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作者: 当前章节:15362 字 更新时间:2026-6-19 08:06

mit ihr unterhalten, und sie hatte volle Brüste, die viele

Blicke auf sich zogen. In ihrer Gegenwart brauchte

Aomame nur ein geheimnisvolles L.cheln aufzusetzen.

Meist wurden die M.nner dann neugierig und wollten

wissen, was sich dahinter verbarg. In dieser Hinsicht waren

Aomame und Ayumi eine ideale Kombination. Eine

unschlagbare Sexmaschine.

Egal, in welcher Lage ich mich befinde, ich h.tte mich

mehr um sie kümmern sollen, dachte Aomame. Mehr auf

ihre Gefühle eingehen, sie festhalten. Das ist es, was Ayumi

sich gewünscht hat. Sie wollte bedingungslos akzeptiert

und in die Arme genommen werden. Sich – und sei es auch

nur ein einziges Mal – fallen lassen. Aber ich konnte ihr

dieses Bedürfnis nicht erfüllen. Mein Hang zum

Selbstschutz und die Angst, Tamakis Andenken zu

verraten, waren einfach zu stark.

Und so war Ayumi ohne Aomame ganz allein in die Nacht

hinausgegangen und erdrosselt worden. Mit verbundenen

Augen, die H.nde mit echten kalten Handschellen

gefesselt, den Mund mit Strümpfen oder Unterw.sche

zugestopft. Das, was Ayumi oft selbst befürchtet hatte, war

Wirklichkeit geworden. H.tte Aomame mehr

Bereitwilligkeit gezeigt, w.re sie an jenem Tag vielleicht

nicht allein in die Stadt aufgebrochen. H.tte Aomame

angerufen und sie gebeten, mitzukommen. Und sie w.ren

zu zweit gewesen, h.tten in gr..erer Sicherheit mit

irgendwelchen M.nnern geschlafen und aufeinander

aufgepasst. Doch vielleicht hatte Ayumi inzwischen

Hemmungen gegenüber Aomame empfunden. Denn

Aomame hatte sie nicht ein einziges Mal von sich aus

angerufen und gefragt, ob sie zusammen ausgehen

k.nnten.

Gegen vier Uhr morgens hielt es Aomame nicht mehr

allein in ihrer Wohnung aus. Sie zog Sandalen an und lief in

Shorts und Tanktop ziellos durch die morgengrauen

Stra.en. Jemand sprach sie an, aber sie drehte sich nicht

einmal um. Als sie Durst bekam, ging sie in einen auch

nachts ge.ffneten Supermarkt, kaufte eine gro.e Packung

Orangensaft und trank sie auf der Stelle aus. Anschlie.end

kehrte sie in ihre Wohnung zurück und weinte eine Weile.

Ich habe Ayumi so gern gehabt, dachte sie. Viel lieber, als

mir bewusst war. Warum habe ich ihr nicht erlaubt, mich

zu berühren, als sie es sich gewünscht hat?

Auch am n.chsten Tag stand in der Zeitung noch ein

Artikel mit der überschrift .Polizistin in Hotel in Shibuya

erwürgt.. Die Polizei setzte alle Hebel in Bewegung, um

den flüchtigen Mann ausfindig zu machen. Dem

Zeitungsbericht zufolge waren Ayumis Kollegen ratlos. Sie

sei eine wahre Frohnatur, bei allen beliebt,

verantwortungsbewusst, zupackend und überhaupt eine

ausgezeichnete Polizistin gewesen. Angefangen bei ihrem

Vater und ihrem .lteren Bruder seien mehrere Verwandte

von ihr bei der Polizei besch.ftigt, und der

Familienzusammenhalt sei sehr stark. Niemand k.nne

begreifen, wie es zu so etwas habe kommen k.nnen.

Keiner wei. davon, dachte Aomame. Aber ich wei.

Bescheid. Ayumi fühlte sich wie ausged.rrt. In ihr sah es

aus wie in einer Wüste an einem entlegenen Teil der Erde.

Auch wenn sie den Boden noch so stark bew.sserte, jede

Feuchtigkeit wurde sofort aufgesogen. Nicht ein Tropfen

blieb übrig. Kein Leben konnte dort Wurzeln schlagen.

Nicht einmal V.gel flogen über dieser Wüste. Allein Ayumi

wusste, was diese trockene .dnis in ihr hervorgerufen

hatte. Nein, wahrscheinlich wusste sie selbst nicht genau,

woher sie wirklich kam. Der Hauptgrund war zweifellos die

verkehrte Sexualit.t, die die M.nner in ihrem Umfeld ihr

aufgezwungen hatten. Um die t.dliche Dürre zu ertragen,

musste sie sich selbst st.ndig neu erschaffen. Doch jedes

Mal, wenn sie ein erfundenes dekoratives Selbst

abgeworfen hatte, blieb nur ein abgrundtiefes Nichts übrig,

das sie aussaugte. Und sosehr sie sich auch bemühte zu

vergessen, dieses Nichts suchte sie regelm..ig heim. An

einsamen verregneten Nachmittagen oder wenn sie aus

einem Alptraum erwachte. In solchen Momenten brauchte

sie unbedingt Sex mit irgendjemandem, egal mit wem.

Aomame nahm die HK 4 aus dem Schuhkarton, lud mit

geübten Handgriffen das Magazin, entsicherte, zog den

Schlitten zurück, bef.rderte eine Patrone in die Kammer,

spannte den Hahn, umfasste die Pistole fest mit beiden

H.nden und zielte auf einen Punkt an der Wand. Der Lauf

bewegte sich nicht. Auch ihre H.nde zitterten nicht.

Aomame hielt den Atem an und konzentrierte sich, dann

atmete sie tief aus. Sie lie. die Pistole sinken, sicherte sie

und wog sie in der Hand. Sie betrachtete den matten Glanz

der Waffe, die so etwas wie ein Teil ihres K.rpers geworden

war.

Ich muss meine Gefühle beherrschen, ermahnte sich

Aomame. Selbst wenn ich Ayumis Onkel und ihren .lteren

Bruder jetzt bestrafe, kapieren sie doch gar nicht, wofür sie

bestraft werden. Egal, was ich tue, es bringt Ayumi nicht

zurück. Es ist furchtbar, aber so etwas musste früher oder

sp.ter passieren. Sie ist langsam, aber unaufhaltsam auf

einen t.dlichen Strudel zugetrieben. Auch wenn ich

mutiger gewesen w.re und ihr mehr W.rme

entgegengebracht h.tte, h.tte es eine Grenze gegeben. H.r

auf zu weinen. Du musst dich zusammenrei.en. Den

Regeln Vorrang vor dir selbst geben, darauf kommt es an.

Wie Tamaru gesagt hat.

Eines Morgens, fünf Tage nach Ayumis Tod, meldete sich

der Pager. Aomame setzte gerade in der Küche

Kaffeewasser auf und h.rte die Nachrichten im Radio. Das

Ger.t lag auf dem Tisch. Eine unbekannte Nummer

erschien auf dem kleinen Display. Zweifellos eine Botschaft

von Tamaru. Aomame suchte ein .ffentliches Telefon in

der N.he auf und w.hlte die Nummer. Beim dritten L.uten

hob Tamaru ab.

.Bist du bereit?., fragte er.

.Natürlich., antwortete Aomame.

.Nachricht von Madame: heute Abend, 19 Uhr, Hotel

Okura, Foyer des Hauptgeb.udes. Du sollst dich auf deine

übliche Aufgabe einstellen. Es tut ihr leid, dass das so

kurzfristig kommt, aber es ging nicht anders..

.Heute Abend 19 Uhr, Hotel Okura, Foyer

Hauptgeb.ude., wiederholte Aomame mechanisch.

.Ich würde dir Glück wünschen, aber nützen würde dir

das auch nichts..

.Weil du nicht auf das Glück vertraust..

.Wie sollte ich auch, wo es mir doch noch nie begegnet

ist., sagte Tamaru.

.Du brauchst mir nichts zu wünschen. Stattdessen habe

ich eine Bitte. In meiner Wohnung steht ein Gummibaum.

Ich konnte ihn nirgends unterbringen. Würdest du dich um

ihn kümmern?.

.Mache ich..

.Danke..

.Ein Gummibaum ist immerhin einfacher als eine Katze

oder tropische Fische. Noch etwas?.

.Nein, das war’s. Was sonst noch übrig ist, kann weg..

.Wenn du fertig bist, f.hrst du zum Bahnhof Shinjuku

und rufst von dort aus wieder diese Nummer an. Dann gebe

ich dir die n.chste Anweisung..

.Wenn ich fertig bin, rufe ich vom Bahnhof Shinjuku

diese Nummer an., wiederholte Aomame.

.Dir ist klar, dass du sie dir nicht notieren darfst? Den

Pager zerst.rst du, sobald du aus dem Haus bist, und wirfst

ihn irgendwo weg..

.In Ordnung, mache ich..

.Der ganze Ablauf ist genau geplant. Du brauchst dir

keine Sorgen zu machen. Alles Folgende kannst du uns

überlassen..

.Ich mache mir keine Sorgen., sagte Aomame.

Tamaru schwieg einen Augenblick. .Darf ich dir meine

ehrliche Meinung sagen?.

.Nur zu..

.Ich will nicht behaupten, dass das, was ihr da macht,

sinnlos w.re. Das ist euer Problem, nicht meins. Aber ich

finde es gelinde gesagt ziemlich unüberlegt. Man kann so

etwas nicht abschaffen..

.Kann sein., sagte Aomame. .Aber das .ndert nichts..

.Wenn es Frühling wird, gibt es Lawinen. Das ist das

Gleiche..

.Wahrscheinlich..

.Aber ein normaler Mensch, der einigerma.en bei

Verstand ist, geht w.hrend der Schneeschmelze nicht ins

Gebirge..

.Ein normaler Mensch, der bei Verstand ist, würde von

vornherein dieses Gespr.ch nicht mit dir führen..

.Mag sein., gab Tamaru zu. .übrigens, hast du eine

Familie, die im Falle einer Lawine zu benachrichtigen ist?.

.Nein..

.Du hattest nie eine oder du hast eine und doch keine?.

.Letzteres..

.Gut., sagte Tamaru. .Frei zu sein ist das Beste. Ein

Gummibaum ist die ideale Verwandtschaft..

.Ich hatte bei Madame einen Goldfisch gesehen, und

pl.tzlich wollte ich auch einen. Ich dachte, es w.re nett,

einen zu Hause zu haben. Sie sind klein, leise und

angeblich sehr anspruchslos. Und so bin ich am n.chsten

Tag in einen Laden am Bahnhof gegangen, um einen zu

kaufen, aber als ich die Goldfische in dem Aquarium

gesehen habe, wollte ich pl.tzlich keinen mehr. Also habe

ich diesen armseligen Gummibaum gekauft, den niemand

haben wollte. Statt eines Goldfischs..

.Ich finde, du hast die richtige Wahl getroffen..

.Vielleicht werde ich niemals einen Goldfisch kaufen

k.nnen..

.Vielleicht., sagte Tamaru. .Du kannst doch wieder

einen Gummibaum nehmen..

Es herrschte ein kurzes Schweigen.

.Heute Abend 19 Uhr, Hotel Okura, Foyer

Hauptgeb.ude., vergewisserte sich Aomame noch einmal.

.Du brauchst nur dort zu sitzen und zu warten. Sie

werden dich abholen..

.Die anderen finden mich..

Tamaru r.usperte sich leicht. .Kennst du übrigens die

Geschichte von der Maus und dem Kater, der Vegetarier

ist?.

.Nein..

.M.chtest du sie h.ren?.

.Unbedingt..

.Die Maus begegnet auf dem Speicher einem gro.en

Kater. Er treibt sie in eine Ecke, aus der sie nicht

entkommen kann. .Herr Kater., sagt sie. .Ich bitte Euch,

fresst mich nicht. Ich muss zu meiner Familie zurück.

Meine hungrigen Kinder warten. Bitte, verschont mich

doch.. Der Kater sagt: .Keine Angst. So was wie dich fresse

ich nicht. Ich darf es gar nicht laut sagen, aber ich bin

Vegetarier und nehme überhaupt kein Fleisch zu mir. Du

hast Glück, dass du mich getroffen hast.. Im n.chsten

Augenblick stürzt er sich auf die Maus, packt sie mit seinen

Krallen und schl.gt ihr seine scharfen Z.hne in den Hals.

Mit letzter Kraft fragt die arme Maus den Kater: .Habt Ihr

nicht gesagt, dass Ihr Vegetarier seid und kein Fleisch esst?

Warum habt Ihr gelogen?. Der Kater leckt sich die Lippen

und sagt: .Ich habe nicht gelogen, ich esse wirklich kein

Fleisch. Ich nehme dich nur ins Maul und tausche dich

gegen einen Salat ein...

Aomame überlegte. .Und was ist die Pointe?.

.Es gibt keine Pointe. Aber als wir vorhin über das Glück

sprachen, musste ich pl.tzlich an diese Geschichte denken.

Das ist alles. Natürlich steht es dir frei, eine Pointe zu

finden..

.Eine herzerw.rmende Geschichte..

.Noch etwas. Du wirst bestimmt durchsucht, auch deine

Tasche. Diese Leute sind .u.erst misstrauisch. Daran

solltest du denken..

.Ich werde es nicht vergessen..

.Na dann., sagte Tamaru. .Ich hoffe, wir sehen uns

irgendwo wieder..

.Ja, irgendwo., wiederholte Aomame reflexartig.

Damit war das Telefonat beendet. Sie warf einen Blick auf

den H.rer, verzog leicht das Gesicht und legte ihn zurück

auf die Gabel. Nachdem sie sich die Nummer auf dem

Display des Pagers eingepr.gt hatte, vernichtete sie ihn.

Irgendwo sehen wir uns wieder, wiederholte sie bei sich.

Obwohl sie wusste, dass sie Tamaru, wenn alles vorbei war,

niemals wiedersehen würde.

Sie bl.tterte die Morgenzeitung von vorn bis hinten

durch, konnte aber keinen Artikel mehr über den Mord an

Ayumi entdecken. Anscheinend machten die Ermittlungen

keine Fortschritte. Wahrscheinlich würden die Illustrierten

den Fall bald aufgreifen und eine Sensation daraus machen.

Eine junge Polizistin hatte in einem Love-Hotel in Shibuya

ihre Handschellen bei Liebesspielen benutzt. Und war

splitternackt erwürgt worden. Dieses rei.erische Zeug

wollte Aomame wirklich nicht lesen. Seit dem Mord

verspürte sie auch nicht die geringste Lust, den Fernseher

einzuschalten. Sie h.tte es nicht ertragen, von der hohen

künstlichen Stimme einer Nachrichtensprecherin über die

n.heren Umst.nde von Ayumis Tod aufgekl.rt zu werden.

Natürlich wollte sie, dass der T.ter geschnappt wurde. Er

musste bestraft werden. Aber was half es schon, wenn man

ihn verhaftete, vor Gericht stellte und die Einzelheiten

kl.rte? Eines war sicher: Nichts von alledem würde Ayumi

wieder lebendig machen. Vermutlich würde das Urteil

sogar ziemlich milde ausfallen, weil das Gericht nicht von

Mord, sondern von fahrl.ssiger T.tung ausgehen würde.

Doch selbst wenn man den Mann zum Tode verurteilte, es

w.re keine Wiedergutmachung. Aomame faltete die

Zeitung zusammen und vergrub, die Ellbogen auf den Tisch

gestützt, ihr Gesicht in den H.nden. Und dachte an Ayumi.

Aber es kamen keine Tr.nen. Nur Wut stieg in ihr auf.

Bis sieben Uhr abends war noch viel Zeit. Aomame hatte

keinen Kurs im Sportstudio und den ganzen Tag nichts vor.

Ihre kleine Reisetasche und ihre Umh.ngetasche hatte sie

auf Tamarus Anraten l.ngst in einem Schlie.fach am

Bahnhof Shinjuku deponiert. In der Reisetasche befanden

sich ein Bündel Bargeld und Kleidung zum Wechseln für

mehrere Tage. Aomame war jeden dritten Tag zum

Bahnhof gefahren, hatte den Inhalt überprüft und neue

Münzen eingeworfen. Die Wohnung sauberzumachen, war

überflüssig, und kochen konnte sie auch nichts mehr, denn

der Kühlschrank war nahezu leer. In ihrer Wohnung gab es

abgesehen von dem Gummibaum kein Anzeichen mehr

dafür, dass sie einmal dort gewohnt hatte. Jeder pers.nliche

Hinweis auf sie war getilgt, alle Schubladen waren leer.

Morgen würde sie verschwunden sein, ohne eine Spur zu

hinterlassen.

Die Kleidungsstücke, die sie am Abend tragen würde,

lagen s.uberlich gefaltet auf dem Bett. Daneben stand ihre

blaue Sporttasche mit allen Utensilien, die sie für ihr

Stretching brauchte. Aomame ging auch sie zur Sicherheit

noch einmal durch. Ihr Trikot – Oberteil und Hose –, die

Yogamatte, ein gro.es und ein kleines Handtuch und das

zierliche Hartschalenetui mit dem feinen Eispick. Alles da.

Sie nahm ihn aus dem Etui. Nachdem sie ihn vorsichtig aus

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