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作者: 当前章节:15387 字 更新时间:2026-6-19 08:06

schlug in einem unnatürlichen Rhythmus. Aomame wollte

nicht mehr über die Monde nachdenken. Auch wenn sie

etwas waren, über das sie nachdenken musste.

Um ihre Mattheit zu bek.mpfen, machte Aomame

Dehnübungen auf dem Teppich. Sie nahm sich die Muskeln

vor, die sie im Alltag kaum benutzte, und trainierte sie

ausgiebig. Die Muskeln stie.en stumme Schreie aus, und

der Schwei. floss in Str.men. Aomame hatte ein eigenes

Stretching-Programm entwickelt, an dem sie t.glich

arbeitete, bis es so extrem und effizient war, dass es am

Ende nur noch für sie selbst geeignet war. In ihren Kursen

im Fitnessclub konnte sie so etwas nicht verwenden.

Normale Menschen h.tten diese Anstrengung und die

damit verbundenen Schmerzen gar nicht ertragen. Sogar

die meisten anderen Trainer st.hnten dabei.

W.hrend Aomame ihre übungen absolvierte, h.rte sie

die Platte mit Janá.eks Sinfonietta, gespielt unter der

Leitung von George Szell. Das Stück endete nach ungef.hr

fünfundzwanzig Minuten. Es war weder zu kurz noch zu

lang, und die Zeit reichte genau aus, um ihre Muskulatur

einmal richtig durch die Mangel zu drehen. Als der Tonarm

automatisch wieder an seine ursprüngliche Stelle

zurückgekehrt und der Plattenteller zum Stehen

gekommen war, fühlte Aomame sich geistig und k.rperlich

wie ein bis auf den letzten Tropfen ausgewrungener

Waschlappen.

Inzwischen kannte sie die Sinfonietta in- und auswendig.

Immer wenn sie ihre Muskulatur zu dieser Musik bis an

ihre Grenzen dehnte, empfand sie einen seltsamen Frieden.

Sie folterte und wurde gefoltert. Sie bezwang und wurde

bezwungen. Diese nach innen gerichtete

Selbstvervollkommnung war genau das, was Aomame

brauchte, um sich zu beruhigen. Die Sinfonietta war zur

perfekten Hintergrundmusik für ihre übungen geworden.

Gegen zehn Uhr abends klingelte das Telefon. Als

Aomame den H.rer abhob, ert.nte Tamarus Stimme.

.Wie sieht es morgen bei dir aus?., fragte er.

.Um halb sieben habe ich Schluss..

.Kannst du danach herkommen?.

.Ja..

.Gut., sagte Tamaru. Es war zu h.ren, wie er etwas in

den Terminkalender schrieb.

.Hast du einen neuen Hund gekauft?., fragte Aomame.

.Ja, wieder eine Sch.ferhündin. Ich kenne sie noch nicht

ganz genau, aber sie ist sehr gut abgerichtet und gehorcht

aufs Wort. Die Frauen fühlen sich wieder sicherer, seit sie

da ist..

.Da bin ich froh..

.Au.erdem ist sie auch mit gew.hnlichem Hundefutter

zufrieden. Sie macht gar keine Umst.nde..

.Normalerweise fressen Sch.ferhunde ja auch keinen

Spinat..

.Bun war wirklich seltsam. Je nach Jahreszeit war das mit

dem Spinat auch ganz sch.n teuer., beklagte Tamaru sich

wehmütig. Nach ein paar Sekunden wechselte er das

Thema. .Der Mond ist heute sehr sch.n..

Aomame verzog leicht das Gesicht. .Wieso redest du

pl.tzlich vom Mond?.

.Selbst ich spreche eben bisweilen über den Mond..

.Natürlich., sagte Aomame. Aber du bist nicht der Typ,

der am Telefon grundlos von der Sch.nheit der Natur

schw.rmt, fügte sie in Gedanken hinzu.

Tamaru z.gerte kurz. .Du hast mich letztes Mal nach

dem Mond gefragt., sagte er dann. .Erinnerst du dich?

Seither geht er mir nicht mehr aus dem Kopf. Und als ich

dann neulich – in einer klaren wolkenlosen Nacht – zum

Himmel sah, habe ich den Anblick sehr genossen..

Aomame war drauf und dran zu fragen, wie viele Monde

es denn gewesen seien. Aber sie hielt sich zurück. Es war zu

gef.hrlich. Beim letzten Mal hatte Tamaru ihr viel von sich

erz.hlt. Dass er als Waise aufgewachsen war und nicht

einmal wusste, wie seine Eltern aussahen. Auch seine

ursprüngliche Nationalit.t hatte er ihr verraten. Noch nie

hatte er sich so lange mit ihr unterhalten. Dabei war er ein

Mann, der kaum je etwas von sich preisgab. Offenbar hatte

er sich Aomame anvertraut, weil er sie sympathisch fand.

Andererseits war er Profi und darauf gedrillt, seine Ziele auf

kürzestem Weg zu erreichen. Es war sicherer, nicht unn.tig

etwas auszuplaudern.

.Ich komme nach der Arbeit vorbei, so gegen sieben.,

sagte sie.

.Gut., sagte Tamaru. .Du hast bestimmt Hunger. Der

Koch hat morgen frei, es gibt also kein richtiges Essen, aber

wenn du m.chtest, kann ich ein paar Sandwiches für dich

vorbereiten..

.Danke, das w.re nett., sagte Aomame.

.Wir brauchen auch deinen Führerschein, deinen Pass

und die Karte deiner Krankenversicherung. Bitte bring

morgen alles mit. Dann h.tte ich gern noch einen

Nachschlüssel zu deiner Wohnung. Geht das?.

.Klar..

.Und noch eins. Wegen der Sache von neulich m.chte

ich unter vier Augen mit dir sprechen. Nimm dir nach dem

Gespr.ch mit Madame bitte noch etwas Zeit..

.Wegen welcher Sache denn?.

Tamaru schwieg einen Moment. Sein Schweigen wog

schwer wie ein Sandsack. .Du wolltest etwas Bestimmtes

von mir. Schon vergessen?.

.Natürlich nicht., erwiderte Aomame hastig. Sie war mit

ihren Gedanken beim Mond gewesen.

.Morgen um sieben., sagte Tamaru und legte auf.

Auch in der folgenden Nacht hatte die Zahl der Monde

sich nicht ver.ndert. Aomame ging nach der Arbeit noch

rasch unter die Dusche, und als sie das Sportstudio verlie.,

waren am .stlichen Himmel, wo es noch hell war, zwei

blass get.nte Monde zu sehen. Aomame blieb auf der

Fu.g.ngerbrücke, die die Gaien-nishi-Stra.e überspannte,

stehen, um sie eine Weile zu betrachten. Niemand au.er

ihr schien von den beiden Monden Notiz zu nehmen. Die

verwunderten Blicke der Passanten streiften nur Aomame,

die an das Gel.nder gelehnt in den Himmel hinaufschaute.

Für den Himmel oder die Monde schien sich niemand zu

interessieren. Die Leute strebten nur eilig der U-Bahn-

Station entgegen. Beim Anblick der Monde überkam

Aomame die gleiche k.rperliche Mattheit wie am Tag

zuvor. Ich muss aufh.ren, sie anzustarren, dachte sie. Sie

haben keinen guten Einfluss auf mich. Doch obwohl sie

angestrengt in eine andere Richtung sah, spürte sie die

Blicke der Monde ganz deutlich auf ihrer Haut. Sie

beobachteten sie, auch wenn sie nicht hinschaute. Die

Monde wussten genau, was sie vorhatte.

Aomame und die alte Dame tranken hei.en, starken

Kaffee aus bemalten antiken Tassen. Die alte Dame

tr.ufelte eine winzige Menge Milch über den Rand in ihre

Tasse und nahm einen Schluck, ohne umzurühren. Auf

Zucker verzichtete sie. Aomame trank ihren Kaffee wie

immer schwarz. Tamaru hatte die versprochenen

Sandwiches serviert. Sie waren so klein geschnitten, dass sie

sich mit einem Bissen verzehren lie.en. Aomame a.

mehrere davon. Sie waren nicht üppig belegt, nur dunkles

Brot mit Gurken und K.se, hatten aber einen feinen

Geschmack. Tamaru beherrschte die Kunst, einfache

Speisen erlesen und akkurat zuzubereiten. Er konnte sehr

geschickt und pr.zise mit dem Hackmesser umgehen,

sodass Gr..e und Form s.mtlicher Zutaten genau

stimmten. Allein dadurch bekamen seine Kreationen eine

erstaunliche Raffinesse.

.Haben Sie Ihre Angelegenheiten schon geregelt?., fragte

die alte Dame.

.Die Kleidung und die Bücher, die ich nicht mehr

brauche, habe ich gespendet. Eine Tasche mit dem

N.tigsten für mein neues Leben ist gepackt und steht

griffbereit. Was jetzt noch in der Wohnung ist – ein paar

Elektroger.te, Koch- und Essgeschirr, Bett und Bettzeug –,

benutze ich vorl.ufig noch..

.Darum kümmern wir uns, wenn es so weit ist. Auch um

Ihren Mietvertrag und andere Formalit.ten. Sie brauchen

sich keinerlei Gedanken zu machen. Sie gehen einfach mit

einer kleinen Tasche, in der sich wirklich nur das N.tigste

befindet, aus dem Haus..

.Sollte ich meine Stelle nicht lieber kündigen? Vielleicht

sch.pft jemand Verdacht, wenn ich eines Tages pl.tzlich

verschwinde..

Die alte Dame stellte ihre Kaffeetasse sacht auf dem Tisch

ab. .Auch darüber brauchen Sie sich keine Gedanken zu

machen..

Aomame nickte wortlos. Sie nahm noch ein Sandwich

und trank von ihrem Kaffee.

.Haben Sie ein Bankkonto?., fragte die alte Dame.

.Auf meinem Girokonto sind sechshunderttausend Yen.

Dann habe ich noch zwei Millionen Yen Festgeld..

Die alte Dame überdachte die Summe. .Von dem

Girokonto k.nnen Sie ruhig über mehrere Male verteilt bis

etwa vierhunderttausend Yen abheben. Das Festgeld rühren

Sie lieber nicht an. Es w.re nicht ratsam, es unvermittelt zu

kündigen. Wahrscheinlich überprüfen diese Leute Ihr

Privatleben. Wir k.nnen nicht vorsichtig genug sein. Ich

decke das sp.ter ab. Besitzen Sie sonst noch irgendwelche

Verm.genswerte?.

.Das Geld, das ich bisher von Ihnen erhalten habe, liegt

in einem Bankschlie.fach..

.Nehmen Sie es heraus und überlegen Sie sich ein

geeignetes Versteck, aber bewahren Sie es nicht in Ihrer

Wohnung auf..

.In Ordnung..

.Das w.re alles, um was ich Sie im Augenblick bitte.

Ansonsten verhalten Sie sich wie immer. Sie behalten Ihren

Lebensstil bei und unternehmen nichts, was

Aufmerksamkeit erregen k.nnte. Und erw.hnen Sie die

Mission m.glichst nicht am Telefon..

Nach dieser Rede lie. die alte Dame sich in den Sessel

zurücksinken. Offenbar hatte diese Rede sie ihre gesamte

Energie gekostet.

.Steht der Termin schon fest?.

.Leider kann ich Ihnen dazu noch nichts sagen., sagte

die alte Dame. .Wir warten noch auf Rückmeldung. Die

Umst.nde stehen fest, aber über den Zeitplan wird erst in

letzter Minute entschieden. Es k.nnte in einer Woche sein

oder erst in einem Monat. Auch wo die Begegnung

stattfinden soll, ist unklar. Ich wei., das ist

nervenaufreibend, aber ich muss Sie bitten zu warten..

.Warten macht mir nichts aus., sagte Aomame. .Aber

k.nnten Sie mir nicht in groben Zügen erkl.ren, auf welche

Situation ich mich einstellen muss?.

.Sie werden dem Mann ein regul.res Stretching

verpassen., sagte die alte Dame. .Sie tun das, was Sie

immer tun. Er hat irgendein physisches Problem. Es ist

nicht lebensbedrohlich, aber soweit ich geh.rt habe,

verursacht es verh.ltnism..ig gro.e Schmerzen. Um dieses

.Problem. zu l.sen, hat er bereits alle m.glichen Therapien

ausprobiert. Neben einer normalen .rztlichen Behandlung

auch Shiatsu, Akupunktur, Massagen und so fort. Bisher

jedoch ohne Erfolg. Dieses Leiden ist die Schwachstelle des

sogenannten .Leaders., an der wir ansetzen k.nnen..

Die alte Dame sa. mit dem Rücken zum Fenster. Die

Vorh.nge waren zugezogen. Auch wenn die Monde nicht

sichtbar waren, spürte Aomame ihren kalten Blick auf der

Haut. Es war, als würde ihr verschw.rerisches Schweigen

sich bis zu ihr in das Zimmer hineinstehlen.

.Wir haben einen V-Mann in der Sekte. über ihn habe

ich die Information eingeschleust, dass Sie eine

ausgezeichnete Stretching-Expertin seien. Was nicht sehr

schwierig war, denn das sind Sie ja wirklich. Unsere

Zielperson hat gro.es Interesse an Ihnen. Anfangs wollte er

Sie in sein Hauptquartier nach Yamanashi bestellen, doch

aus beruflichen Gründen sind Sie in Tokio unabk.mmlich.

Das ist der augenblickliche Stand der Dinge. Der Leader

f.hrt in der Regel einmal im Monat nach Tokio, um Sachen

zu erledigen. Bei diesen Gelegenheiten übernachtet er

inkognito in einem Hotel in der Stadt. Dort soll auch das

Stretching stattfinden, und Sie tun das übliche..

Aomame stellte sich die Szene vor. Ein Hotelzimmer. Ein

Mann liegt auf der Yogamatte, und sie dehnt seine

Muskulatur. Sein Gesicht kann sie nicht sehen. Der Nacken

des auf dem Bauch liegenden Mannes weist schutzlos in

ihre Richtung. Sie streckt die Hand aus und nimmt ihren

Eispick aus der Tasche.

.Wir werden allein im Raum sein?., fragte Aomame.

Die alte Dame nickte. .Der Leader will nicht, dass jemand

aus seiner Gemeinschaft sein k.rperliches Leiden sieht.

Deshalb wird es keine Zeugen geben. Nur Sie beide werden

im Zimmer sein..

.Diese Leute kennen also bereits meinen Namen und

meinen Beruf?.

.Ja, und sie sind .u.erst argw.hnisch und haben Sie und

alles, was Sie betrifft, genauestens unter die Lupe

genommen. Aber offenbar gibt es da kein Problem. Gestern

erreichte mich die Nachricht, dass er Sie in seinem Hotel in

der Stadt empfangen will. Der genaue Ort und die Uhrzeit

h.ngen von seinen Pl.nen ab und werden uns noch

mitgeteilt..

.Aber werden die mich nicht durch meine Besuche hier

mit Ihnen in Verbindung bringen?.

.Ich bin Mitglied des Sportstudios, in dem Sie besch.ftigt

sind, und erhalte Privatstunden von Ihnen. Mehr nicht. Es

gibt keinen Grund, daraus auf weitere Beziehungen

zwischen uns zu schlie.en..

Aomame nickte.

Die alte Dame fuhr fort. .Immer wenn der Leader sein

Hauptquartier verl.sst, begleiten ihn seine beiden

Leibw.chter. Beide sind Mitglieder der Sekte und Tr.ger

des schwarzen Gürtels in Karate. Ob sie bewaffnet sind,

wissen wir noch nicht. Sie scheinen ziemlich gut

ausgebildet zu sein und trainieren t.glich. Tamaru meint

allerdings, sie seien letzten Endes doch nur Amateure..

.Im Gegensatz zu Tamaru..

.Genau. Tamaru war Mitglied einer Einheit der

Selbstverteidigungsstreitkr.fte. Um sein Ziel zu erreichen,

muss man augenblicklich, ohne zu z.gern, zuschlagen

k.nnen. Ganz gleich, wer der Gegner ist. Amateure z.gern.

Vor allem, wenn sie es mit einer jungen Frau zu tun

haben..

Mit einem tiefen Seufzer lie. die alte Dame ihren Kopf an

die Rückenlehne sinken. Doch gleich richtete sie sich

wieder auf und sah Aomame direkt in die Augen.

.Die beiden Leibw.chter werden, solange Sie sich um den

Leader kümmern, in einem anderen Zimmer der Hotelsuite

warten. Sie werden etwa eine Stunde mit ihm allein sein. So

viel steht bereits fest, auch wenn niemand wissen kann, was

an Ort und Stelle dann wirklich geschieht. Die Lage ist sehr

unbestimmt. Der Leader gibt seine Absichten immer erst

im letzten Augenblick bekannt..

.Wie alt ist er ungef.hr?.

.Wahrscheinlich Mitte fünfzig, und er soll

au.ergew.hnlich gro. sein. Mehr wei. ich leider auch

noch nicht..

Tamaru wartete im Flur. Aomame h.ndigte ihm den

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