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作者: 当前章节:15368 字 更新时间:2026-6-19 08:06

ohne sich mit überflüssigen Dingen abzugeben..

.Was für überflüssige Dinge?., fragte Tengo.

.Zum Beispiel scheinen Sie in einer gewissen Beziehung

zu Eriko Fukada zu stehen, der Verfasserin von Die Puppe

aus Luft. Zumindest haben Sie sich schon mehrmals mit ihr

getroffen. Das stimmt doch, nicht wahr? Und den heutigen

Zeitungen zufolge – ich habe es gerade zuf.llig gelesen –

soll sie verschwunden sein. Die Medien werden sicher bald

ein gro.es Tamtam veranstalten. So etwas ist ein

gefundenes Fressen für die Klatschpresse..

.Was geht es Sie an, ob ich mich mit Eriko Fukada

treffe?.

Ushikawa zeigte Tengo wieder seine Handfl.chen. Er

hatte kleine H.nde, und seine Finger glichen prallen

Würstchen. .Bitte, bitte, regen Sie sich nicht auf. Ich habe

es doch nicht b.se gemeint. Ich will ja nur sagen, es bringt

nichts, wenn Sie Ihre Zeit und Ihr Talent verkaufen, um

Ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Es steht mir

wahrscheinlich nicht zu, aber ich m.chte nicht mit

ansehen, wie ein ausgezeichnetes Talent wie das Ihre, Herr

Kawana, ein ungeschliffener Diamant sozusagen, solchen

Banalit.ten geopfert wird und Schaden nimmt. Sollte die

Sache zwischen Ihnen und Frau Fukada an die

.ffentlichkeit gelangen, wird man auch Sie aufsuchen. Und

das kann unangenehme Folgen haben. Man wird

ausspionieren, was ist und was nicht ist. Denn Journalisten

sind eine hartn.ckige Bande..

Tengo sah Ushikawa stumm ins Gesicht. Dieser kniff die

Augen zusammen und rieb sich ein für die geringe Gr..e

seiner Ohren überdimensionales Ohrl.ppchen. Der

K.rperbau dieses Menschen war in jeder Hinsicht ein

ermüdender Anblick.

.Nein, nein, aus meinem Mund erf.hrt niemand etwas.,

versicherte Ushikawa und machte eine Geste, als würde er

seinen Mund mit einem Rei.verschluss zuziehen. .Das

verspreche ich Ihnen. Schauen Sie, meine Lippen sind

versiegelt. Man k.nnte mich direkt als Inkarnation einer

Venusmuschel bezeichnen, so verschlossen bin ich. Ich

bewahre alles fest in meiner Brust. Aus pers.nlicher

Sympathie für Sie, Herr Kawana..

Bei diesen Worten erhob sich Ushikawa endlich von

seinem Sessel und versuchte mehrmals, wenn auch

erfolglos, seinen zerknitterten Anzug glattzustreichen. Er

zog damit nur unn.tige Aufmerksamkeit auf sich.

.Sollten Sie Ihre Meinung wegen des Stipendiums noch

.ndern, rufen Sie bitte jederzeit die Nummer auf der

Visitenkarte an. Wenn nicht in diesem Jahr, dann vielleicht

im n.chsten. Sie haben Zeit.. Er lie. seine beiden

Zeigefinger umeinander kreisen, eine Geste, die wohl

zeigen sollte, wie die Erde sich um die Sonne drehte. .Wir

haben keine Eile. Zumindest hatte ich Gelegenheit, Sie

kennenzulernen, mit Ihnen zu sprechen und Ihnen unsere

Botschaft zu überbringen..

Ushikawa l.chelte noch einmal freundlich, und nachdem

er eine Sekunde beinahe ostentativ seine schadhaften

Z.hne gezeigt hatte, machte er kehrt und verlie. den

Empfangsraum.

Bis zum Beginn seiner n.chsten Stunde rief Tengo sich

alles, was Ushikawa gesagt hatte, noch einmal genau ins

Ged.chtnis. Der Mann schien zu wissen, dass Tengo an der

Produktion von Die Puppe aus Luft beteiligt war. Die Art,

in der er sich ausgedrückt hatte, legte es nahe. ES BRINGT

NICHTS, WENN SIE IHRE ZEIT UND IHR TALENT

VERKAUFEN, UM SICH IHREN LEBENSUNTERHALT ZU

VERDIENEN, hatte er bedeutungsvoll gesagt.

Wir wissen Bescheid – das war wohl die Botschaft, die

man ihm schickte.

ZUMINDEST HATTE ICH GELEGENHEIT, SIE

KENNENZULERNEN, MIT IHNEN ZU SPRECHEN UND

IHNEN UNSERE BOTSCHAFT ZU üBERBRINGEN.

Ob jemand Ushikawa eigens mit einem einj.hrigen

.F.rdergeld. von drei Millionen Yen zu Tengo geschickt

hatte, nur um ihm diese Botschaft zu übermitteln? Das

ergab keinen Sinn. Warum sollte jemand sich deshalb eine

so komplizierte Geschichte ausdenken? Wer auch immer es

war, sie kannten seine Schwachstelle. Wenn sie Tengo also

drohen wollten, h.tten sie von Anfang an die Fakten auf

den Tisch legen k.nnen. Oder ob dieses .F.rdergeld. ein

Versuch war, Tengo zu bestechen? Jedenfalls war das Ganze

nur Theater. Und wer waren überhaupt sie? Ob diese

Stiftung in irgendeiner Beziehung zu den Vorreitern stand?

Gab es den Verein überhaupt?

Tengo nahm Ushikawas Visitenkarte und ging damit ins

Sekretariat. .Ich h.tte noch eine Bitte., sagte er.

.Ja?. Die Sekret.rin hob auf ihrem Stuhl sitzend den

Kopf.

.Würden Sie diese Nummer anrufen und sich

erkundigen, ob es dort eine gewisse Stiftung zur F.rderung

neuer japanischer Wissenschaften und Künste gibt? Und

fragen, ob Herr Direktor Ushikawa im Haus ist? Man wird

Ihnen sagen, er sei nicht da, und es w.re nett, wenn Sie

fragen k.nnten, gegen wie viel Uhr er wieder zurück ist.

Sollte man Sie nach Ihrem Namen fragen, weichen Sie aus.

Ich würde es selbst machen, aber ich m.chte nicht, dass

meine Stimme erkannt wird..

Die Sekret.rin tippte die Nummer ein, auf der anderen

Seite wurde abgehoben, und jemand meldete sich

vorschriftsm..ig. Es folgte ein kurzes, dienstliches

Gespr.ch von Profi zu Profi.

.Also: Es gibt dort tats.chlich eine Stiftung zur F.rderung

neuer japanischer Wissenschaften und Künste. Eine Frau

vom Empfang war am Apparat. Sie war h.chstens Mitte

zwanzig. Alles ziemlich normal. Auch ein Mann namens

Ushikawa arbeitet wirklich dort. Er wird gegen halb vier im

Büro zurückerwartet. Nach meinem Namen hat sie nicht

gefragt. Ich an ihrer Stelle h.tte das natürlich getan..

.Natürlich., sagte Tengo. .Haben Sie vielen Dank..

.Gern geschehen., sagte sie, indem sie ihm Ushikawas

Visitenkarte zurückgab. .Der vorhin hier war, war das Herr

Ushikawa?.

.Ja..

.Ich habe ihn ja nur kurz gesehen, aber er machte einen

ziemlich unangenehmen Eindruck auf mich..

Tengo verstaute die Visitenkarte in seinem Portemonnaie.

.Er h.tte sicher auch bei l.ngerem Hinsehen nicht

gewonnen..

.Normalerweise hüte ich mich davor, jemanden nach

seiner .u.eren Erscheinung zu beurteilen. Ich habe mich

dabei schon .fter get.uscht und es sp.ter bereut. Aber bei

diesem Menschen hatte ich auf den ersten Blick das Gefühl,

dass man ihm nicht trauen kann. Das finde ich noch

immer..

.Da sind Sie nicht die Einzige., sagte Tengo.

.Da bin ich nicht die Einzige., wiederholte sie, als wolle

sie sich der Korrektheit seiner Syntax vergewissern.

.Ihre Jacke ist ausgesprochen hübsch., sagte Tengo. Es

war kein Kompliment, mit dem er sich bei ihr

einschmeicheln wollte, sondern seine aufrichtige Meinung.

Nach Ushikawas zerknittertem billigem Anzug erschien

ihm ihre elegant geschnittene Leinenjacke wie ein edles

Gewand, das an einem windstillen Nachmittag vom

Himmel geschwebt war.

.Danke., sagte sie.

.Aber wenn sich am Telefon jemand meldet, muss das ja

nicht unbedingt hei.en, dass die Stiftung zur F.rderung

neuer japanischer Wissenschaften und Künste auch

wirklich real ist., sagte Tengo.

.Da haben Sie recht. Allerdings w.re das ein ziemlich

aufwendiges T.uschungsman.ver, finden Sie nicht? Eigens

ein Telefon einzurichten und eine Telefonistin zu

engagieren. Wie in Der Clou. Warum sollte sich jemand so

viel Mühe machen? Verzeihen Sie, wenn ich das sage, aber

Sie sehen nicht gerade aus, als w.re bei Ihnen viel zu

holen..

.Das stimmt, ich habe nichts., sagte Tengo. .Mein

einziger Besitz ist meine Seele..

.Wie in dieser Geschichte mit Mephisto., sagte sie.

.Vielleicht sollte ich mal zu dieser Adresse hingehen und

nachschauen, ob es dort tats.chlich ein Büro gibt..

.Wenn Sie es herausgefunden haben, erz.hlen Sie es mir,

ja?., sagte sie, w.hrend sie mit zusammengekniffenen

Augen ihren Nagellack inspizierte.

Die Stiftung zur F.rderung neuer japanischer

Wissenschaften und Künste existierte tats.chlich. Nach

Unterrichtsschluss fuhr Tengo mit der Bahn bis Yotsuya

und ging von dort aus zu Fu. nach Kojimachi. Die Adresse

auf der Visitenkarte entpuppte sich als dreist.ckiges

Geb.ude, an dessen Eingang eine goldfarbene Tafel mit

dem Namen der Stiftung angebracht war. Sie befand sich

im zweiten Stock. Dort hatten au.erdem ein Musikverlag

namens Mikimoto und ein Wirtschaftsprüfer mit Namen

Koda ihre Büros. Bei den Ausma.en des Geb.udes konnten

die R.umlichkeiten nicht sehr gro. sein. Dem Anschein

nach beherbergte es auch keine sonderlich gut gehenden

Firmen, aber das war nur eine Vermutung, keine Tatsache.

Tengo überlegte, ob er mit dem Aufzug in den zweiten

Stock fahren sollte, um wenigstens zu erkunden, wie das

Büro von au.en aussah. Allerdings hatte er nicht im

Mindesten Lust, im Flur mit Ushikawa zusammenzusto.en.

Also fuhr er wieder nach Hause und rief Komatsu im

Verlag an. Ausnahmsweise war dieser anwesend und gleich

am H.rer.

.Es passt mir gerade nicht., sagte Komatsu. Er sprach

schneller als gew.hnlich, und seine Stimme klang

irgendwie h.her. .Tut mir leid, ich kann im Moment nicht

reden..

.Es ist ziemlich dringend., sagte Tengo. .Heute hat mich

ein sonderbarer Mann in der Schule aufgesucht. Er schien

etwas über meine Verbindung zu Die Puppe aus Luft zu

wissen..

Komatsu schwieg mehrere Sekunden. .Ich kann dich in

etwa zwanzig Minuten zurückrufen. Bist du zu Hause?.

Tengo bejahte, und Komatsu legte auf. W.hrend Tengo

wartete, sch.rfte er zwei Messer an seinem Wetzstein,

setzte Wasser auf und machte sich einen schwarzen Tee.

Nach genau zwanzig Minuten klingelte das Telefon. So

pünktlich zu sein war eine Seltenheit bei Komatsu.

Seine Stimme klang jetzt wesentlich entspannter.

Anscheinend hatte er sich an ein ruhiges Pl.tzchen

verzogen, um zu telefonieren. Tengo berichtete ihm kurz

von seinem Gespr.ch mit Ushikawa.

.Stiftung zur F.rderung neuer japanischer

Wissenschaften und Künste? Nie geh.rt. Unglaublich, dass

er dir ein Stipendium von drei Millionen Yen angeboten

hat. Zugegeben, du hast sicher eine gro.e Zukunft als

Schriftsteller vor dir. Aber bisher hast du noch kein einziges

Werk ver.ffentlicht. Unm.glich. Da steckt was dahinter..

.Genau das denke ich auch..

.Gib mir ein bisschen Zeit. Ich werde selbst ein paar

Nachforschungen über diese angebliche Stiftung anstellen.

Sobald ich etwas herausgefunden habe, melde ich mich.

Jedenfalls wei. dieser Ushikawa, dass zwischen dir und

Fukaeri eine Verbindung besteht..

.Scheint so..

.Das ist ziemlich l.stig..

.Irgendetwas ist im Gange., sagte Tengo. .Es ist sch.n

und gut, mit einem Hebel einen Felsen anzuheben, aber es

scheint doch irgendetwas Widerliches darunter

hervorgekrochen zu sein..

Komatsu seufzte in den H.rer. .Hinter mir sind sie auch

her. Die Illustrierten spielen verrückt, ebenso wie

irgendwelche Fernsehsender. Heute Morgen kam die

Polizei in den Verlag, um mich zu vernehmen. Sie wissen

von Fukaeris Vergangenheit bei den Vorreitern. Und

selbstverst.ndlich auch von ihren verschwundenen Eltern.

Die Medien werden sich wie die Wahnsinnigen darauf

stürzen..

.Was ist mit Professor Ebisuno?.

.Ich kann ihn neuerdings nicht mehr erreichen. Keine

Telefonverbindung. Vielleicht ist ihm etwas zugesto.en.

Oder er führt heimlich etwas im Schilde..

.übrigens, Herr Komatsu, noch etwas anderes. Haben Sie

jemandem erz.hlt, dass ich gerade an einem Roman

schreibe?.

.Nein, niemandem., sagte Komatsu sofort. .Wem sollte

ich das schon erz.hlen?.

.Dann ist es ja gut. War nur eine Frage..

Komatsu schwieg einen Moment. .Tengo, vielleicht ist es

zu sp.t, dir das jetzt zu sagen, aber ich fürchte, wir sind in

einen Riesenschlamassel geraten..

.Wo auch immer wir hineingeraten sind, eins ist sicher –

wir k.nnen nicht mehr zurück..

.Und wo es kein Zurück gibt, bleibt nur die Flucht nach

vorn. Selbst wenn das Widerliche, von dem du sprichst, uns

entgegenkommt..

.Wir sollten die Sicherheitsgurte anlegen., sagte Tengo.

.Du sagst es., erwiderte Komatsu und h.ngte auf.

Es war ein langer Tag gewesen. Tengo setzte sich an den

Tisch und trank seinen mittlerweile kalten Tee. Er dachte

an Fukaeri. Was machte sie den ganzen Tag, allein in ihrem

Versteck? Allerdings konnte man sowieso nie wissen, was

Fukaeri machte.

Vielleicht würden die Little People dem Professor und

ihm selbst mit ihrer Weisheit und ihrer Macht schaden,

hatte Fukaeri auf der Kassette gesagt. IM WALD MUSS

MAN AUF DER HUT SEIN. Unwillkürlich blickte Tengo

sich um. Ja, der Wald, das war ihre Welt.

KAPITEL 3

Aomame

Seine Geburt kann man sich nicht aussuchen,

seinen Tod schon

Als an diesem Abend Ende Juli die dicke Wolkenschicht

endlich den Himmel freigab, waren die beiden Monde

deutlich zu sehen. Aomame betrachtete sie von ihrem

kleinen Balkon aus. Am liebsten h.tte sie sofort jemanden

angerufen und ihm davon erz.hlt. .Schau doch mal kurz

aus dem Fenster und sieh dir den Himmel an. Und? Wie

viele Monde siehst du? Von hier aus sind es ganz eindeutig

zwei. Und bei dir?.

Aber Aomame hatte niemanden, den sie anrufen konnte.

Ayumi w.re vielleicht in Frage gekommen, doch sie wollte

ihre Beziehung nicht vertiefen. Die Frau war Polizistin, und

Aomame würde in nicht allzu ferner Zukunft einen

weiteren Mann t.ten, ihr Gesicht und ihren Namen .ndern,

in eine andere Gegend ziehen und nicht mehr existieren.

Selbstverst.ndlich würde sie Ayumi nie wiedersehen. Nie

mehr würde sie Verbindung zu ihr aufnehmen k.nnen.

H.tten sie einmal Freundschaft geschlossen, w.re dieses

Band schwer zu durchtrennen.

Aomame ging in die Wohnung zurück, schloss die Glastür

und schaltete die Klimaanlage ein. Sie zog die Vorh.nge zu

und schuf so eine Barriere zwischen sich und den Monden.

Sie st.rten nicht nur ihr seelisches Gleichgewicht, sie

ver.nderten auch die Erdanziehungskraft und beeinflussten

dadurch die Vorg.nge in ihrem eigenen K.rper. Ihre

Periode lag noch vor ihr, aber ihr K.rper fühlte sich seltsam

matt und schwer an. Ihre Haut war trocken, und ihr Puls

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