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作者: 当前章节:15411 字 更新时间:2026-6-19 08:06

Ankunft: das gestreifte M.nnerhemd und die engen Blue

Jeans. Dennoch wirkte sie v.llig anders auf ihn als am

Morgen, was daran lag – Tengo brauchte einen Moment,

bis er es bemerkte –, dass sie ihre Haare

zusammengebunden und aufgesteckt hatte. Daher lagen

ihre Ohren und ihr Nacken nun ganz frei. Sie hatte

zierliche rosafarbene Ohren, die aussahen, als seien sie

gerade erst geformt und mit einer weichen Quaste gepudert

worden. Sie schienen eher aus .sthetischen Motiven

geschaffen zu sein, als dass sie der Aufnahme von

Ger.uschen dienten. Zumindest sahen sie in Tengos Augen

so aus. Der wohlgestaltete schlanke Hals darunter

schimmerte verlockend wie eine in verschwenderischem

Sonnenschein gereifte Frucht. Er war von einer

unendlichen Reinheit, wie gemacht für Marienk.fer und

Morgentau. Es war das erste Mal, dass er Fukaeri mit

aufgestecktem Haar sah, aber es war ein ans Wunderbare

grenzender Anblick, vertraut und sch.n zugleich. Tengo

blieb, obwohl er die Tür bereits hinter sich geschlossen

hatte, eine Weile im Flur stehen. Ihr entbl..ter Nacken

und ihre Ohren berührten ihn ebenso stark wie die

Nacktheit anderer Frauen, und das verwirrte ihn zutiefst.

Wie einem Forscher, der eine verborgene Quelle des Nils

entdeckt hat, verschlug es Tengo einen Moment lang die

Sprache. Die Hand noch immer am Türknauf, starrte er

Fukaeri mit halbgeschlossenen Augen an.

.Ich war gerade unter der Dusche., sagte sie zu Tengo,

der wie angewurzelt an der Tür stand. Sie sprach mit

ernster Stimme, als sei ihr gerade etwas sehr Wichtiges

eingefallen. .Ich habe Ihr Shampoo und Ihre Spülung

benutzt..

Tengo nickte. Dann riss er sich mit einer gewissen

Anstrengung endlich vom Türknauf los und schloss ab.

Shampoo? Spülung? Er betrat den Raum.

.Hat jemand von denen angerufen?., fragte Tengo.

.Niemand., sagte Fukaeri und schüttelte leicht den Kopf.

Tengo trat ans Fenster, schob den Vorhang ein wenig zur

Seite und sah nach drau.en. An der Szenerie vor seinem

Fenster war nichts Auff.lliges zu entdecken. Keine

verd.chtigen Personen, keine verd.chtigen parkenden

Autos. Nur der übliche langweilige Blick auf seine

langweilige Wohngegend. Die verkrüppelten B.ume am

Stra.enrand waren von grauem Staub bedeckt, die

Leitplanke war v.llig verbeult, und mehrere rostige

Fahrr.der, die niemand mehr abholen würde, standen

herum. An einem Zaun hing ein Schild mit einem Slogan

der Polizei: .Alkohol am Steuer ist eine Einbahnstra.e und

kommt teuer.. (Ob es bei der Polizei besondere Experten

für diese Sprüche gab?) Ein b.sartig aussehender alter

Mann führte einen b.sartig aussehenden Mischlingshund

spazieren. Eine dumm aussehende Frau fuhr in einem

h.sslichen Kleinwagen vorbei. übel aussehende

Stromleitungen hingen zwischen h.sslichen Strommasten.

Der Blick aus dem Fenster belegte einen Zustand der Welt,

der durch die ungehinderte Ausbreitung kleiner Welten,

von denen jede einzelne ihre eigene dezidierte Form hatte,

irgendwo zwischen .tragisch. und .freudlos. angesiedelt

war.

Andererseits existierten auf dieser Welt auch unleugbar

sch.ne Ansichten, wie Fukaeris Ohren und ihr Hals. Es war

nicht leicht zu entscheiden, auf was man mehr vertrauen

sollte. Tengo knurrte leise und tief wie ein gro.er

verwirrter Hund. Dann schloss er den Vorhang, um in seine

eigene kleine Welt zurückzukehren.

.Wei. Professor Ebisuno, dass du hier bist?., fragte

Tengo.

Fukaeri schüttelte den Kopf. Der Professor wusste nichts.

.Willst du ihm nicht Bescheid sagen?.

Fukaeri schüttelte den Kopf. .Kann nicht..

.Weil es gef.hrlich w.re?.

.Vielleicht geht das Telefon nicht und die Post auch

nicht..

.Also bin ich der Einzige, der wei., dass du hier bist..

Fukaeri nickte.

.Hast du Kleidung zum Wechseln und so was dabei?.

.Nur ein bisschen., sagte Fukaeri mit einem Blick auf ihre

Umh.ngetasche aus Segeltuch. Viel konnte nicht darin

sein.

.Aber das macht mir nichts aus., sagte das junge

M.dchen.

.Wenn es dir nichts ausmacht, macht es mir natürlich

auch nichts aus., sagte Tengo.

Tengo ging in die Küche und setzte einen Kessel mit

Wasser auf. Er füllte Teebl.tter in eine Teekanne.

.Kommt die Frau, mit der Sie befreundet sind., fragte

Fukaeri.

.Sie kommt nicht mehr., erwiderte Tengo kurz.

Fukaeri schwieg und sah Tengo ins Gesicht.

.Vorl.ufig nicht., fügte er hinzu.

.Das ist meine Schuld., fragte Fukaeri.

Tengo schüttelte den Kopf. .Wessen Schuld das ist, wei.

ich nicht. Aber deine ist es, glaube ich, nicht.

Wahrscheinlich meine. Und vielleicht auch ein bisschen

ihre eigene..

.Aber jedenfalls kommt sie nicht mehr..

.So ist es. Sie kommt nicht mehr. Wahrscheinlich.

Deshalb kannst du ruhig bleiben..

Fukaeri dachte eine Weile stumm darüber nach. .Sie ist

verheiratet., fragte sie dann.

.Ja, und sie hat zwei Kinder..

.Aber das sind nicht Ihre Kinder..

.Natürlich nicht. Sie hatte sie schon, bevor sie mich

kennenlernte..

.Sie haben sie geliebt..

.Vielleicht., sagte Tengo. Mit gewissen

Einschr.nkungen, fügte er bei sich hinzu.

.Sie hat Sie auch geliebt..

.Vielleicht. Bis zu einem gewissen Grad..

.Sie hatten Verkehr..

Tengo brauchte einen Moment, bis ihm einfiel, dass sie

mit diesem Wort wohl .Geschlechtsverkehr. meinte. Es

war kein Wort, das er aus Fukaeris Mund erwartet h.tte.

.Natürlich. Sie ist bestimmt nicht jede Woche

hergekommen, um mit mir Monopoly zu spielen..

.Monopoly., fragte Fukaeri.

.Ach, nichts., sagte Tengo.

.Aber jetzt kommt sie nicht mehr..

.Zumindest hat ihr Mann mir das gesagt. Sie sei

verlorengegangen und k.nne nicht mehr zu mir kommen..

.Verlorengegangen..

.Was das konkret bedeutet, wei. ich nicht. Ich habe ihn

gefragt, aber er hat es mir nicht gesagt. Im Leben gibt es

meist mehr Fragen als Antworten. Es ist ein ungleicher

Handel. M.chtest du Tee?.

Fukaeri nickte.

Tengo goss das kochende Wasser in die Kanne. Er setzte

den Deckel darauf und lie. den Tee ziehen.

.Da kann man nichts machen., sagte Fukaeri.

.Dagegen, dass es zu wenig Antworten gibt? Oder dass sie

verlorengegangen ist?.

Fukaeri gab keine Antwort.

Resigniert goss Tengo den schwarzen Tee in zwei

Teetassen. .Zucker?.

.Einen L.ffel., sagte Fukaeri.

.Zitrone oder Milch?.

Fukaeri schüttelte den Kopf. Tengo gab einen Teel.ffel

Zucker in ihre Tasse, rührte langsam um und stellte sie der

jungen Frau hin. Dann setzte er sich mit seinem Tee – er

trank ihn schwarz – ihr gegenüber an den Tisch.

.Der Verkehr hat Ihnen gefallen., fragte Fukaeri.

.Ob es mir gefallen hat, mit meiner Freundin zu

schlafen?. Tengo formulierte ihre Frage sicherheitshalber

noch einmal aus.

Fukaeri nickte.

.Ja, schon., sagte Tengo. .Ich habe eine gewisse Vorliebe

für den Verkehr mit dem anderen Geschlecht. Die meisten

Menschen m.gen das..

Und, dachte er bei sich, sie war sehr gut darin gewesen.

Genau wie es in manchen D.rfern einen Bauern gibt, der

ein besonderes H.ndchen für die Bew.sserung seiner

Felder hat, war sie gut in der Liebe gewesen. Wie gern sie

alles M.gliche ausprobiert hatte!

.Sie sind traurig, dass sie jetzt nicht mehr kommt., fragte

Fukaeri.

.Ja, schon, wahrscheinlich., sagte Tengo. Und trank von

seinem Tee.

.Weil es keinen Verkehr mehr gibt..

.Das spielt natürlich auch mit hinein..

Fukaeri blickte Tengo eine Weile direkt ins Gesicht. Es

schien, als würde sie über den Umstand des

Geschlechtsverkehrs nachdenken. Andererseits konnte

niemand je wissen, was Fukaeri wirklich dachte.

.Hast du Hunger?., fragte Tengo.

Fukaeri nickte. .Ich habe seit heute Morgen fast nichts

gegessen..

.Dann lass uns was zu essen machen., sagte Tengo. Auch

er hatte seit dem Morgen kaum etwas zu sich genommen

und spürte seinen leeren Magen. Au.erdem h.tte er auch

nicht gewusst, was sie sonst h.tten tun sollen.

Tengo wusch Reis, schaltete den Reiskocher ein und

bereitete, w.hrend der Reis garte, eine Misosuppe mit

Wakame-Algen und Frühlingszwiebeln, briet eine

getrocknete Rossmakrele, nahm Tofu aus dem

Kühlschrank, hackte Ingwer und rieb Rettich. Er w.rmte

etwas übriggebliebene Gemüsebrühe in einem Topf auf und

richtete eingelegte wei.e Rüben und Salzpflaumen an. Die

kleine, enge Küche wirkte noch enger, wenn der stattliche

Tengo darin herumwirtschaftete. Dennoch fühlte er sich

nicht eingeengt. Er war seit langem daran gew.hnt, mit

dem auszukommen, was er hatte.

.Leider kann ich nur ein paar Kleinigkeiten machen.,

sagte Tengo.

Fukaeri beobachtete, wie er geschickt herumhantierte.

.Sie sind daran gew.hnt zu kochen., sagte sie, nachdem sie

seine auf dem Tisch aneinandergereihten Erzeugnisse

interessiert betrachtet hatte.

.Das kommt, weil ich schon so lange allein lebe. Ich

koche rasch etwas für mich allein und esse es rasch für

mich allein..

.Sie essen immer allein..

.Ja. Ich esse nur ganz selten in Gesellschaft. Bis vor

kurzem habe ich einmal in der Woche mit dieser Frau zu

Mittag gegessen. Aber dass ich mit jemandem zu Abend

gegessen habe, ist schon eine Ewigkeit her..

.Es macht Sie nerv.s., fragte Fukaeri.

Tengo schüttelte den Kopf. .Nein, nicht besonders.

H.chstens beim Abendessen. Es fühlt sich etwas seltsam

an..

.Ich habe immer mit vielen Leuten zusammen gegessen.

Weil ich von klein auf mit so vielen Menschen

zusammengelebt habe. Auch beim Sensei essen wir immer

mit allen m.glichen Leuten. Weil er immer viel Besuch

hat..

Es war das erste Mal, dass Fukaeri mehrere S.tze am

Stück gesprochen hatte.

.Aber in deinem Versteck hast du die ganze Zeit allein

gegessen?., fragte Tengo.

Fukaeri nickte.

.Wo ist denn dieses Versteck, in dem du dich die ganze

Zeit aufgehalten hast?., fragte Tengo.

.Weit weg. Der Sensei hat es für mich besorgt..

.Und was hast du gegessen, als du allein warst?.

.Fertiggerichte. Abgepacktes., sagte Fukaeri. .Ein Essen

wie dieses habe ich schon lange nicht mehr bekommen..

Fukaeri l.ste sich langsam einige Bissen Makrele von den

Gr.ten, steckte sie in den Mund und kaute lange. Als würde

sie eine seltene Spezialit.t essen. Schlie.lich kostete sie

and.chtig von der Misosuppe und kam zu irgendeinem

Urteil. Danach legte sie die St.bchen auf dem Tisch ab und

hing ihren Gedanken nach.

Gegen neun glaubte Tengo, fernes Donnergrollen zu

h.ren. Als er den Vorhang ein wenig zurückschob und nach

drau.en blickte, zogen bedrohlich wirkende Wolken über

den dunklen Himmel heran.

.Du hattest recht. Es sieht nach Gewitter aus., sagte

Tengo und schloss den Vorhang.

.Das ist, weil die Little People toben., erkl.rte Fukaeri

mit ernstem Gesicht.

.Wenn die Little People toben, entstehen Unwetter?.

.Je nachdem. Es ist eine Frage, wie das Wetter es

aufnimmt..

.Wie das Wetter es aufnimmt?.

Fukaeri schüttelte den Kopf. .Ich wei. nicht genau..

Auch Tengo war etwas ratlos. Er hatte das Wetter stets für

eine unabh.ngige, objektive Gegebenheit gehalten. Aber

wahrscheinlich würde es zu nichts führen, auch wenn er

dieser Frage jetzt nachging. Also entschloss er sich, eine

andere Frage zu stellen.

.Sind die Little People zornig?.

.Sie wollen, dass etwas passiert., sagte Fukaeri.

.Was denn?.

.Wir werden es bald wissen..

Sie wuschen das Geschirr ab und r.umten es nach dem

Abtrocknen in den Schrank. Anschlie.end setzten sie sich

an den Tisch und tranken grünen Tee. Tengo h.tte sich

gern ein Bier genehmigt, aber er entschied sich, heute

lieber auf Alkohol zu verzichten. Es lag eine vage

Atmosph.re von Gefahr in der Luft. Für den Fall, dass etwas

geschah, sollte er seine Sinne m.glichst beisammen haben.

.Am besten, wir gehen früh schlafen., sagte Fukaeri. Und

legte beide H.nde an die Wangen, wie die schreiende

Person, die auf dem Bild von Edvard Munch auf der Brücke

steht. Nur, dass sie nicht schrie. Sie war blo. müde.

.Gut. Du kannst mein Bett nehmen. Ich schlafe auf dem

Sofa, wie letztes Mal., sagte Tengo. .Mach dir deshalb

keine Gedanken. Ich kann überall schlafen..

Das stimmte. Tengo besa. tats.chlich die F.higkeit,

binnen kürzester Zeit überall einzuschlafen. Man konnte es

fast eine Gabe nennen.

Fukaeri nickte nur und sah Tengo eine Weile

kommentarlos an. Dann berührte sie eines ihrer sch.nen,

taufrischen Ohren. Wie um sich zu vergewissern, dass es

noch richtig an seinem Platz sa.. .K.nnen Sie mir einen

Schlafanzug leihen. Ich habe keinen dabei..

Tengo holte aus einer Schublade in der

Schlafzimmerkommode einen Schlafanzug und reichte ihn

Fukaeri. Es war derselbe, den er ihr beim letzten Mal

gegeben hatte. Ein blauer Schlafanzug ohne Muster. Er

hatte ihn damals gewaschen und zusammengelegt.

Sicherheitshalber hielt er ihn an die Nase, roch aber nichts.

Fukaeri nahm den Pyjama, ging ins Bad, um sich

umzuziehen, und kehrte dann an den Tisch zurück. Sie

trug ihre Haare jetzt wieder offen. Wie damals hatte sie die

.rmel und Hosenbeine aufgekrempelt.

.Es ist noch vor neun., sagte Tengo mit einem Blick auf

die Wanduhr. .Gehst du immer so früh ins Bett?.

Fukaeri schüttelte den Kopf. .Heute ist eine Ausnahme..

.Weil drau.en die Little People toben?.

.Ich wei. nicht. Ich bin eben schon müde..

.Du siehst wirklich müde aus., gab Tengo zu.

.K.nnen Sie sich mit mir unterhalten oder mir vorlesen,

wenn ich im Bett bin., fragte Fukaeri.

.Gut., sagte Tengo. .Ich habe sowieso nichts vor..

Es war ein schwüler Abend, aber als Fukaeri im Bett war,

zog sie sich die Decke bis zum Hals, als wolle sie die .u.ere

Welt streng von ihrer eigenen getrennt halten. Aus

irgendeinem Grund sah sie im Bett wie ein kleines

M.dchen aus. Nicht .lter als zw.lf. Der Donner drau.en

wurde immer lauter. Offenbar war das Gewitter jetzt in

unmittelbarer N.he. Bei jedem Schlag erzitterten klirrend

die Scheiben. Doch seltsamerweise blitzte es nicht. Nur

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