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作者: 当前章节:15374 字 更新时间:2026-6-19 08:06

Donnerschl.ge krachten vom pechschwarzen Himmel. Es

sah auch nicht so aus, als würde es bald anfangen zu

regnen. Offenbar herrschte hier ein Ungleichgewicht.

.Sie sehen uns., sagte Fukaeri.

.Die Little People?., fragte Tengo.

Fukaeri antwortete nicht.

.Sie wissen, dass wir hier sind., sagte Tengo.

.Natürlich wissen sie das., sagte Fukaeri.

.Haben sie etwas mit uns vor?.

.Sie k.nnen uns nichts tun..

.Da bin ich froh., sagte Tengo.

.Im Moment..

.Sie k.nnen uns also im Moment nichts anhaben.,

wiederholte Tengo mit kraftloser Stimme. .Aber wir wissen

nicht, wie lange das so bleibt..

.Das wei. niemand., erkl.rte Fukaeri entschieden.

.K.nnten sie stattdessen jemandem in unserer

Umgebung etwas antun?., fragte Tengo.

.Das k.nnte sein..

.Etwas Schreckliches?.

Fukaeri kniff angestrengt die Augen zusammen, wie ein

Seemann, der den Gesang von Schiffsgeistern zu h.ren

versucht. .Es kommt darauf an., sagte sie dann.

.Vielleicht haben die Little People ihre Macht gegen

meine Freundin eingesetzt. Als Warnung für mich..

Fukaeri zog ruhig eine Hand unter der Bettdecke hervor

und kratzte sich mehrmals an ihrem taufrischen Ohr. Dann

schob sie die Hand ebenso ruhig wieder unter die Decke.

.Ihre Macht hat Grenzen..

Tengo biss sich auf die Lippen. .Was k.nnen sie denn

zum Beispiel konkret?., fragte er.

Fukaeri schien etwas dazu sagen zu wollen, überlegte es

sich jedoch anders und zog sich, ohne eine Meinung zu

.u.ern, allein an ihren Ursprung zurück. Wo dieser sich

befand, wusste er nicht, aber er war tief und dunkel.

.Du hast gesagt, die Little People verfügen über Weisheit

und Macht..

Fukaeri nickte.

.Aber weil sie im Wald leben, k.nnen sie ihre F.higkeiten

nicht mehr richtig einsetzen, wenn sie ihn verlassen. Und

es gibt auf dieser Welt irgendwelche Werte, die man ihrer

Weisheit und Macht entgegensetzen kann. Ist es so?.

Fukaeri antwortete nicht. Wahrscheinlich war die Frage

zu lang gewesen.

.Du bist den Little People schon einmal begegnet?.,

fragte Tengo.

Fukaeri starrte ihm vage ins Gesicht, als k.nne sie die

Bedeutung seiner Frage nicht erfassen.

.Du hast sie tats.chlich schon mit eigenen Augen

gesehen., fragte Tengo noch einmal.

.Ja., sagte Fukaeri.

.Wie viele von ihnen hast du gesehen?.

.Ich wei. nicht. Man kann sie nicht an den Fingern

abz.hlen..

.Aber es war nicht nur einer..

.Es waren mal mehr, mal weniger. Aber nicht nur einer..

.Sie sind, wie du sie in deiner Geschichte beschrieben

hast..

Fukaeri nickte.

Spontan stellte Tengo die Frage, die er ihr schon immer

hatte stellen wollen. .Inwieweit haben die Geschehnisse in

Die Puppe aus Luft wirklich stattgefunden?.

.Was hei.t wirklich., fragte Fukaeri ohne fragende

Intonation.

Darauf wusste Tengo natürlich keine Antwort.

Donnerschl.ge krachten vom Himmel. Die

Fensterscheiben zitterten. Aber noch immer blitzte es

nicht. Auch kein Regen rauschte nieder. Tengo fühlte sich

an einen U-Boot-Film erinnert, den er vor l.ngerer Zeit

einmal gesehen hatte. Darin detonierte eine Seemine nach

der anderen und brachte das Boot heftig ins Schwanken.

Aber die M.nner waren in dem stockdunklen st.hlernen

Geh.use eingeschlossen, ohne etwas sehen zu k.nnen. Es

gab nur unabl.ssiges Dr.hnen und Vibrieren.

.K.nnen Sie mir vorlesen oder sich mit mir unterhalten.,

fragte Fukaeri.

.Klar., sagte Tengo. .Zum Vorlesen f.llt mir nichts

Passendes ein. Aber wenn du mit der Geschichte von der

.Stadt der Katzen. einverstanden bist, kann ich sie dir

erz.hlen. Ich habe das Buch nicht zur Hand..

.Stadt der Katzen..

.Es geht um eine Stadt, in der Katzen herrschen..

.Die Geschichte will ich h.ren..

.Vielleicht ist sie ein bisschen zu unheimlich vor dem

Schlafengehen..

.Macht nichts. Ich kann bei jeder Geschichte

einschlafen..

Tengo zog sich einen Stuhl ans Bett, setzte sich, faltete

die H.nde im Scho. und begann, begleitet von

Donnerschl.gen, von der .Stadt der Katzen. zu erz.hlen. Er

hatte die Geschichte zweimal im Zug gelesen und noch

einmal bei seinem Vater. Daher hatte er die Handlung

einigerma.en im Kopf. Die Geschichte war weder

kompliziert noch in einem besonders raffinierten Stil

verfasst. So hatte Tengo keine gro.en Hemmungen, sie

etwas abzuwandeln, indem er langatmige Passagen

abkürzte und ein paar Erkl.rungen erg.nzte.

Eigentlich war sie nicht sehr umfangreich, aber sie zu

erz.hlen dauerte l.nger, als er gedacht hatte. Was auch

daran lag, dass er sich unterbrach, sooft Fukaeri eine Frage

stellte, um sie ausführlich zu beantworten. Er beschrieb die

Stadt, das Verhalten der Katzen und den Charakter des

Helden sehr eingehend. Wo das Buch keine Erkl.rung

bereithielt – was meistens der Fall war –, dachte er sich

etwas Passendes aus. Genauso, wie er es bei seiner

überarbeitung ihres Manuskripts getan hatte. Fukaeri

schien v.llig gefesselt von der Geschichte. Alle Schl.frigkeit

war aus ihrem Blick verschwunden. Mitunter schloss sie die

Augen, um sich Szenen aus der Stadt der Katzen

vorzustellen. Doch sie schlug sie gleich wieder auf und

dr.ngte Tengo, weiterzuerz.hlen.

Als er fertig war, starrte sie ihn eine Weile aus weit

ge.ffneten Augen an. Ihre Pupillen waren erweitert wie die

einer Katze im Dunkeln.

.Sie waren in der Stadt der Katzen., sagte sie fast

herausfordernd.

.Ich?.

.Sie waren in Ihrer Stadt der Katzen. Und sind in den Zug

gestiegen und zurückgekommen..

.Meinst du?.

Fukaeri nickte, die Sommerdecke bis unter das Kinn

gezogen.

.Da magst du recht haben., sagte Tengo. .Ich bin in die

Stadt der Katzen gefahren und mit dem Zug

zurückgekommen..

.Gab es eine Reinigung., fragte sie.

.Eine Reinigung?. Ach so, ob er eine innere Reinigung

erfahren hatte. .Nein, noch nicht..

.Das muss aber sein..

.Wovon sollte ich mich denn reinigen?.

Fukaeri antwortete nicht. .Es ist nicht gut, in die Stadt

der Katzen zu fahren und sich nicht zu ver.ndern..

Ein gewaltiger Donnerschlag zerriss die Luft. Das Krachen

war immer heftiger geworden. Fukaeri duckte sich unter

die Bettdecke.

.Kommen Sie, und nehmen Sie mich in den Arm., sagte

Fukaeri. .Wir müssen zusammen in die Stadt der Katzen

fahren..

.Warum?.

.Vielleicht entdecken die Little People den Eingang..

.Weil ich nicht gereinigt bin?.

.Weil wir beide eins sind..

KAPITEL 13

Aomame

Ohne deine Liebe

.1Q84., sagte Aomame. .Das Jahr, in dem ich jetzt lebe

und das wir 1Q84 nennen, ist also nicht das wirkliche Jahr

1984?.

.Die Frage nach der Wirklichkeit ist eine sehr

schwierige., sagte der Mann, den seine Anh.nger .Leader.

nannten. Er lag noch immer auf dem Bauch. .Im Grunde ist

sie metaphysischer Natur. Trotz allem besteht kein Zweifel

daran, dass wir uns hier in der wirklichen Welt befinden.

Der Schmerz, den wir hier fühlen, ist echter Schmerz. Der

Tod, der uns ereilt, ein echter Tod. Das Blut, das flie.t,

echtes Blut. Diese Welt ist weder eine Imitation, noch ist

sie fiktiv oder metaphysisch. Das kann ich dir garantieren.

Aber das Jahr 1984, wie du es kennst, ist sie nicht..

.Ist sie so etwas wie eine Parallelwelt?.

Der Mann lachte, und seine Schultern bebten leicht. .Du

hast offenbar zu viele Science-Fiction-Romane gelesen.

Nein, es handelt sich hier keineswegs um eine Parallelwelt

oder etwas .hnliches. Dort ist das Jahr 1984, und hier

haben wir die Abzweigung, das Jahr 1Q84. Eine parallele

Entwicklung findet nicht statt. 1984 existiert für uns einfach

nicht mehr. Für dich und auch für mich gibt es keine

andere Zeit als das Jahr 1Q84..

.Wir sind also v.llig in diese Zeit eingedrungen..

.Genau. Beziehungsweise sie in uns. Wir befinden uns

ganz und gar in ihr. Und soweit ich es verstehe, .ffnet sich

die Tür nur in eine Richtung. Einen Weg zurück gibt es

nicht..

.Es ist passiert, als ich diese Fluchttreppe an der

Stadtautobahn hinuntergestiegen bin, oder?.

.Was für eine Stadtautobahn?.

.In der Gegend von Sangenjaya., sagte Aomame.

.Der Ort spielt keine Rolle., sagte der Mann. .Bei dir war

es eben Sangenjaya. Aber auf den konkreten Ort kommt es

nicht an. Hier geht es letzten Endes um die Zeit. An einem

gewissen Punkt einer zeitlichen Schiene wurde eine Weiche

umgestellt, so k.nnte man sagen, und die Welt wurde auf

das Gleis des Jahres 1Q84 verschoben..

Aomame sah vor sich, wie ein paar Little People mit

vereinten Kr.ften an einer Stellvorrichtung zogen. Mitten

in der Nacht im bleichen Mondlicht.

.Und im Jahr 1Q84 stehen zwei Monde am Himmel, nicht

wahr?., fragte sie.

.Genau. Zwei Monde. Sie sind das Zeichen, dass die

Weiche umgestellt wurde. Daran kann man die beiden

Welten unterscheiden. Doch nicht alle Menschen k.nnen

die beiden Monde sehen. Eigentlich bemerkt sie kaum

jemand. Mit anderen Worten, die Zahl der Menschen, die

wissen, dass wir uns im Jahr 1Q84 befinden, ist begrenzt..

.Die meisten Menschen auf der Welt haben gar nicht

gemerkt, dass die Zeit umgestellt wurde?.

.So ist es. Für die Mehrheit ist die Welt unver.ndert, sie

ist wie immer. Wenn ich sage, .dies ist die wirkliche Welt.,

meine ich es vor allem in diesem Sinn..

.Es wurde also eine Weiche umgestellt., sagte Aomame.

.Das hei.t, andernfalls w.ren Sie und ich uns gar nicht

begegnet?.

.Das kann niemand wissen. Es ist eine Frage der

Wahrscheinlichkeit. Aber vermutlich haben Sie recht..

.Sprechen Sie von Fakten, oder ist das alles rein

hypothetisch?.

.Gute Frage. Aber das voneinander zu unterscheiden ist

nahezu unm.glich. In einem alten Schlager gibt es die

Zeile: Without your love, it’s a honkey-tonk parade.. Der

Mann sang leise die Melodie. .Ohne deine Liebe ist alles

Tingeltangel. Kennen Sie das Lied?.

..It’s Only a Paper Moon...

.1984 und 1Q84 sind im Prinzip genauso aufgebaut.

Wenn du nicht an sie glauben würdest und diese Liebe

nicht h.ttest, w.re alles nichts als billiger Tand. Ganz

gleich in welcher Welt man sich befindet – die Grenze, die

Fakt und Vermutung voneinander trennt, ist meist nicht

sichtbar. Man erkennt sie nur mit dem Herzen..

.Wer hat die Weiche umgestellt?.

.Tja, wer nur? Auch das ist schwer zu beantworten. Das

Gesetz von Ursache und Wirkung hat hier so gut wie keine

Macht..

.Also hat mich irgendein Wille in das Jahr 1Q84 versetzt.,

sagte Aomame. .Und mein eigener war es jedenfalls nicht..

.Genau. Dadurch, dass der Zug, in dem du warst,

umgeleitet wurde, bist du hier gelandet..

.Sind dafür die Little People verantwortlich?.

.Es gibt solche .Little People., wie sie zumindest hier

genannt werden. Doch nicht immer haben sie eine Gestalt

oder einen Namen..

Aomame biss sich nachdenklich auf die Lippen. .Ich finde

das, was Sie sagen, widersprüchlich. Angenommen, die

Little People oder so was haben wirklich eine Weiche

umgestellt und mich damit in das Jahr 1Q84 transportiert.

Wieso sollten sie das tun, wo sie doch gar nicht wollen,

dass ich Sie t.te? Wo es doch eher in ihrem Interesse l.ge,

mich von Ihnen fernzuhalten..

.Das ist nicht leicht zu erkl.ren., sagte der Mann in

unbewegtem Ton. .Aber dein Verstand arbeitet schnell. Ich

versuche es dir verst.ndlich zu machen, auch wenn ich

mich vielleicht etwas unklar ausdrücke. Wie gesagt, für die

Welt, in der wir leben, ist es von gr..ter Bedeutung, dass

das Verh.ltnis von Gut und B.se sich die Waage h.lt. Die

Little People oder irgendein Wille, der ihnen innewohnt,

besitzen gro.e Macht. Doch je mehr sie ihre Macht

einsetzen, desto st.rker reagieren die Gegenkr.fte. Das ist

ein Automatismus. Auf diese Weise erh.lt sich das sensible

Gleichgewicht der Welt. Dieses Prinzip herrscht

unterschiedslos in jeder Welt. Also auch im Jahr 1Q84, in

dem wir uns augenblicklich befinden. Als die Little People

begannen, ihre ungeheure Macht zu demonstrieren, ist also

automatisch eine Gegenbewegung entstanden. Und in

deren Sog bist du wahrscheinlich hierhergelangt..

Der Mann, der mit seinem gewaltigen Leib auf der blauen

Yogamatte lag wie ein gestrandeter Wal, stie. einen tiefen

Seufzer aus.

.Wenn wir bei der Eisenbahn-Analogie bleiben, lie.e sich

Folgendes konstruieren: Die Little People sind also in der

Lage, Weichen zu stellen. Infolge einer Umstellung gelangt

der Zug auf dieses Gleis, das Gleis des Jahres 1Q84. Aber die

F.higkeiten der Little People reichen nicht aus, um die

Fahrg.ste, die in dem Zug sitzen, einzeln zu identifizieren

und zu sortieren. Das hei.t, es bleiben eventuell

unerwünschte Personen im Zug..

.Ungebetene G.ste., sagte Aomame.

.Genau..

Donner grollte. Wesentlich lauter als zuvor. Aber es

blitzte nicht. Nur das Krachen der Donnerschl.ge war zu

h.ren. Wie seltsam, dachte Aomame. Der Donner ist so

nah, aber man sieht keinen Blitz. Es regnet nicht einmal.

.Hast du so weit verstanden?.

Aomame bejahte. Sie hatte ihren Eispick bereits von dem

bewussten Punkt im Nacken zurückgezogen und hielt die

Spitze nun behutsam in die H.he. Sie musste sich jetzt

ganz auf das konzentrieren, was der Mann sagte.

.Wo Licht ist, muss es auch Schatten geben, und wo

Schatten ist, gibt es Licht. Es gibt keinen Schatten ohne

Licht und kein Licht ohne Schatten. C. G. Jung beschreibt

dies in einem seiner Werke:

.Unser Schatten ist so b.se, wie wir gut sind … Je

verzweifelter wir uns bemühen, gut und wunderbar und

vollkommen zu werden, desto st.rker entwickelt der

Schatten den festen Willen, dunkel und b.se und

zerst.rerisch zu sein … Streben wir also über das Ma.

unserer F.higkeiten hinaus nach Vollkommenheit, steigt

der Schatten in die H.lle hinab und wird zum Teufel. Denn

nach den Prinzipien der Natur und der Wahrheit ist es

ebenso frevelhaft, sich über sich selbst zu erheben, wie sich

herabzusetzen..

Ob das, was wir als .Little People. bezeichnen, gut ist oder

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