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作者: 当前章节:15408 字 更新时间:2026-6-19 08:06

Verstehst du?.

.Theoretisch ja., sagte Aomame.

.Andererseits wird meine Gemeinschaft dich nicht

einfach so ziehen lassen, wenn ich get.tet werde. Vielleicht

wird es eine Weile dauern, bis sie dich finden. Denn du

wirst sicher deinen Namen .ndern, deine Adresse und

eventuell sogar dein Gesicht. Eines Tages jedoch werden sie

dich aufspüren und streng bestrafen. Dieses rigorose,

gewaltt.tige und unwiderrufliche System haben

wir geschaffen. Das w.re die eine Alternative..

Aomame überdachte, was der Mann gesagt hatte, und er

wartete, bis die Logik des Ganzen zu ihr durchgedrungen

war.

.Oder du willst mich nicht t.ten., fuhr er fort. .Ziehst

dich brav zurück, und ich bleibe am Leben. In diesem Fall

werden die Little People mit aller Kraft versuchen, Tengo

zu beseitigen, um mich als ihren Stellvertreter zu schützen.

Der Schutz, unter dem er steht, ist nicht mehr so stark. Sie

werden eine Schwachstelle finden und mit allen Mitteln

versuchen, ihn zu vernichten. Denn sie k.nnen nicht

dulden, dass sich noch mehr Antik.rper ausbreiten. Du

hingegen würdest dann keine Bedrohung mehr darstellen,

und auch meine Leute h.tten keinen Grund, dich zu

bestrafen. Das w.re die andere Alternative..

.In diesem Fall würde Tengo sterben, und ich würde

überleben. In der Welt des Jahres 1Q84., fasste Aomame

die Ausführungen des Mannes zusammen.

.So ungef.hr., sagte er.

.In einer Welt zu leben, in der es Tengo nicht mehr gibt,

hat für mich keinen Sinn. Denn ich h.tte nie mehr die

M.glichkeit, ihm zu begegnen..

.Aus deiner Sicht trifft das wohl zu..

Sich heftig auf die Lippe bei.end, stellte Aomame sich

diesen Zustand vor.

.Das sagen Sie. Sie k.nnen mir viel erz.hlen., wandte sie

ein. .Gibt es irgendeine Grundlage oder Garantie für die

Glaubwürdigkeit Ihrer Aussage?.

Der Mann schüttelte den Kopf. .Du hast v.llig recht. Es

gibt keine. Aber du warst gerade Zeugin meiner

au.ergew.hnlichen Kr.fte. Die Tischuhr h.ngt an keinem

Faden. Und sie ist ziemlich schwer. Du kannst hingehen

und dich überzeugen. Nimm meinen Vorschlag an oder lass

es sein, eins von beidem. Uns bleibt nicht mehr viel Zeit..

Aomames Blick wanderte zu der Uhr auf der Truhe. Die

Zeiger standen auf kurz vor neun. Die Uhr selbst war ein

wenig verrutscht und stand nun schr.g. Schlie.lich hatte

man sie gerade erst in die Luft gehoben und wieder

fallenlassen.

.In diesem Jahr 1Q84 kann man offenbar nicht euch

beiden helfen., sagte der Mann. .Es gibt nur zwei

M.glichkeiten. Bei der einen stirbst wahrscheinlich du, und

Tengo bleibt am Leben. Bei der anderen stirbt

wahrscheinlich er, und du überlebst. Entweder oder. Keine

angenehme Wahl, das habe ich dir ja schon am Anfang

gesagt..

.Aber eine dritte Alternative existiert nicht..

Der Mann schüttelte den Kopf. .Zum jetzigen Zeitpunkt

kannst du dich nur für eine von diesen beiden

entscheiden..

Langsam stie. Aomame ihren angehaltenen Atem aus.

.Es tut mir leid für dich., sagte der Mann. .W.rst du im

Jahr 1984 geblieben, müsstest du diese Entscheidung nicht

treffen. Andererseits h.ttest du dann nie erfahren, dass

Tengo dich niemals vergessen hat. Durch deine Reise ins

Jahr 1Q84 hast du zumindest erfahren, dass eure Herzen in

gewissem Sinn verbunden sind..

Aomame schloss die Augen. Nicht weinen, dachte sie.

Dazu ist die Zeit noch nicht gekommen.

.Hat Tengo wirklich Sehnsucht nach mir? Sie k.nnten

doch auch die Unwahrheit behaupten..

.Tengo hat nie eine andere Frau als dich geliebt. Das ist

Tatsache..

.Trotzdem hat er mich nicht gesucht..

.Du hast doch auch nicht versucht, ihn zu finden. Oder

doch?.

Aomame schloss die Augen. Für einen Moment sah sie auf

die vielen Jahre zurück, die vergangen waren, lie. ihren

Blick darüberschweifen. Als würde sie auf einen Hügel

steigen und von einer steilen Klippe auf eine Meerenge

schauen. Sie konnte das Meer riechen. Und das tiefe

Rauschen des Windes h.ren.

.Wir h.tten vor langer Zeit den Mut aufbringen sollen,

einander zu suchen. Dann h.tten wir in unserer

eigentlichen Welt zusammen sein k.nnen..

.Hypothetisch, ja., sagte der Mann. .Doch in der Welt

des Jahres 1984 h.ttest du so nicht gedacht. Ursache und

Wirkung folgen nie unmittelbar aufeinander, sondern stets

in versetzter Form. Das gilt für alle Welten..

Tr.nen str.mten aus Aomames Augen. Sie weinte um das,

was sie schon verloren hatte. Und um das, was sie noch

verlieren würde. Doch irgendwann kam der Augenblick, in

dem sie – wie lange hatte sie geweint? – nicht mehr weinen

konnte. Ihre Tr.nen versiegten, als seien ihre Gefühle

gegen eine unsichtbare Wand gesto.en.

.Also gut., sagte Aomame. .Es gibt keine Garantie. Und

nicht einen Beweis. Die Einzelheiten verstehe ich auch

nicht richtig. Dennoch muss ich wohl auf Ihren Vorschlag

eingehen. Ich werde Sie, wie Sie es sich wünschen, von

dieser Welt verschwinden lassen. Ihnen einen

schmerzlosen, schnellen Tod gew.hren. Damit Tengo am

Leben bleibt..

.Wir kommen also ins Gesch.ft?.

.Ja..

.Du wirst wahrscheinlich sterben., sagte der Mann. .Sie

werden dich jagen und bestrafen. Grausam bestrafen. Es

sind fanatische Menschen..

.Egal..

.Weil du ihn liebst..

Aomame nickte.

.Ohne deine Liebe w.re dein Leben nicht mehr als eine

Honky-tonk parade, ein Tingeltangel., sagte der Mann.

.Wie in dem Lied..

.Wird Tengo auch bestimmt überleben, wenn ich Sie

t.te?.

Der Mann schwieg eine Weile. .Er bleibt am Leben.,

sagte er dann. .Du kannst meinen Worten Glauben

schenken. Das kann ich dir im Austausch für mein Leben

gew.hren..

.Und für meins..

.Manchmal kann man nur sein Leben geben., sagte der

Mann.

Aomame ballte die F.uste. .Ehrlich gesagt, ich würde

sehr gern am Leben bleiben und mit Tengo zusammen

sein..

Schweigen senkte sich über den Raum. Auch das

Donnergrollen verstummte. Einen Moment lang herrschte

Totenstille.

.Wenn ich k.nnte, würde ich deinen Wunsch erfüllen.,

sagte der Mann mit ruhiger Stimme. .Wenn es nach mir

ginge. Aber bedauerlicherweise besteht diese M.glichkeit

nicht. Weder 1984 noch 1Q84. Wenn auch aus jeweils

anderen Gründen..

.Hei.t das, nicht einmal im Jahr 1984 würden unsere

Wege sich kreuzen?.

.Ihr würdet aneinander denken, aber jeder für sich in

Einsamkeit alt werden..

.Aber im Jahr 1Q84 wei. ich wenigstens, dass ich für ihn

sterbe..

Der Mann atmete laut, ohne etwas zu sagen.

.Noch etwas müssen Sie mir erkl.ren., sagte Aomame.

.Wenn ich kann., sagte der Mann, noch immer auf dem

Bauch liegend.

.Wird Tengo in irgendeiner Form erfahren, dass ich für

ihn gestorben bin? Oder wird alles enden, ohne dass er

davon wei.?.

Der Mann dachte lange über ihre Frage nach. .Das h.ngt

wohl von dir ab..

.Von mir?. Aomame verzog das Gesicht. .Wie das?.

Der Mann zuckte gelassen die Achseln. .Du hast eine

schwere Prüfung vor dir. Wenn du sie bestanden hast, wirst

du erfahren, wie sich alles verh.lt. Mehr kann ich dir auch

nicht sagen. Niemand wei., was es hei.t zu sterben, bis er

tats.chlich stirbt..

Nachdem Aomame sich mit ihrem Handtuch gründlich

die Tr.nen aus dem Gesicht gewischt hatte, hob sie den

zierlichen Eispick vom Boden auf, wo sie ihn abgelegt hatte,

und überprüfte noch einmal, ob die feine Spitze intakt war.

Dann suchte sie mit den Fingerkuppen der rechten Hand

den t.dlichen Punkt in seinem Nacken, den sie bereits

zuvor ausfindig gemacht hatte. Sie hatte sich die Stelle

eingepr.gt und fand sie sofort. Behutsam drückte sie mit

dem Finger darauf, prüfte den Widerstand und

vergewisserte sich noch einmal, dass ihr Instinkt sie nicht

trog. Dann atmete sie mehrmals tief ein und aus, beruhigte

ihren Herzschlag und entspannte sich. Sie musste ganz klar

im Kopf sein, zeitweilig alle Gedanken an Tengo daraus

verbannen. Ebenso wie Hass, Zorn, Verwirrung und

Mitgefühl. Einen Fehler konnte sie sich nicht erlauben. Sie

musste ihr Bewusstsein auf den Tod an sich konzentrieren.

Als würde sie den Brennpunkt eines Lichtstrahls darauf

richten.

.Ich werde meine Aufgabe nun vollenden., sagte sie

sanft. .Ich muss Sie von dieser Erde entfernen..

.Und ich werde von allen mir auferlegten Schmerzen

erl.st..

.Von allen Schmerzen, den Little People, der

Wandelbarkeit der Welt, s.mtlichen Hypothesen … und

von der Liebe..

.Und von der Liebe. So ist es., sagte der Mann wie zu

sich selbst. .Auch in meinem Leben gab es Menschen, die

ich geliebt habe. Lass uns unsere jeweiligen Aufgaben

beenden. Aomame, ich wei., dass du ein au.ergew.hnlich

f.higer Mensch bist..

.Danke., sagte Aomame. Ihre Stimme besa. bereits die

wundersame Klarheit dessen, der den Tod bringt. .Auch

Sie sind ein sehr f.higer und ausgezeichneter Mensch. Und

es gibt bestimmt eine Welt, in der ich Sie nicht t.ten

müsste..

.Diese Welt gibt es schon nicht mehr., sagte der Mann.

Es würden seine letzten Worte sein.

Diese Welt gibt es nicht mehr.

Aomame setzte die Nadelspitze auf den empfindlichen

Punkt in seinem Nacken und richtete den Winkel so aus,

wie sie es brauchte. Dann hob sie die ge.ffnete rechte

Hand. Sie hielt den Atem an und wartete auf ein Zeichen.

Nichts mehr denken. Wir erfüllen beide unsere Aufgaben,

jeder die seine, mehr nicht. Ich muss nichts denken. Nichts

muss erkl.rt werden. Ich muss nur auf ein Zeichen warten.

Ihre Handfl.che war hart wie Stein und ohne Herz.

Immer lauter krachten die blitzlosen Donnerschl.ge. Der

Regen prasselte gegen die Scheibe. Sie waren in einer

uralten H.hle. Einer düsteren, feuchten H.hle mit

niedriger Decke. Dunkle Tiere und Totengeister umringten

den Eingang. Für einen Augenblick wurden Licht und

Schatten um sie herum eins. Ein namenloser Windsto.

blies über die ferne Meerenge. Das war das Zeichen.

Aomame lie. ihre Handfl.che abrupt und pr.zise auf das

Heft des Eispicks fallen.

Alle Ger.usche erstarben. Die Tiere und die Geister

seufzten tief auf, l.sten die Umzingelung und kehrten

geschlagen in den Wald zurück.

KAPITEL 14

Tengo

Ein Paket wird übergeben

.Kommen Sie zu mir, und nehmen Sie mich in den Arm.,

sagte Fukaeri. .Wir müssen noch einmal zusammen in die

Stadt der Katzen..

.In den Arm?., sagte Tengo.

.Sie wollen mich nicht in den Arm nehmen., fragte

Fukaeri ohne fragende Intonation.

.Nein, das ist es nicht, nur – dass ich nicht richtig wei.,

worum es geht..

.Reinigung., sagte sie mit unbewegter Stimme.

.Kommen Sie, und umarmen Sie mich. Ziehen Sie auch

Ihren Schlafanzug an, und machen Sie das Licht aus..

Gehorsam l.schte Tengo die Deckenbeleuchtung des

Schlafzimmers. Er zog sich aus, holte seinen Pyjama und

schlüpfte hinein. Er überlegte, wann er ihn das letzte Mal

gewaschen hatte. Da er sich nicht erinnern konnte, war es

wahrscheinlich schon etwas l.nger her. Doch zum Glück

roch er nicht nach Schwei.. Er war kein Mensch mit

starkem K.rpergeruch. Trotzdem sollte ich meine

Schlafanzüge viel .fter waschen, dachte er. Bei der

Unw.gbarkeit seines Daseins konnte man nie wissen, was

wann passieren würde. Mit dem h.ufigen Waschen von

Schlafanzügen lie. sich zumindest eine gewisse Vorsorge

treffen.

Er stieg ins Bett und schlang schüchtern die Arme um

Fukaeri. Sie legte ihren Kopf auf seinen rechten Arm. Sie

lag ganz still, wie ein kleines Tier im Winterschlaf. Ihr

K.rper war warm und auf eine schutzlose Weise weich.

Aber sie schwitzte nicht.

Die Donnerschl.ge wurden immer heftiger. Inzwischen

hatte es angefangen zu regnen, und der Regen peitschte

wütend und wie wahnsinnig von der Seite gegen das

Fenster. Die Luft war klebrig, und man hatte den Eindruck,

die Welt würde allm.hlich ihrem düsteren Ende

entgegengehen. So .hnlich musste es gewesen sein, als die

Sintflut über Noah hereingebrochen war. Wahrscheinlich

war es ziemlich deprimierend, bei einem so heftigen

Gewitter Nash.rner, L.wen, Pythons und so fort Paar für

Paar in ein kleines Schiff zu zw.ngen. Jedes der Tiere hatte

andere Lebensgewohnheiten, au.erdem konnte Noah

ihnen seine Absichten nur eingeschr.nkt übermitteln, von

der Geruchsentwicklung ganz zu schweigen.

Das Wort Paar erinnerte Tengo an Sonny und Cher.

Wahrscheinlich konnte man Sonny und Cher nicht als

besonders typisches Menschenpaar und damit als für die

Arche Noah geeignet bezeichnen. Auch wenn man nicht so

weit gehen wollte, sie für unpassend zu erkl.ren, musste es

doch andere Paare geben, die ein repr.sentativeres Beispiel

abg.ben.

Tengo kam sich ein wenig seltsam vor, als Fukaeri in

seinem Pyjama, in seinem Bett, in seinen Armen lag. Fast,

als würde er einen Teil von sich selbst umarmen. Als hielte

er jemanden im Arm, der sein Fleisch und Blut und seinen

K.rpergeruch mit ihm teilte und mit dem er auch geistig

verbunden war.

Tengo stellte sich vor, dass Fukaeri und er anstelle von

Sonny und Cher als Paar ausgew.hlt und auf die Arche

Noah gebracht würden. Aber als ein Musterpaar der

Menschheit konnten sie auch nicht gerade gelten. Allein

schon wie sie hier im Bett lagen und sich umarmten, war

alles andere als passend. Der Gedanke machte Tengo

nerv.s. Er dr.ngte ihn beiseite und stellte sich vor, wie sie

sich in der Arche Noah mit Sonny und Cher und dem

Pythonp.rchen anfreundeten. Diese an sich v.llig sinnlosen

Phantasien halfen ihm, seine k.rperliche Anspannung ein

wenig zu mildern.

Fukaeri lag stumm und reglos in seinem Arm. Sie sprach

nicht. Auch Tengo sagte nichts. Ungeachtet ihrer engen

Umarmung verspürte er kein Verlangen. Sexualit.t war für

ihn letzten Endes ein verl.ngertes Mittel der

Kommunikation. Ohne die M.glichkeit zur

Kommunikation empfand er kein sexuelles Verlangen, und

so war es auch ziemlich verst.ndlich, dass er kein

Verlangen nach Fukaeri verspürte. Tengo sehnte sich nach

etwas anderem – doch was das war, wusste er nicht genau.

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