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作者: 当前章节:15397 字 更新时间:2026-6-19 08:06

wünschenswerten Einfluss..

.Hat das etwas mit den Little People zu tun?.

Es war ein Schuss ins Blaue gewesen, aber er brachte

Ushikawa unvermittelt zum Verstummen. Sein Schweigen

wog schwer wie ein schwarzer Stein auf dem Grund eines

tiefen Gew.ssers.

.Herr Ushikawa, ich will genau wissen, worum es geht.

Lassen Sie die R.tselspiele und reden Sie Klartext. Was ist

mit ihr?.

.Mit ihr? Ich wei. nicht, wen Sie meinen..

Tengo seufzte. Das Thema war zu heikel, um es am

Telefon zu besprechen.

.Herr Kawana, es tut mir leid, aber ich bin nicht mehr als

ein überbringer. Ein von einem Klienten geschickter Bote.

Man hat mir den Auftrag erteilt, mich m.glichst indirekt

und diffus zu .u.ern., sagte Ushikawa in vorsichtigem

Ton. .Es tut mir leid, wenn ich Sie ver.rgert habe, aber ich

muss mich so verschwommen ausdrücken. Offen gesagt ist

mein Wissen ziemlich begrenzt. Diese .sie., von der Sie

sprechen, kenne ich nicht. K.nnten Sie nicht etwas

konkreter werden?.

.Und was sind die Little People?.

.Also wirklich, Herr Kawana, von denen habe ich nun

überhaupt keine Ahnung. Abgesehen davon natürlich, dass

sie in dem Roman Die Puppe aus Luft auftreten. Aber aus

dem, was sich jetzt abspielt, schlie.e ich, dass Sie offenbar

in aller Unschuld irgendetwas freigesetzt und verbreitet

haben. Ohne selbst zu wissen, was. Etwas, das unter

Umst.nden ziemlich gef.hrlich werden k.nnte. Wie

gef.hrlich und in welcher Hinsicht, das wei. nur mein

Klient. Er besitzt gewisserma.en das Know-how, mit dem

man dieser Gefahr Herr werden k.nnte. Deshalb wollen wir

Ihnen eine helfende Hand entgegenstrecken. Und offen

gesagt, wir haben einen sehr langen Arm. Lang und stark..

.Wer ist überhaupt dieser Klient, von dem Sie da

sprechen? Hat er etwas mit den Vorreitern zu tun?.

.Ich bin – .h – leider nicht befugt, seinen Namen

preiszugeben., sagte Ushikawa bedauernd. .Aber er besitzt

gro.en Einfluss. Ach, was rede ich, geradezu

ehrfurchtgebietende Macht. Wir k.nnten uns hinter Sie

stellen. Wie sieht es aus? Das ist mein letztes Angebot, Herr

Kawana. Es steht Ihnen frei, es anzunehmen oder nicht.

Aber wenn Sie sich einmal entschlossen haben, gibt es so

leicht kein Zurück mehr. Deshalb denken Sie bitte sehr,

sehr gründlich nach. Sollten Sie aber nicht auf der richtigen

Seite stehen, k.nnte es – ebenfalls mit Verlaub gesagt –

gegebenenfalls und bedauerlicherweise auch geschehen,

dass so ein langer Arm, wom.glich unwillentlich, etwas für

Sie Unangenehmes bewirkt..

.Was denn zum Beispiel?.

Ushikawa antwortete nicht sofort. Von der anderen Seite

der Leitung war ein leicht schlürfendes Ger.usch zu h.ren,

als würde er sich Speichel aus den Mundwinkeln saugen.

.Konkret kann ich Ihnen das nicht sagen., sagte

Ushikawa. .So weit hat man mich nicht informiert. Deshalb

sind meine .u.erungen letzten Endes nur ganz

allgemeiner Natur..

.Und was habe ich freigesetzt?., fragte Tengo.

.Auch das wei. ich nicht., sagte Ushikawa. .Ich

wiederhole mich. Ich bin nicht mehr als ein Bote und

kenne die genauen Hintergründe der Situation nicht.

Meine Informationen sind begrenzt. Ihr Fluss ist nur noch

ein kümmerliches Rinnsal, wenn er unten bei mir

ankommt. Meine Befugnisse sind ebenfalls begrenzt, und

ich kann Ihnen nur das bestellen, was mir aufgetragen

wurde. Vielleicht fragen Sie sich, warum mein Klient sich

nicht direkt mit Ihnen in Verbindung setzt, das w.re doch

schneller. Warum muss er einen Dummkopf wie mich zu

seinem Boten machen? Tja, warum? Ich wei. es auch

nicht..

Ushikawa r.usperte sich und wartete auf die n.chste

Frage. Aber es kam keine. Also fuhr er fort.

.Sie hatten gefragt, was Sie freigesetzt haben, nicht

wahr?.

Tengo bejahte.

.Also, ich denke es mir so. Es ist nichts, das Ihnen jemand

anders einfach so mit einem Wort beschreiben k.nnte.

Wahrscheinlich müssen Sie selbst in die Welt hinausziehen

und es im Schwei.e Ihres Angesichts herausfinden.

Allerdings k.nnte es, wenn Sie es endlich herausgefunden

haben, bereits zu sp.t sein. Wie ich es sehe, besitzen Sie

eine besondere F.higkeit. Eine ausgezeichnete, eine sch.ne

F.higkeit, über die gew.hnliche Menschen nicht verfügen.

Das ist sicher. So ist auch der Einfluss dessen, was Sie

kürzlich geleistet haben, nicht zu untersch.tzen. Mein

Klient scheint diese Ihre F.higkeit sehr hoch einzusch.tzen

und bietet Ihnen daher das F.rdergeld an. Aber leider

reicht allein der Besitz dieser F.higkeit nicht aus. Unter

Umst.nden kann es sogar gef.hrlicher sein, ein

herausragendes Talent zu haben als gar keins. Das ist der

vage Eindruck, den ich von der ganzen Sache habe..

.Aber Ihr Klient verfügt über ausreichende Kenntnis und

Macht, um die Gefahr abzuwenden. Stimmt das?.

.Nein, das kann man so nicht sagen. Niemand kann das

behaupten. Sie k.nnen es sich vielleicht vorstellen wie

einen neuen Typ von ansteckender Krankheit. Man wei.

darüber Bescheid und hat einen Impfstoff zur Hand, der

gegenw.rtig auch gewissen Erfolg zeigt. Aber die Viren

bleiben am Leben und werden von sekündlich st.rker und

resistenter. Sie sind klug und z.h und k.mpfen gegen die

k.rpereigenen Abwehrstoffe an. Daher wei. man nicht, wie

lange der Impfstoff noch wirksam sein wird. Das ob der

Vorrat ausreicht. Und verst.rkt das Gefühl der Bedrohung

bei meinem Klienten..

.Und wozu braucht er mich?.

.Wenn ich – pardon – noch einmal den Vergleich mit der

ansteckenden Krankheit bemühen darf: Ihr spielt

m.glicherweise die Rolle der Haupttr.ger..

.Ihr?., fragte Tengo. .Meinen Sie damit Eriko Fukada

und mich?.

Ushikawa gab keine Antwort auf diese Frage. .Wenn Sie

mir einen Vergleich aus der griechischen Mythologie

gestatten, k.nnte man vielleicht sagen, ihr habt eine Art

Büchse der Pandora ge.ffnet, aus der alles M.gliche

entwichen ist. Meiner Einsch.tzung nach entspricht das in

etwa der Auffassung meines Klienten. Sie und Fukaeri sind

sich sozusagen zuf.llig begegnet und wurden zu einer

unvermutet m.chtigen Verbindung. Ihr habt euch

gegenseitig .u.erst wirkungsvoll erg.nzt, dem jeweils

anderen den Teil hinzugefügt, der ihm fehlte..

.Aber das ist im juristischen Sinn doch kein Verbrechen..

.Natürlich nicht, weder vor dem Gesetz noch vor der

Allgemeinheit. Aber wenn Sie mir erlauben, George Orwells

gro.en Klassiker zu zitieren – die Literatur ist eine

gro.artige Quelle für Zitate –, handelt es sich eventuell um

eine Art .Gedankenverbrechen.. Seltsamerweise befinden

wir uns gerade im Jahr 1984. Vielleicht besteht da irgendein

karmischer Zusammenhang. Aber, Herr Kawana, ich habe

heute Abend schon zu viel geredet. Und das sind ja alles

nicht mehr als unma.gebliche pers.nliche Vermutungen,

die jeder festen Grundlage entbehren. Doch da Sie mich

gefragt hatten, wollte ich Ihnen zumindest in groben Zügen

meinen Eindruck schildern..

Ushikawa schwieg, und Tengo überlegte. Nur pers.nliche

Vermutungen? Inwieweit konnte er das, was dieser Mann

sagte, für bare Münze nehmen?

.Ich muss allm.hlich zum Ende kommen., sagte

Ushikawa. .Angesichts der Wichtigkeit Ihrer Entscheidung

will ich Ihnen doch noch etwas Bedenkzeit einr.umen.

Aber nicht mehr sehr lange. Die Uhr tickt.

Ticktack, unaufh.rlich. überdenken Sie jetzt bitte noch

einmal unseren Vorschlag. Ich werde mich bald wieder bei

Ihnen melden. Gute Nacht. Es hat mich gefreut, mit Ihnen

zu sprechen. So, Herr Kawana, ich hoffe, Sie k.nnen nun

beruhigt einschlafen..

Nach diesen Worten legte Ushikawa auf. Sprachlos starrte

Tengo noch eine Weile auf den stummen H.rer, wie ein

Bauer in einer Dürreperiode auf eine welke Pflanze in

seiner Hand. In letzter Zeit neigten die Leute dazu,

unvermittelt aufzulegen, wenn sie mit ihm telefonierten.

Wie erwartet fand Tengo keinen Schlaf. Bis das bleiche

Licht des Morgens durch die Vorh.nge drang und die

standhaften Gro.stadtv.gel erwachten, um ihr schweres

Tagewerk zu beginnen, sa. er an die Wand gelehnt auf

dem Fu.boden und dachte an seine Freundin und den

langen starken Arm, der sich von irgendwoher nach ihm

ausstreckte. Doch all seine Gedanken führten zu nichts und

bewegten sich immer wieder ziellos im Kreis.

Tengo blickte um sich und seufzte. Er war v.llig und ganz

und gar allein. Was Ushikawa gesagt hatte, war nur allzu

wahr. Er hatte niemanden, auf den er sich stützen konnte.

KAPITEL 7

Aomame

Eine geheiligte St.tte

Das weitl.ufige Foyer im Hauptgeb.ude des Hotels Okura

erinnerte sie mit seiner hohen Decke und der ged.mpften

Beleuchtung an eine riesige, prunkvolle H.hle. Die

Stimmen der Menschen, die in den Sesseln sa.en und sich

unterhielten, hallten dumpf von den W.nden wider wie das

St.hnen von Lebewesen, denen die Eingeweide

herausgenommen wurden. Der Teppichboden war dick und

weich und lie. an dichtes altes Moos denken, wie es auf

Inseln am Polarkreis w.chst. Wie viele menschliche

Schritte er wohl im Lauf der Zeit in sich aufgenommen

hatte? Die M.nner und Frauen, die durch das Foyer gingen,

wirkten wie eine Schar Geister, die vor Ewigkeiten durch

einen Fluch dorthin verbannt worden waren und

unabl.ssig eine ihnen auferlegte Aufgabe wiederholen

mussten. M.nner, die ihre steifen Business-Suits wie

Rüstungen trugen, und junge schlanke Frauen, die

anl.sslich der in den verschiedenen S.len stattfindenden

Feierlichkeiten in elegante schwarze Kleider geschlüpft

waren. Ihre kostbaren, doch dezenten Schmuckstücke

gierten danach, das schwache Licht zu reflektieren, wie

Vampirv.gel nach Blut. Auf einem Sofa in der Ecke thronte,

volumin.s und ersch.pft wie ein betagtes K.nigspaar, das

seine Glanzzeit hinter sich hat, ein .lteres ausl.ndisches

Ehepaar.

Aomame mit ihrer hellblauen Baumwollhose, der

schlichten wei.en Bluse, den wei.en Turnschuhen und der

blauen Sporttasche von Nike passte nicht so recht in diese

traditionsreiche und bedeutungsvolle Umgebung.

Wahrscheinlich sehe ich aus wie ein von einem Gast

bestellter Babysitter, dachte sie, w.hrend sie in einem der

gro.en Sessel wartete. Aber da kann man nichts machen.

Schlie.lich mache ich hier keinen Anstandsbesuch. Die

ganze Zeit hatte sie das schwache Gefühl, beobachtet zu

werden. Doch obwohl sie sich immer wieder umschaute,

konnte sie niemanden entdecken, der diesen Anschein

erweckte. Egal, dachte sie. Wer gucken will, soll eben

gucken.

Als ihre Armbanduhr 18. 50 Uhr zeigte, erhob sie sich und

ging auf die Toilette. Ihre Sporttasche nahm sie mit. Sie

wusch sich die H.nde mit Seife und vergewisserte sich vor

dem gro.en fleckenlosen Spiegel, dass mit ihrem .u.eren

alles in Ordnung war. Sie atmete mehrmals tief ein und aus.

Noch nie hatte sie einen so gro.en Waschraum gesehen.

Vermutlich war er gr..er als die Wohnung, in der sie bis

jetzt gelebt hatte. .Das ist meine letzte Mission., sagte sie

leise zu ihrem Spiegelbild. Ich werde sie erfolgreich

beenden und verschwinden. Unvermittelt, wie ein Geist.

Heute bin ich noch hier. Morgen schon nicht mehr. In

wenigen Tagen werde ich einen anderen Namen und ein

anderes Gesicht haben.

Sie kehrte ins Foyer zurück und setzte sich wieder in

einen Sessel. Ihre Sporttasche, in der sich die kleine Pistole

mit sieben Schuss Munition und die geschliffene Nadel für

den Stich in den Nacken des Mannes befanden, stellte sie

auf einen Tisch neben sich. Ich muss Ruhe bewahren,

dachte sie. Es ist meine letzte und wichtigste Mission. Ich

muss sein wie immer – kaltblütig und hart.

Allerdings konnte sie nicht umhin zu bemerken, dass sie

sich eben nicht in ihrem gewohnten Zustand befand. Sie

bekam schlecht Luft, und auch das Tempo ihres

Herzschlags beunruhigte sie. Sie schwitzte unter den

Achseln. Ihre Haut prickelte. Das konnte nicht nur

Nervosit.t sein. Ich habe irgendeine Vorahnung, dachte sie.

Diese Vorahnung warnt mich. Klopft best.ndig an die Tür

meines Bewusstseins. Es ist noch nicht zu sp.t, hau ab,

vergiss alles.

Am liebsten w.re Aomame dieser Warnung gefolgt. H.tte

alles abgebrochen und w.re aus dem Hotelfoyer

verschwunden. Dieser Raum hatte etwas Unheilvolles an

sich. Ein Hauch von Tod lag über ihm. Ein stiller, dumpfer

Hauch von unentrinnbarem Tod. Aber sie konnte jetzt

nicht aufgeben und verschwinden. Das war nicht ihre Art.

Es waren sehr lange zehn Minuten. Die Zeit schien

überhaupt nicht zu vergehen. Sie sa. in ihrem Sessel und

versuchte ihre Atmung zu beherrschen. Die Foyergeister

stie.en unabl.ssig weiter ihre dumpfen Laute aus.

Ger.uschlos bewegten sie sich über die dicken Teppiche,

wie heimatlose Seelen auf der Suche nach einer Zuflucht.

Das Klirren, mit dem eine Kellnerin ein Tablett mit

Kaffeegeschirr absetzte, war das einzige definierbare

Ger.usch, das an Aomames Ohren drang. Und selbst ihm

wohnte eine verd.chtige Ambivalenz inne. Das war keine

gute Entwicklung. Wenn sie weiter so aufgeregt war, würde

sie im entscheidenden Augenblick versagen. Aomame

schloss die Augen und murmelte beinahe unwillkürlich das

Gebet, das sie, solange sie denken konnte, vor allen drei

Mahlzeiten hatte aufsagen müssen. Sie erinnerte sich noch

an jedes Wort, obwohl das alles so lange zurücklag.

Vater unser im Himmel. Geheiligt werde Dein Name,

Dein K.nigreich komme. Vergib uns unsere gro.e Schuld.

Gib uns Deinen Segen auf all unseren bescheidenen Wegen.

Amen.

Aomame musste widerwillig zugeben, dass dieses Gebet,

das ihr so viele Qualen bereitet hatte, ihr nun eine Hilfe

war. Der Klang der Worte beruhigte ihre Nerven, gebot

ihrer Angst Einhalt und half ihr, ihre Atmung zu regulieren.

Sie drückte die Finger auf beide Augenlider und

wiederholte im Geist immer wieder diese Zeilen.

.Frau Aomame?., sprach eine jugendliche M.nnerstimme

sie an.

Sie .ffnete die Augen und hob langsam den Kopf. Ihr

Blick fiel auf den Inhaber der Stimme. Zwei junge M.nner

standen vor ihr. Beide trugen die gleichen dunklen Anzüge.

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