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作者: 当前章节:15394 字 更新时间:2026-6-19 08:06

.Ich sitze mit den anderen im selben Boot. Ich kann

unm.glich allein abhauen., sagte Tengo.

.Ich kann mich nur wundern., sagte Ushikawa und sah

tats.chlich verwundert aus. .Ich verstehe Sie nicht. Sie

sagen das, aber von diesen anderen Leuten schert sich doch

keiner um Sie. Also wirklich. Die haben Sie doch nur

benutzt und mit einem Taschengeld abgespeist. Und

deshalb sitzen Sie jetzt in der Patsche. Die verarschen Sie

nach Strich und Faden. Das kann einen doch nur in Rage

bringen. Also, ich w.re sauer, wenn jemand das mit mir

machen würde. Stattdessen verteidigen Sie die Leute auch

noch. Und reden davon, dass Sie nicht allein abhauen

k.nnen. Im selben Boot, dass ich nicht lache. Unfassbar!

Warum denn nur?.

.Einer der Gründe ist eine Frau namens Kyoko Yasuda..

Ushikawa griff nach seiner Tasse mit dem schon

abgekühlten Café au lait und trank, sichtlich angeekelt.

.Kyoko Yasuda?., fragte er dann.

.Sie wissen etwas über Kyoko Yasuda., sagte Tengo.

Ushikawa sah ihn verst.ndnislos und mit halboffenem

Mund an. .Nein, ganz ehrlich, ich wei. nichts von einer

Frau mit diesem Namen. Wirklich nicht, ich schw.re. Wer

ist das?.

Tengo blickte Ushikawa forschend ins Gesicht. Aber er

konnte nichts daraus ablesen.

.Eine Bekannte von mir..

.Eine gute Bekannte?.

Tengo gab ihm darauf keine Antwort. .Was ich wissen

will, ist, ob Sie ihr etwas angetan haben..

.Etwas angetan? Also wirklich. Absolut nicht., sagte

Ushikawa. .Ich lüge nicht. Wie ich bereits sagte, die Dame

ist mir g.nzlich unbekannt. Was sollte ich denn einer

Unbekannten antun?.

.Aber Sie haben gesagt, einer Ihrer mysteri.sen

Kundschafter h.tte mich gründlich durchleuchtet. Sie

haben ja sogar rausgekriegt, dass ich Eriko Fukadas

Manuskript umgeschrieben habe. Sie wissen fast alles über

mein Privatleben. Da kann ich mir doch denken, dass

dieser Kundschafter auch über meine Beziehung zu Kyoko

Yasuda Bescheid wei...

.Stimmt, der Kundschafter, den wir auf Sie angesetzt

hatten, hat wirklich ganze Arbeit geleistet und alles

M.gliche herausbekommen. Also vielleicht auch etwas

über Ihre Beziehung zu dieser Frau Yasuda. Aber wenn,

dann ist diese Information nicht bis zu mir gelangt..

.Kyoko Yasuda und ich haben uns einmal in der Woche

getroffen., sagte Tengo. .Heimlich. Denn sie hat Familie.

Und eines Tages ist sie einfach nicht mehr gekommen,

ohne abzusagen..

Ushikawa tupfte sich mit dem Taschentuch, mit dem er

seine Brille geputzt hatte, einen Schwei.tropfen von der

Nasenspitze. .Und jetzt, Herr Kawana, glauben Sie, wir

h.tten in irgendeiner Form mit dem Verschwinden dieser

verheirateten Dame zu tun. Ist das so?.

.Vielleicht haben Sie ihrem Mann gesagt, dass sie sich mit

mir trifft..

Ushikawa spitzte überrascht die Lippen. .Warum in aller

Welt h.tten wir so etwas tun sollen?.

Tengo stützte sich mit beiden H.nden auf den Knien auf.

.Was Sie bei unserem letzten Telefongespr.ch gesagt

haben, hat mich verunsichert..

.Was habe ich denn gesagt?.

.Sobald man ein gewisses Alter überschritten habe, sei

das Leben nicht mehr als ein st.ndiger Verlustprozess, im

Zuge dessen nacheinander alles M.gliche verlorengeht.

Wie bei einem Kamm die Zinken. Ein wichtiger Gegenstand

nach dem anderen würde einem entgleiten. Geliebte

Menschen würden verschwinden. Solche Sachen eben.

Erinnern Sie sich?.

.Ja, kann sein, dass ich letztes Mal solches Zeug geredet

habe. Aber, wissen Sie, Herr Kawana, das waren doch

letzten Endes nur Allgemeinpl.tze. Meine dummen,

unma.geblichen Ansichten über die Einsamkeit und H.rte

des Alters. Nichts davon deutete konkret auf diese Dame

mit Namen Yasuda hin oder wie sie hei.t..

.Aber in meinen Ohren klang es wie eine Drohung..

Ushikawa schüttelte mehrmals heftig den Kopf. .Seien Sie

nicht albern. So etwas ist doch keine Drohung. Das war

nicht mehr als meine pers.nliche Meinung. Ich schw.re,

von Frau Yasuda habe ich keine Ahnung. Sie ist also

verschwunden?.

.Und Sie haben gesagt., fuhr Tengo fort, .wenn ich nicht

auf Sie h.re, k.nnte das einen unliebsamen Einfluss auf die

Menschen in meiner Umgebung ausüben..

.Stimmt, das habe ich allerdings gesagt..

.Das war wohl auch keine Drohung?.

Ushikawa stopfte das Taschentuch in sein Jackett und

seufzte. .Vielleicht h.rt es sich wirklich ein bisschen an wie

eine Drohung, aber selbst das war letztlich nur ein

Allgemeinplatz. H.ren Sie, Herr Kawana, ich wei. rein gar

nichts über diese Frau Yasuda. Ich habe den Namen noch

nie geh.rt. Ich schw.re bei Myriaden von G.ttern..

Abermals musterte Tengo Ushikawas Gesicht. Vielleicht

wusste der Mann wirklich nichts über Kyoko Yasuda. Seine

ratlose Miene wirkte echt. Doch auch wenn er wirklich

nichts wusste, hie. das nicht, dass die nichts gemacht

hatten. Vielleicht war Ushikawa nur nicht informiert.

.Herr Kawana, vielleicht ist es überflüssig, Ihnen das zu

sagen, aber eine Beziehung zur Ehefrau eines anderen zu

haben ist gef.hrlich. Sie sind ein gesunder, lediger junger

Mann. Sie k.nnten so viele junge ledige Damen haben, wie

Sie wollen, ohne sich in Gefahr zu begeben., sagte

Ushikawa und leckte sich geschickt mit der Zunge die

Krümel aus den Mundwinkeln.

Tengos sah ihm schweigend dabei zu.

.Natürlich unterliegen die Beziehungen zwischen

M.nnern und Frauen nicht der Logik, und das System der

Monogamie birgt viele Widersprüche. Wenn diese Frau Sie

verlassen hat, w.re es dann nicht besser, die Sache auf sich

beruhen zu lassen? Ich sage das nur aus v.terlicher

Fürsorge. Was ich meine – also, es gibt Dinge auf dieser

Welt, von denen man besser nichts wei.. Das Gleiche gilt

zum Beispiel für Ihre Mutter. Es k.nnte Sie verletzen, wenn

Sie die Wahrheit erfahren. Und wenn man die Wahrheit

kennt, kommt man bisweilen nicht umhin, auch

Verantwortung zu übernehmen..

Tengo runzelte die Stirn und hielt den Atem an. .Sie

wissen etwas über meine Mutter?.

Ushikawa leckte sich beil.ufig die Lippen. .Ja, ein wenig.

Was unser Kundschafter eben herausgefunden hat. Falls Sie

also etwas über Ihre Frau Mutter erfahren m.chten, kann

ich Ihnen Auskunft geben. Soweit ich wei., sind Sie

aufgewachsen, ohne sie zu kennen. Allerdings sind auch

einige Informationen darunter, die nicht gerade erfreulich

zu nennen sind..

.Herr Ushikawa.. Tengo schob seinen Stuhl zurück und

stand auf. .Bitte gehen Sie jetzt. Ich m.chte nicht weiter

mit Ihnen reden, und ich m.chte auch nicht, dass Sie mich

je wieder aufsuchen. Lieber nehme ich den Schaden in

Kauf, als mit Ihnen Umgang zu pflegen. Ihr F.rdergeld

brauche ich nicht und auch keine Sicherheitsgarantie. Mein

einziger Wunsch ist es, Sie nie wiederzusehen..

Ushikawa zeigte überhaupt keine Reaktion.

Wahrscheinlich hatte er schon Schlimmeres zu h.ren

bekommen. In seinen Augen erschien sogar ein Leuchten,

fast ein L.cheln.

.Schon gut., sagte er. .Zumindest bin ich froh, dass ich

Ihre Antwort habe. Sie lautet Nein. Das Angebot ist

abgelehnt. Das ist klar und leicht verst.ndlich. Ich werde es

meinen Vorgesetzten bestellen. Schlie.lich bin ich ja nur

ein dummer Laufbursche. Auch wenn Sie uns eine Absage

erteilen, hei.t das noch nicht unbedingt, dass man Ihnen

schaden wird. Es kann sein, sagte ich nur. Sein kann auch,

dass alles ohne besondere Zwischenf.lle verl.uft. Das w.re

mir am liebsten. Nein, das ist nicht geheuchelt, ich hoffe es

wirklich von ganzem Herzen. Weil Sie mir sympathisch

sind, Herr Kawana. Auch wenn Sie ganz offensichtlich

keinen Wert auf meine Sympathie legen, aber da kann man

eben nichts machen. Denn ich bin ein unm.glicher Mann,

der unm.gliches Zeug redet. Selbst mein .u.eres ist hart

an der Grenze des guten Geschmacks. Ich war noch nie ein

Typ, der sich Mühe gibt, gemocht zu werden. Meinerseits

jedoch hege ich eine gewisse Sympathie für Sie, Herr

Kawana, auch wenn Sie sich dadurch vielleicht bel.stigt

fühlen. Ich glaube fest daran, dass Sie gro.e Leistungen

vollbringen werden..

Bei diesen Worten betrachtete Ushikawa die Finger seiner

beiden H.nde. Agile kurze Finger. Er drehte sie mehrmals

hin und her und stand schlie.lich auf.

.Dann werde ich mal aufbrechen. Tja, das war wohl das

letzte Mal, dass ich bei Ihnen vorgesprochen habe. Hoffen

wir, dass m.glichst alles so verl.uft, wie Sie es sich

erhoffen. Ich wünsche Ihnen Glück. Machen Sie es gut..

Ushikawa nahm seine abgewetzte Ledertasche, die er auf

dem Stuhl neben sich abgestellt hatte, und verschwand im

Gedr.nge der Cafeteria. Die Schüler und Schülerinnen, die

ihm im Weg standen, wichen automatisch vor ihm zurück

und bildeten eine Gasse. Wie Dorfkinder vor einem

bedrohlichen Menschenh.ndler.

Tengo rief vom Telefon im Empfang in seiner Wohnung

an. Er hatte vor, es dreimal klingeln zu lassen und dann

aufzulegen, doch schon beim zweiten Klingeln hob Fukaeri

ab.

.Wir hatten doch eigentlich ausgemacht, dass ich es

dreimal klingeln lasse und dann noch einmal anrufe., sagte

Tengo kraftlos.

.Ich hatte es vergessen., sagte Fukaeri ungerührt.

.Du solltest es doch nicht vergessen..

.K.nnen wir es noch einmal probieren., fragte Fukaeri.

.Nein, nicht n.tig. Jetzt bist du ja schon rangegangen. Ist

in meiner Abwesenheit etwas Au.ergew.hnliches

passiert?.

.Kein Anruf. Kein Besuch..

.Gut. Ich bin mit der Arbeit fertig und komme jetzt nach

Hause..

.Vorhin ist eine gro.e Kr.he am Fenster gelandet und hat

gekr.chzt., sagte Fukaeri.

.Die kommt jeden Abend. Mach dir keine Gedanken. Sie

stattet nur eine Art H.flichkeitsbesuch ab. Gegen sieben

bin ich da..

.Machen Sie lieber schnell..

.Warum?., fragte Tengo.

.Die Little People toben..

.Die Little People toben., wiederholte Tengo. .Hei.t das,

sie wüten in meiner Wohnung?.

.Nein. Irgendwo anders..

.Wo denn?.

.Weit weg..

.Aber du kannst es h.ren?.

.Ja, ich kann es h.ren..

.Hat das etwas zu bedeuten?., fragte Tengo.

.Es gibt vielleicht eine Katastrophe..

.Eine Katastrophe?. Er brauchte einen Moment, bis er sie

verstand. .Was denn für eine Katastrophe?.

.So genau wei. ich das nicht..

.Die Little People verursachen sie?.

Fukaeri schüttelte den Kopf. Ihr Kopfschütteln übertrug

sich durch den H.rer. Es hie., Ich wei. nicht. .Kommen

Sie lieber nach Hause, bevor das Gewitter anf.ngt..

.Was für ein Gewitter?.

.Die Bahnen fahren dann nicht mehr..

Tengo drehte sich um und sah eine Kr.he vor dem

Fenster. Es war ein heiterer wolkenloser Sommerabend. .Es

sieht aber nicht nach Gewitter aus..

.Das kann man nicht sehen..

.Ich beeile mich..

.Ist besser., sagte Fukaeri und legte auf.

Tengo verlie. die Eingangshalle der Yobiko und schaute

noch einmal zum klaren Abendhimmel hinauf. Mit

schnellen Schritten eilte er zum Bahnhof Yoyogi.

W.hrenddessen spulte sich in seinem Kopf wie bei einem

Tonband mit automatischer Wiederholfunktion immer

wieder ab, was Ushikawa gesagt hatte.

ES GIBT DINGE AUF DIESER WELT, VON DENEN MAN

BESSER NICHTS WEISS. DAS GLEICHE GILT ZUM

BEISPIEL FüR IHRE MUTTER. ES K.NNTE SIE

VERLETZEN, WENN SIE DIE WAHRHEIT ERFAHREN.

UND WENN MAN DIE WAHRHEIT KENNT, KOMMT

MAN BISWEILEN NICHT UMHIN, AUCH

VERANTWORTUNG ZU üBERNEHMEN.

Und irgendwo randalierten die Little People. Sie schienen

irgendetwas mit einem nahenden Unwetter zu tun zu

haben. Im Augenblick war der Himmel wundersch.n klar,

aber der .u.ere Anschein sagte gar nichts aus. Vielleicht

würde es donnern, regnen, und die Bahnen würden nicht

mehr fahren. Er musste schnell nach Hause. Fukaeris

Stimme hatte eine merkwürdige überzeugungskraft.

.Wir müssen unsere Kr.fte vereinen., hatte sie gesagt.

Ein langer Arm wird sich nach uns ausstrecken. Wir

müssen unsere Kr.fte vereinen. Denn wir sind das

ultimative Duo auf Erden.

The Beat Goes On.

KAPITEL 11

Aomame

Das Gute ist das Gleichgewicht an sich

Aomame breitete auf dem Teppich des Schlafzimmers die

Yogamatte aus blauem Schaumstoff aus, die sie

mitgebracht hatte. Dann bat sie den Mann, sein Hemd

auszuziehen. Er stand vom Bett auf und gehorchte. Ohne

Hemd wirkte er noch gewaltiger. Seine Brust war breit, aber

nicht fett, und sehr muskul.s. Auf den ersten Blick schien

sein K.rper v.llig gesund.

Nachdem Aomame ihn aufgefordert hatte, sich

b.uchlings auf die Yogamatte zu legen, griff sie nach

seinem Handgelenk, um den Puls zu fühlen. Er schlug

dumpf und schwer.

.Treiben Sie t.glich Sport?., fragte Aomame.

.Eigentlich nicht. Ich mache nur Atemübungen..

.Ist das alles, nur Atmen?.

.Es unterscheidet sich von gew.hnlichem Atmen..

.Vorhin im Dunkeln haben Sie so geatmet, nicht wahr?

Sehr tief ein und aus. Sie setzen dabei Ihre gesamte

Muskulatur ein..

Der Mann nickte aus seiner Bauchlage.

Aomame konnte es kaum glauben. Um so zu atmen,

brauchte man sicherlich sehr viel Kraft. Aber war es

tats.chlich m.glich, dass jemand allein durch eine

Atemtechnik einen so straffen, athletischen K.rper bekam?

.Was ich jetzt tue, wird mehr oder weniger schmerzhaft.,

sagte Aomame mit unbewegter Stimme. .Denn wenn es

nicht wehtut, hat es keine Wirkung. Aber ich kann den

Schmerz regulieren. Sollte er zu stark werden, dann bei.en

Sie nicht die Z.hne zusammen, sondern sagen Sie es mir

bitte..

Der Mann z.gerte kurz. .Den Schmerz, den ich noch

nicht kenne, m.chte ich erleben., sagte er dann in leicht

ironischem Ton.

.Schmerzen sind für niemanden ein Vergnügen..

.Je st.rker der Schmerz, desto gr..er die Wirkung. Oder

nicht? Schmerzen, die einen Sinn haben, kann ich

ertragen..

Aomame machte im Halbdunkel eine unverbindliche

Miene. .Ich verstehe., sagte sie. .Dann wollen wir es mal

ausprobieren..

Wie immer begann Aomame mit ihrem Stretching an den

Schulterbl.ttern. Schon bei der ersten Berührung fiel ihr

die Geschmeidigkeit der Muskulatur auf. Sie war gesund

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