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作者: 当前章节:15371 字 更新时间:2026-6-19 08:06

Und umgekehrt. Es ist diese Beschaffenheit der Welt, die

Dostojewski in Die Brüder Karamasow beschreibt.

Entscheidend ist, das Gleichgewicht zwischen den sich in

unabl.ssiger Bewegung befindlichen Kategorien von Gut

und B.se zu erhalten. Bekommt eine Seite das

übergewicht, wird es schwierig, eine realistische Moral

aufrechtzuerhalten. Ja, das Gleichgewicht an sich ist das

Gute. Und ich muss sterben, um dieses Gleichgewicht

herzustellen..

.Ich sehe keine Notwendigkeit mehr, Sie hier und jetzt zu

t.ten., sagte Aomame aufrichtig. .Sie wissen es

wahrscheinlich: Ich bin in der Absicht gekommen, Sie

umzubringen. Ein Mensch wie Sie darf nicht leben. Ich

hatte vor, Sie unter allen Umst.nden vom Angesicht dieser

Erde zu tilgen. Doch jetzt habe ich diese Absicht nicht

mehr. Sie leiden fürchterliche Schmerzen, und ich wei.

das. Von mir aus k.nnen Sie jetzt unter Qualen elendiglich

zugrunde gehen. Es liegt nicht in meinem Interesse, Ihnen

den Tod zu erleichtern..

Der Mann, der noch immer auf dem Bauch lag, nickte.

.Wenn du mich t.test, werden meine Leute dich so lange

jagen, bis sie dich finden.. Er duzte Aomame jetzt. .Sie

sind ein fanatischer Haufen, z.h und engstirnig. Mit mir

würde die Gemeinschaft ihre treibende, einigende Kraft

verlieren. Aber hat sich ein System wie dieses einmal

herausgebildet, beginnt es ein Eigenleben zu führen..

Aomame h.rte zu.

.Schlimm, was deiner Freundin passiert ist., sagte der

Mann.

.Meiner Freundin?.

.Die mit den Handschellen. Wie hie. sie noch?.

In Aomame kehrte pl.tzlich Ruhe ein. Sie hatte keine

widerstreitenden Gefühle mehr. Nur eine bleierne Stille

senkte sich über sie.

.Ayumi Nakano., sagte Aomame.

.Eine unglückselige Angelegenheit..

.Haben Sie das getan?., fragte Aomame kalt. .Haben Sie

Ayumi umgebracht?.

.Aber nein. Ich hatte keinen Grund, sie zu t.ten..

.Aber Sie wissen davon. Wer hat Ayumi umgebracht?.

.Unsere Kundschafter sind der Sache nachgegangen.,

sagte der Mann. .Wer es war, wissen wir noch nicht. Nur,

dass deine Freundin, die Polizistin, in einem Hotel von

jemandem erdrosselt wurde..

Aomame ballte ihre Rechte zu einer harten Faust. .Aber

Sie haben gesagt, .schlimm, was deiner Freundin passiert

ist...

.Ich konnte es nicht verhindern. Wer sie auch get.tet

haben mag, es ist immer das schw.chste Glied, auf das sie

als Erstes zielen. Wie W.lfe aus einer Herde Schafe das

schw.chste Tier ausw.hlen..

.Hei.t das, Ayumi war mein schw.chster Teil?.

Der Mann antwortete nicht.

Aomame schloss die Augen. .Aber warum mussten sie sie

t.ten? Sie war ein liebes M.dchen. Sie hat niemandem

etwas zuleide getan. Warum? Weil ich in diese

Sache verwickelt bin? Da h.tte es doch gereicht, mich aus

dem Weg zu r.umen..

.Dich k.nnen sie nicht vernichten..

.Warum nicht?., fragte Aomame. .Warum k.nnen die

mich nicht vernichten?.

.Weil du bereits zu einem besonderen Wesen geworden

bist..

.Ich bin ein besonderes Wesen?., sagte Aomame. .In

welcher Hinsicht?.

.Das wirst du bald herausfinden..

.Bald?.

.Wenn die Zeit dazu gekommen ist..

Aomame zog wieder eine Grimasse. .Ich verstehe nicht,

wovon Sie reden..

.Du wirst es verstehen..

Aomame schüttelte den Kopf. .Wie dem auch sei, an

mich kommen sie nicht heran. Also haben sie sich eine

Schwachstelle in meinem Umfeld gesucht. Um mich zu

warnen. Damit ich Sie nicht umbringe..

Der Mann schwieg. Ein zustimmendes Schweigen.

.Das ist furchtbar., sagte Aomame. Sie schüttelte den

Kopf. .Sie haben Ayumi get.tet, obwohl das nichts an der

Realit.t .ndert..

.Nein, sie sind keine M.rder. Sie lassen sich nicht dazu

herab, jemanden eigenh.ndig umzubringen. Was deine

Freundin get.tet hat, war etwas, das in ihr selbst angelegt

war. Früher oder sp.ter w.re es zu einer .hnlichen

Trag.die gekommen. Sie lebte riskant. Die haben nur den

Ansto. gegeben. Quasi die Einstellung des Timers

ge.ndert..

Die Einstellung des Timers?

.Ayumi war kein elektrischer Backofen. Sondern ein

lebendiger Mensch. Riskant oder nicht, sie hat mir viel

bedeutet. Und ihr habt sie mir einfach genommen. Sinnlos

und grausam..

.Dein Zorn ist gerechtfertigt., sagte der Mann. .Du

kannst ihn gern gegen mich richten..

Aomame schüttelte den Kopf. .Auch wenn ich Sie jetzt

erledige, macht das Ayumi nicht wieder lebendig..

.Aber du k.nntest den Little People damit einen Schlag

versetzen. Sozusagen Rache nehmen. Sie wollen nicht, dass

ich schon sterbe. Durch meinen Tod würde eine Lücke

entstehen. Zumindest zeitweilig, bis sie einen Nachfolger

finden. Für sie w.re das ein schwerer Schlag. Und zugleich

ein Vorteil für dich..

.Jemand hat einmal gesagt, nichts sei so kostspielig und

fruchtlos wie Rache..

.Winston Churchill. Allerdings hat er dies, soweit ich

mich erinnere, ge.u.ert, um das Haushaltsdefizit des

Britischen Empire zu entschuldigen. Der Satz hat keine

moralische Bedeutung..

.Moral interessiert mich nicht. Ihr K.rper wird von etwas

R.tselhaftem aufgezehrt, und Sie werden unter Schmerzen

sterben, ohne dass ich einen Finger krumm machen muss.

Warum sollte ich Mitleid haben? Wenn der Welt alle Moral

fl.ten geht und sie zusammenbricht, ist das nicht meine

Schuld..

Der Mann seufzte abermals tief. .Ich verstehe. Ich

verstehe dich sehr gut. Pass auf, ich biete dir eine Art

Gesch.ft an. Wenn du meinem Leben jetzt ein Ende setzt,

werde ich im Gegenzug dafür Tengo Kawanas Leben retten.

So viel Macht bleibt mir noch..

.Tengo., sagte Aomame. Alle Kraft wich aus ihrem

K.rper. .Von ihm wissen Sie auch!.

.Ich wei. alles über dich. Habe ich doch gesagt. Oder

sagen wir fast alles..

.Aber Sie k.nnen nicht meine Gedanken lesen. Nie habe

ich Tengos Namen auch nur einmal nach au.en dringen

lassen. Ich habe ihn immer für mich behalten..

.Aomame., sagte der Mann und stie. einen kurzen

Seufzer aus. .Nichts auf dieser Welt kann man immer für

sich behalten. Au.erdem spielt Herr Tengo Kawana –

zuf.llig, k.nnte ich wohl sagen – im Augenblick eine nicht

geringe Rolle für uns..

Aomame fehlten die Worte.

.Doch offen gestanden., sagte der Mann, .ist es nicht

blo. Zufall. Euer beider Schicksal hat sich nicht einfach nur

so ergeben. Es war euch bestimmt, diese Welt zu betreten.

Und seit ihr hier seid, hat jeder von euch, ob es ihm gef.llt

oder nicht, eine Aufgabe erhalten..

.Wir haben diese Welt betreten?.

.Ja. Das Jahr 1Q84..

.1Q84?., sagte Aomame. Wieder verzerrte sich ihr

Gesicht. Das war doch der Begriff, den sie selbst geschaffen

hatte!

.Genau. Das Wort, das du erfunden hast., sagte der

Mann, als h.tte er ihre Gedanken gelesen. .Ich habe mir

erlaubt, es zu verwenden..

1Q84 – Aomame formte das Wort in ihren Mund.

.Es gibt nichts auf dieser Welt, das man auf ewig für sich

behalten kann., wiederholte der Leader mit ruhiger

Stimme.

KAPITEL 12

Tengo

An den Fingern abz.hlen kann man sie nicht

Tengo beeilte sich, vom Bahnhof nach Hause zu kommen,

bevor es zu regnen anfing. Am Abendhimmel war noch

immer keine Wolke zu sehen. Es sah weder nach Regen

noch nach einem Gewitter aus. Er schaute sich um, aber es

war auch niemand mit einem Regenschirm unterwegs. Es

war ein milder Sommerabend, wie geschaffen für ein

Baseballspiel und ein Bier vom Fass. Dennoch war er

vorl.ufig geneigt, Fukaeris Worten Glauben zu schenken.

Das war besser, als ihr nicht zu glauben, fand Tengo. Sich

auf Erfahrung statt auf Logik zu verlassen.

Als Tengo den Briefkasten aufschloss, fand er einen

offiziell wirkenden Umschlag ohne Absender darin, den er

auf der Stelle .ffnete. Man benachrichtigte ihn, dass 1 627

534 Yen auf seinem Bankkonto eingegangen seien.

überwiesen hatte das Geld ein .Office ERI., vielleicht diese

Scheinfirma, die Komatsu gegründet hatte. Oder es

stammte von Professor Ebisuno. Komatsu hatte

irgendwann zu Tengo gesagt: .Er will dir zum Dank einen

Anteil von den Erl.sen aus der Puppe aus Luft zahlen..

Vielleicht war das dieser als Honorar für .Mitarbeit. oder

.Recherche. getarnte .Anteil.. Nachdem Tengo sich noch

einmal von der H.he des Betrags überzeugt hatte, schob er

die Benachrichtigung wieder in den Umschlag und steckte

ihn in die Tasche.

Eine Million und sechshunderttausend Yen waren für

Tengo ziemlich viel Geld (eigentlich sogar die gr..te

Summe, die er in seinem Leben jemals besessen hatte), aber

er war weder überrascht, noch freute er sich besonders.

Geld war im Augenblick für Tengo kein besonderes

Problem. Er hatte ein relativ festes Einkommen und musste

sich nicht sonderlich einschr.nken. Zukunftsangst hatte er

zumindest zum gegenw.rtigen Zeitpunkt auch nicht.

Dennoch schienen ihm alle irgendwelches Geld aufdr.ngen

zu wollen. Verkehrte Welt.

Was die überarbeitung des Textes anging, fand er, dass es

sich für eine Million sechshunderttausend Yen kaum

lohnte, sich in eine derart schwierige Lage zu begeben.

H.tte man ihn jedoch gefragt, was denn ein angemessenes

Honorar gewesen w.re, h.tte er auch keine Antwort

gewusst. Er wusste nicht einmal, ob es für solche

Scherereien überhaupt einen angemessenen Preis gab.

Sicher gab es vieles auf der Welt, dessen Wert sich nicht

ermessen oder mit Geld bezahlen lie.. Da sich Die Puppe

aus Luft weiter gut zu verkaufen schien, würden künftig

vielleicht noch mehr überweisungen erfolgen und dadurch

immer mehr Probleme entstehen. Weitere Honorare

würden das bestehende Ausma. seiner Verstrickung nur

noch weiter verst.rken.

Tengo nahm sich vor, die eine Million

sechshunderttausend Yen sofort am n.chsten Morgen an

Komatsu zurückzuschicken. Damit konnte er eine gewisse

Art von Verantwortung vermeiden. Zumindest hatte er

dann schon einmal formal ein Honorar abgelehnt.

Vielleicht würde ihn das erleichtern. Seiner moralischen

Verantwortung hatte er sich damit allerdings nicht

entledigt. Und das, was er getan hatte, nicht gerechtfertigt.

H.chstens würden ihm daraus mildernde Umst.nde

erwachsen. Oder aber er würde sich noch verd.chtiger

machen. Als würde er das Geld zurückgeben, weil er ein

schlechtes Gewissen hatte.

Er grübelte so sehr, dass er Kopfschmerzen bekam, und

beschloss, sich keine Gedanken mehr wegen der eine

Million sechshunderttausend zu machen. Er konnte sp.ter

noch in Ruhe darüber nachdenken. Geld war nicht lebendig

und lief nicht fort, selbst wenn man es eine Weile liegen

lie.. Wahrscheinlich nicht.

Die wichtigste Frage ist, wie ich mein Leben neu

ausrichte, dachte Tengo, w.hrend er zu seiner Wohnung in

den zweiten Stock hinaufstieg. Der Besuch in dem

Sanatorium an der Südspitze der Boso-Halbinsel hatte ihn

so gut wie überzeugt, dass der Mann dort wahrscheinlich

nicht sein richtiger Vater war. Er war an einem neuen

Ausgangspunkt angelangt, der ihm vielleicht genau die

richtige Gelegenheit bot, alle .rgernisse hinter sich zu

lassen und ein neues Leben anzufangen. Ein neuer

Arbeitsplatz, ein Ortswechsel, neue Beziehungen. Auch

wenn er es sich noch nicht v.llig zutraute, stieg in ihm

doch die Ahnung von einem stimmigeren Leben auf.

Allerdings musste er zuvor noch einiges in Ordnung

bringen. Er konnte nicht pl.tzlich verschwinden und

Fukaeri, Komatsu und Professor Ebisuno einfach

zurücklassen, auch wenn er ihnen gegenüber natürlich

keine moralische Verpflichtung oder Verantwortung hatte.

Sie hatten ihm, wie Ushikawa sagte, nur Scherereien

bereitet. Doch obwohl er von dem ganzen Komplott hinter

Die Puppe aus Luft nichts gewusst hatte und beinahe

unfreiwillig in die Sache hineingezogen worden war, hatte

er faktisch doch die ganze Zeit mitgemacht. Er konnte

nicht einfach sagen, ich wei. nicht weiter, seht zu, wo ihr

bleibt. Er wollte unbedingt einen Schlussstrich ziehen und

gereinigt von dannen gehen. Andernfalls w.re sein sch.nes

nagelneues Leben, das fleckenlos sein sollte, von Anfang an

beschmutzt.

Bei .Schmutz. fiel ihm Ushikawa ein. Tengo seufzte. Der

Mann besa. offenbar Informationen über seine Mutter, die

er, wie er behauptet hatte, sogar an Tengo h.tte

weitergeben k.nnen.

FALLS SIE ALSO ETWAS üBER IHRE FRAU MUTTER

ERFAHREN M.CHTEN, KANN ICH IHNEN AUSKUNFT

GEBEN. SOWEIT ICH WEISS, SIND SIE

AUFGEWACHSEN, OHNE SIE ZU KENNEN. ALLERDINGS

SIND AUCH INFORMATIONEN DABEI, DIE NICHT

GERADE ERFREULICH ZU NENNEN SIND.

Tengo hatte ihm nicht einmal geantwortet, denn er

verspürte nicht die geringste Neigung, ausgerechnet aus

Ushikawas Mund etwas über seine Mutter zu erfahren.

Alles, was aus dem Mund dieses Mannes kam, egal was es

war, konnte nur Unrat sein. Nein, Tengo wollte von solchen

Informationen nichts wissen. Erkenntnisse über seine

Mutter durften ihn nicht in Form bruchstückhafter

Hinweise erreichen, sondern mussten ihm als geschlossene

.Offenbarung. zuteil werden. Umfassend und lebendig

mussten sie sein, sozusagen ein Universum, das er sofort in

seiner Gesamtheit zu überblicken vermochte.

Natürlich konnte Tengo nicht wissen, ob ihm eine so

dramatische Er.ffnung eines Tages verg.nnt sein würde.

Vielleicht würde es niemals dazu kommen. Aber er

ben.tigte ein Ereignis von gewaltigen Ausma.en, das

diesen lebendigen .Tagtraum., der ihn seit Jahren stets

aufs Neue verwirrte und emotional aus der Bahn warf,

verdr.ngte und überdeckte. Nur so konnte es zu einer

Reinigung kommen. Stückweise verkaufte Informationen

nutzten ihm überhaupt nichts.

Es war viel, was Tengo durch den Kopf ging, w.hrend er

die Treppe in den zweiten Stock hinaufstieg.

Vor seiner Wohnung angekommen, kramte er den

Schlüssel hervor, steckte ihn ins Schlüsselloch und drehte

ihn um. Er klopfte dreimal und nach einer kurzen Pause

noch zweimal. Erst jetzt .ffnete er leise die Tür.

Fukaeri sa. am Tisch und trank Tomatensaft aus einem

hohen Glas. Sie trug noch die gleichen Sachen wie bei ihrer

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