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作者: 当前章节:15371 字 更新时间:2026-6-19 08:06

in der Hand hielt, auf den Tisch. Toshiharu Ushikawa also.

.Ich wei., auch Ihre Zeit ist knapp, Herr Kawana.

Deshalb werde ich ohne Umschweife zur Sache kommen

und mich auf das Wichtigste beschr.nken..

Tengo nickte kurz.

Ushikawa nahm einen Schluck Tee. .Lieber Herr

Kawana., begann er. .Sie haben wahrscheinlich noch nie

etwas von der Stiftung zur F.rderung der neuen

japanischen Wissenschaften und Künste geh.rt. (Tengo

schüttelte den Kopf.) Wir sind eine verh.ltnism..ig junge

Stiftung, und im Zentrum unserer Aktivit.ten steht die

Auswahl und Unterstützung jüngerer Menschen, die

au.ergew.hnliche Leistungen auf den Gebieten der Kunst

und Wissenschaft vollbringen, insbesondere solcher, deren

Namen man in der .ffentlichkeit noch nicht kennt. Kurz

gesagt, es ist unser Ziel, junge Keimlinge aus allen

Bereichen der modernen japanischen Kultur

heranzuziehen, denn auf ihren Schultern wird das

kommende Zeitalter ruhen. Wir haben Kundschafter aus

allen akademischen Bereichen unter Vertrag, die bei der

Auswahl der Kandidaten helfen. Jedes Jahr werden fünf

Künstler und Wissenschaftler für unsere

F.rderungsma.nahmen auserkoren, die dann ein Jahr lang

ein beliebiges Projekt verfolgen dürfen, und zwar so, wie es

ihnen gef.llt. Sie sind an nichts gebunden, au.er dass sie

am Ende dieses Jahres einen Bericht abliefern müssen. Eine

reine Formsache, es genügt, wenn er ganz einfach

geschrieben ist. Er wird in einer Zeitschrift ver.ffentlicht,

die unsere Stiftung herausgibt. Es existieren keine

sonstigen l.stigen Verpflichtungen. Wir haben erst vor

kurzem mit unseren Aktivit.ten begonnen, also wird es

unsere erste bedeutende Aufgabe sein, Leistungen zu

schaffen. Kurz gesagt, wir sind sozusagen noch in der Phase

der Aussaat. Um Ihnen eine konkrete Zahl zu nennen,

unser F.rdergeld betr.gt drei Millionen Yen pro Person

und Jahr..

.Sehr gro.zügig., sagte Tengo.

.Für bedeutende Werke und Entdeckungen braucht man

Zeit und Geld. Es entsteht natürlich nicht

notwendigerweise etwas Au.ergew.hnliches, nur weil man

Zeit und Mittel aufwendet. Schaden tut jedoch keines von

beidem. Besonders Zeit ist Mangelware. Auch jetzt tickt die

Uhr – ticktack. Unaufhaltsam vergeht die Zeit. Und wieder

ist eine Gelegenheit vertan. Aber mit Geld kann man sich

Zeit kaufen. Und damit sogar Freiheit. Zeit und Freiheit

sind die wichtigsten Dinge, die ein Mensch sich mit Geld

kaufen kann..

Unwillkürlich warf Tengo einen Blick auf seine

Armbanduhr. Ticktack – wirklich, die Zeit verging

unabl.ssig.

.Entschuldigen Sie, dass ich Ihre Zeit so lange in

Anspruch nehme., sagte Ushikawa wieder, der das offenbar

für eine demonstrative Geste gehalten hatte. .Ich werde

mich kurz fassen. Natürlich kann man heutzutage mit drei

Millionen Yen im Jahr kein Leben im Luxus führen. Aber

für den Lebensstil eines jungen Menschen genügt diese

Summe durchaus. Unser oberstes Ziel ist, dass junge

Menschen sich, ohne für ihren Lebensunterhalt arbeiten zu

müssen, ein Jahr voll und ganz auf ihre Forschungen oder

ihre Werke konzentrieren k.nnen. Wenn die Direktion bei

der Bewertung am Ende des Jahres anerkennt, dass der

Erfolg die Anforderungen übersteigt, besteht sogar die

M.glichkeit, das Stipendium zu verl.ngern..

Schweigend wartete Tengo darauf, dass er fortfuhr.

.Kürzlich hat man mir gestattet, eine Stunde lang Ihrem

Unterricht zuzuh.ren., sagte Ushikawa. .Es war

hochinteressant. Ich bin, was die Mathematik angeht, ein

blutiger Laie und war schon immer – da gibt es nichts zu

besch.nigen – sehr schlecht in diesem Fach. In der Schule

habe ich den Mathematikunterricht gehasst. Allein bei der

Erw.hnung bin ich zusammengezuckt und habe das Weite

gesucht. Aber Ihr Vortrag, Herr Kawana, war h.chst

unterhaltsam. Selbstverst.ndlich verstehe ich nicht das

Geringste von Infinitesimalrechnung. Doch allein beim

Zuh.ren entstand in mir der Wunsch, mich von nun an mit

Mathematik zu besch.ftigen, weil sie ein so interessantes

Gebiet ist. Kompliment, Herr Kawana! Sie verfügen über

eine au.ergew.hnliche Begabung – die F.higkeit,

Menschen mitzurei.en. Wie man mir sagte, erfreuen Sie

sich wachsender Beliebtheit an Ihrer Schule, aber das ist ja

kein Wunder..

Wo und wann Ushikawa seinen Unterricht belauscht

haben konnte, war Tengo unklar. Er behielt stets sehr

genau im Auge, wer sich in seiner Klasse aufhielt, und so

kannte er alle seine Schüler natürlich ganz genau. Eine

bizarre Gestalt wie Ushikawa h.tte er gewiss nicht

übersehen. Er w.re ihm aufgefallen wie ein Tausendfü.ler

in einer Zuckerdose. Dennoch beschloss er, die Sache nicht

weiter zu verfolgen, um eine lange Geschichte nicht noch

l.nger zu machen.

.Wie Sie wissen, bin ich nur Lehrer und arbeite

freiberuflich., sagte Tengo von sich aus, um wenigstens ein

bisschen Zeit zu sparen. .Ich betreibe keine Forschung auf

dem Gebiet der Mathematik. Alles, was ich tue, ist,

Schülern auf m.glichst interessante, leicht verst.ndliche

Art zu erkl.ren, wie sie das Wissen, über das sie bereits

verfügen, erweitern k.nnen. Ich bringe ihnen nur bei, wie

sie die Aufgaben bei den Aufnahmeprüfungen für die

Universit.t zu l.sen haben. Den Gedanken an eine

Laufbahn als Fachwissenschaftler habe ich schon vor langer

Zeit aufgegeben. Ich hatte weder die finanziellen Mittel

noch die F.higkeit, es auf akademischem Gebiet zu etwas

zu bringen. Darum, Herr Ushikawa, kann ich Ihnen in

keiner Weise dienlich sein..

Ushikawa hob wieder beide H.nde, die Handfl.chen

Tengo zugewandt. .Aber nein, darum geht es doch gar

nicht. Wahrscheinlich habe ich wieder alles zu kompliziert

gemacht. Meine Schuld. Ihr Mathematikunterricht ist

durchaus interessant. Einmalig und originell. Aber deshalb

bin ich heute nicht hier. Es ist Ihre Arbeit als Schriftsteller,

auf die sich unser Augenmerk richtet, Herr Kawana..

Tengo war verblüfft.

.Meine Arbeit als Schriftsteller?., wiederholte er,

nachdem es ihm für mehrere Sekunden die Sprache

verschlagen hatte.

.Genau..

.Ich wei. nicht, was Sie meinen. Ich schreibe tats.chlich

seit einigen Jahren. Aber bisher ist noch nie etwas von mir

gedruckt und ver.ffentlicht worden. So jemanden kann

man doch nicht als Schriftsteller bezeichnen. Wie sind Sie

denn überhaupt auf mich gekommen?.

Ushikawa beobachtete Tengos Reaktion mit einem

breiten, beglückten Grinsen. Dabei fletschte er seine

scheu.lichen Z.hne, die in jede nur erdenkliche Richtung

ragten und an denen alles M.gliche h.ngengeblieben war,

wie an einer Strandpalisade, die einige Tage zuvor eine

Sturmflut überspült hatte. Inzwischen war es wohl

ausgeschlossen, sein Gebiss noch zu korrigieren. Aber es

h.tte ihm wenigstens jemand zeigen sollen, wie man sich

die Z.hne putzt.

.Wissen Sie, das ist der einzigartige Knackpunkt unserer

Stiftung., sagte Ushikawa stolz. .Die bei uns unter Vertrag

stehenden Kundschafter richten ihr Augenmerk auf

Menschen, die noch nicht im Rampenlicht stehen. Das ist

eines unserer Ziele. Es ist, wie Sie sagen, Herr Kawana,

noch keines Ihrer Werke wurde ver.ffentlicht. Das wissen

wir. Aber Sie haben sich bisher jedes Jahr unter einem

Pseudonym um den Debütpreis einer Zeitschrift für

Literatur und Kunst beworben. Sie haben ihn zwar noch

nicht erhalten, sind jedoch mehrmals in die Endauswahl

gelangt. Natürlich haben nur wenige Personen dies

überhaupt zur Kenntnis genommen. Aber einige dieser

wenigen haben Ihre Begabung erkannt. Nach Einsch.tzung

unserer Kundschafter werden Sie den Preis zweifellos

irgendwann in n.chster Zeit erhalten und als Autor

debütieren. Wir kaufen die Zukunft – pardon, die

Wortwahl ist etwas missglückt, aber unser oberstes Ziel ist

es, wie ich schon sagte, .junge Keime heranzuziehen, auf

deren Schultern das kommende Zeitalter ruht...

Tengo nahm seinen Becher und trank von dem schon

etwas abgekühlten grünen Tee. .Als angehender

Schriftsteller bin ich also ein Kandidat für Ihr

F.rderprogramm. Verstehe ich Sie richtig?.

.Genau. Sagen Sie ruhig Kandidat, auch wenn die Sache

schon so gut wie beschlossen ist. Sollten Sie zustimmen,

bin ich befugt, alles N.tige in die Wege zu leiten. Sobald

Sie unterschrieben haben, werden Ihnen drei Millionen Yen

überwiesen. Dann k.nnten Sie sich für ein halbes oder ein

ganzes Jahr beurlauben lassen, um sich ganz Ihrer

schriftstellerischen T.tigkeit zu widmen. Wie ich h.re,

schreiben Sie gegenw.rtig an einem Roman. W.re das nicht

genau die richtige Gelegenheit?.

Tengo runzelte die Stirn. .Woher wissen Sie, dass ich an

einem Roman schreibe?.

Ushikawa bleckte wieder die Z.hne und lachte. Bei

genauerem Hinsehen war jedoch zu erkennen, dass seine

Augen nicht mitlachten. In ihnen glomm ein kaltes Licht.

.Unsere Kundschafter sind flei.ig und tüchtig. Sie w.hlen

mehrere Kandidaten und durchleuchten sie von allen

m.glichen Seiten. Dass Sie gerade an einem Roman

schreiben, wissen sicher mehrere Menschen in Ihrem

Umfeld. Irgendetwas sickert immer durch..

Komatsu wusste, dass Tengo an einem Roman schrieb.

Seine Freundin wusste es. Gab es sonst noch jemanden?

Wahrscheinlich nicht.

.Ich h.tte einige Fragen zu Ihrer Stiftung., sagte Tengo.

.Nur zu. Fragen Sie, was Sie m.chten..

.Woher stammt das für die F.rderung bereitgestellte

Kapital?.

.Eine gewisse Pers.nlichkeit stellt es zur Verfügung. Man

k.nnte auch sagen, eine K.rperschaft, die sich im Besitz

dieser Person befindet. Konkret ist damit eigentlich alles

gesagt. Abgesehen von der Steuerersparnis, die natürlich

eine Rolle spielt, hat die betreffende Person auch ein

profundes Interesse an Wissenschaft und Kunst, verbunden

mit dem innigen Wunsch, die junge Generation zu f.rdern.

Genaueres kann ich Ihnen an dieser Stelle nicht sagen. Die

bewusste Person m.chte ihre eigene sowie die Anonymit.t

der K.rperschaft gewahrt sehen. Die Verwaltung ist

Aufgabe des Stiftungskomitees, in dem ich

selbstverst.ndlich ebenfalls Mitglied bin..

Tengo überlegte einen Moment. Aber viel nachzudenken

gab es da nicht. Er brauchte nur das, was Ushikawa gesagt

hatte, aneinanderzureihen.

.Darf ich rauchen?., fragte Ushikawa.

.Bitte., sagte Tengo und schob ihm einen schweren

Glasaschenbecher zu.

Ushikawa zog ein P.ckchen Seven Stars aus seiner

Jackentasche, steckte sich eine in den Mund und zündete

sie mit einem schlanken goldenen Feuerzeug an. Es sah

wertvoll aus.

.Nun, Herr Kawana?., sagte Ushikawa. .Werden Sie

unsere Unterstützung annehmen? Ehrlich gesagt h.tte ich

pers.nlich, nachdem ich Zeuge Ihres unterhaltsamen

Unterrichts sein durfte, gro.es Interesse daran, Ihre

künftige literarische Laufbahn zu verfolgen..

.Ich bin Ihnen sehr dankbar für Ihr Angebot., sagte

Tengo. .Eine unverdiente Ehre. Leider kann ich es nicht

annehmen..

Ushikawa musterte Tengo mit zusammengekniffenen

Augen. Von der Zigarette, die er zwischen den Fingern

hielt, stieg Rauch auf. .Und wieso nicht?.

.Erstens m.chte ich von niemandem, den ich nicht sehr

gut kenne, Geld annehmen. Zweitens brauche ich im

Augenblick auch gar keins. Mit meinen drei Tagen

Unterricht in der Woche habe ich genug Zeit, mich auf das

Schreiben zu konzentrieren. Ich komme eigentlich sehr gut

zurecht und würde meinen Lebensstil nur ungern .ndern.

Das sind zwei meiner Gründe..

Und drittens, Herr Ushikawa, habe ich nicht die geringste

Lust, pers.nlich mit Ihnen zu tun zu haben. Und viertens

stinkt diese ganze Stipendiumssache zum Himmel. Zu

sch.n, um wahr zu sein. Da steckt doch irgendwas

dahinter. Ich mag ja etwas weltfremd sein, aber Betrug

kann ich trotzdem wittern. Diese Gedanken behielt Tengo

natürlich für sich.

.Aha., sagte Ushikawa. Er sog den Rauch tief in seine

Lunge ein und stie. ihn mit sichtlichem Genuss wieder aus.

.Ich kann Sie sehr gut verstehen, Herr Kawana. Was Sie

sagen, ist durchaus vernünftig. Aber sehen Sie, wir

brauchen ja nichts übers Knie zu brechen. Wie w.re es,

wenn Sie erst mal nach Hause gingen und sich die Sache

zwei, drei Tage gründlich durch den Kopf gehen lie.en?

Dann k.nnen Sie in aller Ruhe Ihre Entscheidung treffen.

Wir haben es nicht eilig. Lassen Sie sich Zeit, denken Sie

ruhig nach. Es ist nicht zu Ihrem Nachteil..

Tengo schüttelte brüsk den Kopf. .Es ist sehr freundlich

von Ihnen, mir Bedenkzeit zu gew.hren, aber es ist mir

lieber, hier und jetzt eine klare Entscheidung zu treffen. So

vermeiden wir es, gegenseitig unsere Zeit zu vergeuden.

Dass Sie mich als Kandidat für Ihr F.rderprogramm

ausgew.hlt haben, ist mir wirklich eine Ehre. Und es tut

mir leid, dass Sie sich umsonst herbemüht haben. Aber

bitte lassen Sie es jetzt gut sein. Mein Entschluss ist

endgültig, ich werde es mir auf keinen Fall anders

überlegen..

Ushikawa nickte mehrmals sichtlich entt.uscht und

drückte die Zigarette, an der er nur zweimal gezogen hatte,

im Aschenbecher aus.

.In Ordnung. Ich verstehe Ihre Haltung und respektiere

Ihre Entscheidung. Ich habe Ihre Zeit über Gebühr in

Anspruch genommen. Nun muss ich wohl leider aufgeben

und den Rückzug antreten..

Dennoch machte Ushikawa keinerlei Anstalten,

aufzustehen. Stattdessen kratzte er sich ger.uschvoll am

Hinterkopf und blinzelte.

.Nur, Herr Kawana, vielleicht sind Sie sich selbst dessen

nicht bewusst, aber Sie haben eine vielversprechende

Zukunft als Autor vor sich. Sie haben Talent. Mathematik

und Literatur m.gen vielleicht nicht in einem

unmittelbaren Zusammenhang stehen, aber selbst bei

Ihrem Mathematikunterricht hat man den Eindruck, einer

Geschichte zuzuh.ren. Das beherrscht nicht jeder so ohne

Weiteres. Sie haben etwas zu erz.hlen. Das ist

offenkundig – selbst für jemanden wie mich. Deshalb

müssen Sie unbedingt besser auf sich achten. Vielleicht

mache ich mir unn.tige Sorgen, aber Sie sollten lieber

entschlossen und geradeaus Ihren eigenen Weg gehen,

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