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作者: 当前章节:15394 字 更新时间:2026-6-19 08:06

An Stoff und Verarbeitung sah man, dass es sich um keine

teuren Modelle handelte, sondern um Massenware, gekauft

wahrscheinlich bei einem Gro.h.ndler. Sie sa.en nicht

ganz perfekt, hatten aber – es grenzte an ein Wunder –

nicht eine Falte. Vielleicht wurden sie vor jedem Tragen

gebügelt. Keiner der beiden M.nner trug eine Krawatte.

Der eine hatte sein wei.es Hemd bis oben zugekn.pft, der

andere trug ein graues Shirt mit rundem, kragenlosem

Ausschnitt. Beide hatten derbe schwarze Lederschuhe an.

Der mit dem wei.en Hemd war etwa 1,85 Meter gro. und

hatte einen Pferdeschwanz. Seine Augenbrauen waren lang

und sch.n geschwungen wie ein Liniendiagramm, seine

Gesichtszüge ebenm..ig und kühl. Er h.tte Schauspieler

sein k.nnen. Der andere war etwa 1,65 und kahlgeschoren.

Er hatte eine breite Nase und einen kleinen Kinnbart, der

wie Schamhaar an einer verkehrten Stelle wirkte. Neben

dem rechten Auge hatte er eine kleine Narbe,

wahrscheinlich von einer Schnittwunde. Beide M.nner

waren schlank und ihre gebr.unten Gesichter schmal. Sie

hatten kein Gramm Fett zu viel. Die breiten Schultern der

Anzüge lie.en die Muskelpakete darunter erahnen. Beide

waren zwischen Mitte und Ende zwanzig. Ihre Augen

wirkten durchdringend und scharf. Wie Raubtiere auf der

Jagd machten sie keine unn.tigen Bewegungen.

Aomame sprang auf und schaute auf ihre Uhr. Die Zeiger

standen auf sieben. Sie waren auf die Minute pünktlich.

.Ja, das bin ich., sagte sie.

Die Gesichter der beiden blieben v.llig ausdruckslos. Sie

tasteten Aomame rasch mit ihren Blicken ab und schauten

auf die blaue Sporttasche neben ihr.

.Ist das alles, was Sie dabeihaben?., fragte der mit dem

rasierten Kopf.

.Ja., sagte Aomame.

.Gut. Gehen wir. Sind Sie so weit?., fragte er. Der mit

dem Pferdeschwanz sah Aomame nur schweigend an.

.Natürlich., sagte Aomame. Sie erriet, dass der Kleinere

vermutlich der .ltere von beiden war und das Kommando

hatte.

Gemessenen Schrittes durchquerte der Kahle vor ihr das

Foyer bis zu den Aufzügen für die G.ste. Aomame folgte

ihm, ihre Sporttasche in der Hand. Der mit dem

Pferdeschwanz kam in etwa zwei Metern Abstand

hinterher, sodass sie zwischen ihnen ging. Ein gut

eingespieltes Team, dachte Aomame. Sie hielten sich

kerzengerade, ihr Gang war kraftvoll und sicher. Der alten

Dame zufolge waren sie versierte Karatek.mpfer. Sie h.tte

sie wohl unm.glich au.er Gefecht setzen k.nnen, wenn sie

gegen beide gleichzeitig h.tte antreten müssen. Als

erfahrene Kampfsportlerin wusste Aomame das.

Andererseits strahlte keiner der beiden jene überw.ltigende

K.lte aus, die Tamaru umgab. Sie waren keine g.nzlich

überm.chtigen Gegner. Sollte es zu einem Kampf kommen,

müsste sie zuerst den kleinen Kahlkopf ausschalten, denn

er war die Schaltzentrale. Wenn sie es nur noch mit dem

Pferdeschwanz zu tun h.tte, würde sie vielleicht mit

knapper Not entkommen.

Die drei stiegen in den Aufzug. Der Pferdeschwanz

drückte auf den Knopf für den 6. Stock. Der Kahle stand

neben Aomame, der Pferdeschwanz hatte sich mit dem

Gesicht zu ihnen in der diagonal gegenüberliegenden Ecke

postiert. Alles ging wortlos vor sich. Die beiden waren

v.llig aufeinander eingespielt. Es war wie ein gelungenes

Doubleplay zwischen einem Second Baseman und einem

Shortstop.

Bei ihren überlegungen spürte Aomame pl.tzlich, dass

der Rhythmus ihres Atems und ihr Herzschlag sich wieder

beruhigt hatten. Keine Angst, dachte sie. Ich bin die, die ich

immer bin. Kaltblütig und hart. Alles wird gut laufen. Es

gibt keine b.sen Vorahnungen mehr.

Ger.uschlos .ffnete sich die Aufzugtür. Der

Pferdeschwanz hielt den .Tür auf.-Knopf gedrückt,

w.hrend der Kahle als Erster ausstieg. Erst als auch

Aomame drau.en war, nahm der Pferdeschwanz den

Finger von dem Knopf und verlie. den Aufzug. Der Kahle

ging vorneweg den Gang entlang, Aomame folgte ihm, und

der Pferdeschwanz bildete wie üblich das Schlusslicht. In

dem weitl.ufigen Flur war kein Mensch. Es war unendlich

still und unendlich sauber. Offenbar achtete man sehr

darauf, dass jeder Winkel des Geb.udes den Anforderungen

eines erstklassigen Hotels entsprach. Dass der

Zimmerservice ein Tablett mit Geschirr vor einer Tür

stehenlie., kam offenbar nicht vor. In den Aschenbechern

vor den Aufzügen lag nicht eine einzige Zigarettenkippe.

Die Blumen in den Vasen verstr.mten einen Duft wie

soeben frisch geschnitten. Nach mehreren Flurwindungen

machten die drei vor einer der Türen Halt. Der

Pferdeschwanz klopfte zweimal. Dann .ffnete er – ohne

eine Antwort abzuwarten – die Tür mit einer

Schlüsselkarte, betrat den Raum und blickte sich darin um.

Nachdem er sich vergewissert hatte, dass alles normal war,

nickte er dem Kahlen zu.

.Bitte, treten Sie ein., sagte der mit rauer Stimme.

Aomame ging hinein. Der Kahle folgte ihr, schloss die Tür

und legte von innen die Kette vor. Die Ausma.e des

Raumes überstiegen die eines normalen Hotelzimmers bei

weitem. Es gab darin eine gro.e Sitzgruppe und einen

Büroschreibtisch. Fernseher und Kühlschrank waren

ebenfalls riesig. Wahrscheinlich handelte es sich um den

Wohnraum einer besonderen Suite. Vom Fenster hatte man

einen Ausblick auf das n.chtliche Tokio, den man

sicherlich für einen horrenden Aufpreis buchen konnte.

Nach einem Blick auf seine Armbanduhr bot der Kahle

Aomame einen Platz auf dem Sofa an. Sie gehorchte. Die

blaue Sporttasche stellte sie neben sich.

.M.chten Sie sich umziehen?., fragte der Kahle.

.Wenn es geht., sagte Aomame. .In meinem Trikot kann

ich besser arbeiten..

Der Kahle nickte. .Vorher müssen wir Sie bitten, sich

kurz durchsuchen zu lassen. Es tut mir leid, aber das ist

Teil unserer Arbeit..

.Das geht schon Ordnung. Durchsuchen Sie mich ruhig.,

sagte Aomame. Keinerlei Anspannung mischte sich in ihre

Stimme. Sie klang sogar, als würde sie sich ein wenig über

die Nervosit.t der M.nner amüsieren.

Der Pferdeschwanz stellte sich neben sie und tastete sie

mit beiden H.nden ab, um sich zu vergewissern, dass sie

auch nichts Verd.chtiges an ihrem K.rper befestigt hatte.

Unter der dünnen blauen Baumwollhose und der Bluse

konnte man ohnehin nichts verstecken, und er h.tte gar

nicht gro. suchen müssen. Aber er folgte einem

festgelegten Protokoll. Seine H.nde schienen steif vor

Anspannung. Man konnte beim besten Willen nicht sagen,

dass er sonderlich geschickt war. Vielleicht hatte er noch

nie eine Frau durchsucht. An den Schreibtisch gelehnt,

beobachtete der Kahle, wie sein Kollege seine Pflicht

erfüllte.

Nach der etwas linkischen Leibesvisitation .ffnete

Aomame ihre Sporttasche. Neben einem einfachen

Schminkset und einem Taschenbuch lagen darin eine

dünne Sommerstrickjacke, ihr Sporttrikot sowie das gro.e

und das kleine Handtuch. Au.erdem eine kleine

perlenbestickte Handtasche, in der sich ihre Brieftasche,

ein Portemonnaie für Kleingeld und ein Schlüsselanh.nger

befanden. Aomame nahm einen Gegenstand nach dem

anderen heraus und reichte ihn dem Pferdeschwanz. Zum

Schluss holte sie den bewussten schwarzen Plastikbeutel

heraus und .ffnete den Rei.verschluss. Unterw.sche zum

Wechseln, Tampons und Monatsbinden befanden sich

darin.

.Da ich bei meiner Arbeit stark schwitze, brauche ich

W.sche zum Wechseln., sagte Aomame. Sie nahm die

wei.e Spitzenunterw.sche heraus und machte Anstalten,

sie vor dem Mann auszubreiten. Der Pferdeschwanz

err.tete ein wenig und nickte mehrmals kurz, als wolle er

sagen, ich verstehe, danke, das genügt. Aomame fragte sich,

ob er wom.glich nicht sprechen konnte.

Sie packte ihre Unterw.sche und die Hygieneartikel in

aller Ruhe wieder in den Beutel, zog den Rei.verschluss zu

und legte ihn zurück in die Tasche, als sei nichts gewesen.

Diese Typen sind tats.chlich Amateure, dachte sie. Wer

beim Anblick von Damenunterw.sche und Monatsbinden

rot wird, ist als Bodyguard nicht geeignet. Tamaru h.tte in

einem Fall wie diesem jede Frau von Kopf bis Fu.

durchsucht, und wenn es Schneewittchen pers.nlich

gewesen w.re. Er h.tte alles, Büstenhalter, Hemdchen und

H.schen, hervorgekramt und sich mit eigenen Augen bis

auf den Grund des Beutels von dessen Inhalt überzeugt. Für

ihn waren Dessous – das hatte natürlich auch etwas damit

zu tun, dass er durch und durch schwul war – nicht mehr

als Stoffstücke. Zumindest h.tte er den Beutel in die Hand

genommen und sein Gewicht geprüft. Auf diese Weise

h.tte er die in das Taschentuch gewickelte Heckler & Koch

(sie wog immerhin fast 500 Gramm) und das

Hartschalenetui mit dem Eispick garantiert entdeckt.

Die beiden hier waren wirklich keine Profis. Vielleicht

konnten sie ganz gut Karate. Und sicher hatten sie ihrem

Leader unbedingte Treue geschworen. Aber Amateur blieb

eben doch Amateur. Wie die alte Dame gesagt hatte.

Aomames Vermutung, dass sie sich an einen Beutel mit so

vielen weiblichen Accessoires nicht heranwagen würden,

hatte sich best.tigt. Natürlich war das ein gewagtes Spiel

gewesen, aber im Grunde hatte sie mit keinem anderen

Ausgang gerechnet. Alles, was sie hatte tun k.nnen, war

beten. Aber sie hatte es gewusst. Beten half.

Aomame zog sich in dem ger.umigen Ankleidezimmer

um und legte ihre Bluse und die Baumwollhose gefaltet in

die Tasche. Sie vergewisserte sich, dass ihr Haar fest sa.,

und sprühte sich etwas Atemspray in den Mund. Sie nahm

die Heckler & Koch aus dem Beutel. Nachdem sie die

Toilettenspülung bet.tigt hatte, um das Ger.usch zu

übert.nen, zog sie den Schlitten zurück und lie. die

Patrone in die Kammer. Anschlie.end entsicherte sie die

Waffe. Das Etui mit dem Eispick kam griffbereit ganz oben

in die Tasche. Nun wandte sie sich dem Spiegel zu und

entspannte ihre Züge. Ganz ruhig. Bis jetzt hast du dich

tapfer geschlagen.

Als Aomame aus dem Ankleidezimmer kam, stand der

Kahle in aufrechter Haltung mit dem Rücken zu ihr und

telefonierte leise. Sobald er Aomame bemerkte, unterbrach

er sein Gespr.ch und legte ruhig auf. Prüfend musterte er

sie in ihrem Adidas-Trikot.

.Sind Sie so weit?., fragte er.

.Jederzeit., sagte Aomame.

.Vorher h.tte ich noch eine Bitte..

Aomame schenkte ihm die Andeutung eines L.chelns.

.Ich m.chte, dass Sie über den heutigen Abend

Stillschweigen bewahren., sagte er. Er machte eine kleine

Pause und wartete, dass seine Botschaft in Aomames

Bewusstsein drang. Als würde er darauf warten, dass

vergossenes Wasser in einen trockenen Boden einsickerte

und verschwand. Aomame sah ihn wortlos an. Der Kahle

fuhr fort.

.Vielleicht ist es nicht besonders vornehm, darauf

hinzuweisen, aber man beabsichtigt, Ihnen ein

ansehnliches Honorar zu zahlen. Und Sie von nun an

eventuell noch .fter hierherzubemühen. Daher vergessen

Sie bitte alles, was heute hier geschieht. Was Sie sehen, was

Sie h.ren, alles..

.Es ist mein Beruf, auf diese Weise mit menschlichen

K.rpern umzugehen., sagte Aomame in .u.erst kühlem

Ton. .Und ich bin mir meiner Verpflichtung zur Diskretion

bewusst. Unter keinen Umst.nden werden Informationen,

die die pers.nliche Physis meines Klienten betreffen, diese

R.umlichkeiten verlassen. Da müssen Sie sich keine Sorgen

machen..

.Gut. Mehr wollte ich nicht h.ren., sagte der Kahle.

.Allerdings geht das, was ich meine, über die

herk.mmliche Bedeutung von Diskretion hinaus. Bitte

seien Sie sich dessen bewusst. Der Ort, den Sie gleich

betreten werden, ist sozusagen eine geheiligte St.tte..

.Eine geheiligte St.tte?.

.Es klingt vielleicht übertrieben, ist es aber nicht. Was Sie

jetzt sehen und mit Ihren H.nden berühren werden, ist

heilig. Es gibt keinen passenderen Ausdruck dafür..

Aomame nickte nur stumm. Lieber nichts Unn.tiges

sagen.

Der Kahle sprach weiter. .Es tut mir leid, aber wir haben

Ihre pers.nlichen Hintergründe untersucht. Das ist Ihnen

sicher nicht angenehm, aber es musste sein. Wir haben

gewichtige Gründe..

W.hrend sie ihm zuh.rte, sah sie sich nach dem

Pferdeschwanz um. Er sa. mit geradem Rücken auf einem

Stuhl neben der Tür, beide H.nde auf die Knie gelegt und

das Kinn eingezogen. Seine Haltung war v.llig unbewegt,

als würde er für eine Fotografie posieren. Dabei lie. er

Aomame kein einziges Mal aus den Augen.

Der Kahle warf einen kurzen Blick nach unten, wie um

den abgewetzten Zustand seiner schwarzen Schuhe zu

überprüfen. Dann hob er den Kopf und sah Aomame an.

.Abschlie.end kann ich sagen, dass wir auf nichts gesto.en

sind, das ein Problem darstellen k.nnte. Deshalb haben wir

Sie heute hergebeten. Es hei.t, Sie seien eine sehr

kompetente Trainerin. Ihr Ruf ist ausgezeichnet..

.Vielen Dank., sagte Aomame.

.Wir haben erfahren, dass Sie selbst Zeugin Jehovas

waren. Das ist doch richtig?.

.Ja. Meine Eltern waren Mitglieder, und so war ich es

auch von Geburt an., sagte Aomame. .Nicht aus eigenem

Willen. Ich bin schon vor sehr langer Zeit ausgetreten..

Ob sie auch herausbekommen haben, dass Ayumi und ich

ab und zu in Roppongi M.nner aufgerissen haben? Nein, so

was interessiert sie nicht. Und selbst wenn sie es

herausgefunden haben, scheinen sie es nicht für wichtig

oder unverzeihlich zu halten. Sonst w.re ich ja jetzt nicht

hier.

.Auch das wissen wir., fuhr der Mann fort. .Immerhin

haben Sie eine gewisse Zeit in einer Gemeinschaft von

Gl.ubigen gelebt. W.hrend der Kindheit ist so etwas sehr

pr.gend. Daher verstehen Sie sicher ungef.hr, was es

bedeutet, wenn etwas heilig ist. Dieses Heilige ist die

bedeutendste Grundlage jedes Glaubens. Es gibt Bereiche

auf dieser Welt, die wir nicht betreten dürfen oder auf

keinen Fall betreten sollten. Dies anzuerkennen und ihnen

h.chste Ehrerbietung zuteil werden zu lassen, gilt allen

Glaubensrichtungen als wichtigstes Prinzip. Sie verstehen,

was ich Ihnen sagen m.chte?.

.Ich glaube schon., erwiderte Aomame. .Ob ich es

akzeptiere, ist eine andere Frage..

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