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作者: 当前章节:15388 字 更新时间:2026-6-19 08:06

einmal, ob es sich um Schmerz, einen Juckreiz,

Wohlbehagen oder irgendeine Offenbarung handelte, h.tte

er zu sagen gewusst. Es gibt viele Arten zu sterben auf der

Welt, aber einen bequemeren Tod als diesen konnte es

nicht geben.

Wahrscheinlich hattest du einen viel zu angenehmen

Tod, dachte Aomame und verzog das Gesicht. Viel zu

leicht. Ich h.tte dir lieber mit einem Golfeisen zwei oder

drei Rippen brechen, dir richtig wehtun und am Ende den

Gnadentod gew.hren sollen. Denn eine Ratte wie du

verdient einen elenden Tod. Weil du genau das auch deiner

Frau angetan hast. Bedauerlicherweise hatte ich nicht die

Freiheit der Wahl. Mein Auftrag lautete, dich schnell und

unauff.llig, aber sicher ins Jenseits zu bef.rdern. Und

diesen Auftrag habe ich nun erfüllt. Gerade warst du noch

am Leben. Aber jetzt bist du tot. Ohne es selbst zu merken,

hast du die Schwelle vom Leben zum Tod überschritten.

Genau fünf Minuten presste Aomame die Gaze auf die

Wunde. Gewissenhaft und gerade so fest, dass ihr Finger

keinen Abdruck hinterlie.. W.hrend der gesamten Zeit

lie. sie den Sekundenzeiger ihrer Armbanduhr nicht aus

den Augen. Es waren lange fünf Minuten. Sie kamen ihr vor

wie eine Ewigkeit. Falls jetzt jemand die Tür .ffnen, das

Zimmer betreten und sehen würde, wie sie, die spitze

gef.hrliche Waffe in der einen Hand, den Finger auf den

Nacken des Mannes presste, w.re alles aus. Sie würde sich

nicht herausreden k.nnen. Wom.glich würde der

Zimmerkellner das Kaffeek.nnchen abr.umen wollen.

Wom.glich würde es gleich klopfen. Aber diese fünf

Minuten waren entscheidend, und sie konnte sie nicht

verkürzen. Um ihre Nerven zu beruhigen, atmete sie

langsam und tief ein und aus. Sie durfte sich nicht hetzen.

Durfte ihren kühlen Kopf nicht verlieren. Musste die harte,

kaltblütige Aomame sein, die sie immer war.

Sie konnte ihren Herzschlag h.ren. In ihrem Geist ert.nte

im Gleichklang das Thema der Fanfare von Janá.eks

Sinfonietta. Eine sanfte Brise strich lautlos über die grünen

Felder von B.hmen. Sie merkte, dass ihre Gefühle gespalten

waren. Einerseits drückte sie mit au.ergew.hnlicher

Kaltblütigkeit ihren Finger in den Nacken des Toten. Auf

der anderen Seite war sie jedoch v.llig ver.ngstigt. Am

liebsten h.tte sie alles stehen und liegen lassen und w.re

aus dem Zimmer geflohen. Ich bin gleichzeitig hier und

doch nicht hier, dachte sie. Ich bin an zwei Orten zugleich.

Ich versto.e gegen Einsteins Theorie, aber da kann man

nichts machen. Das ist das Zen des M.rders.

Endlich waren die fünf Minuten um. Doch Aomame fügte

sicherheitshalber noch eine hinzu. Noch eine Minute

warten. Bei einem so wichtigen Auftrag konnte man nicht

vorsichtig genug sein. Sie stand die fast endlose Minute

stoisch durch. Dann zog sie behutsam den Finger zurück

und untersuchte die Wunde mit ihrer Minitaschenlampe.

Die Nadel hatte weniger Spuren hinterlassen als ein

Mückenstich.

Ein durch das Eindringen der feinen Nadel in diesen

speziellen Punkt unterhalb des Gehirns herbeigeführter

Tod hatte die allergr..te .hnlichkeit mit einem

natürlichen Tod. Jeder normale Arzt würde das für

gew.hnliches Herzversagen halten. Der Mann hatte,

w.hrend er am Schreibtisch sa. und arbeitete, pl.tzlich

einen Herzinfarkt bekommen und war daran gestorben. Als

Folge von überarbeitung und Stress. Etwas Unnatürliches

war nicht zu entdecken, ebenso wenig bestand die

Notwendigkeit einer Obduktion.

Er war ein tüchtiger, vitaler Mann gewesen, hatte aber zu

viel gearbeitet. Er hatte viel verdient, aber nun, da er tot

war, nutzte ihm das auch nichts mehr. Auch wenn er einen

Anzug von Armani trug und in einem Jaguar herumfuhr,

war er letzten Endes eine Ameise. Arbeiten, nichts als

arbeiten, und dann ein sinnloser Tod. Nicht lange, und es

würde in Vergessenheit geraten, dass er überhaupt existiert

hatte. Der Arme, er war noch jung, würden die Leute

vielleicht sagen. Oder vielleicht auch nicht.

Aomame zog den Korken aus der Tasche und steckte die

Spitze der Nadel hinein. Sie wickelte ihre zierliche Waffe

wieder in das dünne Tuch und legte sie in das

Hartschalenetui, das sie tief in ihrer Umh.ngetasche

verstaute. Sie holte sich ein Handtuch aus dem Bad und

wischte alle Fingerabdrücke im Zimmer sorgf.ltig ab. Nur

auf dem Schaltbrett der Klimaanlage und am Türknauf

konnten welche sein. Sonst hatte sie nichts angefasst. Dann

legte sie das Handtuch zurück. Sie r.umte die Kaffeekanne

und die Tasse auf das Tablett vom Zimmerservice und

stellte es in den Gang. So würde der Kellner, der das

Geschirr abholen kam, nicht an die Tür klopfen, und die

Entdeckung der Leiche würde sich verz.gern. Im

günstigsten Fall würde sie erst nach dem Check-out am

n.chsten Tag gefunden werden, wenn das Zimmerm.dchen

zum Saubermachen kam.

Das Nichterscheinen des Mannes zu der am Abend

stattfindenden Konferenz würde eventuell dazu führen,

dass man ihn auf seinem Zimmer anrief. Aber niemand

würde abnehmen. M.glicherweise w.re jemand beunruhigt

und würde den Manager die Tür .ffnen lassen. Vielleicht

aber auch nicht. Das hing vom Verlauf der Dinge ab.

Aomame überzeugte sich vor dem Spiegel im

Badezimmer, dass ihre Kleidung nicht in Unordnung

geraten war. Sie schloss den obersten Knopf ihrer Bluse. Es

war nicht n.tig gewesen, ihr Dekolleté zu zeigen. Die miese

Ratte hatte ohnehin so getan, als sei sie Luft für ihn. Für

was hielt der sich eigentlich? Sie verzog das Gesicht. Dann

ordnete sie ihr Haar, massierte leicht mit den Fingern ihr

Gesicht, um die Muskeln zu lockern, und l.chelte

liebenswürdig in den Spiegel. Sie bleckte die wei.en Z.hne,

die sie erst kürzlich vom Zahnarzt hatte reinigen lassen. So,

jetzt werde ich das Zimmer mit der Leiche verlassen und in

die gute alte Wirklichkeit zurückkehren, dachte sie. Ich

muss einen atmosph.rischen Druckausgleich vornehmen.

Ich bin keine kaltblütige M.rderin. Ich bin eine charmante,

smarte Gesch.ftsfrau in einem scharfen Kostüm.

Aomame .ffnete die Tür einen Spalt, sondierte die

Umgebung und glitt, nachdem sie sich vergewissert hatte,

dass niemand im Flur war, aus dem Zimmer. Sie benutzte

nicht den Aufzug, sondern ging zu Fu. die Treppe

hinunter. Niemand achtete auf sie, als sie das Foyer verlie..

Sie straffte ihren Rücken, schaute nach vorn und ging rasch

davon. Nicht so schnell jedoch, dass sie Aufmerksamkeit

erregt h.tte. Sie war ein Profi. Ein fast perfekter Profi.

Wenn ich nur einen etwas gr..eren Busen h.tte, w.re ich

ein tadelloser Profi, dachte Aomame bedauernd. Wieder

verzog sie leicht das Gesicht. Aber da war nichts zu

machen. Man musste mit dem auskommen, was man hatte.

KAPITEL 4

Tengo

Wenn Sie m.chten

Tengo wurde vom Telefon geweckt. Laut Leuchtanzeige

seines Weckers war es kurz nach eins. Mitten in der Nacht

natürlich. Er wusste gleich, dass der Anruf von Komatsu

kam. Er kannte sonst niemanden, der ihn um ein Uhr

nachts anrufen würde. Und kein Mensch au.er Komatsu

würde es so hartn.ckig klingeln lassen und einfach nicht

aufgeben, bis der Angerufene abhob. Komatsu hatte kein

Gefühl für den richtigen Augenblick. Sobald ihm etwas

einfiel, rief er an. Die Uhrzeit spielte keine Rolle. Ob mitten

in der Nacht oder am frühen Morgen, in der

Hochzeitsnacht, auf dem Totenbett – der prosaische

Gedanke, dass er den Angerufenen eventuell st.ren k.nnte,

schien ihm nicht in seinen eif.rmigen Kopf zu kommen.

Aber das konnte er nicht bei allen machen. Immerhin war

auch Komatsu ein Mensch mit einem Arbeitsplatz und

einem Gehalt. Es war unm.glich, dass er dieses ungeh.rige

Verhalten unterschiedslos auf alle ausdehnte. Bei Tengo

ging das, weil dieser sein Partner war. Komatsu sah in ihm

mehr oder weniger eine Verl.ngerung seiner selbst. So

etwas wie seine Arme und Beine. Deshalb machte er keinen

Unterschied zwischen sich und ihm. Er rechnete fest damit,

dass, wenn er wach war, sein Freund auch wach sein

musste. Allerdings ging Tengo, sofern er nichts vorhatte,

um zehn Uhr schlafen und stand um sechs Uhr auf. Er

führte im Allgemeinen ein sehr geregeltes Leben. Er hatte

einen tiefen Schlaf. Aber wenn er einmal geweckt wurde,

konnte er nicht so leicht wieder einschlafen. Aus dem

Schlaf gerissen zu werden machte ihn nerv.s. Er hatte

Komatsu auch schon mehrmals darauf hingewiesen. Ihn

ausdrücklich gebeten, ihn nicht mehr mitten in der Nacht

aus dem Bett zu klingeln. Aber das war nicht anders, als

würde ein Bauer Gott bitten, vor der Ernte keinen

Heuschreckenschwarm zu schicken. .Einverstanden. Ich

werde dich nicht mehr nachts anrufen., sagte Komatsu.

Aber da dieses Versprechen keine festen Wurzeln in seinem

Bewusstsein schlug, wurde es beim ersten Regen sogleich

wieder davongespült.

Tengo kroch aus dem Bett und tastete sich murrend zum

Telefon in der Küche vor. W.hrenddessen klingelte es

unbarmherzig weiter.

.Ich habe mit Fukaeri gesprochen., sagte Komatsu,

indem er sich wie üblich die Begrü.ung schenkte und

umstandslos zur Sache kam. Kein .Hast du schon

geschlafen?. oder .Tut mir leid, dass ich so sp.t anrufe..

Tengo musste ihn unwillkürlich bewundern.

Er stand mit gerunzelter Stirn im Dunkeln und schwieg.

Wenn man ihn mitten in der Nacht aus dem Schlaf riss,

verweigerte sein Verstand eine Weile den Dienst.

.He, h.rst du mir zu?.

.Ja, ich h.re..

.Ich habe nur am Telefon mit ihr gesprochen. Die meiste

Zeit habe nur ich geredet, und sie hat zugeh.rt. Also, als

gespr.chig kann man sie nicht gerade bezeichnen. Sie ist

auf alle F.lle ein wortkarges M.dchen. Sie hat auch eine

ziemlich exzentrische Art zu sprechen. Das wirst du auch

noch merken. Jedenfalls habe ich ihr in groben Zügen

meinen Plan erkl.rt. Dass wir ihr helfen und .Die Puppe

aus Luft. zu dritt redigieren, es in eine bessere Form

bringen, und wie es w.re, den Debütpreis zu bekommen,

solches Zeug eben. So am Telefon wollte ich die Sache

m.glichst allgemein halten. Allzu offen darüber zu

sprechen k.nnte mir in meiner Position doch gef.hrlich

werden. über alles Konkrete muss man pers.nlich mit ihr

reden, sie treffen und fragen, ob sie Interesse daran hat

oder nicht..

.Und?.

.Sie hat nicht geantwortet..

.Wie, nicht geantwortet?.

Hier machte Komatsu eine effektvolle Pause. Er steckte

sich eine Zigarette in den Mund und zündete sie mit einem

Streichholz an. Es war durch das Telefon zu h.ren, und

Tengo sah ihn dabei ganz deutlich vor sich. Komatsu

benutzte kein Feuerzeug.

.Fukaeri sagt, sie m.chte dich zuerst kennenlernen.,

erkl.rte Komatsu, w.hrend er den Rauch ausstie.. .Ob sie

überhaupt Interesse an der Sache hat, hat sie nicht gesagt.

Weder, dass wir es machen dürfen, noch, dass sie nichts

davon wissen will. Sie wird uns ihre Antwort geben,

nachdem ihr euch getroffen und pers.nlich miteinander

gesprochen habt. Ziemlich verantwortungsbewusst, findest

du nicht?.

.Und?.

.Hast du morgen Abend schon was vor?.

Sein Unterricht an der Yobiko begann am Morgen und

endete um vier Uhr nachmittags. Glücklicher- oder

unglücklicherweise hatte er danach nichts geplant. .Nein.,

sagte Tengo.

.Dann sei bitte morgen Abend um sechs Uhr im

Restaurant Nakamura in Shinjuku. Ich reserviere einen

ruhigen Tisch ziemlich weit hinten auf meinen Namen. Das

geht auf Spesen, ihr k.nnt also essen und trinken, was ihr

wollt. Und dabei unterhaltet ihr beide euch mal

ausführlich..

.Das hei.t, Sie sind gar nicht dabei, Herr Komatsu?.

.Fukaeri hat es zur Bedingung gemacht, mit dir allein zu

sprechen. Im Augenblick ist es doch unn.tig, dass sie sich

mit mir trifft..

Tengo schwieg.

.Also dann., sagte Komatsu in aufger.umtem Ton,

.mach deine Sache gut, mein Freund. Du bist gro.

gewachsen und sympathisch. Vor allem bist du als Yobiko-

Lehrer den Umgang mit frühreifen Oberschülerinnen

gewohnt. Du bist also viel geeigneter für so was als ich. Es

w.re toll, wenn du sie überreden k.nntest, dir Vertrauen zu

schenken. Ich warte auf gute Nachricht..

.Halt, warten Sie. War das nicht alles von Anfang an Ihre

Idee? Ich habe Ihnen meine Entscheidung ja noch gar nicht

mitgeteilt. Schon neulich habe ich gesagt, dass ich den Plan

für zu riskant halte und nicht glaube, dass er sich so leicht

durchführen l.sst. Das wird doch garantiert ein Problem.

Ich kann ein M.dchen, das ich noch nie gesehen habe, ja

nicht überreden, wo ich mich selbst noch nicht entschieden

habe, ob ich die Sache übernehme oder nicht..

Komatsu schwieg einen Moment. Dann sagte er: .Ach,

Tengo, die Sache ist doch l.ngst ins Rollen gekommen. Wir

k.nnen den Zug jetzt nicht mehr anhalten und aussteigen.

Ich bin fest entschlossen. Und du bist doch auch schon

mehr als zur H.lfte entschlossen. Du und ich, wir sind eine

Schicksalsgemeinschaft..

Tengo schüttelte den Kopf. Schicksalsgemeinschaft? Du

meine Güte, wann hatte die Sache solche bombastischen

Dimensionen angenommen?

.Aber neulich haben Sie doch gesagt, ich k.nne mir Zeit

lassen und in Ruhe nachdenken..

.Das war vor fünf Tagen. Was hast du dir in Ruhe

überlegt?.

Tengo fehlten die Worte. .Ich bin noch zu keinem

Schluss gekommen., sagte er ehrlich.

.Aber du kannst dich doch trotzdem mit diesem

M.dchen, mit Fukaeri, treffen und mit ihr reden, oder?

Und anschlie.end dein Urteil f.llen..

Tengo presste die Fingerkuppen gegen die Schl.fe. Sein

Verstand arbeitete noch immer schwerf.llig.

.Einverstanden. Ich treffe mich für alle F.lle mal mit

Fukaeri. Morgen um sechs im Nakamura in Shinjuku. Ich

werde ihr alles mit meinen Worten erkl.ren. Mehr kann ich

nicht versprechen. Erkl.ren ja, aber überreden kommt

nicht in Frage..

.Das genügt. Selbstverst.ndlich..

.Was wei. sie über mich?.

.Das Wichtigste habe ich ihr erz.hlt. Dass du

neunundzwanzig oder drei.ig Jahre alt bist, ledig und an

einer Yobiko in Yoyogi als Mathematiklehrer arbeitest. Dass

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