Meine Beziehung zu meinem Sohn ist aus

verschiedenen Gründen schon seit l.ngerem nicht

besonders gut. Wir sprechen kaum noch miteinander. Ich

habe drei Enkel, die ich schon ewig nicht gesehen habe.

Wenn ich einmal sterbe, werden mein Sohn und seine

Kinder den gr..ten Teil meines Verm.gens erben. So gut

wie automatisch. Testamente besitzen heutzutage nicht

mehr die Gültigkeit, die sie früher hatten. Im Moment kann

ich jedoch noch frei über mein Geld verfügen. Wenn Sie die

auf Sie zukommende Aufgabe gemeistert haben, m.chte

ich Ihnen das meiste davon überschreiben. Bitte

missverstehen Sie mich nicht. Ich habe keineswegs die

Absicht, Sie zu kaufen. Ich will damit nur sagen, dass Sie

für mich wie eine Tochter sind. Es w.re sch.n, wenn Sie es

wirklich w.ren..

Aomame sah die alte Dame ruhig an. Diese stellte ihr

Sherryglas zurück auf den Tisch, als sei es ihr gerade erst

wieder eingefallen. Sie wandte sich um und betrachtete die

prachtvollen Blüten der Lilien. Sie sog ihren schweren Duft

ein und schaute dann wieder Aomame ins Gesicht.

.Wie gesagt hatte ich vor, Tsubasa zu adoptieren. Doch

nun habe ich sie verloren. Ich konnte ihr nicht helfen und

muss mich damit abfinden, dass sie mitten in der Nacht

ganz allein in die Dunkelheit hinausgelaufen ist. Und Sie

werde ich an einen Ort schicken, der so gef.hrlich ist wie

keiner zuvor, obwohl ich es eigentlich nicht will. Leider

sehe ich im Augenblick kein anderes Mittel, unser Ziel zu

erreichen. Und dafür m.chte ich Sie, so gut und konkret

ich es vermag, entsch.digen..

Aomame h.rte wortlos zu. Als die alte Dame schwieg, lie.

sich durch die Glastür das laute Tr.llern eines Vogels

vernehmen. Nachdem er eine Weile gezwitschert hatte, flog

er davon.

.Dieser Mann muss unter allen Umst.nden

beseitigt werden., sagte Aomame. .Das ist im Augenblick

das Wichtigste. Ich danke Ihnen, dass Sie mich mit einer so

wichtigen Aufgabe betrauen. Sie wissen, dass ich mich aus

bestimmten Gründen von meinen Eltern losgesagt habe. Sie

haben mich als Kind im Stich gelassen. Ich musste einen

Weg gehen, auf dem verwandtschaftliche Gefühle keine

Rolle spielten. Musste mich anpassen, um allein zu

überleben. Das war nicht leicht. Manchmal hielt ich mich

für den letzten Abschaum. Fand mich nutzlos und

verdorben. Auch deshalb m.chte ich Ihnen für Ihre Worte

danken. Doch es ist zu sp.t für mich, mein Denken und

meine Lebensweise zu .ndern. Für die kleine Tsubasa ist es

allerdings noch nicht zu sp.t. Sie kann noch gerettet

werden. Bitte, geben Sie nicht so leicht auf. Verlieren Sie

nicht die Hoffnung und holen Sie sie zurück..

Die alte Dame nickte. .Wahrscheinlich habe ich mich

ungeschickt ausgedrückt. Natürlich gebe ich Tsubasa nicht

auf. Ich beabsichtige, sie zurückzuholen, komme, was

wolle. Aber wie Sie sehen, fehlt mir im Augenblick die Kraft

dazu. Durch meine Unf.higkeit, ihr zu helfen, hat mich ein

Gefühl tiefer Ohnmacht ergriffen. Ich brauche Zeit, um

wieder auf die Beine zu kommen. Vielleicht bin ich auch

einfach schon zu alt. Und kann ewig darauf warten, dass ich

meine Kraft zurückgewinne..

Aomame erhob sich vom Sofa und ging zu der alten Dame

hinüber. Sie setzte sich auf eine Lehne des Sessels und

ergriff ihre zierliche, schmale Hand.

.Sie sind eine unglaublich starke Frau., sagte Aomame.

.St.rker als irgendwer sonst. Im Augenblick sind Sie nur

entt.uscht und ersch.pft. Am besten, Sie legen sich hin

und ruhen sich ein bisschen aus. Wenn Sie aufwachen,

werden Sie sich wie neu fühlen..

.Danke.. Die alte Dame erwiderte den Druck von

Aomames Hand. .Wahrscheinlich ist es wirklich besser,

wenn ich ein wenig schlafe..

.Ich mache mich mal auf den Weg., sagte Aomame.

.Wenn ich alles geregelt habe, melde ich mich bei Ihnen.

Meine Habseligkeiten sind ziemlich begrenzt..

.Nehmen Sie nur das N.tigste mit. Falls etwas fehlt, kann

ich es Ihnen sofort beschaffen..

Aomame lie. die Hand der alten Dame los und stand auf.

.Ruhen Sie sich aus. Es wird alles gutgehen..

Die alte Dame nickte. Sie lie. sich im Sessel zurückgleiten

und schloss die Augen. Aomame blickte noch einmal auf

das Goldfischglas auf dem Tisch, atmete den Duft der Lilien

ein und verlie. den Raum mit der hohen Decke.

Im Flur wartete Tamaru auf sie. Inzwischen war es

siebzehn Uhr, aber die Sonne stand noch hoch am Himmel

und hatte kaum etwas von ihrer Kraft eingebü.t. Tamarus

schwarze Cordovan-Schuhe waren wie üblich blank poliert

und gl.nzten im hellen Tageslicht. Hier und da zogen

wei.e Sommerw.lkchen dahin, aber sie hielten sich abseits,

wie um die Sonne nicht zu st.ren. Obwohl die Regenzeit

noch nicht offiziell vorbei war, hielt das sonnige Wetter

nun schon mehrere Tage an und kündigte den

Hochsommer an. Die Zikaden in den B.umen im Garten

zirpten noch ein wenig zurückhaltend, aber auch sie waren

deutliche Vorboten des Sommers. Alles hatte seine übliche

Ordnung. Die Zikaden zirpten, am Himmel zogen die

Wolken dahin, und Tamarus Schuhe waren makellos. Aus

irgendeinem Grund wirkte es erfrischend auf Aomame,

dass die Welt so unver.ndert erhalten war.

.Du, Tamaru?., sagte sie. .Kann ich kurz mit dir reden?

Hast du Zeit?.

.Klar., sagte Tamaru. Sein Ausdruck ver.nderte sich

nicht. .Zeit totzuschlagen ist ein Teil meiner Arbeit.. Er

setzte sich auf einen der Gartenstühle, die direkt vor dem

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