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作者: 当前章节:15383 字 更新时间:2026-6-19 08:06

und ihr ins Gesicht.

.Ist das normal?.

.Viele Menschen fallen nach dem Lockern stark

verspannter Muskulatur erst einmal in einen tiefen Schlaf.

Daran ist nichts Ungew.hnliches..

Der Kahlkopf ging zur Tür, die den Wohnraum vom

Schlafzimmer trennte, drehte leise den Türknauf, .ffnete

die Tür einen Spalt und sp.hte hinein. Aomame legte die

rechte Hand an die Seite ihrer Trainingshose, um notfalls

sofort die Pistole ziehen zu k.nnen. Nachdem der Mann

etwa zehn Sekunden gewartet hatte, zog er den Kopf

zurück und schloss die Tür.

.Wie lange wird er schlafen?., fragte er. .Wir k.nnen ihn

ja nicht ewig da auf dem Boden liegen lassen..

.Er wird in etwa zwei Stunden aufwachen. Bis dahin

lassen Sie ihn bitte m.glichst in dieser Haltung ausruhen..

Der Kahle sah auf die Uhr. Dann nickte er kurz.

.In Ordnung. Wir lassen ihn eine Weile in Ruhe., sagte

er. .M.chten Sie vielleicht duschen?.

.Nein, danke, nicht n.tig, aber ich würde mich gern

wieder umziehen..

.Selbstverst.ndlich. Bitte, das k.nnen Sie im Bad tun..

Aomame h.tte sich am liebsten so schnell wie m.glich

und so wie sie war aus dem Staub gemacht. Aber sie durfte

keinen Argwohn erwecken. Auch für den Rückweg musste

sie die Sachen anziehen, in denen sie gekommen war. Also

ging sie ins Bad und zog ihr Trikot aus. Sie entledigte sich

ihrer schwei.feuchten Unterw.sche, trocknete sich mit

ihrem Badehandtuch ab und zog frische an. Dann schlüpfte

sie in die blaue Baumwollhose und die wei.e Bluse, die sie

ursprünglich getragen hatte. Sie schob sich die Pistole so in

den Hosenbund, dass sie von au.en unsichtbar war, und

machte verschiedene Bewegungen, um sich zu

vergewissern, dass sie nicht unnatürlich wirkten. Sie wusch

sich das Gesicht mit Seife und bürstete sich die Haare. Um

ihre verkrampften Gesichtsmuskeln zu lockern, zog sie vor

dem gro.en Spiegel über dem Waschbecken die wildesten

Grimassen. Als sie nach einer Weile wieder eine normale

Miene aufsetzen wollte, dauerte es einen Moment, bis ihr

einfiel, wie das aussah. Erst nach einigen Fehlschl.gen

gelang ihr ein einigerma.en entspannter Ausdruck.

Prüfend starrte sie in den Spiegel. Kein Problem. Ihr

Gesicht wirkte ganz allt.glich. Sie brachte sogar ein L.cheln

zustande. Ihre H.nde zitterten nicht, und auch ihr Blick

war fest. Aomame war cool wie immer.

Aber als sie aus dem Schlafzimmer gekommen war, hatte

der Kahle ihr Gesicht genau in Augenschein genommen.

Vielleicht hatte er gesehen, dass sie zuvor geweint hatte. Sie

hatte l.nger geweint, das musste Spuren hinterlassen

haben. Dieser Gedanke beunruhigte Aomame. Wom.glich

hatte der Mann sich gefragt, warum jemand bei einem

Muskelstretching in Tr.nen ausbrechen sollte und ob nicht

doch etwas Au.ergew.hnliches vorgefallen war. Hatte die

Tür zum Schlafzimmer ge.ffnet, war an die Gestalt des

Leaders herangetreten und hatte festgestellt, dass sein Herz

nicht mehr schlug …

Aomame fasste sich an den Rücken, um sich zu

vergewissern, dass die Pistole griffbereit war. Ich darf mich

nicht in Sicherheit wiegen, dachte sie. Und ich darf keine

Angst haben. Denn Angst zeigt sich im Gesicht und erregt

Verdacht.

Aomame machte sich auf das Schlimmste gefasst und

verlie. unter .u.erster Wachsamkeit das Bad. Die

Sporttasche trug sie in der linken Hand, um mit der

rechten sofort die Pistole ziehen zu k.nnen. Doch im

Zimmer hatte sich nichts ver.ndert. In der Mitte stand mit

verschr.nkten Armen und nachdenklichem Blick der

Kahlkopf. Der mit dem Pferdeschwanz sa. noch immer auf

dem Stuhl neben der Tür und schaute gelassen in den

Raum. Seine Augen wirkten ruhig, wie die eines

Maschinengewehrschützen in einem Jagdbomber. Er war

daran gew.hnt, allein zu sein und in den blauen Himmel

zu blicken. Seine Augen waren mit der Farbe dieses

Himmels getr.nkt.

.Sie müssen ersch.pft sein., sagte der Kahle. .M.chten

Sie vielleicht einen Kaffee? Wir haben auch Sandwiches..

.Danke., sagte Aomame. .Aber nein danke. Direkt nach

der Arbeit habe ich keinen Appetit. Der Hunger kommt

erst in etwa einer Stunde..

Der Kahle nickte und zog einen dicken Umschlag aus

einer Tasche seines Jacketts. Er wog ihn kurz in der Hand

und reichte ihn Aomame.

.Entschuldigen Sie, aber es ist etwas mehr als das

vereinbarte Honorar. Wie ich bereits sagte, bitten wir Sie,

absolutes Stillschweigen über die heutigen Ereignisse zu

bewahren..

.Aha, Schweigegeld also?., sagte Aomame scherzhaft.

.Es ist für besondere Aufwendungen., erkl.rte der Mann,

ohne zu l.cheln.

.Meine Diskretion hat nichts mit Geld zu tun. Sie ist Teil

meines Berufs. Es wird nichts nach au.en dringen., sagte

Aomame und schob den Umschlag, so wie sie ihn

bekommen hatte, in die Sporttasche. .Brauchen Sie eine

Quittung?.

Der Kahle schüttelte den Kopf. .Nein. Das bleibt unter

uns. Sie brauchen es nicht zu versteuern..

Aomame nickte schweigend.

.Sie haben sicher viel Kraft gebraucht., erkundigte sich

der Kahle lauernd.

.Mehr als sonst., sagte sie.

.Das liegt daran, dass er kein gew.hnlicher Mensch ist..

.Es scheint so..

.Er ist unersetzlich., sagte er. .Und er leidet seit langem

unter diesen starken Schmerzen. Er nimmt sozusagen

unsere Leiden und Schmerzen auf sich. Ich hoffe, dass Sie

sie zumindest ein wenig lindern konnten..

.Da ich die Ursache für seine Beschwerden nicht kenne,

kann ich nichts Genaues sagen., antwortete Aomame

vorsichtig. .Aber ich glaube schon, dass ich sie ein

bisschen lindern konnte..

Der Kahle nickte. .Wenn ich Sie mir so ansehe, wirken

Sie auch recht ersch.pft..

.Das ist gut m.glich., sagte Aomame.

Der Pferdeschwanz sa. w.hrend der ganzen

Unterhaltung weiter an der Tür und behielt wortlos das

Zimmer im Auge. Seine Miene war v.llig unbewegt, nur

sein Blick wanderte hierhin und dorthin. Er zeigte keinerlei

Regung. Es war nicht zu erkennen, ob er dem Gespr.ch der

beiden folgte oder nicht. Einsam, stumm und unendlich

wachsam. Er suchte nach dem kleinsten Hinweis auf einen

feindlichen Jagdbomber zwischen den Wolken. Und sei er

nur stecknadelkopfgro..

Nach kurzem Z.gern wandte Aomame sich an den

Kahlkopf. .Entschuldigen Sie, vielleicht ist das eine sehr

dumme Frage, aber versto.en Sie nicht gegen die Gebote

Ihrer Gemeinschaft, wenn sie Kaffee trinken und

Schinkensandwiches essen?.

Der Kahle drehte sich um und warf einen Blick auf das

Tablett mit der Kaffeekanne und den Sandwiches auf dem

Tisch. Dann stahl sich so etwas wie ein kleines L.cheln auf

seine Lippen.

.In unserer Gemeinschaft existieren keine derartig

strengen Vorschriften. Alkohol und Zigaretten sollen

eigentlich nicht sein, und es gibt auch ein paar Verbote, die

sexuelle Dinge betreffen. Aber was Nahrungsmittel angeht,

sind wir vergleichsweise frei. Normalerweise essen wir sehr

einfach, aber Kaffee und Schinkensandwiches gelten nicht

als besonders verwerflich..

Aomame nickte nur, ohne eine Meinung zu .u.ern.

.Wo viele Menschen zusammenkommen, braucht man

natürlich ein paar Regeln. Aber wenn man den Blick zu

stark auf Rituale richtet, verliert man rasch das eigentliche

Ziel aus den Augen. Disziplin und Dogmen sind

letztendlich nur Hilfskonstruktionen. Das Wichtige ist

nicht der Rahmen, sondern das, was darin ist..

.Und der Leader liefert den Inhalt, nicht wahr?.

.Ja. Er kann Dinge h.ren, die unsere Ohren nicht

erreichen. Er ist ein besonderer Mensch.. Der Kahle sah

Aomame noch einmal in die Augen. .Also, für heute vielen

Dank. Der Regen scheint auch gerade aufgeh.rt zu haben..

.Das war ein schlimmes Gewitter., sagte Aomame.

.Ja, wirklich., sagte der Kahle, wirkte aber nicht

besonders interessiert an dem Gewitter oder dem Regen.

Aomame verabschiedete sich, nahm ihre Sporttasche und

wandte sich zum Gehen.

.Moment mal., rief der Kahle mit scharfer Stimme.

Aomame blieb mitten im Raum stehen und drehte sich

um. Ihr Herz h.mmerte. Sie lie. ihre rechte Hand beil.ufig

nach hinten gleiten.

.Ihre Yogamatte., sagte der junge Mann. .Sie haben sie

vergessen. Sie liegt noch im Schlafzimmer..

Aomame l.chelte. .Er ist darauf eingeschlafen. Wir

k.nnen ihn schlecht herumrollen und sie unter ihm

hervorziehen. Am besten, ich lasse sie einfach hier. Sie war

nicht teuer und ist auch nicht mehr die neuste. Wenn Sie

sie nicht mehr ben.tigen, werfen Sie sie bitte weg..

Der Kahle überlegte kurz, aber dann nickte er. .Vielen

Dank., sagte er.

Als Aomame sich der Tür n.herte, erhob sich der

Pferdeschwanz und machte ihr die Tür auf. Er

verabschiedete sich leise. Jetzt hat er ja doch noch was

gesagt, dachte Aomame. Sie grü.te zurück und wollte an

ihm vorbeischlüpfen.

Doch im selben Augenblick durchfuhr sie wie ein starker

Stromsto. der Gedanke an einen gewaltsamen übergriff.

Die Hand des Pferdeschwanzes schoss nach vorn, um ihren

rechten Arm zu packen. Seine Bewegung war pfeilschnell

und pr.zise. Von einer Geschwindigkeit, mit der man eine

Fliege aus der Luft h.tte fangen k.nnen. So lebendig war

die Vorstellung dieses Augenblicks, dass Aomames ganzer

K.rper erstarrte. Sie bekam eine G.nsehaut, und ihr

Herzschlag setzte für einen Moment aus. Ihr Atem stockte,

und eisige Insekten krochen über ihren Rücken. Die

Erkenntnis durchzuckte sie wie ein wei.glühender Blitz.

Würde der Mann ihren rechten Arm festhalten, w.re sie

nicht imstande, ihre Pistole zu ziehen. Ich h.tte keine

Chance, dachte sie. Er spürt, dass ich etwas gemacht habe.

Er wei. intuitiv, dass im Schlafzimmer

irgendetwas geschehen ist. Er wei. nicht, was, aber etwas

ist hier ganz schrecklich verkehrt. Sein Instinkt sagt ihm,

.greif dir die Frau.. Befiehlt ihm, mich zu Boden zu

schleudern, sich mit seinem ganzen Gewicht auf mich zu

werfen und mir fürs Erste das Schultergelenk auszukugeln.

Aber letztendlich war es eben doch nur ein Gefühl. Einen

Beweis hatte er nicht. Sollte er sich irren, würde er sich in

gro.e Schwierigkeiten bringen. Der Pferdeschwanz geriet

heftig ins Wanken und gab am Ende auf. Schlie.lich war es

der Kahlkopf, der die Entscheidungen traf und die

Anweisungen gab. Er hatte gar nicht die Kompetenz. Also

unterdrückte er gewaltsam den Impuls in seiner rechten

Hand und entspannte seine Schultern. Aomame hatte

genau verfolgen k.nnen, was sich in diesen wenigen

Sekunden im Kopf des jungen Leibw.chters mit dem

Pferdeschwanz abgespielt hatte.

Sie trat auf den mit Teppichboden ausgelegten Flur

hinaus. Ging, ohne sich umzudrehen, l.ssig den Gang

entlang in Richtung Aufzug. Ihr war, als würde der

Pferdeschwanz den Kopf aus der Tür stecken und ihr mit

den Augen folgen. Aomame spürte seinen messerscharfen

Blick im Rücken. Alle ihre Muskeln kribbelten, aber sie

drehte sich nicht um. Erst als sie um eine Ecke bog, lie.

ihre Anspannung nach. Aber in Sicherheit wiegen konnte

sie sich noch nicht, denn sie hatte keine Ahnung, was als

N.chstes geschehen würde. Sie drückte den Abw.rtsknopf

und hielt, bis der Aufzug da war (was nahezu eine Ewigkeit

dauerte), den Griff der Pistole in ihrem Rücken

umklammert, um sie jederzeit ziehen zu k.nnen, falls der

Pferdeschwanz es sich anders überlegte und ihr

hinterhergerannt kam. Sie musste ihren Gegner mit

eiserner Hand und ohne zu z.gern niederstrecken, bevor er

sie packen konnte. Oder, ebenfalls ohne zu z.gern, sich

selbst erschie.en. Aomame war diesbezüglich noch zu

keiner Entscheidung gelangt. Vielleicht würde sie bis

zuletzt unentschlossen bleiben.

Doch niemand verfolgte sie. Der Hotelflur blieb totenstill.

Die Aufzugtür .ffnete sich mit einem leisen Glockenton,

und Aomame stieg ein. Sie drückte den Knopf für das Foyer

und wartete, dass die Tür sich schloss. Sich auf die Lippe

bei.end, starrte sie auf die Stockwerkanzeige. Sie verlie.

den Aufzug, durchschritt das riesige Foyer und warf sich in

eines der vor dem Eingang wartenden Taxis. Es hatte

aufgeh.rt zu regnen, aber der Wagen war noch ganz nass,

als sei er aus dem Wasser gezogen worden. Bahnhof

Shinjuku, Westseite, sagte Aomame. Nachdem das Taxi

abgefahren war und das Hotel hinter sich gelassen hatte,

stie. sie den lange angehaltenen Atem mit einem tiefen

Seufzer aus. Sie schloss die Augen und verbannte alle

Gedanken aus ihrem Kopf. Sie wollte eine Weile nicht

denken.

Sie verspürte starke übelkeit. Ihr gesamter Mageninhalt

schien ihre Kehle hinaufzudr.ngen. Doch irgendwie gelang

es ihr, ihn nach unten zu pressen. Sie bet.tigte den

Fensterheber, lie. die Scheibe zur H.lfte herunter und sog

die feuchte Nachtluft in ihre Lungen. In den Sitz gelehnt,

atmete sie mehrmals tief durch. Sie hatte einen widerlichen

Geschmack im Mund. Als würde irgendetwas in ihrem

Inneren verfaulen. Pl.tzlich fiel ihr ein, dass sie in einer

Tasche ihrer Baumwollhose zwei Streifen Kaugummi hatte.

Mit leicht zitternden H.nden wickelte sie einen davon aus,

steckte ihn in den Mund und begann langsam zu kauen.

Spearmint. Ein altvertrauter Geschmack. Er schien ihre

Nerven zu beruhigen. Beim Kauen lie. der ekelhafte

Geschmack in ihrem Mund allm.hlich nach. Es verfault

doch nichts in mir, dachte sie. Es ist nur die Angst, die

mich verrückt macht.

Aber jedenfalls ist damit alles erledigt. Ich muss nie

wieder einen Menschen t.ten. Und ich habe das Richtige

getan. Der Tod dieses Mannes war ein v.llig

selbstverst.ndliches Ereignis. Er hat nur seinen gerechten

Lohn erhalten. Au.erdem war es – zuf.llig – sein eigener

innigster Wunsch zu sterben. Ich habe ihm den ersehnten

leichten Tod gew.hrt. Ich habe nichts Falsches getan.

H.chstens gegen das Gesetz versto.en.

Doch sooft sie sich das auch wiederholte, v.llig konnte sie

sich nicht überzeugen. Sie hatte gerade mit blo.en H.nden

einen ungew.hnlichen Menschen get.tet. Sie erinnerte sich

noch deutlich, wie es sich angefühlt hatte, die Spitze der

Nadel in den Nacken des Mannes zu treiben. Sie hatte eine

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