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作者: 当前章节:15378 字 更新时间:2026-6-19 08:06

vorging? Wahrscheinlich. Die Medien hatten sich bereits

auf die Verbindung zwischen Fukaeri und den Vorreitern

gestürzt. K.me sp.ter in diesem Zusammenhang etwas

Wichtiges heraus, ohne dass die Polizei etwas

unternommen hatte, würde man sie der Nachl.ssigkeit

bezichtigen. In jedem Fall führte sie ihre Ermittlungen ganz

sicher heimlich und verdeckt durch. Also würde Tengo aus

den Wochenbl.ttern und Fernsehnachrichten ohnehin

keine aktuellen Erkenntnisse erhalten.

Als er eines Tages von der Schule nach Hause kam,

steckte in seinem Briefkasten ein dicker Umschlag. Er kam

von Komatsu und war mit dem Logo des Verlags und sechs

Express-Stempeln versehen. Tengo ging hinauf in seine

Wohnung, um ihn zu .ffnen. Er enthielt Kopien der

Rezensionen von Die Puppe aus Luft und einen Brief. Wie

üblich hatte Komatsu das Papier so eng beschrieben, dass

es eine Weile dauerte, ihn zu entziffern.

.Lieber Tengo,

im Augenblick gibt es nichts Neues. Wo Fukaeri sich

aufh.lt, ist noch immer ungekl.rt. Glücklicherweise

besch.ftigen sich die Illustrierten und das Fernsehen im

Augenblick vornehmlich mit ihrem Lebenslauf. Das schadet

uns nicht. Das Buch verkauft sich immer besser. Es ist

schwer zu sagen, ob man sich dazu gratulieren sollte. Auf

jeden Fall ist der Verlag ziemlich angetan, und ich habe ein

Anerkennungsschreiben vom Chef und einen Bonus

erhalten. Seit zwanzig Jahren arbeite ich nun in dem Laden,

aber das war das erste Lob, das sie mir spendiert haben. Die

würden Augen machen, wenn sie die Wahrheit wüssten.

Ich würde zu gern die Gesichter sehen.

Ich lege Kopien der bisher zu Die Puppe aus

Luft erschienenen Besprechungen und der Artikel bei, die

damit zu tun haben. Wenn du Zeit hast, kannst du sie ja

mal lesen. Zu künftigem Nutzen. Bestimmt ist auch für dich

etwas Interessantes dabei. Zu lachen gibt es da jede Menge,

wenn dir danach ist.

Ein Bekannter hat kürzlich ein paar Recherchen über

diese .Stiftung zur F.rderung der neuen japanischen

Wissenschaften und Künste. für mich angestellt. Der

Verein wurde schon vor einigen Jahren gegründet, ist

genehmigt und agiert tats.chlich. Sie haben ein Büro und

liefern einen j.hrlichen Kassenbericht ab. Sie w.hlen

immer ein paar Wissenschaftler und Schriftsteller aus, die

sie ein Jahr lang finanziell unterstützen. Zumindest

behaupten sie das. Woher die Knete stammt, ist

unbekannt. Jedenfalls hat mein Bekannter ganz offen

ge.u.ert, dass die Sache ihm verd.chtig vorkommt. Unter

Umst.nden handelt es sich um eine Scheinfirma, um

Steuern zu hinterziehen. Wenn man genauer nachforschen

würde, bek.me man vielleicht etwas heraus, mir fehlt dazu

nur die Zeit. Aber warum sollten diese Leute einem v.llig

Unbekannten wie dir drei Millionen Yen geben wollen? Das

ergibt nicht den geringsten Sinn, ich habe es ja schon am

Telefon gesagt. Da muss etwas dahinterstecken. Es ist nicht

auszuschlie.en, dass die Vorreiter ihre Finger im Spiel

haben. Das hie.e, sie h.tten Wind davon bekommen, dass

du etwas mit Die Puppe aus Luft zu tun hast. Auf alle F.lle

w.re es das Klügste, sich nicht mit diesem Verein

einzulassen..

Tengo steckte den Brief in den Umschlag zurück. Warum

Komatsu ihm wohl extra geschrieben hatte? Es sah ihm

eigentlich nicht .hnlich, den Rezensionen auch noch einen

Brief beizufügen. Wenn es etwas zu besprechen gab, h.tte

doch der übliche Anruf genügt. Mit dem Brief hinterlie. er

immerhin einen schriftlichen Beweis. Ausgeschlossen, dass

der misstrauische Komatsu sich dessen nicht bewusst war.

Und die M.glichkeit, dass Tengos Telefon abgeh.rt wurde,

beunruhigte ihn noch mehr.

Tengo warf einen Blick auf das Telefon. Abgeh.rt? Der

Gedanke war ihm bisher nie gekommen. Aber wenn er es

sich genau überlegte, hatte ihn ungef.hr seit einer Woche

niemand angerufen. Vielleicht war es ja schon allgemein

bekannt, dass sein Telefon abgeh.rt wurde. Nicht einmal

seine Freundin, die gern telefonierte, hatte sich gemeldet.

Und nicht nur das. Sie hatte ihn am Freitag der

vergangenen Woche versetzt. Das war bisher noch nie

vorgekommen. Sonst hatte sie immer vorher angerufen,

wenn sie verhindert war. Meist war dann eines ihrer Kinder

krank, es waren Ferien, oder sie hatte pl.tzlich ihre Tage

bekommen. Doch am letzten Freitag war sie einfach nicht

erschienen. Tengo hatte eine Kleinigkeit zu Mittag

vorbereitet und vergeblich gewartet. Vielleicht hatte sich

etwas Unvorhergesehenes ergeben, aber dass sie sich auch

danach überhaupt nicht gemeldet hatte, war .u.erst

ungew.hnlich. Aber er konnte ja von sich aus keine

Verbindung zu ihr aufnehmen.

Tengo gab es auf, über seine Freundin und das Telefon

nachzudenken, setzte sich an den Küchentisch und las der

Reihe nach die Artikel, die Komatsu ihm geschickt hatte.

Sie waren nach ihrem Erscheinen geordnet, und Namen

und Datum der Zeitung oder Zeitschrift standen mit

Kugelschreiber am linken Rand. Wahrscheinlich hatte er

eine Praktikantin damit beauftragt. Wenn er es irgendwie

vermeiden konnte, gab Komatsu sich mit solchen l.stigen

Kleinigkeiten nicht selbst ab. Fast alle Besprechungen

waren wohlwollend. Die meisten Rezensenten rühmten die

inhaltliche Tiefe und Kühnheit der Geschichte sowie den

pr.zisen Stil. .Es ist kaum zu glauben, dass dieses Werk

von einer 17-J.hrigen stammt., schrieben mehrere.

Gute Intuition, dachte Tengo.

Ein Artikel bezeichnete Fukaeri sogar als .eine Fran.oise

Sagan, die die Luft des magischen Realismus geatmet.

habe. Es gab ein paar Vorbehalte und Einschr.nkungen –

die Bedeutung einzelner Aussagen sei nicht ganz klar –,

aber insgesamt war man voll des Lobes.

Allerdings waren viele Kritiker hinsichtlich der Bedeutung

der Puppe aus Luft und der Little People verwirrt oder

unentschieden. .Die Geschichte ist sehr gelungen und

spannend, sie h.lt den Leser bis zum Schluss fest in ihrem

Bann, aber was die Puppe aus Luft und die Little People

angeht, l.sst man uns am Ende in einem geheimnisvollen

Bassin aus Fragezeichen zurück. Dies mag von der Autorin

beabsichtigt sein, doch wird es nicht wenige Leser geben,

die darin eine .Nachl.ssigkeit. sehen. Bei dem Werk einer

so jungen Frau kann man darüber hinwegsehen; doch sollte

die Autorin ihre schriftstellerischen Aktivit.ten künftig

fortführen wollen, wird sie gen.tigt sein, ihren allzu

suggestiven Stil einer ernsthaften Prüfung zu unterziehen.,

schloss eine der Besprechungen.

Tengo wunderte sich. Wenn einem Autor eine Geschichte

gelang, die .spannend. war und .den Leser bis zum

Schluss fest in ihrem Bann. hielt, konnte ihm doch

niemand mangelnde Sorgfalt vorwerfen, oder doch?

Aber er musste sich eingestehen, dass er es nicht genau

wusste. Vielleicht irrte er sich, und die Kritik des

Rezensenten war berechtigt. Schlie.lich war er selbst

regelrecht in die Redaktion des Manuskripts eingetaucht,

und damit war es ihm beinahe unm.glich, das Werk

unvoreingenommen und aus der Perspektive eines

Au.enstehenden zu betrachten. Die Puppe aus Luft und

die Little People waren inzwischen wie ein Teil von ihm.

Doch was sie bedeuteten, wusste er selbst nicht genau,

wenn er ehrlich war. Allerdings war das auch nicht

sonderlich wichtig für ihn. Viel bedeutsamer war die Frage,

ob er ihre Existenz akzeptieren konnte. Und das konnte er.

Es war ihm mühelos gelungen, an ihr tats.chliches

Vorhandensein zu glauben. Gerade deshalb hatte er ja so

tief in die überarbeitung eintauchen k.nnen. H.tte er die

Geschichte nicht so selbstverst.ndlich annehmen k.nnen,

w.re er – h.tte man ihm auch noch so viel Geld geboten

oder ihn noch so sehr bedroht – wohl kaum imstande

gewesen, an ihrer F.lschung mitzuwirken.

Natürlich war das nur seine pers.nliche Sichtweise, die er

niemand anderem aufzwingen konnte. Tats.chlich

empfand er aufrichtiges Mitgefühl für die guten M.nner

und Frauen, die nach der Lektüre von Die Puppe aus

Luft .in einem geheimnisvollen Bassin aus Fragezeichen.

zurückgeblieben waren. Vor seinem inneren Auge

erschienen in bunte Schwimmreifen gezw.ngte Leute, die

mit ratlosen Mienen in einem Becken voller Fragezeichen

umhertrieben. Und er trug die Verantwortung dafür.

Aber wer, dachte Tengo, kann schon allen Menschen

gerecht werden? Würden sich alle G.tter der Welt

versammeln, um die Atomwaffen und den Terrorismus

abzuschaffen, sie w.ren dazu nicht in der Lage. Weder

k.nnten sie die Dürren in Afrika beenden, noch John

Lennon wieder zum Leben erwecken. Würde es nicht im

Gegenteil sogar zu einer Spaltung und grausamen

Auseinandersetzungen zwischen ihnen kommen? Durch

die die Welt in noch gr..eres Unglück gestürzt würde?

War es verglichen damit nicht ein unendlich viel

harmloseres Vergehen, ein paar Leute für ein Weilchen in

einem geheimnisvollen Bassin aus Fragezeichen

schwimmen zu lassen?

Tengo las ungef.hr die H.lfte der Rezensionen von Die

Puppe aus Luft, die Komatsu ihm geschickt hatte, und

schob die übrigen ungelesen in den Umschlag zurück. Er

hatte sich nun eine ungef.hre Vorstellung verschaffen

k.nnen. Die Geschichte, die in Die Puppe aus Luft erz.hlt

wurde, erregte das Interesse vieler Menschen. Sie hatte

Tengo in ihren Bann gezogen, Komatsu und auch Professor

Ebisuno. Und eine erstaunliche Menge an Lesern. Was

wollte man mehr?

Am Dienstagabend gegen neun Uhr klingelte das Telefon.

Tengo las gerade und h.rte dabei Musik. Es war seine

liebste Stunde. Denn vor dem Schlafengehen nahm er sich

nur Bücher vor, die ihm gefielen. Wenn er sich müde

gelesen hatte, schlief er ein.

Es klingelte zum ersten Mal seit l.ngerer Zeit, und er

spürte etwas Unheilvolles in seinem L.uten. Komatsu war

es nicht. Seine Anrufe h.rten sich anders an. Tengo

z.gerte. Nachdem es fünfmal geklingelt hatte, nahm er den

Tonarm von der Schallplatte und hob den H.rer ab.

Vielleicht war es ja seine Freundin.

.Ist dort Kawana?., fragte die tiefe ruhige Stimme eines

Mannes in mittlerem Alter. Tengo konnte sich nicht

erinnern, sie schon einmal geh.rt zu haben.

.Ja., sagte Tengo vorsichtig.

.Entschuldigen Sie die sp.te St.rung. Mein Name ist

Yasuda., sagte der Mann. Sein Ton war neutral. Weder

freundschaftlich noch feindselig. Auch nicht besonders

dienstlich, ohne jedoch vertraulich zu sein.

Yasuda? Auch der Name sagte Tengo nichts.

.Ich habe Ihnen etwas auszurichten., sagte der andere. Er

machte eine winzige Pause, so als würde er ein Lesezeichen

zwischen die Seiten eines Buches legen. .Meine Frau kann

nicht mehr zu Ihnen kommen. Das war es, was ich Ihnen

sagen wollte..

Tengo schnappte nach Luft. Yasuda war der

Familienname seiner Freundin. Kyoko Yasuda, genau, so

hie. sie. Sie hatte nie einen Grund gehabt, ihren Namen in

seiner Gegenwart auszusprechen, deshalb war er ihm nicht

gleich eingefallen. Der Anrufer war ihr Mann. Tengo

schluckte schwer.

.Haben Sie mich verstanden?., fragte der Mann ohne die

geringste Regung in der Stimme. Zumindest nahm Tengo

nichts dergleichen wahr. Nur sein Tonfall hatte eine leichte

F.rbung. Eventuell stammte er aus Hiroshima oder Kyushu,

jedenfalls aus dem Südwesten. Tengo konnte das nicht

unterscheiden.

.Sie kann nicht kommen., wiederholte Tengo.

.Genau, sie kann Sie nicht mehr besuchen..

Tengo nahm all seinen Mut zusammen. .Was ist denn

mit ihr?., fragte er.

Schweigen. Unbeantwortet und ziellos hing Tengos Frage

im Raum. Schlie.lich ergriff der andere das Wort: .Meine

Frau wird Sie nie wieder in Ihrer Wohnung aufsuchen.

Mehr wollte ich Ihnen nicht mitteilen..

Der Mann wusste, dass Tengo und seine Frau miteinander

schliefen. Dass sie sich seit einem Jahr einmal pro Woche

trafen. Da war Tengo sich sicher. Merkwürdigerweise klang

die Stimme des anderen weder zornig noch bekümmert. Sie

hatte etwas v.llig Andersartiges an sich. Anstelle

pers.nlicher Gefühle schien sie einen objektiven

Katastrophenzustand zu konstatieren. Sie erinnerte Tengo

an einen verlassenen, verwilderten Garten oder an ein

Flussbett nach einer gro.en Flut.

.Ich verstehe nicht ….

.Belassen Sie es einfach dabei., unterbrach ihn der Mann.

In seiner Stimme war nun ein Anflug von Mattheit zu

h.ren. .Eins steht fest. Meine Frau ist verlorengegangen.

Sie wird nie mehr zu Ihnen kommen, ganz gleich in

welcher Form. So ist das..

.Verlorengegangen., wiederholte Tengo

geistesabwesend.

.Herr Kawana, auch ich würde dieses Telefonat lieber

nicht führen. Aber Sie derart im Ungewissen zu lassen h.tte

mich nicht ruhig schlafen lassen. Glauben Sie, es gef.llt

mir, über dieses Thema mit Ihnen zu sprechen?.

Als der andere schlie.lich schwieg, drang überhaupt kein

Ger.usch mehr aus dem H.rer. Der Mann schien von

einem unglaublich ruhigen Ort aus zu telefonieren. Oder

seine Gefühle erzeugten eine Art Vakuum, das alle

Schallwellen um ihn herum schluckte.

Ich muss etwas fragen, dachte Tengo. Sonst ist alles zu

Ende, und mir bleibt nichts au.er diesen unverst.ndlichen

Andeutungen. Ich darf das Gespr.ch nicht abbrechen

lassen. Doch der Mann hatte von vornherein nicht die

Absicht gehabt, ihm Einzelheiten mitzuteilen. Was sollte

man jemanden fragen, der gar nicht vorhatte, die Fakten

preiszugeben? Mit welchen Worten konnte Tengo in das

Vakuum vordringen? W.hrend er noch fieberhaft

überlegte, wurde die Verbindung ohne jede Vorwarnung

unterbrochen. Der Mann hatte ohne ein weiteres Wort

aufgelegt und sich damit entzogen. Wahrscheinlich für

immer.

Tengo hielt den stummen H.rer noch einen Moment ans

Ohr gepresst. Vielleicht konnte er so herausfinden, ob sein

Telefon abgeh.rt wurde. Er lauschte mit angehaltenem

Atem. Doch er nahm keine verd.chtigen Ger.usche wahr.

Nur seinen eigenen Herzschlag. W.hrend er darauf

lauschte, kam er sich vor wie ein gemeiner Dieb, der sich

n.chtens in die H.user anderer Menschen stahl. Der dort

im Dunkeln mit angehaltenem Atem lauerte, bis die

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