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作者: 当前章节:15362 字 更新时间:2026-6-19 08:06

Zweitschlüssel für ihre Wohnung, Führerschein, Pass und

Versicherungskarte aus. Er zog sich in einen Raum zurück,

um die Dokumente zu kopieren. Nachdem er sich von der

Vollst.ndigkeit der Kopien überzeugt hatte, gab er

Aomame die Originale zurück und führte sie in sein

pers.nliches kleines Büro, das neben dem Eingangsbereich

lag. Das winzige Fenster in dem schlichten quadratischen

Raum zeigte zum Garten und stand offen. Die Klimaanlage

brummte leise. Er bot Aomame einen kleinen h.lzernen

Stuhl an und setzte sich selbst an den Schreibtisch. An der

Wand davor waren nebeneinander vier Bildschirme

angebracht. Die Perspektive der damit verbundenen

Kameras lie. sich nach Bedarf .ndern. Jede verfügte auch

über einen Videorekorder, der die Bilder aufzeichnete. Die

Monitore zeigten die Umgebung au.erhalb des Zauns und

auch den Wachhund, der gerade zusammengerollt auf der

Erde lag und schlief. Er war etwas kleiner als seine

Vorg.ngerin.

.Der Tod der Sch.ferhündin wurde nicht aufgezeichnet.,

kam Tamaru Aomames Frage zuvor. .Bun war nicht mehr

angebunden. Vielleicht hat sie selbst die Leine gel.st oder

eben jemand anders..

.Jemand, den sie nicht verbellt hat, obwohl er nahe an sie

herankam..

.So muss es wohl gewesen sein..

.Sonderbar..

Tamaru nickte, .u.erte sich jedoch nicht. Vermutlich

hatte er schon zur Genüge darüber nachgegrübelt, was

passiert sein konnte.

Er zog die Schublade eines Schr.nkchens auf und

entnahm ihr einen schwarzen Kunststoffbeutel. Aus dem

verwaschenen blauen Handtuch darin kam ein schwarz

gl.nzender metallischer Gegenstand zum Vorschein: eine

kleine Pistole. Wortlos streckte er sie Aomame entgegen,

die die Waffe ebenso schweigend in Empfang nahm und in

der Hand wog. Entgegen dem .u.eren Anschein war sie

ziemlich leicht. Erstaunlich, dass man mit einem so

leichten Gegenstand einen Menschen t.ten konnte.

.Du hast gerade zwei schwerwiegende Fehler begangen.

Wei.t du, welche?., sagte Tamaru.

Aomame rief sich die Bewegung ins Ged.chtnis, mit der

sie die Waffe entgegengenommen hatte, konnte aber nicht

erkennen, wo die Fehler lagen. Sie hatte sie doch einfach

nur genommen. .Nein., sagte sie.

.Erstens hast du nicht überprüft, ob die Pistole geladen

ist. Und falls sie geladen gewesen w.re, h.ttest du

nachschauen müssen, ob sie gesichert ist. Zweitens hast du,

als du sie schon in der Hand hattest, die Mündung, wenn

auch nur für eine Sekunde, auf mich gerichtet. Das sind

Dinge, die man niemals tun darf. Au.erdem sollte man,

solange man nicht beabsichtigt zu schie.en, den Finger nie

an den Abzug legen..

.Ich werde in Zukunft darauf achten..

.Au.er in Notf.llen sollte eine Waffe grunds.tzlich nicht

geladen sein, wenn man damit hantiert, sie jemandem

übergibt oder sie mit sich herumtr.gt. Sobald du mit einer

Waffe in Berührung kommst, musst du dich grunds.tzlich

so verhalten, als w.re sie geladen. Bis du wei.t, dass sie es

nicht ist. Waffen sind dazu da, Menschen t.dlich zu

verwunden. Man kann nie vorsichtig genug damit

umgehen. So mancher würde mich auslachen, weil er mich

für übervorsichtig h.lt. Aber es kommt immer wieder zu

den idiotischsten Unf.llen, und die Opfer sind meist Leute,

die andere wegen ihrer Vorsicht verspottet haben..

Tamaru zog eine Plastiktüte aus seiner Jacketttasche.

Darin befanden sich sieben neue Patronen. Er legte sie auf

den Tisch. .Wie du siehst, ist die Pistole im Moment nicht

geladen. Das Magazin ist eingesetzt, aber es ist leer. Keine

Patronen darin..

Aomame nickte.

.Nimm sie als pers.nliches Geschenk von mir. Für den

Fall, dass du sie nicht benutzt, h.tte ich sie allerdings gern

zurück..

.Selbstverst.ndlich., sagte Aomame heiser. .Aber es hat

doch sicher Geld gekostet, sie zu beschaffen?.

.Darüber brauchst du dir keine Gedanken zu machen.,

sagte Tamaru. .Du hast genügend andere Sorgen. Wenden

wir uns mal der Pistole zu. Hast du schon mal geschossen?.

Aomame schüttelte den Kopf. .Noch nie..

.Im Grunde ist ein Revolver leichter zu handhaben als

eine Automatik. Besonders für einen Laien. Sein Aufbau ist

unkompliziert und die Bedienung leicht zu erlernen. Aber

ein einigerma.en effizienter Revolver ist auch

volumin.s und ziemlich unhandlich zu tragen. Deshalb ist

eine Automatik besser. Das hier ist eine HK 4 von Heckler

& Koch. Ein deutsches Fabrikat. Ohne Munition wiegt sie

480 Gramm. Sie ist klein und leicht, hat aber durch die 9-

mm-Patronen gro.e Durchschlagskraft. Au.erdem hat sie

einen geringen Rücksto.. Hohe Treffsicherheit ist auf

gr..ere Distanz nicht zu erwarten, aber für den Zweck, den

du im Sinn hast, ist sie genau richtig. Die Firma Heckler &

Koch wurde nach dem Krieg gegründet. Das Modell HK 4

basiert auf der berühmten Mauser HSc, die schon vor dem

Zweiten Weltkrieg verwendet wurde. Seit 1968 wird die

Produktion fortgeführt und ist auch heute noch Standard.

Die HK 4 ist eine sehr zuverl.ssige Waffe. Diese hier ist

nicht neu, aber ihre vorherigen Besitzer sind offensichtlich

vernünftig mit ihr umgegangen und haben sie gut gepflegt.

Mit einer Pistole ist es wie mit einem Auto – auf ein

gebrauchtes Modell von guter Qualit.t kann man sich oft

eher verlassen als auf ein nagelneues..

Tamaru nahm Aomame die Pistole aus der Hand, um ihr

die Bedienung zu erkl.ren. Wie man sie sicherte, wie man

sie entsicherte. Wie man den Magazinhebel l.ste, das

Magazin herausnahm und wieder hineinschob.

.Wenn du das Magazin herausnimmst, sollte die Pistole

unbedingt gesichert sein. Zuerst ziehst du den Schlitten

zurück, und die Patrone, die in der Kammer ist, wird

ausgeworfen. Im Moment ist keine drin, also wird auch

nichts ausgeworfen. Der Schlitten steht nun offen. Jetzt

drückst du den Abzug. So. Dadurch schlie.t sich der

Schlitten. Nun ist der Hahn gespannt. Wenn du dann noch

einmal abdrückst, schl.gt er nach unten. Dann schiebst du

das neue Magazin ein..

Tamaru führte den Vorgang mit raschen geübten

Handgriffen durch. Dann wiederholte er ihn ganz langsam,

indem er jede einzelne Bewegung beschrieb. Aomame sah

begierig zu.

.Jetzt versuch du mal..

Aomame nahm das Magazin vorsichtig heraus, zog den

Schlitten zurück, leerte die Kammer, entspannte den Hahn

und schob das Magazin wieder hinein.

.Das genügt.. Tamaru zog das Magazin wieder heraus,

füllte es sorgsam mit den sieben Patronen auf und führte es

mit einem lauten Schnappen wieder in die Waffe ein. Er

zog den Schlitten zurück und bef.rderte eine Patrone in die

Kammer. Dann sicherte er die Waffe, indem er den kleinen

Hebel an der linken Seite umlegte.

.Wir machen noch mal das Gleiche wie eben. Diesmal ist

sie geladen. Auch in der Kammer ist eine Patrone. Die

Waffe ist zwar gesichert, dennoch sollte man sie nie auf

einen Menschen richten., sagte Tamaru.

Aomame nahm die geladene Pistole. Sie war jetzt nicht

mehr so leicht wie zuvor. Man konnte spüren, dass sie den

Tod in sich trug. Sie war ein Pr.zisionswerkzeug,

geschaffen, um Menschen zu t.ten. Aomame brach unter

den Achseln der Schwei. aus.

Nachdem sie sich noch einmal vergewissert hatte, dass

die Pistole gesichert war, bet.tigte sie den Hebel, nahm das

Magazin heraus und legte es auf den Tisch. Dann zog sie

den Schlitten zurück. Die Patrone sprang aus der Kammer

und fiel klappernd auf den Holzfu.boden. Sie drückte den

Abzug, der Schlitten schloss sich, sie drückte erneut den

Abzug und bef.rderte den gespannten Hahn an seine

ursprüngliche Stelle zurück. Schlie.lich hob sie mit

zitternden Fingern die 9-mm-Patrone vom Boden auf. Ihre

Kehle war trocken, und das Atmen schmerzte.

.Nicht schlecht fürs erste Mal., sagte Tamaru, w.hrend

er die Patrone wieder in das Magazin einfügte. .Aber du

brauchst mehr übung. Au.erdem zittern deine H.nde.

Wenn du mehrmals am Tag übst, geht dir das Gefühl für

die Waffe in Fleisch und Blut über. Damit du das Laden

automatisch beherrschst, wie ich es dir vorhin gezeigt habe.

Auch im Dunkeln. In deinem Fall wird es nicht n.tig sein,

dass du das Magazin mitten in einer Aktion austauschst,

aber diese Handgriffe sind für jeden, der mit einer Pistole

umgeht, die Basis. Man muss sie kennen..

.Muss ich nicht schie.en üben?.

.Du willst doch niemanden erschie.en. H.chstens dich

selbst. Oder?.

Aomame nickte.

.Also brauchst du keine Schie.übungen. Es genügt, wenn

du wei.t, wie man die Munition einlegt, entsichert und

abdrückt. Hast du denn vor, irgendwo zu üben?.

Aomame schüttelte den Kopf. Sie konnte sich auch nicht

vorstellen, wo.

.Du sagst, du willst dich eventuell erschie.en, aber wie

willst du das denn machen? Gib mir mal eine Vorstellung..

Tamaru schob das geladene Magazin in die Pistole,

sicherte sie und reichte sie Aomame. .Sie ist gesichert.,

sagte er.

Aomame drückte sich die Mündung an die Schl.fe. Sie

spürte den kalten Stahl. Tamaru sah zu und wiegte den

Kopf.

.Ich will dir nicht zu nahe treten, aber es ist besser, nicht

auf die Schl.fe zu zielen. Von der Schl.fe aus das Gehirn zu

durchschlagen ist weitaus schwieriger, als man denkt.

Naturgem.. kann einem die Hand zittern, und wenn die

Hand zittert, nimmt sie den Rücksto. auf, und die Kugel

kann fehlgehen. In vielen F.llen wird der Sch.del nur

gestreift, und man ist nicht tot. Das m.chte man nicht

erleben..

Aomame schüttelte stumm den Kopf.

.Als die Amerikaner General Hideki Tojo nach dem Krieg

verhafteten, wollte er sich ins Herz schie.en, aber die

Kugel ging vorbei, er traf sich in den Bauch und überlebte.

Du siehst, nicht einmal einem Mann, der – wenn auch

mehr recht als schlecht – ein Berufsheer angeführt hat, ist

es gelungen, mit einer Pistole Selbstmord zu begehen. Tojo

wurde sofort ins Krankenhaus gebracht und von einem

amerikanischen .rzteteam behandelt. Als er genesen war,

stellten sie ihn vor Gericht und h.ngten ihn anschlie.end

auf. Eine schreckliche Art zu sterben. Der Tod ist immerhin

ein wichtiger Augenblick im Leben eines Menschen. Seine

Geburt kann man sich nicht aussuchen, seinen Tod schon..

Aomame biss sich auf die Lippen.

.Das Sicherste ist, sich den Lauf in den Mund zu stecken

und von unten das Gehirn wegzupusten. So –.

Tamaru nahm Aomame die Pistole aus der Hand und

demonstrierte es ihr. Sie wusste zwar, dass die Waffe

gesichert war; dennoch schnürte der Anblick ihr die Kehle

zu. Das Atmen fiel ihr schwer.

.Allerdings gibt es auch hier keine hundertprozentige

Garantie. Ich kenne einen Mann, der einen solchen Versuch

überlebt hat und nun ein sehr trauriges Dasein führt. Wir

waren zusammen bei den Streitkr.ften. Er hatte sich den

Lauf eines Gewehrs in den Mund gesteckt, einen L.ffel am

Abzug befestigt und mit dem gro.en Zeh abgedrückt. Doch

wahrscheinlich geriet der Lauf ins Wackeln. Er blieb am

Leben und vegetiert nun schon seit zehn Jahren dahin. Es

ist gar nicht so einfach für einen Menschen, sein Leben zu

beenden. Im Film sehen Selbstmorde immer so kurz und

schmerzlos aus. Die Leute fallen um und sind tot. Aber in

der Realit.t ist das etwas anderes. Wenn es nicht klappt,

liegst du da und machst zehn Jahre lang ins Bett..

Aomame nickte wortlos.

Tamaru nahm das Magazin und die Munition aus der

Waffe und packte sie in separate Plastikbeutel. Dann

reichte er Aomame erst die Waffe und dann die Munition.

.Sie ist nicht geladen..

Aomame nickte.

Tamaru fuhr fort. .Ich will dich nicht belehren, aber ich

finde es klüger, ans überleben zu denken. Und

realistischer. Das ist mein Rat..

.Danke., sagte Aomame mit rauer Stimme. Sie wickelte

die HK 4 in einen Schal und packte sie tief in ihre

Umh.ngetasche. Die Tüte mit der Munition steckte sie in

ein Seitenfach. Die Tasche war nun etwa fünfhundert

Gramm schwerer, aber an ihrem Umfang hatte sich nichts

ver.ndert. Es war wirklich eine kleine Pistole.

.Amateuren sollte man so etwas nicht in die Hand

geben., sagte Tamaru. .Meiner Erfahrung nach kommt

dabei nichts Gutes heraus. Aber du wirst schon richtig

damit umgehen. Denn in einer Hinsicht sind wir uns

.hnlich, du und ich. Auch du kannst, wenn es n.tig ist,

Regeln über dein eigenes Ich stellen..

.Vielleicht, weil ich eigentlich gar kein Ich habe..

Dazu .u.erte Tamaru sich nicht.

.Du warst also bei den Streitkr.ften?., fragte Aomame.

.Ja, in einer der berüchtigtsten Einheiten. In der sie dich

Ratten, Schlangen und Heuschrecken fressen lassen. Man

hat keine andere Wahl, aber schmecken tun sie nicht..

.Was hast du sonst noch gemacht?.

.Alles M.gliche. Sicherheitsdienste, haupts.chlich

Bodyguard. Oder sagen wir pers.nlicher Leibw.chter, das

trifft es vielleicht besser. Teamarbeit liegt mir nicht, also

habe ich mich immer auf Alleing.nge beschr.nkt.

Vorübergehend war ich auch mal zu einem Abstecher in die

Unterwelt gezwungen. Da habe ich eine Menge gesehen.

Dinge, die ein normaler Mensch im seinem ganzen Leben

nicht zu Gesicht bekommt. Aber in etwas richtig

Schlimmes bin ich nie hineingeraten. Habe immer

aufgepasst, dass ich nicht vom rechten Weg abkomme.

Denn ich bin ein sehr vorsichtiger Mensch und m.chte

nicht als Yakuza gelten. Mein Lebenslauf ist, wie gesagt,

v.llig clean. Am Ende bin ich hier gelandet.. Tamaru

deutete mit dem Finger auf den Boden vor sich. .Seither

führe ich ein ruhiges und gesichertes Leben. Mehr strebe

ich nicht an, aber das, was ich hier habe, will ich auf keinen

Fall verlieren. Denn eine Stelle zu finden, die mir gef.llt, ist

nicht leicht..

.Das glaube ich dir., sagte Aomame. .Aber soll ich dir

wirklich nichts bezahlen?.

Tamaru schüttelte den Kopf. .Geld brauche ich nicht.

Geben und Nehmen, das ist es, was die Welt am Laufen

h.lt. Nicht Geld. Das Nehmen f.llt mir schwer, also gebe

ich, wenn es sich machen l.sst..

.Danke., sagte Aomame.

.Solltest du zuf.llig von der Polizei nach der Herkunft der

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